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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
02.06.2020 1.169
 
„Robin! ROBIN! Wenn ich hier raus komme, bringe ich dich um!“, wütend trat Zorro gegen die Tür der Besenkammer, als plötzlich das Licht anging. Majikku hatte offensichtlich den Schalter für die kleine Glühbirne an der Decke gefunden.
Kurz trafen sich ihre Blicke, dann war es wieder dunkel.
„Bist du als Kind auf den Kopf gefallen oder wo ist dein Problem?“, schnauzte der Grünhaarige ihr entgegen. Am liebsten hätte er sie geschlachtet.
„Sorry, aber ich konnte deine Visage einfach nicht ertragen. So ist es gleich viel angenehmer.“, dabei hörte der Schwertkämpfer deutlich heraus, dass sie grinste.
„Du hast einen letzten Versuch, bevor ich dir ausversehen im Schlaf den Kopf rasiere!“, drohte er und lehnte sich noch etwas mehr in die Richtung aus der ihre Stimme kam.
Er hörte sie leise kichern.‚Dieses unerzogene Gör!‘ Sie war eben genauso frech wie sie schön war.
„Wenn du dich immer so über alles aufregst, dann stirbst du an einem Herzinfarkt bevor du dreißig bist.“, das schien sie zu amüsieren.

„Mach. Das. Scheiß. Licht. An.“, knurrte er, offensichtlich kurz davor die Fassung zu verlieren.
„Denkst du, dass die Tür dann schneller aufgeht oder was?“, das konnte sie sich einfach nicht verkneifen. Zurückhaltung war nie ihre Stärke gewesen. Als Strafe würde ihr mit Sicherheit mal jemand den Hals umdrehen.
„Wie hat es dieser elende Trafalgar nur fünf Wochen mit dir auf einer Insel ausgehalten?“, fragte Zorro jetzt  ungläubig und klang dabei im höchsten Maße genervt.
„Frag ihn das doch, wenn ihr euch das nächste mal seht.“, sie streckte ihm die Zunge heraus, als ihr einfiel, dass er das überhaupt nicht sehen konnte.
„Ich glaube nicht, dass wir den sobald wiedersehen.“, stellte der Grünhaarige nun fest.
Jetzt war Majikku froh über die herrschende Dunkelheit, denn sonst hätte er womöglich ihren Blick bemerkt, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gerade die Traurigkeit ihrer Seele spiegelte.

Als sie nicht reagierte sprach Zorro weiter: „Die Allianz ist zum Glück beendet. Ruffy wird sich nach dem gescheiterten Plan durch das Besiegen von Big Mom und Blackbeard den Kaisertitel selbst verdienen und dann werden wir die Suche nach dem One Piece fortsetzen. Da gibt’s einfach keinen Grund Kontakt mit diesem gruseligen Typen aufzunehmen.“
„Law ist gar nicht so verkehrt, weißt du?“, murmelte sie leise. Wieso verteidigte sie ihn überhaupt?
„Du bist definitiv auf den Kopf gefallen! Er hat dich völlig wehrlos auf dem Schlachtfeld zurückgelassen. Inmitten einer Scharr aus Gegnern. Hätte ich dich nicht zufällig gesehen, gäbe es wohl heute eine Wasserfee weniger!“, belehrte sie der Grünhaarige. Er musste sich eingestehen, dass er dabei ein wenig flunkerte, denn er hatte explizit nach ihr Ausschau gehalten als sie damals am Strand so plötzlich verschwunden war. Mit Zufall hatte ihre Rettung demnach wenig zu tun.

Majikku wollte erst etwas erwidern, biss sich jedoch auf die Zunge. Wenn sie laut aussprach was sie dachte, würde sogar Zorro erkennen, was sie sich selbst noch nicht eingestehen konnte.
Law hatte damals nicht gewusst, dass sie dieser Zauber derart schwächen würde und war nur ihrer Bitte gefolgt, sich mit seinem Kampf zu beeilen. Sie selbst war viel zu perplex gewesen, um die Situation ordnungsgemäß zu verarbeiten. Er hätte das Herz des Ozeans – ihr Herz – niemals so ohne weiteres tragen dürfen. Es hätte ihn töten müssen. Aber das tat es nicht. Und das bedeutete, dass es ihm bereits zuvor gehört hatte. Der logische Schluss daraus widerum-
Ein genervtes Brummen ihres Gegenübers riss sie aus den Gedanken.
„Wobei ich ja ehrlich sagen muss, dass Ruffy uns auch oft in lebensgefährliche Situationen bringt. Vor allem bei den schwereren Kämpfen.“, gab Zorro widerwillig zu.
„Siehst du? Und letztendlich hat ja alles funktioniert.“, versuchte Majikku nun das Thema zu beenden.
„Aber trotzdem ist er ein blödes Arschloch.“, erklang die feste Stimme des Schwerkämpfers in der Dunkelheit. „Ruffy würde sich ein Bein ausreißen, bevor sich ein anderer Kapitän eins seiner Crewmitglieder schnappt. Es ist ihm egal, dass wir schwächer sind als er, wir sind Freunde. Kameraden. So etwas versteht der Chirurg des Todes wohl nicht. Er hat dich einfach hier zurückgelassen, als du nicht mehr nützlich warst. Schließlich ist er jetzt der neue Piratenkaiser.“

