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Ozean Love

von Kazume
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Trafalgar Law
10.03.2020
17.05.2022
61
82.226
60
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Dieses Kapitel
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17.04.2020 2.196
 
Als Law aufwachte roch es bereits im halben Schiff nach frisch gekochtem Kaffe.
Er hatte diese vertraute Umgebung mehr vermisst, als ihm bewusst gewesen war. Langsam zog er sich an und lief Richtung Küche, wo nur vereinzelte Plätze belegt waren. Die Crew frühstückte nur äußerst selten gemeinsam, sondern eher nach und nach. Uni sah aus wie eine lebende Leiche, hatte seinen Job als Smutje aber trotz des massiven Katers zeitig angetreten. Law ging davon aus, dass die anderen Saufnasen noch selig schlummerten und freute sich schon sehr darauf, sie gleich unsanft wecken zu dürfen. Schließlich fiel die Sonne bereits durch die Bullaugen ins Schiff. Und sie waren wieder aufgetaucht.

Wenig später hatte Law ohne zu Klopfen den Schlafraum geöffnet und verwundert vor leeren Betten gestanden. Wohin waren sie wohl verschwunden? Jetzt ging er noch immer kopfschüttelnd mehrere Treppen hinab und blieb gegenüber des Maschinenraums stehen. Es roch nach Öl und Benzin. Er schlug gegen die metallische Tür. Wie hielt sie es nur so lange hier unten aus? Nach zwei weiteren Versuchen wurde die Tür endlich von Ikkaku geöffnet. Ihre roten Kopfhörer hingen um ihren Hals, der ansonsten von ihren voluminösen schwarzen Locken eingerahmt wurde.
„Hey Käpt’n, wo brennt’s?“
Normalerweise nutzte er seine Teleschnecke, um sie zur Wartung irgendwelcher Geräte zu scheuchen, weshalb sein persönlicher Besuch sie wohl überraschte.
Der gesamte Raum stand voll mit halbfertigen Maschinen und Kabel liefen in alle möglichen Richtungen. An einem großen Schreibtisch schien sie gerade an irgendetwas gearbeitet zu haben, denn Law konnte den frischen Geruch von Lötzinn in der Luft aufschnappen. Er fragte sich, ob Ikkaku überhaupt mitbekommen hatte, dass er über einen Monat nicht an Bord gewesen war.
„Es geht um das freie Bett in deinem Zimmer.“, erklärte Law und blieb mit seinem Blick an dem Einzelbett gegenüber ihres eigenen hängen, dass derzeit als zusätzlicher Stauraum für verschiedengroße Metallstücke diente.
„Ist der Schlafsaal etwa schon voll?“, verwundert hob Ikkaku  eine Augenbraue.
„Nein. Es ist eine Frau.“
„Oh.“ Ikkaku senkte ihren Blick. „Wenn du es so entscheidest, werde ich mich dem beugen müssen. Aber ich lebe lieber allein und habe meine Ruhe.“
„Ich weiß.“, antwortete Law. Sie verließ diesen Raum nur sehr selten und schien sich für seine Suche nach dem One Piece nur minder zu interessieren. Aber die Qualität ihrer Arbeit suchte ihres gleichen und sie nahm alle Aufträge ohne Widerworte an. Deswegen war er erstaunt, dass sie sich so klar dagegen aussprach.

Zurück auf der obersten Etage machte er sich noch immer Gedanken darüber. Es musste doch auch eine andere Lösung geben, womit er seine Technikerin nicht verärgerte. Er trat ins Freie. Wenn die See ruhig und sie aufgetaucht waren, konnten sie sowohl das obere Deck als auch die seitliche Terrasse nutzen, die gerade von der Sonne beschienen wurde und sie in sommerliche Temperaturen tauchte. Jean Bart stand am Rand und nutzte den Freiraum, um sich ein wenig sportlich zu betätigen. Im Inneren des Schiffes war einfach nicht genügend Platz für einen Mann dieser Größe. Dadurch motiviert beschloss auch der Kapitän später dem Kraftraum einen Besuch abzustatten. Aber zuerst zog eine kleine Gruppe am anderen Ende seine Aufmerksamkeit auf sich.

