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Flaming Emotions - Feuer im Herzen

von Nakami
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Kelly Severide Matthew Casey
16.03.2020
21.08.2020
25
105.848
12
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1 Review
 
01.06.2020 4.730
 
Kapitel 12 – von Lust übermannt


Nervös kratzte Matt mit dem Fingernagel seines Daumes über den Verband an seiner Hand, als zum wiederholten Mal das laute Piepen aus dem Freisprecher seines Handys drang.
Er hatte lange mit sich gerungen, ob er Kelly tatsächlich anrufen sollte, doch der Tag war die reinste Katastrophe gewesen und seine erste Nacht, allein in Kellys Wohnung, stand diesem Tag in nichts nach.
Nachdem die Polizei ihm die Haarsträubenden Informationen über den Stand der Ermittlungen mitgeteilt hatte, war er einige Stunden unruhig auf und ab gelaufen. Er wollte sich ablenken, doch wie sollte ihm das mit dem Wissen, das er gerade erlang hatte, gelingen? Auch wenn er es vor den Beamten nicht offen zugegeben hatte, spürte Matt eine alles ergreifende Angst in seinem Inneren. Der Streifenwagen vor der Tür beruhigte ihn nicht wirklich, auch wenn er sich mit einem Blick aus dem Fenster alle 15 Minuten erkundigte, ob dieser tatsächlich noch vor Ort war.

Normalerweise würde er solche Informationen mit Leichtigkeit wegstecken, doch durch diese verfluchte Einschränkung ging das nicht. Er war nicht in der Lage sich gegen einen potenziellen Angreifer ordentlich zu verteidigen und genau dieser Gedanke kreiste wie ein Bienenschwarm durch seinen Kopf. Was sollte er tun, würde tatsächlich jemand in die Wohnung eindringen und versuchte ihn zu verschleppen, oder umzubringen? Wenn es wirklich dieser Brandstifter war und er das ganze Haus in ein Flammenmeer verwandeln würde? Sollte er etwa auf diese zwei Anfänger im Streifenwagen vertrauen?
Matt bezweifelte, dass das P.D. erfahrende Cops für die Observation abgestellt hatte, diese Behörde war doch ständig unterbesetzt und da draußen geschahen genug Straftaten, so dass sie nicht zwei fähige Polizisten abstellen konnte.
Würde jemand wie Atwater, Halstead oder Upton da unten im Wagen sitzen und die Wohnung nicht aus den Augen lassen, würde er vielleicht sogar etwas Schlaf finden, doch mit dem Wissen, das er die Personen, welchen er sein Leben anvertrauen sollte, nicht kannte, war an Ruhe und Erholung nicht zu denken.

Er wollte sich endlich sicher fühlen, er wollte diese Angst los werden und sich wenigstens für einen Moment entspannen. Jeder Muskel in seinem Körper schmerzte durch die Anspannung und nachdem erst sich zwei Stunden unruhig im Bett umher wälzte, hatte Matt beschlossen das es keinen Sinn machte sich weiter zu quälen. Nicht einmal der Versuch sich mit Kellys Geruch abzulenken, indem er in seinem Bett gelegen hatte, zeigte Wirkung.
Viellicht würde es schon reichen die Stimme des Feuerwehrmannes zu hören, um wenigstens etwas runter zu kommen. Der Rüstgruppenführer sollte seinen Dienst nicht abbrechen, das wollte Matt gar nicht. Er war sich sicher, dass bereits das Hören der tiefen Stimme seines Freundes helfen würde. Seiner eigenen Vorstellung würde er dann den Rest überlassen, wie zum Beispiel das Kelly sich schützend vor ihn stellte, ihm beistand und ihn in seine muskulösen Arme zog. Auch wenn Matt nach wie vor nicht begreifen konnte, weshalb er sich freiwillig, wenn auch nur in seiner Vorstellung, in diese passiv feminine Rolle begab, tat allein die Vorstellung daran gut.  
Logisch wäre es natürlich gewesen, wenn er Gabbys Nummer gewählt hätte um sich von der Stimme seiner Frau ablenken zu lassen, doch was konnte diese schon tun um ihm wenigstens ein Fünkchen Sicherheit zu vermitteln? Wahrscheinlich würde sie nur wieder Vorhaltungen von sich geben und einen weiteren Versuch unternehmen, Matt davon zu überzeugen, nach Hause zu kommen.
Außerdem brauchte er sich seine Entscheidung gar nicht zu erklären, er hatte sich für den Anruf bei seinem Kollegen entschieden, weil sein Herz genau das wollte. Es wollte Kellys Stimme hören und es wollte sich in seine Worte betten um Ruhe zu finden.

