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Every Time The Rain Comes Down

GeschichteAllgemein / P16
Akashi Seijūro Hayama Kotarō OC (Own Character)
09.03.2020
29.11.2020
17
58.522
13
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16.03.2020 2.306
 
*seufz* Ich schätze ich habe mir nicht gerade die beste Zeit ausgesucht um eine Fanfiction hochzuladen.
Jetzt mit dem Corona-Virus. Er hält die Welt in Atem.
Wobei jetzt wo so viele zu Hause sind es wiederum eine gute Zeit zum Lesen wäre. Oder um Zeit mit der Familie zu verbringen. Sofern sie gesund sind.
Dennoch... für alle, die sich darauf freuen, das nächste Kapitel zu lesen und die Zeit hierfür finden, wünsche ich viel Spaß.

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2. Kapitel - Du hast recht. Ich halte dich für verrückt.

“Du bist eine verdammt schlechte Lügnerin.”
Mein Kopf ruckte herum, das hatte ich jetzt nicht erwartet. Bis eben hatten wir noch schweigend an dem Vanilleeis geschleckt und dann kam er plötzlich mit sowas?
“Ich hab es schon vor der Schule bemerkt. Und Reo-nee sicher auch. Aber er hat sich vermutlich aus Höflichkeit zurückgehalten. Also…”, sein Blick war eindringlich, “Was ist los? Stress zu Hause?”
Wenns nur so einfach wäre.
Ich sah ihn an, wie er gespannt auf meine Antwort wartete. Obwohl er mich kaum kannte, schien ihn mein Problem wirklich zu interessieren. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich, selbst wenn ich besser lügen könnte, es nicht fertiggebracht hätte.
Resigniert schloss ich die Augen. Auf die Gefahr hin, es noch schlimmer zu machen… “Du wirst mich für verrückt halten.”
Er nickte bekräftigend. “Schon möglich.”
Meine Augenbrauen zuckten in die Höhe. Immerhin war er ehrlich.


