Die Starks - eine Familien-Saga

GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki Thor Virginia "Pepper" Potts Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
12.03.2020
29.05.2020
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23.05.2020 3.956
 
Der große Tag ist da! Wer möchte kann in die genannten Musikstücke mal reinhören – mich hats beim Bearbeiten des Kapitels inspiriert!

Pachelbel:
https://www.youtube.com/watch?v=NlprozGcs80

A Thousand Years:
https://www.youtube.com/watch?v=QgaTQ5-XfMM&list=RDEMdVnVIAwYlB4zIe31nRwa4Q&start_radio=1

Winter/Let It Go:
https://www.youtube.com/watch?v=6Dakd7EIgBE

Ratatouille:
https://www.youtube.com/watch?v=We3ht-BskBk




Ach, ich bin einfach happy, dass meine Jungs es endlich geschafft haben! ;-)

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'Die Kunst der Ehe'




Es war ausgemacht, dass sie in die zwei kleinen Räume hinter dem Saal gingen, separat, sie sollten sich vor der Trauung schließlich nicht sehen – das brachte laut Aberglaube ja Unglück. Wenn alle Gäste saßen und T'Challa, der sie trauen würde bereit war, sollten Sam und Shuri die beiden zueinander führen, vor ihren Offizianten...

Die kleine Yacht, die in der New-York-Bay vertäut war und während der Eheschließung aufs Wasser rausfahren sollte, verfügte über den großen Saal, in dessen vorderem Bereich die Zeremonie abgehalten wurde und wo, nach Entfernen der Gästestühle, eine Tanzfläche entstand. Im hinteren Bereich waren Buffet und Tische fürs Hochzeitslunch aufgebaut. Die Zeremonie fand unter einem einfachen Holzgerüst, das mit fließenden weißen und blauen Stoffbahnen sowie Lichterketten behängt und am Fuße mit zahlreichen Kerzen und Schiffslaternen illuminiert war, ein glitzernder weißer Teppich beschwor das Thema Schnee herauf, Buckys Winterhochzeit. Wie zufällig waren Blumenarrangements aus weißen Zweigen mit blauen und weißen Kallas und Gerbera verteilt.

Thor hatte sich selbst übertroffen – oder besser, der beste Florist in seiner Kartei. Ein vorherrschendes Thema waren ebenfalls silbern funkelnde winzige fünfzackige Sternchen und kristallene Schneeflocken. Der 14-jährige Peter war zum Cheftechniker ernannt worden und sorgte per App für die musikalische Untermalung des Abends sowie für die passende Beleuchtung der Räumlichkeit. Er war sehr stolz und sehr glücklich! Ein besonderes Highlight auf der Yacht war eine luxuriöse Kabine mit riesigem Himmelbett und einem großzügigen Bad für die Hochzeitsnacht. Buckys und Steves Waschbeutel und Wechselkleidung hatten Sam und Shuri schon in die Kabine gebracht. Als die beiden sich dort ein wenig umsahen, kicherten sie plötzlich verständnisinnig los.

„Dekadent, oder?“ „Ich weiß nicht, für einen Millionär wie Steven fast bescheiden. Ein sehr kleines Boot.“ Sam grinste und besah sich das Himmelbett mit den vier gewaltigen Pfosten. „Ob da wohl die Fesseln der Ehe ihren ersten Einsatz finden?“ „Samuel! Ich bin entsetzt...“, sah Shuri ihn gespielt schockiert an. Sam erschrak „Entschuldige bi...“, sie unterbrach ihn mit einem schallenden Lachen: „...entsetzt darüber, dass du das überhaupt in Frage stellst!“ Sam glotzte kurz und musste dann selbst schallend lachen. Nach der Feier würde die Yacht anlegen und alle außer dem glücklich vermählten Paar das Boot verlassen...

Sharon war beauftragt, Sam und Shuri den richtigen Zeitpunkt mitzuteilen. In ihrem jeweiligen Kämmerlein, liefen Bucky und Steve auf und ab, während sowohl Sam als auch Shuri versuchten, möglichst viel Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Gott sei Dank, würde das hier nicht lange dauern. Es war eine kleine Hochzeit, nur knapp 30 Leute, die würden in Null-Komma-Nichts auf ihren Stühlen sitzen. Es war nur noch eine Sache von wenigen Minuten. Die Bräutigame und ihre Besten hörten schon die ersten Klänge von ihrem Einmarsch, Pachelbels Canon in D-Dur. Nach vier Minuten der wundervollen und berühmten Hochzeitsmusik bekamen Sam und Shuri ihre jeweilige Nachricht und beide nahmen ihre Schützlinge am Arm, um sie sanft aber bestimmt in ihr Glück zu führen.