Shachi und Penguin saßen auf dem Boden und lehnten mit dem Rücken am Geländer, während Bepo und Majikku danebenlagen und die Blauhaarige den Bauch des Bären als Kopfkissen missbrauchte. Alle vier schliefen tief und fest, Bepo schnarchte sogar ein wenig.
‚Das glaube ich jetzt nicht.‘, dachte Law amüsiert. Der Eisbär schloss normalerweise nur sehr langsam Freundschaften, weil er von Natur aus eher misstrauisch war. Aber Majikkus Nähe schien ihn keineswegs zu stören.
Aufgrund der Hitze hatte sie die Ärmel des Pullovers hochgeschoppt, sodass ihre Tattoos an den nackten Unterarmen und den Beinen sichtbar waren. Ihre Haare tanzten ihm Fahrtwind und sie lächelte sanft. Eine Weile stand er einfach da und betrachtete sie. Wie zerbrechlich sie ihm Vergleich zu seinem Navigator aussah. Und vermutlich wäre er noch länger geblieben, wenn nicht plötzlich Uni an ihm vorbeigeschlurft wäre. Stöhnend setzte er sich zu der Gruppe, klaute Penguin seine Mütze vom Kopf, woraufhin dieser nur brummelte, und legte sich flach auf den Rücken. Dann schob er sich die Mütze ins Gesicht und rührte sich nicht mehr.
Law musste ein lautes Lachen unterdrücken.

Noch immer grinsend lief er zurück ins Innere des Schiffes. Wieso hatte er sich überhaupt so viele Gedanken gemacht? Wenn Majikku ein eigenes Zimmer wollte, würde sie schon den Mund aufmachen. Ansonsten schien sie ja hervorragend alleine klarzukommen.


Irgendwann musste sich der Wellengang verstärkt haben, denn eine Ladung Gicht spritzte nun über die Schlafenden hinweg. Mit einem lauten Aufschrei waren sie alle hellwach. Nachdem sich das Gelächter der restlichen Anwesenden gelegt hatte, raffte sich Uni auf, das Mittagessen machte sich schließlich nicht von selbst. Majikku streckte sich und blickte in die Runde.  Sie waren netterweise zusammen mit dem Smutje aufgestanden und hatten sich dann zeitnah zwecks Schläfchen auf die Terrasse begeben. Und jetzt stand die Sonne bereits fast im Zenit.
„Bist du bereit für deinen Rundgang?“, fragte Penguin sie.
Am Vorabend hatten sie es ihr versprochen und anscheinend nicht vergessen. Gemeinsam mit Bepo gingen sie so jede Etage des Schiffes ab und bereits nach der Hälfte, fragte sich Majikku, wie viele Zimmer wohl noch kämen. Dieses U-Boot war einfach riesig! Der unterste Bereich des Schiffes bestand aus dem Antrieb sowie der gesamten Elektronik des Schiffes und dort hatte auch die Technikerin ihr Zimmer. ‚TechnikerIN‘, speicherte Majikku in ihrem Hirn. Dort könnte sie sich vielleicht später ein Oberteil leihen. Ansonsten gab es anscheinend keine Frauen an Bord.
Weiterhin bot das Schiff zwei Besprechungsräume, den Aufenthaltsraum, den OP-Saal sowie mehrere Krankenzimmer, natürlich eine Bar, einen Fitnessraum und den Schlaftrakt der Crew, den sie bereits kannte. Darüber hinaus noch einige weitere Räume sowie das Zimmer des Kapitäns, welches direkt neben seinem Büro lag. Sie hatte sich das Innere des Bootes viel kleiner und beengender vorgestellt, als es letztendlich der Fall war. Logisch. Wer würde ansonsten auch freiwillig damit um die Welt ziehen?

