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Life needs a little mystery

von Miichen
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
Chloe Price Rachel Amber
15.03.2020
07.09.2020
11
17.457
4
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15.03.2020 1.123
 
“Lass uns gehen! Jetzt sofort!” sagte das blonde Mädchen. Ihre braunen Augen funkelten vor Entschlossenheit. Ich starrte sie einen kurzen Moment an, bis sich Worte in meinem Kopf geformt hatten. “Wir können nicht einfach..” fing ich an. “Warum nicht?” unterbrach sie mich sofort. “Mit welchem Geld, Rachel? Und was ist mit deinen Eltern und meiner Mum?” “Das ist alles egal. Wir kriegen das schon hin! Und du hast doch gesagt du hast den Truck von der Müllkippe repariert!”  “Ich hab gesagt vielleicht kann ich ihn reparieren. Ich bin noch nicht fertig.” entgegnete ich. “Kannst du es oder kannst du es nicht?” harkte Rachel nach. Ich verschränkte die Arme vor der Brust. Natürlich würde ich das schaffen. Irgendwie. Und wenn ich dafür Davids komplettes Werkzeug mitgehen lassen müsste. “Ja kann ich.” gab ich zurück, während ich die Brauen hob. Das Mädchen musterte mich. Sie wusste genau, dass sie gewinnen würde. Und ich wusste das auch.

“Okey, schön, du gewinnst, Dramaqueen. Also, wo fahren wir hin?” Ein Lächeln umspielte ihre Mundwinkel und sie breitete die Arme aus als würde sie gleich die ganze Welt umarmen wollen. “Sag du es mir. Welcher Ort würde zu Chloe Price und Rachel Amber passen?” Mein Blick klebte an ihr, sie ließ es so verdammt einfach wirken alles hinter sich zu lassen.
Es gab nur eine Antwort: “New York City.” sagte ich überzeugt. Die Augen des blonden Mädchens leuchteten. “Offensichtlich.” Rachel trat neben mich und legte mir einen Arm um die Taille. Dann gestikulierte sie mit der anderen Hand und sagte: “Stell dir vor. drei Uhr nachts, Du und Ich draußen in irgendeinem Café, wie wir Pizza verschlingen und mit Leuten, die wir gerade erst getroffen haben irgendwelche Broadway Lieder singen.” Ich grinste, doch sie war noch nicht fertig. “Und dann ist da dieser süße Typ, der an uns vorbei läuft und dich ansieht. Er kommt langsam auf dich zu..” “Jaaaa klaaaar..” murmelte ich ein wenig verlegen und unterbrach sie damit. Typen waren mein wunder Punkt und das wusste sie. Nun kam ihr Schauspieltalent wieder hervor. “Er würde sagen Hey, wollen wir uns ein Zimmer teilen? Und ich würde sagen Verpiss dich, sie gehört zu mir.” “Du erzählst Bullshit!” verteidigte ich mich, während ich sie leicht von mir weg schubste. Kichernd taumelte sie ein paar Schritte.
“Komm schon, es fühlt sich an als wäre alles möglich! Stell dir nur mal vor wie toll es wäre..” schwärmte Rachel weiter. Sie war völlig in ihren Gedanken gefangen.

