-Guard you-

GeschichteDrama, Fantasy / P16
Legolas Thranduil
14.03.2020
14.03.2020
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Hey
Ich habe so viele Ideen für Geschichten! Hahaha.
Dieser One-Shot soll ebenfalls zu einer Geschichte werden, jedoch muss ich zunächst einmal ein paar andere Geschichten beenden, weswegen ich diese Geschichte erst einmal als One-Shot behandle.
Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim lesen und freue mich auf eure Rückmeldung. Nicht so schüchtern, haut in die Tasten! (;

Beste Grüße
Alphawolf7










-Kapitel 1-

Die Sonne stand hoch am blauen beinahe wolkenlosen Himmel. Sie schien so hell wie an jedem anderen Tag. Kalter Wind durchstreifte die Gegend und kündigte den kommenden Herbst an. Ein großer dichter Wald zog sich weit über das Land. Viele verschiedene Tiere bewohnten ihn, wie zum Beispiel das Eichhörnchen, die Vögel, der Dachs, der Fuchs. Es roch nach Harz, Nadelbäumen, Fichten und vielen anderen Bäumen, die sich weit über das gesamte Land erstreckten.
Ein junger Mann, 25 Jahre, mit langen blonden Haaren durchquerte den Wald. Seine blauen Augen waren stets auf den Waldboden gerichtet, damit er nicht versehentlich über eine Baumwurzel stolperte. Seine dunkle braun-grüne Kleidung machte ihn beinahe unsichtbar in dem dichten Wald. Er verschmolz beinahe mit den Bäumen. Auf seinem Rücken trug er eine Kiepe, die aus Weidenruten geflochten war. Diese war mit zwei Tragegurten ausgestattet und hatte eine runde, D-förmige Grundfläche. Darin war Reisig, sowie ein paar größere Äste für ein Feuer. Leise summend durchquerte er weiter hin den Wald, als er auf einmal ein leises jaulen hörte. Man musste ganz genau hin hören, so leise war das wimmern.
Sofort ging der junge Mann zu der Stelle, woher er das jaulen hörte und entdeckte einen kleinen weißen Wolf. Dieser war in einer selbstgebauten Falle aus Holz gefangen die man für Füchse baute. Mit großen dunklen Augen schaute ihn der kleine Wolf wimmernd an.
„Warst du etwa zu neugierig?“, fragte er lächelnd und öffnete die Falle, um das Tier herauszunehmen.
Der kleine Welpe schleckte ihm dankbar das Gesicht ab. Lachend setzte der junge Mann den Wolf ab.
„Wo ist denn deine Mutter? Hat sie dich etwa hier vergessen oder bist du weggelaufen so wie ich?“, murmelte er gedankenverloren.
Ein tiefes Knurren hinter ihm ließ ihn erstarren. Er schluckte. Ganz langsam drehte sich der junge Mann um. Zitternd stieß er die Luft aus, welche er angehalten hatte. Seine blauen Augen weiteten sich ein kleines Stück, als er einen weiß-grauen Wolf nur wenige Meter vor sich stehen sah. Die Größe war die eines ausgewachsenen Bären. Der junge Mann fiel erschrocken auf seinen Hintern, angst breitete sich in seinem gesamten Körper aus. Knurrend und zähnefletschend stand der Wolf vor ihm. Der kleine weiße Wolfs Welpe lief zu ihm, doch das Tier nahm seine stechend dunklen Augen nicht von dem Mann ab.
„I-Ich tue dir nichts“, stotterte er mit einem nervösen Lächeln auf den Lippen, „I-Ich h-habe nur deinen Welpe aus der Falle gerettet.“
Der Wolf kam knurrend näher, als plötzlich jemand zwischen dem Tier und dem Mann landete und dieser sich vor dem Raubtier aufbaute.
"Ego*!" , befahl er mit kühler dunkler Stimme.
Das Tier blieb noch einen Augenblick an Ort und Stelle stehen, bis der Wolf sich abwandte und mit dem Welpen im dichten Wald verschwand. Der junge Mann schluckte.
„D-Danke“, stotterte er. „Ohne Sie wäre ich sicherlich jetzt tot gewesen.“
