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Druidenmacht (zwischen Adventsspuk und Sündenbekenntnisse zu lesen)

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Philip Callahan
08.03.2020
08.03.2020
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08.03.2020 16.285
 
Derek fiel vor Schreck die Kaffeetasse aus der Hand. „Wie bitte?“ fragte er leise an Belial gewandt. Der lächelte. „Ach komm, mein Freund, als ob das nicht fast von Anfang an klar war – und ehrlich gesagt: mich stört es nicht und ich kann mir nicht denken, dass es dich stört. Und du weißt, Selvi und ich lieben die Kleine als wäre sie unsere eigene Tochter und ihr, Rachel und du, mögt unseren Luciano doch genauso gern.“  „Das schon, aber wenn er jetzt schon sagt, dass er Christina-Luciana heiraten will... das ist doch recht... früh, oder?“ Belial lachte leise. „Ach komm, Derek. Du weißt wer ich bin, du weißt, dass wir Paten, himmlische und ich, bei der Entwicklung eurer Zwillinge nachgeholfen haben – beschleunigt haben. Meine Brüder im Himmel haben – gegen meinen Willen – bei Luciano eingegriffen und Vater hat sogar noch dafür gesorgt, dass das Band zwischen unseren Kindern sehr stark wird..."
"Astaroth ist zurück...“ murmelte in diesem Moment Metatron. „Erfolgreich übrigens... scheint, als wäre die Person, die da gereist ist, früher in Stonehenge als in Bordeaux gestartet. Er hat den Kerl in die Hölle... wieso?“ „In Ermangelung von adäquaten Unterbringungsmöglichkeiten hier. Denn obwohl wir eine zweite Einmischung verhindert haben ist die Zeit immer noch nicht im Lot...“ erklärte der in diesem Moment in der Küche erscheinende Astaroth. „Wie das? Was kann ein einziger Besuch ausrichten?“ fragte Philip. Tarot räusperte sich. „Mr. Callaghan: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm entfesseln...“ sagte er leise. „Das heißt, wir müssen ihn am ersten Tag erwischen?“ fragte der Dubliner Legatsleiter. Tarot seufzte. „Ja und nein. Es geht darum die Gesamtheit aufzuhalten. Astaroth hat einen erwischt, Mr. Callaghan, doch... wo einer ist, sind oft mehrere – vor allem wenn es um etwas so Großes geht.“ „Gut, also haben wir der Hydra einen Kopf abgeschlagen und ein neuer oder sogar zwei wachsen nach?“ fragte Belial seufzend. Tarot nickte traurig. „Vorarlberg, Bürserberg... 94 vor Christus – beim Morgengrauen... am 24. Dezember – diesem Jahrhundert entsprechend... und die Fir Bhrèighe, die Calanais Standig Stones... gleiche Zeit...“ murmelte Tarot. „Gut... Astaroth: Paymon und Satanael sollen sich darum kümmern! Du bring bitte deinen „Fang“ her, damit wir ihn verhören können!“ Astaroth nickte. “Du wirst übrigens... erstaunt sein... der Name könnte dir bekannt vorkommen. Ich habe auf jeden Fall mit dem noch ein privates Hühnchen zu rupfen... mit ihm und seiner Frau!“ Fragend sah Belial ihn an, Astaroth verschwand jedoch und tauchte kurz darauf im Arbeitszimmer Hagiels mit einem Mann in den Vierzigern, Anfang der fünfziger wieder auf. „Mathieu Lauret... der Ehemann von der widerwärtigen Hexe, die meinen kleinen Christian in der Krippe misshandelt und seine drogensüchtigen Eltern gedeckt hat!“ fauchte Astaroth voller Verachtung als er den Mann zu Boden stieß – so heftig, dass hörbar die Kniescheibe zertrümmert wurde.
„Er gehört hiernach dir, mein Freund. Darauf hast du mein Wort.“ sagte Belial beruhigend. Metatron wandte sich auf sein Nicken als Erster an den Mann: „Lauret: Wieso?“ „Weil wir Gallier stark sind und nicht vor Rom buckeln müssen! Nur weil einige Idioten von Fürsten sich von einem Emporkömmling bestechen ließen müssen wir zulassen, dass schwacher Bodensatz unter uns lebt!“  Belial sah zu Metatron und Hagiel. Die zertrümmerte Kniescheibe musste Mathieu Lauret Schmerzen bereiten, doch er ließ sich das nicht anmerken.
„Wie bist du auf die Idee gekommen, die Menhire, Steinkreise und ähnliche Orte der Macht zu nutzen um in die Vergangenheit zu kommen? Und wer hat dich gelehrt die Zeit entsprechend deiner Bedürfnisse zu beeinflussen?“ wollte Hagiel wissen. Mathieu Lauret warf ihm einen trotzigen Blick zu. „Der stellvertretende Botschafter des Himmels verlangt eine Antwort, Lauret... und ich denke, du wirst sie geben, denn sonst habe ich Mittel und Wege dich zum Sprechen zu bringen!“ drohte Belial. Vor den Augen des Mannes erschienen an seinen Händen große Krallen. Mit leiser innerer Genugtuung sah er, dass der Mann sichtlich eingeschüchtert war.
„Lucifer – bitte… lass mich anfangen ihm die Haut Millimeter für Millimeter vom lebendigen Leib zu ziehen.... ich bin sicher, dann wird er reden!“ knurrte Astaroth. Philip Callaghan zuckte zusammen – sichtlich. So blutrünstig hatte er seine/n Geliebte/n noch nicht erlebt. „Raus!“ schnauzte der ihn auch gleich an, schnippte und bevor Philip wusste wie ihm geschah, stand er wieder in der Küche vor einer verblüfften Mathilde.
„Was... wie? Ich dachte, ihr Männer...“ keuchte sie. „Entschuldigen Sie bitte, Frau Hansen-Archai... Mathilde... aber Astaroth ist gerade... ich... und plötzlich war ich hier... ich... er will... will den Kerl foltern!“ Mathilde seufzte. „Das liegt in seiner dunklen Seite. Und wenn er das tun will, hat er seine Gründe. Astaroth kann sehr grausam sein, sicher, aber nicht grundlos... so schätze ich ihn nicht ein. So ist auch Lucifer nicht.“ Sagte sie beruhigend, zog Philip zum Tisch, drückte ihn auf die Bank und stellte kurz darauf einen Kräutertee vor ihn. „Ich habe gehört, dass du mit ihm geredet hast, mit Lucifer, meine ich. Das ist gut. Astaroth ist ein treu ergebener Freund von ihm und Astaroth-Astarte liebt dich, Philip. Du musst akzeptieren, dass – in dem Moment in dem du Astarte und Astaroth – denn das eine gibt es ohne das andere nicht – bittest auch vor der Welt zu dir zu stehen, wenn du fragst ob er/sie dich heiraten will – Lucifer dein Schwager sein wird, ein Schwager, der Astarte auch im biblischen Sinn kennt... vielleicht sehr viel intimer als du sie jemals kennen lernen wirst... Aber wenn Astaroth dich jetzt wegeschickt hat, damit du nicht mitkriegst, wie grausam er sein kann. Das sollte dir doch genügen um zu zeigen wie sehr er dich schätzt und dich schützen will!“
Philip nippte an dem Tee. Er sah Mathilde an. „Wahrscheinlich ja... aber es macht mir auch bewusst, wie wenig ich Astas dunkle Seite kenne.“ seufzte er. „Ich kenne Astarte als wunderbare Frau, herzlich, wunderschön, anmutig, humorvoll, verführerisch und flirtend... Astaroth als fordernd und leidenschaftlich, auch als sehr warmherzig... es war direkt rührend, wie er aufgeregt mit Christian nach Dublin kam und mich küsste und meinte, wir hätten jetzt einen Sohn... Aber das was gerade da... da passieren wird, Mathilde, das macht mir Angst!“ „Das geht dich nichts an, Philip, denn dich wird dieses Schicksal nicht treffen. Und wenn Astaroth blutrünstig wird, dann hat derjenige es verdient! Das ist meine Meinung dazu!“ stellte Mathilde klar. „Na ja... die Frau von dem Kerl... war die stellvertretende Kindergartenleiterin im Boulevard und hat wohl... also sie war an den Misshandlungen von Christian beteiligt... und er hat sich so ausgedrückt als würde er unseren kleinen Schatz für minderwertig halten...“ gestand Philip. „Was?!“ rief Mathilde. „Da hätte ich eher erwartet, dass auch du gerechten Zorn empfindest, Philip Callaghan! Diesem Dreckskerl hätte selbst ich eine reingehauen! Ich würde sowas skalpieren!“ Um Philips Mundwinkel zuckte es. „Um Himmelswillen! Du bist mit einem Engel verheiratet!“ Sie schnaubte. „Und bin eine Dienerin von Lucifer! Ich habe Gefühle, Philip Callaghan, und bei sowas werde ich zornig! Stehe endlich mal zu deinen Gefühlen! Hör auf dich mit diesem selbstgerechten gefühlskalten Panzer zu umgeben! So ein Idiot bist du gar nicht! Sonst würde Astarte dich nicht lieben und Astaroth hätte niemals Christian mit nach Dublin gebracht, würde dich nicht dauernd versuchen zu verführen auch seine männliche Gestalt so zu lieben wie seine weibliche!“
Während Mathilde Philip ins Gewissen redete, zog Astaroth genüsslich eine Kralle langsam und qualvoll durch den Rücken von Mathieu Lauret. Es zischte, als der Schwefel in der frischen Wunde aufblühte...Der Mann wimmerte zum ersten Mal auf. „Och nein, komm, lass mich mit dem Häuten anfangen bevor du wirklich losjammerst und plauderst wie ein Wasserfall...“ spottete Astaroth gehässig. Langsam zog er den ersten Streifen Haut vom Rücken.
