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Pustekuchen! I

von InkedSoul
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
Gellert Grindelwald Percival Graves
12.03.2020
12.03.2020
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Kurze Anmerkung vorweg:
Dieser OneShot ist rein zeitlich gesehen im Jahre 1926 irgendwann vor dem ersten „Fantastic Beasts“- Film angesiedelt. Ob es hier letztlich auf das hinausläuft, was uns dann zu Beginn von „Fantastic Beasts –and where to find them“ erwartet, dürft ihr am Ende meines OneShots gerne selbst entscheiden.

Alle Rechte an der magischen Welt und den darin enthaltenen Figuren gehören selbstverständlich J.K. Rowling und den Machern dieser phantastischen Filmreihe –ich borge mir die beiden hier nur kurz mal aus und verdiene hiermit natürlich auch kein Geld. JUST FOR FUN!

Ich brauchte zwischendurch jetzt einfach mal etwas locker, leicht, fluffiges –Mehr kann und will ich hierzu jetzt auch nicht sagen...Wenn ich euch mit meiner kleinen Idee zwischenzeitlich zum Schmunzeln bringen kann, habe ich mein Ziel schon erreicht.

Also, fühlt euch unterhalten... ☺

...................................................


Pustekuchen! I

„Der Direktor? Viertes Obergeschoss. Abteilung für Fluchschäden und Zauberunfälle. Zimmer 417, Ma’am.“
„Vielen Dank, Schatz.“

Ein falsches –überaus authentisch und natürlich auch überaus freundlich herüberkommendes– Lächeln später, befand sich Gellert Grindelwald auch schon auf dem Weg in die Richtung, welche die freundliche, junge –viel zu naive, leichtgläubige und ihren Augenringen nach zu urteilen, nicht nur leicht überarbeitete– Hexe hinter dem Empfangstresen ihm soeben gewiesen hatte.
Doch natürlich hatte die freundliche Auskunft keine Ahnung, mit wem sie da gerade wirklich gesprochen hatte. Gellert war wohl bewusst, dass sein Gesicht durchaus Wiedererkennungswert hatte –vor allem in Zeiten wie diesen, wo nicht ein Tag verging, da den Regierungssystemen ihrer Welt nicht die Knie vor seinem Schatten schlotterten und alles mögliche unternahmen, um ihn unglaubwürdig oder gar unsympathisch für die manipulierbare Allgemeinheit erscheinen zu lassen. Nicht nur in Europa, wo er der offiziellen Faktenlage nach derzeit sein Unwesen trieb. Nein, auch in Amerika war sein Gesicht bereits mehrmals in den Zeitungen aufgetaucht –daher trug er derzeit nicht sein eigenes.
In einem Anflug von Humor hatte er sich kurzzeitig das Gesicht der Frau Präsidentin –ihrerseits Staatsoberhaupt des MACUSA– geborgt, sich wie es sich gehört einen Blumenstrauß organisiert und spazierte mit ebenjenem nun gelassen die Treppenstufen bis in den Vierten Stock hinauf, um seinem –oh, pardon– ihrem Abteilungsleiter für magische Sicherheit einen spätabendlichen Besuch abzustatten.

„Verzeihung, Ma’am, aber Sie können dort jetzt nicht hinein.“
Innerlich verzog Gellert über diese unliebsame Störung natürlich unzufrieden sein Gesicht, als er, die Hand bereits an der Türklinke von einer ältlichen Stimme von der Seite her angeranzt wurde. Äußerlich ließ er das Erscheinungsbild der Präsidentin mit ihrem albernen Turban, ihren hohen Schuhen und ihrem Nadelstreifenkostüm, welches jede ihrer Kurven natürlich gekonnt betonte, in einer zackigen Bewegung zu besagtem Störenfried herumschnellen und setzte einen erwartungsvollen, nur dezent geduldig wartenden, um eine Erklärung –eine Erklärung, die lieber gut sein sollte– bittenden Blick in diese großen, dunkelbraunen, dezent geschminkten Augen.
„Warum nicht? Percival ist wohlkaum ansteckend.“, kam nebenbei noch der begleitende, patzige, vorwurfsvolle Kommentar mit einer Stimme, die selbstredend nicht seine eigene war.
...Man sollte doch meinen, als Präsidentin der Vereinigten Staaten genießt diese Frau bestimmte Sonderrechte –wie zum Beispiel ihre rechte Hand auch außerhalb der offiziellen Besuchszeiten besuchen zu können, wenn hier weniger los ist und allgemeine Ruhe herrscht...
„Seine schlechte Laune allerhöchstens.“, die hochgewachsene Hexe –mit der Statur eines Spargels– hatte sich derweil vor dem Erscheinungsbild Seraphina Picquerys aufgebaut, hielt ihrem echauffierten, auffordernden Blick ungerührt stand und schaute zu ihr mit vor ihrer Brust verschränkten Armen hinab –Gellert seinerseits verkniff sich ob diesen ersten Kommentars mühevoll den Anflug eines belustigten Schmunzelns und konzentrierte sich lieber darauf, weiter zuzuhören, „Mit Verlaub, mir ist es egal, ob Sie unsere Präsidentin, der timbuktuianische Abgesandte oder Lis’chen aus der Geschlossenen sind. Dieses Zimmer wird in den nächsten Stunden niemand und absolut niemand betreten. Ich habe es gerade erst geschafft, diesem unbelehrbaren, paranoiden, unausstehlich schlecht gelaunten Zauberer einen Schlaftrank unterzujubeln und werde einen Trolldreck tun, auch nur das geringste Risiko einzugehen, ihn jetzt wieder aufzuwecken. Das wäre fatal für seinen Kreislauf.“
„Percival schläft jetzt?“
„Er braucht in seinem Zustand im Moment vor allem Ruhe, Schlaf und Erholung, auch wenn er selbst anscheinend absolut nicht bereit ist, das einzusehen. Er ist mein Patient und Schluss. Wenn Sie mich fragen, Sie haben ihn schon viel zu spät hier eingewiesen. Hoffnungsloser Fall von krankhafter Überarbeitung, Frau Präsidentin. Kommen Sie morgen während der allgemeinbekannten Besuchszeiten wieder.“
„Wissen Sie schon, wann ich wieder mit ihm rechnen kann?“, bemühte sich Gellert, die sich umsichtig um ihre Mitarbeiter sorgende Vorgesetzte zu geben und nahm bereits folgsam seine Hand vom Türgriff.
„Frühestens in einer Woche, sofern er sich auf die Behandlung einlässt und sich in einem Anflug von Übermut nicht noch selbst entlässt.“, ein scharfer Blick seitens der Medi-Hexe auf ihre aufmerksame Gesprächspartnerin folgte, „Ich sage es Ihnen, raten Sie Ihrem leichtsinnigen Direktor während Ihres morgigen Besuchs lieber in aller Entschiedenheit davon ab, sonst landet er schneller wieder hier als ihm lieb ist –und das wird dann ein Langzeitbesuch, das verspreche ich Ihnen.“
...Und das wollen wir natürlich auf gar keinen Fall riskieren...

Gellert war bester Laune. Er übergab der autoritären Medi-Hexe mit einem Zwinkern den nun für ihn nutzlos gewordenen Blumenstrauß und verabschiedete sich sogleich in Richtung der Toiletten, um zunächst jedwedem Personal und sonstwelchen auf den Gängen herumstreunenden, traurigen Gestalten schnellstmöglich aus den Augen zu kommen. Daran zu Gehen, dachte Grindelwald gar nicht, immerhin war er hier noch nicht fertig –noch lange nicht.
...Percival Graves...Nach neuesten Erkenntnissen ein paranoider, vernunftresistenter Zauberer mit beinahe ansteckend schlechter Laune –und derzeit geradezu hilflos der Wirkung eines Schlafmittels ausgesetzt...Sehr erfreulich. Zumal es mir mein Vorhaben ungemein erleichtern wird, sobald ich erst allein mit ihm in diesem Zimmer bin...