Doch nachdem das vierte quälend lange Piepen des Freizeichens aus dem Telefon drang, gab Matt innerlich bereits auf. Wahrscheinlich schlief Kelly gerade, oder er war auf einem Einsatz. Bereit aufzulegen zuckte der Feuerwehrmann jedoch zusammen, als am anderen Ende der Leitung lautes Rascheln erklang und eine erschrockene Stimme atemlos seinen Namen rief, „Matt? Ist alles in Ordnung, ist etwas passiert?“
Die Sorge in Kellys Stimme war überwältigend und Matt konnte nicht verhindern, dass sich ein beruhigendes Gefühl in seinem Inneren ausbreitete.
Mit einem Lächeln auf den Lippen schüttelte er den Kopf, als er begriff, dass der Mann am anderen Ende der Leitung ihn nicht sehen konnte, „ja, alles in Ordnung. Ich hab mich nur einsam… also ich… keine Ahnung, wollte einfach eine andere Stimme hören.“
Wieso log er plötzlich, wieso sagte er Kelly nicht, dass es dessen Stimme war, die er jetzt brauchte?
„Oh“, kam es etwas frustriert aus dem Hörer, „dann ist ja gut, ich dachte schon es sei etwas passiert.“ War Kelly etwa enttäuscht? Nein, sicher verstand er den Anruf einfach nicht. Das war vermutlich auch kein Wunde, schließlich gab es keinen triftigen Grund ihn mitten in der Nacht um den verdienten Schlaf zu bringen.
Augenblicklich bekam Matt ein schlechtes Gewissen, wie egoistisch sein Verhalten war wurde ihm erst jetzt bewusst. Er wollte Kellys Stimme hören und jetzt bekam er den Mund nicht auf, obwohl der Kollege seit Stunden wach war und vermutlich hart gearbeitet hatte.

„Ist wirklich alles in Ordnung?“, der Frust aus der Stimme des Lieutenants war gewichen, jetzt klang sie forschend, als würde sie sich nicht so einfach abschütteln lassen. Doch das hatte Matt auch gar nicht vor, denn schon bei den ersten tiefen Klängen hatte sich eine angenehme Ruhe in ihm ausgebreitete und dem Captain seine Vermutung bestätigt, das allein Kellys Stimme genügte, damit er sich besser fühlte.
„Ja, es war ein schwieriger Tag und ich hab gar nicht bemerkt wie spät es ist, tut mir leid, du hast sicher bereits geschlafen?“, versuchte Matt zu retten, was zu retten war.
Ein leises Lachen erklang aus dem Mobilfunkgerät, „keine Sorge, du hast mich nicht geweckt. Aber wieso bist du noch wach? Wir haben gleich halb Vier Uhr in der Frühe!“
„Ich konnte nicht… ich war nicht… keine Ahnung“, stotterte Matt verhalten. Kellys sorgenvoller Stimme zu Urteilen würde dieser sofort den Dienst beenden um zu ihm nach Hause zu kommen, doch das war genau das, was Matt nicht wollte. Nicht weil er den Rüstgruppenführer nicht gern um sich hatte, sondern viel eher, weil er Kellys Leben nicht noch mehr auf den Kopf stellen durfte.
„Ich hör doch das es dir nicht gut geht. Willst du mir nicht erzählen was los ist? Du sagtest das der Tag schwierig war, was ist denn passiert?“, der Feuerwehrmann war wirklich beharrlich und Matt fiel es immer schwerer Wiederstand zu leisten. Kellys Schicht ging nur noch wenige Stunden, wieso hatte er sich über diesen kurzen Zeitraum nicht noch zusammenreisen können? Wieso war er schwach geworden und bereitete dem Kollegen unnötige Sorgen.