„Bist du nun bereit zu reden?“ fragte Metatron eisig. „Vor... vor zehn Jahren... ein Mann, gutaussehend... nannte sich Niall... er... er hat uns die Formeln genannt – mir und einem Kreis moderner Druiden... Er sagte, wir sollten uns vorbereiten und dann handeln und wir könnten Gallien wahrhaft zum Mittelpunkt der Welt machen und unsere Familien würden es beherrschen...“ schluchzte Mathieu Lauret. „Sing weiter, Vögelchen...“ fauchte Astaroth und zog genüsslich den zweiten millimeterbreiten Hautstreifen vom Rücken. „Mehr weiß ich nicht! Wirklich!“ wimmerte der Mann. Metatron erhob sich, riss ihn vom Boden hoch und packte ihn so am Kragen seiner Druidenkutte um ihn hochzuheben und dann betrachtete er ihn kalt auf Augenhöhe. Mühelos drang er in die Gedanken des Mannes und in seine Erinnerungen ein, gab sich nicht einmal Mühe vorsichtig vorzugehen oder dem Gehirn des Mannes nicht zu schaden, während er nach der Erinnerung wühlte die gut zehn Jahre zurück lag. Mit einem Mal ließ er Mathieu Lauret verächtlich fallen.
„Sealthiel ist Niall...“ sagte er in einem Tonfall, der sowohl Entsetzen als auch Enttäuschung und Wut widerspiegelte. Er wandte sich an Tarot: „Bring Vater bitte diese Information, Bruder. Und sage ihm, dass Lucifer und ich höchstpersönlich dafür sorgen werden, dass Sealthiel dafür zahlt!“ Tarot nickte und verschwand.
Im gleichen Moment stand Sealthiel – kein Seraph mehr, seit herausgekommen war, dass er mit schwarzer Magie versucht hatte einen freien Willen zu bekommen, in ihrer Mitte. Lucifer holte aus und schlug ihn brutal zu Boden. Er wollte gerade mit dem Fuß ausholen, als die Stimme des himmlischen Vaters für alle anwesenden Engel sowie für Derek hörbar ertönte. "Lucifer! Du sollst ihn nicht so brutal verprügeln - Sealthiel ist kein Seraph mehr!" Befahl er seinem Ältesten Sohn. Der Höllenfürst atmete tief ein. Die Anwesenden konnten spüren, dass er sich sehr zusammenreißen musste um seine Wut in diesem Moment unter Kontrolle zu halten.
„Er ist von mir geschickt worden um das von ihm angerichtete Chaos zu beseitigen. Danach wird es ein passendes Urteil für ihn geben und du, mein Sohn, darfst mit entscheiden! Aber jetzt bringt bitte die Zeit wieder in Ordnung. Ich werde euch auch Tarot zurückschicken, denn ich denke, der wird hilfreich sein. Und danach, Astaroth, möchte ich dich sehen – und ich möchte, dass du deinen menschlichen Gefährten mitbringst...“ fuhr die Stimme fort. „Wird mir ein Vergnügen sein.“ knurrte Belial. Astaroth dagegen erstarrte. „Vater? Philip ist sterblich und erträgt deine Herrlich...“ „Mein Sohn, sei nicht so kleingläubig!“ wurde er mit sanftem Tadel unterbrochen. „Ja, Vater, verzeih...“ „Wobei... kommt gleich. Lucifer und Metatron kommen jetzt auch ohne dich zurecht.“
Ein etwas hilfloser Blick traf die beiden Botschafter. „Geh, sonst neigt Vater dazu uns zu holen...“ sagte Metatron ruhig. Astaroth nickte und tauchte in der Küche auf. „Philip... Vater will uns sehen, dich und mich...“ Der Legatsleiter von Dublin sah seinen Gefährten ängstlich an. „Aber... ich...“ „Er will dich nicht beseitigen... es geht um irgendwas anderes... mehr hat er nicht gesagt.“
Philip bedankte sich bei Mathilde für den Tee und das Gespräch, dann legte er eine leicht zitternde Hand in Astaroths ausgestreckte Hand und stand im nächsten Moment vor einem großen Schreibtisch an dem ein väterlich aussehender Mann saß. „Zufrieden, Astaroth? Ich kann auch Erscheinungsformen annehmen, die für Sterbliche zu verkraften sind.“ fragte er mit Belustigung in der Stimme. Dankbar neigte der gefallene Seraph das Haupt. „Aber trotzdem werden wir dich stärken müssen, Philip Callaghan, stärken und stählen gegen das Feuer eines Engels... Bei eurem Sohn habe ich das bereits veranlasst. Denn ich habe euch beide ausersehen – oder euch drei, denn der kleine Christian gehört zu euch – einem kleinen Mädchen die Liebe und Geborgenheit einer Familie zu geben. Ich bin sicher, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.“
Camael betrat mit einem kleinen strampelnden Bündel den Raum. „Das ist die Tochter von Sealthiel und Seraphielle. Ich möchte, dass sie bei euch aufwächst, Astaroth, Philip. Ich weiß, dass du, mein Sohn, ihr nicht vorhalten wirst, wer ihre Eltern sind. Ihr könnt keine Kinder bekommen, da ich Astarte dies versagt habe, doch ich weiß, wie viel Platz in eurer beider Herzen ist.“
Astaroth lächelte. „Philip, schau nur, wir haben ein Mädchen!“ rief er begeistert und trat auf Camael zu. Der reichte ihm lächelnd das Bündel mit dem Astaroth sich Philip zuwandte. „Schau nur wie süß sie ist! Und sie hat blonde Haare, wie du, Schatz.“ flüsterte er. Der Legatsleiter sah auf den kleinen strampelnden Engel. „Christian wird sich so freuen. Er ist ja schon ganz aufgeregt wegen Lucifers und Selvaggias kleiner Tochter und freut sich auch schon auf Hagiels und Tillys Trio.“ Das kleine Mädchen lächelte in diesem Moment und Philips Herz schmolz. „Ja, ich bin sicher, Christian freut sich und wir werden eine Menge mit diesem kleinen Wesen zu tun bekommen.“ murmelte er belustigt und nahm Astaroth das Mädchen ab als dieses die Arme nach ihm ausstreckte.
„Geht in Frieden... Und mein Sohn... Sealthiel hat ein klein wenig Gefühle bekommen. Ich bin sicher, du weißt was ich damit sagen will...“ Astaroth grinste bei diesen Worten diabolisch. „Aber klar...“ Er legte einen Arm um Philip und erschien wieder im Arbeitszimmer von Hagiel – mit seinem Geliebten und dem kleinen Mädchen.
„Lucifer, Metatron, darf ich euch eure kleine Patentochter Aine vorstellen? Philips und mein kleiner Sonnenschein.“ Sealthiel keuchte auf. „Das ist mein Kind!“ rief er. Astaroth grinste spöttisch. „Vater ist da anderer Meinung, wie du siehst.“ „Warum ist er hier? Hat er schon wieder mit dem Fall zu tun?“ fragte Philip leise. Astaroth nickte und teilte ihm geistig mit, was geschehen war, während Philip in der Küche bei Mathilde gesessen hatte. „Dann ist sie bei uns wirklich in besseren Händen.“
Sealthiel lachte verächtlich. „In den Händen eines Gefallenen und seines menschlichen Spielzeugs? Mehr bist du für ihn nicht, Sterblicher! Er benutzt dich für sein Vergnügen, wenn er Astaroth ist und benutzt dich wie ein Spielzeug wenn er Astarte ist!“ Philip schluckte, antwortete jedoch sehr bestimmt: „Ich mag schwer mit der Tatsache zurecht kommen, dass Astaroth auch... Bedürfnisse hat, die wir gemeinsam... aber er ist auch Astarte und eins geht ohne das andere nicht und ich weiß, dass er und sie mich liebt. Wäre dem nicht so, dann würde Astaroth oder Astarte sich nicht jedes Mal vor mich stellen, wenn ich Fürst Lucifer verärgere. Und ich bin glücklich – mit Astarte wie mit Astaroth.“
Der himmlische Sekretär lächelte und legte einen Arm um Philip um ihn auf seinen Schoß zu ziehen. Der ließ das überrascht zu, auch wenn er sich sichtlich etwas unwohl fühlte in der Position. „Meinen Glückwunsch, ihr zwei. Die kleine Aine – übrigens eine nette Idee ihr einen irischen Namen mit der Bedeutung „Feuer“ zu geben – hat mit euch drei eine tolle Familie in der sie zu einem wunderbaren kleinen Mädchen heranwachsen kann.“ sagte Belial mit einem Lächeln. „Wir... ähm... würden die Kleine Aine natürlich gern taufen lassen und... würden Sie... also...“ fragte Philip verlegen. „Pate werden?“ fragte der Höllenfürst belustigt. Philip nickte. „Wo du so viel Angst vor mir hast, Priesterchen?“ spottete Belial und beobachtete, wie der Mann zwar zuckte, aber nickte. „Du machst dich, das gefällt mir. Ja, ich werde Aine-Lucifanas Pate.“ „Danke, Lucifer.“ sagte Astaroth leise. Der Höllenfürst grinste als er Sealthiels wachsendes Entsetzen sah. „Asta, Liebling... ich würde gern auch Mathilde... also wärst du mit ihr als Patin...“ „Aber natürlich. Und Catherine – wenn du einverstanden bist.“ unterbrach Astaroth Philip und küsste ihn.
