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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
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Dieses Kapitel
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30.03.2021 2.007
 
Leichte Turbulenzen der Death rissen Clione aus seinem Schlaf. Den faden Geschmack in seinem Mund versuchte er ebenso zu verdrängen wie die Tatsache, dass er die Nacht vor der Toilette kniend und mit seiner Wange auf deren Rand verbracht hatte. Die Erinnerungen kehrten auf seinem Weg durch den Flur nur langsam und keineswegs vollständig zurück, doch beim Anblick seiner Kameraden, die wie ein einziges Häufchen Elend im Speiseraum über ihren jeweiligen Heißgetränken hingen, beschlich ihn der Gedanke, dass es ihnen ähnlich ging. Mit einem leisen Seufzer ließ er sich am Tisch nieder.

„Mensch, Clione. Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“, witzelte Penguin vergnügt. Dem Mützenträger war es tatsächlich erstmals gelungen rechtzeitig den Hals von der Flasche zu nehmen und so dem massiven Kater vorzubeugen, der die anderen offensichtlich voll im Griff hatte.
„Halt die Klappe, Peng.“, nuschelte der Angesprochene und warf sich eine der weißen Tabletten ein, die auf dem Tisch bereit lagen.
„Bitte sag mir, dass das Schmerztabletten sind.“, murmelte Majikku, während sie sich neben ihren Kameraden niederließ und ohne deren Antwort abzuwarten gleich zwei Pillen schluckte. Unter ihren Augen lagen dunkle Ringe und ihre Gesichtsfarbe hatte einen deutlichen Grünstich.
Shachi musste beim Anblick der Blauhaarigen grinsen.
„Guten Morgen Prinzessin. Naaaa, wie hast du geschlafen?“, ein zweideutiges Zwinkern konnte sich der Rothaarige dabei nicht verkneifen. Hatte er sie doch zuletzt mit dem Käpt’n alleine gelassen.
Statt einer Antwort bekam er jedoch nur einen tödlichen Blick zugeworfen, der dem des ehemaligen Samurais Konkurrenz machte. Apropos. Jener hatte soeben nahezu lautlos den Raum betreten.

„Außerplanmäßiger Landgang in zwei Stunden. Für die Vorräte sind Clione, Shachi und Jean zuständig. Haru, du begleitest mich zur Apotheke. Der Rest kann machen was er will.“, seine Anweisungen brachte der Piratenkaiser im üblichen Befehlston vor.
„A-Aber Käpt’n! Der nächste Landgang war erst in zwei Wochen vorgesehen... Wir brauchen gar keine Vorräte.“, begann Clione, der sich wirklich nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf sehnte. Fernab vom Sonnenlicht.
„Ich habe an Land etwas zu erledigen. Und bei der Gelegenheit könnt ihr mindestens den Alkoholvorrat wieder auffüllen.“, brummte Law und sah Clione dabei mit einem Blick an, der keine Wiederworte zuließ.

Majikku spürte wie ihr Kamerad leise seufzte, bevor er seine Tasse betrachtete. Sie spürte das schlechte Gewissen an sich nagen, schließlich hatte sie diese Feier vorgeschlagen.
„Leg dich ruhig nochmal hin, Clione. Ich gehe dafür mit den anderen einkaufen.“, sagte sie und legte ihrem Kamerad dabei die Hand sanft auf die Schulter.
„Hast du noch mehr ungefragte Verbesserungsvorschläge?“, fragte Law in eisigem Ton und sah sie dabei direkt an. Zwischen seinen Brauen lag eine tiefe Furche. Er schien überaus schlecht gelaunt zu sein. War er nur verkatert oder hatte es etwas mit ihrem fluchtartigen Verschwinden gestern Nacht zu tun? Die plötzliche Erinnerung daran beschleunigte sofort Majikkus Puls. Verdammt. Was hatte den Plüschmützenträger nur dazu getrieben, ihr auf diese Weise nahe zu kommen. Und noch schlimmer: was zum Ozean hatte sie dazu getrieben, davor wegzulaufen?! War es doch genau das woran sie jedes Mal dachte, wenn sie in diese sturmgrauen Augen sah…

