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There is no Simple Plan for Life (Fortsetzung)

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 Slash
11.03.2020
14.01.2021
8
50.723
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8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.04.2020 5.027
 
Hurra, Hurra Kapitel zwei ist da C:
Da, dass erste Kapitel scheinbar nicht so gut ankam hoffe ich das es zweite Kapitel tut …
Nun ja was soll ich sagen ich Denke das dritte kommt schneller als das zweiter c:
Ich würde mich freuen etwas von euch zu hören.

lg Muffin <3



Chapter 2 If been asking for Problems

Hauro hockte vor dem kleinen Teich und sah den Seerosen dabei zu wie sie über das Wasser tanzten, während er mit einem Stock kleine Kreise hindurch zog. Sein Blick jedoch war leer. Geistig befand Hauro sich in einem Land welches jenseits seiner jetzigen Welt lag.
Er erhob sich, warf den Stock bei Seite und trat noch einen kleinen Schritt näher an das Wasser heran, in seiner Welt jedoch stand er nicht an einem Teich sondern am Meer und er konnte sehen wie unendlich viele Noten sich dem Wind anschlossen und eine wunderschöne Melodie erschufen.
Hauro schloss die Augen und atmete einmal tief ein, sein Silberhaar wurde vom Wind leicht angehoben. In langen Wellen,ähnlich den des Meeres vor ihm glitt es ihm über die Schulter. Die Noten glitten durch Bäume, über Wiesen, streiften einmal ganz sanft seine Finger und schmiegten sich dann um ihn herum, als hätte Hauro sich in einen Blätterhaufen fallen lassen.
Als die Klaviernoten stoppten öffnete er die Augen wieder, vor ihm tanzen immer noch die Seerosen über den Teich. „Mama …“, flüsterte er schließlich und ging ins Haus zurück, eilte die Treppen hinunter und öffnete die Türe zum Bandraum.
Da saß sein Onkel am Klavier und spielte die gleiche Melodie welche er selber gerade noch gehört hatte. Der Wolf  hatte Hauros kommen gar nicht bemerkt. Seine sonst so scharfen Sinne waren einzig und alleine nur auf das Klavier gerichtet. Koga der eigentlich eher grobe Drummer der Band, der sich ständig, wenn nicht sogar Pausenlos mit Hauros Vater kabbelte, saß völlig ruhig am Klavier und entlockte ihm Töne als würde er die Tasten streicheln.
fasziniert und gefesselt von dem was er da sah, hatte Hauro schon wieder vergessen was er eigentlich hier unten wollte. Die Töne schlichen an ihm hoch und nahmen ihn komplett ein, er fühlte was er hörte und musste schlucken. Langsam und leise trat Hauro an das Klavier heran, zog einen Hocker zu sich und setzte sich neben seinen Onkel an das Klavier.
„Ich wusste gar nicht dass du das komponiert hast, ich dachte das ist von meinem Vater.“, Koga blickte nicht auf, sein Blick blieb an den Tasten des Klaviers hängen und er seufzte einmal bevor er antwortete. „Nein, auch wenn ich zugeben muss dass es von deinem Vater hätte sein können.“ In Hauros Gegenwart bemühte der Wolf sich sichtlich InuYasha nicht Köter oder Hundejunge zu nennen.
„Darf ich dich fragen wie du darauf gekommen bist?“
„Weißt du, manchmal gibt es Dinge die behält man lieber für sich, aber wenn ich dir einen weisen Ratschlag geben darf Miniköter. Überprüfe die Fakten, bevor du dir das Herz brechen lässt.“ ohne ein weiteres Wort zu sagen richtete Koga sich auf und klappte den Deckel für die Tasten hinunter. „Wenn du deinen Vater suchst, der ist hinten im Tonstudio und layert das Klavier.“
Urplötzlich viel Hauro wieder ein aus welchem Grund er nach unten gegangen war. Dennoch machte ihn die Aussage seines Onkels etwas stutzig. Ayame und er waren doch jetzt schon fast 10 Jahre verheiratet. „Hm …“, machte Hauro und blickte noch eine Weile auf die Tür des Raumes welche Koga gerade hinter sich zugezogen hatte. Was auch immer ihn bewegte während er diese Melodie spielte es schien ihm weh zu tun, denn es traf Hauro immer noch, wie ein Echo zog die Melodie durch seine weißen, weichen Ohren.