„Habe ich einen Grund, mir Sorgen zu machen?“
...Hat diese impertinente Version von einer Hexe nicht gesagt, er steht dank ihr unter der Wirkung eines Schlaftranks?! Warum, in Paracelsus Namen, SCHLÄFT dieser vermaledeite Zauberer dann nicht, sondern spaziert vielmehr mitten in der Nacht aus mir unerfindlichen Gründen in seinem Zimmer herum, nur um mich zu ärgern?!...
Gellerts gelassene Heiterkeit war dahin. Er konnte von Glück schätzen, dass er kein leichtsinniger, sondern vielmehr ein auf sämtliche Eventualitäten stets gut vorbereiteter Zauberer war, sonst befände er sich genau jetzt in einer selbst für ihn nahezu ausweglosen Situation, die nicht ohne unwillkommene weitere Komplikationen aufzulösen wäre. Vielleicht traf all das ja trotzdem in diesem Moment auf ihn zu, trotz, dass er eine umsichtige, vorausdenkende, sehr kreative Persönlichkeit war. Doch zumindest war er nicht länger die Präsidentin –Gellert traute dem Leiter der amerikanischen Aurorenabteilung durchaus zu, seine Vorgesetzte auf der Stelle erkennen und von einer vorgetäuschten Version von ihr unterscheiden zu können– und auch noch immer nicht er selbst.
Seraphina Picquery war vorhin auf die Toilette verschwunden und hatte diese nie wieder verlassen. Gellert hatte sich ursprünglich für ihr Gesicht entschieden, da er irrtümlicherweise davon ausgegangen war, dass man ihm in diesem Aufzug problemlos Zugang gewähren und sich niemand erdreisten würde, ihm lästige Fragen zu stellen. Pustekuchen! Der Zugang wurde ihm dennoch verweigert und da er nicht beabsichtigte, eine Szene zu machen oder für einen uneingeplanten Todesfall zu sorgen, der ebenfalls uneingeplante Komplikationen in einem noch unvorhersehbaren Ausmaß hervorrufen könnte, hatte er sich eben gefügt und die sich als nutzlos herausgestellte Tarnung als Präsidentin von der Bildfläche verschwinden lassen.
Die Damenbesuchertoilette hatte er in einer abgewandelten, unscheinbareren Version seiner selbst wieder verlassen, als seine Geduld sich dem Ende genährt und er sich unbeobachtet, sicher und vor allem die Gänge menschenleer geglaubt hatte. Doch erneut: Puste-Kuchen!
Bereits wieder die Klinke in der Hand, war wie durch Zauberhand –als wäre an ihr irgendeine Art Sensor befestigt!– plötzlich erneut diese Bohnenstange von Hexe am Ende des Flurs aufgetaucht und hatte bereits zum zweiten Mal in kürzester Zeit damit begonnen, lauthals protestierend auf ihn zuzumarschieren.
Da Grindelwald nicht gedachte, sich ein weiteres Mal problemlos abwimmeln zu lassen –dafür war die Aussicht auf einen schutzlos vor sich hinschlummernden Graves unter Medikamenteneinfluss auf der anderen Seite dieser Tür einfach zu verführerisch– hatte er erst gar nicht gewartet, bis die Medi-Magierin bei ihm angekommen war, hatte ungerührt die Klinke hinuntergedrückt und war so leise wie möglich im Inneren des dunklen Raumes verschwunden, nur um direkt hinter sich mit einer eleganten Drehung die Tür direkt wieder zu schließen, seinen Stab zu zücken und den Raum magisch zu versiegeln.

Und so kam es. Und so kam es, dass sich im nächsten Augenblick schlagartig alles um ihn herum erhellte, eine neutrale, nicht im Mindesten besorgte, vielmehr belustigte Stimme diese eine Frage in den Raum warf und Gellert –einen halben Herzinfarkt erleidend– perplex herumschnellte, seinen Stab abwehrend erhoben, in seinem Gesicht nichts als pure Fassungslosigkeit.
In einigem Abstand nun vor ihm lehnte niemand geringeres als ein putzmunterer, überaus wacher Graves mit vor der Brust locker verschränkten Armen in einem offenen Türrahmen –aufgrund der Umstände und ihres momentanen Aufenthaltsortes schloss Gellert auf die Toilettentür dieses kleinen, beschaulichen Patienteneinzelzimmers– und ließ seinen Gelassenheit versprühenden Blick einmal musternd über den »Neuzugang« schweifen, natürlich nicht ohne auf seine Frage mit zwei gehobenen Augenbrauen eine Antwort einzufordern.
Gellert hatte offengestanden keine Ahnung, was diesem Zauberer in diesem Moment durch den Kopf ging, was er in ihm sah –er wusste nur, was er sah.
Einen Mann mittleren Alters, normaler Statur. In Pyjama und dunkelblauem Morgenmantel. Blondgoldene Haare, die ihm kunstvoll zerstuppelt vom Kopf abstanden. Einen Schnauzer, ergänzt um einen sauber getrimmten Kinnbart. Ein nicht ganz so blasser Teint, wie er ihn eigentlich hatte und natürlich auch ohne Heterochromie. Stattdessen blickte dem Auror ein Paar honigbrauner Augen entgeistert entgegen und nahm nach dem allerersten Moment des Schocks ebenfalls Maß.
...Dunkles, festes Haar. Markante Augenbrauen. Tiefbraune, intelligente, ausdrucksstarke Augen. Schwarzes T-Shirt. Karierte, lange Pyjamahose. Athletische Figur. Nicht der Größte, aber das trifft letztlich auf mich ebenfalls zu...
„Habe ich von Ihnen in nächster Zeit noch eine Antwort zu erwarten, oder hat es Ihnen nachhaltig die Sprache verschlagen?“
...In Ordnung, packen wir auf die Liste deiner zahlreichen Eigenschaften doch gleich vorwitzig mit dazu. Mich einfach der Sprachlosigkeit bezichtigen –Frechheit!, Gellert konnte sich nur knapp ein amüsiertes Kopfschütteln verkneifen, Wenn ich eines bin, dann niemals sprachlos, mein Lieber...Aber zu deiner Frage: Du solltest dir im Moment genau genommen gewaltige Sorgen machen. Aber so nett, dich hier und jetzt einfach darüber aufzuklären, werde ich bestimmt nicht sein...Welch glückliche Fügung, dass du keinen blassen Schimmer davon hast, wer da gerade überhaupt vor dir steht. Wüsstest du es, wärst du sicherlich nicht so gelassen...

„Ich bin auf der Flucht.“, gab ein Grindelwald, angespannt mit dem Rücken an der versiegelten Zimmertür lehnend, seinen Stab mittlerweile gesenkt, mit bebenden Nasenflügeln und anhaltend rastlosem Blick, im Anschluss an die zweite Frage dieses Amerikaners mit bewusst unterschwellig gehetzt klingender Stimme Auskunft –und erntete von dem Auror sogleich ein an Belustigung grenzendes Mundwinkelzucken, weiterhin gehobene Augenbrauen und einen ehrlich fragenden Blick kombiniert mit einem leicht schief gelegten Kopf.
„Vor dem Gesetz, besorgten Bekannten, oder Ihrer ausstehenden medizinischen Behandlung?“
Nach einem Moment der Kalkulation, der Abwägung, entschied sich Grindelwald für „Letzteres“ –immerhin ging Gellert nach eigenem Ermessen rein optisch durchaus als durchschnittlicher, nachtschwärmerischer Patient durch– und erhielt sofort ein an Neutralität nicht zu überbietendes „Erstaunlich“ als Kommentar, während sich Graves bereits von seinem Türrahmen löste und, seine Hände locker in seine Hosentaschen geschoben, geschmeidigen Schrittes auf Grindelwald zusteuerte.
Neben Gellert angekommen –der noch dabei war, diese für seinen Geschmack irgendwie absonderliche Reaktion in eine gültige Kategorie einzuordnen– lehnte er sich mit seinem Ohr, mit dem Gesicht unverändert seinem blonden, nicht minder verdutzten Gegenüber zugewandt, direkt an die Zimmertür, zückte nebenbei seinen schwarzen Stab mit schlichteleganten Silberapplikationen und startete einen unauffälligen Lauschangriff.

„Hm. So wie es aussieht, sind Sie aufgeflogen, mein namenloser Freund.“
Diese nur allzu wahre Feststellung wurde seitens Graves mit einem amüsierten Funkeln in seinen tiefbraunen Augen und einem offensichtlich ehrlich heiter gestimmten leichten Lächeln begleitet.
Grindelwald hatte sich auf den Fingerzeig des Aurors dazu herabgelassen, ebenfalls ein Ohr an die Tür zu legen, sodass sie das Treiben vor dieser Tür gemeinsam belauschen konnten. Nichts, was er sich nicht hätte denken können. Seine unliebsame, flüchtige Bekanntschaft von Medi-Hexe fluchte unablässig im Flüsterton vor sich hin, während sie daran scheiterte, seinen Versiegelungszauber zu brechen und ihn hier achtkantig wieder hinauszubefördern.
Als Graves sich mit seinem unterschwellig durchaus amüsierten Kommentar wieder von der Tür löste und seinen Zauber beendete, war sie gerade wutschnaubend wieder abgedampft, mit der festen Absicht, sich Unterstützung zu besorgen und dieses Zimmer in naher Zukunft zu stürmen.
„Und was haben Sie jetzt vor?“ Grindelwald lehnte sich wieder mit dem Rücken an die Tür und unterzog den anhaltend tiefenentspannt zu sein scheinenden Amerikaner vor sich einer verschärft prüfenden Musterung.
„Sind Sie ansteckend oder beabsichtigen vielleicht, mich in nächster Zeit umzubringen?“ Erneut zwei fragend und gleichsam erwartungsvoll gen Haaransatz gestreckte Augenbrauen, während sich Graves dazu hinreißen ließ, sich direkt neben Gellerts Kopf mit einem Arm an der Tür in dessen Rücken aufzustützen und sich etwas weiter dem anderen Zauberer entgegenzulehnen.
Gellert –der diese Geste als Demonstration von Macht und klassisches Dominanzverhalten interpretierte– entgegnete auf der Stelle mit einem gedehnten, hemmungslos unbeeindruckten, dennoch leicht pikierten „Neeein“, woraufhin er beobachten konnte, wie diese Idee eines Lächelns auf Graves’ Lippen noch eine Spur deutlicher wurde, sich so überhaupt gar nicht mit seinen tiefen Schatten unter seinen Augen vertrug –und Grindelwald zunehmend irritierte, schließlich lächelte der erste Direktor des MACUSA laut seiner Informationen absolut niemals.
„Gut. Dann bleiben Sie hier. Ich biete Ihnen Asyl.“
Während Gellert noch damit beschäftigt war, diese letzte Aussage –oder auch ihre aktuell vorherrschende Gesamtsituation!– als entweder irrwitzig, kurios oder skurril einzuordnen, sich zumindest mit sich selbst darüber einig war, dass sie an Absurdität nicht mehr zu überbieten war, tätschelte Graves seinem »Flüchtigen« kurzzeitig genauso aufmunternd wie herablassend die Wange, lehnte sich seelenruhig und anhaltend schmunzelnd wieder zurück, stellte somit den Höflichkeitsabstand zwischen ihnen wieder her, kehrte ihm den Rücken und spazierte unbekümmert auf sein Bett zu.
...Du bist sowas von tot, Graves!...
„Sie bieten mir Asyl?“ Grindelwald beherrschte sich mit Mühe –mit sehr viel Mühe– und brachte seine Frage lediglich mit Unglauben in seiner Stimme zum Ausdruck. Graves hielt auf seinem Weg von ein paar Schritten noch einmal inne, drehte sich in einer fließenden Bewegung noch einmal zu seinem Gegenüber um, neben einem schalkhaften Zug durchaus authentische Verständnislosigkeit in seinem Gesicht.
„Sicher. Warum denn nicht?“, der Direktor zuckte egalisierend mit seinen Schultern, „Dank meiner hysterischen, herrischen Vorgesetzten bin ich derzeit nicht im Dienst und sehe demnach auch keinerlei Veranlassung, Sie dazu zu zwingen, sich den hiesigen Regularien zu unterwerfen. Ich bin im Moment frei zu tun und zu lassen, was auch immer ich will, ohne ständig darauf Rücksicht nehmen zu müssen, was offiziell von mir verlangt wird. Und da wir zwei in gewisser Weise Leidensgenossen sind, werde ich einen Trolldreck tun, Sie an genau die alte Schreckschraube von Medi-Hexe auszuliefern, die doch tatsächlich versucht hat, mich mundtot zu machen.“
Während seines plötzlichen Anflugs an reger Mitteilsamkeit war Graves erneut nah an Gellert herangetreten und hatte ihm mehrmals mit energisch zusammengezogenen Augenbrauen auf sein Brustbein getippt, während die Spur an unterschwelliger, tief sitzender Verärgerung und stummen Vorwurfs für Grindelwald zunehmend klarer heraushörbar und sichtbar wurde.
...Alle Achtung, Graves. Rebellion gegen die Staatsmacht. Auflehnung gegen das geltende System. Zynismus. Sogar zwei Kraftausdrücke –Und, auch wenn du es nicht weißt, Verbrüderung mit dem Feind...
Gellert konnte und wollte es im Übrigen auch gar nicht verbergen, versuchte es daher nicht einmal. Mit einem Ausdruck der zwar überraschten, doch mehr als zufriedenen Begeisterung, schenkte er dem gereizten Amerikaner ein ehrliches, breites Lächeln, nickte bekräftigend und ließ ein authentisch glückliches „Einverstanden“ von sich verlauten.
„Schön.“, ein süffisantes Schmunzeln war auf Graves’ Lippen zurückgekehrt, wie auch ein bestimmter, sachlicher Tonfall auf seine Zunge, während er sich schon wieder von seinem »Verbündeten« abwandte und nicht zum ersten Mal entschlossenen Schrittes sein Bett anvisierte, „Dann kommen Sie mal mit. Sie stehen besser nicht direkt an der Tür, wenn die Verstärkung eintrifft.“