Der Unbekannte drehte sich um und dem jungen Mann stockte für einen Moment lang der Atem. Ein groß gewachsener Mann mit langen weiß-blonden Haaren und eiskalten blauen Augen stand vor ihm. Er trug nur ein lumpiges langärmliges offenes braunes Hemd, sodass er seinen makellosen Körper zu sehen bekam, sowie seinen leichten Bauchmuskeln. Eine braune lumpige Hose trug er ebenfalls, während er Barfuß unterwegs war.
„Du wärst wahrscheinlich zunächst in Stücke gerissen worden. Sie hat einen großen Beschützer Instinkt, wenn es um ihre Welpen geht“, sprach der Unbekannte und hielt ihm seine Hand ausgestreckt hin, „Wie ist dein Name?“
Der junge Mann blinzelte. Er ergriff die Hand.
„Legolas“, antwortete er beim hochziehen. Er klopfte sich die Blätter von der Hose und schaute den Fremden an. „Noch einmal vielen Dank, dass du mich gerettet hast. Wie kann ich mich dafür bei dir revanchieren?“
Die Augen des Mannes verengten sich leicht.
„Revanchieren?“
Legolas nickte.
„Ja. Du hast mir immerhin das Leben gerettet. Ich stehe in deiner Schuld“, erklärte er ihm, „Also, wie kann ich mich revanchieren?“
„Ich brauche nichts von dir“, antwortete der Fremde und drehte sich um, um zu gehen, wurde jedoch von Legolas aufgehalten.
„Aber ich würde mich gerne bei dir revanchieren“, bestand er.
Der Mann seufzte resigniert.
„Bist du immer so hartnäckig, wenn es darum geht die Schuld bei anderen zu begleichen?“
Legolas schlug die Augen nieder und lachte verlegen, wobei er sich am Hinterkopf kratzte. Der Fremde schaute ihn eine Weile lang an, bevor er antwortete: „Also gut. Verschwinde aus diesem Wald und komme nicht mehr hierher. Es ist zu gefährlich hier ganz allein. Denn falls dich erneut ein Wolf angreift und ich nicht zufällig in der Nähe bin, sieht es schlecht für dich aus, hast du verstanden?“
Legolas’ Gesichtsausdruck wurde traurig.
„Aber ich muss in den Wald gehen, damit ich Reisig und Holz sammeln kann, um das Feuer im Kamin in meiner Hütte am brennen halten kann“, log er, „Außerdem muss ich die Hütte warm halten, damit meiner Mutter nicht zu kalt wird. Ich habe erst vor ein paar Wintern meinen Vater an einer Lungenentzündung verloren… Ich möchte sie nicht auch noch verlieren, da sie nun ebenfalls dieselben Symptome zeigt.“
Der Fremde schaute den jungen Mann vor sich an. Er hatte Mitleid mit ihm.
„Also gut. Du kannst weiterhin in den Wald gehen, doch darfst du nicht weiter gehen, als bis zur großen Eiche, verstanden?“
Ein Lächeln breitete sich auf den Lippen von Legolas aus. Seine Augen leuchteten auf.
„Vielen Dank! Das werde ich mir merken!“
„Gut, und nun geh. Es wird bald regnen.“
„Regnen?“, Legolas runzelte die Stirn, „Aber die Sonne scheint hell am Himmel und es ist fast kaum eine Wolke am Himmel zu sehen. Warum sollte es denn regnen?“
„Vertrau mir, ich weiß es einfach“, sprach der Fremde in ruhigem Ton.
„Oh, verstehe. Also dann, auf ein wiedersehen.“
„Nein, du solltest mich nicht noch einmal sehen.“
Legolas blinzelte. Er verstand nicht.
„Geh nun, bevor deine Mutter sich sorgen um dich macht.“
„Ist gut.“
Er drehte sich um und wollte schon los gehen, als er nach links und rechts schaute. Wo lang ging es denn jetzt nochmal? Alles sah auf einmal so gleich aus. Er hätte doch am besten die Bäume mit dem Messer markieren sollen. Ein genervtes Aufseufzen hörte er hinter sich.
„Du weißt nicht mehr den Weg zurück, habe ich recht?“, fragte der Fremde.
„Hehe… Das könnte möglich sein“, murmelte Legolas verlegen.
„Also gut, folge mir. Ich werde dich aus dem Wald bringen.“