Hauro überkam ein kurzer Kälteschauer, danach schüttelte er den Kopf und öffnete leise die Tür zum Tonstudio. Sein Vater saß am Computer direkt neben dem Mischpult und layerte das Klavierstück von Koga mit einer Geige. Die Geige musste InuYasaha selber eingespielt haben denn sie stand direkt neben ihm auf einem Ständer, leise um seinen Vater nicht erschrecken, was sehr oft passierte wenn er konzentriert war räusperte Hauro sich.
„Papa, ich glaube ich weiß was dem Klavierstück noch fehlt.“ InuYasha zuckte resignierend mit den Öhrchen und wandte sich nur kurz um. „Wusste ich doch das deine Ohren mehr Feingefühl haben als meine, zumindest behauptet das stinkende Wolf.“ Hauro rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf.
„Ich nehme an das soll ein Orchester Theme von einem Soundtrack werden richtig?“
„Sehr gut erkannt mein Sohn und was ist meinen Ohren da so wichtiges entgangen?“
„Ist es das Main Theme von dem neun Spiel Ori and the blind forest?“
„Ich habe ein kleines Genie aufgezogen.“ Antwortete InuYasha in einem übertrieben niedlichem Ton, als würde er mit einem Kleinkind reden und wuschelte seinem Sohn einmal über den Kopf, als er von seinem PC aufgestanden war. Genervt hob Hauro seine Hand und fuhr sich einmal kurz durch die Haare, ging jedoch nicht weiter auf die Geste seines Vaters ein.
„Wie wäre es, wenn du das ganze mit einer -“
„Frauenstimme hervorhebst, die Grundmelodie zumindest die, die das Klavier spielt? Jawohl richtig mein Sohn, aber alles was dein Onkel dazu zu sagen hatte war: Ich glaube dein Gehör lässt nach du alte Flohtöhle, dein Sohn wird schon merken was ich meine.“ Während InuYasha Koga zitierte versuchte er die tiefe und arrogante Tonlage des Wolfes zu treffen.
„Wenn du versuchst ihn nachzuäffen wirkst du nicht reifer als er, das ist dir bewusst oder?“ InuYasha gab keine Antwort er kreuzte die Arme vor der Brust und zog eine Braue nach oben. Hauro wusste was diese Geste zu bedeuten hatte.
„Ist ja gut verzeih meine Respektlosigkeit Vater.“ sagte Hauro und beugte sich einmal kurz. Sein Vater lachte auf und stupste die Stirn seines Sohnes an, „Lass den Blödsinn Sohn, ich bin froh das du nicht auf den Mund gefallen bist, aber du vergisst trotzdem zu oft mit wem zu redest mein Freund.Wie auch immer, was war dein Idee? Oder war es nur die Stimme, die mir „Entgangen“ ist“
„An welche Stimme hast du gedacht? Weil ich dachte vielleicht an -“
„Deine Mutter.“, beendete InuYasha für Hauro den Satz.
„Woher wusstest du -“
„Mein Sohn ich bin dir soweit voraus, das könnte ich nicht mal in Lichtjahren ausdrücken. Ich weiß nicht wie der stinkende Wolf auf die Idee kommt dass ich es nicht genau so gut weiß wie du, ich hatte es, wenn wir genau sind, vor dir schon raus.“
„Weiß Mama davon das du den Soundtrack für das Spiel machst?“
„Ie, deine Mutter ist im Moment zu viel mit ihrer Arbeit beschäftigt.“ Plötzlich schallte es wieder in Hauros Ohren nach, der Groschen war gefallen. „Jetzt weiß ich was du überhört hast.“ sagte Hauro plötzlich.
„Was meinst du?“ überrascht blickte InuYasha seinen Sohn an.
„Hör dir die Melodie mal mit geschlossenen Augen an, dann wirst du merken was ich-“
„Nein, ich habe deine Mutter nicht überhört, das ist mir einmal passiert und glaube mir solche einen Fehler mache ich sicher kein zweites mal. Hätte ich sie überhört, wäre nicht das erste was ich gehört habe ihre Stimme gewesen. Aber ich kann dir sagen was ich noch gehört habe.“
Hauro kannte die Geschichte seiner Eltern, sehr genau, er wusste auch ganz genau wo sein Name herkam, jetzt wo er so darüber nachdachte, stimmt, wieso würde sein Vater jemals seine Mutter, welche er offensichtlich über alles liebte vergessen. Aber was war es dann?