Ein Raunen ging durch die Menge, als alle endlich einen guten Blick auf die beiden bekamen. Sie sahen toll aus. Und als sie endlich einander gegenüberstanden, entfachte jeder beim anderen ein Leuchten in den Augen und ein warmes Feuer in ihrem Inneren. Beide saugten den Anblick des andern regelrecht auf, die Lippen leicht geöffnet, voller Bewunderung und sehr verliebt... eine volle Minute verloren sie sich ineinander und alle hielten den Atem an. Steve und Bucky sprühten vor Liebe geradezu! T'Challa, feierlich in seinem traditionellen Gewand, räusperte sich kaum vernehmlich und sie drehten sich zu ihm, ihre Hände fanden sich zwischen ihnen. T'Challa hob an: „Ich bin sehr glücklich hier zu sein und begrüße alle, besonders euch, meine lieben Freunde Steven und Bucky.“ Sie nicktem ihm dankbar zu.

„Liebe ist die Partnerschaft zweier einzigartiger Menschen, von denen einer das Beste des anderen zum Vorschein bringt. Und obwohl beide wissen, dass sein Partner ein wundervoller Mensch ist an sich und für sich, wissen sie auch, dass sie zusammen noch besser sind, perfekt. Das gilt für diese beiden Menschen hier, die wir lieben und die unsere Familie, unsere Freunde, unsere Brüder sind, in besonderem Maße.

Bucky und Steve, Ihr wollt heiraten. Ihr liebt euch innig und schon lange und nun möchtet Ihr vor uns allen dieses Band besiegeln mit der einen letzten Liebeserklärung, die ihr einander bisher noch nicht gemacht habt: 'Sieh, Geliebter, ich zeige und sage der ganzen Welt, dass ich zu dir gehöre und mit dir zusammen sein will, für immer.'“

Buckys Hand schloss sich leicht zitternd fester um Steves, der erwiderte fest und beruhigend.

„Ihr habt euch für die Ehe entschieden. Aber was ist Ehe eigentlich? Der großartige Wilferd Arlan Peterson spricht zu uns allen darüber in seinem Gedicht 'Die Kunst der Ehe':

Glück in der Ehe ist nicht etwas, das einfach passiert.
Eine gute Ehe muss geschaffen werden.
In der Ehe sind die kleinen Dinge die großen Dinge...
Es heißt, nie zu alt zu sein, um sich an den Händen zu halten.
Es heißt, nicht zu vergessen, jeden Tag 'Ich liebe dich' zu sagen.
Es heißt, nie über den anderen erzürnt einzuschlafen.
Es heißt, den anderen zu keiner Zeit als selbstverständlich anzunehmen.
Einander zu umwerben darf nicht mit den Flitterwochen enden,
es darf nie enden.
Es heißt, den gleichen Sinn für Werte zu haben und gemeinsame Ziele.
Es heißt, zusammenzuhalten und der Welt die Stirn zu bieten, gemeinsam.
Es heißt, einen Hafen der Liebe zu bauen, für euch und die, die euch lieben.
Es heißt, Dinge für den anderen zu tun, nicht als Pflicht, nicht als Opfer, sondern stets in Freude am Geben.
Es heißt, Worte der Wertschätzung und Ausdruck von Dankbarkeit zu schenken, stets gedankenvoll und niemals wahllos.
Es heißt, nicht Perfektion im anderen zu suchen.
Es muss eine gemeinsame Suche sein nach dem Guten und Schönen an euch, in euch, für euch.
Und gleichwohl soll jeder von euch die gleiche Unabhängigkeit genießen, genauso wie ihr beide euch der Verpflichtung füreinander und gegen euch selbst bewusst sein sollt.