„Und was genau spricht dagegen?“, stellte Majikku die Gegenfrage und versuchte seinen kühlen Blick zu spiegeln. Wahrscheinlich erfolglos.
„Dass ich hier die Befehle gebe.“, zischte Law. „Außerdem habe ich für dich schon eine andere Aufgabe.“
Am liebsten hätte Majikku ihn dafür angeschrien, dass er sie so harsch anging. Und sie hatte sich bereits ihre Worte für den folgenden Schlagabtausch zurechtgelegt, als es ihr plötzlich auffiel. Die Blauhaarige blinzelte zweimal, bevor sie sich sicher war. Da lag keine Wut in seinem Blick. Und auch nicht dieses diabolische Funkeln. Es war etwas anderes... Aber noch bevor sie es identifizieren konnte, hatte Law bereits seinen schwarzen Kaffee gegriffen und ohne ein weiteres Wort den Raum verlassen.

Die Tür fiel mit einem lauten Knall ins Schloss, bei dem die Tätowierte zusammenzuckte.
„Mach dir nichts draus, Kleine.“, brummte Jean, „Der zieht morgens manchmal Nebenluft.“
Türkise Augen lagen kurz auf seinen, bevor sie das dankbare Lächeln erreichte, dass er Majikku soeben entlockt hatte. Und zum wiederholten Mal fragte sich der Riese, wie sein Käpt'n es geschafft hatte, diese Frau zum Bleiben zu überreden.

~

Auf dem Weg durch die Korridore der Death nahmen die Schmerztabletten langsam ihren Kampf gegen Majikkus dröhnende Kopfschmerzen auf. Hoffentlich würden sie auch gegen die massive Übelkeit helfen, die durch das gänzliche Fehlen eines Horizonts auf diesem U-Boot nicht gerade besser wurde.
Seufzend öffnete die Tätowierte die schwere Metalltür zur Steuerzentrale, wo sie endlich ihren Lieblings-Eisbären fand.
Bepo war ungewöhnlich still und wälzte angestrengt in einem alten Buch.
„Guten Morgen Bepo, ich hab dich beim Frühstück vermisst.“
„E-Entschuldigung. Ich hatte…zu tun. Da hab ich es wohl versäumt.“
„Das sehe ich. Wie gut, dass ich dir was gesichert habe.“

Jetzt hob der Eisbär zum ersten Mal seinen Kopf und betrachtete die Blauhaarige dabei, wie sie das in einer Serviette versteckte Brötchen hervorzauberte.
„Danke.“, murmelte der Navigator als er hinein biss.
Majikkus fragenden Blick ignorierte e schweren Herzens. Sie merkte, dass ihn etwas bedrückte, aber er wollte sie auf keinen Fall wieder mit seinen Problemen belästigen. Ihrem Blick ausweichend wandte er sich wieder seinem Buch zu, sicher, dass seine Freundin dann gehen würde.
Aber sie blieb. Leistete ihm stumm Gesellschaft, bis die Death am Hafen einer kleinen Insel anlegte.

„Ich gehe frische Luft schnappen. Soll ich dir irgendwas mitbringen?“, fragte Majikku und rutschte vom großen Ledersessel herab, auf welchem sie es sich bequem gemacht hatte.
Noch immer mit der Nase im Buch, schüttelte der Eisbär den Kopf.
Zögerlich lief Majikku zur Tür. Im Rahmen hielt sie jedoch inne, drehte sich zu ihrem fellbesetzten Freund und fragte leise: „Auch keine Tafel Schokolade?“
Und da hob der Bepo mit leuchtenden Augen den Kopf und grinste sie an. Endlich. Sie hatte es kaum ertragen, ihn so niedergeschlagen zu sehen. Majikku kicherte über Bepos Liebe zu Süßigkeiten und lächelte noch immer, als sie wenig später über den maroden Steg in Richtung des kleinen Dorfes schlenderte.

