Die Starks - eine Familien-Saga

GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki Thor Virginia "Pepper" Potts Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
12.03.2020
04.07.2020
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30.06.2020 5.503
 
Ein nicht so unbequemes Gespräch



Buckys Wakanda-Ferien lagen nun auch schon wieder etwas mehr als drei Wochen zurück. Sie haben ihm gut getan. Seine Therapeutin hatte ihm Hausaufgaben mitgegeben. Wieder in New York besuchte er natürlich gleich Morgan. Er hatte Schmuck und geschnitzte Savannen-Tiere für sie. Steve schenkte er einen hübsch bemalten Schild. Als er Bucky um ein 'Date' bat, sagte er zu und bei einem Abendessen in einem gemütlichen Restaurant, erzählte er ihm alles über Wakanda: von Shuris Eltern – bezaubernde Menschen, von M'Baku – beängstigender Mann, er passte hervorragend zu Shuri, die beiden gaben sich nichts - und von der herrlichen Landschaft, den netten Menschen, der fortschrittlichen Politik und Technologie. Ein blühendes Land.

Steve hing an seinen Lippen – auch weil es ihn wirklich interessierte - aber vor allem, weil man ihm ansah, dass es ihm besser ging, besser als seit langem! Die Kummerfalte zwischen seinen Augenbrauen war wie weggebügelt und es gab keine Spur mehr von dem verbitterteren Zug um seinen Mund. Sein Rücken war gerade und sah nicht mehr aus, als würde er ein Tonnengewicht auf seinen Schultern tragen. Steve erzählte seinerseits ein bisschen, was jeder der Familie in New York so gemacht hatte die letzten Wochen und er fragte Bucky um Rat bezüglich des Jobangebots. Denn wenn die Ferien in dem Kindergarten, den Morgan besuchen sollte, vorbei waren,würden sie sie dort eingewöhnen und wenn die Schule wieder los ging, hatte Steve Entscheidungen zu treffen.

Er musste sich entscheiden, ob er sein Stundenkontingent wieder aufstocken sollte, ob er den Schulleiterposten annehmen wollte und – letztendlich ganz sicher etwas, das sie gemeinsam entscheiden mussten – wie sie gedachten, Morgans Betreuung außerhalb der Kindergartenzeiten zu gestalten. Bucky war bereit, das zu diskutieren. Es war schließlich eine Sache, die ihn wirklich etwas anging. Eine Wohnung zu suchen, das war er noch nicht angegangen. Es war oft Thema in seinen Sitzungen. Mrs Harper sagte ihm auf den Kopf zu, dass dies etwas war, was er gar nicht wollte. Mr Barnes gab es nicht zu, stritt es aber auch nicht ab.

„Ihre Kindergartenzeit wird sich von acht bis 16.30h einpendeln. Ich kann wahrscheinlich meinen Dienst an zwei Tagen in der Woche so legen, dass ich sie vorher hinbringen kann. An diesen Tagen werde ich aber, sollte ich mich für das volle Kontingent entscheiden erst gegen 18 Uhr wieder zuhause sein. Die restlichen drei Tage habe ich dann Dienst von acht bis 15 Uhr, ich kann schließlich Vor- und Nachbereitung zu Hause erledigen.“ „Und möchtest du denn ein volles Kontingent erfüllen?“ „Das hängt ganz davon ab, ob ich Schulleiter sein will.“ Bucky sah Steve eine kleine Weile schweigend an und gab sich dann einen Ruck: „Du willst Schulleiter sein.“ „Wie überzeugt du bist, wo ich selbst noch gar nicht weit gekommen bin mit dieser Überlegung.“, lachte Steve. „Bist du fertig? Ich glaube, unser Tisch wird gebraucht.“ Der Themenwechsel war abrupt. Aber Bucky hatte recht. Im Foyer stand eine kleine Schar wartender Gäste an.

Steve seufzte unterdrückt. „Ja, gehen wir“, er winkte nach der Kellnerin.“ „Lass uns noch ein paar Schritte gehen, Steve. Die Nacht ist sehr lau.“, überraschte Bucky ihn. Steve freute sich, hatte er doch schon gedacht, das Date sei beendet.“ „Getrennt oder zusammen, Sirs?“ Steve konnte an zwei Händen zusammenzählen, wie oft er auf diese Frage mit 'zusammen' hatte antworten dürfen. Und wieder überraschte Bucky ihn, als er der Kellnerin sein charmantestes Lächeln und ein kleines Zwinkern schenkte (was ihre Schicht versüßte): „Er hat mich eingeladen. Ich hoffe, ich verliere ihn nicht für den Rest des Abends an die Spülküche.“ Steve bekam die Rechnung ungefähr in seine Richtung gehalten, die Kellnerin zielte nicht so gut, weil sie immer noch Bucky ansah, der das aber gar nicht merkte. Er sah Steve an. Er nahm ihr den Zettel grinsend aus der Hand und formte lautlos das Wort 'Trottel'.