Die Kunst ist nicht, den richtigen Partner zu heiraten, die Kunst der Ehe ist, der richtige Partner zu sein.“

T'Challa senkte kurz den Kopf, um das Gedicht nachwirken zu lassen. Steve und Bucky hatten sich die ganze Zeit an den Händen gehalten, oft verstohlen gedrückt, oder einer hatte kurz zum andern gesehen. Die Worte ihres alten Freundes waren so wahr und so richtig und sie würden sie ehren, das versprach ihr Händedruck. Als er wieder aufsah, lächelte er ermutigend:

„Ich frage dich zuerst, Steven Howard Stark, willst du James Buchanan Barnes zu deinem Ehemann nehmen, mit ihm als sein Freund und Geliebter zusammensein?“

„Ja, ich will.“

Und du, James Buchanan Barnes, ist es auch dein Wille, Steven Howard Stark zu deinem Mann zu nehmen, als sein Freund und Geliebter mit ihm zusammenzuleben, ihm dein Ja-Wort zu geben?“

„Ich will! Ja, ich will.“

„Beide habt ihr es gesagt und wir haben es gehört. Kraft meines Amtes erkläre ich euch als rechtskräftig vor Staat und Gesetz als verheiratet. Und wie ich euch kenne, wollt ihr euch jetzt küssen, also … Ihr dürft.“, lächelte T'Challa.

Beide zitterten ein wenig als Steve Buckys Oberarme nahm, um ihn an sich zu ziehen und Buckys Hände sich an Steves Wangen legten. Sie sahen sich in die schimmernden Augen, etwas atemlos und die Zeit schien still zu stehen. „S-stevie...“ „Bucky.“ und endlich, endlich trafen sich ihre Lippen, passten wie immer zusammen wie zwei Puzzleteile, schmiegten sich perfekt ineinander für einen langen, zärtlichen, gefühlvollen (und jugendfreien) Kuss. Alle seufzten. Taschentücher wurden gezückt und alle Paare unter ihnen, die beisammen saßen, drückten sich an den Händen.

Sam und Sharons Bilcke trafen sich und sie sahen einander verständnisinnig in die Augen. Wir sind die nächsten! Bucky und Steve lösten sich widerstrebend voneinander und lachten dann ein bisschen feucht. Wer zuerst eine Träne hatte wegwischen müssen von ihnen, darüber war sich die Hochzeitsgesellschaft den ganzen Tag danach nicht einig und Steve, der wusste, dass er selbst es gewesen war, hatte seinen diebischen Spaß an ihrer beider gespielter Ahnungslosigkeit... T'Challa bat wieder um Aufmerksamkeit: „Und möchtet Ihr nun einander noch besondere Worte sagen und euch als Zeichen eurer Verbundenheit ein Pfand geben?“ Steve begann:

„Ich, Steven Howard Stark, nehme dich, James Buchanan Barnes – Bucky - zu meinem Ehemann, Freund und Geliebten. Ich werde dein sein in Zeiten von Wohlstand sowie Not, in Zeiten von Krankheit sowie Gesundheit, in Zeiten der Freude sowie des Kummers, in Zeiten des Scheiterns sowie des Erfolges. Ich verspreche, dich zu ehren und zu lieben, dir immer zugetan zu sein und immer die Stärke zu finden, dich vor Leid zu bewahren, dich immer in allem zu bestärken, was du dir vornimmst und immer bei dir zu bleiben, dich zu lieben bis in alle Ewigkeit.“ Sam gab ihm den schlichten weißgoldenen Ring und er schob ihn auf Buckys linken Ringfinger. Bucky lächelte ihn mit feuchten Augen an. Dann sprach er:

„Steve, ich verspreche, immer dein bester Freund zu sein, dich zu unterstützen und zu respektieren, immer mit dir gemeinsam an deinen Zielen zu arbeiten, auf deinem Weg immer an deiner Seite zu sein, dir beizustehen, alles zu erreichen, was du dir wünschst. Ich verspreche, dich bedingungslos zu lieben und mein Leben mit dir zu teilen, für immer nur mit dir. So wie du in meinem innigen ewigen Traum nur mit mir. Ich verpfände dir mein Herz und meine Liebe für den Rest unseres Lebens und kann nur hoffen, dass du mir dieses Pfand niemals zurückgibst. Ich, Bucky Barnes, nehme dich, Stevie, zu meinem Ehemann. Außerdem verspreche ich, immer über deine dummen Witze zu lachen!“

Die Hochzeitsgesellschaft kicherte und noch mehr nach Steves Erwiderung:

„Ich will an mein Gelöbnis ein P.S. anheften: Du bist so ein Trottel!“, und Shuri hielt Bucky den schmalen goldenen Ring hin, den Bucky nun Steve auf den linken Ringfinger schob. Peter, der in den Ablauf eingeweiht war, hatte schon vor ein paar Sekunden das nächste Musikstück gestartet, das jetzt langsam lauter wurde: ein bezauberndes Piano- und Cello-Cover von Christina Perris 'A Thousand Years'.