„Warum schlafen Sie nicht, Mr. Graves?!“, echauffierte sich die Medi-Magierin direkt fuchsteufelswild, kaum hatte sie das sich ihr bietende Bild für sich erschließen können –welches da wäre: Ein explodiertes Türschloss in einiger Entfernung vor ihr auf dem Boden. Ein hellwacher Auror mit ausgestreckten Beinen aufrecht in seinem Bett verweilend. Seinen Rücken in das aufgestellte Kissen gegen das Kopfende gelehnt. Die Decke über seine Beine geschlagen. Ein Buch in der Hand. Seinen Zauberstab neben einer Tasse und der den Raum in schummriges Licht tauchenden, kleinen Nachttischlampe auf ebenjenem abgelegt. Neben ihm –zwischen Fenster und Bett– auf einem Stuhl sitzend, ein blonder, bebarteter Mann in dunkelblauem Morgenmantel –den sie noch nie zuvor gesehen hatte und gleichsam den Grund für ihr Eindringen hier darstellte.
Die Hexe bedachte Gellert mit einem flüchtigen, über die Maßen finsteren Gesichtsausdruck, ehe sie ihre Aufmerksamkeit auch schon vollständig auf den beratungsresistentesten, behandlungsresistentesten, unzugänglichsten ihrer Patienten konzentrierte –welcher sie seinerseits noch keines Blickes gewürdigt hatte und gerade im Begriff war, seelenruhig eine Seite weiter zu blättern. Sie stützte ihre Hände aufgebracht in ihre Seiten und fuhr mit ihrer Schimpftirade geradezu entrüstet fort –wollte mit ihr fortfahren, wohl eher. Doch Graves ließ es erst gar nicht dazu kommen und zog es vor, ihre Frage zu beantworten. In betont emotionslosem, kaltem, unterschwellig warnendem Tonfall, noch immer mit seinen Augen auf die Zeilen vor sich geheftet, anstatt seiner Gesprächspartnerin in ihre auf eine vernünftige Erklärung bestehenden Augen zu sehen.
„Sie meinen wohl eher »Warum schlafe ich nicht, obwohl Sie mir doch einen Schlaftrank in den Tee gemischt hatten und danebenstanden, als ich vermeintlich davon getrunken habe«. Als wäre ich dermaßen minderbemittelt, so etwas nicht im Vorhinein zu erkennen. Allein der Versuch, mich in irgendeiner Form zu vergiften, mir gegen meinen ausdrücklichen Wunsch hin fragwürdige Substanzen einflößen zu wollen, gilt bereits als Straftat, meine Liebe.“
Nun löste sich Graves doch von seinem Buch und begegnete der Hexe in der Tür –zwei ebenfalls weiß uniformierte Zauberer in ihrem Rücken– passend zu seinem nicht ganz so unterschwelligem Vorwurf mit zwei herausfordernd hochgezogenen Augenbrauen.
„Mr. Graves...“, die Hexe war mit drohend erhobenem Zeigefinger ein paar Schritte in den Raum hineinmarschiert, stoppte wieder und massierte sich angestrengt ihre Nasenwurzel, augenscheinlich um ihre Fassung ringend und gleichsam kurz davor einfach loszuschreien –doch ihre zwischenzeitliche Stimulation zeigte offenbar Wirkung, denn sie konnte anschließend in lediglich unterschwellig heftig bebender Stimme und normaler Lautstärke fortfahren, „...Wenn ich Sie daran erinnern darf–“
Sein darauf entschiedenes, weiterhin reichlich unterkühltes „Dürfen Sie nicht“ wurde gekonnt ignoriert und lediglich mit einem weiteren, vernichtenden Blick –der dem eines Basilisken beinahe hätte Konkurrenz machen können– kommentiert.
„Wenn ich Sie daran erinnern darf, Sie sind heute Morgen inmitten einer Besprechung mit der Präsidentin, mitten in ihrem Büro, inmitten des MACUSA einfach sang- und klanglos zusammengebrochen!“, ein begleitendes Schnipsen samt dazugehörigen Schnalzens folgte, „Sie hatten einen Schwächeanfall! Sie haben Ihr Bewusstsein verloren! Sie sind so chronisch überbelastet, dass Ihr Körper es nicht einmal mehr signalisiert, wenn Sie eine Pause brauchen –bis es dann zum Äußersten kommt! Sie leiden unter exzessivem Schlafmangel und haben laut Ihrer Vorgesetzten in den letzten Wochen kaum eine Stunde geschlafen!“, nun war die aufbrausende Hexe doch noch ganz an das Patientenbett herangetreten, riss ihrem Patienten das Buch aus der Hand und beschlagnahmte es, während sie sich beidseits in einem tödlichen Blick verloren, welcher jedoch ebenfalls beidseits wirkungslos blieb und einfach ungerührt abprallte, „Also verzeihen Sie, dass ich Ihnen einen Schlaftrunk in Ihren Tee gemischt habe, Herr Direktor! Sie sind mein Patient! Und solange Sie mein Patient sind, werde ich Sie auch behandeln! Sie benötigen Ruhe, Entspannung und vor allem Schlaf, damit sich sowohl Ihr Körper, als auch Ihr Geist erholen und regenerieren können!“
„Ach, tatsächlich? Da Sie im Moment den einzigen Faktor darstellen, der mich von ruhiger Einkehr abhält, werden Sie mir sicherlich beipflichten, wenn ich jetzt sage, dass es das gesündeste für mich wäre, wenn Sie augenblicklich und anhaltend in größtmöglichen Abstand zu mir und diesem Zimmer treten würden.“
Emotionslos. Gnadenlos. Leidenschaftslos. Eiskalt. Die Medi-Magieren bekam kurzzeitig Schnappatmung, ehe sie zu ihrer bedrohlich leise gezischten Antwort ansetzen konnte.
„Nur zu gern, Mr. Graves! Versichern Sie mir glaubhaft, dass Sie endlich davon absehen, sich mit jeder Faser gegen die Behandlung zu sträuben, und schlafen werden, sobald ich diesen Raum verlassen habe –dann bin ich sofort weg!“, ein weiterer vernichtender Blick auf den uneinsichtigen Direktor folgte, ehe sie, sein Buch unverändert in ihrer Hand, damit mit zornesfunkelndem Blick auf den blonden Fremden einfuchtelte, „Und was Sie betrifft, Sie werden mich umgehend begleiten, mein Lieber! Sie haben keinerlei Befugnis hier zu sein, und –vollkommen egal, wo Sie zu dieser späten Stunde auch ausgebrochen sind– genau dorthin werden Sie unter meiner Aufsicht auch wieder verschwinden! Und zwar unverzüglich!“
„Nein, wird er nicht.“, Graves hatte sich dieses Mal offensichtlich gegen provokante Unterkühlung entschieden und war zu einem strengen, autoritären, bestimmenden, neutral-sachlichen Tonfall zurückgekehrt, zwinkerte dem Zauberer auf dem Stuhl einmal verschwörerisch zu und setzte, während er sich wieder seiner Gesprächspartnerin zuwandte, bewusst ein schulmeisterisches Lächeln auf, „Dieser Zauberer trägt allein durch seine Anwesenheit mehr zu meiner Genesung bei, als jeder vergiftete Tee. Und da Sie scheinbar so rührend um meine Gesundheit besorgt sind, täten Sie gut daran, ihn zu lassen, wo er jetzt ist –sofern Sie nicht verantworten wollen, dass sich mein Zustand rapide verschlechtert, natürlich?“
Erneut ein Paar fragend erhobener Augenbrauen.
Die Hexe ließ ein an grenzenlose Verzweiflung grenzendes, zutiefst entnervtes Aufseufzen verlauten, während sie wohl für sich entschied, dass jeglicher Versuch an die Vernunft des Direktors zu appellieren zwecklos war, er seinen Widerstand nicht aufgeben und sie gegen ihn in Sachen Sturheit wohl immer den Kürzeren ziehen würde –und hob in einer Geste der Friedfertigkeit und Verhandlungsbereitschaft schließlich kapitulierend ihre Hände, bedachte ihren störrischen Patienten aber dennoch weiterhin mit einem scharfen, mahnenden Blick.
„Wie Sie wünschen, Mr. Graves. Unter einer Bedingung.“, die Medi-Magierin vernahm ein kaum merkliches Zucken in einer seiner Augenbrauen, welche er nach wie vor leicht erhoben hielt und erwartungsvoll –und mit an Unverschämtheit grenzender Seelenruhe– zu ihr hinaufblickte, „Sie müssen mir versprechen, dass Sie wenigstens versuchen, etwas zur Ruhe zu kommen und sich schlafen legen.“
„Eines muss ich Ihnen lassen. Hartnäckig sind Sie.“ Dieses Mal zierte ein ehrliches Schmunzeln seine Mundwinkel, während er seinen Kopf etwas weiter in das Kissen in seinem Nacken lehnte und seine Gesprächspartnerin nebenbei einer gelassenen Musterung unterzog.
„War das eine Zustimmung?“ Sie klang leicht irritiert, ihr Zorn kurzzeitig verpufft –Mit Recht irritiert, wie sie direkt im Anschluss feststellen durfte.
„Nein.“, ein leichtes Kopfschütteln seitens Graves unterstrich seine geschmunzelte Aussage nur noch, ehe er sich in einer geschmeidigen Bewegung langsam aufrichtete, sich seiner Gesprächspartnerin gegenüberstellte, zu einem versöhnlichen Tonfall wechselte und schließlich eine seiner Hände auf ihrer Schulter platzierte, „Das war ein Kompliment und die Anerkennung Ihrer bisherigen Bemühungen. Aber da ich nicht beabsichtige mich behandeln zu lassen, werde ich Ihnen auch nichts dergleichen versprechen. Ihnen ist meine Haltung bereits seit meiner unfreiwilligen Einlieferung hier bekannt und es ist langsam an der Zeit, dass Sie sie akzeptieren. Alles andere wäre nur schädlich für Ihr angespanntes Nervenkostüm.“
„Graves, in Deliverance Danes Namen! Wenn Sie so weitermachen, sich strikt verweigern und sich anhaltend als so unkooperativ erweisen, werde ich dazu gezwungen sein, Ihnen das, was Sie brauchen, notfalls mit Gewalt einzuflößen! Wollen Sie das?!“
Nebenbei hatte sie erfolglos versucht, in einem Anfall von Empörung seinen Arm von ihrer Schulter zu schlagen, hatte damit aber nichts weiter erreicht, als dass sich sein Griff noch eine Spur verfestigt hatte, sein versöhnliches Lächeln wieder restlos aus seinem Gesicht verschwunden war und er ihr erneut mit ausdrucksloser, verschlossener Mimik und strengem, zurechtweisenden Tonfall begegnete.
„Also Erstens, ich mag mich derzeit Ihnen gegenüber lediglich in der Position eines Patienten befinden, dennoch gebietet es die Etikette der Höflichkeit, mich mindestens mit Mister Graves anzusprechen. Herr Direktor oder Sir wären annehmbare Alternativen. Ob Patient oder nicht, nichts gibt Ihnen das Recht, mir meine Titel zu nehmen.“, ein entschieden unterkühlter Blick folgte, während die Hand von ihrer Schulter abließ und er sich beide Hände gnadenlos ungerührt in seine Hosentaschen schob, „Zweitens, sollten Sie tatsächlich beabsichtigen, Ihre Drohung wahr zu machen, werden Sie ganz schnell feststellen, dass ich trotz »exzessiven Schlafmangels« und »chronischer Überbelastung« problemlos in der Verfassung bin, Sie an der praktischen Umsetzung zu hindern. Und Drittens bin ich weder unzurechnungsfähig, noch gewillt, zuzulassen, dass Sie mich zur Unmündigkeit verdammen. Wenn ich entscheide, dass es für mich das Beste ist, bis auf weiteres wach zu bleiben, haben Sie das zu akzeptieren. Ich bin Ihnen gegenüber keinerlei Rechtfertigung schuldig. Und jetzt, verlassen Sie dieses Zimmer. Bitte.“