“Okay”, nickte er schließlich. “Du hast recht. Ich halte dich für verrückt.”
Frustriert fiel mein Kopf nach vorne. Ich hatte ihm alles erzählt, wirklich alles. Das hatte ich jetzt davon.
“Ich hätte dir vieles geglaubt, aber das… das ist wirklich....” Hörbar blies er die Luft aus, welche in ein Pfeifen überging. “Ich meine, hast du dir selbst zugehört? Nicht nur, dass du angeblich aus der Zukunft kommst, ich und jeder andere hier sind auch noch Figuren, die sich irgendjemand ausgedacht hat. Nur bei dem Gedanken…”, er schüttelte sich, was ich, wenn die Lage nicht so ernst wäre, witzig gefunden hätte.
Als ob ich das nicht wüsste. Mir fiel auch nichts ein, womit ich meine Geschichte beweisen könnte. Außer vielleicht…
Ich kramte nach dem Zehn-Euro-Schein. “Hier. Ich weiß nicht, ob du schon mal diese Währung gesehen hast, aber dieser Schein ist eine neue Version des jetzigen. Sieh dir nur diese grüne Zahl an, sie heißt Smaragdzahl und soll noch schwerer zu fälschen sein.”
Er schien zunächst fasziniert, runzelte aber dann die Stirn und sah mich an. Zweifel lag in seinem Blick. “Überzeugt mich noch nicht.” Plötzlich jedoch blitzte Schalk in seinen Augen auf. “Okay, wie wäre es wenn du mir dann Fragen zu Charakteren und dem Geschehen des Animes beantwortest?”
“Äääh…” Sämtliche Glocken schrillten bei mir Alarm, doch da stellte er bereits die erste Frage.
“Was ist mein Lieblingsessen?”
Ich griff mir an die Stirn, das durfte nicht wahr sein. “Glaubst du wirklich, ich hab alle Charaktere in- und auswendig studiert? Mal abgesehen davon könnte ich das auch wissen, wenn ich eine Stalkerin oder ein Groupie wäre.”
“Gegen welche Mannschaft spielen wir als erstes und werden wir gewinnen?”
“Das wird nicht näher beleuchtet, aber natürlich werdet ihr gewinnen, und das weißt du sicher selbst schon.”
“Wie werde ich in der folgenden Mathe-Klausur abschneiden?”
Meine Augenbraue zuckte. “Ich habe nicht die geringste Ahnung.”
Es brauchte etwas anderes. Eine hieb- und stichfeste Information, die kaum jemand wissen konnte. Nur was?
Ich überlegte wirklich fieberhaft, aber es gab nichts, das ich nicht irgendwie hätte herausfinden können und von der Zukunft konnte ich auch nicht erzählen - ganz abgesehen davon, dass die noch in zu weiter Ferne lag. Vielleicht…
“Ich kenne die Generation der Wunder… also, ich meine, ich kenne ihre Namen und Fähigkeiten…”, setzte ich zögernd an.
“Und?”
“Du sagst doch selbst, ich wäre erst kürzlich aus Europa hergezogen. In diesem Fall dürfte ich nicht wirklich etwas über sie wissen, oder?”
Hayama starrte mich an und plötzlich verzogen sich seine Lippen zu einem gewieften Grinsen. “Nicht schlecht. Ich bin aber immer noch nicht überzeugt.”
Das wars dann wohl, mehr fiel mir beim besten Willen nicht ein. Ich kramte nach meinem Handy, vielleicht würde ich etwas darauf finden, das meine Geschichte glaubwürdiger machte. Die Infoseite der Serie würde ich wohl nicht finden können. Doch kaum hatte ich das Handy in der Hand, vernahm ich von der Seite ein Staunen. Als ich zur Seite blickte, traf mich die kindliche Begeisterung eines Oberschülers.
“Ist das ein neues Modell? Welche Marke? Das sehe ich zum ersten Mal!”
Irritiert schüttelte ich den Kopf. So neu war es gar nicht, aber wenn ich so darüber nachdachte… Auf dem Weg hierher hatte ich sowohl Klapphandys als auch Smartphones gesehen. Dennoch musste meines erst nach der Serie herausgekommen sein. Ein Grinsen schlich sich auf meine Züge. Bingo.
“Kannst du dir das nicht denken?”
Hayama beruhigte sich vom einen auf den anderen Moment und starrte mich eine ganze Weile an.
“Okay, ich glaube dir!”
“WAS?” Ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet, dass ich ihn tatsächlich allein damit überzeugen könnte. So einfach sollte es nun also gewesen sein? Nur wegen meines Smartphones?
Doch dann schüttelte er den Kopf. “Naja, so einfach ist es nicht. Aber wenn ich dir auch nicht völlig glaube, denke ich, dass du einen sehr guten Grund hast, hier zu sein. Und ich habe sogar eine Idee, wie wir deine wahre Herkunft herausfinden können.” Sich offenbar für gerissen haltend, stützte er sein Kinn mit Daumen und Zeigefinger. “Und da du offenbar heimatlos bist, kommst du mit zu mir!”
Ich blinzelte. Das war gerade etwas zu viel. “Hab ich dich gerade richtig verstanden, du willst mich bei dir aufnehmen?” Bin ich ein ausgesetztes Kätzchen? Diese Gedanken beiseite schiebend, schüttelte ich den Kopf, ich sollte wohl eher dankbar sein. Aber…
“Ich bezweifle, dass deine Eltern damit einverstanden sind. Hast du nicht außerdem eine ältere Schwester?”
Er hielt zwei Finger hoch. “Zwei um genau zu sein. Nicht einmal das weißt du, ich bin enttäuscht. Aber-”
“Ich weiß, dass du in deiner Freizeit Skateboard fährst”, warf ich ein, das hatte ich noch in Erinnerung.
Er blieb unbeeindruckt. “Das weiß in meinem Jahrgang wahrscheinlich fast jeder. Wie auch immer. Meine Eltern  werden sicher nichts dagegen haben und meine Schwestern sind schon ausgezogen. Du kannst also eines ihrer Zimmer bewohnen.”
Ich zögerte - es fühlte sich in meinen Augen wie Aufdrängung an, trotz seines Angebots. Handelte er zudem nicht etwas naiv? In seiner Situation hätte ich misstrauischer reagiert.
“Ich…”
Doch Hayama schnitt mir das Wort ab. “Versuch gar nicht erst abzulehnen. Du kommst für die eine Nacht mit zu mir und morgen sehen wir weiter, abgemacht?”
Ein kleines Seufzen entwich mir und ich schlug in die dargebotene Hand ein. “Einverstanden. Und… danke. Wirklich.”