Die Nacht war lau und sie waren nur ein paar Blocks von der Hafenpromenade entfernt. Dort entlangzuschlendern war im Sommer immer schön, also schlugen sie diese Richtung ein. „Und, hast du in Wakanda etwas klären können, wie du es vorhattest?“ „Ja, Stevie. Wir haben viele gute Gespräche geführt und Shuri hat mich davon überzeugt, dass eine tiefe Freundschaft eine Pause sehr wohl überstehen kann und ich fühle mich ihr gegenüber nicht mehr so schuldig. Es war gut, dass ich dort war. Viel länger hätte ich , glaube ich, nicht warten können – vielleicht wäre es dann nicht mehr zu kitten gewesen. Wir haben unsere Freundschaft erneuern können.“ „Das... oh Bucky, ich freue mich für dich – für euch!“ „Ich weiß. Trotzdem danke.“ „Und gilt das mit der Pause auch für...“ Bucky unterbrach ihn schnell: „Du willst doch Schulleiter werden, oder?“ Steve respektierte den Rückzug und antwortete: „Du bist offenbar davon überzeugt.“

Bucky lachte leise. „Komm, ich zeig dir was.“ Neugierig ließ Steve sich ein Stück entlangziehen, genoss Buckys warme Finger um sein Handgelenk und bald standen sie vor einem leeren Hafenbecken. „Was gibt es hier zu sehen?“, wunderte er sich. Bucky sah auf die Uhr. „Warte kurz!“ Um Punkt halb zehn erschallte leise Musik über dem Becken und langsam formte sich über dem Wasser eine 3D-Projektion. Es war Werbung für eine Wiederaufführung des alten Zeichentrickfilms Der König der Löwen. Jetzt erkannte Steve auch die leise Musik. Er flüsterte: „Warum zeigst du mir das?“ „Sie feiern im Quad Cinema ein Jahr lang den 40. Geburtstag unseres Lieblingsfilms. Ich wollte dir einfach eine Freude machen, Stevie.“ Sie wandten sich einander zu: „Ich freue mich.“ „Weiß ich doch.“ „Möchtest du eine Vorstellung besuchen? Mit Morgan … und mit mir?“ „Das möcht ich sehr gern.“

Es verging eine volle Minute, während der sie sich in die Augen sahen. Buckys Finger lagen immer noch warm um Steves Handgelenk. Steve japste ein atemloses: „D-danke.“ „Gern geschehen.“ Steves Augen wanderten zu Buckys Mund aber er riss sich von dem Anblick seiner vollen Lippen los, wollte nichts verderben, und fragte: „Warum glaubst du, ich soll den Posten annehmen? Ich meine, das ist zeitintensiv und mit Morgan und... du weißt schon, ihre Betreuung wird viel an dir hängen, wenn...“, seine Rede erstarb. „Du musst jetzt keine Rücksicht mehr auf mich nehmen, Steve. Du kannst eine Nanny einstellen.“ „Wir wollten keine Nanny, weil... Ich will aber Rücksicht auf dich nehmen! Morgan ist unsere Tochter und du...“ „Ich habe kein Problem damit, Morgan zu betreuen. Wann immer es nötig ist.“ „Ich kann das doch nicht von dir verlangen. Dass du dein Leben nach meinem Fahrplan einrichtest.“

„Du hast recht. Du kannst es nicht verlangen. Aber du darfst.“ Steve verstand nicht und sah ihn verwirrt an. Bucky holte tief Luft: „Steve, du hast dein Leben die letzten Jahre auf meinen Fahrplan, meine Befindlichkeiten und meinen Stolz und mein Streben nach Unabhängigkeit eingerichtet. Vielleicht bist jetzt du mal dran, meinst du nicht auch? Das ist ein bedeutender Karriereschritt und der soll nicht von mir abhängen, oder?“ „Warum spricht du immer so kompliziert mit mir?“, Steve klang komisch verzweifelt. Bucky lachte: „Du bist Englischlehrer und verstehst Henry James. Wo ist das Problem?“ „Ich liebe Henry James nicht und es ist mir egal ob ich ihn verletze.“ Buckys Züge wurden ganz weich. „Oh, Stevie...“ Er schob ihn zu einer Bank und setzte sich mit ihm hin.

„Zeit deines Lebens wolltest du etwas bewirken, jemand sein. Mit der Entscheidung, Lehrer zu werden, hast du dir viel genommen. Du hättest es weit bringen können in der Politik, Jeder der dich kennt, ist davon überzeugt, ich am allermeisten. Aber du hast Freude und wenig spektakuläres Glück darin gefunden, bei echten Menschen zu sein. Deine Schüler lieben dich, deine Kollegen schätzen dich. Du bewirkst damit so viel und die Früchte werden immer andere ernten. Und trotzdem: Du gibst immer alles, dein bestes und leistest großartige Arbeit. Jetzt hast du die Chance, Anerkennung und Handlungsgewalt zu erlangen. Als Schulleiter kannst du reaktionäre – geradezu revolutionäre Dinge bewirken!“ Steve gluckste: „Ich wusste gar nicht, dass Schulleiter so viel mit Diktatoren gemein haben.“ „Nicht du. Du bist der letzte Mensch, der diese Position nicht zum Wohl der Gemeinschaft nutzen würde. Du musst das tun, Steve, nimm an!“

