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More than just a Death Eater

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12
Albus Dumbledore Bellatrix Lestrange Draco Malfoy Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle OC (Own Character) Severus Snape
09.03.2020
13.01.2021
36
67.266
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13.01.2021 2.154
 
In der Eingangshalle trafen Theodora und Severus auf Alecto Carrow. Mit einen erzwungen freundlichen Lächeln begrüßte Theodora die dickliche Hexe.
»Theodora« säuselte Alecto. Ihre Versuche sich bei Theodora einzuschleimen waren so peinlich offensichtlich. »Wie schön dich wiederzusehen. Du hast ja für reichlich Aufregung gesorgt« Theodora lachte gekünstelt. Sie ließ Severus‘ Hand los um sich Alecto anzuschließen.
»Bellatrix bläst die Geschehnisse doch immer unnötig auf« sagte Theodora und hoffte damit das Thema beendet zu haben. Sie wollte nicht über den Abend auf Malfoy Manor reden und schon gar nicht vor Severus. Wenn er die ganze Wahrheit über diesen Zwischenfall wüsste-
Alecto warf Theodora einen skeptischen Blick von der Seite zu. Ihre Neugierde war nicht befriedet, jedoch wagte sie es nicht sie weiter zu bedrängen. In Theodora kam die Vermutung auf, dass die Carrows sie und Severus im Auge behalten sollen. Kurzangebunden nickte Severus ihr zu und verschwand eine der Treppen rauf in Richtung des Schulleiterbüros. Es blieb Theodora nichts anderes übrig, als mit Alecto in Lehrerzimmer zu gehen.
In dem Holzgetäfelten Raum waren bisher nur die Professoren Sprout und McGonagall versammelt. Theodora würdigte ihnen keines Blickes, sie wollte solange wie möglich verhindern Minervas Hass und Abscheu sehen zu müssen.
Der Kamin sorgte für eine angenehme Temperatur im Lehrerzimmer. Theodora zog sich ihren Reiseumhang aus und hing ihn über die Lehne ihres Stuhls, bevor sie sich setzte. Gekünstelt und masslos übertrieben schnappte Alecto nach Luft. Als Spion war sie furchtbar. Was dachte sich der Dunkle Lord dabei sie und Severus – die seit Jahren beide Seiten des Konfliktes so gekonnt täuschen, dass eine zeitlang niemand wusste welcher Seite man sie zuordnen sollte – von ihr beschatten zu lassen. Vielleicht ging es hier auch nur darum Bellatrix zu befriedigen…
»Dein Kleid ist wunderschön, Theodora. Ist es neu?« Den Drang, die Augen zu verdrehen, unterdrückend lächelte Theodora die Todesserin warm an.
»Oh nein, ich hatte in letzter Zeit viel zu viel zu tun um neue Kleider kaufen zu gehen.«
»Unschuldige anzugreifen und Muggelstämmige verschleppen« fauchte Professor Sprout in ihre Tasse. Alecto funkelte die Kräuterkunde-Lehrerin hasserfüllt an. Mit einem zuckersüßen Lächeln wandte Theodora sich ihr zu.
»Diejenigen, die Potter helfen und verstecken kann man wohl kaum als unschuldig bezeichnen. Haben Sie es noch nicht gehört? Er soll Albus Dumbledore getötet haben. Es ist doch in Ihrem Interesse, dass der Verantwortliche für die schreckliche Tat gefunden und angemessen bestraft wird!« Sprout Hand ballte sich zu Faust und ihr Kiefer spannte sich an. Sie musste sie anstrengen um Theodora nicht hier und jetzt anzugreifen. McGonagall legte ihrer Kollegin beschwichtigend eine Hand auf die Schulter. Sie warf Theodora einen Blick zu, der so vor Verachtung und Hass triefte, dass es ihr für einen Moment den Atem verschlug.
»Wir haben von ihren Anstrengungen auf der Suche nach Mr. Potter gehört. Bei dem Potenzial, das sie in der Schule gezeigt haben, hätte ich erwartet, dass sie mit einem Gouhl fertig werden, Mrs. Snape.« Theodora knirschte mit den Zähnen. Gespannt auf eine Reaktion wartend riss Alecto ihren Blick von McGonagall um Theodoras jede Regung mitzubekommen. Freudlos, fast schon grausam, kicherte Theodora, als würde sie in Erinnerungen schwelgen.
