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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
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Dieses Kapitel
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30.08.2021 2.205
 
“Dein grenzdebiles Grinsen macht mir Angst, kannst du das bitte lassen?", sagte Majikku als sie bemerkte, wie Law völlig gedankenverloren durch sie hindurch geschaut hatte.
"Oh verzeih, deine detaillierten Schilderungen über die Papageieninsel haben mich so zum träumen verleitet.", antwortete Law offensichtlich amüsiert und leerte sein kühles Bier. Seine grauen Iriden blitzten dabei aus dem Schatten, den seine Mütze auf sein makelloses Gesicht warf. Er gab sich nicht einmal Mühe, den Sarkasmus aus seiner Stimme zu verbergen.
“Mach dich nur über mich lustig. Irgendwann werde ich diese Insel mit eigenen Augen sehen.”, sie verschränkte die Arme vor der Brust und durchbohrte ihn mit einem trotzigen Blick.
“Sicher. Nur solltest du vielleicht vorher herausfinden, in welchem Blue sie liegt.”, Laws Lippen verzogen sich dabei zu einem schiefen Grinsen.

“Das werde ich. Und dann machen die Hearts einen Ausflug!”, Begeisterung lag in ihrer Stimme.
“Auf gar keinen Fall werden wir wegen ein paar bunter Vögel von unserer Route abweichen.”, dabei zog der Schwarzhaarige eine Augenbraue hoch.
“Ach komm schon, Law.” Majikku führte einen Hundeblick par excellence aus.
Law verspürte den Drang zu lachen. Baute die Blauhaarige doch tatsächlich auf sein nicht vorhandenes Mitgefühl.
“Du willst wirklich unbedingt zu dieser Insel, oder?”
Majikku nickte vehement.
“Dann überzeug mich.”
Das ließ sich die Blauhaarige nicht zweimal sagen, witterte sie doch ihre einzige Chance, den Chirurg des Todes von ihrer Idee zu überzeugen.

Aber Law hörte auf, ihren begeisterten Beschreibungen von diversen exotischen Federviehchern zu folgen, seine Entscheidung war schließlich längst gefallen.
Stattdessen studierte er ihre feinen Gesichtszüge, das leuchtende Türkis ihrer Augen und ihr einnehmendes Lächeln, während sie sprach.

Der Piratenkaiser erinnerte sich daran, wie sie das erste Mal in dieser ranzigen Kaschemme auf Izakaya getrunken hatten. Damals hatte er Majikkus Gesellschaft für überaus erfrischend gehalten. Genau wie jetzt. Nur dass er es dieses Mal nicht darauf schieben konnte, dass es keine Alternative gäbe. Schließlich lag die Death nur wenige Minuten entfernt im Hafen und wartete genau genommen nur auf seine Rückkehr. Der ehemalige Samurai sträubte sich dagegen, diesen Gedankengang zuende zu bringen und unterbrach seine Begleitung durch die Bestellung zweier neuer Getränke in ihren Ausführungen.

Majikku hatte keine Ahnung, ob sie Law erfolgreich von ihrem Vorhaben überzeugt hatte oder ob er sie deswegen für völlig irre hielt. Generell war es schwierig diesen Mann zu lesen. Aber gerade das machte ihn ja so interessant.
'Für deinen Männergeschmack gehörst du wirklich erschossen, Majikku.', tadelte sie sich gedanklich selbst, bevor sie ihre Unterhaltung fortsetzten. Und zwei Getränke später erkundigte sich Law zum ersten Mal nach ihrer Zeit bei den Strohhüten.

