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Der Aufstieg

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hulk / Bruce Banner Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character) Thor
16.03.2020
27.11.2020
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21.11.2020 2.085
 
„Irena!“
Alle blickten fassungslos auf die Szenerie die sich vor ihren Augen bot. Die blonde Frau war zuerst auf die Knie gestürzt, und dann bewusstlos nach vorne zu Boden, nachdem der bläuliche Blitz sie getroffen hatte.
Agent Barton und Captain Rogers wollten nach vorne stürzen, doch Thor erhob Einhalt gebietend die Hand.
„Fasst sie nicht an!“ rief er, die Stimme noch von der Magie dröhnend. Schwer atmend stellte er seinen Hammer auf den Boden, fuhr sich mit der Hand über die Stirn und strich sich die blonden Strähnen aus den Augen, um sich zu sammeln. Der Angriff der Hexe hatte ihm etwas mehr zugesetzt, als er bereit war zuzugeben.
„Was soll das, Thor? Wolltest du sie umbringen?“ rief Rogers laut, angestrengt die Ruhe bewahrend. Sein Blick wanderte zurück zu der Frau, deren Brustkorb sich beruhigender weise sichtbar hob und senkte.
„Nein. Alles ist alleine von ihr abhängig.“ erwiderte er ernst und beugte sich zu ihr hinunter. „Habt Geduld.“

-

Als ich wieder meine Augen aufschlug, fühlte ich mich eigentlich richtig gut. Ungefähr so gut wie an einem Sonntagmorgen, wenn man den Duft von frischen Croissants schon in der Nase spürt.
Dazu passten allerdings nicht die besorgten Blicke verschiedener Augenpaare, die alle samt auf mich herabblickten.
Etwas mühsam stemmte ich mich nach oben, sodass ich zumindest nicht mehr lag sondern saß, und fing den fragenden Blick des Asgardianers auf.
„Danke“ sagte ich, und versuchte darin alle Aufrichtigkeit einzubringen die ich konnte. Seine Mundwinkel hoben sich leicht und er nickte, die Erleichterung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Armer Kerl, wahrscheinlich hat er zwischenzeitlich gedacht er hätte mich ins Jenseits katapultiert.
Ich grinste frech, was mit Skepsis von den anderen Anwesenden beobachtet wurde.
Nein mein Lieber, so leicht gebe ich nicht den Löffel ab.
Während Thor mir ganz gentlemanlike seine Hand reichte um mir aufzuhelfen, hörte ich Clint neben mir leise zum Captain flüstern: „Scheint mir immer noch besessen zu sein.“
Sofort schnalzte ich zu ihm herum.
„Ich war nie besessen.“ erklärte ich etwas beleidigt und verschränkte die Arme. Dass die mich für einen Anfänger hielten.. Unglaublich.
Gut, es gab wirklich nicht viele Bereiche in denen ich mich als hilfreich und nützlich erwies, und von meinen telepathischen Kräften hatten sie alle nur immer die Schmalspur mitbekommen.
Aber trotzdem...
Ich schüttelte den Kopf, klopfte mir den Staub und Dreck vom Anzug und sah auf.
Natasha, Clint und Steve sahen mich alle samt mit dem selben, prüfenden Blick an.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen und straffte meine Haltung.
„Kommt mit, Freunde. Stark dürfte Banner mittlerweile eingefangen haben.“
Mit diesen Worten und ohne nochmal auf ihre Bedenken einzugehen warf ich meinen Zopf über die Schulter, und stiefelte los in Richtung Ausgang.