~

Seit bestimmt zwei Stunden war Haru mit dem neusten Piratenkaiser in der wahrscheinlich kleinsten Apotheke der Grandline. Für jeden Punkt auf der Liste musste der Käpt’n mit dem dicklichen Apotheker nach Alternativen suchen, da sie hier nicht einmal das Gängigste vorrätig hatten. Das Fachchinesisch der Beiden war für Haru kaum zu ertragen und so langweilig, dass er bereits die Bodenfliesen gezählt hatte. 357. Hervorragend. Er könnte sich so viel Spannenderes vorstellen-
„…und achtzig Berry.“, riss ihn der Gesamtpreis des Einkaufs aus den Gedanken.

Law bezahlte den vollen Betrag. Bei Medizin handelte er niemals. Dann ging wenigstens das Bezahlen schnell. Haru ging dem Chirurg des Todes beim Tragen der Tüten zur Hand und verließ kurz darauf den stickigen Laden, welcher direkt neben einem Süßwarengeschäft lag. Und aus diesem trat just in diesem Moment das neuste Crewmitglied der Heartpiraten. Sie begutachtete offensichtlich äußerst zufrieden den Inhalt ihrer Tüte, auf welcher ,Roxy's Schokotraum' stand und grinste dann über beide Ohren.

„Ist wieder diese besondere Zeit im Monat, Prinzessin?“, zog Haru sie auf, als sie in Hörweite kam.
Die Tätowierte hob überrascht den Kopf und als sie ihren Kameraden erkannte, streckte sie ihm als Antwort nur den Mittelfinger entgegen. Haru lachte. Er hatte die Blauhaarige von Anfang an leiden können.
„Wie schön, dass wenigstens du Spaß hast.“, brummte sie gespielt genervt, als sie vor ihm zum stehen kam. Ein Lächeln zierte ihre Lippen.
„Ich weiß eben was ich vertrage.“, stichelte Haru weiter. Ihr grünes Gesicht vom Morgen würde er so schnell nicht vergessen.
„Oh das weiß ich auch. Aber wenn der Käpt'n dann noch mit seinem privaten Rum-Vorrat um die Ecke kommt, dann-“
„Was?!“, unterbrach der blonde Pirat sie und starrte den Schwarzhaarigen vorwurfsvoll an.

Law verdrehte nur die Augen und atmete genervt aus. Da Haru jedoch immer noch auf seine Antwort wartete, brummte er notgedrungen: „Eine Flasche. Für besondere Anlässe.“
„Das heißt...“, begann der blonde Pirat, „du bist offiziell im Boot!“, freudig drückte er Majikku an sich, hob sie an und drehte sie einmal im Kreis, bevor er sie wieder absetzte.
„Gute Entscheidung, Käpt'n!“, rief Haru freudig aus.
„Das überlege ich mir noch.“, knurrte Law, der mit der Überschwänglichkeit des Blonden wenig anzufangen wusste.
„Ey! Was soll das denn heißen?!“, gab die Blauhaarige empört von sich und stemmte die Arme in die Hüfte.
„Das heißt, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob du wirklich nützlich oder nur überaus nervig bist.“, dabei kniff Law seine Augen zu schmalen, silbernen Schlitzen zusammen.

Majikku tobte innerlich. Was fiel ihm eigentlich ein? Diesem arroganten, miesen...
„Der Law von gestern schien sich da aber sehr sicher zu sein.“, erwiderte sie zuckersüß, ihre Rage perfekt verbergend. Und da war es. Dieses Blitzen in seinen Auge. Und das Zucken seiner Mundwinkel. Er wusste ganz genau, worauf sie hinauswollte.

