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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
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Dieses Kapitel
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09.11.2020 1.601
 
Panik breitete sich im Saal aus. Sämtliche Gäste, die durch das mächtige Haki nicht ohnmächtig geworden waren, ergriffen schnellstmöglich und zum Teil laut schreiend die Flucht. Sie rissen sich aus ihrer Schockstarre und rannten davon wie Insekten unter einem angehobenen Stein. Zwischen die Fronten des neusten Piratenkaisers und dem gefürchteten Strohhut wollten sie wahrlich nicht geraten. Höchstwahrscheinlich würden sie bei einem Kampf die gesamte Insel inklusiver ihrer Bewohner in Schutt und Asche legen. Und niemand hier beabsichtigte heute auf Kilauea zu sterben.

Der letzte Gast stolperte drei Augenblicke später schwer atmend durch eine zerbrochene Glastür ins Freie, ließ die beiden Piratenbanden alleine im ehemaligen goldenen Ballsaal zurück.
Und als Ruffy angespannt von einem Bein aufs andere hüpfte und Law keinerlei Anstalten machte tatsächlich anzugreifen, begriff Robin endlich das Spiel und die Notwendigkeit dazu. Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Law war einfach ein überragender Taktiker. Und das macht es nur umso ärgerlicher, dass er offensichtlich keine Sympathie für die Archäologin empfand.
Gelassen betrachtete sie ihre Kameraden, welche noch immer irritiert und angespannt den Plüschmützenträger musterten. Der hielt die Spannung im Saal sowie seine bedrohliche Ausstrahlung mühelos aufrecht bis niemand Fremdes mehr in Hörweite war.
Dann war die Show beendet und der Piratenkaiser übergab sein Schwert seinem Navigator, bevor er die Anspannung einfach in sich zusammenfallen ließ.

Langsam löste Law seinen Blick von Ruffy, der nichts von alldem zu verstehen schien und ließ ihn zu Majikku wandern. Er zwang sich dazu, sie endlich richtig anzusehen.
In diesem Kleid war sie noch schöner als sowieso schon und doch war es ihr messerscharfer Verstand in den er sich--
Ihre Blicke trafen sich. Türkis traf auf Grau. Ließ ihn an seinem Vorhaben zweifeln.
Könnte er sie wirklich ein zweites Mal zurücklassen?

~


Sanji verstand überhaupt nichts mehr. Erst sagte Trafalgar ihrem Käpt’n so offen den Kampf an und dann stand er einfach da und… Der Smutje betrachtete den Chirurg des Todes, der seine Kampfhaltung einfach wieder aufgegeben hatte. Verwirrt hatte er seinen Blick verfolgt, der langsam durch den Saal gewandert und dann an Zorros blauhaariger Hexe hängengeblieben war.
Einen Moment lang hatte er sie einfach berechnend angesehen. Bis sie seinen Blick erwiderte.
Es war als hätte man den gesamten Ballsaal plötzlich unter Strom gestellt.
‚Wie bedauerlich für den Spinatschädel.‘, dachte der blonde Smutje, als sich der Mund des ehemaligen Samurais zu einem schiefen Grinsen verzog. Es war minimal, aber in dem üblicherweise ernsten Gesicht so ungewohnt, dass es überaus auffällig war.

Law hatte seine Entscheidung getroffen. Und sie war absolut irrational. Aber es war ihm gleich. Nur dieses eine Mal würde er etwas anderem folgen als der Logik.
Womöglich würde ihn dafür der Teufel holen.
Es kostete ihn einiges an Überwindung, seinen Blick wieder von Majikku zu lösen und ihn zurück zu Ruffy wandern zu lassen. Sein Grinsen wurde breiter, als er in das freundliche Gesicht des Strohhutträgers blickte. Law hob zum Abschied die Hand, zwinkerte Ruffy zu und dann…
„Shambels.“
…lösten sich die Hearts mitsamt ihres Käpt’ns in Luft auf.


Ebenso wie Majikku.

