Nier: Automata - Ein Wettlauf gegen die Zeit

von Strycore
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Adam Eva
10.03.2020
26.03.2020
5
5821
 
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Lucy wühlt energisch in ihrer Fluchtkapsel herum, während sie den brennenden Blick von Adam im Nacken spürt. Eilig, sammelt sie ein paar Dinge aus der Kajüte und drückt schließlich ein paar Knöpfe. Auf einmal schließt sich die Luke der Kapsel und sie kann nur noch sehen, wie Adam wütend gegen die Scheibe haut. Endlich ist es vorbei...endlich wird sie ihm entkommen. „Wie lang dauert das denn noch?“ Und da platzen ihre Gedankengänge auch schon. Wie schade, dass sie diesen Anblick heute nicht erleben wird. „Ich bin ja gleich fertig...“, murrt sie und spürt den Atem von Eva im Nacken. Leider war Adam nicht dumm genug, um sie alleine in die Kapsel zu lassen. Schließlich drückt sie ihrem Wächter eine Decke, ein Kopfkissen und ein bisschen Kleinkram in die Arme. „Ich hab alles...wir können gehen.“ Eva befummelt das Kissen und drückt sein Gesicht in das weiche, flauschige Objekt. „Whoa...das ist ja fast so weich wie...“ Er fasst Lucy an die Brüste und kassiert zwei Sekunden später eine Maulschelle. „Lass das, Dummkopf. Ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass du mich da nicht anfassen sollst“, knurrt sie genervt. Adam schüttelt den Kopf und nimmt seinem Bruder die Sachen ab, während er sich die Wange reibt. „Genau genommen, war es jetzt das siebzehnte mal“, klärt der ältere Bruder sie auf und erfreut sich an dem dummen Gesicht, das Lucy dabei macht.

In dieser Gegend treiben sich gerade keine lästigen Maschinenwesen herum. Das Wetter ist heute großartig und vereinzelt sind ein paar Tiere zu sehen. Lucy hat die Zwillingsbrüder in den letzten Tagen genau beobachtet und ihr Verhalten erforscht. Adam ist ruhig und kühn. Ein unnahbarer Mann, der sehr gerne neue Dinge lernt und gleichzeitig von grausamer Natur ist. Eva hingegen ist sehr neugierig und verspielt. Lucy würde sogar behaupten, dass er eine leicht kindliche Ader hat und gern körperlich aktiv ist. Allerdings wird er auch schnell wütend, besonders wenn es um seinen Bruder geht. Sie hat schon am eigenen Leib erfahren müssen, wie sich zumindest ein halb wütender Eva anfühlt. Das war ihr Glück gewesen, denn wenn er richtig durchdreht, hat er keinerlei Selbstbeherrschung mehr und attackiert alles, was sich ihm in den Weg stellt. Lucy beobachtet die Umgebung und passt den richtigen Zeitpunkt ab. Der ältere Bruder trägt ihre Bettgarnitur und als er für einen Moment unaufmerksam ist, rammt sie Adam ihren Ellbogen in die Seite und rennt den beiden davon. Er flucht einmal laut und hält sich die Stelle. „Schnapp sie dir, Eva“, knurrt er wütend und sein Bruder ist ihr schon lange hinterher gehetzt. „Das war sehr dumm von dir, Lucy...“, faucht Eva und will sie gerade schnappen. Doch da duckt sie sich und wirft sich zur Seite, um seinem Griff zu entkommen. Schnell rappelt sie sich wieder auf. „Daneben“, sagt sie und streckt ihm frech die Zunge raus. „...Das wird dir noch leid tun...ich dreh dir den Hals um“, grollt er. „Dafür musst du mich erst einmal erwischen, kleiner Junge.“ Nun schmeißt Adam die Bettsachen wütend auf den Boden und nimmt ebenfalls die Verfolgung auf.