„Küss mich jetzt nochmal, du Punk!“ Das tat Steve nur zu gern.

Da erhob sich die Hochzeitsgesellschaft und applaudierte, es wurden Hurrah-Rufe laut und Lachen. Ein Konfettiregen, in weiß, silber und blau gehalten ging auf das sich küssende Paar nieder. Dann, als die beiden nach einer gefühlten Ewigkeit voneinander abließen, stürmten alle zum Gratulieren zu ihnen. Es gab ein Durcheinander und Chaos, aber niemand fand etwas dabei, es war herrlich! So mancher lang gehegter geheimer Mini-Traum wurde wahr. Einen Kuss von Bucky zu erhaschen gelang: Pietro, seiner Schwester, beider Mutter(!) und seiner frisch gebackenen Schwiegermutter. Bucky wiederum bekam einen von Thor und er wurde ganz flattrig davon.

Shuri hatte schon lange mal gerne Steves Bizeps fühlen wollen, ihn mit dem ihres starken Freundes vergleichen und blieb danach unbefriedigenderweise unschlüssig. Elaine Sherman, deren Ehemann Ricky, als sie sich in ihn verliebte, Quarterback an ihrer gemeinsamen Highschool gewesen war ließ es sich nicht nehmen, Steve herzlich zu umarmen und dabei ein bisschen zu drücken. Lila Barton, die in alle Stark Jungs (außer Peter, seinem 'zarten' Alter geschuldet) zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens verliebt war, küsste Steves auf beide Wangen und dann nach einem Schulterzucken auf den Mund, und ihre Mutter, für die Steve, genau wie seine Brüder wie ihre Neffen waren, kniff, als sie Bucky umarmte ihm ein bisschen in den Po... Niemand nahm es irgendwem übel. Steve und Bucky waren so liebenswert... Und beide sahen großartig aus!

Steves Anzug war zwar klassisch gehalten, kohlefarben, mit ebensolcher Weste und Fliege, hatte aber moderne Elemente wie auffällige Knöpfe am weißen Hemd und eine unkonventionell tief ausgeschnittene Weste. Er trug ein Einstecktuch in Weiß und Anzugschuhe. Buckys dunkel anthrazit-farbener Anzug mit dem schmalen Seidenrevers war schlicht und wie die meisten seiner Sachen körperbetont geschneidert. Die Knopfleiste an seinem weißen Hemd war verdeckt und seine übliche Extravaganz zeigte sich in den barocken, verspielten und doch dezenten Stickereien auf weißer Weste und Fliege. Sein Jackett besaß keine Brusttasche. Dafür zierte ein weißer kristallener fünfzackiger Stern die Brust auf der linken Seite, nahe seinem Herzen. Statt Anzugschuhen trug er knöchelhohe Stiefel, schwarz mit genieteten Riemen verziert. Die engen Hosen waren reingesteckt...

Steves Haare waren zur Zeit ziemlich kurz und somit eher hellbraun als blond und Buckys Mähne, mit Shuris 'magischem' Haaröl ein Tick dunkler als sonst, war aus dem Gesicht gekämmt, aber was war das für ein Gesicht! Wie Shuri vorausgesagt hatte, ihr meisterhaftes Make-Up betonte alle von Buckys Stärken perfekt und Steve fragte sich tatsächlich, warum ihm Bucky geichzeitig so vertraut und trotzdem so geheimnisvoll – geradezu wie ein Enigma – vorkam! Beide waren, was selten gleichzeitig vorkam, glattrasiert und obwohl jeder von ihnen die verschiedenen Stadien von Gesichtsbehaarung am geliebten Mann attraktiv fand, war es für beide auch schön, dass ihre Lippen so gut zur Geltung kamen. Sowohl Bucky als auch Steve liebten den Mund des andern abgöttisch!