Haru betrachtete die beiden und war wieder einmal unschlüssig, ob sie sich tatsächlich hassten oder auf irgendeine verdrehte Art prima miteinander auskamen. Fragend runzelte er die Stirn. Seine weiteren Gedankengänge wurden jedoch vom ehemaligen Samurai unterbrochen, der ihm seine beiden gefüllten Taschen einfach vor die Brust drückte, ohne dabei seinen Blick von der Blauhaarigen zu lösen.
„Bring das doch schonmal zur Death.“, befahl Law. Und auch wenn Haru am Ausgang dieses Schlagabtauschs brennend interessiert war, so gehorchte er dem Befehl stumm. Denn die Tonlage des Käpt'ns verhieß nichts Gutes. Arme Majikku...


„Was willst du?“, fragte Majikku genervt, als Haru außer Hörweite war. Bis dahin hatten sie sich mit ihren Blicken gleichermaßen zu erdolchen versucht.
„Ich habe doch gesagt, dass ich noch eine Aufgabe für dich habe.“, antwortete Law ruhig. Schien sich nicht im Geringsten mit den Geschehnissen der letzten Nacht befassen zu wollen. Aber so leicht würde sie es ihm nicht machen.
„Du hast auch gesagt 'keine Liebschaften mit der Crew' bevor du versucht hast mich zu verführen, wo ich nicht mal vierundzwanzig Stunden auf deinem Schiff bin. Also entschuldige, wenn ich deinen Worten jetzt weniger Bedeutung zumesse.“, sagte sie mit einem amüsierten Unterton in ihrer Stimme.

Majikkus türkise Augen funkelten ihn herausfordernd an. Hätte er sich eigentlich denken können, dass er aus der Nummer nicht so ohne weiteres herauskommt. Selber Schuld. Hatte er sich doch treiben lassen vom Alkohol und ihrer Anziehungskraft, die dieses elendige Kleid nicht gerade abgemildert hatte. Und nun durfte er mit diesem ungewohnten Gefühl der Enttäuschung umgehen, dass Majikkus Flucht bei ihm ausgelöst hatte. Am liebsten hätte er die Mütze abgenommen und wäre sich seufzend mit den Fingern durch die Haare gefahren. Diese Dinge durften nicht außer Kontrolle geraten.

„Oh das war mein voller Ernst. Ich wollte nur sichergehen, dass es auch in deinem Stammhirn angekommen ist.“, erwiderte er einem flüchtigen Gedanken folgend und tippte mit seinem Zeigefinger gegen ihre Stirn.
„Du hast mich nur getestet?!“, Wut schoss gleich einem Pfeil aus ihren Iriden. „Willst du mich eigentlich komplett verarschen?!“, ihre Hände in die Hüfte gestemmt baute sie sich vor ihm auf. Trotzdem war sie noch immer einen Kopf kleiner.
Law lachte leise. Das kam ihm überaus gelegen.

„Was gibt es da zu lachen, du elender...“, begann Majikku ihre Schimpftirade. Dieser Sadist schien das tatsächlich noch amüsant zu finden. Und als Strafe präsentierte sie ihr gesamtes Repertoire an Beleidigungen.
Aber das ließ Law sichtlich unbeeindruckt. Stattdessen verzogen sich seine Lippen zu einem schiefen Grinsen. Und dann plötzlich lagen sein Daumen und Zeigefinger an ihrem Kinn und hoben es an, ließen sie sofort verstummen. Die Röte schoss ihr erbarmungslos in die Wangen und ihr Puls beschleunigte sich, als sie seinen Atem an ihren Lippen spürte. Maximal zwei Zentimeter trennten ihre Gesichter.
„Du kannst soviel fluchen wie du willst. Solange du hierbei nervös wirst, kaufe ich dir nichts davon ab.“, raunte Law ihr zu bevor er sie wieder entließ.
Völlig entgeistert starrte sie ihn an. Wie er tiefen entspannt vor ihr stand und noch immer grinste. Diabolisch. Er hatte gewonnen. Am liebsten hätte sie wütend auf den gepflasterten Boden gestampft.
„Komm zur Sache, Pirat. Was für eine Aufgabe hast du für mich?“, beendete sie ihre Fehde zähneknirschend.



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Kazume bittet um Entschuldigung für die lange Funkstille und hofft auf Vergebung.
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