„Aber... wie passt ihr – du und Morgan – da rein?“ „Ich bin für euch da. Wenn du jemanden für Morgan brauchst und für Morgan bin ich sowieso immer da, weißt du das nicht?“ „Doch, Dummkopf, natürlich weiß ich das. Aber Barnes' Motor Barn, deine Arbeitszeiten... du musst dich doch auch an Zeitpläne halten!“ „Barnes' Motor Barn ist mein eigenes Geschäft, findest du nicht, das sollte sich ein bisschen nach mir richten?“ „Aber..“, Bucky unterbrach ihn. „Hör schon auf mit aber, aber, aber... Ich hab dir das mal versprochen.“ Steve runzelte die Stirn. „Verschon mich mit deinem besorgten, ein wenig missbilligendem Blick. Ich hab dir geschworen, dich immer zu unterstützen, mit dir gemeinsam an deinen Zielen zu arbeiten und dir beizustehen bei allem was du dir wünschst.“ Steve war kurz sprachlos.

„Bucky, d-das...“, er sprach nicht weiter. „Das ist aus meinem Gelöbnis, ja ich weiß. Mag dir inzwischen unpassend vorkommen, aber... nun, ich habe das damals ernst gemeint.“ Da Steve immer noch nichts zu sagen wusste, stand Bucky mit einem Seufzen auf, zog ihn hoch und bat: „Bringst du mich nach Hause wie ein echter Gentleman?“ „W-was?“ „Lass dir Zeit, das zu verarbeiten. Du musst zu der Sache jetzt nichts sagen.“ „Willst du schon nach Hause?“, fragte Steve traurig. Es war noch nicht mal zehn. „Na ja, ich hab das falsch formuliert. Ich will gar nicht wirklich, dass du ein echter Gentleman bist. Schließlich ist das unser erstes richtiges Date und es gehört sich eigentlich nicht. Aber was ich wirklich fragen wollte: Bringst du mich ins Bett?“ Steve war völlig überrumpelt. Bucky kicherte: „Oder lässt du dich in mein Bett bringen?“ Er wachte jetzt aus seiner Starre auf. Der stürmische Kuss, den Steve ihm gab, war Antwort genug... (…)

Steve schälte sich gegen eins widerstrebend aus Buckys Umarmung. „Wo geht’s denn hin zu so später Stunde?“, murmelte er schlaftrunken. „Ähm, ich dachte, ich geh dann mal, ich habe versprochen, Morgan früh abzuholen, wir wollen den Tag am Strand verbringen.“ „Ich stell dir den Wecker.“ Steve richtete sich überrascht ein Stück auf. Durch die schadhaften Jalousien an Buckys kleinem Schlafzimmerfenster schaffte es nur wenig Licht, in den Raum vorzudringen. Dass sein Mann ihn ansah, konnte er aber sehen, seine Augen schimmerten. „D-du meinst...?“ „Wenn du möchtest?“ „Wird es morgen früh nicht merkwürdig oder peinlich sein? Wenn ich am hellen Tag gehe, meine ich.“ „Wann musst du denn los?“ „Ich hole Morgan um halb neun ab, muss aber vorher noch alle Strandsachen packen.“ „Ich stell den Wecker auf sechs. Und da wird nichts peinlich. Ganz sicher stehe ich an einem Sonntag nicht mit dir um sechs auf.“ Steve gluckste. „Ich bleibe gern.“

Kurz bevor Steve wieder einschlief, flüsterte Bucky: „Ich möcht auch mal wieder an den Strand und würde gern nachkommen. Natürlich nur, wenn du nichts dagegen hast.“ „Ich habe nichts dagegen, Trottel. Ich creme dir sogar den Rücken ein.“ „Diese Opfer, die du bringst. Hut ab, Stevie. Schreib mir um zehn, wo ihr seid.“ Steve drückte ihm die Lippen gegen die Schulter, wo er zufrieden seinen Kopf hatte hinsinken lassen. „Gute Nacht.“ „M-hm...“

[Als Steve um zehn nach sechs auf Zehenspitzen zur Apartmenttür schlich, saß Alpine auf der kleinen Kommode daneben. Es sah aus, als bewachte sie Buckys 'Schlüsselschüssel', in der sich auch Steves Schlüssel befand. „Komm schon, Kätzchen, erinner dich mal an deine Ferien bei mir. Ich hab dir Lachs gekauft.“ Alpine war in ungnädiger Stimmung. Nicht nur, dass sie nicht bei ihrem Mensch im Bett hatte schlafen dürfen (mit Fleischberg darin wär dafür auch kaum genug Platz gewesen), noch dazu war die Tür zu 'ihrem' Schlafzimmer die ganze Nacht geschlossen gewesen. Ihr Katzenbett hatte ihr Mensch noch schnell mit dem Fuß rausgeschoben, als er am Abend vorher in eine Art Ringkampf mit Fleischberg verwickelt in ihr Zuhause gestolpert war, bevor er (oder Fleischberg, wer wusste das schon) die Tür zugekickt hatte (Beider Hände waren damit beschäftigt gewesen, an ihrem komischen nicht festgewachsenen Fell herumzuziehen.). Die Katze bohrte ihre saphirblauen Augen in Steves, aber ihre ungnädige Stimmung richtete sich gar nicht gegen den, wie sie feststellte, also machte sie einen Buckel, gab die Schlüsselschüssel frei, machte einen Satz auf den Boden und strich zwei- oder dreimal schnurrend um Steves Knöchel, bevor sie durch den Spalt in der Schlafzimmertür, die Steve nur angelehnt hatte verschwand. Steve musste schmunzeln, als er beim Gehen ihr lautes durchdringendes Miauen und ein unverständliches Brummen von Bucky vernahm. Schätze, Bucky schläft heute nicht aus...]