Der Fremde führte Legolas durch den Wald.
„Du scheinst dich hier wirklich sehr gut auszukennen“, bemerkte der junge Mann nach einer Weile der Stille.
„Ja, ich lebe hier bereits seit geraumer Zeit“, antwortete er.
„Du lebst hier in diesem Wald?“, fragte Legolas erstaunt, „Warum denn das? Hast du kein Zuhause? Keine Familie?“
„Der Wald ist meine Familie und die Wölfe.“
„D-Die Wölfe?“ Legolas’ Augen weiteten sich vor Angst. „Du-Du meinst die Wölfe, wie der der mich in Stücke reißen wollte?“
„Genau“, antwortete der Fremde stumpf.
Legolas schluckte.
„Wie kannst du denn unter ihnen leben, wenn du-… Ouch!“
Er war in den Fremden hinein gelaufen und auf den Boden gelandet. Leicht verängstigt schaute er in die kalten blauen Augen, die ihn nun betrachteten.
„Ich würde es vorziehen, wenn du aufhören würdest so viel zu reden. Es sind nicht nur Wölfe hier, sondern auch andere Jäger die uns ohne weiteres töten könnten“, sprach der Fremde.
Legolas rappelte sich auf.
„Tut mir leid, aber wenn ich nervös oder angst habe rede ich immer wie ein Wasserfall“, murmelte er.
„Komm, gehen wir weiter. Umso schneller du aus dem Wald bist, desto geringer ist die Chance, dass du getötet wirst.“
Ohne ein weiteres Wort, drehte sich der Mann um und ging weiter. Legolas blieb noch einen kurzen Augenblick an Ort und Stelle stehen, bevor er ihm schnell nach lief. Beide sprachen kein Wort mehr miteinander, bis sie am Waldrand ankamen. Ein kleines Dorf kam zum Vorschein. Es war bereits dunkler geworden, graue Wolken hingen tief am Himmel und es sah wirklich so aus, als würde es jeden Augenblick anfangen zu regnen.
„Wir sind angekommen“, sagte der Fremde.
„Es ist dann wohl an der Zeit abschied zu nehmen“, antwortete Legolas.
„So ist es.“
„Danke noch mal, dass du mich vor dem großen Wolf gerettet hast, bevor er mich zu seiner Mahlzeit machen konnte.“
„Kein Problem, ich war zufällig in der Nähe“, brummte der Mann, wobei er mit den Schultern zuckte, „Und nun geh, es fängt bald an zu regnen.“
„Ist gut.“
Legolas ging ohne ein weiteres Wort zu sagen los, aber blieb er auf halbem Weg stehen und drehte sich noch einmal um. Doch der Fremde war verschwunden. Nirgends war er zu sehen. Er hatte bei alldem nicht einmal nach dem Namen des Mannes gefragt, aber dies war jetzt nicht mehr wichtig, da er ihn sowieso nie mehr wiedersehen würde…
Langsam begann es zu tröpfeln. Legolas schaute hoch zum dunklen Himmel. Der Fremde hatte also recht gehabt, dass es regnen würde. Mit einem Grinsen auf den Lippen drehte er sich um und ging auf das kleine Dorf zu. Im Wald war das Geheul eines Wolfes zu hören…




*Ego (elbisch) = verschwinde
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