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Rosenblütenregen

KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12
Jacob Kowalski Newt Scamander Porpentina "Tina" Goldstein Queenie Goldstein
15.03.2020
21.03.2020
4
4.801
2
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
15.03.2020 1.594
 
Nachdem ich vor Kurzem beide Filme gesehen habe, ließen die Plotbunnies natürlich nicht lange auf sich warten und so schrieb sich diese kleine Geschichte fast von selbst. Wer meine anderen FFs kennt, der weiß, dass ich eher Dramen/Tragödien zugetan und somit in dem Genre Romanze/Humor Neuling bin. Ich hoffe, es ist mir dennoch gelungen, die Atmosphäre einzufangen.

Diese FF sollte ursprünglich drei Kapitel haben, die ich jedoch auf vier ausdehnen musste, um nicht mitten in einer Szene zu cutten und diese so auseinander zu reißen. Und: In dieser FF ist Queenie nicht übergelaufen, sondern weiterhin auf der hellen Seite. Einfach, weil ich das so möchte.^^ So, genug gelabert. Viel Spaß beim Lesen!



****




Die Adlerfeder kratzte über das Pergament. Mal schneller, mal langsamer, je nachdem, wie lange der Schreiber über seine Sätze nachdenken musste. Wort für Wort fand seinen Platz und schließlich setzte Newt Scamander seinen Namen unter den Brief. Mit dem Zauberstab angetippt flog das Pergament auf Augenhöhe, bevor es sich faltete und mit einem leisen Plopp dem Empfänger selbst zustellte.

Newt legte die Feder weg und schraubte das Tintenfässchen zu, als er merkte, dass eine Spur tiefen Blaus von einer Schreibtischecke zur Anderen führte. Den Zauberstab in die Tasche steckend stand Newt auf und folgte ihr. Über den Schreibtisch, durch die Küche, bis in die Diele, wo ihm eine Stehlampe einen Hinweis auf den Übeltäter gab. Immer wieder ging sie an und aus, an und aus, bis die Glühbirne mit einem leisen Geräusch durchbrannte. Blaue Tinte zierte den Boden und zu seinen Füßen fand er schlussendlich ein ausgebüxtes Nifflerjunges, welches erfolgreich den goldenen Umschalter der Stehlampe aus der Verankerung gerissen und mit unschuldigem Blick in seinen Beutel verschwinden ließ. Verdrossen sah es auf seine Pfoten und versuchte, das Blau irgendwie zu entfernen; es abzulecken endete in angewidertem Kopfschütteln. Schließlich fand die Tinte den Weg in das flauschige Fell des Nifflers, welches sich daraufhin weißbraun-blau färbte. Newt seufzte.

"Accio Niffler."

Das Tierwesen schwebte auf ihn zu, die Pfoten ausgestreckt, um Halt an dem Griff der Stehlampe zu finden. Vergeblich. Es quiekte protestierend und flog in Newts Arme, der das Junge auf den Kopf drehte und ihm den Bauch kitzelte. Viel kam nicht zutage. Der kaputte Schalter der Lampe, der mit einem Reparo wieder zu seinem angestammten Platz fand, eine Handvoll sterlingsilberne Zuckerlöffel und ein zierlicher Ring, geschmückt mit einem einzigen glitzernden Diamanten.

"Also wirklich. Den Ring?" Das Nifflerbaby sah ihn an und Newt meinte, beinahe so etwas wie Schuldbewusstsein in dessen Blick zu erkennen. Wieder seufzte er. "Ich bringe dich besser zu deinen Geschwistern." Den Niffler im Arm öffnete er die Tür, die zu seinen unzähligen Tierwesen führte und ging dort zu dem Käfig der Nifflerjungen. Zwei Weitere lagen dort aneinandergekuschelt, beide mit tiefschwarzem Fell. Mit einem Zauber reinigte Newt das Nifflerbaby von der Tinte und legte ihn behutsam zu seinen Geschwistern, wo es sich sofort einkuschelte und einschlief, gänzlich ermüdet von der Diebestour.