„Ich helfe dir mal mein Sohn. Musik braucht nicht immer Worte oder einen Text um mitzuteilen was man ausdrücken möchte. Wenn ich die Augen schließe sehe ich wahrscheinlich ganz andere Sachen als du, mit jedem macht eine Melodie was anderes, nur der Erschaffer alleine weiß was er gedacht, gesehen und gefühlt hat. Dein Onkel mag dir verschlossen vorkommen, aber wenn er etwas anfasst kannst du es nicht nur hören du kannst es fühlen und genau das ist es was ein Musiker können muss. Ich gebe es nur ungern zu aber ja dieser elende Wolf hat Talent und genau deswegen weiß ich das dieses Klavierstück etwas erzählt was er schon ganz lange mit sich herumträgt. Ob du es glaubst oder nicht aber auch ihm tut hin und wieder mal das Herz weh.“
Hauro brauchte ein paar Minuten um die Worte sacken zu lassen. Was ihm selber weh tat wenn er es hörte wusste er, doch er wusste das man Musik mit vielen verschiedenen Ohren hören konnte. Es gab das Ohr was ihm weh tat und es gab ds Ohr was ihn in eine andere Welt brachte, als würde Träumen, es gab auch das Ohr was ihn direkt in das Spiel hineinbrachte.
„Also glaubt Koga das du seine „Worte“ nicht gehört hast?“
„Hai. Aber ich habe sie gehört, ich habe nur nicht darauf geantwortet.“
„Und warum hast du das nicht gemacht?“
„Weil Worte nicht immer die richtige Antwort sind. Dieser Wolf hat einfach keine Geduld, das ist sein Problem.“ InuYash setzte sich an den Computer zurück und spielte seinen Geigenpart nochmals ab um ihn in die richtige Tonspur legen zu können.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen und deutlich verwirrter als vorher, verließ Hauro das Tonstudio und stieg die Treppen bis unters Dach in sein Zimmer hinauf. Die Dachschrägen machten das ganze zwar klein aber gemütlich, sein Bett stand direkt unter einem Fenster so konnte er, wenn er wieder mal zu viel Zeit zum nachdenken hatte direkt in den Himmel sehen.
Gerade war ihm allerdings nicht danach er blickte sich in seinem Zimmer um und überlegte, auf seinem Schreibtisch in der Nische lag noch ein Blatt Papier auf welches Zeilen geschrieben hatte. Kreuz und Quer sie hatten keine Ordnung. Haruo schrieb, wenn er Texte schrieb, wie sein Vater. Er schrieb das auf was ihm einfiel und sortierte die Sätze im Nachhinein zu Strophen.
Hauro trat in den Schreibtisch und warf einen Blick auf das Blatt vier Sätze zierten es. Vier Sätze die in der jetzigen Form keinen Sinn machten, Hauro aber schon lange durch den Kopf schwebten.
Er griff nach dem Stift welcher neben dem Papier auf dem Schreibtisch lagen und fügte einen Satz hinzu, „What's left to say? These prayers ain't working anymore. Every word shot down in flames.“ er besah sich die anderen Sätze auf seinem Blatt.
„Klingt nach einer Lebenskrise wenn du mich fragst.“ Hauro fuhr zusammen und wandte sich um. „Wow, gomene Brüderchen ich dachte du hättest mich gerochen.“ vor ihm stand seine kleine Schwester, ein Abziehbild ihrer Mutter und im Gegenzug zu Hauro einhundert Prozent menschlich.
„Was willst du, du kleiner Giftzwerg …“, stieß Hauro etwas genervt hervor.
„Gomene wirklich, das war nicht meine Absicht, eigentlich wollte ich fragen ob du Lust hast eine Runde Schach zu spielen.“ Amaya setzte ihren Unschuldsblick auf und legte bittend die Hände zusammen. So unschuldig sie gerade auch tat, Hauro wusste es besser.
„Hast du deine Hausaufgaben fertig?“ wohl wissend bohrte Hauro nach, denn er wusste genau mit wie viel Begeisterung Amaya sich mit der Schule auseinander setze. Die fleißigste war sie nicht.
Amayas Augenrollen war Antwort genug. „Du klingst wie unser Vater.“
„Falsch ich bin dein älterer Bruder.“ er kreuzte die Arme vor der Brust und zog eine Braue hoch. Eine eindeutige Geste die mehr als nur deutlich machte das Haruo der Sohn seines Vaters war.