Kelly deutete Matts Schweigen richtig, „möchtest du das ich nach Hause komme?“ Doch eher der Lieutenant die Worte vollständig ausgesprochen hatte, grätschte Matt ihm dazwischen, „NEIN! Nein, das brauchst du nicht. Du hast Schicht und das auch nur noch ein paar Stunden. Ich hätte dich nicht anrufen sollen, tut mir leid.“
„Hey Casey, kein Problem. Ich hatte heute eine Unterhaltung mit dem Chief und er hat mir angeboten, jeder Zeit den Dienst abzubrechen um nach Hause zu kommen, solltest du mich brauchen. Es ist alles geregelt, Cruz übernimmt für mich, also mach dir keine Gedanken! Ich werde Jo jetzt wecken und gebe dem Chief Bescheid das ich gehe und in 20 Minuten bin ich da!“, Matt wollte Kellys Angebot wiedersprechen, doch der Feuerwehrmann hatte sich bereits entschieden. Ohne dass Matt Einspruch erheben konnte, hatte Kelly das Gespräch beendet und verdutzt starrte der junge Captain auf das kleine Elektrogerät vor sich.
Trotz der Verwunderung rührte sich etwas in seinem Inneren. Er hatte Kelly nicht darum gebeten, hatte ihm versichert, es ginge ihm gut und doch hatte der Rüstgruppenführer hinter seine harte Schale geblickt, hatte erkannt das es ihm nicht gut ging und beschlossen ihn nicht länger allein zu lassen.
In all den Jahren ihrer Freundschaft, in all den Jahren in welchen sie sich jetzt kannte, war Matt nie aufgefallen, wie führsorglich und einfühlsam Kelly war. Es war eine Seite an seinem Freund, die zwar weich und zerbrechlich wirkte, ihn jedoch nicht schwach darstellte, viel mehr menschlich und Matt fühlte sich ihm plötzlich noch näher verbunden.

Der Feuerwehrmann hielt Wort, nur 18 Minuten später, Matt war sich nicht sicher wie oft er in diesen Minuten auf die Uhr geschaut hatte, hörte er wie Kellys Wagen vor dem Haus parkte, wenige Augenblicke danach die metallischen Treppenstufen im Flut klimperten, ein Schlüssel in das Sicherheitsschloss der Haustür geschoben wurde und kaum sprang die Tür auf, hatte Matt sich auch schon auf den Weg gemacht, Kelly entgegen zu kommen.
Sein Handeln war weder geplant, noch kontrolliert, scheinbar hatte sein Verstand beschlossen sich eine Runde schlafen zu legen, denn kaum stand Matt seinem Kollegen gegenüber, schwang er reflexartig die Arme um dessen Nacken, drückte seinen Körper an Kellys Brust und versenkte sein Gesicht in der Halsbeuge des größeren.
Sofort erwiderte Kelly die überraschende Umarmung, schlang beide Arme um Matts Hüfte, ließ dabei seine Tasche lautstark zu Boden fallen und auch der Haustürschlüssel landete klirrend auf dem lärmdämmenden Parkettboden.
„Hey, wow, alles in Ordnung?“, er hörte das Grinsen in Kellys Stimme, doch Matt verspürte nicht den Drang ihm zu antworten. Er wollte sich einfach schweigend an den warmen, starken Körper drücken, sich von Kellys Duft berauschen lassen und seinem Geist endlich die Ruhe gönnen, nach welcher dieser seit Stunden unerbittlich schrie.
Matt behielt recht, Kellys bloße Anwesenheit genügte um ihn ruhiger werden zu lassen, plötzlich breitete sich ein Gefühl der Gelassenheit in dem Drehleiterführer aus, welches er in den vergangenen Tagen nur bei Kelly gespürt hatte.
Matt genoss jede Sekunde dieses Rausches, die starken Arme, welchen ihn an den festen Körper drückten, die Wärme welche dieser ausstrahlte und nicht einmal die Tatsache das Kellys Hand, vermutlich unabsichtlich, auf seinem Hinter ruhte, störte ihn.  

Noch einmal holte der Captain tief Luft, genoss das Prickeln in seiner Nase und löste sich schließlich von seinem Freund, jedoch nicht ohne ihm noch einmal in die Augen zu sehen.
Doch mit einem flüchtigen, schnellen Blick hatte das nichts zu tun. Er konnte sich nicht abwenden, als dieses dunkle, meeresähnliche Blau ihn durchdrang, sich in seinen Verstand bohrte, in seinem Kopf ausbreitete und Emotionen in ihm freilegte, die Matt nicht greifen konnte.
Der Feuerwehrmann spürte das elektrische Zischen, welches zwischen ihnen lag, die Spannung, welches sich zwischen ihnen bildete und das Prickeln, welches die Atmosphäre zu verändern schien.
Es fühlte sich unbeschreiblich gut an, Matt fühlte sich wohl, er fühlte sich geborgen, sicher, verstanden, beschützt und geliebt. Etwas passierte in diesem Moment zwischen ihnen, etwas das Matt ängstigte und gleichzeitig erregte. Etwas alles umgreifendes, verschlingendes…

