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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
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Dieses Kapitel
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07.05.2020 1.511
 
Bepo rannte wie ein Irrer über die geteerte Straße. Sie hatten den Käpt’n und Majikku auf Zenshima abgeladen und waren sofort weitergezogen. Auf einer westlich gelegenen Insel hatten sie dann das U-Boot zwecks Reparatur aus dem Wasser gehoben, was wohl einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Mit einem Knall trat der Eisbär die Tür zur Hotellobby auf, wo sich die restlichen Hearts versammelt hatten und ihn überrascht ansahen. Bepo hielt siegessicher die Teleschnecke in die Luft.
„Er hat sich gemeldet! Der Plan funktioniert und sie befinden sich bereits auf ihrem Weg nach Midgar!“
Die Crew jubelte. Kaido hatte angebissen. Jetzt musste der Käpt’n den Kampf nur noch gewinnen.
In letzter Zeit hatte er seine Mannschaft vermehrt bei womöglich tödlich endenden Auseinandersetzungen herausgenommen, obwohl die Hearts selbst über eine durchaus passable Kampfkraft verfügten. Aber bei Gegnern wie Doflamingo oder Kaido würden sie ihm wahrscheinlich nur im Weg stehen, weshalb sie seine Entscheidung schweren Herzens akzeptiert hatten. Außerdem musste das U-Boot wieder fit gemacht werden und Bepo hatte sich bei dieser Gelegenheit eine kleine Verschönerungsarbeit nicht verkneifen können.


Nami lief nervös auf und ab. Sie steuerte die Thousand Sunny komplett blind während sie den dichten Nebel aufrecht erhielt. Sie hatte bereits beim Auslaufen aus dem Fjord drei Nervenzusammenbrüche erlitten und fragte sich nun, wie sie sicher auf Midgar ankommen sollten, schließlich wimmelte es im Meer von Kaidos Schiffen.
„Wir sehen uns auf der anderen Seite.“, verabschiedete sich Majikku und sprang mit dem Kopf zuerst über Bord.
„Was zur Hölle tut sie da?!“ Die Hexe war schließlich ihr einziger Schutz gegen Angriffe.
„Entspann dich, Nami.“, Ruffy tauchte neben ihr auf und legte ihr beruhigend einen Arm auf die Schulter. „Es wird schon gut gehen.“
„Wie kannst du dir da so sicher sein?“
„Na weil das alles zu Traffys Plan gehört.“
Darauf blickte sie ihren Käpt‘n nur fragend an.
„Majikku wird die Schiffe aus dem Wasser heraus umlenken, weg von uns, sodass es zu keinem Aufeinandertreffen kommt. Schließlich soll niemand ahnen, dass sich hinter der Nebelbank unser Schiff und nicht das der Hearts verbirgt.“
Die Navigatorin nickte. Sie hätte den Ausführungen des ehemaligen Samurais vielleicht etwas aufmerksamer folgen sollen.

Einen halben Tag dauerte die Überfahrt nach Midgar und sie verlief ohne besondere Vorkommnisse. Das war auffällig unauffällig und doch schien sich niemand weiter damit zu befassen.
Zur weiteren Nebelproduktion und der Möglichkeit Neuigkeiten zu melden, verblieben Nami, Chopper und Franky an Bord des Schiffes, während der Rest in der Abenddämmerung an Land ging.

Midgar war eine hässliche und kahle Insel, die untergraben war mit Mienen. Auf der Ostseite waren die Lager der Arbeiter, zu welchen die Menschen aufgrund der Uhrzeit bereits zurückgekehrt waren. Und wenn der Kampf mit dem Kaiser hier stattfinden sollte, mussten sie verhindern, dass sie morgen früh zurückkehrten. Daher teilte sich die Allianz auf und überprüfte die kilometerlangen Schächte. Sie wollten schließlich niemanden ertränken, wenn sie sie anschließend fluteten.