Der Magizoologe verließ seine Wesen wieder und schloss oben die Türe, bevor er den Diamantring in die kleine Schatulle zurücklegte und ihn in einer Tasche seiner Jacke verstaute. Da würde er sicher sein.

Hoffte Newt.

*


In New York wurde es langsam dunkel, es war früher Abend.
Queenie Goldstein stand in der Küche und bereitete kandierten Honigkuchen zu, als ein leises Plopp sie aufhorchen ließ. Neben ihr schwebte ein pergamentener Brief, der sie auffordernd am Oberarm anstupste. Mit einem Tippen ihres Zauberstabs öffnete sich der Brief und begann, sich selbst vorzulesen. Mit jeder weiteren Strophe wurde Queenies Lächeln größer. Sie beschwor ein neues Pergament herauf und schrieb hastig eine kurze Antwort, ehe ihr Brief verschwand.

Während der Honigkuchen auf dem Herd abkühlte, packten sich zwei kleine Koffer von selbst und die Wäsche vor dem Kamin legte sich zusammen. Ein Kehrblech und ein Staubwedel wuselten eilig durch die Gegend und Queenie schlüpfte gerade in ihre Schuhe, als die Haustür sich öffnete und Jacob beinahe über das Kehrblech stolperte.

"Aua... Queenie, Schatz! Ich bin Zuhause!", rief er durch die Wohnung der Goldsteins, in der er mit Queenie wohnte, seit ihre Schwester zu Newt gezogen war. "Du glaubst nicht, was heute in der Bäckerei los war. Jeder wollte die Demiguiseplätzchen mit Konfitürefüllung kaufen. Ein erfolgreicher-"

Queenie wuselte, sich einen schwarzen Mantel anziehend, auf ihn zu und beendete mit einem Wink ihres Zauberstabs die Aktivitäten des Kehrblechs und Staubwedels. "Jacob, Darling! Wir müssen los!" Der sanfte Sopran Queenies klang selbst in diesem Satz wie ein Lufthauch. Der No-Maj lachte auf, verdattert. "Liebling, ich bin gerade erst nach Hause gekommen, was ist denn so-"

"Das hier, Jacob", antwortete die blonde Hexe fröhlich auf den Satz ihres Partners und Newts Brief flog zu Jacob und las sich selbst vor.


'Liebe Queenie, lieber Jacob,

Das ist der gefühlt hunderste Brief, den ich neu anfange und noch immer weiß ich nicht genau, wie ich es euch sagen soll. Aber... Ich möchte Tina um ihre Hand bitten und dafür brauche ich eure Hilfe. Würdet ihr mir helfen, für Tina einen unvergesslichen Antrag vorzubereiten? Sie wurde spontan einem Observationsteam zugeteilt und kommt erst in einigen Stunden von ihrer Mission zurück. Lasst mir bitte schnellstmöglich eine Antwort zukommen.

Newt'



Queenie klatschte aufgeregt in die Hände und hüpfte auf und ab, mit dem ehrlichsten Lächeln auf ihrem Gesicht. Ihre blonden Locken hüpften und ihre Augen strahlten voller Freude.

"Ist das nicht wundervoll, Jacob? Meine Tina: Bald verheiratet! Und Newt gehört endlich richtig zur Familie!"

"Das ist wirklich wunderbar, Schatz", sagte Jacob und küsste Queenie sanft, die sich daraufhin etwas beruhigte und ihn mit diesem einen Blick ansah.

"Freust du dich etwa nicht?"

"Wa-? Doch! Doch, natürlich. Ich bin nur-", stammelte Jacob und verstummte, als er merkte, dass seine Partnerin genau wusste, was er sagen wollte. Eine Legilimentorin zur Freundin zu haben war nicht unbedingt einfach.

"Entschuldige... Du weißt, dass ich nichts dagegen tun kann. Bei No-Majs ist es einfacher. Überrascht war ich auch, Darling. Und keine Sorge: Das musst du nicht." Queenie zwinkerte ihm zu und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange, der sanfter war, als ihre Stimme.