Plötzlich stieg ein Gefühl in mir auf, welches die schöne Vorstellung schrumpfen ließ. “Rachel. Hör auf. Wenn du das alles nicht ernst meinst.. dann fühle ich mich scheiße, weil dieses wundervolle Leben was du da beschreibst nie passieren wird.” “Verdammt, ich meine es Ernst!” verteidigte die Blonde ihren Plan. Mit aufgerissenen funkelnden Augen starrte sie mich an. Dann griff sie hastig nach meiner Hand. “Ich hab niemals etwas so ernst gemeint wie das hier.” Ihr Blick war so intensiv, dass ich schlucken musste.
“Chloe. Was würde dich überzeugen?” fragte Rachel herausfordernd. Sie wollte sich beweisen.
Ich dachte nach. Sie würde nicht locker lassen, also brauchte ich etwas, was wirklich zählen würde. Etwas was sie herausforderte, bei dem auch sie über ihre Grenzen gehen musste. Etwas an das wir uns beide klammern konnten. Damit wir an unserem Plan festhielten.
Ich wusste schnell was ich wollte. Doch es zu sagen fiel mir schwerer als ich es gewohnt war. “Wie wäre es.. mit.. Ähm..” stotterte ich vor mich hin und gestikulierte seltsam durch die Luft. Fuck. So kannte ich mich nicht. Warum war es so schwer das über die Lippen zu bringen? Mein Blick wanderte viel zu offensichtlich von ihren Augen zu ihren Lippen. Scheiße. Wie gerne würde ich sie näher an mich ziehen und einfach küssen. Doch ich konnte sie nicht einfach überrumpeln. Ich wollte nichts kaputt machen. Sie fing meinen Blick mit ihren braunen Augen auf, bedachte mich liebevoll und ich seufzte.
“Oh..” machte sie nur. Plötzlich kam sie näher und nahm meine Hände. Viel zu schnell als, dass ich es verstehen konnte spürte ich ihr Gesicht an meinem. Ihre Nase, ihren Atem. Und dann legte sie einfach ihre Lippen auf meine. Es kribbelte in meinem Bauch. Es war ein bisschen wie auf Drogen. Als würde ich gerade einen Joint rauchen und alle Sorgen los sein. Ich erwiderte den Kuss und konnte nicht genug von ihren weichen Lippen bekommen. Als sie sich schließlich doch von mir löste fragte sie grinsend: “Überzeugend genug?” “Ja.” erwiderte ich ein wenig außer Atem, während sie schon wieder viel zu nah bei mir war. Dieses mal war ihr Kuss fordernder. Nicht mehr vorsichtig und schüchtern, sondern leidenschaftlich. Rachels Hände wanderten zu meinen Wangen und zogen mich zu ihr herunter. Sie war so niedlich klein.
Unsicher wohin mit meinen Händen, legte ich sie vorsichtig an ihre Taille und strich sanft ihren Rücken hoch. So berauscht hatte ich mich lange nicht mehr gefühlt. Sie schmeckte nach Glück und nach Zukunft. Nach Freiheit.
Irgendwann löste Rachel sich von mir. Etwas außer Atem zog ich meine Hände rasch zurück, wusste jedoch nicht wohin damit, weshalb ich sie in meine Hosentaschen schob. “Holy Shit.” fluchte ich leise und sah sie schüchtern an. Schüchtern. Chloe Price schaut schüchtern. Fuck. “Ja oder?” stimmte die Blonde mir zu.

Wir starrten uns immer noch an als plötzlich kleine weiße Flocken vom Himmel rieselten. Doch es war kein Schnee. Viel zu warm. “Was ist das? Asche?” fragte ich verdattert, doch hatte die Antwort bereits selbst gegeben. Rachel streckte ihre Hand aus und fing einige Aschefetzen auf. “Ich glaube.. es ist ein Zeichen.” stellte sie fest. “Ich glaube wir sollten gehen. Heute Nacht.” Meine Augen wanderten an ihr herunter. Fest entschlossen stand sie da vor mir und sah mich intensiv an. Ich holte Luft. “Wirklich?” Mein Widerstand war sowieso längst gebrochen. “Ich bin bereit.” sagte sie leise und strich sich durchs Haar. Einige Flocken der Asche hatten sich in ihren blonden Strähnen verfangen. Ich konnte nichts erwidern. Viel zu beschäftigt war ich damit sie einfach nur anzusehen.
“Lass uns ein paar Klamotten und Zeug aus meinem Haus holen.” meinte Rachel während sie mich auffordernd ansah. “Für dich oder für mich?” formte mein Mund, bevor ich darüber nachdenken konnte. Das Mädchen vor mir grinste. “Ich muss sagen, meine Klamotten würden verdammt gut an dir aussehen.” Ich erwiderte den Blick und lächelte sie an. “Cool. Los geht’s.” “Und dann verschwinden wir endlich aus Arcadia Bay.” verkündete sie. Wieder trafen sich unsere Blicke. Meine Hand zuckte zu ihrem Haar und ich strich zärtlich etwas Asche aus ihren Strähnen. “Das klingt perfekt.” murmelte ich. Meine Stimme war viel zu buttrig. Noch einige Sekunden sah ich in die Haselnussbraunen Augen meiner besten Freundin, bevor sie mich an der Hand fasste und mit zog.
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