Majikku hatte beim Landgang absichtlich getrödelt, um bei der bevorstehenden Einteilung nicht bei Law zu landen. Alleine der Gedanke daran, mit ihm durch die dunklen Mienen zu wandern entfachte ein Kribbeln in ihrer Magengegend, dass sie an ihr nächtliches Treffen erinnerte. Sie spürte ihre Wangen glühen. Was um alles in der Welt hatte sie da nur geritten?
Und war es nun ihre gerechte Strafe, dass sie stattdessen mit dem Grünschopf durch die kalten Gänge gehen durfte? Genervt atmete sie aus.
„Willst du dahinten Wurzeln schlagen oder was?“, kackte sie der Schwertkämpfer an.
Sie war zurückgefallen, weil sie zu tief in ihren Gedanken versunken gewesen war.
„Ich wollte mich nur deinem Tempo anpassen. Nicht, dass dir noch die Puste ausgeht.“, flunkerte die Blauhaarige.
„Arrogante Ziege. Dann gib mal Gas, beim Thema Ausdauer macht mir nämlich so schnell keiner was vor.“, grummelte Zorro. Das ließ sich Majikku kein zweites Mal sagen. Sie legte ein ordentliches Tempo vor, aber ihr Begleiter war darauf bedacht immer eine Fersenlänge voraus zu sein. Und da keiner der beiden hinten liegen wollte, liefen sie bald im Stechschritt nebeneinander her, bis sie irgendwann joggten und schließlich rannten.

Law und Robin schwiegen sich seit einer guten Stunde an, während sie entspannt durch die Korridore schlenderten.
„Euer Auftritt in der Diamantstadt war beeindruckend. Anschließend hat sich das Gerücht über dein Erscheinen und eine Frau an deiner Seite wie ein Lauffeuer verbreitet.“, versuchte Robin ein Gespräch zu beginnen.
Law grinste in sich hinein. So war das also. „Lass mich in Ruhe.“, antwortete er kühl. Er würde aus einer Unterhaltung mit ihr keinen Nutzen ziehen können. Letztendlich käme sie noch auf die Idee ihm überflüssige Ratschläge zu geben, nur weil sie älter war.
Die restliche Strecke  legten sie daher wortlos zurück, wobei Law ihre interessierten Seitenblicke gekonnt ignorierte.

Nach knapp dreiviertel des Weges hatten sie sich völlig verausgabt. Majikku lehnte gegen die kalte Steinwand und atmete schwer. Zorro hatte sich auf seinen Knien abgestützt und Schweiß tropfte von seiner Stirn.
„Nur wegen dir… müssen wir jetzt…eine Pause machen.“, brachte der Schwertkämpfer nur stoßweise hervor.
„Wir…stehen hier nur… damit du nicht… kollabierst.“
„Ich kann…problemlos…weiterlaufen.“, er rappelte sich tatsächlich auf und schlurfte weiter den Gang entlang.
„Na endlich…geht es weiter.“ Majikku lief direkt neben ihm her. Und obwohl ihre Lungen und Beine bereits schmerzhaft brannten, blieben sie nicht mehr stehen, bis sie den Ausgang erreicht hatten

Als Robin und Law endlich ins Freie traten überzog bereits ein klarer Sternenhimmel den Horizont, in dessen Mitte der Vollmond stand. Sie löschten ihre Fackeln und schnell gewöhnten sich ihre Augen an das bläuliche Licht. Einen Augenblick später kamen auch Brook, Sanji, Ruffy und Lysopp aus den jeweiligen Ausgängen und versammelten sich bei ihnen. Law schaute sich gerade fragend nach der Blauhaarigen um, als er einen dumpfen Schlag hörte.
„Sag mal hast du sie noch alle, du Lackaffe?!“, raunte Zorro den Smutje an, der ihm eben die Faust über den Kopf gezogen hatte.
„Was liegst du hier rum und schnarchst, du Moosgewächs?! Ihr solltet den Mienenschacht überprüfen!“
„Was denkst du was wir getan haben?!“
„Gefaulenzt. Sieht man doch!“
„Wir waren eben ein bisschen schneller mit unserer Arbeit fertig, da haben wir uns ja wohl eine Pause verdient.“, mischte sich nun Majikku ein, die wenige Meter neben Zorro im Sand gelegen und ebenfalls Augenpflege betrieben hatte.
„Ach seid ihr etwa durch die Gänge gerannt oder was?“, Sanji kniff dabei die Augen zusammen.
„Richtig geraten Küchenjunge! Oder denkst du ich bleibe länger als nötig mit der da unter der Erde?“, dabei zeigte er abwertend auf Majikku, die sich gerade aufgerichtet hatte und den Sand von ihrem Körper klopfte.

