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When an angel dropped me

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
11.03.2020
11.03.2020
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790
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Diana wartete an der Brücke die nach Green Gables führte auf ihn. Wie immer zauberte ihr Anblick Jerry ein lächeln auf die geschwungenen Lippen und sein Herz machte einen Freudensprung als er sie erblickte. „Diana! Hallo, freut mich Dich zusehen.“ Von weitem hatte er nicht bemerkt das Diana etwas zu beschäftigen schien, doch als er nun vor ihr stand spürte er dies umso deutlicher. Das schwarzhaarige Mädchen schien Nervös und emotionsgeladen. Noch ehe er sie fragen konnte was passiert war brach sie mit der Wahrheit zu tage und beförderte sein Buch sowie den kleinen Porzellanpudel aus ihrem Korb hervor und hielt sie ihm entgegen. Schnell begriff Jerry weshalb sie so rastlos wirkte. Ich bin ihr nicht gut genug, schoss es ihm durch den Kopf. „Wir können uns nicht mehr treffen. Wir sind wie Äpfel und Birnen. Es hat einfach keinen Sinn, das hatte es nie.“ Ihre Stimme klang hart und distanziert und Diana's Worte unterstrichen Jerry's Verdacht, weshalb er sich den Tag zuvor noch Rat suchend an Anne gewandt hatte.

Binnen weniger Sekunden zog sein Herz sich schmerzlich zusammen, als würde Diana es höchstpersönlich in seiner Brust zerquetschen wollen. Obwohl Jerry die Antwort bereits kannte, sah er sie ungläubig an. „Bin ich nicht gut genug für Dich?“ „Das ist es nicht...“, setzte sie an. „Es ist nur... Wir kommen aus verschiedenen Welten...“ „Und ich bin nicht gut genug für dich...“, platze Jerry ihr ins Wort. „Ich gehe nach Paris und...“ „Du wolltest schon immer nach Paris. Wir waren schon immer wie du sagst Äpfel und Birnen. Was ist jetzt anders?“ Mit jedem weiteren Wort mit dem Diana rang, gruben sich ihre Finger fester in sein Herz und schienen es förmlich zerreißen zu wollen. Warum hatte er ihr nur diese dumme Frage gestellt, er wusste die Antwort doch bereits und nichts in der Welt würde Diana davon abbringen ihn zu verlassen. Sie würde ihn gebrochen zurücklassen. Sie würde ihn wegschmeißen, als sei er ihrer nie Wert gewesen. Er war eben nur ein schäbiger, mittelloser Franzose. Was konnte er ihr schon bieten!

„Gar nichts, es ist nur... Weil du es Anne gesagt hast! Ich dachte wir halten es geheim!“ „...ich bin nicht gut genug für dich...“ Er hatte es gewusst die ganze Zeit über und nun hatte sie es geschafft, sie hatte sein Herz mit aller macht zermalmt, zerquetscht bis nicht einmal mehr der kleinste Funken Glückseligkeit in ihm fortleben konnte. Bei Gott, er musste sich zusammenreißen nicht vor Diana die Fassung zu verlieren, nicht den Tränen nachzugeben, die sich ihren Weg nach draußen erobern und ihm die Sicht auf ihr wunderschönes Antlitz rauben wollten. “Du warst ungezogen und...und aggressiv und das kann ich nicht dulden. Hier, nimm es!“, sagte sie und aufgebracht und bestimmend hielt sie ihm sein Buch und den Porzellanhund entgegen. Unfähig sich zu rühren und wie durch einen Nebelschleier starrte Jerry auf die kleinen Habseligkeiten, in Diana's zarten, filigranen Händen. Ebendiese Hände die er noch vor kurzem bei einem Spaziergang, mit seinem Handrücken zart gestrichen hatte, die er am liebsten so sehnlichst in die seinen genommen hätte um sie sanft und voller Liebe zu streicheln. Hätte er bei ihrem gemeinsamen Spaziergang doch nur gesagt das ihm bewusst war das Frankenstein der Arzt und nicht das Monster war, wie er erst gedacht hatte. Aber was spielte das jetzt noch für eine Rolle! Er hatte sich vor Diana blamiert!

Ein dumpfer laut holte ihn in die Gegenwart zurück. Schmerzerfüllt fiel sein Blick auf den kleinen weißen Hund mit dem blauen Halsband, als Diana kurz darauf wütend über die Brücke stapfte, als sei einzig und allein er Schuld an alledem und nicht die Gesellschaftlichen Unterschiede aus denen beide stammten. Nie würde Diana sich aus den Konventionen ihrer Familie lösen können und täte sie es doch wäre ihr Schicksal besiegelt und ihr Ruf mit ihm an ihrer Seite ruiniert. Die Tränen hatten gesiegt und rannen ihm in kleinen Bächen die Wangen herab.

Jerry war es gewohnt das die Leute, insbesondere die feine Gesellschaft auf ihn herab sah, nur den Froschbeinfresser in ihm sahen, doch nie zuvor in seinem noch so jungen und doch turbulenten Leben hatte er sich so Wertlos und benutzt gefühlt wie in diesem Moment des Kummers. Schluchzend sank er auf die Knie und nahm das Hündchen in die Hände, auf welches warm seine Tränen stürzten. „Naja, wenigstens siehst du gut aus. Das spricht für dich.“, spukten ihre Worte in seinen Gedanken umher. Für sie war er offensichtlich nicht mehr als ein ansehnliches Accessoire gewesen, mit dem man umgehen konnte wie einem beliebte. Jerry hob den verschleierten Blick und sah Diana hinterher, bis sie in dem saftigen grün des Waldes verschwunden war. Sie hatte sich nicht ein einziges mal zu ihm umgedreht...
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