“Die sind ein ziemlich chaotischer Haufen. Völlig planlos. Es überrascht mich ehrlich, dass von denen noch keiner verloren gegangen ist.”, beantwortete sie seine Frage. Wunderte sich gleichzeitig darüber, dass er sie überhaupt gestellt hatte.
Law quittierte ihre Antwort mit dem einseitigen Heben seiner Augenbraue.
“Oder hast du jetzt einen ausführlichen Bericht über ihre Vorgehensweise erwartet?", hakte sie nach.
"Nein.", antwortete er ruhig. Schien das Thema offensichtlich beenden zu wollen.
Sie fragte sich, warum er es dann überhaupt angeschnitten hatte. Gleichzeitig war sie sicher, er würde es nicht erneut tun, also war das jetzt ihre einzige Gelegenheit…
"Hätte ja sein können, dass du einen bestimmten Plan verfolgt hast als du mich dort wochenlang alleine liest." brummte sie, gab sich dabei keine Mühe den Vorwurf aus ihrer Stimme zu verbergen. "Aber gut zu wissen, dass es nur zum Spaß an der Freude war.”, setzte sie nach.
Es hatte sie zutiefst verletzt, dass Law so einfach auf ihre Gesellschaft hatte verzichten können. Sogar Tränen hatte sie wegen diesem Irren vergossen und das kam überaus selten vor. Sollte es also einen Grund dafür gegeben haben, so musste sie ihn einfach kennen.

“Du bist wütend.”, stellte Law nüchtern fest.
“Blitzmerker.”
“Warum?”, fragte er ruhig. Die Frage spiegelte sich in seinem Blick. Entweder war er sturzbetrunken oder er wusste es wirklich nicht.
“Es ist kein schönes Gefühl zurückgelassen zu werden, Law.”, antwortete Majikku und begann am Saum ihres Ärmels zu zupfen.
Der ehemalige Samurai kniff die Augenbrauen zusammen und stützte sein Kinn auf seinen tätowierten Handrücken ab, die Ellenbogen auf der Tischplatte. Kein Wort. Er sah sie einfach stumm an. Was hatte sie auch anderes erwartet?  

“Ich habe dich nicht zurückgelassen, Majikku.”, bemerkte Law, nachdem er sie eine ganze Zeit lang schweigend betrachtet hatte.
Verwirrt legte sie den Kopf schief.
Der Piratenkaiser atmete tief aus, bevor er weitersprach.
“Für dich wäre es das Beste gewesen, bei den Strohhüten zu bleiben. Und das wäre es noch immer.”, seine Stimme war ruhig und rau.
“Ich verstehe nicht-”
"Es ist dort  sicherer für dich als bei einer Crew mit einem solchen Käpt'n wie ich es bin.", unterbrach er sie. Sein Blick war ernst.
“Ich glaube nicht, dass es in diesem Moment einen sicheren Ort auf der Grandline gibt, als diesen hier.”, sagte Majikku und führte ihren Zeigefinger auf die Tischplatte zwischen ihnen. Dabei sah sie ihm fest in die Augen. Er sollte wissen, dass sie das absolut ernst meinte.

Aber er schnalzte nur genervt mit der Zunge, konnte er doch dieses irrationale Vertrauen nicht nachvollziehen, dass die Blauhaarige in ihn zu setzen schien.
“Du wärst wegen mir schon zweimal fast gestorben, Majikku. Ich habe nicht vor, daraus ein drittes Mal zu machen."
Law betrachtete das leuchtende Türkis ihrer Iris, während sich die Gedanken dahinter überschlugen. Daran würde er sich niemals sattsehen. Auch nicht, wenn sie ihn mit ihrem Blick zu durchbohren versuchte. Wie jetzt.
"Dann sollten wir wohl wieder mit dem Training anfangen.", bemerkte sie emotionslos, griff ihr frisches Bier und leerte es in einem Zug. Den Schaum leckte sie sich anschließend von den vollen Lippen, an denen sein Blick hängen geblieben war.

Majikku versuchte seinen intensiven Blick ebenso zu ignorieren, wie all die Fragen, die ihr noch auf der Zunge lagen. Wieso war sie hier? Was hatte sich geändert, dass er sie erst zurückließ und dann entführte? Sie seufzte leise. Würde er doch keine Antwort darauf geben. Sie war sowieso schon überrascht, dass er sich zu dem Rest eingelassen hatte.

“Auf der Death können wir lediglich den Nahkampf und die reine Muskelkraft trainieren. Alles andere geht nur an Land.”, ging Law auf ihren Vorschlag ein. Froh darüber, dass sie das vorherige Thema beendet hatten. Er wollte nicht über Gefühle sprechen, konnte es nicht. Er war der rational denkende Typ. Gerade deswegen gefielt ihm Majikkus Idee so sehr. Sie machte einfach Sinn.
“Andererseits solltest du auch dabei stärker werden. Und schneller. Und was deine Ausdauer angeht...nun ja-”, begann er laut denkend einen Trainingsplan zu konstruieren.
“Kannst du zur Abwechslung auch mal was Nettes sagen?”, entgeistert sah die Blauhaarige ihn an.
Der ehemalige Samurai betrachtete sie.
“Mir gefällt es, wie du heute deine Haare trägst.”