~


Überrascht wanderten Sanjis Augen von der nun leeren Empore zu Zorro, der gerade erst bemerkt hatte, was geschehen war. Zorro entließ einen Wutschrei, als er bemerkte, dass der Chirurg des Todes ihm die Zauberfee soeben direkt aus den Armen geraubt hatte. Sofort setzte sich der Grünhaarige in Bewegung und stürmte auf das zerbrochene Fenster direkt vor ihm zu, als ihm auffiel, dass seine die einzigen Schritte waren, die über das zerbrochene Glas hämmerten.
Verwirrt blickte er zurück und sah Ruffy der lächelnd wieder die Arme hinter dem Kopf verschränkte. Sanji zündete sich entspannt eine Zigarette an und Robin hatte bereits begonnen, den Porneglyph zu studieren, welcher nun frei lag. Niemand machte Anstalten den ehemaligen Samurai zu jagen.
„WAS IST MIT EUCH?!“, brüllte Zorro fassungslos. Ohne die Hilfe seiner Freunde würde er den Piratenkaiser wohl nicht zu Fall bringen. Erst recht nicht unbewaffnet. Aber als sie noch immer nicht reagierten, beschloss Zorro es zumindest zu versuchen. So schnell ihn seine Beine trugen, rannte er hinunter zur Küste. So leicht würde er Majikku nicht hergeben.
~
„Hoffentlich macht Traffy ihn nicht einen Kopf kürzer.“, witzelte Ruffy und überprüfte das Chaos auf dem Buffettisch nach etwas Essbaren. Ihn überraschte es wenig, dass Law Majikku mitgenommen hatte. Sie war eben ein überaus starkes Crewmitglied. Allerdings verstand er nicht, warum er ihn dann zuvor darum gebeten hatte, sie bei den Strohhüten aufzunehmen. Nun, Ruffy hatte es schon lange aufgegeben, Laws Handlungen zu hinterfragen. Wichtig war nur, dass ihre Freundschaft unberührt blieb.
„Damit würde er uns allen einen Gefallen tun.“, sagte Sanji ruhig und zog genüsslich an seiner Zigarette. Viel zu lange hatte er sich das Rauchen hier verkneifen müssen.
„Trafalgar hat uns auch so schon einen großen Gefallen getan.“, begann Robin ruhig, ohne ihren Blick vom roten Porneglyphen abzuwenden. „Dieses Aufeinandertreffen wird mit Sicherheit an die Weltregierung weitergeleitet werden. Und somit auch das offensichtliche Ende unserer Allianz. Schließlich hat er dir ganz offen den Kampf angesagt, Ruffy. Und niemand kann bezeugen, dass ihr nicht tatsächlich gekämpft habt. Dadurch können wir wieder getrennt voneinander agieren.“
„Oh das stimmt! Was ein glücklicher Zufall, dass alle Gäste geflüchtet sind. Meinst du, wir sind jetzt Feinde?“, der Strohhutträger machte ein nachdenkliches Gesicht.
‚Mit Zufall hat das wenig zu tun‘, dachte Robin amüsiert.  
„Nein. Das war nur Show. Sollte einer von uns in der Klemme stecken, lassen wir die Allianz einfach wieder aufleben. Aber bis dahin ist es einfach klüger den Anschein zu erwecken, wir stünden im Krieg mit dem vierten Piratenkaiser.“
„Ach red‘ doch nicht so hochgeschwollen.“, brummte Sanji. „Du bist doch nur happy, dass die Hearts die Auktion gesprengt haben, sodass du ungestört deinen Stein bewundern kannst.“
Robin grinste verschmitzt und trat hinter den Porneglyph, blieb dem Smutje so eine Antwort schuldig.

Ruffy blickte zu seiner Navigatorin, die stocksteif auf die leere Empore starrte und stumm weinte. Besorgt näherte der sich ihr. Hoffentlich war sie unverletzt. Sollte ihr etwas Ernsthaftes fehlen, würde er sich womöglich vergessen und tatsächlich einen Krieg mit dem Kaiser vom Zaun brechen.
„Nami, was hast du?“, fragte er leise und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter.
Ihre Unterlippe zitterte. „D-Der Eisbär.“
„Hat er dir was getan?“
„D-der Eisbär…hat…sie…mitgenommen…“, große Krokodilstränen rannen über Namis Wangen.  Mit einer blitzschnellen Bewegung griff sie in Ruffys Hemd und zog ihn zu sich. Direkt vor ihr Gesicht.
„Er hat sie einfach gestohlen, Ruffy! Die Krone der Aphrodite!“
Schallendes Lachen erfüllte den verwüsteten Raum, in welchem noch immer unzählige bewusstlose Gäste lagen. Einige würden beim Aufwachen vermutlich ein paar Schmuckstücke vermissen, aber auch das würde nicht das Loch in Namis Brust füllen, dass Bepos grausames Verhalten dort hinterlassen hatte.