„Alles klar?“, drang Kellys Stimme erneut an sein Ohr und Matt fuhr erschrocken zusammen. Der Moment war vergangen, das Prickeln in der Atmosphäre löste sich auf und auch das elektrische Zischen verstummte.
Das die muskulösen Arme des Feuerwehrmanns noch immer um Matts Hüften lagen, er seine Arme noch immer um Kellys Genick geschlungen hatte und ihre Körper aneinanderpresste, wurde ihm erst bewusst, als das freche Grinsen seines Gegenübers in sein Bewusstsein dran.
Quietschend löste Matt sich von seinem Freund und riss ungläubig über den Ton, welcher seine Kehle gerade verlassen hatte, die Augen auf. Was war mit ihm los, wieso benahm er sich wie ein pubertierendes Schulmädchen? Hatten die Schläge auf seinen Kopf bei dem Übergriff Spätfolgen und er verwandelte sich in einen Teenager zurück? Viel schlimmer: in einen weiblichen Teenager?

Nein! Das alles hatte nichts miteinander zu tun. Es war die Gesamtsituation, welche ihn allmählich den Verstand verlieren ließ. Kelly als Person war lediglich sein Sicherheitsnetz, seine Rüstung und sein Verbündeter. Kein Knistern, kein Prickeln, kein Zischen, Männerfreundschaft! Nicht mehr und nicht weniger!
Mit einem tiefen Atemzug versuchte Matt sich zu beruhigen, als ihm die Worte der beiden Beamten wieder in den Sinn kamen und er angespannt den Atem anhielt, „ich habe heute eine Drohung auf der Mailbox gehabt“, setzte er an und konnte Kelly bereits ansehen, das diese aus der Haut fahren wollte. Doch bevor es dazu kam, hakte er sich in dessen Arm ein und zog ihn zum Sofa, „und bevor du dich gleich aufregst, ich habe dich nicht angerufen, weil ich dich nicht beunruhigen wollte. Aber ich habe Voights Team kontaktiert, Burgess und Atwater sind sofort vorbeigekommen, haben meine Aussage aufgenommen, die Drohung ins Labor geschickt und mir einen Stand über die bisherigen Ermittlungen gegeben.“

Kelly wirkte noch immer entsetzt, was Matt zum ersten Mal an diesem Tag ein Lächeln auf die Lippen trieb, „ich hätte dich anrufen sollen, oder?“
„Natürlich hättest du das, ich wäre doch sofort nach Hause gekommen!“, blaffte der Feuerwehrmann ihm entrüstet entgegen und Casey konnte nicht anders als schmollend die Unterlippe nach vorn zu schieben, „musst ja nicht gleich laut werden.“
Kopfschüttelnd versuchte Kelly sich zu beruhigen, „ja, tut mir leid. Wie ist den der Stand der Ermittlungen?“
Einen Moment haderte Matt mir sich, ob er Kelly wirklich alles erzählen sollte, entschied dann jedoch, dass es keinen Sinn hatte etwas vor dem stämmigen Kollegen zu verheimlichen. Kellys machte sich sowieso Sorgen, früher oder später würde er eh davon erfahren und wer weiß, vielleicht tat es Matt sogar gut jemanden an seiner Seite zu haben, der den Ursprung seiner Sorge, vielleicht sogar seiner Angst, kannte.