Inzwischen lief ein raffiniertes Musikstück, das Vivaldis 'Winter' mit Disneys 'Let It Go' kombinierte. Letzteres hatte Bucky auf dem steinigen Weg zu Steves Herzen vor vielen Jahren viel bedeutet. Champagnerkorken knallten, von Tony, Rhodey und Pepper – einer Expertin – geöffnet und man stieß an. Die Gesellschaft verteilte sich dann an die Tische, die 'Bootsjungen', zwei Collegestudenten, räumten die Sitzreihen weg und der Caterer baute das Buffet auf. Bucky und Steve gingen mit ihrem Fotografen, der auch schon die Zeremonie auf Festplatte gebannt hatte, aufs mit Heizpilzen ausgestattete Freideck und ließen sich an ihrem großen Tag ablichten.

Danach ließen sie sich noch in der Flitterwochen-Kabine und am Bug, windgepeitscht und mit rosa Wangen sowie ein bisschen schnulzig aber sehr romantisch in Rettungswesten in einem Rettungsboot fotografieren. Dann gesellten sie sich zu ihren Hochzeitsgästen. Der Fotograf würde noch eine Weile bleiben und stimmungsvolle Bilder von ihnen mit all ihren Lieben machen... Die dezente Musik im Hintergrund war inzwischen eine ihrer Disney-Playlists – allerdings dem Anlass würdig orchestral. Sie traten Hand-in-Hand vor ihre Hochzeitgesellschaft, dankten allen dafür, bei ihnen zu sein an diesem bedeutenden Tag und eröffneten das Buffet. Ihr Tisch war am schmalen Ende des Salons und sie saßen mit Sam und Sharon, sowie Shuri, T'Challa und Nakia zusammen. Die Gäste und die frisch Vermählten begannen zu schmausen...

Shuri stand nach der ersten Runde Vorspeisen auf und klopfte mit dem Messer an ihr Glas. Alle Köpfe drehten sich zu ihr. „Amüsieren sich alle gut? Ich will das eigentlich nicht ändern, aber ich muss ja ne Rede halten und bring das mal hinter mich. Aber ich warne euch alle, ich bin eine furchtbare Rednerin. Als Bucky mich gefragt hat, ob ich sein Best Girl sein möchte, wenn er heiratet, spürte ich sofort nur eins“, sie machte eine Pause, „eine Panikattacke! Also machte ich mich mal schlau, was amerikanische Brautjungfern für Pflichten haben. Ja ja, schau ruhig mordlustig drein, nimmt dir heute keiner ab!“, in Richtung Bucky, „ich weiß du bist keine Braut, tsas, so empfindlich. Und da habe ich schnell gemerkt – mein Job ist quasi derselbe wie Samuels. In erster Linie aufpassen, dass keiner von den beiden Verrückten mal wieder etwas Verrücktes tut – wirklich wahr, fragt Samuel, wir hatten uns sozusagen am roten Telefon die ganze Zeit.“ Sam nickte und es wurde gelacht.

„Aber was soll ich sagen? Wir sind alle hier, die beiden sind hier und sie sind verheiratet. Das haben Samuel und ich doch gut gemacht, oder?“ Applaus. „Sollte mich jemals wieder jemand fragen, ob ich Best Girl sein will, bekomm ich jedenfals keine Panikattacke mehr. War machbar, der Job. Aber das ist sowieso unwahrscheinlich. Ich bin nur sein Best Girl. Danke, Bucky. Es hat Spaß gemacht, besonders das Anzugkaufen. Ungelogen! Kein Mensch kann sich so schnell umziehen wie er!“, wieder lachten alle. Es war noch zu früh für einen Witz à la 'oder ausziehen'. „Und Steven! Mach ihn ja glücklich, ich hab ne ganze Garde fieser Krieger hinter mir im Zweifel!“ Shuri setzte sich wieder und Bucky zog sie an sein Herz, küsste ihr auf den Kopf. Die Träne in seinem Augenwinkel tupfte sie mit ihrer – noch unbenutzten - Serviette ab. Diese rührende Szene sorgte dann dafür dass der schmale Applaus doch noch etwas wärmer wurde.