„Merlin, Sie haben gar keine Vorstellung davon, wir unbeschreiblich gut mir das gerade tat...“, hauchte Graves scheinbar unendlich erleichtert vor sich hin, kaum dass die beiden Zauberer wieder unter sich waren und atmete einmal befreiend tief auf, „...Was meinen Sie, habe ich es bereits geschafft, der mit Abstand anstrengendste, unerträglich schlimmste Patient ihrer gesamten Laufbahn zu werden?“
Der Direktor stand noch immer mit seinem Gesicht der Zimmertür zugewandt. Der Tür, welche mittlerweile wieder funktionstüchtig war. Der Tür, durch welche die aufgebrachte Medi-Magierin vor wenigen Sekunden wortlos marschiert war und hinter sich geräuschvoll ins Schloss hatte fallen lassen.
Gellert, der seinerseits die lebhafte Medi-Hexe-Patienten-Diskussion der beiden mit regem Interesse und zunehmendem Amüsement verfolgt hatte, fand es fast ein bisschen schade, dass sie schon kapituliert hatte. Er hätte gerne noch mehr gesehen. Mehr von den kontrollierten, alles andere als impulsiven Reaktionen des Direktors für magische Strafverfolgung. Es war ein Genuss für ihn gewesen. Er fühlte sich im Moment genau da wo er war und in Gesellschaft dieses dunkelhaarigen Amerikaners so knuddelmuffwohl, dass er sich auf Graves’ nachdenklich neutral gestellte Frage hin doch tatsächlich zu einer semi-ernst gemeinten Antwort hinreißen ließ –mit einem sichtbaren, kleinen Grinsen in »seinem« Gesicht.
„Von ihr werden Sie jedenfalls schon mal keine Pralinen bekommen.“
„Machen Sie mir keine Hoffnungen...“, damit wandte sich Graves dem blonden Zauberer zu, der da nach wie vor so entspannt auf dem Stuhl saß, manövrierte sich um das Bett herum, nur um sich im Anschluss seinem Gegenüber auch wirklich gegenüber auf die Bettkante setzen und ihm mit einem an Melancholie grenzenden Lächeln begegnen zu können, „...Es ist nur so, dass ich zwangsläufig furchtbar unleidlich werde, wenn ich mich bevormundet und oder in meiner Eigenständigkeit bedroht fühle. Das sollte doch verständlich sein...“
Graves ließ seinen Satz ins Leere laufen, beschäftigte sich mehr mit dem Gegenstand, welchen die Medi-Hexe noch mit dem vorwurfsvollen Kommentar „Mit den besten Wünschen von Ihrer Vorgesetzten!“ unmittelbar vor ihrem Abgang auf den Nachttisch hatte schweben lassen, nur um direkt im Anschluss die Tür ohne Abschiedsgruß hinter sich zuknallen zu können.
Gellert musterte den Auror nachdenklich dabei, wie er, während er sprach und auch danach, vorsichtig mit einer Hand die Blütenblätter des Straußes nachstrich –welchen er eigentlich nicht von Seraphina Picquery, sondern vielmehr von dem Mann vor ihm erhalten hatte– Gellert hatte sein Bündel Blumen natürlich sofort erkannt, auch wenn ihm entfallen war, scheinbar irgendwelche Grüße bestellt zu haben.
Graves machte beim Pflanzenstreicheln jedoch keinesfalls einen glücklichen oder gar dankbaren Eindruck. Sein Maß an Verstimmung schien stattdessen mit jedem weiteren Strich wieder in ihm anzuwachsen.