Nachdem sie den Rundgang beendet hatten, beschloss Majikku zu Law zu gehen. Schließlich hatte er angedeutet, dass es mehrere Regeln auf seinem Schiff gab und die sollte sie besser kennen. Sich selbst lobend, dass sie auf Anhieb das richtige Zimmer gefunden hatte, stand sie vor seinem Büro und klopfte. Keine Reaktion. Vielleicht war er nebenan? Sie ging eine Tür weiter und hob die Hand, als sie seine Stimme vernahm. Hinter ihr.
„Vermisst du mich etwa schon?“ Law kam den Gang entlang auf sie zu. Anscheinend hatte er zuvor trainiert, denn seine Haut glänzte schweißnass. Und das erkannte Majikku, weil er lediglich seine blaue Jeanshose trug. In der Zeit auf Izakaya hatte sie ihn nie oberkörperfrei gesehen, weshalb sie nun feststellte, dass er nicht nur an den Händen und Unterarmen, sondern auch an den Schultern und der Brust tätowiert war.
Sie wusste dass er stark war, weshalb es sie eigentlich nicht überraschen sollte, dass sich jeder seiner Muskeln deutlich abzeichnete. Und trotzdem ließ sie ihren Blick neugierig über seinen trainierten Körper streifen.
Gerade beäugte sie seine ausgeprägten Bauchmuskeln die v-förmig auf den Bund seiner Hose zuliefen, als er weiter auf sie zukam und die Hand ausstreckte. Sie zwang sich, ihm ins Gesicht zu schauen, in dem nun ein süffisantes Grinsen lag.
„Pass auf, dass du mir nicht auf den Teppich sabberst.“, raunte Law ihr mit seiner tiefen Stimme entgegen, als er die Hand auf den Griff der Tür legte, vor der sie noch immer stand.
Seine Nähe und sein Geruch brachten sie so sehr aus dem Konzept, dass ihr kein lockerer Spruch von den Lippen gehen wollte. Er öffnete die Tür und schob sich an ihr vorbei in sein Zimmer, aus dem die Blauhaarige kurze Zeit später das Plätschern der Dusche vernahm.
Noch immer perplex stand sie im Flur. ,Beim Ozean, wie peinlich!‘, dachte Majikku. Sie hatte ihn einfach wortlos angestarrt und er hatte es eindeutig wahrgenommen. Zu allem Überfluss glühte ihr Gesicht verdächtig und sie war sich fast sicher, dass sie gerade aussah wie eine Tomate.
Sie stapfte zurück zu den anderen, als ihr bewusst wurde, dass er ihr einfach die Tür vor der Nase zugeschlagen hatte.

Wenig später saß der Großteil der Crew beim Mittagessen und auch Law war anwesend. Er trug nun ein ausgeschnittenes dunkelblaues Top, welches seinen guten Körperbau betonte und auf der Brust das weiße Symbol der Heart-Piraten abbildete. Mit einer unausgeschmückten Ansprache teilte er der Crew mit, dass sie nach dem Abendessen für mehrere Tage abtauchen würden und jeder die letzte Gelegenheit nutzen sollte, um frische Luft zu schnappen. Anschließend begab er sich gemeinsam mit Bepo auf das Dach des U-Boots und genoss die Sonne, während er mit dem Rücken an seinem flauschigen Freund lehnte und die Augen schloss.

Wenige Minuten später verpasste er ein angeregtes Gespräch seiner restlichen Crewmitglieder, welche sich einige Meter entfernt zusammengerottet hatten.
„Das traust du dich niemals Majikku.“, flüsterte Shachi.
„Es könnte passieren, dass er dich als Strafe zum Abendessen serviert.“, kicherte Penguin.
„Lustig wäre es trotzdem. Hihi.“, lachte Clione, „Und verdient hat er es sowieso.“
Majikku wägte ihre Chancen ab. Sie wollte sich für die vorangegangene Unhöflichkeit klar revanchieren und Laws Ego konnte einen feuchtfröhlichen Spaß mit Sicherheit ab, trotzdem würde sie der Zorn des Käpt’ns voll treffen und sie wusste nicht, wie weit sie es mit ihm treiben konnte bevor er sie tatsächlich tötete.
„Zehn Silbermünzen, wenn du es machst!“, bot Haruto, mit dem sie bisher maximal zwei Worte gewechselt hatte.
„Ich biete mit!“, „Ich auch!“, „Zwanzig Silbermünzen!“
Ein breites Grinsen bildete sich auf Majikkus Gesicht. Na das war für einen armen Schlucker wie sie doch ein prima Ansporn.
Sie musste nur minimal ihre Hände bewegen, um eine mittelgroße Wasserblase langsam vom Meer hinauf über den Kopf des Käpt’ns schweben zu lassen. Gespannt hielten alle Anwesenden die Luft an. „Was geht’n hier ab?“, fragte nun Uni, der plötzlich aus der Dachluke ins Freie getreten war. Noch bevor ihm jemand antworteten konnte, war er ihren gespannten Blicken gefolgt und hatte die Situation erfasst. Er grinste. „Du bist sowas von tot.“
In der Sekunde löste Majikku ihren Zauber und eine Eimerladung kaltes Meerwasser brach über den Chirurg des Todes herein.