Eine halbe Stunde und zwei Bier später saßen sie noch immer auf dem Sofa und Kelly starrte Matt mit offenem Mund an. Dieser hatte ihm gerade wortgetreu das Gespräch zwischen Burgess, Atwater und ihm wiedergegeben und der Feuerwehrmann musste zugeben, er fühlte sich besser. Zwar hatte er bereits vermutet, dass seine Angst doch aus der Vermutung der beiden Officers rührte, doch es jetzt laut ausgesprochen zu haben, bestätigte diesen Verdacht. Kelly in diesem Moment bei sich zu haben fühlte sich einfach gut an, auch wenn der kleine Teufel in Matts Innerem ihn schelmisch auslachte, weil er lieber bei seinem Kollegen, als seiner Ehefrau war.
„Das sind ja wirklich heftige Vermutungen“, gestand Kelly und fuhr sich angestrengt durchs Haar, woraufhin Matt nickte und ihn durchdringend ansah, „ja schon, aber es sind nur Vermutungen. Sie Ermitteln noch und wer weiß, vielleicht liegen sie auch falsch und Phillips steckt überhaupt nicht dahinter.“ Noch während er die Worte aussprach, konnte er das Zucken in Kellys Augenbraue sehen und richtete irritiert den Blick auf, „verheimlichst du mir etwas?“
„NEIN!“, preschte dieser lautstark hervor und sofort setzte der Rüstgruppenführer ein Lächeln auf, was Matts Verdacht jedoch nicht schmälerte, „mach dir keine Sorgen Matt, die werden die Person, welche sich hinter dem Theater verbirgt schon finden und wenn dann endlich Normalität eingekehrt ist, kannst du dich auch ordentlich auf eine Heilung konzentrieren.“ Zwar traute Matt dem frieden noch immer nicht zu hundert Prozent, doch das Kelly versuchte ihn zu beruhigen war dem Captain nicht entgangen, weshalb er jetzt dankbar Lächelte und ihm ein schnelles Nicken schenkte.

„Wie war denn die Schicht? Hast du etwas Schlaf bekommen?“, versuchte Matt, nicht ganz uneigennützig, das Thema zu wechseln. Das Kelly jetzt bei ihm war fühlte sich gut an und plötzlich spürte er überhaupt nicht mehr das Verlangen sich mit der momentanen Situation und seiner Angst auseinander zu setzen. Der Rüstgruppenführer hatte eine solch beruhigende Wirkung auf ihn, dass er dem Drang, es vorerst gut sein zu lassen, einfach nachgeben wollte.
„Nein, wir hatten zwar nur drei kleinere Einsätze in der Schicht, aber schlafen konnte ich nicht. Hatte wohl einfach zu viel durcheinander im Kopf“, antwortete der Lieutenant, nachdem er seine Bierflasche vollständig geleert hatte, „aber du hast ja gesagt, selbst nicht schlafen zu können. Sollen wir uns noch mal hinzulegen?“
Ein Angebot, das Matt nicht ausschlagen konnte, auch wenn er Kelly gern noch mal auf das wirre Durcheinander in dessen Kopf angesprochen hätte, beschloss er es auf morgen zu verschieben und lieber noch ein paar Stunden im Schutz seines Freundes zur Ruhe zu kommen.
„Gute Idee, mittlerweile bin ich auch ziemlich müde“, log Matt deshalb, denn von Müdigkeit spürte er nach wie vor überhaupt nichts, trotzdem würde etwas Erholung ihm gut bekommen.

Etwas unschlüssig erhob sich der Drehleiterführer, nachdem auch Kelly aufgestanden war. Sie hatten nicht darüber gesprochen, der Captain hatte sich nicht getraut das Thema noch einmal aufzugreifen, doch wo sollte er schlafen? Im Gästezimmer, so wie er es sich am Tag seiner Ankunft selbst gewünscht hatte, oder währe Kelly einverstanden, wenn er eine weitere Nacht bei ihm verbrachte? Doch wie sollte er diesen Wunsch erklären? Matt wusste doch selbst nicht, wieso sein Inneres unbedingt die Nähe des Kollegen spüren wollte.
„Schläfst du wieder bei mir?“, überrascht hob Matt den Blick und als Kellys Grinsen ihn traf, nickte er beschämt und drehte den Kopf zur Seite.
Es war ihm unangenehm und gleichzeitig war er seinem Freund unheimlich dankbar. Erstens weil Kelly mal wieder genau wusste, was er brauchte und zweitens, weil der Rüstgruppenführer keine Fragen stellte, auf welche Matt die Antwort selbst nicht wusste.
„Gut dann komm, bevor mir die Augen zufallen“, lachte Kelly noch einmal auf und verschwand im Schlafzimmer, wo er in Windeseile seine Jeans, die Socken und das Shirt los wurde und unter die Bettdecke schlüpfte.
Abwartend sah er Matt an, als dieser unschlüssig an der anderen Seite des breiten Doppelbettes stehen blieb, „brauchst du Hilfe?“ und diese einfachen Worte ausreichten, um dem Captain ein gesundes Rot auf die Wangen zu treiben.
Er lief den gesamten Tag quasi in seinen Schlafklamotten rumher, doch ganz so freizügig wie Kelly war er nicht. Geübt schob er seine Daumen unter den Bund der Jogginghose und zog sich diese über den Hintern, das Shirt und die Shirts blieben jedoch wo sie waren, bevor er ebenfalls unter die Bettdecke kroch und sich flach auf den Rücken legte.