„Stimmte das eigentlich? Sie sind mitten im MACUSA vor Präsidentin Picquery umgekippt?“
Grindelwald wusste natürlich, was passiert war. Hätte er es nicht gewusst, hätte er immerhin auch nicht gewusst, dass der Direktor heute Morgen hier spontan einquartiert worden war und demzufolge hätte Gellert auch jetzt nicht hier sitzen können –Doch er wusste es und saß hier und war begierig, Graves’ Version, wie es hierzu überhaupt hatte kommen können, auch noch mal von ihm persönlich zu hören.
Graves war so freundlich, auch wenn es im ersten Moment den Eindruck machte, als hätte er in eine saure Zitrone gebissen, als hätte ihm jemand ein besonders unangenehmes, elektrisches Kribbeln einmal quer die Wirbelsäule hochgejagt und ihm akut sämtliche Haare zu Berge stehen lassen.
...Beinahe wie eine Katze, bei der sich jede Faser auf Abwehr und zugleich Angriff stellt...
Gellert bemühte sich, diese Assoziation lieber nicht allzu sehr zu vertiefen, um nicht Gefahr zu laufen, seine Kontrolle über seine Mimik zu verlieren und fokussierte sich daher ganz auf die Stimme des Direktors.

„Das war maßlos übertrieben.“, war die erste von Seiten Graves klipp und klare Feststellung, während er weiter die Pflanzen malträtierte und Gellert mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen einen reichlich verstimmten Seitenblick zuwarf, „Ich bin weder umgekippt, noch ohnmächtig geworden –und hatte erstrecht keinen Schwächeanfall.“, die Aufmerksamkeit des Amerikaners lag derweil wieder hochkonzentriert auf dem Blumenstrauß, „Mir war lediglich für einen klitzekleinen Moment Schwarz vor Augen und als Picquery dann gesehen hat, wie ich mich kurzzeitig an einer Stuhllehne festgehalten habe, meinte sie plötzlich, hysterisch werden zu müssen und hat mich einfach hierhergeschleift!“
War Graves’ Miene bis hierhin von ihm bemüht neutral gehalten und beherrscht gewesen, so begegnete er Grindelwald spätestens jetzt mit einem Ausdruck der echauffierten, vorwurfsvollen Verständnislosigkeit, während sich seine Fingerkuppen immer tiefer in die Bettdecke neben sich krallten.
„Mir geht es bestens! Und dennoch verdammt Picquery mich hier zur Untätigkeit! Ich darf ja nicht einmal arbeiten! –Da sie die Präsidentin ist, bin ich zu meinem eigenen Leidwesen weisungsgebunden. Ich schwöre Ihnen, sonst hielten mich keine zehn Hippogreife hier! Schlafen kann ich immerhin auch sehr gut zu Hause und mit Sicherheit um Längen besser als in diesem vermaledeiten Krankenhaus, wo ich scheinbar nicht einmal einen verfluchten Tee trinken kann, ohne gleich befürchten zu müssen, demnächst eingeschläfert und meiner mir unvertrauten Umgebung bis auf unbestimmte Zeit hilflos ausgeliefert zu werden!“
Als Graves sich ruckartig wieder von seinem aufmerksamen Zuhörer losriss, sein Kopf ruckartig den Pflanzen zuwandte und sie mit mahlenden Kiefern, bebenden Nasenflügeln und giftigem Blick regelrecht niederstarrte, dachte Grindelwald kurzzeitig, der Direktor wäre jetzt fertig –doch Pustekuchen. Als Gellert gerade ansetzen wollte etwas zu sagen –Graves registrierte seinen Versuch wahrscheinlich nicht einmal– fuhr der Amerikaner bereits mit seiner verbalen Abreaktion unbeirrt fort.
„Das hier ist genau genommen eine bodenlose Frechheit!“, ein Blütenkopf wurde unsanft angeschnipst, „Was fällt ihr ein, mir Blumen zu schicken?! Blumen! Wenn sie vorhat, sich für ihre unbedachte Überreaktion von heute Morgen zu entschuldigen, sollte sie mich lieber gehen lassen oder mir wenigstens die Akten schicken, damit ich weiterarbeiten und mich hier noch annährend nützlich fühlen kann! Aber Blumen?!“, ein stummer Aufschrei voller unterdrückter, aufgestauter Wut, Aggression und Frust folgte, ehe Graves ein Stück weit in sich zusammensackte, sich vornüberbeugte und dazu überging, sich mit geschlossenen Augen angestrengt seine Nasenwurzel zu massieren, „Diese selbsternannten Genies haben mich ja nicht einmal danach gefragt, weshalb das, was da heute Morgen auch immer passiert oder auch nicht passiert ist, überhaupt passiert ist. Die gehen einfach alle davon aus, dass ich überarbeitet bin und deshalb schlappmache. Pustekuchen! Mein Arbeitspensum ist immer hoch. Wäre das der Grund gewesen, hätte es schon vor Jahren passieren müssen –was aber nicht der Fall ist. Der Faktor, der sich geändert hat ist lediglich der Punkt, dass ich derzeit auf der Stelle trete. Egal, in welche Richtung ich mich bewege, ich komme einfach nicht weiter. Traurige Tatsache –ich kann nicht schlafen, weil ich keine Fortschritte mache und mich dieser nervige Fakt so lange nicht in Ruhe lässt, wie er zutrifft– aber wie soll ich denn bitteschön etwas an diesem Zustand ändern, wenn mir nicht einmal erlaubt ist, zu arbeiten?! Wie soll ich mich entspannen, wenn die Probleme doch da sind und sicherlich nicht einfach verschwinden werden, nur weil ich Zwangsurlaub aufgedrückt bekomme?! Wie soll ich zur Ruhe kommen, wenn die mich in ein Zimmer sperren, wo ich nichts tun kann, außer zu denken?! Nichts, womit ich mich beschäftigen kann! Nichts, womit ich mich ablenken kann! Nichts, wobei ich mich auch nur ansatzweise abreagieren kann, damit ich vielleicht meine innere Ausgeglichenheit zurückbekomme! Ich habe weder ein Druck- noch ein Stressproblem! Ich habe ein Unproduktivitätsproblem! Warum versteht das eigentlich keiner?!...“
...Pustekuchen, Graves. Klarer Fall von Verleugnung. Du bist hoffnungslos überarbeitet. Jeder Versuch, mir etwas anderes weismachen zu wollen, ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Die verräterischen Anzeichen sind wirklich unübersehbar deutlich, Graves...Tiefe, dunkle Schatten unter deinen Augen. Deine anhaltende Schlaflosigkeit und kompromisslose Verweigerung, dein überdrehtes Gemüt langsam wieder herunterzukühlen. –Und du bist unkonzentriert, mein Lieber. Unkonzentrierter als im Normalfall, zumindest. Sonst hättest du mir –einem namenlosen Fremden– das eben nicht so ausführlich geschildert. Du wärst nicht so emotional geworden. Du hättest dich niemals offen über das Verhalten deiner Vorgesetzten beschwert. Du hättest vorhin nicht so oft gelächelt. Du hättest mich schon längst zumindest nach meinem Namen gefragt...
Während Graves unverändert zutiefst unzufrieden mit seinem Ist-Zustand weiter vor sich hin echauffierte, hatte Gellert zwischenzeitlich abgeschaltet und war dazu übergegangen, den Zauberer mental zu kommentieren und zu korrigieren, löste seine gedankliche Blase aber ungläubig wieder auf, als Graves vor ihm plötzlich einen todesentnervten Seufzer von sich verlauten und sich nach hinten weg- in die dezent ungemütliche Matratze auf die Bettdecke fallen ließ –es herrschte kurz Ruhe– nur um anschließend im Grummelton zu seinem Höhepunkt zu kommen.
„...Das ist doch der Gipfel! Ich werde hier behandelt wie ein Schwerverbrecher, dabei versuche ich lediglich, meinen verdammten Job zu machen!“