„Wo wir das nun geklärt haben... Philip – kümmerst du dich weiter in der Küche um unsere Nichte? Hier könnte es wieder etwas... unschön werden und das muss euer kleiner Liebling nicht mitbekommen.“ sagte Metatron freundlich, Philip nickte. „Natürlich... ich... ich sollte auch Wickeln üben, oder?“ antwortete er mit einem etwas unsicheren Lächeln. „Wäre ratsam – und lern es schnell, Philip. Wenn Lucifer es dir beibringt musst du erst an Babypuppen üben.“ Belial und Metatron grinsten einander an.
Sie sahen dem Legatsleiter nach als er mit der kleinen Aine auf dem Arm den Raum verließ. „Danke, dass du das da...“ verächtlich wies Astaroth auf Mathieu Lauret, „vor Philip verborgen hast, Hagiel...“ Der Dynameis nickte mit einem Lächeln. „Keine Ursache.“ Dann sah Astaroth in die eine Ecke wo ganz still Tarot wieder erschienen war. „Willkommen zurück, mein Freund.“ sagte er. Belial nickte dem Zeitengel zu. „Reicht es von Sealthiel den genauen Zeitpunkt zu kriegen wann er dieser Gruppe als „Niall“ erschienen ist und dann... einfach mal zum Seraphen zu werden?“ fragte er wie beiläufig. Tarot schüttelte den Kopf. „So einfach ist das nicht, Lucifer. Der Mann von Madame Brissac sollte angeworben werden – ohne das Zutun von Sealthiel hätten Madame Brissac und Madame Lauret sich nicht kennen gelernt und Christian wäre jetzt nicht bei Astaroth und Mr. Callaghan in Dublin. Außerdem hatte auch in gewisser Weise die Schule, wo die Kinder von den Geistern verstorbener Künstler besessen waren, damit zu tun und ohne diese wäre die Schule in der Botschaft nicht entstanden. Und es gehören Leute dazu ohne deren Zutun – in positiver oder negativer Hinsicht - die anderen nicht so locker mit der Botschaft arbeiten würden oder gearbeitet hätten.“
„Wie meinst du das?“ fragte Metatron. „Wenn beispielsweise der Erzbischof von Venedig ein vernünftiger Mensch wäre, nicht vermessen oder verblendet wie er Lucifer begegnete als der die Zwillinge im Markusdom taufen lassen wollte, Metatron, dann wäre beispielsweise das Verhältnis zum Papst nicht so gut geworden, dass der sogar der Pate des jüngsten Sohnes von Lucifer ist und sein Sekretär wäre nicht im Gespräch als Pate für das kleine Mädchen das Selvaggia erwartet. In der Zeit greift vieles ineinander...“
Er sah entschuldigend zu Belial. „Pardon, aber die Begebenheit hat sich halt rumgesprochen, bei uns da oben.“ Belial seufzte. „Ist kein großes Geheimnis, ehrlich nicht. Aber welche Möglichkeiten lässt uns dies Ineinandergreifen der Ereignisse in der Zeitlinie?“ „Ich fürchte, ihr müsst Mathieu Lauret beim ersten Mal folgen und ihn... irgendwie unmöglich machen. Er hat sich nur als Druide – weil er sich in dieser Zeit für einen legitimen Nachkommen von einem hält, genau wie die Freunde seines kleinen Clubs, als Merlin ausgegeben. Der Merlin der Arthus-Legende ist er nicht.“ Astaroth grinste finster. „Das heißt, ich muss ihn nur wie einen Volltrottel wirken lassen – beim ersten Mal?“ Tarot nickte. „Das dürfte reichen um zu verhindern, dass die ihm beispielsweise glauben, dass die Hadurer sich den Römern anschließen.“ Astaroth lachte leise. „Scheint so, Lauret, als würden wir zwei einen kleinen Ausflug unternehmen... gemeinsam...“ Der Mann wimmerte.
„Und ich denke, Sealthiel nehmen wir mit... dann sieht er, wie seine kleinen miesen Komplotte scheitern...“ fuhr Astaroth fort. „Ich bin doch schon degradiert und mein Kind wird an Abschaum wie dich und dein Spielzeug gegeben. Du bist tief gesunken, Astaroth!“ versuchte Sealthiel den himmlischen Sekretär zu verärgern. Der zog jedoch nur fast amüsiert eine Augenbraue hoch. Der Schlag – magischer Art – kam von Metatron. „Hör auf meinen Sekretär anzugreifen, Sealthiel. Das bringt dir gar nichts!“ fuhr er den am Boden liegenden Engel an. „Oh doch...“ spottete Belial, „es bringt ihm unseren Zorn, deinen, Hagiels, meinen...“ „Nicht zu vergessen: meinen auch, Chef. Ich mag zwar nur ein kleiner Schreiberling sein, aber ich bin auch ein Engel! Zwar nicht mal ein Dynameis, na gut, aber es macht mich ärgerlich, wenn er so über meinen Kollegen redet!“ meinte Euangelion hörbar zornig. Sealthiel lachte spöttisch. „Du sagst es, du bist einfach nur ein dummer Engel der so unfähig war, dass Gabriel ihn aussortiert und an den Teufel verschenkt hat!“
Eine Bewegung von Belial, die er nicht kommen sah, schleuderte ihn an die Wand. „Auch, wenn ich mich jetzt mit Vater gleich wieder auseinandersetzen muss: Hör auf meinen Sekretär und Vertrauten Euangelion zu beleidigen oder zu verunglimpfen! Ich musste bei Gabriel übrigens darum bitten, dass ich ihn behalten darf – und Euangelion auch, denn er sollte wieder in die himmlische Schreibstube zurück! Nicht dass dich das wirklich interessiert oder zu interessieren hätte, Sealthiel, aber du solltest darauf achten, wen du mit deiner Dummheit und Überheblichkeit verärgerst und dich fragen ob du deren Antwort gewachsen bist... Selbst als Seraph bist du weder Metatron noch mir oder Astaroth gewachsen gewesen und jetzt als Dynameis schwingst du hier Reden auf deren Antwort du nicht gefasst bist – geschweige denn, dass du ihnen gewachsen bist!“
Metatron lächelte Belial finster an, wandte sich dann an Astaroth und fragte: „Asta, machst du dich mit diesem Lauret auf den Weg? Dann können wir endlich alle wieder in unsere gewohnten Umgebungen zurück, Cassie und ich nach Paris, Selvi und Lucifer nach Italien, Sariel und Catherine mit ihrem kleinen Sohn ebenfalls zurück nach Rom und zu ihrer Arbeit in der Gemelli-Klinik und wir können endlich daran gehen eine Hochzeit und eine Taufe vorzubereiten.“
Astaroth nickte, griff sich den fast bewusstlosen Sterblichen und sah zu Tarot: „Wie ist es, kommst du auch mit? Ich würde mich freuen, denn wenn ich Gefahr laufe, das irgendwie zu versauen, weil ich diesem Mistkäfer hier am liebsten gleich den Hals umdrehen würde, kannst du mir auf die Finger klopfen.“ Ein wenig verlegen nickte der Zeitengel und verschwand mit Astaroth und dem Mann.
„So, Sealthiel – und jetzt, als einer deiner direkten Vorgesetzten: Wieso? Du hast das zwar noch als Seraph in die Wege geleitet, aber als Dynameis bist du mir unterstellt. Warum hast du so in die Kontinuität von Zeit und Raum eingegriffen? Was hofftest du zu erreichen?“ Sealthiel lachte bitter. „Was wohl? Wenn Vater nicht eingegriffen und euch allen die Erinnerung an die vorherige Zeitlinie gelassen hätte, dann gäbe es die Botschaft nicht, weder du, Hagiel, noch Metatron oder gar ein kleines Licht wie Euangelion hätte einen freien Willen gekriegt und Lucifer und sein Gesindel würden in der Hölle rumlungern wo sie hingehören! In der Zeitlinie, die ihr wieder zurück haben wollt scharwenzelt ihr alle gurrend und entzückt um eure Kinder herum und scheut euch nicht mal mir meins zu nehmen! Engel treiben Unzucht mit Sterblichen, die schnell zu Engeln gemacht werden, damit keine Nephilim entstehen. Wir müssen zusehen, wie unsere Brüder, die für unsere Rechte eingetreten sind und „neue Engel“ wie Katherine oder Cassandra nicht als unseresgleichen sehen, vernichtet werden, weil sie ihre Meinung verteidigt haben. Wir müssen tatenlos zusehen, wie Astaroth mit Mord davonkommt – denn nichts Anderes hat er im Fall der Eltern dieses sterblichen Balges getan, das er sich unter den Nagel gerissen hat – nur weil er mit seinem menschlichen Spielzeug auch als Astarte keine eigenen Bälger kriegen kann. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass meine Tochter für ihn weniger Wert sein wird als dieser minderbemittelte kleine Bursche, den er in deinem Kindergarten aufgegabelt hat, Lucifer!“
In diesem Moment war Philip wieder in das Arbeitszimmer gekommen. Und hatte mit angehört, was Sealthiel gesagt hatte. „Das würde ich nie zulassen! Der HERR hat uns Aine anvertraut und sie macht Astas und meine Familie komplett!“ sagte er empört, beugte sich zu dem kleinen Mädchen auf seinem Arm und murmelte leise: „Was für ein dummer Kerl, das doch ist, nicht wahr, Aine? Glaubt er doch wirklich, deine Mama Asta und ich hätten dich nicht schon längst ins Herz geschlossen.“ Aine kicherte leise als er sie kitzelte. Der Blick des Legatsleiters richtete sich kühl auf Sealthiel. „Da ich kein Engel bin, bringt es auch nichts, wenn ich Ihnen jetzt eine verpasse, aber glauben Sie mir: Wenn ich wüsste, dass es Ihnen richtig weh täte, wenn ich Ihnen eine reinhaue, würde ich es tun!“ sagte er.