‘Hat er das gerade wirklich gesagt?’, dachte Majikku und spürte prompt ihre Wangen glühen.  Das war das erste Kompliment, dass sie je von Law bekommen hatte. Und es wäre sicher auch das letzte.
“Ich meinte über meine Fähigkeiten, du Idiot.", brummte sie empört.
"Damit kannst du die Gegner bezirzen, ist doch auch irgendwie eine Fähigkeit", gab der Piratenkaiser süffisant grinsend zurück.

Majikku war ein ziemlich starker Kämpfer, setzte ihren Kopf gut ein. Aber das würde er jetzt sicher nicht erwähnen. Nicht nachdem ihm das eben herausgerutscht war.
"Ist das jetzt dein Ernst?", ihre Schläfe pochte bereits vor Wut.
"Du hast Recht. Jeder der dich kennt, gibt dich spätestens nach fünf Minuten wieder zurück, weil er dann mehr über Papageien weiß als ihm lieb ist. Das hatte ich nicht bedacht.", setzte er nach.
"Oh so schlimm kann meine Gesellschaft ja nicht sein, wenn du mich nach fünf Wochen auf einer Insel noch aus einer anderen Crew entführs und in deine steckst. Such dir was aus, Trafalgar. Entweder bin ich doch ganz nützlich oder du kannst schlicht und ergreifend nicht mehr ohne mich leben.", überlegen sah ihn an.
"Oder es lag daran, dass ich Bepos stetiges Weinen nicht mehr ertragen konnte. Weißt du, ich habe gerne Ruhe auf meinem Schiff.", er sah ihren fassungslosen Blick, als er das sagte.
"Vielleicht laufe ich auf der nächsten Insel auch einfach davon…", hauchte sie ihm zuckersüß entgegen. Schien kurz vor einem Gewaltausbruch zu stehen.
"Dann fessel ich dich einfach an mein Bett...", seine sturmgrauen Augen fixierten sie als er sich ihr über den Tisch hinweg entgegen lehnte. “...und kann endlich aufhören mir das nur vorzustellen.” , raunte er todernst.

Majikku schluckte. Bemerkte ihren schnellen Puls zu ihren heißen Wangen. Und sie wusste, dass es ihm auffiel, studierte er doch gerade penibel ihre Gesichtszüge. Diabolisch sah er sie an.
"Wer weiß, vielleicht ist es ja genau das was ich will?", hauchte sie und lehnte sich ihm ebenso  entgegen.
Die Blauhaarige schien sich nicht daran zu stören, dass ihr Gesicht drei Töne dunkler und ihre Atmung beschleunigt war. Vermutlich lag es am Alkohol. Oder sie ließ sich nicht so einfach aus der Reserve locken, wie er gehofft hatte. Aber endlos ausreizen konnte er ihr kleines Spielchen nicht, war doch die Wahrscheinlichkeit viel zu hoch, dass sie dann plötzlich übereinander herfielen. Vorausgesetzt, sie nahm die Spannung zwischen ihnen ebenso elektrisierend wahr, wie er.
"Das käme mir sehr gelegen.", brummte er leise und kam nicht umher, es sich bildlich vorzustellen. Wie gefesselt vor ihm liegt…

Ein Glockenläuten riss sie aus ihrem intensiven Blickkontakt.
"So Mina, genug für heute. Die Bar schließt. Lasst euch nicht bitten", hallte die dunkle Stimme des Barkeepers durch den Raum, welcher plötzlich hell erleuchtet wurde.
Und so wurden Majikku und Law mit den letzten Trunkenbolden aus der Kneipe gekehrt.

~

Die kühle Morgenluft traf Majikku wie ein Schlag und rief ihr sofort ins Gedächtnis, wie viel sie eigentlich getrunken hatte. Und das obwohl sie am Morgen noch verkatert gewesen war.
Sie folgte Law um drei Hausecken, bis sie die kleine Promenade erreicht hatten. Es dämmerte bereits. Und der Rosafärbung des Horizontes nach zu urteilen wohl schon eine ganze Weile.
Die Blauhaarige sog diese Szene in sich auf wie ein Schwamm. Das beruhigende Geräusch der Brandung, die Möwen, das Knarzen der Holzschiffe und dann die ersten Sonnenstrahlen auf ihrer Haut.