Es war eine seltsame Situation, auch wenn Matt unbedingt die Nähe seines Freundes genießen wollte, so konnte er keine richtige Entspannung finden, jedenfalls nicht mehr seit sie gemeinsam unter der großen Decke in Kellys Bett lagen. In Kellys Schlafzimmer, wo ausnahmslos alles nach ihm roch und sich dieser Duft in jede Faser seiner Nerven bohrte.
Der Duft löste ein Kribbeln in seinen Handgelenken aus und Matt war sich sicher, könnte er seine Finger spüren, würden auch diese sanft kribbeln. Das berauschende Gefühl zog sich seine Arme hinauf, in seine Brust, hinab in seinen Magen und stoppte erst, als es sich sanft pochend in seine Lenden schob und er den Anflug einer funkenden Erregung spüren konnte.
Die Angst in seinem Körper, in seinem Geist und seinem Inneren, schob sich immer weiter zurück, machte Platz für das angenehme Kribbeln und breitete sich großflächig aus. Was war nur mit ihm los, wieso konnte er sich nicht zusammenreißen, wieso hatte sein bester Freund neuerdings diese spezielle Wirkung auf ihn?
Sein Gehirn schien kaum noch vernünftige Gedanken zu produzieren, das konzentrieren fiel Matt immer schwerer und als er den Kopf drehte um seinen Kollegen anzusehen und erkannte, wie ruhig sich Kellys Brustkorb hob und senkte, wurde das verlangen in ihm mit jedem Atemzug gewaltiger.

Noch einen kurzen Moment hielt Matt inne, bevor er all seinen Mut zusammennahm, näher an den warmen Körper neben sind robbte und schnaufend seinen Kopf in Kellys Armbeuge vergrub, um sich an ihn zu kuscheln.
Matts Herz klopfte bis zum Anschlag, sein Puls raste und erst als der Körper neben ihm sich regte, ungelenk seinen Arm hob, ihn um Matts Rücken schlang und den lädierten Leib des Feuerwehrmanns an die hitzige Wärmequelle drückte, konnte er endlich ausatmen.
Kelly sagte kein Ton und auch wenn Matt sich beinah sicher war, dass sein Kollege noch nicht ins Land der Träume abgedriftet war, wagte auch er es nicht zu sprechen.
Als sich die Finger des Lieutenants hoben, er sanft begann über Matts Rücken zu streicheln, ihn zu kraulen und auf zärtliche Weise zu berühren, bildete sich eine Gänsehaut in seinem Nacken.
Kelly sagte noch immer kein Wort und Matt konnte nicht beschreiben, wie dankbar er ihm für sein Schweigen war. Doch das rationale Denken des Captains war bereits dabei sich abzuschalten und der Erregung, welche sich schrittweise in seinem Körper aufbaute, das Handeln zu überlassen.

Immer dichter rückte er an den Körper seines Freundes heran, bis er den festen Wiederstand an seiner Mitte spürte, genau an dem Punkt, an welchem sich die Erregung in ihm sammelte.
Ungelenk schob Matt seine Hüften näher an Kellys Oberschenkel, bis er schließlich den harten Bizeps dessen Beins spüren konnte und erst jetzt bemerkte der Feuerwehrmann, wie fest seine eigene Mitte in den vergangenen Minuten geworden war.
Seine Atmung wurde immer flache, je fester er sich an seinen Freund presste, je größer die Kreise wurden, welche sein Becken zog und ehe es Matts realisieren konnte, spürte er wie sich heißer Atem über seine Lippen schob, er begann zu keuchen und seinen Unterleib immer schneller am Oberschenkel des Lieutenants rieb.
Es war nicht der Wunsch nach Befriedigung irgendeiner Art, welcher Matt antrieb. Es war der Wunsch von keinem geringeren als Kelly befriedigt zu werden. Er wollte die rauen Hände seines Freundes auf seinem Körper spüren, wollte die härte seiner Muskeln auf sich fühlen und sich ihm präsentieren. Würde seine Frau, oder Gott-weiß-wer jetzt neben ihm liegen, hätte sein Körper gewiss nicht auf diese Weise reagiert. Es lag an Kelly, an seinem Geruch, seinem ruhigen Atmen und dem Bild das Matt vor Augen hatte, sobald sich seine Lider senkten.
Nur dieses eine Mal wollte er schwach sein, nur dieses eine Mal wollte er sich gehen lassen. Er wollte es ohne Kelly um einen Gefallen zu bitten, er wollte es ohne das Wissen, der sein Gegenüber es nur tat, damit es ihm besser ging, er wollte es, weil eine kleine Stimme in seinem Inneren ihm zurief, das es auch das war, was Kelly wollte.