„Okay … ich komme später nochmal.“ Amaya rollte erneut mit den Augen bevor sie das Zimmer ihres Bruders verließ, nun Amaya war nicht dumm, ganz im Gegenteil. Ihr Problem war eher ihre demotivierte Einstellung der Schule gegenüber.
„Von Mama hat sie das auf keinen Fall.“murmelte Hauro und stand auf, er griff nach seiner Geige und Stimmte sie ein wenig. Das Geigenspiel war unter anderem etwas, was er als erstes gelernt hatte.
Sein Onkel Koga hatte es ihm beigebracht, zwar konnte InuYasha auch Geige spielen, doch hatte er nicht die Geduld es seinem Sohn beizubringen. Bei InuYasha war dass mit dem Musikunterreich mehr davon abhängig welches Instrument Hauro gerade lernte. Das Klavier zum Beispiel hatte Hauro bei seinem Vater gelernt, ebenso wie die Gitare und die Flöte.
Durch all die Musiker in diesem Haushalt beherrschte Hauro so ziemlich alles was im Proberaum stand.  Das einzige was seine Schwester spielte war das Klavier. Kagome hatte es ihrer Tochter beigebracht, es war auch das einzige Instrument für welches Amaya sich interessierte. Ihr Kopf war zwar extrem kreativ aber weniger in der musikalischen Richtung.
Amaya hatte ein besonderes Talent dafür sich Geschichten auszudenken, was ihr bis heute dabei half die eine oder andere, teilweise sehr spektakuläre, Ausrede zu finden.
Hauro dagegen hatte das Gefühl einen Teil seiner Mutter übernommen zu haben und das war seine Art und Weise selbstvergessen über Dinge nach zu denken. Dinge kaputt zu denken und während dessen in anderen Welten zu verschwinden. Das einzige was daran vorteilhaft war, dass es ihn die schönsten Melodien erschaffen ließ.
Doch seine Träumereien waren nicht immer Hilfreich, ganz im Gegenteil es glich manchmal mehr einer Dissoziation (beschreibt den Zustand Geistig völlig abwesend zu sein), was etwas aus dem Rahmen viel und nicht mehr viel mit Tag träumen zu tun hatte.
Mit den Welten die Hauro in seinem Kopf schuf, schuf er nicht nur Melodien sondern auch Rückzugsorte. Sie ließen ihn vergessen an ihm vorging und wenn er einen Raum  betrat um eine Melodie zu erschaffen ließ er mit der Melodie das in der Welt zurück was ihn plagte, doch es gab eine Melodie, welche sich nicht abschütteln ließ. Egal welchen Ort er betrat sie ließ sich nicht abschütteln um so länger ihn die Melodie verfolgte um so mehr Sätze formte sein Kopf. Das nun eben diese Sätze die Hauro auf seinem Blatt Papier festhielt. Natürlich hatte nicht jeder Text oder jedes Blatt Papier welches er mit Sätzen voll schrieb auch eine Melodie, denn wenn er sie wegschloss dann tat er das gleiche mit den Worten indem er sie in einer Abschließbaren Schublade legte.
Hauro wusste ganz genau warum er das tat denn die meisten Worte zierten sich mit einer Person über die Hauro versuchte so wenig wie Möglich nachzudenken. Gerade schwebten ihm die Worte seines Vaters durch den Kopf, „ Musik braucht nicht immer Worte oder einen Text um mitzuteilen was man ausdrücken möchte.“ Hauro wusste genau was sein Ohrwurm ihm sagen wollte.
Nun es war weniger ein Ohrwurm, Herzwurm würde es eher ausdrücken. Doch das was sein Herzwurm mit ihm machte war nichts was er als angenehm bezeichnen würde.
Der Wurm fraß sich durch alles hindurch was er bekommen konnte und hinterließ nichts weiter als eine unansehnliche Verwüstung. Eine Verwüstung die wehtat.
Hauro hatte keine Ahnung wie oft er schon versucht hatte all das irgendwie zu Löschen, egal wie verzweifelt er versuchte die Asche wieder los zu werden die entflammte immer und immer wieder von neuem, wie er diesen Aschehaufen hasste. Hauro stand mit seiner Geige in der Hand auf und blickte auf sein Blatt Papier hinunter, „Can beauty come ou of ashes?“
„Ich glaube nicht …“, seufzte Hauro mit einem Sarkastischen Lächeln auf dem Gesicht. Um der ganzen Asche aufs neue Herr zu werden, setzte Hauro die Geige an, schloss die Augen und begann zu spielen.