*

„Daddy!“, Morgan stürzte sich mit Freudengeheul auf ihn, als er die beiden im Getümmel erspähte und zu ihnen kam. Er hob sie mit Schwung hoch und drückte sie, ihre sandige Ärmchen um seinen Hals geschmiegt, an sich. „Sehe ich gar nicht ein, Prinzessin, dass ihr am Strand rumlümmelt und ich zuhause sitze und Trübsal blase. Ich möcht auch ein bisschen Spaß haben!“ Er drückte seine Nase in ihren Hals und prustete, bis das Mädchen vor Vergnügen kreischte. Dabei sah er an ihren Löckchen vorbei Steve an, die Augenbrauen hochgezogen. Er verstand Buckys unausgesprochene Frage und rief. „Überraschung, Engelchen!“ Das lautlose 'Punk' auf seinen Lippen, hörte sich in Steves Fantasie so zärtlich an wie früher. Aber seine Fantasie spielte ihm vielleicht gar keinen Streich. Bucky sah ihn nämlich auch ziemlich zärtlich an.

Morgan zappelte ein bisschen, sie wollte an ihrem Loch weitergraben und als er sie absetzte, rief die Kleine: „ßöne Überraßung, Daddy!“, bevor sie ihr Schaufelchen wieder aufnahm. Bucky ließ sich auf das große Familienstrandtuch nieder und blickte zweifelnd gen Himmel.“Ich höre schon fast, wie meine Hautzellen auf der Nase verbrutzeln. Gib mir mal den Sunblocker.“ Dass Morgan sorgfältig eingecremt war, hatte er riechen können, außerdem wusste er, dass Steve es nie vergaß. Zu dritt machten sie sich an die Arbeit, das größte Loch im Universum zu schaufeln. Als es tief genug war, dass Morgan drin stehen konnte, war sie zufrieden und wollte ins Wasser. Dort tobte die kleine Familie ausgelassen eine Weile, bis Bucky entschied, dass es genug war, bevor Morgan blaue Lippen bekam. „“Nein. Isch will noch ßwimmen. Blaue Lippen iß gar nischt ßlimm. Iß wie bei einer Meerfrau!“ „Morgan, siehst du das Schild da?“, Bucky zeigte zur Tafel mit der Strandordnung und sprach mit ernster Stimme: „Da stehen alle Regeln drauf. Und da steht auch, dass der Eismann niemandem ein Eis verkaufen darf, der blaue Lippen hat.“ „Blöde Regel.“ „Ja ich weiß, Süße, aber Regel ist Regel.“ Er schaffte es sehr bedauernd und mitfühlend auszusehen. Steve musste sich ein breites Grinsen verkneifen.

Morgan überlegte nur noch kurz und entschied sich dann für jetzt ein Eis und später wieder schwimmen. Sofort in die Tat umgesetzt, zog Steve los, Eis für sich und Morgan und Eiskaffee für Bucky zu organisieren, während sein Mann Morgan gründlich abtrocknete und wieder eincremte. Nach den köstlichen Leckereien kuschelte die Kleine sich mit ein paar Bilderbüchern in die Strandmuschel, wo sie bald ein bisschen einnickte. Tage am Strand waren anstrengend.

„Ich freu mich, dass du gekommen bist.“ „Obwohl du nicht daran geglaubt hast. Ich freue mich auch, gekommen zu sein.“ „W-wegen letzter Nacht...“ „Ach ja, das wollte ich dir noch sagen. Aber da man das normalerweise bei einem Date zum Abschied sagt und ich deinen Abgang verschlafen habe, sag ich es dir jetzt: Das war ein sehr schönes Date. Ich würde es gern wiederholen.“ „Danke. Das finde ich auch und ich möchte es auch wiederholen.“ „Auf dem Gartenfest bei den Shermans hat Tori angeboten, sie könnte Morgan auch mal hüten. Sie macht das schon ein paar Jahre, Babysitten, und sie ist sehr gewissenhaft, wie mir Elaine versicherte. Wenn du einverstanden bist, nehme ich Morgan mit, wenn ich die Familie das nächste Mal besuche, damit sie sich richtig kennenlernen können.“ „Natürlich bin ich einverstanden. Sehr nett von Tori – na ja, sie hatte schon immer eine Schwäche für dich.“ Steve zwinkerte. Bucky seufzte: „Das ist vorbei. Tori nimmt 22$ die Stunde. Diese Familie ruiniert mich noch finanziell.“ Steve musste lachen.