Belial grinste Metatron diabolisch an, zwinkerte dem eher schweigsamen Derek zu und wandte sich dann an Philip Callaghan: „Dem kann man abhelfen, Priesterchen. Gib mir mal Aine und dann gebe ich dir für drei Minuten genügend Kräfte damit es diesem Kerl da wirklich weh tut, wenn du ihm eine verpasst.“ Philip zögerte nur einen Sekundenbruchteil, dann legte er Aine dem Höllenfürsten in die Arme. „Bleib mal bei deinem Onkel Lucifer, Aine, Engelchen, der Papa hat dem bösen Engel eine Lektion zu erteilen.“ sagte er leise an das Baby gewandt, dann nickte er Belial zu und meinte: „Ich wäre dann soweit!“ Der Höllenfürst nickte ihm zu. „Fang an, die Zeit läuft, Philip.“ Der Legatsleiter wandte sich Sealthiel zu und sah nicht, wie Belial überrascht und auch anerkennend Metatron zunickte.
Philip holte aus und schlug zu: „Das“, sagte er, „ist für den Versuch Astarte-Astaroth vor mir schlecht zu machen!“ Ein weiterer Schlag traf sein Ziel. „Das ist für die Unterstellung wir würden Aine schlecht behandeln!“ Ein Hieb in die Magengegend erreichte sein Ziel. „Der ist für die Bezeichnung „Balg“ für meinen Sohn Christian!“ Erneut schlug Philip zu. „Das ist eine Erinnerung daran, dass Sie einfach nur Abschaum sind, intriganter, mieser Abschaum!“ Hieb um Hieb folgte. Belial genoss die Szene sichtlich und milderte die Kräfte, die er dem Mann gegeben hatte auch nach den angekündigten drei Minuten nicht. Schließlich war es Hagiel der eingriff. „Genug, Philip!“ rief er, als Sealthiel benommen und blutend immer noch an der Wand hängend wimmernd um Gnade bat.
Widerwillig ließ Philip von ihm ab. „Na gut, aber er hat es verdient!“ Hagiel nickte zustimmend. „Das hat er sicher, aber es ist an Vater die letzte Strafe zu verhängen.“ mahnte er sanft. Philip nickte und sah auf seine mit Blut verschmierten Fäuste. „Ich wasche mir nur schnell die Hände... kann Aine solange hier bleiben?“ fragte er an Belilal gewandt. Der Höllenfürst nickte. „Natürlich.“ Philip nickte und verließ den Raum.
„Alle Achtung, das hätte ich von ihm jetzt nicht gedacht, dass er dein Angebot annimmt...“ meinte Metatron merklich beeindruckt. Belial lächelte. „Ich ehrlich gesagt auch nicht. Astaroth tut ihm offensichtlich gut und stellt sein Weltbild gehörig auf den Kopf...“ Derek murmelte: „So habe ich ihn ja noch nie erlebt!“ Sein brüderlicher Freund lächelte. „Ja, aber du hast ihn bisher nur als Priester kennen gelernt, Derek. Jetzt ist er das nur noch am Rande. Jetzt erlebst du ihn als Geliebten, Liebenden und Vater, als Familienmensch, nicht als „Hirten“ einer Gemeinde. Vielleicht auch ein wenig als Verführten und Gefallenen, auf jeden Fall aber als Menschen...“ erläuterte Metatron ihm über die Verbindung die der Praeceptor mit den Seraphim teilte. „Mag sein, aber ich bin mir nicht sicher, ob mir das so gefällt...“ „Derek er muss nicht wieder einer deiner besten Freunde werden, aber er positioniert sich als recht brauchbar für die Botschaft und auch wenn ich nie ganz frei von Eifersucht ihm gegenüber sein werde – irgendwo, denn ich kenne Astarte biblischer als er sie jemals kennen lernen wird – vermutlich – freue ich mich, dass er beginnt sich ihrer würdig zu erweisen!“
Metatron sah gen Himmel: „Vater – was soll mit Sealthiel im Weiteren geschehen?“ „Ich habe ihn in eure Hände gegeben, meine Söhne und auch dich, Derek Rayne, zähle ich zu diesen, bist du doch wie ein Bruder für Lucifer und Vater meiner jüngsten unter den Seraphim. Er hat vor allem gegen euch gearbeitet und ihr habt meine Erlaubnis seine Strafe zu bestimmen.“ Lautete die Antwort. Derek errötete bei den himmlischen Worten. „Ich würde euch gern Michael und Raphael senden um das Votum ausgeglichen zu machen...“ Belial lächelte finster. Er wusste, dass die beiden – Michael, der himmlische General, ein Seraph wie er selbst und Raphael, ein mächtiger Ophanim und Heiler – ebenso einen freien Willen zurückbekommen hatten wie Metatron und es auch nicht schätzten, wenn jene, denen sie als Paten und Schwäger und Freunde zugetan waren, verletzt wurden. „Dein Wille geschehe, Vater.“ antwortete Metatron.
Philip trat wieder ein und übernahm seine kleine Tochter. "Was machen wir jetzt bis Michael und Raphael hier erscheinen?" fragte der stellvertretende Botschafter. "Ich bringe ihn solange in die Hölle, Samyaza ist bestimmt ganz scharf drauf diesen Abschaum zu foltern, bis wir uns geeinigt haben, was mit ihm geschehen soll." sagte Lucifer sichtlich wütend und zog den am bodenliegenden Engel unsanft hoch, packte ihn am Hals und drückte ihn an die Wand, so dass er ihm direkt ins Gesicht sehen konnte. Sealthiel zitterte vor Angst, als er dem Höllenfürsten direkt in die Augen sah. "Wir machen jetzt einen kleinen Ausflug zu einem meiner besten Freunde. Und ich lasse dann mal an dir richtig Dampf ab, da ich meine Wut die sich in den letzten Wochen in mir aufgestaut hat irgendwie wieder loswerden muss, da kommst du mir gerade recht!" drohte er ihm grinste diabolisch. Er wandte sich kurz an die anderen Anwesenden. "Lasst euch von den Frauen mit Kaffee und Keksen verwöhnen, wobei es ja sicher bald Abendessen geben dürfte. und richtet bitte aus, dass ich noch etwas zu erledigen habe." Gemeinsam mit Sealthiel verschwand er.
Samyaza blickte verwundert auf, als sein Herr und Freund mit Sealthiel in seinem höllischen Arbeitszimmer auftauchte, wo Samyaza gerade an Lucifers Schreibtisch saß um den angefallen, schriftlichen Höllenkram zu erledigen. "Chef! du kommst genau richtig, denn ich habe hier noch ein paar Formulare, unter die du dein Autogramm setzen müsstest. Und diese Akten müsstest du selbst bearbeiten." Belial warf einen kurzen Blick auf den Stapel, auf den Samyaza zeigte und seufzte. "Diesen Stapel da kannst du Euangelion geben, da er sich mit Zahlen so leicht tut. er hat ja die letzten Berechnungen auch gemacht, ohne einen Fehler." Belial nickte. "Hast du mir was zu spielen mitgebracht?" fragte er seinen Chef teuflisch grinsend. "In der Tat! Du kannst dich an Sealthiel so richtig austoben! nur lass ihn am Leben! Ich gestatte dir in meine Gedanken einzudringen, um zu erfahren, was er sich geleistet hat."
Samyaza starrte seinen Chef und Freund entsetzt an. "Warum wundert mich das jetzt nicht? Es wird mir ein Vergnügen sein, ihn bis auf weiteres zu foltern!" sagte er und zerrte den winselnden und sich wehrenden Engel hinter sich her. "Hör auf mit dem Gejammere! Sonst werde ich noch ungehaltener mit dir!" drohte er dem nun gefallenen Engel als ihm das Gewinsele zu sehr auf die Nerven ging.
Der Höllenfürst setzte sich an den Schreibtisch, sah die Unterlagen durch und hatte gute Lust sie gegen die Wand zu pfeffern. Er erhob sich und folgte Samyaza, der mit der Folterung Sealthiels schon begonnen hatte. "Samyaza darf ich? Ich brauche jemandem zum abreagieren!" Gemeinsam schlugen und folterten sie ihn sehr ausgefeilt und schmerzhaft. Die beiden genossen es sichtlich, vor allem auch das miteinander machte ihnen Spaß. "Das war mal wieder toll, ich danke dir für das Vergnügen!" sagte der Höllenfürst ehe er sich von seinem Freund und engsten Vertrauten in der Hölle verabschiedete.
Er stellte fest, dass es schon sehr spät war in Deutschland und ging recht in der Annahme, dass alle bereits in ihren Betten lagen. "Hat aber lange gedauert? Waren deine höllischen Angelegenheiten so wichtig, dass du sie der Familie vorziehst?" fragte seine Frau ruhig, aber zickig. Belial sah verletzt zu Boden. "Geht das schon wieder los!" dachte er. Laut sagte er: "Du weißt genau mit wem du dich eingelassen hast, als du dich für mich entschieden hast. Und nur, weil du schwanger bist und es dir deshalb nicht in den Kram passt, dass ich mal fast die ganze Nacht arbeite weil mir der ganze Papierkram sonst über den Kopf wachsen würde, dann ist das dein Problem! Denn wenn du mal genau nachdenkst... wirst du feststellen, dass ich sehr viel Zeit der Familie und den Leuten schenke die mir etwas bedeuten, was mir Dank Samyaza und Euangelion erst möglich ist. Zeit die mir dann für die Arbeit fehlt und weswegen ich von Zeit zu Zeit einiges nachholen muss. Mach mir deshalb keine Vorwürfe, ich... nein das ginge jetzt zu weit und ich wäre wieder an dem Punkt angelangt wo ich provoziere. Ich liebe dich Selvaggia Bragi Rayne. Wünsche noch eine angenehme Nachtruhe." sagte er ruhig und verließ das gemeinsame Schlafzimmer, das sie im Hansenhaus bewohnten. Selvaggia merkte, dass er gekränkt war und sich zur Ruhe gezwungen hatte um sie nicht zu verletzen.