Sein Herz weigerte sich dem ganzen eine Melodie zu geben was an seinem Spiel nicht zu überhören war, Kogas Ohren klappten sich mehr oder minder von alleine zusammen und sein Magen krümmte sich zusammen. InuYasha hätte seinen Sohn dafür erschlagen wäre er nicht im Keller beschäftigt und würde hören was sein Sohn da für Töne von sich gab.
„Klingt als wäre der Sohn schwer mit sich selber beschäftigt.“ erklang die Stimme von Miroku genau hinter Koga. „Das fällt dir jetzt erst auf? Als Mönch machst du deinem Ruf nicht gerade Ehre.“
„Du tust mir unrecht mein Freund schon seit Tagen bekomme ich wie InuYashas Sohn mit seinem Inneren nicht im reinen ist.“ Der Wolf rollte abfällig mit den Augen.
„Was du nicht sagst Mönch .. “
„Wenn du mich fragst klingt es als würde sein Herz eher mit Tatsachen kämpfen die es nicht annehmen möchte.“
„Nein wirklich, ohne deine Analyse wäre mir das niemals aufgefallen. Arigatoh deine Weisheit belehrt mich jedes mal aufs neue.“
Miroku schüttelte mit dem Kopf, „Ich nicht Sheldon Cooper mein Freund, ich weiß durchaus was Sarkamus ist.“
„Das freut mich aber und jetzt setze ich diesem gefiedel ein Ende das ist ja nervtötend.“, ohne ein weiteres Wort an den Mönch zu richten stieg der Wolf die Treppen nach oben in das kleine Dachzimmer. Um so höher er kam um so mehr schmerzten seine empfindlichen Ohren.
„Solange du dich weigerst deiner Melodie Gefühl zu geben klingt es wie eine rollige Katze und nicht nach jemandem der seinen Gefühlen Ausdruck verleihen will!“ übertönte Koga, Hauros, wie er es nannte Gefiedel.
„Und das will mir ausgerechnet der Drummer erzählen, der mit seinen Sticks seine Drums verdräscht als hätten sie weiß Kami was angerichtet.“, antwortete Hauro trocken und stellte seine Geige zurück auf den Ständer.
„Hatten wir nicht vorhin schon festgestellt das ich durchaus in der Lage dazu bin ein Klavier zu streicheln?“
„Okay, und jetzt? Willst du mir erzählen das ich zu wenig Gefühl ich meine Melodie lege? Meinst du das wüsste ich nicht?“
„Kleiner du hast du zu viel von deinem Vater …“, Murmelte Koga und begann sich seine Schläfen zu massieren. „Nein ich hatte nicht vor dich zu belehren ich wollte einfach nur das du aufhörst deine Violine zu vergewaltigen. Das hat in den Ohren weh getan.“
„Okay, das hast du ja jetzt getan.“, gab Hauro zurück und ließ sich auf sein Bett fallen. Koga seufzte er musste sich schwer zusammenreißen mit ihm nicht so zu reden wie mit seinem Vater, zumindest gerade in diesem Moment.
„Hör mal, wer auch immer dir auf deiner Seele herum trampel muss eine Menge Rechte bei dir haben wenn du so was zulässt.“
„Was willst du mir damit sagen?“, Hauro richtete sich wieder auf und blickte seinem Onkel direkt in die Augen, dieses kalte blau konnte einen manchmal erschaudern lassen. Aber nicht Hauro er wusste das der Wolf mehr Gefühle in sich trug als er zuließ.
„Das habe ich dir vorhin schon mal gesagt, Ordner die Fakten, BEVOR du dir das Herz brechen lässt.“
Hauro gab keine Antwort, er hasste dieses Thema, es lag nicht daran das Koga da saß und offenbar versuchte ihm bei etwas zu helfen was durchaus komplexer war als es den Anschein hatte. Auch wenn seine Mutter vor ihm gesessen hätte, Hauro hatte nicht vor jemals mit jemandem darüber zu reden. Nanami war die einzige die wusste wie komplex das ganze Thema war, doch sie hatte es sich gänzlich aus reiner Beobachtung zusammengereimt. Scheinbar schien allmählich das ganze Haus etwas zu bemerken, aber wie schon vermutet war es nur scheinbar so, denn wirklich hingesehen hatte irgendwie niemand.