Bucky ließ sich auf den Rücken fallen und schob sich die Sonnenbrille vom Kopf zurück auf die Nase. Steve sah, dass seine Kiefermuskeln etwas angespannt waren, einer zuckte ab und an. Er ließ ihm Zeit. Bucky schien etwas auf dem Herzen zu haben. „Keine Bemerkung darüber, wie laut ich denke, Stevie?“ Er hatte natürlich gemerkt, dass er beobachtet wurde. Steve schnaubte: „Diesen dummen Spruch von dir hörst du mich bestimmt nie sagen.“ Bucky gluckste. „Nah, natürlich nicht, ist sicher gegen deinen Autorenkodex. Als Geschichtsbuchautor darfst du sicher keine Worte und Phrasen verwenden, die jünger als 150 Jahre sind.“ „Trottel.“ „Warum sonst solltest du ein modernes Werkzeug wie einen Schraubendreher so nennen wie es die Zimmerleute vor 450 Jahren getauft haben, obwohl es in Fachkreisen schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr Schraubenzieher heißt.“ „Aber ich bin nicht vom Fach. Hör auf mich aufzuziehen.“ Bucky schob die Sonnenbrille ein bisschen hoch. Steves Schmollen war nur gespielt und das amüsierte Funkeln in Buckys Augen, das lange nicht zu sehen gewesen war, zauberte Schmetterlinge in seinen Bauch. Bucky war so schön... er seufzte.

„Ich möchte dir etwas erzählen, Steve.“ Die Sonnenbrille war wieder an ihrem angestammten Platz, was Steve irgendwie sagte, dass er sie ein bisschen zum Schutz aufhatte – und zwar nicht nur gegen die Sonne. „Schieß los!“ „Mrs Harper hat mir für meine Wakanda-Ferien Hausaufgaben gegeben und du weißt schon von einer unserer ersten Begegnungen, ich bin ein braver Junge und mache immer meine Hausaufgaben.“ Steve kicherte als er kurz an den fernen Tag im Sommercamp und Buckys Schulaufsatz (Tagebuch) dachte. Aber schnell konzentrierte er sich wieder auf seine Worte. Das hier war sicher bedeutsam. Noch nie hatte ihm Bucky etwas von seiner Therapie erzählt! „Eine Aufgabe war, einen Brief zu schreiben. Keine E-mail, einen richtigen Brief. Ich war, wie du dir vorstellen kannst, wenig begeistert. Aber in der einen Nacht, die ich in einer Hütte bei den Hirten verbracht habe, widmete ich mich dieser Herkulesaufgabe. Erschien mir angemessen, das dort zu tun und nicht in der luxuriösen Suite, in die Shuri mich im Palast gesteckt hat. Und jetzt höre und staune! Ich habe zehn Seiten – Vorder- und Rückseite - voll geschrieben. Mit der Hand. Auf Papier. Ich hab nen Verband gebraucht am nächsten Tag. Aber es hat sich gelohnt. Mrs Harper hat mir einen Sticker geschenkt.“ Steve lachte. Als Bucky nicht weitersprach, fragte er:

„An wen war der Brief?“ Bucky seufzte schwer und holte tief Luft: „An meine Eltern.“ Steve war eine kleine Weile sprachlos. „Hast du ihn abgeschickt?“ „Nein, ich habe ihn verbrannt.“ Steve starrte ihn an, wie er bei der Erinnerung lächelte. „Dafür hab ich noch einen Sticker bekommen. Der Brief war zwar an meine Eltern adressiert, aber er war für mich und es war für meinen Heilungsprozess nicht vorgesehen, ihn abzusenden. Natürlich war das mir überlassen, aber ich habe die richtige Entscheidung getroffen, sagt Mrs H. und da habe ich gemerkt, wie sehr es mich befreit hat. Und für diese Erkenntnis habe ich einen dritten Sticker für eine einzige Hausaufgabe eingeheimst! Hast du das mal hinbekommen? Ich glaube nicht. Tsas, erbärmlich für einen Streber wie dich.“ „Du bekommst Sticker von einer Therapeutin, die 300$ die Stunde nimmt?“ „Stevie, man würde ihr diese 300$ nicht zahlen, wenn sie nicht wüsste, was sie tut. Sieh mal: Wenn man Leute aus meinem Umfeld zwingen würde, mich mit drei Worten zu beschreiben, kaum jemand würde ehrgeizig weglassen, oder?“

Steve dachte kurz nach und stimmte ihm zu. „Ich war schon auf der Grundschule so – sogar schon im Kindergarten. Ich bin so, seit ich denken kann. Und mir sichtbare Beweise, die ich anfassen kann, mir in meinen Kalender kleben kann, wenn ich das will, also Beweise dafür, dass ich vorankomme und etwas geleistet habe, einen Erfolg erringen konnte, motivieren mich außerordentlich. Zum Glück durfte ich das Design selbst wählen. In meinem Kalender kleben keine Smilies mit motivierenden Sprechblasen, sondern einfache neutrale blaue Punkte, etwa so groß wie ein Centstück. Ich bin auf jeden sehr stolz, Steven.“ „Wie viele hast du denn schon?“ „Neun.“ „Du kannst stolz auf dich sein. Ich bin es auch. Ist es zu persönlich, mir zu erzählen, was in dem Brief stand?“ „Das nicht, aber es waren fast 20 Seiten. Das dauert ne Weile und Madam Secretary regt sich schon. Wenn du möchtest, besuche ich dich heute Abend wenn Morgan im Bett ist.“ Steve sah ihn kurz unergründlich an. Er wusste, Bucky wollte nicht, dass Morgan zu viel von ihrer neu erblühenden Nähe mitbekam – er fand, sie sollten kein vorschnelles Bild vermitteln und er hatte recht.