»Ich bin schon gespannt wie sich die kleine Ms. Weasley dieses Schuljahr schlägt.« Bei Theodoras Worten entgleisten Professor Sprout die Gesichtszüge, McGonagall ließ sich jedoch nichts anmerken. Alecto lachte gackernd. Ein fauler Geschmack breitete sich auf Theodoras Zunge aus.
Zum Glück ging in diesem Moment die Tür zum Lehrerzimmer auf und die restlichen Professoren gefolgt von Severus traten in den Raum. Amycus setzte sich neben seine Schwester. Er ließ seinen Blick über Theodora gleiten, was den faulen Geschmack in ihrem Mund nur noch verstärkte. Theodora warf ihn einen finsteren Blick zu und hastig schaute er weg.
Die Besprechung verlief zäh. Die Professoren von Hogwarts waren überhaupt nicht einverstanden mit den Änderungen im Kollegium und machten keinen großen Hehl darum, vermieden jedoch ihre Abneigung allzu deutlich auszusprechen. Theodora spürte die Angst, die sich hinter der Verachtung der Professoren verborgen hielt. Es war kein großes Geheimnis, dass Theodora seit der Übernahme des Ministeriums die Drecksarbeit des Dunklen Lords erledigt hatte. Sie hatte eine blutige Spur hinter sich hergezogen, dass zumindest dachten die Professoren. Aus dem Tagespropheten würden sie immer hin nicht allzu viel über die wahren Machenschaften der Todesser erfahren haben, aber der Orden hatte reichlich Kontakte und dumm waren sie auch nicht. Sie würden sich ihren Teil zusammen gereimt haben.
»Wenn es nichts weiter zu besprechen gibt« sagte Severus monoton und ließ seinen Blick über die Anwesenden gleiten.
»Ich hätte eine kurze Bitte« erwiderte Theodora. Severus nickte ihr kurz zu um ihr zu symbolisieren, dass sie weiter sprechen sollte. »Wie ihr bereits wisst, werden in diesem Jahr einige Druiden eingeschult. Um Verwirrung zu vermeiden bitte ich darum die Schüler bei ihrem Vornamen anzusprechen.«
»Wieso Verwirrung?« fragte Amycus, der nicht der kaum eine Gelegenheit ausließ zu beweisen, dass er nicht der hellste war. Mit gehobenen Brauen schaute Theodora ihn an.
»Nun, die Druiden Irlands ist der O’Brian-Clan…unser Nachname ist O’Brian. 12 neue Schüler, die alle O’Brian heißen, ich denke Sie sehen wie es da zu Verwirrung kommen könnte« Unter dem Tisch trat Alecto ihren Bruder gegen das Schienbein um ihn davon abzuhalten wieder etwas Dummes zu sagen und Severus beendete die Besprechung. Theodora warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. Sie hatte nicht gerade viel Zeit übrig um ihr Büro und Klassenzimmer vorzubereiten. Sie wartete, bis die Professoren das Lehrerzimmer verlassen hatten und nur noch sie und Severus da waren. Beschwichtigend lächelte Theodora ihm zu. Sie stand auf und nahm sich ihren Reisemantel. Im Rausgehen strich sie über seinen Arm und drückte seine Hand kurz. Eilig lief sie zu ihrem Klassenzimmer.

Gerade rechtzeitig um die Druiden in empfang zu nehmen war Theodora fertig. Sie schnappte sich ihren Tee vom Lehrerpult, steckte ihren Zauberstab ein und hastete zum Schlossportal. In der Ferne erkannte sie bereits die kleine Gruppe frierender Schüler. Sie hatte die Druiden vor den anderen Hogwartsschülern herbeordert um ihnen eine kurze Einweisung geben zu können. Sie waren direkt vom Pub in der Nähe des Dorfes nach Hogsmead gefloht. Theodora unterdrückte den Drang ihre Hand auf ihren Bauch zu legen und nippte stattdessen an ihrer Tasse, während sie wartete bis die Gruppe vor dem Schlossportal ankam.