In der Küche traf er auf Philip, der gerade seinem kleinen Töchterchen die Flasche machen wollte und auf der Packung nach der Anleitung suchte. Belial trat neben ihn und drehte ihm wortlos die Packung richtig hin. Während der Priester las kochte er im Wasserkocher Wasser ab. Anschließend widmete er sich der Senseomaschine. Und bediente sich danach am Rum. Er setzte sich mit seinem Kaffeebecher an den Küchentisch. "Was willst du? Weil du mich so fragend ansiehst." fragte Belial.
Philip sah den Höllenfürsten erst sprachlos an. Er war es nicht gewohnt, dass dieser so ruhig mit ihm sprach. "Ähm ... also ... die Flasche ist viel zu heiß zum Trinken, für die Kleine." antwortete er hilfesuchend. "Stell sie in kaltes Wasser dann kühlt sie schneller ab. Und in einer der Schubladen ist ein Thermometer denke ich damit kannst du messen. 37° wird empfohlen. Ansonsten an der Innenseite des Handgelenks, wenn es dir da angenehm ist, ist es auch gut." kam die ausführliche Antwort. Philip entging nicht, dass der höllische Botschafter traurig war. "Warum haben Sie mir gerade geholfen und das ohne einen einzigen provozierenden Kommentar?" fragte Philip mutig, als er sich ihm gegenüber setzte und Aline die Flasche gab. Belial nahm einen Schluck seines mit Rum versehenen Kaffees. "Für Aline, ich will doch, dass es meiner Nichte gut geht und an nichts fehlt. Die Kleine kann am wenigsten für ihre Eltern, also ihre richtigen. Und mir fehlt gerade Kraft und Lust zu provozieren." Philip nickte nur, denn er traute sich nicht zu fragen was los sei. "Wie kommst du denn zurecht. Priesterchen?" fragte der Höllenfürst plötzlich. "Ja gut. Ist nur sehr anstrengend, Aline schreit unentwegt und ich bin müde." antwortete er. "Ist normal, und ich habe es bald in dreifacher Ausführung, da die Zwillinge auch noch sehr klein sind, wenn unsere Jüngste auf die Welt kommt. Da Vater meinte er müsse uns noch ein Kind schicken, nur weil wir nicht voneinander lassen können." Er sah nach oben. "Ich mag ja Kinder, aber jetzt reicht es mal, liebes Väterchen." sagte er laut an den himmlischen Vater gerichtet. "Das entscheide am Ende noch immer ich, liebes Söhnchen!" kam die Stimme laut hörbar. Lucifer stöhnte auf. Philip riss sich zusammen um keine Reaktion zu zeigen aus Angst vor dem Höllenfürsten. Denn er wusste, dass er ihn nicht leiden konnte, selbst wenn er sich heute etwas Respekt verschafft hatte. Belial blieb noch sitzen, als Philip mit seinem Töchterchen auf dem Arm den Raum verließ.
Belial zuckte zusammen als er am nächsten Morgen von Mathilde und Hagiel geweckt wurde. "Ahhhh, ... verdammter menschlicher Körper, jetzt ist es mir dermaßen in den Rücken gefahren." Er stöhnte vor Schmerz. "Selbstheilung!" rief Hagiel. "Schon dabei Brüderchen. Dann kann ich gleich den Kater mitheilen, wobei den sollte ich lassen, vielleicht lerne ich ja noch irgendwann daraus. Warum habe ich eigentlich geschlafen?" wunderte er sich. "Weil dein Körper auf den Alkohol reagiert den du ihn seit ein paar Tagen zu dir nimmst. Jetzt gibt es erst mal einen starken Kaffee ohne Rum!" sagte Mathilde bestimmend. "Hast du jetzt eigentlich den Kater auch weggezaubert?" Belial schüttelte den Kopf. "Noch nicht, wieso?" Die Hausherrin grinste. "Dann habe ich das perfekte Mittel für dich." sagte sie und wandte sich dem Kühlschrank zu. Der Höllenfürst würgte fast, als sie ihm einen Teller mit einem Rollmops hinstellte. "Tilly! Nimm das weg!" keuchte er, gerade als die anderen die große Küche betraten um zu frühstücken. "Hast du es gestern etwas übertrieben?" fragte Derek frech. Noch bevor er antworten konnte kamen die Kinder gut gelaunt herein und begrüßten ihren höllischen Patenonkel. Er umarmte alle hatte jedoch das Gefühl sein Kopf würde zerspringen bei den vielen Kindern als dann auch noch das jüngste Familienmitglied laut zu weinen begann, weil es Hunger hatte. "Wieder mal zu viel Onkel Lucian?" fragte Christian. "Ach Kindchen wie scharfsinnig du doch bist." kam die leise etwas gequälte Antwort. "Vor dir steht die Lösung!" sagte Hagiel grinsend. "Danke da zaubere ich lieber oder nehme Schmerztabletten. "War ja klar." kam ein knapper Kommentar von seiner Frau die neben ihm saß und Sophia die Flasche gab, während sie ihm die für Luca hinhielt.
Er nahm sie und stellte sie auf den Tisch. "Wir waren uns doch einig, dass du das mir überlässt, also spar dir bitte deine bissigen Kommentare!" Er stand auf und holte Luca. "Wollt ihr auch einen Kaffee, oder Tee?" fragte Mathilde als Michael und Raphael erschienen. "Einen Tee bitte, danke Mathilde." "Für mich eine Tasse Kaffee, danke." antwortete Raphael.
"Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, was ihr mit Sealthiel anfangen wollt?" erkundigte sich Michael. "Ich hatte gestern als ich zurück kam echt andere Dinge im Kopf, als mich mit diesem Abschaum zu befassen." antwortete der Höllenfürst giftig. "Also ich würde ihm jeden Finger einzeln abschneiden, dann die Zehen und zuletzt seinen Freund da unten." sagte Selvaggia trocken in den Gedanken ihres Mannes, da sie solche Dinge nicht vor den Kindern sagen wollte. Dieser starrte sie nur wortlos an. mit so einem Kommentar hatte er jetzt nicht gerechnet, obwohl er wusste, dass seine Frau ziemlich drastische Ideen haben konnte wenn es sich um verräterische Engel handelte. "Tilly, bitte nimm endlich das Ding da weg! Mir wird total schlecht davon." bat er seine Freundin noch einmal. "Das Ding ist ein Fisch, Lucifer." antwortete sie spontan ohne nachzudenken. "Ach ne?" war seine Antwort. "Onkel Lucian, hier auf der Insel ist es doch normal, oder?" fragte sein ältester Neffe. "Ja. Warum?" "Also, es war das letzte mal so cool mit dir in der Bücherei und vielleicht haben sie ja inzwischen bessere Bücher." Belial grinste. "Du willst, dass ich mit dir in die Bücherei gehe?" Der Junge nickte erfreut. "Heute Nachmittag können wir gehen, wenn sie geöffnet hat." Christian strahlte. "Oh ja, mit dem tollen Porsche?" Er schloss kurz die Augen und stöhnte leise auf als er abermals einen stechenden Schmerz verspürte, eh er antwortete. "Den müsste ich erst herbei zaubern." Hagiel grinste. "Kein Problem, jetzt wo alle wissen wer wir sind." Er rieb sich die Schläfen, nachdem er das leere Fläschchen seines Sohnes auf den Tisch gestellt hatte. "Allerdings... ist der Porsche eine Nummer zu groß für diese kleine Insel. Ich mache dir einen Vorschlag."
Er machte eine kurze Pause als die beiden jüngsten Mädchen gemeinsam zu weinen begannen. "Autsch!" flüsterte er, bevor er fortfuhr. "Wir sind brave Touristen, die schön den Bus nehmen, auch wenn ich solche öffentlichen Verkehrsmittel verabscheue - und machen dann mal mit dem Porsche eine kleine Sightseeingtour in Paris, denn das hast du noch nicht wirklich gesehen, wenn ich mich recht erinnere. Sobald die Zeitlinie wieder stimmt und dein Väterchen nichts dagegen hat." sagte er ruhig, bis auf die letzten Worte, die klangen provozierend. "Habe ich Ihnen doch versprochen, dass Sie hin und wieder etwas mit Christian allein machen können, ohne dass ich mich dagegen stelle." antwortete Philip. "Danke Papa!" sagte Christian erfreut und umarmte ihn dankbar.
Nach dem Frühstück zogen sich die Engel, sowie Derek und Philip zur Besprechung in Hagiels Arbeitszimmer zurück. Belial ließ sich auf einen der Sessel fallen und nippte an seiner dritten Tasse Kaffee. "Wo ist Sealthiel jetzt?" erkundigte sich Raphael aus Neugier. "Lucifer hat ihn in die Hölle gebracht und Samyaza überlassen. Ich hoffe mal, dass er ihn richtig in die Mangel nimmt." antwortete Metatron. "Worauf du dich verlassen kannst!" bestätigte der Höllenfürst leiser als sonst. "Wisst ihr denn nun schon wie ihr ihn bestrafen wollt? fragte Michael. "Vater hat uns verstehen lassen, dass er ihm einen Teil freien Willen gegeben hat. Es trifft ihn auch sehr, dass Callaghan und Astaroth oder Astarte seine Tochter haben." sagte Hagiel.