Bucky missdeutete sein Schweigen: „Entschuldige bitte, das war sehr aufdringlich.“ „Sei kein Esel, du bist immer willkommen. Ich ruf dich an, wenn sie schläft.“ Morgan wachte in dem Moment auf und sie spielten noch eine ganze Weile vergnügt mit ihr am Strand und im Wasser. In das Burgerrestaurant ging Steve aber mit ihr allein. Ja kein vorschnelles Bild vermitteln. Auf das Gespräch am Abend war er sehr gespannt! Die Regeln dafür hatte Bucky ihm geschickt: Keine zu vielen Fragen; er wollte nur dass Steve das alles wusste. Kein Nachbohren. Keine Beziehungsgespräche. Kein Sex in ihrem Haus, wenn Morgan da war...

*

Hi, sie schläft doch noch, oder?“ „Wie ein Stein – es war ein Tag am Strand! Komm bitte rein.“ Sie küssten sich auf die Wange und Bucky hielt Steve eine Flasche Wein hin. „Hol den Kühler und Gläser. Ich hab ein Uber genommen. Das wird schwierig für mich.“ Steve nickte und holte den Quick Cooler, von Tony und Peter in mechanisch-chemischer Kooperation entwickelt. Ohne Strom und nur durch thermodynamische Prozesse konnte man eine handelsübliche Flasche Wein in wenigen Minuten auf 7°C herunterkühlen. Das Wunderding, eine chemische Reaktion, eingebaut in einen federleichten aber hoch sicheren Gold-Titanium-Behälter, hatten Steve und Bucky zu ihrem dritten Hochzeitstag geschenkt bekommen. Nie im Leben hätten sie an diesem Tag vor einem halben Jahr gedacht, sie würden vielleicht keinen vierten feiern... Steve deckte den Couchtisch in der Wohnhalle und Bucky schlich sich nach oben, um kurz ins Kinderzimmer zu sehen. Lächelnd kam er zurück. „Ich konnte sie in dem Kuscheltierberg kaum ausmachen. Ich hab ein paar davon ans Fußende gesetzt. Sie erstickt sonst noch.“ „Und morgen will sie dann wieder Toy Story sehen, überzeugt davon, dass ihre Tiere sich alle von selbst dahin verzogen haben.“ „Herrlich, oder?“ Steve nickte.

„Steve, ich will dir jetzt von meinen vielen Stickern erzählen, aber zuvor sollst du hören, womit ich mir noch keinen verdient habe. Damit es nicht so nach Angeberei aussieht oder zumindest du nicht merkst, dass ich angebe.“ Er zwinkert und begann... Die wöchentlichen Sitzungen waren für ihn erschöpfend und rangen ihm einiges ab. Das war deutlich erkennbar. Er kam gleich zu seinem größten Problem. Das, das am tiefsten in ihm verwurzelt war: Der Punkt, bei dem Buckys Therapeutin nicht weiterkam mit ihm. Dieser verflixte, wie angeborene Schuldkomplex. Wo er letztendlich herkam, lag natürlich auf der Hand, man hatte Bucky zeit seines Lebens ein wenig zu oft gesagt oder spüren lassen, dass er Schuld an irgendetwas sei: Daran, dass seine Mutter ihre schönsten Jahre an Ehe und Mutterschaft verloren hatte und sich nie verwirklichen konnte, schuld daran, dass man seinen Vater bei der Armee nicht mehr respektierte, nachdem sein Sohn, obwohl früh geehrt und befördert, sich gegen eine Militärkarriere entschied und natürlich schuld daran, schwul zu sein... Dass ihr Patient sich immer so schuldig fühlte, bereitete ihr Kopfzerbrechen.

„Ich hab dafür noch keinen einzigen Sticker bekommen und bin ein bisschen angepisst. Worin ich aber wiederum ganz gut bin – gelobt sei meine jahrelange Gay-Pride-Erfahrung – ist, zu mir zu stehen. Sticker gibt es für: mich von dieser Ehekrise in meinem Selbstbild nicht beirren zu lassen, mich nicht dazu verleiten zu lassen, wieder in alte Muster zu fallen. Dass ich den Mut aufbringe, mir die Persönlichkeit, die ich mir erarbeitet habe, nicht nehmen zu lassen. Dass ich nie wieder im Leben bereit sein will, mich zu verbiegen, was immer es mich kostet. Das heißt nicht, ich würde nie wieder im Leben bereit sein, mich zu ändern - ich bin kein starrsinniger 100-Jähriger – aber ich bin nur noch bereit, dass für mich selbst zu wollen und zu tun. Wenn Morgan mich scheußlich findet und peinlich, wenn sie ein Teenager ist, wäre das vielleicht ein Grund, es zu wollen – wenn sie gute Gründe hat. Fass das nicht falsch auf. Meine Ehe zu retten wäre ein guter Grund – deine Midlifecrisis und deine verletzte Eitelkeit sind es nicht.“ Steve wurde ein bisschen rosa, unterbrach ihn aber nicht. „Vier Sticker fürs zu mir selbst stehen. Vier.“ Er hob vier Finger und sie prosteten sich zu.