„Ich bin nicht dein Vater und ich bin auch nicht Sherlock Holmes der alles über sich weiß nur weil ich dich zwei Sekunden angesehen habe. Ich bin einfach nur ein Musiker mit einem extrem guten Gehör und jemand der sich den einen oder anderen Gedanken um dich macht. Du willst es hier niemandem erzählen, okay wird akzeptiert. Aber wenn du es nicht an andere heran lassen willst, lass es an dich heran bevor es dich kaputt macht.“
Hauro seufzte und er musste sich schwer zusammenreißen keinen Sarkastischen Kommentar abzugeben. Er biss sich schon fast auf die Zunge um seine eigentliche Antwort für sich zu behalten.
„Da ich davon ausgehe dass du gerade versuchst deine Erfahrungen an mich weiter zu geben sage ich jetzt einfach mal Arigatoh.“
Koga gab keine Antwort er saß einfach nur da und blickte seinem Neffen direkt in die Augen und versuchte aus dem schlau zu werden was dahinter stattfand. Doch da kam er nicht weiter als InuYasha, schon seit einer Weile äußerte InuYasha immer wieder seine Besorgnis um seinen Sohn. Dem Wolf ging es furchtbar auf die Nerven behielt aber dennoch im Hinterkopf dass er selber keine Kinder hatte und tieß sich jedes mal zusammen. Da Koga selber sich auch einige Gedanken machte. Scheinbar kam er auch nicht näher an ihn heran als sein Vater. Es musste sich etwas ziemlich großes in seinem Kopf abspielen.
„Ima …“, seufzte Koga schließlich und erhob sich aus dem Schreibtischstuhl. „Ich hatte nicht vor dir meine Lebenskrisen zu erzählen und dir dabei ein Lied vor zu singen wie einem Disney Film. Demo du solltest es, was auch immer es ist akzeptieren, sonst wird es dich ausfressen, akzeptiere es oder ändere es.“
Hauro ließ seinen Onkel Kommentarlos die Treppen hinunter gehen, er wusste nicht wieso aber er war unglaublich wütend. Er griff nach seinem Handy, seinen Kopfhörern und verließ das Haus. Es überforderte ihn das jeder ihm Helfen oder es besser wissen wollte als er selber.
„Sortiere die Fakten …“, schnaubte Hauro verächtlich und stieß sich kräftig vom Boden ab. Seine Hanyoufähgkeiten waren hin und wieder äußerst praktisch und brachten ihn nicht nur schneller, sondern auch unerkannt von A nach B.
Eigentlich hatte Hauro heute kein Training, doch gerade brauchte er etwas um seine Gefühle wieder herunter zu schrauben. Nichts half ihm dabei mehr als das tanzen. In der Tanzschule wurde es den Schülern gestattet auch außerhalb der Zeiten die Räume zu nutzen, natürlich nur mit einer Mitgliedskarte welche Hauro aus eigener Tasche bezahlte, sie kostete ihn nicht viel um etwas eigenes Geld zu verdienen trug er Zeitungen aus, da ihm beigebracht wurde trotz des Geldes seiner Eltern auf eigenen Beinen zu stehen. Es störte Hauro nicht ganz im Gegenteil es machte ihn Freier das zu tun was er wollte. So auch das tanzen, als er die Möglichkeit hatte sein Training selber zu zahlen tat er es sofort. Die Karte war sein Bonus jeder Zeit hier her zu kommen.
Als er den leeren Raum betrat drehte er die Kopfhörer auf volle Lautstärke und hing sie sich um den Hals.
Hauro tat das was er immer tat wenn er versuchte die Welt um sich herum zu vergessen. Er schloss die Augen blendete alles aus. Dieses Prüde Land mit seinen prüden Werten und Normen. Vor ihm lag ein Feld aus purem Gold, zumindest sah es so aus, der Weizen striff seine Seiten, seine Hände. Es striff alles als er sich bewegte und versuchte es zu vergessen. Warum so er wütend war.
Hauro war nicht sauer auf die Menschen die nur versuchten ihm zu helfen.
Auch wenn der Satz, er solle vorher die Fakten sortieren wie ein Echo durch seine Ohren hallte. Es war nicht Koga. Es war nicht sein Vater und auch nicht seine Mutter. Niemand war schuld nur er selber.