Als wir bei ihm zu Hause ankamen, ein modernes, zweistöckiges Haus mit Garten, und Hayama etwas auf japanisch in den leeren Gang rief, glaubte ich in etwa zu wissen, was er sagte - mussten die unzähligen Animes sein.
Kaum zwei Sekunden später hallte eine weibliche Stimme zurück.
Vom Ende des Ganges stieg mir ein wohlriechender Duft von gebratenem Fisch in die Nase und plötzlich ging Hayama genau in diese Richtung und winkte mich zu sich. Mit einem flauen Gefühl im Magen folgte ich ihm in die Küche.
Eine blonde Frau stand am Herd, sie sagte etwas. Doch als sie den Kopf zu uns drehte, brach sie ruckartig ab. Ihr Gesicht wirkte erstarrt und ich befürchtete schon das Schlimmste, doch dann hellte sich ihre Miene auf, nahm fast schon einen verzückten Zug an.
Ihre Stimme klang fast wie ein Schnurren, als sie sich an Hayama wandte.
Langsam spürte ich wie die Hitze meinen Nacken hoch kroch - es war ein furchtbares Gefühl, sie nicht verstehen zu können, auch wenn ich irgendwo ahnte, was sie in etwa besprachen. Und als Hayama abwehrend, beinahe alarmiert die Hände hob, hatte ich die Bestätigung.
Innerlich stieß ich ein tiefes Seufzen aus. Dass die Eltern aber auch immer gleich davon ausgehen mussten.
Aber dann wandte sich Hayama an mich. “Tut mir leid, du verstehst uns ja nicht. Warte noch einen Moment.”
Er redete nochmal mit seiner Mutter und stellte mich angemessen vor, wie ich annahm, weshalb ich mich leicht verbeugte - so machte man das doch, oder? Ich hatte stets angenommen, mich in Japan perfekt verhalten zu können, wenn es darauf ankäme, aber nun fühlte ich mich doch ziemlich unsicher.
Mit in die Hüften gestemmten Händen und dem skeptischen Blick schien seine Mutter jedoch alles andere als begeistert.
Mahnend betonte sie jede Silbe seines Vornamens, während er mit schiefem Lächeln etwas zusammen schrumpfte. Doch dann seufzte sie ergeben und wandte sich in einem erstaunlich guten Englisch an mich.
“Diese Begrüßung tut mir wirklich leid. Denk bitte nicht, dass du bei uns nicht willkommen wärst, aber mein Sohn denkt manchmal etwas zu impulsiv. Er hätte zumindest anrufen können.” Mit den letzten Worten warf sie ihm einen scharfen Blick zu. “Aber es freut mich, wenn er mal ein Mädchen mit nach Hause bringt. Du kannst gerne so lange bei uns bleiben, bis du eine Lösung für dein Problem gefunden hast.”
Ich war wahrlich überwältigt von ihrer Gastfreundschaft. “V-vielen Dank, aber ich will Ihnen so wenig Umstände bereiten wie möglich.”
Daraufhin lächelte sie nur und bereitete das Abendessen vor. Obwohl ich die japanische Küche kannte, war dies schon wieder etwas völlig Neues für mich.
Ich wollte versuchen, das Beste aus meinem Aufenthalt zu machen, aber dennoch stand der Weg, zurück in die Realität, für mich an erster Stelle. Vielleicht musste ich ja nur einschlafen und würde dann wieder in meiner Welt aufwachen. Bitter lächelte ich in mich hinein. Wohl kaum.
Doch dann, in meinem vorübergehenden Bett unter sonnengelber Bettwäsche begraben, starrte ich schlaflos an die Decke. Trotz der Vorhänge schien das weißkalte Licht der Straßenlaternen leicht durchs Fenster und zeichnete lange Schatten an die gegenüberliegende Wand. Nicht nur, dass ich keine Müdigkeit spürte. Mir war, als würde die Dunkelheit von draußen, mochte ich sie auch nicht sehen, in meinen Körper kriechen, mich vollkommen einhüllen. Sie machte meine Situation trauriger. Und mich ängstlicher.
Nach einer endlosen Zeit wie es mir vorkam, glitt ich schließlich aus dem Bett, die Decke fest um meine Schultern gewickelt, und ließ mich auf den Boden sinken. Ich zwang mich zur Ruhe, um nicht in Panik zu verfallen, aber umso mehr ich mich daran klammerte, umso enger wurde meine Brust. Einsam. Ich fühlte mich so einsam. Es war vollkommen egal, weshalb ich nun hier war, Traum, Realität - meinetwegen. Das einzige, was ich wollte, war einfach nach Hause. Der Gedanke der Ungewissheit, wann und ob ich meine Familie, Elena, einfach die wohlbekannte Umwelt, in der ich lebte, je wiedersehen würde, drohte mich zu ersticken. Ich nahm deutlich die Hysterie wahr, die mich in Besitz nahm und dennoch konnte ich sie nicht zurückdrängen. Wollte es nicht. Tief vergrub ich mein nasses Gesicht in der Bettdecke, in der Hoffnung, nach dieser schrecklichen Nacht wieder in der Realität aufzuwachen.