„Jetzt zu meinem Brief...“ Die eine Sache, die Amanda Harper bei Mr Barnes gelungen war, war die erfolgte Erkenntnis und das Annehmen einer traurigen aber nichtsdestotrotz unabänderlichen Tatsache: Egal wie viel er arbeitete, egal wie erfolgreich er wäre, und wenn Barnes' Motor Barn die größte Reparaturwerkstatt des Landes würde, mit Filialen in jeder größeren Stadt, und wenn er sich halb tot schuften würde... Niemals würde sein Vater je akzeptieren können, dass sein einziges Kind schwul war. Nie... Und zuerst hatte er in diesem Brief diesen Konflikt in den Fokus rücken wollen, seine Eltern anklagen, sie fragen wollen, warum sie nie einfach froh waren, dass er glücklich war...

„An Morgans Geburtstag hast du mich gefragt, was ich mir am meisten für sie wünsche und ich habe 'dass sie glücklich ist' darauf geantwortet. Das ist schlicht aber es ist gleichwohl auch die einzig richtige Antwort eines jeden Elternteils, oder?“ Steve nickte: „Geht mir genauso. Als wir uns entschlossen, Eltern zu werden, da hab ich mir die tollsten Dinge ausgemalt: Dass wir den nächsten Mozart oder Shakespeare, die neue Marie Curie oder vielleicht einen Weltfußballer, den ersten Menschen auf dem Titan oder den ersten Stark im Weißen Haus großziehen würden. Dann hatten wir Morgan und ich wollte nur noch, dass sie glücklich wird.“ Der Blick voller Liebe, den er dafür bekam, erwärmte sein Herz und sie lächelten sich eine Weile verständnisinnig an. Bucky fuhr fort: „Dann hab ichs mir anders überlegt. Ich habe den Brief angefangen, indem ich ihnen alles erzählte, was mich als Kind glücklich machte. Wie geliebt ich mich gefühlt habe, wenn Dad mit mir auf seinen Schultern um den Sportplatz in der Kaserne raste oder wenn Mom eine Torte mit mir backte. Diese tausend kleinen Dinge eben, die eine Kindheit schön machen.“

Er sah ein wenig versonnen in die Ferne. „Für meine Jugend etwas aufzuschreiben war schon schwieriger: Aber dann habe ich mich für das große Vertrauen, das sie immer in mich gesetzt haben, bedankt. Kennst du noch jemand, der an der Highschool schon so oft allein war – und noch dazu ausgestattet mit so großzügigen Summen an Geld? Ich habe ja immer gedacht, das sei nur Eigennutz von ihrer Seite. Aber jetzt ist mir bewusst, welch großes Risiko sie immer damit eingingen. Man hätte sie sicher belangt, wenn ich Mist gebaut hätte und so wie sie immer darauf bedacht waren, ihr Gesicht zu wahren, kann ich es mir nur so erklären, dass sie mich ernst genommen, mich nie wie ein Kind behandelt und mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung nie behindert haben. Eigentlich hätte Dad doch eine Heidenangst haben müssen, dass ich lasterhafte Schwulenpartys in seinem Haus feiere und die Nachbarn uns hochgehen lassen. Diese Peinlichkeit hätte er nicht für ein paar Tage in Vermont oder Acapulco riskiert. Sie haben mir vertraut und mich für einen guten Menschen gehalten. Obwohl ich schwul bin.“

„Du bist ein guter Mensch!“ Bucky lächelte nur schief. „Dann wurde mein Brief aber doch noch ein bisschen unschön. Warum sie nicht annehmen können wer und was ich bin. Warum mein Glück sie nicht froh macht und warum sie nie stolz auf mich sind, egal was ich erreiche.“ Buckys Stimme zitterte ein bisschen, seine Augen glitzerten auch verdächtig. Steve zögerte und gab sich dann einen Ruck. „Darf ich dich in die Arme nehmen?“ Bucky schniefte ein bisschen und schnaubte: „Gott sei Dank muss ich dich nicht darum bitten.“ Steve hielt ihn eine Weile, bis er nicht mehr weinte.

„Aber letztendlich kann ich sie nicht ändern und wenn ich hundert Seiten schreibe, oder?“, wisperte er gegen Steves Brust. Der rieb ihm tröstend den Rücken. „Nein Baby, das kannst du nicht. Es tut mir so leid.“ „Und darum habe ich beschlossen, einen Strich darunter zu ziehen und meinen Frieden mit ihnen zu machen. Ich habe den Brief verbrannt und werde versuchen mich mit ihnen zu versöhnen. Morgan soll wissen, wo ihr Vater herkommt und ich möchte nicht, dass sie eines Tages versucht, es auf eigene Faust herauszukriegen. Ich möchte an ihrer Seite sein, wenn sie das Abenteuer George und Winifred Barnes besteht.“ Steve lachte leise. „Was kann schon passieren? Sie sind wie sie sind und sie sind, na ja, keine Bilderbucheltern und keine Genies und keine Familienmenschen, aber sie sind auch keine Monster, die ich vor meinem Kind verstecken muss. Ich werde das Vertrauen, das sie einmal in mich gesetzt haben zurückgeben und es wagen. Ich habe eine Wunderwaffe und werde siegreich sein: Morgan ist bezaubernd.“ Steve stimmte ihn vollumfänglich zu und stellte ihm seine Unterstützung in Aussicht.