Binnen eines Wimpernschlags war Law auf den Beinen und ging überrascht in Angriffsstellung über. Dann sah er sie. Seine Crew die sich vor Lachen den Bauch hielt. Und mitten drin Majikku, der anerkennend auf den Rücken geschlagen wurde. Er kniff die Augen zusammen. Dann stürmte er los.
„Oh scheiße!“, Majikku nahm ihre Beine in die Hand und rannte ins Innere des Schiffes. Hinter sich hörte sie Law brüllen: „ICH KRIEG DICH SOWIESO!!“ Seine Schritte kamen immer näher. Verdammt war der schnell. „UND DANN HACKE ICH DICH IN KLEINE STÜCKE!!“, die Drohung nahm sie durchaus ernst. Flink huschte sie in einen Abstellraum, verstecken war immer klüger, wenn man langsamer war als sein Verfolger. „Du denkst du kannst dich verstecken? Auf MEINEM Schiff?!“, sie musste ihn nicht sehen, um zu wissen, dass gerade die Adern an seinen Schläfchen pochten. „Room!“
‚Ich bin geliefert‘, erkannte Majikku ihre Niederlage einen Sekundenbruchteil bevor sie schmerzhaft fest am Arm gegriffen wurde. Der schwarzhaarige Pirat stand direkt vor ihr, sein linker Mundwinkel zuckte unkontrolliert nach oben, während einzelne Tropfen von seiner klatschnassen Plüschmütze zu Boden fielen. Er funkelte sie böse an. „Shambles.“
Beide tauchten wieder auf dem Deck des Schiffes auf, wo die Crew noch immer Tränen lachte. Dann spürte Majikku, wie sie den Halt verlor und in der nächsten Sekunde landete sie im Meer. Law hatte sie einfach über Bord geworfen.

Langsam kletterte sie die Leiter empor zurück aufs U-Boot. Sie hatte dem reflexartigen Drang, sich via Strudel zu katapultieren, erfolgreich wiederstanden, damit der ehemalige Samurai mehr Zeit hatte, um sich zu beruhigen. Und tatsächlich: als sie oben angekommen war, lehnte er wieder entspannt an seinem Navigator und hatte die Augen geschlossen. Gerade begann sie sich darüber zu freuen, dass sie so glimpflich davon gekommen war, als sie sein Schmunzeln sah. Dann hob er seine linke Hand und machte eine Bewegung, die sie zuvor noch nie gesehen hatte.
Dann plötzlich fand sie sich auf der anderen Seite des Decks wieder und sah sich selbst lachend und durchnässt am Geländer stehen. Ihre dunkelblauen Haare klebten am übergroßen gelben Pulli und ihre türkisen Augen strahlten voller Freude, bis sie sich selbst ansah. Und dann schockiert blinzelte. ‚Was zum Teufel?‘, Majikkus Hirn war klar überfordert, bis sie an sich herabblickte und es ihr langsam dämmerte.
„LAAAW!! Was hast du getan?!“, schrie Shachi mit einer überraschend weiblichen Stimme.
Sofort brach erneutes Gelächter innerhalb der Crew aus, weshalb das ruhige „Es heißt immer noch Käpt’n.“ von Law kaum zu verstehen war. Noch zwei Augenblicke später realisierten auch die restlichen Anwesenden, dass der Chirurg des Todes seine Tauschaktion nicht nur auf die beiden begrenzt hatte und stürzte so die Hearts ins Chaos.

Dies hielt er solange aufrecht, wie es ihm Spaß bereitete, bevor er Körper und Seelen wieder korrekt verband. Nun, bei allen bis auf Majikku und Shachi. Die ließ er noch zwei Stunden schmoren und genoss jede Minute in der Shachi – oder eher sein Körper – unter spitzen Aufschreien versuchte die Blauhaarige davon abzuhalten, sich den Pulli über den Kopf zu ziehen oder sich selbst zu berühren.
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