Zwischen zweiter Vorspeise und erstem Hauptgang klopfte Sam an sein Glas und stand dann auf. „Also den Höhepunkt an Redekunst hatten wir ja vorhin schon. Ich meine, mein Co-Bestie hat doch schon alle romantischen Themen in ihrer herzergreifenden Rede angeschnitten: Panikattacken, Mordgelüste und fiese Krieger. Was bleibt mir da noch?“ Es gab Gelächter. Sam redete sehr gut. „Das erste, das Steve zu mir gesagt hat, als ich im September 2016 neu an der Sanctuary High war, war etwas wie: 'Dein Einblick in die verfassungswidrigen Methoden, Schwarze und Lateinamerikaner vom Wahlrecht auszuschließen, war fundiert und sehr überzeugend. Wenn du möchtest, lass uns doch beim Lunch in der Mensa weiter darüber reden.'. Ich war sprachlos. Steve muss der einzige gewesen sein, der mir zugehört hatte und er interessierte sich dafür, was ich darüber zu sagen hatte! Hätte ich damals schon gewusst, dass er hübsche Männer mag, hätt ich vielleicht gedacht: 'Cleverer Anmachspruch!'.“ Wieder lachten alle.

„Aber glücklicherweise war er wirklich an meinen politischen Ansichten interessiert und wir haben über das gemeinsame Hobby schnell Freundschaft geschlossen. Seitdem sind wir einen weiten Weg gegangen. Den besten, das kann ich von mir behaupten.“, sein Blick suchte kurz Sharon, „und ich kann es von Steve behaupten. Den besten Weg.“, er trat hinter Steve und Bucky, drückte seinem besten Freund die Schulter und legte den Arm mit dem Mikrofon in der Hand um Bucky. „Heute ist ein glücklicher Tag und ich liebe diese beiden Verrückten einfach und – noch wichtiger: Die lieben sich, und zwar wie verrückt.“ Sam drückte beiden noch je einen knallenden Schmatzer auf die Wange und setzte sich unter Applaus wieder.

Nach dem Dessert, alle Gäste waren mehr als pappsatt, die Kinder in der Spielecke oder bei einem Nickerchen, gingen Bucky und Steve die Servierjungen und -mädchen mit Trinkgeld versorgen, um danach ihre extra in ein paar Tanzstunden perfektionierten Künste beim Eröffnungs-Paartanz zu präsentieren. Steve trat an den Mikroständer:

„Ihr Lieben! Da müsst ihr jetzt durch, wir eröffnen den Tanz und wer uns damals auf unserem ersten Ball zusammen erlebt hat, wie wir über unsere großen Füße gestolpert sind“, ihre alten Highschool-Freunde lachten bei der Erinnerung, „wird Bauklötze staunen. Witzigerweise gab es auf besagtem Ball sogar Bauklötze... Wer die Geschichte noch nicht kennt, wir stehen später wieder für Konversation zur Verfügung.“ Bucky trat zu ihm, nahm sich das Mikro: „Wir haben eine erbitterte Schere-Stein-Papier-Schlacht ausgefochten, wer führen darf beim besten Hochzeitstanz, den es gibt, dem Langsamen Walzer nämlich. Was soll ich sagen? Ich hab zuviel Glück in der Liebe, ich hab natürlich verloren und musste die Damenschritte und devotes Tanzverhalten lernen – mit zusammengebissenen Zähnen... Ich bin nämlich eigentlich der bessere Tänzer von uns, aber Regel ist Regel. Papier wickelt Stein ein, so wie Stevie eben mich.“, er zwinkerte. Ein neugieriger Kreis hatte sich bei der Ansprache um die Tanzfläche gebildet und Steve und Bucky gingen zur Mitte.

Bucky stellte sich in eine etwas schüchtern anmutende Pose und sah von unten heraus zu Steve, der aufrecht etwa zwei Meter vor ihm stand. Peter startete die abgesprochene Musik, das Walzer-getaktete Theme von Disneys 'Ratatouille'. Steve hob den linken Arm und beugte übertrieben lockend den Zeigefinger. Bucky drehte den Kopf zur linken Seite, ging aber mit zwei langen schleifenden Schritten auf seinen Mann zu, legte ihm die rechte Hand in dessen linke. Steves rechter Arm machte einen ausladenden Bogen, seine Hand legte sich fest knapp unterhalb Buckys Schulterblatt an seinen Rücken. Der fuhr mit seiner linken Steves Arm vom Ellbogen bis zum Oberarm hoch und ließ die Hand dann dort ruhen. Steves zog seinen Körper resolut an seinen eigenen, die berühmte Tuchfühlung dieses Tanzes. Dann schwebten sie los, erst im Grundschritt, dann in verträumten Kreisen, Steve aurecht und kerzengerade, mit geschwellter Brust und ausgestreckten Ellbogen, Bucky etwas weicher, nachgiebiger, ein wenig nach hinten gelehnt, vertrauensvoll und mit zur Seite geneigtem Kopf, die verletzliche Seite seines Halses preisgebend. Traditionstanz war ganz schön sexistisch!