-

„Ich glaube wir können uns einig sein, das heute.. - ist komplett in die Hose gegangen.“
Stark kam aus dem Cockpit ließ sich seufzend auf einer der Sitze neben den Captain fallen, der nicht einmal aufsah, sondern weiterhin ernst und angespannt die Wand gegenüber musterte. Der Erfinder fuhr sich müde über das Gesicht.
Sie alle sahen fertig aus, Natasha, Thor, Rogers... Aber nicht einer sah auch nur annähernd so fertig aus wie Dr. Banner, der sich ganz weit in die hinterste Ecke verzogen hatte.
Er tat mir einfach nur furchtbar leid.
„Seid ehrlich, wie schlimm ist es?“ fragte der sonst so ruhige Wissenschaftler geknickt, während er weiterhin trübsinnig auf den Boden starrte und jeden Blickkontakt vermied.
Ich merkte, wie die Schwarze Witwe neben mir stockte.
„Nicht.“ hob Natasha an, verstummte aber bei dem Blick der ihr von Stark zugeworfen wurde.
„Ein halbes Viertel liegt in Schutt und Asche, die Stark Relief Foundation ist bereits unterwegs.“ erklärte Stark monoton und so sachlich wie möglich. „Auch wenn es den Braten nicht mehr fett gemacht hätte, ich bin froh dass du zu dir gekommen bist, bevor das Hochhaus dran glauben musste. Das hätte noch ein kleines bisschen hässlicher ausgehen können.“
Banner stöhnte auf und vergrub den Kopf in seinen Händen.
„Sperrt mich ein, ich gehöre nicht nach draußen.“
Allgemeines Empören folgte diesem Satz. Ich wollte ebenfalls den Mund aufmachen, da kam mir der Supersoldat zuvor.
„Ultron hat das zu verantworten. Nicht du, Bruce.“ sagte er ernst. Natasha nickte.
„Steve hat recht. Es hat keinen Sinn sich Vorwürfe zu machen.“
Nicht dass ich die Rothaarige nicht als freundlich beschreiben würde, aber so vehement Partei für jemanden zu ergreifen der nicht Clint war, war doch etwas ungewöhnlich für die sonst so hoch professionelle Agentin.
Ich studierte sie flüchtig von der Seite. War ich eigentlich die Einzige die das bemerkte?
Allem Anschein nach ja.
Die Augen des Supersoldaten wanderten hinüber zu dem Erfinder, der sofort abwehrend die Hände erhob.
„Ja, ja. Aber können wir bitte einmal festhalten dass es die kleine Maximoff war, die unseren grünen Freund hier in die Luft gehen hat lassen, bevor wir wieder in die altbekannte Endlosdiskussion abschweifen? Ohne die Hexe hätte Ultron es in erster Linie überhaupt nicht geschafft, Banner als Ablenkungsmanöver einzusetzen. Die Zwillinge sind auch ein Teil des ganzen Problems, nicht nur und ausschließlich Ultron.“ warf er trotzig in den Raum.
Der Captain setzte an etwas darauf zu erwidern, stockte jedoch und neigt nachdenklich leicht den Kopf.
„Vielleicht.. ist sie nicht darüber informiert, welche Konsequenzen ihre Handlungen haben.“
Ich lächelte stumm in mich hinein und angelte mir eine Wasserflasche aus der Halterung unter dem Sitz.
Wenn er nur wüsste..
„Wer weiß. Telepathisch Begabten ist sowieso nicht über den Weg zu trauen.“ meinte ich leicht ironisch und gönnte mir einen Schluck.
Der Milliardär mit Ziegenbart starrte mit verengten Augen zu mir hinüber.
Mist, hätte ich bloß nichts gesagt und weiterhin keine Aufmerksamkeit auf mich gezogen. Stark sah so aus als hätte er meinen Rodeoversuch von vorhin noch nicht vergessen, und wenn ich mich recht erinnerte wollte er mit mir darüber nochmal sprechen. Bevor er die anderen darüber in Kenntnis setzen konnte, fuhr ich schnell fort und wechselte das Thema: „Eine aktuell dringendere Frage die wir klären sollten: Wo kommen wir jetzt unter?“
Einen Moment lang wurde ich überrascht von allen Seiten angestarrt, nur das Brummen der Triebwerke waren zu hören. Dann meldete sich der Captain räuspernd zu Wort: „Irena hat recht, in New York werden die Leute und die Medien den Avengers Tower einrennen. Wir sollten ein wenig unter dem Radar abtauchen, bis sich die Lage etwas beruhigt hat.“
Er nickte kurz in meine Richtung, ohne mich dabei im Speziellen anzusehen.
Ich zog überrascht meine Augenbrauen in die Höhe.
Er gibt mir recht? Die ganze Sache scheint wohl noch ernster zu sein als angenommen.
Stark kratzte sich am Kinn.
„Irgendwelche Vorschläge?“ fragte er in die Runde. Stumm wurden die Köpfe geschüttelt.
Ich warf einen Blick hinüber zu Thor, der auch jetzt noch auffällig wortkarg in seiner Ecke saß, genau wie Banner. Schon irgendwie merkwürdig, wie ähnlich die beiden sich auf einmal waren.
„Ja“ meldete sich überraschend Clint aus dem Cockpit zu Wort. „Gebt mir vier Stunden.“

