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Jeden zweiten Samstag

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
11.03.2020
11.03.2020
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890
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Einige Monate waren vergangen, seit Cole bei Josephine untergekommen war und er fühlte sich so gut wie nie. Nur hier konnte er schließlich so sein wie er wollte.
Nur hier konnte er, er selbst sein.

Gerade saß er mit Josephine am Frühstückstisch und erzählte von einer Bekanntschaft, welche er am gestrigen Abend auf einer Feier gemacht hatte, auf der seine Mentorin und er waren.
"Er war so nett, Josephine. Und so charmant", seufzte er, ein sanftes Lächeln auf seinen Lippen. "Aber im Moment zählt nur meine Kunst." Sacht legte Josephine ihm eine Hand auf die Schulter. Dabei passte sie genauestens auf, dass sie nicht an seinem Haaren zog.

Cole hatte sich die Haare, seit er bei Josephine eingezogen war, nicht mehr schneiden lassen. Er mochte seine nun bis zur schultergehenenden Haare sehr.
"Wie geht es deiner Hand?", fragte Josephine nach, weil Cole die letzten Tage über Schmerzen in seiner rechten Hand geklagt hatte.
Angesprochener begann zaghaft zu lächeln.  
"Kein Grund sich Sorgen zu machen. Es war wohl nur ein eingebildeter Schmerz."

"Ein junger Herr steht vor der Tür und möchte Mister Mackenzie sprechen", unterbrach sie Josephines Butler. Zwar wirkte er im ersten Moment etwas kühl auf Fremde, doch im Grunde war er ein unglaublich lieber Mensch.
"Was? Wer?", fragte Cole verwundert nach und stand auf. Wer könnte ihn schon sprechen sollen?, dachte er sich und sprich sich seine Haare hinters Ohr.

"Ein gewisser Billy Andrews." Scharf schnappte er nach Luft. Was wollte Billy Andrews hier? Mit langsamen unsicheren Schritten lief Cole in Richtung der Haustür.
"Sollte er unhöflich werden, dann werf ihn einfach raus", rief Josephine ihm hinterher. Dies gab ihn etwas Mut, sodass er mit viel Schwung die Tür aufriss.

Auf der kleinen Stufe vor dem Haus saß er. Billy Andrews.
"Was machst du hier?" Angesprochener sprang auf und drehte sich um. Beide waren erwachsener geworden. Cole war noch ein ganzes Stückchen gewachsen. Erstaunt konnte Billy nicht anders, als den jungen Mann vor ihm anzustarren.
"Billy? Hallo?" Cole schnippste verwundert vor dem Gesicht des fast schon Blondhaarigen. Dieser schüttelte schnell den Kopf und räusperte sich.

Er griff nach der Tasche neben ihm auf dem Boden und überreichte sie Cole. Dieser zog verwundert die Augenbrauen zusammen und öffnete vorsichtig die Tasche. Zum Vorschein kamen die Lehmskulpturen, die Cole in der kleinen Hütte im Wald gemacht hatte, bevor Billy und seine Freunde sie zerschossen hatten. Doch sie waren wieder ganz.
"Hab sie wieder zusammengeleimt. Ich hoffe sie werden halten", erklärte Billy hastig. Er fühlte sich deutlich unwohl und auf seinen Wangen hatte sich eine leichte Röte gebildet.

Langsam ließ Cole die Tasche sinken.
"Warum hast du das getan? Warum bist du hier? Den weiten Weg mit dem Zug... Warum?"
"Du hast deine Haare wachsen lassen."
"Billy Andrews ändere nicht das Thema!", zischte Cole zornig. Sein Herz schlug schnell gegen seine Brust und seine Hände waren schwitzig. Er wusste nicht was er von all dem hier halten sollte.

"Mir tut es leid, dass ich damals mit dem Stock nach dir geschlagen habe, somit dein Tintenglas umgefallen ist und du vor zu Mr. Phillips musstest. Mir tut es leid, dass ich dich mit Absicht zum Fallen gebracht habe, als du auf der Leiter warst. Ich hör immer noch andauernd das Brechen deines Knochens."
"Ich wusste doch, dass es mit Absicht war!", zischte Cole dazwischen.
"U.. und mir tut es leid, dass ich euer kleines Haus zerstört habe." Billy senkte den Blick und begann mit seinem Hut zu spielen, welchen er so eben abgenommen hatte.

"Das kommt alles ziemlich spät", murmelte Cole, und nahm die Türklinke fester in die Hand.
"I..ich weiß... Du hast doch schon in der Schule mitbekommen, dass ich nicht unbedingt der Hellste bin." Stotterte Billy gerade etwa ein wenig?, fragte Cole und begann zu schmunzeln.
"Das stimmt wohl." Ein wenig beleidigt sah Billy nun Cole an.
"Ich hab jetzt erwartet, dass du widersprichst."
"Man darf keine Lügen erzählen", erwiderte Cole. Nun begann auch Billy zu lächeln. Doch es war keins, welches Cole so oft auf den Lippen des jungen Mannes gesehen hatte. Kein gehässiges, ekeliges Grinsen. Nein es wirkte gar sanft.

"Nun wenn dies alles war... dann gute Rückreise.  Grüß die anderen", sagte Cole, wollte schon die Tür schließen, doch Billy stellte einen Fuß zwischen Tür und Angel und stemmte die Tür dann auf, nur um dann hindurch zu schlüpfen.
"Billy was...?", weiter kam Cole nicht, denn Billy hatte ihre Lippen verbunden. Es war nur ein kurzer flüchtiger Kuss. So zart wie eine Feder auf der Haut. Schnell war er auch wieder vorbei.  

Aus geschockten Augen sah Billy zu Cole.
"Es tut mir leid", haspelte der sonst so selbstsichere, gerade zu selbstgefällige junge Mann und verschwand aus dem Haus, nicht ohne einen deutlich verwirrten Cole zurück zu lassen. Vorsichtig fuhr sich dieser über die Lippen, schloss seine Augen und begann breit zu lächeln.

Man sollte meinen nach diesem Ereignis sah Cole Billy nie wieder, doch da sollte man sich irren. Jeden zweiten Samstag stand Billy nun vor dem Haus von Josephine und fragte nach Cole.
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