Gellert wartete. Und beobachtete. Und wartete weiter. Doch Graves schien nun endgültig nichts mehr zu sagen zu haben und zu seinem Punkt gekommen zu sein, der ihn im Kern vermutlich am allermeisten belastete, an seiner aktuellen Misere störte und ihm schwer auf der Seele gelegen haben musste.
Graves blieb stumm. Bewegte sich nicht einmal großartig. Er legte sich lediglich seine flachen Handflächen aufs Gesicht, fuhr sich ein paar mal darüber, nur um sie begleitet von erneutem, tiefen Durchatmen nach hinten weg über seinem Kopf lang auszustrecken und ausdruckslos gen Zimmerdecke zu starren.
In Gellert kam ob dieses Verhaltens unwillkürlich augenblicklich erneut die Assoziation mit einer Katze auf. Einer todesbetrübten Katze, die mit allen Mitteln nach einer aufmunternden Umarmung verlangt, um genau zu sein. Grindelwald ignorierte entschieden seinen ersten Impuls, dem tatsächlich nachkommen zu wollen, und wischte sich auch diese unwillkommene, ihn aus unerfindlichen Gründen spontan heimsuchende, irrwitzige Vorstellung genauso energisch wie entschlossen direkt wieder aus seinem Verstand –konzentrierte sich aufs Wesentliche.
„Und was haben Sie jetzt vor?“
„Was soll ich schon vorhaben?...“, seinem Tonfall nach zu urteilen, war Graves’ jetzt in träge Gleichgültigkeit verfallen, blieb ungerührt die Zimmerdecke betrachtend einfach liegen und verleitete Gellert bereits zu dem Gedanken, dass es jetzt vielleicht an der Zeit wäre, den überreizten ersten Direktor des MACUSA von seinem Elend zu erlösen –wurde dann aber doch noch von Graves überrascht, „...Obwohl...eine Idee hätte ich...“
Jeglicher Anflug von Gleichgültigkeit, Trübsinnigkeit, unzufriedener Resignation hatte schlagartig die Stimme des Amerikaners verlassen. Es klang vielmehr so, als lächelte er wieder. Als fände er seine eigene »Idee« äußerst verheißungsvoll. Als wollte er seinen blonden Gegenüber allein mit seinem Tonfall zu irgendetwas locken.
Gellert seinerseits war sich noch unschlüssig, ob er überhaupt gelockt werden wollte und musterte den Zauberer auf dem Bett vor sich daher zunehmend kritisch und misstrauisch dabei, wie er sich in aller Geschmeidigkeit wieder in eine aufrechte Sitzhaltung begab, ganz an die Bettkante heranrutschte und unverhohlen auf ihn einschmunzelte.
„...Seit Sie sich in meine als Krankenzimmer getarnte Zelle verirrt haben, haben sich immerhin die Parameter verändert.“, auf Gellerts fragende, verständnislose Miene intensivierte sich dieses Schmunzeln augenblicklich in ein kleines, sanftmütiges Lächeln, „Jetzt habe ich jemanden, mit dem ich mich beschäftigen kann. Jemanden, mit dem ich mich ablenken kann. Jemanden, mit dem ich mich abreagieren kann.“
Grindelwald ordnete sich selbst ganz entschieden als absolut nicht begriffsstutzigen Zauberer ein –und dennoch, und dennoch war Gellert sich nicht sicher, ob er seine letzten Worte auch richtig verstanden hatte, oder vielmehr, ob Graves es auch wirklich so gemeint hatte, wie es bei Gellert angekommen war.
Seine Zweifel verflogen inklusive seiner mentalen, nach einer logischen Alternative suchenden Erörterung allerdings spätestens in dem Moment, da Graves ihm mit den Rücken seiner Finger einmal Wange und Kieferkontur entlangstrich, sich nun ganz von der Bettkante erhob und ihm mit verträumten Blick einen Kuss auf seine Lippen hauchte. Einfach so! Und bei einem harmlosen Kuss, der eventuell noch als eine Art kurioser Unfall auszulegen gewesen wäre, blieb es auch nicht! Lange nicht!
Anstatt anschließend wieder auf Abstand zu gehen –Gellert hatte diesen Kuss immerhin kein Stück erwidert, zugegebenermaßen aber auch genauso wenig interveniert oder abgewehrt– fuhr der Amerikaner unbekümmert damit fort, den blonden Zauberer vor sich ausgiebig mit Liebkosungen zu versorgen. Graves’ eine Hand hatte sich auf seinen Hinterkopf geschlichen, seine Fingerkuppen verloren sich in den goldenen, kurzen Strähnen und sorgten für eine angenehme Kopfmassage, während er unverändert Grindelwalds Lippen für sich in Anspruch nahm –und nicht einmal versuchte, sein amüsiertes Schmunzeln zu verbergen.

„Das können Sie nicht so einfach mit mir machen, Graves!“
Schwache Leistung. Ganz schwache Leistung. Vor allem in Gellerts Augen. Aber ihm war nichts besseres eingefallen, als ihm genau das entgegenzuschleudern, verbunden mit einem abwehrenden Schubs gegen das Brustbein des Direktors. Was hätte er auch sagen sollen? Den amerikanischen Direktor für magische Strafverfolgung darüber aufzuklären, wem er hier gerade wirklich gegenüberstand, wen er hier gerade ungefragt einfach küsste und sämtliche Aussagen, die auf genau diese Frage hinauslaufen würden, hielt Gellert verständlicherweise weder für eine sonderlich gute Idee noch für eine besonders kluge Strategie –und einfach einen Todesfluch oder vergleichbares auf ihn abzufeuern, empfand Gellert dann doch als etwas drastisch, abgesehen davon, dass er diesen vorwitzigen Amerikaner noch lebendig brauchte.
Daher beließ es Grindelwald bei einer Abwehrreaktion und diesem einen vorwurfsvollen Satz, in dem unterschwellig aber auch ein Hauch Frage mitgeschwungen war, als er seinen ausgedehnten Moment der bestürzten Fassungslosigkeit hinter sich gebracht und seine Denkfähigkeit inklusive seiner Reaktionsfähigkeit erfolgreich zurückerlangt hatte.

Graves zeigte sich merklich unbeeindruckt. Seine Hand in Gellerts Haaren hatte durch den abrupten Stoß in seinen krauelnden, weichen Bewegungen zwar innegehalten, blieb aber wo sie war, während der Auror diesem Blick aus ihn vorwurfsvoll musternden honigbraunen Augen im ersten Moment fragend entgegnete, ihn im Anschluss jedoch sanft belächelte, sich direkt wieder vorbeugte und ihm mit seiner Zungenspitze seinen Ohr entlangfuhr.
„Kann ich nicht? Warum nicht?“, raunte Graves ihm in einer skurrilen Mischung aus ehrlich interessiert, nachsichtig, sanft tadelnd und belustigt ins Ohr, während er sich Gellerts Kopf etwas zurechtdrehte, um anschließend seine Kieferkontur mit einer Spur aus Küssen bedecken zu können, „Mir ist sterbendslangweilig hier drinnen, ich finde dich schnuckelig –und wärest du bereits anderweitig emotional gebunden oder gänzlich abgeneigt, hättest du mir längst eine gescheuert...Warum also nicht, mein namenloser Fremder?“
...Seit wann sind wir eigentlich beim »Du«, Graves?!...Moment, »schnuckelig«?!–
Der Direktor hatte zwischenzeitlich von Gellert abgelassen, nur um ihm neckend unter sein Kinn tippen zu können, mit einem Finger seine Halsschlagader, seinen Schulterbereich entlangzustreichen und in einer mit Geschmeidigkeit und Präzision ausgeführten Bewegung hinter ihn zu treten, als Gellert unverhohlen vorwurfsvoll –beinahe schon anklagend– bereits der nächste Satz herausplatzte und diesen mit einem echauffierten Blick über seine Schulter komplettierte.
„–Sie sind nicht schwul, Graves!..“
Grindelwald erreichte damit lediglich, dass ihn zwei warme Handflächen an seinen Schläfen berührten, sein Kopf wieder nach vorn ausgerichtet wurde, sich das Kinn des Aurors in seinem derzeit goldblonden Haarschopf positionierte und sich letztlich zwei Arme von hinten locker auf seine Schultern legten, sodass Gellert Graves’ leere Handflächen entspannt vor sich in der Luft baumeln sehen konnte.
„Glaubst du nicht, dass ich das sehr viel besser beurteilen kann, als du, mein Lieber?“
Gellert hörte aus seinem Tonfall neben weiterhin unterschwelligem Tadel ganz klar einen verstärkten Anflug von Belustigung heraus, während das Gewicht auch schon wieder von seinem Kopf verschwand und sich Graves keinen Moment später doch tatsächlich dazu erdreistete, von hinten an seinem Ohrläppchen zu knabbern.
„...Und Sie sind der erste Direktor des MACUSA!“
...Unglaublich, dass ausgerechnet ich dir das einschärfen muss! Du kannst nicht einfach über einen wildfremden Zauberer herfallen! Immerhin hast du einen Ruf und einen Beruf zu verlieren! Einen Beruf, der laut deiner bisherigen Aussagen deinen gesamten Lebensinhalt darstellt –Ganz zu schweigen davon, dass dieser fremde Zauberer ausgerechnet ICH bin!...
Nebenbei war Grindelwald noch bemüht, sein Ohr wieder zu befreien, stieß bei Graves mit seinem seiner Meinung nach durchaus endgültig überzeugendem Argument aber weiterhin auf taube Ohren.
„Nein, bin ich nicht...“, aus seiner Stimme war die Heiterkeit verschwunden und sanft eindringlicher Ernsthaftigkeit gewichen, während er dem Zauberer vor sich einen Kuss auf die Schläfe drückte und anschließend mit seiner Wange auf Kuschelkurs ging –ähnlich wie eine Katze, die ihren Menschen als ihr Eigentum markiert, „...Bin ich jedenfalls im Moment nicht. Meine entzückende Vorgesetzte hat mich freigestellt, demnach bin ich momentan befähigt, zu tun und zu lassen, was auch immer ich will, solange ich nicht gesetzeswidrig handle –Das sagte ich dir bereits.“
Um die Wirkung seines letzten Satzes noch zu verstärken, führte er zeitgleich erneut einen Finger unter das bebartete Kinn des anderen Zauberers und dirigierte damit sein Gesicht so weit zur Seite, bis Graves ihm während er sprach einen strengen Blick inklusive leicht erhobener Augenbrauen zuwerfen konnte.
Die Hand wanderte anschließend vom Kinn in umschmeichelnden, neckenden, geschmeidigen Bewegungen weiter zurück in Grindelwalds Haarschopf, während der Direktor seine Runde beendete, wieder vor den sitzenden Zauberer trat und ihm erneut mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen und einem koketten Zwinkern einmal mit seiner gerade unbeschäftigten Hand auf seine Nasenspitze tippte.
„...Im Übrigen bevorzuge ich heute Nacht aus deinem Mund ganz entschieden »Percy«. Der Direktor hat schließlich offiziell Pause und hiermit rein gar nichts zu tun.“
Die Hand von der Nasenspitze war derweil tiefer gewandert und strich Grindelwald über Pyjamahose und Morgenmantel seinen einen Oberschenkel entlang, während Graves ihm genauso erwartungsvoll wie intensiv in seine derzeit honigbraunen Augen schaute.
„»Percy«?“
Gellert war irritiert. Irritiert und perplex –und man sah es ihm auch an. Nebenbei überfiel ihn zusätzlich noch die Frage, ob es tatsächlich möglich war, jemanden allein durch Blickkontakt zu hypnotisieren, beziehungsweise, inwieweit Graves es aktuell mit ihm versuchte und inwieweit er damit eventuell sogar erfolgreich sein könnte...
...Puste-Kuchen!, war das Ergebnis, zu dem Grindelwald in aller Entschiedenheit noch kam, ehe Graves ihn mit einem augenscheinlich mit ihm zufriedenen „Gut so“ auf den Lippen erneut auf den Mund küsste und nebenbei natürlich weder von Gellerts ehemals künstlerisch chaotischer, längst nicht mehr intakter Frisur, noch seinem Oberschenkel abließ.