Woher diese plötzlichen Gedanken stammten spielte keine Rolle, zum jetzigen Zeitpunkt war nur das hier wichtig, ihre Körper, ihre Empfindungen, ihre Wünsche und ihre Erregung.
Immer schneller bewegten sich seine Hüften, pressten sich an den festen wiederstand und Matt genoss den Druck, welcher sich durch das Stoßen und Kreisen seiner Lenden in seinem, mittlerweile erigierten Glied, aufbaute.
Langsam und ohne nachzudenken wanderte seine bandagierte Hand zu Kellys Mitte, er selbst war erregt, sehr erregt, doch wie stand es um den Rüstgruppenführer. Matt hielt den Atem an, auch wenn er nicht einen einzigen Gedanken im Kopf hatte, zögerte sein Unterbewusstsein. Doch als der Captain mit dem Handgelenk über die Mitte seines Freundes glitt, dort die Ausbuchtung in dessen Shorts spürte und jetzt auch registrierte das sich Kellys Atmung beschleunigt hatte, stand jedes weitere Handeln außer Frage.

Schneller und mit mehr Druck ließ er sein Handgelenk über die Erhebung an Kellys Mitte gleiten, drückte seine Bandagierte Hand in die Einbuchtung zwischen dessen Schenkeln und genoss das Anschwellen des feinfühligen Körperteils an seinem Puls.
Ja, sie wollten es beide! Immer wilder wurden die Bewegungen seiner eigenen Hüften, immer unbeherrschter das reiben seines Handgelenkes und als er spürte, wie Kellys Hand sich flach auf seinen Rücken presste, der Körper neben ihm sich ein Stück wandte und die freie Hand des Lieutenant ohne Vorwarnung zwischen Matts Beine glitt, verwandelte sich sein atemloses Keuchen in lustvolles Stöhnen.
Sofort hatte Kellys Hand die ihre Arbeit aufgenommen, streifte über Matts ausgedehnte Shorts, umschloss umständlich sein steifes Glied, so gut es mit dem Stück Stoff dazwischen ging, und massierte es mit seinen Fingern.
Die Lust, welche sich in Matt sammelte war kaum in Worte zu fassen. Unruhig wandte er seine Schultern, presste seinen Rücken flach auf die Matratze und als er aus dem Augenwinkel sah, wie der Körper neben ihm sich erhob hielt er für einen Augenblick den Atem an.

Würde sein Gehirn seine üblichen Gedankengänge verfolgen, so würden ihm spätestens jetzt fragen wie, ~bin ich zu weit gegangen?~ oder ~steht er jetzt auf und geht?~ oder auch ~ist er sauer?~ quälen. Doch dem war nicht so, sein Verstand hatte sich bereits schlafen gelegt und so konnte Matt das, was Kelly als nächstes tat, in vollen Zügen genießen.

Umständlich beugte der Lieutenant sich über ihn, schob achtlos Matts Kniee auseinander, kletterte geschickt zwischen seine Beine und bevor Matt wusste wie ihm geschah packten ihn die staken Hände, zogen ihn über die Matratze herunter und hoben seine Hüften gerade soweit in die Höhe, das Kelly sein steifes, noch immer von Stoff verhülltes, Glied an den Hintern des Captain pressen konnte, als er sich schwungvoll auf ihn legte.
Sofort spürte Matt das harte Stoßen von Kellys Hüften an seinem Hintern, spürte wie dessen Glied versuchte sich fester an ihn zu drücken, sich an ihm rieb und mit jedem Wimpernschlag an Umfang zu gewinnen schien. Ihre Körper lagen so press aufeinander, dass seine eigene Härte gegen den Bauch des Lieutenants gedrückt wurde, fest zwischen ihren Oberkörpern nach Freiheit schrie und das reibende Gefühl von Stoff an gespannter Haut ihm zusätzliche Ekstase verschaffte.
Kellys Gesicht lag in seiner Halsbeuge und als die warmen Finger den Kragen seines Shirts packten, ihn beiseite zogen und er spürte wie die feuchte Zunge seines Freundes über die Empfindliche Haut an Hals glitt, traten Matt kleine Sterne vor die Augen.