"Selvi war beim Frühstück wieder mal sehr kaltblütig mit ihren Vorstellungen von Bestrafung. Sie meinte zu mir in Gedanken sie würde ihm... alle Finger, dann die Zehen einzeln abschneiden, ganz... langsam... eine nach dem anderen und zuletzt seinen Freund da unten." Michael musste lachen. "Nette Vorstellung. Wegen meiner kann sie das gerne machen." antwortete er. "Ich helfe ihr liebend gerne dabei. Der hat fiese und boshafte Lügen über meine Familie verbreitet." warf Philip in den Raum. Die beiden Erzengel die erst heute Morgen dazu kamen starrten sich verwundert an, da sie den kleinen ängstlichen Priester so nicht kannten. Sariel stellte sich hinter seinen Schwager, der gerade wieder seine Schläfen rieb und begann ihn zu massieren, um ihm Linderung zu verschaffen. Als er zu den Schulterblättern überging stöhnte der Höllenfürst kurz auf vor Schmerz. "Wir reden nachher kurz." sagte Sariel in seinen Gedanken.
"Also ich finde Samyaza kann ihn ruhig noch ein wenig foltern, bis er seine endgültige Strafe bekommt. Euer Vater hat es ja Lucifer überlassen, wenn ich das richtig verstanden habe." meinte Derek. "Und... nun ja - da könnte man ihm wirklich seine Finger und so weiter abschneiden." schlug er vor. "Kommt immer darauf an zu welcher Strafe man ihn verdonnert. Er könnte... zum Beispiel bei mir in der Hölle bleiben und ich... teile ihm alle möglichen Drecksarbeiten zu. Und zwischendrin werde ich ihn so richtig psychisch quälen da er ja einen Teil seiner Gefühle hat. Das trifft ihn ja dann besonders hart.  Aber dafür braucht er seine Finger." Philip tat sich sehr schwer dem Höllenfürsten bei einem Gespräch länger als ein paar Sekunden in die Augen zu sehen. und senkte deshalb immer wieder etwas den Kopf. "Aber nicht die Zehen, man kann auch ohne Laufen und seinen Freund braucht er auch nicht   zumindest nicht mehr!" meinte der Ex-Priester zornig. "Da hat er recht, Lucifer. Vielleicht sollten wir ihn wirklich erst mal in der Hölle schmoren lassen und du und Asta ihr könnt ihn dann immer schön seelische Schmerzen zufügen. Er hat es nicht anders verdient, denn er hat auch keine Rücksicht auf eure Gefühle genommen." sagte Raphael und sah dabei Lucifer an. Dieser nickte. "Dann machen wir es so. Ich behalte ihn erst mal und werde ihn zusammen mit Samyaza und Asta quälen, foltern und... was uns sonst noch so einfällt. Asta ist ebenfalls sehr gut darin." stimmte der Höllenfürst zu. "Dann belassen wir es erst mal so und Lucifer bekommt einen Neuzugang in der Hölle. Wir können ja dann nochmal reden, ob er dort bleibt oder eine endgültige Strafe bekommt wie Lilith und Graphiel." schloss Michael die heutige Besprechung.
"Darf ich noch kurz hier mit Lucifer reden." fragte Sariel den dritten Botschafter im Bunde. Dieser nickte und verließ mit den anderen den Raum. Er begann wieder ihn zu massieren, diesmal intensiver. "Entspann dich Lucifer. Ich möchte dir helfen. Ich möchte nicht sehen wie du dich ständig mit Schmerz quälst. Du hast mir Catherine wieder zurückgebracht und mir damit den größten Dienst erwiesen den es gibt. Du beanspruchst deinen menschlichen Körper sehr, dadurch dass du dich schon seit weiß ich wie vielen hundert Jahren fast ausschließlich auf der Erde aufhältst. Du hast eine Verspannung des Schulterblatthebers, die kann auch die Hinterkopfnerven irritieren und zu Kopfschmerzen führen, woran etwa 40 Prozent der Erwachsenen zumindest zeitweilig leiden. Das ist bei dir der Fall, deshalb hast du auch manchmal so starke Kopfschmerzen. Ich würde jetzt als Arzt regelmäßige Massagen verschreiben, da du aber mit Sicherheit nicht zu irgendeinem Masseur gehen wirst. Schicke ich dir über einige Wochen Raphael, der das übernimmt. Er macht das gerne ich habe mit ihm gesprochen. Keine Widerrede, Lucifer! Ärztliche Anordnung!" befahl er als er merkte, dass sein höllischer Bruder widersprechen wollte. "Hast du noch welche von den Schmerztabletten, die ich dir gegeben habe?" Lucifer nickte. "Nimm sie bevor der Schmerz unerträglich wird, denn dann wirken sie besser und du brauchst weniger." Belial nickte. "Nur, dass ich heute einen Kater habe. Ich trinke hier zu viel Pharisäer. Der schmeckt einfach zu himmlisch so wie Tilly in zubereitet." Sariel seufzte. Du hast dir gestern Nacht selbst Rum in den Kaffee gekippt und das war eindeutig zu viel. Ich weiß auch, dass du momentan wieder mit Selvi im Clinch liegst. Das merkt man Lucifer, aber trinken bringt dir auch nichts."  Der Fürst der Hölle seufzte. Es klopfte an der Türe. "Herein." antwortete Sariel.
Christian trat ein und setzte sich auf die Lehne des Sessels in dem Belial saß. "Tilly schickt mich, ich soll euch zum Mittagessen holen. Und dann können wir danach losgehen Onkel Lucian? Tilly sagte die Bücherei hat ab 14 Uhr geöffnet." Belial lächelte. "Ja, können wir." Christian umarmte den Höllenfürsten und rannte gut gelaunt aus dem Zimmer. Die beiden Engel folgten ihm ins Esszimmer.
Nach dem Essen drängte Christian, der bereits komplett angezogen war und Belials schwarzen Mantel und den dunkelblauen Schal, den Selvaggia ihm mal gehäkelt hatte, auf dem Arm trug und ihm brachte. "Los gehen wir. Der Bus fährt in zehn Minuten ab, hat Tante Tilly gesagt." Etwas schwerfällig erhob sich der Höllenfürst. "Na da bleibt mir ja keine andere Wahl." meinte er, während er sich anzog. Gemeinsam verließen sie das Haus. "Ist das kalt!" murmelte Belial, als er seinen Mantel zuknöpfte. "Ihr vertragt euch aber schon wieder du und Tante Selvi?" fragte der Junge, während sie auf den Bus warteten. "Dir entgeht auch gar nichts! Bestimmt... deine liebe Tante Selvi ist während jeder Schwangerschaft etwas schwierig. Ich reagiere mittlerweile schon gar nichts mehr, wenn sie an mir rummeckert." Sie stiegen ein, als der Bus vorfuhr. Der Busfahrer begrüßte die beiden freundlich, während der Höllenfürst zwei Bustickets kaufte. In der Bücherei wurden sie sehr freundlich begrüßt. "Moin, Herr Rayne. Wie geht es ihnen und ihrem Neffen? Schön sie mal wieder zu sehen. Wir haben mittlerweile auch eine Abteilung mit Wissensbüchern angelegt, die dem jungen Mann bestimmt zusagt." Und wirklich: Christian fand fünf Bücher und Belial nahm drei Bilderbücher für die kleineren Kinder mit.
Philip wirkte interessiert, als sein Sohn ihm freudig die Bücher präsentierte, als sie wieder zurück kamen. "Gehst du bitte schon mal hoch. Ich möchte noch kurz mit... deinem Onkel Lucian reden. Nachdem der Junge den Eingangsbereich verlassen hatte, fasste sich Philip ein Herz um sich zu bedanken. "Vielen Dank noch, dafür dass ich Sealthiel richtig eine reinhauen durfte. Ich habe jetzt verstanden was Sie mir erklären wollten. Sealthiel ist ein gefallener Engel, von Gott verstoßen, der hat nichts anderes verdient! Und Astarte/Astaroth vor Aine und mir schlecht zu machen, oder unsere - vielleicht für mich nicht immer so leichte Beziehung - das war unmöglich. Quälen Sie ihn nur recht, in der Hölle." " Worauf du dich verlassen kannst, Callaghan. Und wenn du mal wieder Lust hast jemand so richtig zu verprügeln, dann jeder Zeit gerne - vielleicht lasse ich dich auch mal mit Astaroth in die Hölle, dann kannst du mit ihm... Hand anlegen." antwortete der Höllenfürst zwinkernd und grinste innerlich als er sah wie Philip zusammenzuckte. Gemeinsam begaben sich die beiden zu den anderen in das großzügige Wohnzimmer.
Es wurde ein recht gemütlicher Nachmittag und auch Abend in deren Verlauf sowohl Michael als auch Gabriel und Sariel nebst Catherine Hand anlegten um Philip beizubringen wie man wickelte, richtig das Fläschchen für Aine machte und sie badete. Belial hatte noch nach seinen Zwillingen geschaut und auch nach seinen Patenkindern und Nichten und Neffen, ihnen das Gotteslob mit seiner reinen wunderschönen Stimme als Gute-Nacht-Lied vorgesungen, wie die Zwillinge von Derek und Rachel es von Anfang an gewöhnt waren, wenn „Onkel Lucifer“ da war und sie zu Bett brachte. Belustigt beobachtete er, wie sein Sohn Luciano sich zu Christina-Luciana ins Zimmer schlich und sich zu ihr ins Bett kuschelte. „Glaub mal nicht, dass ich das nicht gesehen habe, kleiner Schlingel!“ tadelte er ihn telepathisch, doch der kleine Schelm kicherte nur ebenso.