Der im Grundschritt rechts herum relativ einfache Tanz und daher bei Hochzeiten so beliebt, genügte ehrgeizigen Menschen (oder Show-Offs) wie Steve und Bucky natürlich nicht und als die Musik in ihrer Intensität etwas anschwoll, machten sie die erste Linksdrehung, die ihrer Performance augenblicklich die erwünschte Dramatik verlieh, da Bucky seinen Kopf beim Richtungswechsel herumwarf und diese Bewegung die ersten Strähnen seiner etwas strengen (erwachsenen, reifen) Frisur entrang und in sein Gesicht fielen ließen. Steves Körper war nach wie vor erstklassig gerade und würdevoll, aber der zärtliche Ausdruck, der sich in seine Züge schlich bei dem Anblick, sorgte für manchen Seufzer. Nach einer weiteren Rechtsdrehung folgte eine Promenade, Hüften aneindergepresst mit ineinenader gebohrten Blicken, an deren Ende Steve Bucky kurz entließ um sich aus der Bewegung raus zu drehen, nur um ihn im nächsten Moment wieder herrisch an sich zu ziehen, Brust an Brust, so eng, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen passte, verharrten sie einen halben Takt lang.

Dann startete Steve die Schritte wieder, kraftvoll, sein rechtes Bein machte den ersten der Schrittfolge zwischen Buckys. Seinen Mann eng an sich gedrückt, schob er ihn zwei Takte lang ohne Drehung nach hinten, Oberkörper nun leicht vorgebeugt, nicht mehr kerzengerade und Bucky ein wenig mehr über die Hand an seinem Rücken gebeugt, den Kopf in den Nacken gelegt. Die nächste Drehung ließ Bucky Haupt wieder dramtisch seine Blickrichtung wechseln und noch mehr Strähnen entwickelten ein Eigenleben... Ihr Publikum war begeistert. Was für ein energiegeladener Hochzeitstanz!

Ein paar Richtungswechsel und Promenaden, Wischer und Rausdrehungen später, Buckys Frisur hatte gänzlich aufgegegen und er sah bezaubernd aufgelöst aus, wirbelten sie dem Höhepunkt entgegen in engen Drehungen, strenge Tanzhaltung längst vergessen. Steves eine Hand war in Buckys Kreuz gerutscht und hielt ihn fest an sich, während Buckys Hand Steves Nacken umfasste. Die Hände, die einander hielten, waren fest verschränkt. Für den Schlusspunkt des Tanzes machte Bucky seinen ganzem Körper stocksteif, tat einen, zwei zögerliche Tanzschritte von Steve weg, der ließ seine Hand nicht los, gab aber seinen Körper angedeutet frei... Bucky sah kurz zur Seite, straffte die Schultern und machte wieder zwei Tanzschritte, diesmal zu Steve hin und der fing ihn wieder ein, um sich danach, Bucky tief über seinen rechten Arm gebeugt, mit graziös gebeugtem Rücken und entspannt und ergeben in den Nacken gelegten Kopf, über ihn zu beugen, auch ganz tief, um ihm die Lippen auf die Stelle über seinem obersten Hemdknopf zu drücken. Die Musik erstarb...

Sekundenlang war es totenstill, Steve und Bucky verharrten in ihrer Schlusspose, dann brandete Applaus von ihren Gästen auf und Steve zog Bucky lachend hoch. Bucky lachte auch und küsste ihn aufs Kinn. Seine Haare waren ein wilder Mopp und Steves Haaransatz war schweißnass. Außerdem waren beide halb hart, was aber niemand außer ihnen bemerkte, aber wahrscheinlich die meisten vermuteten... Peter fuhr den nächsten Titel langsam hoch. „Der Tanz ist eröffnet!“, rief Steve und zog Bucky von der Tanzfläche. Er wollte ihn unbedingt küssen, aber nicht auf sozusagen der 'Showbühne'... Sie drückten sich hinter einen Pfeiler, während ihre Gäste zum Teil tanzen gingen oder sich eben wieder hinsetzten.

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