Immer heftiger wurden die Stöße an seinem Hintern, die Härte die versuchte sich in ihn zu bohren, ihn in Besitz zu nehmen und er ließ es mit Freude zu, drückte sich Kelly entgegen, versuchte den steifen Penis mit seinem Po abzufedern und ließ angeregt sein Becken, samt Hinterteil gegen die Männlichkeit seines Freundes kreisen. Das auch seine eigene Erektion, welche noch immer zwischen ihren Körpern eingekeilt war, dabei nicht zu kurz kam, war ein positiver Nebeneffekt.
Je wilder und unbeherrschter ihre Bewegungen wurde, desto lauter wurde auch ihr Stöhnen und erst jetzt hörte Matt, dass es nicht nur seine Stimme war, die durch den Raum schallte. Kelly war mittlerweile mindestens so erregt wie er selbst und scheinbar hatte sich auch sein Gehirn vollständig verabschiedet.
Immer wieder leckte er über die dünne Haut an Matts Halsbeuge, biss hinein, leckte erneut darüber und als er schließlich begann daran zu saugen, konnte der Captain kaum noch an sich halten.
Es fehlte nicht mehr viel, gleich war er so weit, gleich würde er kommen, gemeinsam mit seinem besten Freund.

Wie ferngesteuert, doch mit einer unbestimmten Wildheit griff er zu Kellys Kopf, versuchte ihn mit seinen Handgelenken zu packen, was den Feuerwehrmann veranlasste von der mittlerweile lädierten Haut an seinem Hals abzulassen und zog ihn zu sich hinauf, bis sie sich in die Augen sehen konnte.
In dem Blick seines Freundes lag mindestens genau so viel animalische Lust wie in seinem eigenen, nur eine Sache würde diesen Moment noch perfekter machen und ohne nachzudenken schoben sich seine bandagierten Hände an Kellys Hinterkopf und drückte ihn hinab, bis ihre Lippen sich trafen.
Sofort und wie als hätte dieser nur darauf gewartet, drang Kelly mit seiner Zunge in Matts Mundhöhle ein, umkreiste seine eigene und augenblicklich spürte der Drehleiterführer in den Bewegungen der fremden Zunge das gleiche wilde begehren wie in Kellys Hüften, welche dieser immer fester gegen seinen Hintern presste.
Matt hatte nie einen anderen Mann geküsst und niemals hätte er erwartete, dass es sich so unbeschreiblich gut anfühlen würde. Kelly schien genau zu wissen was er wollte, was er sich wünschte, wie er es intensiver und echter wirken lassen konnte. Er sprach Matt geradezu aus der Seele.
Je heftiger und unbeherrschter sich ihre Zungen umeinanderschlangen, desto schneller und härter wurden auch das Reiben ihrer Unterleibe und erst als Kelly inne hielt, sein Körper sich versteifte und er keuchend nach Atem rang, spürte Matt ein hartes Zucken seinem Hintern.
Ein fester Stoß, dann noch einer und wenige Sekunden später fühlte er, wie die Shorts an seinem Hintern feuchter wurde, zu kleben begann und sich die Spannung in Kellys Körper löste.
Doch der Lieutenant war nicht der einzige, welche den Moment der harten Stöße genutzt hatte. Auch Matt hatte ihre Körper dichter aneinander gepresst, fühlte wie sein Glied spannend zu zucken begann, wie das kribbelige Gefühl in seinem Unterleib stärker wurde und als sich unbändige Glücksgefühle in seinem gesamten Körper ausbreitete, durch seine Adern schossen und seine Atrien mit purer Lust und Erregung verstopften, ergoss auch er sich zwischen ihren Körpern, direkt in seine Shorts.

Atemlos ließ Matt die Spannung aus seinen Muskeln fahren, noch immer nicht fähig einen vernünftigen Gedanken zu fassen und nach wie vor Glücklich, dass der schwere, keuchende, verschwitzte Körper seines Freundes noch immer auf ihm lag.
Dieser Moment, dieses Gefühl… es war unbeschreiblich, es war echt, es war alles umschließend und es war richtig. Er hatte gerade Sex, nein, viel eher Trockensex mit einem Mann, mit seinem besten Freund, gehabt und es fühlte sich gut an.
Er fühlte sich gut!
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