Ein vehementes Rütteln ließ mich widerwillig aufwachen. Doch noch bevor ich die Augen öffnete, kehrte die Erinnerung des gestrigen Tages mit einem Schlag zurück und ich dachte an die vielen Nächte zurück in denen ich Albträume hatte und an die Morgen danach, an denen ich dann aufwachte und erleichtert feststellte, dass nichts davon passiert war.
Doch nicht so hierbei. Da war dieser Blondschopf, der ohne Rücksicht auf Verluste weiter an mir rüttelte und zerrte. Ich war immer noch hier. Aber als das klare Licht der aufgehenden Sonne durch das Fenster auf mich fiel, begannen die Schatten der letzten Nacht allmählich zu schrumpfen. Ganz so, als könnten sie wie Vampire das grelle Licht nicht ertragen und zu Staub zerfallen.
“Komm schon, Quest-san, ich muss wegen dem Training früher raus.”
Ich verstand seine Aufregung nicht und die Müdigkeit hielt mich immer noch gefangen, weshalb ich mich am liebsten wieder hingelegt hätte. Erst da fiel mir auf, dass ich auf dem Boden eingeschlafen war.
“Bitte steh auf. Wenn ich der letzte bin, reißt mir Akashi den Kopf ab.”
Diese Worte reichten aus, um mich zum Aufstehen zu bewegen. “Ok ok, gib mir fünfzehn Minuten.” Ich wollte nicht daran schuld sein, dass Hayama Akashis Unmut auf sich zog. Im Schlimmstfall fiel es auf mich zurück.

Kaum standen wir vor dem Schulgebäude, kam Mibuchi Reo hinzu, welcher bei meinem Anblick überrascht die Augenbrauen hochzog.
“Sieh mich nicht so an, Reo-nee, es ist eine etwas längere Geschichte, aber sie hat bei mir übernachtet”, gab der Blondschopf frei heraus zu.
“Entschuldige uns kurz”, meinte Mibuchi und zog Hayama beiseite. Zweifelnd runzelte ich die Stirn. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei.


„Du bist wirklich ein Samariter, Kotaro, aber hältst du das für eine gute Idee? Irgendetwas an ihr kommt mir merkwürdig vor“, äußerte Mibuchi offen seine Zweifel, doch Hayama winkte locker ab. „Ach was, du machst dir zu viele Sorgen. Sie ist ein Mädchen im ersten Jahr, was soll sie schon groß tun? Und ich kann sie doch nicht einfach auf einer Parkbank schlafen lassen.“
Mibuchis Ausdruck wechselte von der einen auf die andere Sekunde in völliges Unverständnis. “Was…?” Ehe er jedoch weiter nachbohren konnte, ging Nebuya dazwischen, der gut gelaunt ein “Morgen” in die Runde brüllte.


Als Hayama lächelnd auf mich zukam und ich von Mibuchi einen wachsamen Blick von der Seite erntete, wurde das ungute Gefühl nur noch schlimmer.

Während sich die Jungs umzogen, trat ich den Weg zur Turnhalle an, die kaum zwanzig Meter weiter entfernt lag. Aber gerade als ich die Tür öffnete, ertönte das Aufprallen eines Basketballs - ich zuckte unweigerlich zusammen - und einen Moment später fiel mir der unübersehbar leuchtende Rotschopf ins Auge. Er bemerkte mich sofort, doch sein Blick aus dem Augenwinkel blieb ausdruckslos, während er in einer flüssigen Bewegung einen Korb warf.
“Guten Morgen. Kann ich dir helfen?”

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Die Konfrontation mit "ihr wisst schon wen". Nicht so leicht zu schreiben. Ich hoffe es hat euch gefallen und wir sehen uns bald wieder.
Bleibt gesund!
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