Auf dem Weg zu ihrer Anliegerstelle kam Law nicht umhin, das sanfte Lächeln seiner Begleiterin zu bemerken. Sie wirkte glücklich. Und dann stieß sie plötzlich mit ihrer Schulter gegen ihn, bevor sie sich wortlos bei ihm einhakte. Nun war sich der Piratenkapitän sicher, dass sie einfach betrunken war. Er atmete tief die kühle Seeluft ein. Ewig war er nicht so entspannt wie heute. Sollte die Blauhaarige ihn eben als Stütze missbrauchen, wenn sie nicht mehr gerade gehen konnte.

Majikku war überrascht, dass Law sie gewähren ließ. War sie doch fest davon ausgegangen, dass er ihr ihre geistige Gesundheit absprechen würde. Sie spürte ihr eigenes Grinsen. Da ging sie doch tatsächlich mit dem Chirurg des Todes am Strand spazieren und fühlte sich dabei pudelwohl.

Die Zeit flog an ihr vorbei und ehe sie sich versah, kletterten sie durch die Luke des Schiffes, welches nur minimal aus dem Wasser ragte. Die Blauhaarige vergriff sich alkoholbedingt an der Leiter und landete unsanft an deren Ende. Direkt zu Laws Füßen.
„Verdammtes U-Boot.“, brummte sie und rieb sich dabei den schmerzenden Unterarm.
„Gewöhn dich besser dran.“, antwortete der ehemalige Samurai amüsiert.
„Jaja, du hast leicht reden, dein Arm ist schließlich noch dran.“, entgegnete sie und streckte ihm die Zunge heraus.
„Ich kann gerne pusten, wenn es das besser macht.“, bot Law in einem Anflug unendlicher Güte seine Hilfe an. Dabei grinste er süffisant. Arschloch.
„Du bist Arzt, verdammt! Du solltest bessere Ideen haben als zu pusten!"
„Mhm..“, nachdenklich legte er sich seinen Zeigefinger mit dem schwarzen „T“ unters Kinn. „Eine Amputation ginge natürlich auch. Wenn man die Sehnen und Muskeln gut vom Knochen-“
Majikku präsentierte ihm ihren Mittelfinger, woraufhin sich dieses schiefe Grinsen auf seinen Lippen bildete, dass sie so gerne sah. Der Piratenkaiser hatte es ihr ganz schön angetan. Vor allem jetzt, wo der Schalk aus seinen Augen blitzte.

„Mit deinen Zerstückelungs-Phantasien lasse ich dich lieber alleine, sonst krieg ich die ganze Nacht kein Auge zu.”, bemerkte die Blauhaarige lächelnd und machte eine abwägende Handbewegung.
“Du meinst die zwei Stunden, bis es Frühstück gibt?”, bemerkte der Mützenträger noch immer grinsend.
Entsetzt sah Majikku ihn an als sie die Erkenntnis traf. Natürlich. In zwei Stunden würden die ersten Hearts aufstehen und dabei rekordverdächtigen Lärm veranstalten. Sie seufzte übertrieben genervt.
“Daran musstest du mich jetzt erinnern, was?”
“Selbstverständlich. Sonst würdest du die folgende Einladung in mein Bett noch falsch verstehen.”
Der Alkohol ließ nicht zu, dass ihr Geist aus dem Gesagten einen Sinn zog. “W-was?”
Law lachte leise. “Meine Kajüte. Ein Bett, wo du solange schlafen kannst wie du willst. Interesse?”
“Und was ist mit dir?”
“Ich habe noch ein paar Sachen zu erledigen. Heute beginnt der vierteljährliche medizinische Check-Up der Crew. Außerdem bin ich nicht müde.”, er trat einen Schritt auf sie zu und sah ihr tief in die Augen. “Es sei denn, du hättest mich gerne als Gesellschaft dort.”


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Beinahe wird es zum traurigen Standard, dass ich immer um Vergebung für lange Funkstille bitten muss...
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