„Warum bist du dir eigentlich so sicher, dass ich dich mit meinem Wissensstand nicht erpresse?“
Gellert stellte diese Frage mit einem ehrlich interessierten, ebenso süffisanten Lächeln auf den Lippen, während er wirklich, wirklich amüsiert über den anderen Zauberer zu ihm hinabschielte und seinen dunklen Schopf dabei beobachtete, wie er sich hingebungsvoll seinen Hals hinabküsste.
Auf diese Frage hin stellte Graves seinen Weg gen Schlüsselbein allerdings ein, begab sich vor seinem blonden Gegenüber in die Hocke, legte seine beiden Arme auf Grindelwalds Knien ab und schaute, sein Kinn auf seinen gefalteten Händen abstützend, mit ebenfalls nicht unamüsiertem Zug um die Mundwinkel zu ihm auf.
„Weil ich mich nicht erpressen lasse, ganz einfach.“
Diese untrügliche Selbstverständlichkeit, diese Selbstsicherheit, mit der dieser Satz geäußert wurde, veranlasste Gellert unverzüglich zu einem provokanten Grinsen, während er sich etwas vorbeugte und sich dazu hinreißen ließ, Percival mit dem bedeutsamen Kommentar „Aber ich könnte deinen Ruf zerstören“ auf den Lippen mit den Fingerkuppen einer seiner Hände in einer kaum spürbaren Berührung seine Wange entlangzustreichen.
„Versuch’s“, die streichende Hand hatte Graves’ Haut bereits wieder verlassen, Gellert schaute erwartungsvoll, wie aufmerksam zu Percival hinab, welcher in einen nüchternen Zungenschlag verfallen war, seine Position aber unverändert beibehielt, „Sollte dir tatsächlich Glauben geschenkt werden, konfrontierst du dich automatisch mit demselben Problem, mit dem du mir zu drohen gedenkst.“, Graves begegnete Gellert mit einem vielsagenden Blick, ehe er voller ungerührter Gelassenheit mit seiner Deduktion fortfuhr, „Um deine Behauptung, ich sei schwul, glaubwürdig und überzeugend klingen zu lassen, müsstest du gestehen, mindestens einen Kuss mit mir ausgetauscht zu haben. Zugegeben, ich biete dir hier gerade genügend Material, die deine Glaubwürdigkeit stützen und mich belasten würden, solltest du deine Erinnerung beispielsweise durch ein Denkarium für andere sichtbar machen. Egal, ob die Bilder darin gefälscht wären oder nicht, es würde zwangsläufig dazu führen, dass die Gesellschaft dich ebenfalls für schwul hält. Ob es nun stimmt oder nicht.“
Ein neckendes Grinsen. Ein leicht zur Seite geneigter Kopf. Die Unbescholtenheit in Person.
„Aber du hättest mehr zu verlieren.“
„Irrelevant.“, als Grindelwald mit seiner Mimik deutlich ein zweifelndes »Ach?« zum Ausdruck brachte, war Percival so freundlich, noch einmal etwas weiter ins Detail zu gehen, natürlich ohne dabei seine gelassene, selbstbewusste Ausstrahlung zu verlieren, „Wohlwahr, meine Karriere, mein tadelloser Ruf wären höchstwahrscheinlich unwiderruflich beschädigt, doch da dir bewusst ist, was du mir alles nehmen könntest, wird dir auch bewusst sein, dass ich über die Macht verfüge, deine Existenz zu zerstören. Du würdest nichts gewinnen, keinen Profit erzielen oder irgendwelche Vorteile daraus erschließen können. Du würdest nur alles verlieren –eben, weil ich mich nicht erpressen lasse.“
„Wie gut, dass ich nicht vorhatte, dich zu erpressen.“, kam direkt die lammfromm geschmunzelte Antwort seitens Gellert, als Percival mit eindringlichem Blick wartend zu ihm aufsah.
...Du bist erfrischend unkompliziert, Graves...Keine Schüchternheit. Keine Scheu vor der Diskreditierung durch die Öffentlichkeit. Keinerlei Hemmungen, nur weil schwul zu sein in unserer Gesellschaft nunmal noch automatisch bedeutet, nicht toleriert zu werden. Wir sind uns erschreckend ähnlich, mein Lieber...

Gellert wusste nicht, wann genau er beschlossen hatte, nicht mehr nur zu dulden, nicht mehr nur abzuwarten, nicht mehr nur stillsitzend zu genießen. Er wusste es nicht. Hatte nicht die leiseste Ahnung. Jedenfalls, irgendwann musste er dann wohl angefangen haben, in einen Kuss mit einzusteigen, Graves an seinem Nacken zu sich zu führen, bei sich zu halten und ihren Kuss weiter zu vertiefen –unwissend, dass ihm das ein oder andere verräterische, noch so leise Geräusch entfleuchte.
Vielleicht war Grindelwald ja doch nicht so immun gegen diese Art der Manipulation, wie er bisher immer geglaubt hatte?
Mittlerweile befand er sich jedenfalls nicht länger sitzend auf einem Stuhl, sondern vielmehr liegend in einem Bett. Das Kopfkissen wieder da, wo es hingehörte, die Bettdecke halb unter sich und einen Zauberer –den er sowohl für seine aktuelle Verfassung, als auch momentane Position alleinverantwortlich machte– halb über sich –auch wenn Gellert wirklich schleierhaft war, wann, wie, was genau überhaupt stattgefunden hatte. Und diese Entwicklung empfand er dann doch milde ausgedrückt als äußerst beunruhigend.
...Die Rollenverteilung war bisher immer klar! Ich verführe, manipuliere, beeinflusse! Und zwar in sämtlichen Lebensbereichen! Ich bin der Verführer, derjenige, der die Verantwortung trägt, der das Geschehen lenkt! Nicht der Verführte!...Bisher. Immer. Gewesen. –Pustekuchen!...Na schön, du willst dich also unbedingt mit mir ablenken, beschäftigen und abreagieren –und es ist ja nicht so, als hätte ich nicht auch genügend Gründe, um mich abreagieren zu wollen...Vielleicht habe ich sogar mehr als du, mein Lieber...
Kaum hatte Gellert seine Orientierung zurück, beschloss er, Percival deutlich zu machen, dass nicht nur er den dominanten Part für sich beanspruchen konnte –und nahm ihm diese Rolle daher kurzerhand ab. Anstatt also weiterhin unter ihm zu liegen, drückte er nun seinerseits Graves mit seinem Körpergewicht tiefer in die Matratze –und durfte feststellen, dass sich Percival unter seinen Händen wirklich gut anfühlte. Also, wirklich, wirklich gut.
Percivals Haarstruktur war nicht so weich, locker, leicht wie seine eigene. Graves’ Haare waren schwer. Schwer, dick und perfekt geeignet, um sich darin festzuhalten, sie zu benutzen, um sich den Kopf in geeignete Positionen zu drehen –und ohnehin prädestiniert dafür, ins Chaos gestürzt zu werden. Seine Haut war weich und warm und spannte sich perfekt über darunterliegende feste Muskulatur. –Und diese andauernde Assoziation von Percival als Katze wurde Gellert ebenso wenig wieder los, wie er diesen frischen Duft nach Kurkuma und Bergamotte, der eindeutig von diesem Zauberer ausging, wieder aus seiner Nase bekam. Es war betörend und unignorierbar –nicht, dass Gellert sich überhaupt bemüht hätte. Dafür genoss er es zu sehr. Viel zu sehr.
Die Art, wie sich Graves unter ihm an ihn schmiegte. Wie er ihn in eine Umarmung zog, ihn so sicher auf sich hielt und ihm damit die Möglichkeit bot, beide Hände anderweitigen, spannenderen Aktivitäten zu widmen, als eine für einen sicheren Halt opfern zu müssen. So konnte sich Gellert in aller Seelenruhe durch diesen dunklen Schopf kraueln und mit seiner anderen Hand gleichzeitig unter dem Shirt des anderen Zauberers verschwinden und ihm sein Bein entlangfahren, während er sich bereitwillig auf ihr Zungenspiel einließ und sich durch ihren Kuss beidseitig weitere kleine Seufzer lösten.
Als Gellert sich kurzzeitig aufgrund von Atemproblemen –klarer Fall von Sauerstoffmangel– kurzzeitig wieder von den fremden Lippen befreien musste und einen prüfenden Blick auf den Untenliegenden warf, lächelte Percival ihn nur an. Er lächelte ihn an, mit zerwuselter Frisur, kussfeuchten Lippen und diesen dunklen, tiefbraunen Augen, die derzeit einen hungrigen, verklärten Ausdruck angenommen hatten, während er ihn einfach weiter in seiner Umarmung hielt und ihm über seinen Morgenmantel über den Rücken strich.
Gellert konnte über diesen Anblick nur vor sich hin grinsend dezent mit dem Kopf schütteln –immerhin war das so ganz und gar nicht geplant gewesen!– ehe er sich wieder zu Percival hinabbeugte, um sich seine Kieferkontur, seine Halsschlagader entlangzuküssen –bis ihn plötzlich der Gedanke überfiel, dass es doch bestimmt eine entzückende –nein, »schnuckelige«!– Idee wäre, dem ersten Direktor des MACUSA ein hübsches, kleines Unterdruckhämatom als Andenken zu verpassen.