Hauro hatte seine Fakten mehr als nur einmal gründlich sortiert. Alles was tat war sich anzulügen. Er suchte nach Problemen er zog sie wie magisch an ind richtete dabei all seine Waffen gegen sich selber. Seine Gegengenargumente brachten ihm gar nichts. Hauro versank nur noch mehr in Problemen. Das Atmen viel ihm schwer, so sehr er auch versuchte etwas zu sein was andere von ihm verlangten. Er konnte einfach nicht. Am liebsten wäre er vor seinem Herzwurm auf die Knie gefallen und wollte ihm darum anflehen ihm zu glauben.
Zulassen wollte er nicht, also belog er sich. Hauro wünschte sich nichts sehnlicher als dem ganzen zu entfliehen, doch es ging nicht, er wollte nichts mehr sein was er nicht war, doch er wurde dazu gezwungen. Demnach konnte er den Worten seines Onkels nicht Folge leisten, denn für Akzeptanz war dort kein Platz mehr.
Hauros Herz klopfte so schnell das es ihm fast schon gegen seinen Brustkorb stieß, er bemerkte nicht wie nass geschwitzt er bereits war, der Text Bad Lair unterstrich all das was ihn gerade auseinander riss und dennoch blieb ihm das „Now you know“ verwehrt. Das Feld vor ihm verwandelte sich plötzlich in ein düsteres Moor, seine Hauros Füße bewegten sich nicht mehr und blieben stecken, kurz darauf verlor er das Gleichgewicht und spürte den kalten, harten Boden unter seinen Händen.
Als er die Augen öffnete blickte er auf den hellen Parkett Fußboden des Tanzsaales aus welchem er sich raus gezogen hatte. Doch da saß er wieder in der Realität und ließ sich von seinem Herzwurm zerfressen. Hauro hob die Hände und vergrub sie in seinem Silberhaar, er winkelte die Beine an und bemerkte nicht wie seine Verzweiflung sich verflüssigte und aus einen Augen rannte. Seine Finger klammerten sich in seinem dicken Haar fest, er bekam kaum noch Luft und hatte das Gefühl gleich allem was gerade fühlte zu ersticken.
Bei all dem Chaos was gerade in seinem Kopf herrschte bemerkte er nicht wie sich ihm jemand von hinten näherte.
„Hauro?“ Hauro zuckte zusammen und hob seinen Kopf. Vor ihm stand Nanami und blickte ihn besorgt an. „Was ist passiert?“sie hockte sich zu ihm hinunter auf den Boden und streifte mit ihrer Flachen Hand über seinen Rücken. Offenbar konnte er gerade nicht antworten, Nanami sah das er es versuchte doch alles was sich an Worte in seinem Kopf formte löste sich wieder auf.
„Schon okay … kann ich etwas für dich tun?“
„Mach das es aufhört …“, brachte er gequält hervor und legte seinen Kopf auf den Knien ab.
„Das würde ich so gerne … demo … das kann ich leider nicht Hauro.“ Nanami tat ihr bestes ihn durch weiteres über den Rücken streifen und einfach nur da sein zu beruhigen. Es dauerte lange bis er sich langsam wieder zu sammeln begann. Als Hauro seinen Kopf hob und laut schniefend seine Nase hochzog, griff Nanami in ihre Tasche und hielt ihm ein Taschentuch hin. Danach zog sie eine Packung Kakao aus der Tasche und lächelte. „Gut das ich immer einen da drinnen habe seitdem ich dich kenne.“ Hauro rang sich ein kurzes Schmunzeln ab und griff nach dem Kakao.
„Na komm wir setzten uns auf die Bank ist vielleicht bequemer als der Boden.“ Nanami stand auf und hielt Hauro lächelnd ihre Hand entgegen. Er griff nach der Hand und stand auf der Nebel und das Chaos in seinem Kopf fingen an sich zu lichten, zwar war sein Kopf immer noch voll doch es erdrückte ihn nicht mehr.
Nanami stellte keine Fragen sie saß einfach nur still neben ihm auf der Bank während er seinen Kakao schlürfte und seinen Geist beruhigte, sie saßen einfach nur da und schwiegen. Nach einer halben Stunde seufzte Nanami schließlich und legte ihren Kopf auf Hauros Schulter ab. „Ich will nicht wissen wie es ist in deiner Haut zu stecken, aber darf ich dir etwas sagen …? Auch wenn du gerade nicht wirklich darüber reden magst?“
Hauros Blick ging zwar ins leere doch diesmal war er anwesend und gab als Antwort nichts als ein Schulterzucken von sich.