„Das waren meine anderen fünf Sticker.“ „Ich bin stolz auf dich.“ „Hm.“

Wofür er auch noch keine Sticker bekommen hatte, war Mrs Harpers viertes große Ziel: Mr Barnes mehr und selbstverständlicher für diesen in die Familie seines Mannes zu integrieren. Sie brachte das Gespräch oft auf diesen Punkt. Diese merkwürdige winzige immer noch vorhandene Scheu seiner angeheirateten Familie gegenüber, als würde er sich unter ihrem Niveau fühlen. Manchmal glaubte sie, sie hatte da etwas angestoßen, was sie sich nur eingebildet hatte und wollte schon einen Rückzieher machen. Ja keine schlafenden Hunde wecken. Es würde ihre Arbeitsmoral erheblich erschüttern, wenn sie ihrem Patienten neue Probleme andichtete statt tatsächliche zu therapieren. Aber ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass sie früher oder später mehr erreichen würde. Diese 'Sticker-Niederlage' erzählte Bucky Steve nicht, aber sehr wohl, was Amanda vorgeschlagen hatte: dass Steve einmal im Monat zu einer Paartherapiestunde mitkommen sollte. Bucky fragte ihn und Steve sagte sofort zu. Er bestellte ein Uber. Er war erledigt. Auch er hatte einen Tag am Strand verbracht und noch dazu ein erschöpfendes Gespräch geführt.

Als er kurz im Bad war, holte Steve etwas aus einer Schultasche. Er brachte Bucky zur Tür, nahm dort seine Hand und drückte etwas auf seinen Handrücken. Bucky blickte ein paar Sekunden sprachlos auf seine Hand. Es war ein Sticker... Ein Smilie mit einer Sprechblase. Er hob die Hand an die Augen. 'Du hast meine Erwartungen übertroffen.' stand in der Sprechblase. „Echt jetzt?“, schnaubte er. Steve kicherte. „Hast du dir verdient. Für heute und für letzte Nacht.“ „Ich kann wohl froh sein, dass du nicht von mir verlangt hast, die Hosen runterzulassen. Sonst hättest du Punk mir das Ding noch auf meinen Penis geklebt.“ „Schade dass mir das nicht eingefallen ist.“ Bucky schüttelte lächelnd den Kopf. „Gute Nacht, Stevie.“ „Gute Nacht.“ Der Kuss auf den Mund war lang, mit geschlossenem Mund aber mit Nachdruck. Das Uber kam und Bucky lief die Auffahrt runter. Als er sich noch einmal umdrehte, gebärdete Steve 'Ich liebe dich'. Bucky kannte die Basics der Gebärdensprache. Steve war sogar ziemlich gut darin. Er war schließlich Lehrer und machte regelmäßige Fortbildungen. Bucky grüßte mit zwei Fingern an der Schläfe zurück. 'Roger, Soldat', hieß das. Es war fast so gut wie ein 'ich dich auch', fand Steve...

*

„Es war ein wunderbarer Tag und ich danke dir für dein Vertrauen. Und ich bin wirklich stolz auf dich. Du hältst dich großartig mit der Therapie. Ich bin froh, dass du das annehmen konntest, danke auch dafür.“

„Ich habe den Tag auch wunderschön gefunden. Ich möchte nicht, dass du dich hingehalten fühlst Aber du verstehst sicher, dass ich letztendlich 100%ig sicher sein muss, bevor ich wieder einziehe. Wir können Morgan nicht antun, dass ich zurückkomme, um dann festzustellen, dass ich wieder gehen muss. Aber: Wenn ich mich dazu entschließe, Stevie, dann kannst du dir sicher sein: ich meine es auch so.“

„Ich verstehe das alles sehr gut, Bucky, ehrlich, und nur Vernunft und Verantwortungsgefühl spricht aus dir. Du bist der beste Vater, den man sich für sein Kind wünschen kann und ich bin stolz darauf, der Vater deiner Tochter zu sein.“

„Aber eigentlich hättest du lieber, ich wäre nicht ganz so vernünftig und verantwortungsbewusst, oder, Stevie?“

„Nein und ja.“ ;-)“

„Siehst du? Du hast dir mit dem schönen Date und der Dinnereinladung ein bisschen Unvernunft verdient. Aber immerhin habe ich für dich meine Katze aus dem Schlafzimmer verbannt.“

„Flirtest du etwa mit mir?“

„Sieht so aus, als wäre ich wirklich nicht gut darin, wenn du fragen musst..“

„Also ja. Das ist nett.“

„Und das ist eine beschissene Reaktion auf meinen Flirtversuch.“

„Ich bin darin genauso 'gut' wie du.“

„Das müssen wir wohl üben.“


„Mit dem größten Vergnügen!“

„Dein Strandoutfit ist heiß.“

„Mir gefällt, was du nachts – nicht – anhast.“

Bucky schmunzelte. „Smooth, Stevie, gute Nacht.“


„Wow, es macht sich rar. Na gut, so geht Daten wohl. Ruf mich an! ;-)“



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