-

Ich mochte das Haus der Bartons.
Cooper und Lila waren zwei süße Kinder, die es schafften mit ihrer Lebendigkeit und Gewuselei selbst den ausgezehrt wirkenden Banner ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.
Und Lauras ruhige und beständige Art machte sie sowieso zu einer Mutter, wie sie im Buche stand. Clint hätte es wirklich nicht besser treffen können. Ich freute mich für die Beiden.

Während wir im Wohnzimmer standen und uns mit der Familie Barton bekannt machten (besonders Stark und der Captain schienen recht überrascht von dieser Wendung, ihre Gesichter waren einfach nur herrlich), spürte ich, wie Thor neben mir unruhiger wurde, auch wenn er es nicht zu zeigen versuchte.
Der Angriff von Wanda war heftig gewesen, und ich hätte mir eigentlich denken können dass das nicht so einfach spurlos an meinen Exkollegen vorbei gehen würde.
Jetzt verstand ich auch, weshalb Tony vor weniger als einer Woche, die sich wie ein Jahr anfühlte, so neben der Spur gewesen war, als er dort im New York Café aufgetaucht war. Wandas Künste mussten ihn wohl bis ins Knochenmark erschüttert haben.
Jedoch war es aktuell nicht der Iron Man, der mir leichte Sorgen bereitete, sondern mein, wie es mir schien, einzig wahrer Verbündete.
Ich warf einen prüfenden Blick hinüber zu dem blonden Gott. Er erwiderte ihn, und schüttelte leicht den Kopf.
Dann drehte er sich wortlos auf dem Absatz um und rauschte mit wehenden Umhang aus dem Haus.
Sagte ich ,leichte‘ Sorgen?
Wir waren doch noch nicht mal zwei Minuten da und er hielt es schon nicht mehr aus!
„Thor!“ rief Rogers ihm hinterher in den Flur.
Ich quetschte mich beim Türrahmen vorsichtig an dem immer noch im blau-roten Kampfanzug gekleideten Captain vorbei, streng darauf achtend ihn bloß nicht zu berühren.
„Ich mach das“ flüsterte ich ihm leise zu, ehe ich Thor durch die offene Haustüre nach draußen folgte, Rogers nachdenklichen und fragenden Blick in meinem Nacken ignorierend.