»Willkommen auf Hogwarts« verkündete sie feierlich und ließ ihren Blick über die ihr allzu bekannten Gesichter der Kinder gleiten. Sie hatte sie alle aufwachsen sehen und sich mit um sie gekümmert, seit sie alle noch Babys gewesen waren. Ihr Herz zog sich zusammen und Theodora wusste nicht ob aus Sorge angesichts der Schwierigkeiten, die dieses Jahr bieten würde; aus Trauer, dass ihr Kind nie hier stehen würde oder aus Stolz, dass sich diese Kinder furchtlos dieser neuen Herausforderung stellten.
Die Kinder schauten sie aufgeregt und freudestrahlend an. Sie hatten noch keine Ahnung wie gefährlich dieses Jahr werden würde und wie weit der Krieg außerhalb des Bannkreises vorangeschritten war. Und – was vielleicht noch viel schlimmer war – sahen sie noch zu ihr auf. Sie bewunderten Theodora noch und sahen noch so etwas wie eine große Schwester in ihr. Dieses Jahr hatte Theodora den Ehrenplatz um zu beobachten wie dieser Blick mit jedem Tag etwas mehr von ihren Gesichtern weichen würde.
All das behielt Theodora jedoch für sich. Ihr Lächeln, dass sich ausnahmsweise annähernd ehrlich anfühlte, verhüllte ihre Sorgen, Ängste und Befürchtungen, wie es das bereits seit ihrer Rückkehr nach England vor 2 Jahren tat.
»Bisher haben lediglich zwei Druiden diese Schule besucht. Ich hoffe ihr seid euch der Bedeutsamkeit eurer Anwesenheit auf dieser altehrwürdigen Schule bewusst und der Verantwortung die damit einhergeht!« Die Kinder nickten ehrfürchtig. Die meisten von ihnen hatten es schon immer Theodora nachtun wollen. Sie hatten, ganz anders als Theodora selber, davon geträumt eines Tages in dieser Schule das Zaubern lernen zu dürfen. Die älteren Kinder hatten diesen Traum bestimmt bereits aufgegeben gehabt – oder längst vergessen. Sie versprachen sich von einer Ausbildung in Hogwarts die Chance in der Außenwelt leben und arbeiten zu können. Die Jugend der Druiden hatten große Träume, davon die Druiden endlich aus den Schatten zu befreien – Theodora in ihrem Unternehmen zu unterschützen.
Theodora scheuchte schließlich die Schüler in die Eingangshalle, bevor sie ihr noch auf der Treppe festfroren.
»Hallo Dad« sagte Theodora und umarmte ihren Vater, der hinter der Gruppe Kinder gestanden hatte. »Danke, dass du sie hergebracht hast.«
»Hallo meine Kleine.« die Bärenumarmung ihres Vaters tat gut, besser als Theodora es für möglich gehalten hatte. »du siehst müde aus« flüsterte Angus ihr ins Ohr.
»Ich hatte viel zu tun.« Angus warf ihr einen skeptischen Blick zu, fragte sie aber nicht aus. Er hatte eine Ahnung was Theodora in letzter Zeit getan hatte. Ob er noch immer dachte, dass der Dunkle Lord eine gute Sache war? Ein notwendiges Mittel? Oder vielleicht sogar ein Retter? Theodora hatte das Thema nie wieder angesprochen, seit sie ihn damals zu dem zerstörten Haus geführt hatte.
»Wie geht es Mom?« fragte Theodora und nahm einen großen Schluck ihres inzwischen kalten Tees.
»Gut. Sie macht sich Sorgen um dich. Du schreibst ihr wohl nicht mehr so oft wie Früher.« seufzend nickt Theodora.
»Ich schick ihr Morgen einen Brief. Ich hatte wenig Zeit die letzten Tage. Sag ihr, dass sie sich keine Sorgen machen muss.« Duchess winselte leise und stupste Theodoras Hand mit der Schnauze an. Abwesend fing Theodora an die Hündin hinter den Ohren zu kraueln.
»Ich richte es aus. Vielleicht kommst du uns ja mal wieder besuchen, wenn du uns noch lieb hast« neckte Angus seine Tochter, die nur die Augen verdrehte. »Wir sehen uns in den Ferien, benehmt euch!« rief er den Druidenkindern zu. Er hauchte Theodora einen Kuss auf die Wange und verschwand in der hereinbrechenden Dunkelheit.