Als er das Zimmer von Philip und Astaroth betrat war der Dubliner Legatsleiter auf den Rand des Kinderbettchens gelehnt eingeschlafen. Belial sah, wie Samantha Boyles Pate Hamaliel erschien. „Hallo Lucifer. Es war direkt rührend wie er sich bemüht hat ohne Astaroth für die Kleine zu sorgen... und das immer mit der kleinen, verborgenen Angst, dass sie zu einem Engel wird und ihn zu Staub verbrennt.... Astaroth tut ihm gut...“ Belial nickte. „Ja, vermutlich hast du recht. Er macht sich... aber ich denke, wir sollten ihn nicht so liegen lassen, sonst hat er in der Frühe Rückenschmerzen...“ Hamaliel lächelte. „Tja... dürfte Astaroth nicht gefallen...“ meinte er belustigt und bevor Belial etwas tun konnte hatte Hamaliel Philip in einen Pyjama gesteckt, ins Bett verfrachtet und zugedeckt. „Geh schlafen, Lucifer, ich bleibe hier und wache über die Kinder.“ sagte er leise. Belial nickte ihm dankbar zu.
In der Nacht kehrten Astaroth und Tarot zurück. Der gefallene Seraph brachte Mathieu Lauret in die Hölle zu Samyaza, während der Zeitengel in den Himmel zurückkehrte. Ein wenig müde sah Astaroth nach Aine und ging dann zu Bett, wo er Philip zärtlich in die Arme zog in denen der am Morgen erwachte. Astaroth küsste ihn sanft. „Guten Morgen, mein Liebling.“ flüsterte er. Der Legatsleiter erwiderte den Kuss – wie immer doch ein wenig unsicher, wenn nicht Astarte die Oberhand in dem Körper des/der Geliebten hatte. „Ich habe dich vermisst.“ raunte Astaroth. „Ich dich auch.“ gestand Philip – und unser kleines Mädchen erst... ich fürchte, du wirst dir von allen anhören dürfen, wie dämlich ich mich teilweise angestellt habe...“ Astaroth lachte leise. „Lass mich dich dafür entschädigen, mein Süßer.“ neckte er seinen Geliebten und entkleidete sie beide mit einem Gedanken. „Alles ist gut, das ist normal, Liebling.... Du hast mit Vater gesprochen und weißt, dass er es völlig in Ordnung findet.“ beruhigte er Philip als er ihn mit Liebkosungen verwöhnte.
„Ich... sollte die Windeln von Aine wechseln... ich...“ keuchte Philip leise. Astaroth lächelte. „Das habe ich vor einer Stunde schon gemacht. Unser kleiner Engel schläft tief und fest. Ich habe ihr auch ein Fläschchen gegeben und in ihren Gedanken gelesen, dass du dich mit ihren Onkeln und Tanten ganz wundervoll um sie gekümmert hast... Sie hat dich sehr lieb, Papa Philip.“ Astaroths Geliebter errötete. „Sie ist ein wundervolles Kind. Ich hätte mir keine entzückendere Tochter wünschen können, Asta....roth.“ Ein zärtliches Lächeln begegnete seinem scheuen Lächeln. „Wir hätten uns keine süßere Tochter wünschen können... Fast habe ich Gewissensbisse, weil ich Sealthiel und Seraphielle nach wie vor nicht leiden kann...“ flüsterte er und nahm Philip in Besitz.
Als sie ein wenig verspätet zum Frühstück erschienen, Philip trug Aine auf dem Arm und Astaroth hatte einen Arm um seine Taille gelegt, meinte Christian zu Luciano: „Jetzt bin ich auch ein großer Bruder, Luciano. Das ist meine kleine Schwester bei meinen Papas.“ „Und meine Cousine.“ antwortete Luciano grinsend.
Belial drang unbemerkt in Philips Gedanken ein, da dieser ein wenig stiller war als am Tag zuvor, und grinste innerlich als er den Grund erkannte. „Es gibt keinen Grund jetzt das stille Wasser zu spielen, Callaghan, nur weil du nicht nur Astarte im biblischen Sinn kennen lernst, sondern Astaroth auch dich...“ sagte er belustigt. „Und du kannst dich geschmeichelt fühlen, denn das ist eine Seite die ich nie kennen gelernt habe...“ „Lucifer!“ Astaroth funkelte seinen höllischen Chef ärgerlich an. „Du kennst die Bibel genauso gut wie ich und weißt, dass sich im Laufe der Zeit Begriffe aber nicht unbedingt Handlungen geändert haben!“
„Was meint Papa Astaroth damit, Onkel Lucian?“ fragte Christian Belial interessiert. Der Höllenfürst seufzte auf. Manchmal vergaß er einfach, wie weit die Kinder allesamt waren. „Dein... Adoptivopa, Christian, hat... du erinnerst dich an das „Märchenbuch“ von dem du mir im Januar erzählt hast? Als wir auf dem Weg zur Bücherei waren?“ Der Junge nickte. „Das gibt es auch in einer Version für Erwachsene und da steht drin, dass normalerweise nicht zwei Männer zusammen sein sollen. Aber wenn deine Mama Astarte dein Papa Astaroth ist und mit deinem Papa Philip zusammen, dann ist genau das der Fall. Aber dein Adoptivopa hat mit den beiden ja geredet als er ihnen Aine übergeben hat, deine kleine Schwester, und damit die Beziehung akzeptiert und das eigentlich auch klar gemacht. Das kann dein Papa Philip schwer... akzeptieren.“ erklärte der Höllenfürst. „Und was heißt „im biblischen Sinn kennen lernen“, Onkel Lucian? Weil... in der Kinderbibel lernt Ruth zum Beispiel Boas kennen...“ Interessiert sah der Junge ihn an.
Hagiel verschluckte sich vor Lachen fast an seinem Kaffee, Metatron unterdrückte – wie seine Frau – krampfhaft ein Grinsen, während Philip rot bis unter die Haarwurzel wurde. „Das... ähm... diskutieren wir mal in... einigen Jahren... Christian...“ murmelte er hörbar verlegen und beschämt. Gabriel und Raphael, die mit am Tisch saßen, schmunzelten. „Philip, du hast schon mitbekommen, dass Vater das nicht nur akzeptiert, was du mit Astaroth und auch Astarte teilst, sondern es sogar unterstützt? Glaubst du wirklich, er hätte euch sonst Aine anvertraut? Gestern hast du deine Liebe noch verteidigt – gegen Sealthiel, wieso schämst du dich ihrer jetzt?“ tadelte Gabriel Philip, während Raphael Christian fragte: „Hat Sandalephon dir erklärt, wie Kinder bei Menschen entstehen?“ Der Junge nickte. „Ja, indem eine Eizelle befruchtet wird und dazu steckt der Mann seinen...“ Philip stöhnte leise auf. „Okay. Deine Mama Astarte kann – weil sie auch dein Papa Astaroth ist und weil dein Adoptivopa halt auch eine Art Gleichgewicht halten will – ja keine eigenen Kinder bekommen und darum hat er ihnen ja Aine gegeben – damit du nicht allein aufwächst – unter anderem. Und manchmal ist dein Papa Astaroth halt mit deinem Papa Philip auch in seiner männlichen Gestalt zusammen und zeigt ihm auch körperlich, dass er ihn sehr gern hat.“ Christian überlegte. „Aber dann muss Papa Philip ja zu Mama Philip werden... oder Papa Astaroth muss hin...“ mit einer Handbewegung unterband Belial Christians Überlegung. In Gedanken flüsterte er ihm zu – unhörbar für alle: „Dein sterblicher Papa war gestern sehr mutig, Kleiner. Und dass Astaroth ihn genauso liebt wie Astarte ist für ihn nicht leicht. Wenn du das jetzt aussprichst, dann hat er das Gefühl, dass er sich vor dir schämen müsste.“ Er sah den überrascht fragenden Blick. „Du kannst einfach so in Gedanken mit mir reden? Und kannst du das so richtig, also ich meine, dass du mich auch hörst?“ fragte er interessiert – wobei er das nur dachte.
Belial lächelte. „Natürlich. Und über das andere Thema reden wir irgendwann im Laufe des Tages mal unter – wie es so schön heißt – vier Augen.“ „Du hast doch aber nur zwei – wie ich auch...“ antwortete Christian in Gedanken. Belial lächelte. „Du siehst nur zwei, weil ich wie ein Mensch erscheine. Auch bei deinem Onkel Merlin siehst du nur zwei, aber er hat beispielsweise in seiner wahren Gestalt als Seraph 36 Flügel, besetzt mit Augen...“ Christian grübelte. „Und er ist ganz dolle mächtig aber du bist noch mächtiger und hast noch mehr Flügel?“ Belial schmunzelte. „Das nicht – wir sind so gesehen etwa auf Augenhöhe, er und ich, aber erinnerst du dich, dass du mal meintest, Sandalephon käme dir irgendwie unehrlich vor?“ Christian nickte. „Das kommt eigentlich nur daher, dass sein Wille, seine Entscheidungsfreiheit und damit auch seine Gefühle eingeschränkt sind. Dadurch ist dir das aufgefallen, während du bei deinem Onkel Merlin und mir gar nicht auf den Gedanken gekommen bist... Und Sandalephon ist sowas wie Metatrons – oder Merlins Zwilling... nur damit du weißt, wie du dich deinem Onkel oder mir gegenüber fühlen würdest, wenn wir nicht verheiratet wären oder einen freien Willen und Gefühle hätten...“ Christian schwieg einen Moment, dann bedankte er sich höflich für die Ausführung.