"Was muss ich nicht?" Jacob sah sie erst verdutzt an, bis er verstand. "Oh... Schatz, ich liebe dich, aber du weißt-"

"Ich dich auch, Jacob. Doch bloß weil Newt Tina einen Antrag macht, musst du nicht- Ich weiß, warum du nicht möchtest." Queenie klang nicht traurig oder bedrückt, eher tröstend und voller Ruhe. Erneut küsste sie ihn sanft und drückte ihn schließlich seinen Koffer in die Hand, um das Thema Rappaports Gesetz zu beenden. "Also. Auf nach London."

"Auf nach London", bestätigte der No-Maj Queenie und schließlich kam das vertraute Gefühl, durch einen Gartenschlauch gepresst zu werden.

*


Seit Verschicken des Briefes war nunmehr eine Stunde vergangen, es war mitten in der Nacht. Die Straßenlaternen vor seinen Fenstern beleuchteten den Weg, leiser Regen fiel und lief an den Scheiben hinunter.

Nervös nestelte Newt an Queenies Antwortschreiben herum, das Pergament schon rissig an den Seiten.


'Wir sind unterwegs.
Queenie'



Als das Türschloss seiner Wohnung leise klackte, zückte er instinktiv seinen Zauberstab, nur um erleichtert zu sehen, dass Queenie Jacob vor sich herschob, der nach dem Apparieren etwas blass um die Nase war.

"Queenie. Jacob. Da seit ihr ja! Ich danke euch, dass ihr gekommen seid. Ich weiß, das war alles sehr spontan."

"Ach nicht doch! Wir sind froh zu helfen. Nicht wahr, Jacob?" Während Queenie Newt herzte, konnte ihr Partner nur schwach nicken und winken. Die Legilimentorin ließ Newt los und schwang ihren Zauberstab, woraufhin Jacob ein Glas Wasser mit etwas Ingwer in die Hand schwebte.

"Das hilft dir, Darling."

"Danke, Schatz", würgte der No-Maj hervor. Queenie lächelte und wandte sich dann ihrem Gastgeber zu.

"Also, Newt. Erzähl'. Was hast du geplant? Soll ich kochen und Jacob etwas backen? Ich hatte einen Honigkuchen fertig, aber dann dachte ich, dass es kein passender Kuchen wäre, verstehst du, was ich meine? Ich kann auch dekorieren, aber wir beide wissen, dass du nicht gerne kochst. Wie möchtest du eigentlich dekorieren? Wir haben nur noch wenige Stunden und es soll alles perfekt sein", plapperte Queenie aufgeregt und Newt hob seine Hände, um sie zu beschwichtigen. Schließlich verstummte sie und sah ihn erwartungsvoll mit großen Augen an.

"Ich dachte, du hilfst mir dekorieren, während Jacob auf Mugg- Verzeihung - No-Maj-Art etwas backt. Du weißt, dass Tina seine Plätzchen liebt. Wäre das in Ordnung, Jacob?"

"Hm? Ja, natürlich." Noch immer etwas wackelig auf den Beinen gesellte sich Jacob zu den Beiden, das leere Glas Ingwerwasser in der Hand. "Wie wäre es mit Konfitüretörtchen?"

Queenie klatschte aufgeregt in die Hände. "Ausgezeichnete Idee! Also los, an die Arbeit!", delegierte sie fröhlich und zog ihren Zauberstab. Jacob ging in die Küche und bereitete alles für Tinas Gebäck vor, während Newt und Queenie ihre Zauberstäbe schwangen und sich das Wohnzimmer aufräumte. Jacob beschloss, die beiden allein zu lassen und widmete sich ganz den Zutaten, die er sorgfältig auf dem antikweißen Küchentisch zurechtlegte. 'Das wird eine lange Nacht werden', dachte er und doch kam er nicht umhin, zu lächeln. Eine lange Nacht zuliebe seines besten Freundes, für den er sich sehr freute.

Er bemerkte nicht, dass sich die Kellertür hinter ihm leise öffnete und vier neugierige Pfoten heraustapsten, auf der Suche nach Glitzerndem und Unruhestiftung.
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