„Ist das ein ja?“
„Ich denke schon …“, murmelte er schließlich leise, die Stimme immer noch leicht belegt, sein Blick allerdings jetzt auf Nanami gerichtet. Mitleidsvoll sah sie ihm in die Augen sie musste gar nicht nach einem Grund fragen sie wusste den Grund und obwohl Hauros Augen gerade leer wirkten so wusste Nanami es auch hier besser. Dieser Blick war nicht leer, dieser Blick schrie nach Hilfe und dass schon seit fast einem Jahr.
„An dem Punkt an dem zu gerade bist, ich bin ich schon gewesen und ja, es hat verdammt weh getan, demo hey, ich bin immer noch da.“, während Nanami sprich stand sie auf drehte sich einmal im Kreis, „Siehst du, ich Atme noch. Zugegeben, der Aufprall war hart, demo ich möchte trotzdem mehr davon. Was ich dir damit sagen möchte ist … Manchmal wird einem das Herz gebrochen und das tut auch weh. Demo Hauro, bitte verschließe es nicht. Denn wenn es mal soweit ist … dann wirst du es nie wieder öffnen können und das wäre Schade … Ich kenne niemanden der es mehr verdient hätte als du.“
Nanami setzte sich wieder neben Hauro auf der Bank. Hauro lächelte auch wenn ihre Worte ihn sehr an den Text You will never be ready von Sunrise Avenue erinnerte.
„Auch wenn sich gut anfühlt zu wissen dass du so denkst und ich danke dir sehr dafür. Arigatoh Nanami. Demo … du hast recht, es tut weh. Es ist nur weniger Momiji weswegen es weh tut … sondern mehr die Menschen um mich herum. Was Momiji angeht kann ich sehr wohl akzeptieren. Roll nicht mit den Augen.“ fügte er hinzu als Nanami wie immer ihre Augen verdrehte wenn es um das Thema Momiji ging.
„Hast du ihm jemals gesagt was du für ihn-“
„Wie oft haben wir diese Gespräch jetzt schon geführt?“
Nanami gab keine Antwort sie seufzte und wartete darauf das Hauro zu ende sprach. „Rede weiter.“
„Nanami ich denke einfach nicht dass Momiji diese Art von … Ima … du weißt schon.“
„Das Wort heißt liebe und denken ist nicht wissen.“ Hauro rollte mit den Augen.
„Hai, Arigatoh das du deine Weisheiten mit mir teilst Miroku. Wie dem auch sei, ICH kann sehr gut akzeptieren dass es so ist.“
„Hör auf das Wörtchen ich so zu betonen.“
„Okay, pass auf. Hai! Es tut weh, okay?! Das wird auch noch eine ganze weile so bleiben, ich kann halt einfach nicht viel der Situation ändern.“
„Hm …“, machte Nanami, er hatte Recht ja, das konnte er nicht, selbst wenn Momiji das selbe für ihn fühlen würde, sie würden beide da stehen. Mitten in einem Umfeld was sich etwas anderes unter Werten und Normen vorstellte. „Was interessiert es dich eigentlich was die anderen davon halten? Oder von mir aus auch diese Gesellschaft? Was gibt den Menschen in deinem Umfeld das Recht dazu dich in einem Käfig einzusperren? Wer will dich hören lass dich lieber nur sehen?“
Hauro seufzte und stand auf, „Deine Ansichten sind ja echt süß und sehr großherzig, dem bei solchen Themen kannst du auch gut und gerne gegen eine Wand reden. Nichts desto trotz weiß ich deine Worte zu schätzen.“ Nanami stand ebenfalls auf und lächelte ihn breit an.
„Was auch immer passiert, niemand hat das Recht dir ein Minderwertigkeitsgefühl zu geben ohne deine Einwilligung, also gib niemandem Recht dazu … denn das hat niemand okay?“ sie blickte ihrem besten Freund fest in die goldenen Augen. Alles würde sie geben nur um anderen klar zu machen das es kein Verbrechen war anders zu sein oder in Hauros Fall anders zu lieben.
„Okay …“, antwortete Hauro schließlich und umarmte Nanami einmal fest. Es tat gut zu wissen dass er nicht allein da durch musste. Denn seinen besten Freund, so gerne er das wollte konnte er nicht um Rat bitten, schließlich war Momiji der Grund für seinen Schmerz.
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