Lucy hetzt um eine Ecke und versteckt sich hinter einem großen Baum. Sie wartet, bis Eva an ihr vorbei gerannt ist und kommt lachend aus ihrem Versteck. Doch das vergeht ihr sogleich wieder, da sich ihr Adam in den Weg stellt. „...Es ist vorbei, Lucy...das Skalpell wartet auf dich.“ Ohne ein weiteres Wort zu sagen, dreht sie sich um und will davon rennen, doch da stürzt sich ein wütender Eva auf sie und reißt sie schmerzhaft zu Boden. „...Wie kannst du es wagen...meinen Bruder zu verletzen?“ Obwohl sich Lucy wehgetan hat, fängt sie an zu lachen. „Oh nein...du hast mich erwischt. Du bist echt schneller als ich dachte, Eva“, lacht sie. „Hä?“ Verwirrung macht sich breit und er tauscht mit Adam einen Blick. „Wieso lachst du?“ Das versteht er einfach nicht. „Was denn...kennst du das wirklich nicht? Dein Bruder hat mal erwähnt, dass du dich ziemlich schnell langweilst, also wollte ich nur ein bisschen mit dir spielen. Einer rennt weg und die anderen fangen dich. Du kannst ruhig zugeben, dass du überrascht warst.“ Adam rückt sich seine Brille zurecht und schnauft einmal entnervt. „Du hattest also gar nicht vor wegzulaufen, sondern du wolltest nur mit Eva spielen?“ Sie nickt einmal. „Ganz genau. Ich hab dir doch gesagt, dass ich dazu gelernt habe und er sah so gelangweilt aus.“

Nun setzt sich Eva erst einmal auf und richtet sich die Haare wieder. „Irgendwie war es wirklich lustig, es hat Spaß gemacht“, sagt er und steht auf. Auch Lucy richtet sich wieder auf und bekommt nun die Folgen der Sturzverletzung zu spüren. „Aua...“ Sie verzieht das Gesicht und kann nicht auftreten. „Was ist?“ Adam hat in der Zwischenzeit die Bettsachen und den Kleinkram geholt. „Autsch...das tut weh...ich hab mir den Knöchel verknackst.“ In dem Schneckentempo, werden sie erst nach Stunden Zuhause sein, also geht Eva auf ein Knie und nimmt sie eiskalt huckepack. „Whoa...bin ich dir denn nicht zu schwer?“ Es fühlt sich seltsam an, von jemanden getragen zu werden. „Pah...für mich bist du nicht schwerer als ein Kieselstein.“ Da grinst Eva auf einmal. „Wenn du wieder laufen kannst, spielen wir dieses Fangspiel nochmal. Und dann erwische ich dich schneller, als du Pudding sagen kannst.“ „...Wieso denn Pudding?“ Eva zuckt mit den Schultern und Adam belauscht das Gespräch. „Ich mag Pudding...ich will noch viel mehr davon.“ Nun muss Lucy einmal herzlich auflachen. „Du hast echt einen Knall, weißt du das, Eva?“ Als ob es nicht schon verrückt genug ist, dass eine Maschine isst. Zurück im Zuhause angekommen, setzt Eva sie auf der alten Matratze ab. Durch ihren verstauchten Knöchel, wird Lucy wohl eine Weile nicht mehr richtig laufen können. Adam schaut sich die Verletzung einmal an und packt schließlich eine bestimmte Pflanze darauf und umwickelt ihren Knöchel mit einem alten Verband. „Danke...das fühlt sich schon etwas besser an.“ Lucy stöhnt einmal leise auf und lehnt sich nun zurück, um sich in ihr Kissen zu kuscheln. „...So schnell werde ich Eva wohl nicht mehr überraschen können“, sagt sie. In den nächsten Tagen, beschäftigt sich Lucy viel mit lesen von uralten Büchern. Sie sind zum Teil schon so alt, dass einige Seiten fehlen, oder gänzlich zu Staub zerfallen, sobald man sie nur ein bisschen berührt. Des weiteren, beobachtet sie die durchgeknallten Zwillinge intensiv. Und dabei fällt ihr auf, dass Eva seinem älteren Bruder gegenüber sehr anhänglich zu sein scheint. Das ist eine wertvolle Lektion, die ihr vielleicht irgendwann nochmal nützlich sein könnte.
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