Autsch. Das tat weh. Zorro hatte ihren wunden Punkt getroffen, denn genau diese Gedanken schwirrten seit ihrer Abreise in ihrem Geist umher. Majikku spürte ihr Herz schwer werden, als sie erkannte, dass der Abschied von Law vielleicht endgültiger war, als sie geglaubt hatte. Und das es vielleicht sogar besser so war.
Aber noch etwas anderes stimmte sie traurig.

Plötzlich erhellte der schwache Schein der Glühbirne wieder den kleinen Raum. Majikku hatte den Schalter wieder umgelegt.
„Ich vermisse meine Kameraden…“, nuschelte die Blauhaarige und atmete hörbar aus.
Zorro sah sie an. Ihren schlanken Hals, der von den farbigen Haaren eingerahmt war, die vollen Lippen und die meerblauen Augen, die verdächtig feucht glitzerten. Ein kleiner Riss in ihrer selbstsicheren Fassade ließ ihn auf ihr Innerstes sehen. Sie war traurig. Verletzlich.

Majikku bereute sofort, dass Licht wieder eingeschaltet zu haben. Sie hätte nämlich gut darauf verzichten können zu wissen, wie facettenreich die dunklen Augen des Schwertkämpfers waren.
Er stand direkt vor ihr und sah sie einfach an. Allerdings fehlte seinem Blick diesmal die Härte. Und noch dazu unterschritt er gerade deutlich den Abstand, der üblicherweise unter Crewmitgliedern eingehalten wurde.
„Wir sind jetzt deine Kameraden.“, sagte er ruhig.
Ihre Pupillen weiteten sich überrascht, als er plötzlich sanft mit der Rückseite seines Zeigefingers über ihre Wange strich und so eine Träne auffing, die soeben daran herabgeronnen war.
Eine federleichte Berührung. Aber absolut eindeutig.

Zorro war überrascht von sich selbst. Diese Bewegung hatte er mit Sicherheit nicht bewusst gesteuert. Vermutlich war das ein fauler Zauber dieser Hexe, um ihn blöd dastehen zu lassen. Genauso wie dieser plötzliche Drang, seine Lippen auf ihre zu legen. Ob sie wohl genauso weich waren, wie sie aussahen?


„Robin sagt, ich soll euch raus lassen und…“, Chopper stand im schmalen Türrahmen und beobachtete noch wie Zorro seine Hand zurückzog und die beiden auseinanderwichen wie zwei Magnete desselben Pols. Aber erwischt hatte er sie trotzdem. Er hielt sich einen Huf vor sein gerötetes, grinsendes Gesicht. „Oder soll ich später nochmal wiederkommen?“

„Na warte, du…“, mit den Worten war der Grünhaarige auf das Rentier losgegangen, welches sofort flüchtete. Das Geschrei war auf dem halben Schiff zu hören und noch nicht verklungen als Majikku auf ihr Zimmer und in das dazugehörige Bad huschte. Ihr Spiegelbild bestätigte ihre Vermutung. Ihr Kopf war hochrot. Und sie hoffte inständig, dass die Ursache nur in der Peinlichkeit der Sache selbst begründet lag. Eine weitere Baustelle mit einem mürrischen selbstverliebten Piraten bräuchte sie nämlich wirklich nicht.


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Sorry, dass ihr so lange auf das Kapitel warten musstet. Aber ich hab mir beim Schreiben wirklich einen Zacken aus der Krone gebrochen :D
Ich hab glaube zehn verschiedene Besenkammer-Szenen geschrieben und war mit keiner richtig zufrieden… Letztendlich hab ich die umfallenden Schränke, die körperlichen Auseinandersetzungen und die Knutsch-Szenen (oh ja da gab’s welche :D) rausgeschmissen und schlussendlich hat es diese Fassung hier in meine Hauptstory geschafft. Hoffentlich gefällt sie euch.

Grüßchen von Kazume ♥
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