„Thor!“ rief ich, und sprang beinahe die wenigen steinernen Treppenstufen in einem Satz nach unten. Der Gott des Donners hatte bereits fast die halbe Wiese vor dem Haus überquert, und sah hinauf zum Himmel.
„THOR!“ brüllte ich noch einmal lauter, und verfluchte meine kurzen Beine. Vielleicht sollte ich doch mal mehr joggen gehen.
Auf halber Strecke nahm er mich endlich war und hielt inne.
„Ich brauche Antworten, die ich hier nicht finden werde.“ erklärte er mir entschlossen, als ich ihn fast eingeholt hatte.
„Die brauche ich auch.“ erwiderte ich leicht außer Atem, und stützte mich mit den Händen auf den Knien ab. Die hohen Grashalme kitzelte meine Kniekehlen. „Ich muss mit dir sprechen, Thor, du kannst jetzt nicht abhauen!“
Der Wind blies durch seine halblangen Haare während seine Augen nachdenklich von mir zum Hause der Bartons wanderte. Ich konnte sehen wie er Mjölnir in seiner massigen Hand wog.
„Außerdem muss ich dir etwas zeigen, ich..“
„Kannst du wieder deine andere Gestalt annehmen?“ fragte er hoffnungsvoll.
Ich schluckte schwer, schüttelte bedauernd den Kopf und sah zu Boden.
Thor trat zu mir und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter.
„Einen Tag. Dann werde ich wieder zurückkehren, ich verspreche es.“
Ich sah zu ihm auf, in sein wohlwollendes Gesicht.
„Wanda Maximoff kann nicht die Zukunft zeigen, das weißt du doch, oder?“ fragte ich zaghaft.
Seine markanten Gesichtszüge verhärteten sich für einen Moment als sein Blick in die Ferne driftete.
„Ich weiß. Dennoch gibt es eine Sache, der Asgard nicht entkommen kann. Ich muss mein Volk schützen, das ist meine Pflicht.“
Er griff nach meiner Hand und umschloss mein Handgelenk mit seiner, wie damals als wir uns auf dem Helicarrier kennen gelernt hatten.
„Wir übersehen etwas..“ murmelte ich nachdenklich, mehr zu mir selbst. Bevor ich es realisieren konnte, drückte mir Thor einen sanften Kuss auf die Hand und sah mir fest in die Augen, um seinem vorherigen Versprechen noch einmal mehr Gewichtung zu verleihen.
„Wir sehen uns morgen, Mylady.“
Dann ließ er mich los, trat zurück und ließ seinen Hammer durch die Luft kreisen.
Auch wenn ich ein wenig enttäuscht war, dass er mich hier einfach so sang und klanglos ein wenig im Regen stehen ließ, kam ich nicht umhin eines zugeben zu müssen:
Manieren hatte der Kerl.

-

„Haben wir irgendwas verpasst?“ fragte Stark, der sich zu dem ernstdreinblickenden Captain auf die schmale Brüstung vor der Haustüre gesellte.
Der Supersoldat, der die Arme vor der Brust verschränkt hielt, antwortete nicht. Als er blinzelte, sah er erneut die Bilder vor sich aufblitzen, welche diese Wanda ihm ins Hirn gepflanzt hatte.
Wir können nach Hause gehen, Steve
Er schüttelte den Kopf und versuchte die Gedanken loszuwerden.
Peggy war tot, er konnte ihr nicht mehr helfen. Er musste es endlich akzeptieren.
„Sicher nicht? Wenn du mich fragst sehen die doch ein bisschen so aus, als würden sie was aushecken. Einen Banküberfall, oder Clints nächste Geburtstagsfeier..“
Rogers warf seinem Kollegen einen kritischen Blick zu. Für den Milliardär und seine Kommentare hatte er nach diesem Tag nur noch sehr begrenzte Geduld übrig. Das schien der Erfinder auch zu merken, und wurde mit einem Schlag deutlich ernster.
„Mal ehrlich, ist es dir nicht auch aufgefallen dass sich beide irgendwie komisch verhalten? Ich meine, noch komischer als sonst.“
Sie sahen einander schweigend an.
„Was genau möchtest du damit andeuten?“



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...
Oh man, es hat schon wieder so lange gedauert... :/
Es tut mir so leid!
Also, zu meiner Verteidigung kann ich nur eines sagen:

Am nächsten Freitag gibt es das nächste Kapitel. Und es wird auch länger sein als das hier.
Ja wohl, ich habe es gesagt und werde mich auch daran halten!

Bis dahin noch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

Lg eure Kupferfisch

PS: Wie immer ein herzliches Dankeschön an Nudelauflauf-die2te :)
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