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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
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Dieses Kapitel
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28.09.2021 1.375
 
Majikku drehte sich herum und vergrub ihr Gesicht in einem der zahlreichen Kissen. Sie fühlte sich so erholt und ausgeschlafen wie schon lange nicht mehr. Mit einem Lächeln auf den Lippen streckte sie sich und bemerkte zufrieden, dass sie dafür genug Platz hatte. Üblicherweise stieß sie mit den Extremitäten an irgendeinen Teil ihres metallischen Stockbettes. Üblicherweise hatte sie auch nur ein Kissen und wurde nicht von dieser himmlischen Ruhe umgeben; oder von diesem himmlischen Duft.
Genießerisch sog sie die Luft ein. Es roch nach…Law!

Mit rasendem Herzen saß sie plötzlich senkrecht in ihrem – in seinem – Bett. Die Laken waren ebenso zerwühlt wie ihr Geist. Scheiße! Scheiße ! Scheiße! Was war passiert? Wie war sie hierhergekommen? Und was-
Die Erinnerungen der vergangenen Nacht kehrten langsam zurück. Bibliothek mit Law, Kneipe mit Law, verdammt viel Alkohol mit Law, zurück aufs Schiff und dann:
‚Es sei denn, du hättest mich gerne als Gesellschaft dort.‘,
erinnerte sie sich an die Worte, die Law ihr mit seiner tiefen Stimme zugeraunt hatte.

Was war dann passiert? Wie hatte sie reagiert? War er mitgekommen? Hatten sie…
Ruckartig riss sie die Decke von ihrem Körper, nur um festzustellen, dass sie eines von Laws T-Shirts trug, welches ihr viel zu groß war. Auf einem Stuhl neben dem Bett bemerkte sie ihren Pullover und ihre kurze Hose, davor standen ihre Stiefel. Es wirkte nicht, als wären die Sachen im Feuer der Leidenschaft von ihrem Leib gerissen worden. Das war gut. Außerdem lag er nicht mit ihr im Bett. Das war auch gut. Vermutete sie zumindest. Vielleicht hatte sie sich aber auch komplett daneben benommen und ihn vergrault. Oder er war früher aufgestanden und sie hatten doch… Aber das würde sie doch fühlen. Angestrengt fuhr sie sich durch die Haare. ‚Verdammter Mist! Was hab ich nur wieder angestellt?!‘
Majikku gab sich noch etwa fünf Minuten ihrem Gedankenkarussell hin, bis sie realisierte, dass sie hier zu keiner Lösung kommen würde. Diverse Flüche murmelnd schwang sie die Beine aus dem Bett und huschte in das private Bad des Käpt’ns.  Seine eigene Dusche war wohl das einzig Positive an diesem Morgen.


~

Langsam führte er die Nadel in die Vene des Smutje und öffnete dann routiniert die Manschette am Oberarm. Während das Blut langsam in die Ampulle floss, fragte sich der Arzt, ob es nicht ein Fehler gewesen war. Ob er Majikku nicht hätte begleiten sollen.
‚Es sei denn du hättest mich gerne als Gesellschaft dort.‘, hatte er gesagt. Sich gleichzeitig am liebsten dafür geschlachtet. Er müsste sich wirklich an Zurückhaltung üben.
‚Du willst mich doch nur wieder testen.‘ Sie hatte ihm dabei zwar fest in die Augen gesehen, aber ihre Körpersprache signalisierte etwas anderes.
‚Bist du dir da sicher?‘, hatte er auf ihre Unsicherheit gebaut. Gehofft, die Antwort wäre nein.
Aber Majikku war sich sicher. Sicherer als er offensichtlich, wäre er doch sofort mit ihr gegangen, hätte sie nur einen Wimpernschlag gezögert.
Wie gut, dass sich wenigstens einer im Griff hatte. Sonst wäre es heute Morgen wirklich schwierig geworden.

„Käpt’n?“

Ob sie noch immer in seinem Bett lag?
Er versuchte die Bilder aus seinem Geist zu verbannen, die soeben darin entstanden waren.  Überaus unangemessene Bilder.

„Käpt’n?“

Jetzt erst hörte der ehemalige Samurai die Stimme des Smutjes. Fragend sah er ihn an.
„Ähm… ich glaub die ist voll.“, wies Uni ihn auf die bis zum Anschlag gefüllte Ampulle hin.
Law nickte stumm und beendete die Blutabnahme.
Uni war verwirrt. So abgelenkt hatte er den Piratenkaiser noch nie gesehen. Aber er ahnte was dafür ursächlich war. Oder besser wer.
„Sollen wir nochmal an Land gehen, Käpt’n?“, fragte Uni vorsichtig. Sie lagen schließlich noch immer im Hafen der kleinen Insel, dessen Namen dem Smutje entfallen war.
„Nein. Wir reisen schnellstmöglich ab.“, antwortete Law, während er die Ampulle beschriftete und zu den anderen legte. Uni überlegte fieberhaft nach einer Lösung,  gab es aber seufzend auf. Der Arzt würde ihn sowieso durchschauen, da konnte er ebenso mit offenen Karten spielen.
„Aber Majikku ist noch nicht zurückgekommen.“
Der Schwarzhaarige, gegen dessen Rücken Unis Aussage geprallt war, drehte sich mit seinem Rollhocker um. Fragend zog er eine Augenbraue hoch.
„E-Entschuldige Käpt’n, aber wir mögen Majikku und wollen nicht, dass du sie wieder woanders lässt. Sie ist glaube gern bei uns. Bitte sei nicht sauer, dass wir dir das nicht gesagt haben. Aber seit sieben Uhr sind wir in Zweierteams auf der Insel und suchen sie.“
„Ihr seid was?!“,entgeistert starrte Law den Koch an.
Uni spürte wie seine Handflächen zu schwitzen begangen.
„Bitte verzeih, aber-“