Theodora seufzte bevor sie sich den Druiden zuwandte, die staunend die Eingangshalle betrachteten. Sie führte sie in die Große Halle und erklärte die Einteilungszeremonie, wo sie zukünftig leben würden, das Hauspunkte-System…
Schließlich schickte Theodora die 3 elfjährigen und den einzigen zwölfjährigen in die kleine Kammer neben der Großen Halle, wo sich ihnen bald die anderen Erstklässler anschließen würden.
»Ich erwarte euch Morgenfrüh pünktlich zur ersten Stunde vor meinem Klassenzimmer. Wir warten noch einen Moment auf die Schüler, die bisher von Zuhause unterrichtet wurden und dann werdet ihr gemeinsam in die Häuser eingeteilt.« endete Theodora schließlich. Die Druiden begannen aufgeregt miteinander zu tuscheln. Nur wenige Minuten später kam McGonagall gefolgt von einer kleinen Gruppe in die Große Halle. Sie hatte den sprechenden Hut und den dreibeinigen Stuhl bei sich. Die Einteilung der älteren Schüler ging um einiges schneller, als die der Erstklässler später. Drei der älteren Druiden kamen nach Ravenclaw, zwei nach Gryffindor und der Rest nach Hufflepuff. Die vier jüngeren Druiden kamen alle bis auf einen, der nach Ravenclaw kam, nach Hufflepuff. Theodora war alles in allem wenig überrascht von dieser Einteilung.

Dem Festmahl zum Schulanfang fehlte dieses Jahr die Magie. Schmerzlich wurde Theodora bewusst wieviel Albus‘ Anwesenheit die Atmosphäre beeinfluss hatte. Sie konnte sich an kein Festmahl erinnern, nicht einmal während der Dunkle Lord am stärksten gewesen war und kein Tag ohne neue Vermisstenmeldungen verging, das so trostlos war. Die Angst im Raum war so allgegenwärtig, Theodora konnte spüren wie sie sich brennend auf ihre Haut legte. Duchess lag schlafend auf ihren Füßen und es schien als wäre die Hündin die einzige Quelle der Wärme in diesem Raum. Unter den unsicheren und teilweise hasserfüllten Blicken der Schüler fiel es Theodora zunehmend schwerer ihre Fassade aufrecht zu erhalten.
Ein aufgeregter Erstklässler – Adhamh O’Brian – grinste sie stolz vom Ravenclawtisch an. Wohlwollend nickte Theodora ihm zu und konnte sich sogar ein schwaches Lächeln abringen. Der hasserfüllte Blick Ginny Weasley brannte sich noch in sie, als das Festessen bereits beendet war und Theodora und Severus auf dem Weg zum Schulleiterbüro waren.
Theodora hatte sich vorgenommen, dass der Anblick des Büros ihr egal sein würde. Sie ließ den Blick über die Bücherregale gleiten und gerade als sie glaubte es schaffen zu können traf ihr Blick die klaren, blauen Augen Albus‘ Dumbledores. Aus irgendeinem Grund hatte sich nicht damit gerechnet, dass das Portrait des ehemaligen Schulleiters wach sein würde. Sie hatte erwartet, dass er sich schlafen stellte, so wie die Schulleiterbüro das so an sich hatten. Aber natürlich hatten sie in der Anwesenheit des Schulleiter keinen Grund dazu…
Theodora schluckte.
»Ich brauche Whiskey« murmelte sie und fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. »Ich werde trinken bis ich vergesse warum ich trinke.«
»Du musst morgen unterrichten.«
»Darum mache ich mir Morgen Gedanken.«
»Theodora-«
»Nein Severus…« Theodoras Augen wirkten Leer, als sie zu Severus schaute. »Heute nacht ist mir alles egal. Ich mache mir Morgen ums Weitermachen Gedanken. Heute kann ich nicht mehr. Ich kann einfach nicht-«
»Theodora.« die ihr so bekannte Stimme des alten Schulleiters fühlte sich wie tausend Nadeln auf ihrer Haut an.
»Schnauze, du bist tot!« fauchte Theodora. Sein Anblick hatte ihr das letzte bisschen Kraft geraubt, die sie gebraucht hätte um die Anklage und die Vorwürfe aus ihrer Stimme fernzuhalten.
Gefolgt von Duchess verschwand Theodora in dem, am Büro angrenzendem, Wohnbereich.
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