~

Die Luft brannte bereits in Zorros Lungen, als der Hafen endlich in Sichtweite kam.
„Scheiße, scheiße, scheiße!“, raunte er zwischen den gepressten Atemzügen. Die meisten Schiffe liefen bereits aus. Nur wenige schaukelten noch still auf den Wellen.
Dann sah er sie. Eine große Traube schwarz gekleideter Piraten auf dem Deck eines ebenso schwarzen Schiffes, welches frecher Weise direkt neben der Thousand Sunny angelegt hatte und nur teilweise aus dem Wasser ragte.
„Die wollen mich doch verarschen!“
Der Grünhaarige sprintete weiter darauf zu, seine Schritte hämmerten dabei über den uneben gepflasterten Boden und wurde nur von seiner Stimme übertönt, die immer wieder Majikkus Namen rief. Aber scheinbar trug der Wind sie nicht weit genug.

Die alberne Plüschmütze des Käpt’ns erkannte Zorro zuerst. Er setzte die Wasserfee gerade ab, hatte sie zuvor scheinbar auf den Armen getragen. Was glaubte der Kerl eigentlich, wer er war?! Als könnte er sie einfach gegen ihren Willen aus ihrer Crew reißen, nur weil ihm jetzt langweilig und er ein Piratenkaiser war.
„Ich bring diesen elenden Bastard sowas von um!“
Die dunklen Augen des Schwerkämpfers klebten an Majikku, die nun mit dem Rücken zu ihm stand. Mit ihrem schwarzen Kleid fügte sie sich perfekt in die Crew. Das veranlasste Zorro nur dazu, noch schneller zu rennen. Gleich wär er nah genug, dass sie ihn hören könnte.

Wie aus dem Nichts tauchten plötzlich zwei weitere Crewmitglieder auf dem Deck des U-Bootes auf, worauf der Rest scheinbar gewartet hatte, denn nun begaben sie sich nacheinander durch eine Luke ins Innere des Schiffes, welches bereits zu Sinken schien.
Mehrere Flüche ausstoßend erreichte Zorro endlich den hölzernen Steg, an dessen Ende sein Ziel lag.
Es waren nur noch eine Handvoll Piraten auf dem Deck zu sehen.
„MAJIKKU!“, brüllte der Grünhaarige erneut und beschleunigte sein Tempo ein letztes Mal. Er fixierte den Boden direkt vor sich und rannte, als würde sein Leben davon abhängen.
Dann erreichte er die Anlegestelle. Und gleichzeitig wurde der letzte Teil des U-Boots vom Meer verschluckt.
Völlig außer Atem fiel er auf die Knie. Starrte auf das aufgewirbelte Wasser direkt unter sich.
Sie war weg. Zorro führte seine Faust zügig auf den hölzernen Untergrund. „SCHEISSE!“

Das letzte Bild von Majikku blitzte vor seinem inneren Auge auf. Niemand hatte sie festgehalten. Wieso war sie also nicht über Bord gesprungen? Geflüchtet vor diesem… Irren und zu ihm zurückgekommen, wo sie hingehörte? Vermutlich weil sie es nicht wusste. Er hätte es ihr sagen sollen. Was sie ihm bedeutet, was er fühlt. Vielleicht wäre sie dann geblieben.
Langsam stand der grünhaarige Schwertkämpfer auf, obwohl seine brennenden Muskeln schmerzhaft dagegen protestierten. Er verzog den Mund.
Jetzt blieb ihm nur noch der Hass auf den Chirurg des Todes. Und der würde ihn durch das härteste Training führen, immer weiter, denn Rache war eine überaus wirkungsvolle Motivation.


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An dieser Stelle ein Bepo-typisches "Tschuldigung" für all diejenigen, die Zorro und Majikku gerne weiter zusammen gesehen hätten :D
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