„Oh beim One Piece, ich glaube es nicht!“, genervt schnalzte er mit der Zunge und stand auf. „Also ist der Motor intakt?“ Ihm war am Morgen eine irrwitzige Geschichte aufgetischt worden, wieso das Schiff nicht ablegen könne. Und er wäre beinahe skeptisch gewesen, wäre diese Hiobsbotschaft nicht von seiner Mechanikerin höchstselbst gekommen.
„Ja. Ist völlig in Ordnung.“, räumte Uni ein. Sein Blick war gesenkt. „Aber-“
„Dann legen wir direkt ab.“ , brummte Law und klebte energisch ein Pflaster auf die Einstichstelle, auf welche Uni bis dato noch ein Stück Baumwollzellstoff gedrückt hatte.
„Hol die Crew von der Insel und zwar sofort!“ Der Schwarzhaarige war sauer. Wegen so etwas Bescheuertem verloren sie einen ganzen Tag.
„Aber Majikku ist-“, begann Uni erneut.
„Sie ist hier, verdammt.“, unterbrach Law ihn. Gleich wurde er wirklich ungehalten.
Uni schüttelte seinen Kopf, den er noch immer gesenkt hielt.
„Wir haben überall nachgesehen, sie ist -“
„In meiner Kajüte.“, beendete Law den Satz des Smutje.


Die Blicke der Männer trafen sich und keine drei Sekunden später blitzte Erkenntnis in Unis Augen auf.
„Oh…“, flüsterte er. Seine Wangen färbten sich rot. „V-verstehe.“
Law verdrehte genervt die Augen.
„Nein, du verstehst nicht. Sie ist in meiner Kajüte, weil sie Schlaf brauchte. Wir sind erst heute Morgen zurückgekommen. Und ich bin seitdem hier.“
Uni nickte vehement. Aber er glaubte dem Kaiser kein Wort. Das sah man ihm an der Nasenspitze an, die ebenfalls rötlich schimmerte. Und womöglich auch an dem breiten Grinsen auf seinem Gesicht.
„Und jetzt nimm deine Beine in die Hand. Ich will in einer Stunde kein Land mehr sehen können.“, knurrte Law.
„Ay Ay Käpt’n!“, rief Uni und flitzte sofort aus dem Behandlungszimmer. Dabei grinste er noch immer.

~

Majikku kam aus der Dusche und wickelte sich ein Handtuch um den Körper. Das heiße Wasser ungestört genießen zu können war wirklich eine Wohltat. Sie band ihre nassen Haare auf dem Kopf zu einem dunkelblauen Knödel zusammen. Im Badezimmerspiegel sah sie nur ihre Silhouette, so beschlagen war er bereits. Lächelnd tapste sie zurück in die Kajüte des Käpt’ns. Das dunkle Bullauge bestätigte ihr Gefühl von vorher: sie hatten abgelegt und waren schon viele Meter unterhalb der Oberfläche.
Sie lief zum Bett, neben dem ihre Sachen auf dem Stuhl lagen und ließ das Handtuch in derselben Sekunde fallen, in der die Tür aufgerissen wurde.

Majikku stieß einen spitzen Schrei aus und zog sich ihr Handtuch schnell vor den Körper.
Shachi und Penguin hielten sich die Hände vors Gesicht.
„Wieso bist du nackt?!“, brüllten sie.
„Wieso kommt ihr hier einfach reingeplatzt?!“
„Wir haben dich gesucht und-“
„RAUS!!“, ein Stiefel schlug neben der Tür in die Wand ein. Schnell gehorchte der Rothaarige.
Fassungslos starrte er den Türgriff in seiner Hand an. Dann wandte er sich grinsend zu seinem Freund. Die Blauhaarige hatte anscheinend nackt auf den Käpt’n gewartet. Dann hatte Uni also tatsächlich Recht gehabt…

Keine Minute später öffnete die Blauhaarige die Tür. Sie trug wieder ihren Pulli und ihre Hose.
„Verdammt habt ihr mich erschreckt.“, sagte sie und setzte sich auf den Boden, um ihren zweiten Stiefel anzuziehen.
„Hast wohl wen anders erwartet, was?“, witzelte Shachi.
Verwirrt sah die Blauhaarige ihn an, aber dann sah sie den Smutje im Hintergrund.
„UNI!“, freudig sprang sie auf und lief auf ihn zu. „Hast du noch was zu Esse über? Ich habe einen Bärenhunger!“
„Natürlich hat sie das.“, raunte Shachi unter vorgehaltener Hand zu Penguin. „War ja auch die ganze Nacht aktiv.“
Kichernd folgten sie ihren Freunden in die Küche. Endlich passierte auf diesem Schiff mal etwas!

Piraten.
Schlimmer als Waschweiber und die Klatschpresse zusammen.
Es wäre nicht leicht für Trafalgar Law und Majikku, dieses Missverständnis auszuräumen. Oder war es womöglich klüger, die Crew einfach in diesem Glauben zu lassen?
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