„Denk nicht mal dran!“, unverkennbarer Vorwurf schwang augenblicklich in Percivals Stimme mit, als er den Plan dieses ausgefuchsten goldblonden Zauberers über ihm wohl durchschaut hatte und ihn abrupt in der praktischen Umsetzung seines Vorhabens unterbrach, indem er sie erneut herumdrehte und dem nun untenliegenden, scheinheilig unschuldig zu ihm aufblinzelnden, hinaufschmunzelnden Gellert einem sowohl strengen, mahnenden, als auch belustigten Blick unterzog, „...Offiziell bin ich immerhin single und dabei möchte ich es auch belassen. Also keinerlei Knutschflecken, mein Lieber.“
...Zu schade..., Gellerts Lächeln wurde unverzüglich eine selige, verschmitzte Spur breiter, während er sich Percival wieder fordernd zu sich hinabzog und in einen besänftigenden, weiteren innigen Kuss verwickelte, ...Zu schade für dich, dass dein Einwand bereits zu spät kam...
Während Grindelwald ein wenig in seinen eigenen Gedanken schwelgte und Percival ausnahmsweise wieder die Führung übertrug, sich darauf beschränkte, Graves, seinen Körper, seine Hände, einzelne Haarsträhnen zu spüren, zu fühlen, zu schmecken, wahrzunehmen, ließ er sich nebenbei einfach weiter von dieser eigentümlichen Kurkumanote einlullen. Seine Augen waren ihm längst zugefallen –nicht zum ersten Mal– und konnte so den anderen Zauberer auf sich, jede seiner Bewegungen, nur intensiver genießen –und das tat er. Das tat er wirklich.
Einzelne, dunkle, gelöste Strähnen, die ihn aufgrund der Schwerkraft an seiner Nase und in seinem Gesicht kitzelten, während sie einen weiteren Kuss austauschten. Seine Fingerkuppen, mit denen er Gellert in krauelnden Bewegungen erneut eine mehr als angenehme Kopfmassage zuteilwerden ließ. Finger, die sich unter seinen Morgenmantel schoben, in seinen Pyjama stahlen und ihm ein wohliges Prickeln inklusive unzähligen Gänsehautmomenten bescherten.

Als sich Graves’ Lippen unerwartet von ihm lösten, nur um ihm kaum einen Augenblick später neckend in seinen Schlüsselbeinansatz zu beißen, und Gellert darüber knapp an einem erstickten Aufschrei vorbeischrammte und stattdessen ein ertapptes Keuchen von sich hören ließ, konnte er auch schon fühlen, wie Percival ihm mehr spür- denn hörbar gegen die leicht gerötete Stelle lachte, ihm leise „Nicht einschlafen“ ins Ohr raunte und ihn anschließend mit einem weiteren Kuss auf die Schläfe bedachte.
„Würde mir nicht im Traum einfallen.“, kam postwendend die gegrummelte, unterschwellig recht vorwurfsvolle Entgegnung, während er hartnäckig –vielleicht aus stummem Protest, vielleicht aus purer Provokation, vielleicht auch einfach nur, weil er es wollte– seine Augen geschlossen hielt und für seine Antwort mit einem weiteren, ausgedehnten Mundkuss belohnt wurde.

Gellert sah sich erst gezwungen, aus seinem wunderbaren, mentalen Schwebezustand aufzutauchen und seine Augen wieder einen Spalt breit zu öffnen, als Percival ihm mit einer Hand über seine Pyjamahose über seine Körpermitte strich –seine durchaus deutlich für sich sprechende Körpermitte. Genauso überdeutlich, wie er auch Percivals Körpermitte derzeit und bereits seit einer Weile sehr präsent an seinem Oberschenkel spüren konnte, um genau zu sein.
„Kein Sex!“, stellte Grindelwald daher sofort eindeutig klar, ehe Graves noch auf dumme Gedanken kommen konnte, während er ihn mit nur spaltbreitgeöffneten Augen genau ins Visier nahm und in strengem, autoritären Tonfall direkt noch „Ist in deinem Zustand sowieso unvernünftig“ als Argument anfügte.
...Du bist aufmerksam. Du bist fürsorglich. Du bist wirklich gut. Und du bist dominant. Du bist genauso dominant wie ich, genaugenommen, wenn auch anders. Aber –mein herzallerliebster Percy– ich werde mich nicht so leicht von dir verführen lassen. Ich werde ganz sicher nicht mit jemandem schlafen, der nicht einmal weiß, wer ich bin...
„Vielleicht lege ich es ja gerade darauf an, unvernünftig zu sein?“
Diese Frage, die mehr eine Antwort war, gepaart mit einem seligen, verwegenen, breiten Grinsen, hypnotisch funkelndem Blick, während Percival ganz von ihm herunterrutschte, seinen Kopf auf einem Arm aufstützte und mit seiner anderen Hand unbekümmert weiter über Gellerts Körpermitte strich und ihn so provokativ unablässig weiter reizte, veranlasste Grindelwald unverzüglich dazu, seinen Kopf in einer frustrierenden Mischung aus entnervt und erregt, stöhnend, wimmernd in den Nacken zu legen –Nur um im Anschluss mit seinem Kopf direkt wieder hochzufahren, den verzückten, verzückenden Zauberer unmittelbar neben sich einem bösen, strafenden Blick zu unterziehen und ihm seinen besten, mahnenden Zeigefinger zu präsentieren.
„Kein. Sex. Percy.“ Gellert brachte diese drei kurzen Wörter mit aller Entschlossenheit, deren er fähig war, hinaus –mit dem Ergebnis, dass die Hand von dieser derzeit wirklich überempfindlichen Stelle seines Körpers verschwand. Ganz im Gegensatz zu dem Zauberer selbst.
Ein mit einem sich geschlagen gebenden Schmunzeln gemurmeltes „Spielverderber...“ später, kuschelte sich Graves so eng an seinen blonden Nebenmann, wie es eben ging, und legte ihm behutsam einen Arm um Bauch und Taille. Gellert ließ es mit einem noch leicht fragenden Gesichtsausdruck mit sich machen, blieb einfach auf seinem Rücken liegen und legte beiläufig auch einen Arm um Percival, ehe er selbst dahinterkam.
„...Bekomme ich dann wenigstens einen richtigen Gutenachtkuss von dir?“
Keinerlei Sarkasmus. Keinerlei unterschwelliger Vorwurf. Keinerlei Amüsement. Nur ein fragender, fast schon bittender Blick und ehrlicher Wunsch. Wie könnte Grindelwald da widerstehen?
Noch eine Spur ungläubig darüber, dass er es anscheinend unbeabsichtigt irgendwie geschafft hatte, diese vorwitzige, dickköpfige, uneinsichtige, unverbesserlich eigensinnige Version eines Zauberers zu mehr Vernunft zu bewegen –oder sich zumindest der Vernunft zu fügen– brauchte er einen Moment, grinste mit einem bestimmt alles andere als intelligent erscheinenden Gesichtsausdruck stumm vor sich hin, ehe er sich zu Percival beugte, eine krauelnde Hand verlor sich derweil in seinem Nacken, und ihn mit einem kleinen Kuss auf die Stirn bedachte.
Als Percival auf diese Auffassung eines »richtigen Gutenachtkusses« direkt einmal unzufrieden aufgrummelte und Gellert mit einem anklagenden Blick aus höchstens halboffenen Augen mit ungesund tiefen Schatten darunter begegnete, konnte der Zauberer nicht anders, als einmal befreit aufzulachen –etwas in die Richtung hatte Grindelwald schließlich kommen sehen und nicht darauf verzichten wollen, Graves noch etwas aufzuziehen– bevor er Percival dann wirklich das gab, worum er ihn eben noch so zuckersüß –nein, so »kätzchensüß«, wer braucht schon Welpen– gebeten hatte.
Ein letzter Kuss auf den Mund. Mehr langsam und gefühlvoll, denn leidenschaftlich und hitzig. Gellert konnte ihm damit neben weiteren kleinen Seufzern ein anhaltendes, mehr als zufriedenes Brummeln entlocken, bevor Grindelwald sich dann ganz zurück auf seinen Rücken drehte und Percival seinen Kopf in Schlüsselbeinhöhe auf seinem Oberkörper betten konnte.
Graves hielt seine Augen längst geschlossen und ließ von sich auch weiterhin dieses genießerische Brummeln –vielleicht auch Schnurren?– vernehmen, während er sich unter den Streicheleinheiten des anderen Zauberers schnell immer weiter und tiefer entspannte. Während Grindelwald den Zauberer in seinem Arm mit ebenjenem etwas stützte, den erschlaffenden Körper in Position und nah bei sich behielt, strich Gellert mit seiner freien Hand durch die dunklen Strähnen, knetete sie, fuhr weiter hinab über Schläfe, Wange, Kieferkontur, Hals, Schulter, den Arm hinunter, welcher nach wie vor locker um seine Taille gewickelt um ihn lag. Natürlich entging Gellert weder die sich verändernde, tiefere Atmung noch der Umstand, dass mittlerweile jegliche Anspannung aus Percivals Gliedern gewichen war, und musste sehr zu seinem Erstaunen feststellen, dass Percival Graves bereits eingeschlafen war.
...Dieser Zauberer stürzt mich noch in eine verschärfte Sinnkrise!...

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So. Schluss. Punkt. Ende? ( ...Findet es HIER heraus)

Wenn ihr Lust habt, lasst mir doch einen Kommi da. Über Rückmeldungen freue ich mich immer ☺
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