Law rollte mit den Augen. Das war ja der reinste Kindergarten hier. Und so sehr er diese ganze Streiterei missachtete musste er  zugeben, dass ihn dieser Anblick der beiden nebeneinander gestört hatte, obwohl dazwischen einiges an Abstand gewesen war.
Aber er weigerte sich bewusst aus so irrationalen Empfindungen einen logischen Schluss zu ziehen.
„Bei uns im Schacht war keine Menschenseele.“, begann Robin, was die restlichen gleichermaßen quittierten.
„Gut. Dann kann es ja weitergehen.“, befahl Law und sah die Blauhaarige streng an, die erst verwirrt aufblickte bevor sie schließlich nickte und Richtung Meer lief.

Majikku entledigte sich ihrer Schuhe und genoss das frische Meerwasser an ihren nackten Füßen. Sie ließ sich von der Oberfläche tragen und breitete die Arme aus, während ihre Kräfte sie durchströmten. Umgeben von Wasser und in einer Vollmondnacht war sie am stärksten, weshalb die bevorstehende Aufgabe das reinste Kinderspiel war.

Ruffy und die anderen warteten einige Meter entfernt. Bis auf Law hatten sie nur eine kurze Kostprobe ihrer Kräfte während des Kampfes auf der Grandline erhascht und warteten daher gespannt wie es weitergehen würde. Das Mondlicht schien so hell, dass man die Bewegung ihrer Tattoos sehen konnte als sie die Augen schloss und begann sich zu bewegen.
Das Wasser reagierte sofort auf ihren Ruf. An mehrere Stellen stieg es auf und umkreiste sie, wobei die einzelnen Tropfen in der Luft funkelten. Es war wunderschön anzusehen, wie immer mehr um sie schwebte und sie fast gänzlich einhüllte. Dann öffnete sie ihre Augen, die in der Dunkelheit unnatürlich strahlten und hob die Arme. Unmengen Wasser bewegten sich schimmernd durch die Luft und glitten geräuschlos in die Ein- und Ausgänge der Mienenschächte. Auf Majikkus Gesicht lag ein sanftes Lächeln, als zeitweise ein ganzer See um sie zu tanzen schien. Zorro hatte Schwierigkeiten seinen Blick abzuwenden und starrte sie deswegen einfach an. Diese Kräfte lagen wahrlich in Magie begründet.

Brook stand neben dem Kapitän der Hearts und blickte hinauf zu dem schwebenden Strom über ihren Köpfen, der im Mondlicht glitzerte.
„Wunderschön, nicht wahr?“, sprach er mehr zu sich selbst als zu seinem Nebenmann.
„Ja.“, antwortete der Schwarzhaarige ihm. Jedoch löste er dabei seinen Blick keine Sekunde von Majikku.

Die Mienenschächte schluckten gefühlt einen halben Ozean, bis sie nach einer Viertelstunde endlich überliefen. Solang das Wasser bis zum Rand darin stand, würden die Arbeiter in ihrem Lager bleiben und die Insel wäre frei für den Kampf der Giganten.

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Die Szene von Majikku auf dem Wasser ist angelehnt an eine aus Final Fantasy X, falls das jemand gespielt hat wird er wissen was ich meine ;)
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