Derek räusperte sich. Augenblicklich wandte sein „Cousin“ sich ihm zu. Schon sehr früh hatte er ihm die Fähigkeit verliehen in Gedanken mit ihm zu reden und nun nutzte Derek dies, was er selten tat. „Du willst Christian über Homosexualität und Heterosexualität aufklären?“ fragte er hörbar besorgt. Belial lächelte. „Na ja, irgendwer muss es ja machen und ganz ehrlich: Sandalephon hat bei dem Lütten ganz schön übertrieben bei der Beseitigung des... Bildungsdefizites... Du weißt, ich neige nicht dazu Menschen künstlich dumm zu halten, wenn ich der Ansicht bin, dass das nicht notwendig ist – und bei Christian bin ich mir sicher, dass da fast eher die Frage kommt, ob Vater es auch okay fände, wenn er selber schwul würde. Christian ist in etwa so weit, wie Christina-Luciana und Lucas-Lucian in drei Jahren sein werden... wobei... na ja... könnte sein, dass die beiden dann etwas weiter... na ja...“ Derek sah ihn etwas entsetzt an, worauf Belial sich hastig – diesmal laut und deutlich für alle hörbar an Astaroth wandte. „Was hast du mit diesem Lauret gemacht?“ Der Sekretär des himmlischen Botschafters lächelte finster. „Ihn bei Samyaza abgeliefert... und ich kann es kaum erwarten seine Frau dort auch hinzubringen!“
„Lauret? Hieß so nicht die blöde Frau im Kindergarten, Papa Astaroth?“ fragte Christian interessiert. Der lächelte. „Genau – das ist der Ehemann von dieser miesen Spinatwachtel... und der war genauso böse wie sie auch.“ „Dann ist es gut, dass du ihn bei Onkel Samyaza abgegeben hast, der wird ihm ganz dolle den Popo verhauen dafür.“ Um Astaroths Mundwinkel zuckte es belustigt. „Ja, das wird er, mein Junge... ganz bestimmt...“
„Wie war es eigentlich mit Tarot? Seid ihr erfolgreich gewesen?“ wollte Hagiel wissen. Astaroth grinste. „Ich denke ja. Tarot war klasse. Er hat mich davon abgehalten diesen Lauret zu massakrieren und dann haben wir dafür gesorgt, dass er erst einmal gestunken hat als wäre er direkt aus der erstbesten Jauchegrube gekrochen. Da so kein Druide ausschaut, war mit Respekt vor ihm von Seiten der Leute schon mal nicht viel los, geschweige denn, dass ihn jemand mitgenommen hat. Der Clou war – das hatte Tarot vorgeschlagen – dass wir Lauret haben vergessen lassen, dass wir dabei sind, dafür gesorgt haben, dass er selbst nicht gemerkt hat wie sehr er gestunken hat und sich immer wunderte, wieso unablässig dicke Fliegen um ihn kreisten. Wenn er dann anfing von seinen „Visionen“ zu reden, von wegen, man müsse auf die Hadurer achten und so, da haben die Leute sich belustigt und angeekelt weggedreht und sind ihrer Wege gegangen... Tarot und ich haben anschließend einen kleinen Umweg über Paris genommen und da waren wieder die Häuser wie wir sie vom Boulevard Haussmann kennen, der Eifelturm stand an seinem Platz und auch Notre Dame. Außerdem – extra für dich, Julien...“ Er zwinkerte Kats Freund zu, „habe ich an der Sorbonne in der theologischen Abteilung nachgesehen wie das Programm ausschaut. Ich denke, dass du so Sachen wie „Christologie – wie sehen wir Jesus heute in Filmen und Bildern“ bei Prof. Dr. Dr. Derek Rayne besuchst, oder?“
Julien lächelte. „Klar – eins meiner Lieblingsseminare.“ „Tja, und im Bischofssitz haben wir auch nachgesehen – da hingen die Priesterklamotten deines Onkels im Schrank und keine Druidenkutten...“ „Das heißt, wir können nach Rom zurück?“ fragte Catherine und griff nach Sariels Hand. „Da habe ich jetzt nicht geschaut, aber ich würde davon ausgehen, dass es wieder das Rom ist das wir alle kennen...“
„Papa Astaroth... hast du auch in Dublin geschaut ob Tiberia... Ich wollte doch meine Katze behalten...“ fragte Christian. „Mein kleiner, süßer Trotzkopf! Ich habe dir doch gesagt, dass Tiberia zu gefährlich ist und nicht als Haustier geeignet! Und nein, ich habe nicht geschaut, da sie nicht mehr da sein wird!“
Im nächsten Moment strich die junge Säbelzahntigerin schnurrend um Christians Beine. „Tiberia!“ rief er glücklich. Ärgerlich sah Astaroth jeden der anwesenden Engel an, doch alle waren genauso erstaunt über das Tier. „Euer Sohn soll sein Haustier haben, Astaroth, Philip! Seid unbesorgt, weder für ihn noch für Aine oder jemanden der euch wohlgesonnen ist, wird sie je eine Gefahr bedeuten!“ erklang eine Stimme. Astaroth blickte finster zur Decke. „Na schönen Dank auch, Vater! Ich hatte „Nein“ gesagt und du ignorierst das...“ knurrte er. „Es ist das Vorrecht von Großvätern, mein Sohn, da nachsichtig zu sein, wo Eltern streng sein wollen und auch ein Bedürfnis ihre Enkel ein wenig zu verwöhnen, wenn möglich.“ Christian sah sich erstaunt um und schaute dann – wie Astaroth zur Decke. „Danke, ähm... Opa?“ „Ich ziehe Großvater vor, Christian, aber ja, du darfst mich Großvater nennen, wie alle meine Enkel. Sorge gut für Tiberia! Darauf verlasse ich mich!“ „Natürlich! Und äh... nochmal danke... – auch für Aine.“ „Gern geschehen.“ Alle schwiegen einige Sekunden.
Maunzend sprang Tiberia auf einen freien Stuhl, schnupperte an Philip und Astaroth und Aine, sprang wieder auf den Boden und rieb sich an den Beinen des himmlischen Sekretärs – schnurrend und um Sympathie bettelnd zu ihm hochsehend. Seufzend beugte der sich hinab und streichelte den Säbelzahntiger, der währenddessen liebevoll über Aines Wange leckte und akzeptierte, dass die ihn mit einem Kichern mit ihrem kleinen Patschehändchen tätschelte.
"Schade, dass ihr fast die ganze Zeit beschäftigt wart und ich wenig Zeit hatte mit Onkel Lucian etwas zu machen." sagte Christian. Tilly setzte sich neben ihn. "Christian, ich habe euch alle für Juni und Juli eingeladen, den Sommerurlaub bei uns auf der Insel zu verbringen. Ich habe euch schon alle eingeplant und freue mich wenn ihr kommt." Christian strahlte. Er wandte sich an seine Eltern. "Bitte, bitte, ich will hier Urlaub am Meer machen und dann haben wir hoffentlich mehr Zeit. Ihr kommt doch auch Onkel Lucian, Tante Selvi?" fragte er nachdem seine Eltern zusagten. "Ich denke schon." antwortete Selvaggia knapp.
"Wir sind auch dabei. Aber jetzt wo alles wieder in der richtigen Zeit ist möchte ich gerne wieder nach Rom in unser Haus. Wir sehen uns im Boulevard Haussmann wieder, wenn ich Said in den Kindergarten bringe." sagte Catherine. Nach und nach verabschiedeten sich alle.
"Ich denke wir gehen dann auch. Ich habe auch noch liegengebliebene Arbeiten in Paris zu erledigen und danach können wir auch nach Venedig - oder Rom je nachdem was dir lieber ist. Bist du soweit Selvi?" Seine Frau nickte. "Wir brauchen nur noch die Kinder."
"Lucifer!" rief Mathilde ihrem Chef hinterher, als dieser gerade den Raum verlassen wollte. "Ich komme dann um mich weiterhin um meine Aufgaben im Boulevard zu erfüllen, werde aber jetzt abends immer mit Hagiel hierher zurückkehren." sagte sie, als er sich noch einmal umdrehte. Er nickte nur bevor er ging. "Selvi und er haben sich gestritten oder? fragte sie ihren Mann, als sie wieder allein waren. Hagiel nickte etwas betroffen. "Irgendwie zanken sich die zwei noch mehr als sonst, wenn Selvi schwanger ist. Aber mach dir nicht zu viel Gedanken, die beiden bekommen auch das hin." antwortete Hagiel seiner besorgten Frau.
In Rom unterhielten sich Sariel und Catherine über ihre bevorstehende Hochzeit. "Ich bin Französin Sariel und ich würde gerne in Notre Dame heiraten, ich kenne die Kathedrale schon seit..." Sie lachte ein wenig scheu. "Seit dem Mittelalter." Ihr Verlobter lachte ebenfalls. "Natürlich, von mir aus können wir gerne dort heiraten. Ich finde die gotische Kathedrale auch faszinierend und könnte mir keinen schöneren Ort zum heiraten vorstellen." Catherine lächelte ihn dankbar und verliebt an. "Stellt sich nur noch die Frage wann wir heiraten." Sariel lächelte, griff nach ihrer Hand und zog sie auf seinen Schoß. "Wann du willst, Liebste." sagte er und küsste sie zärtlich und liebevoll. "Ich... habe nur ein Problem. Ich habe keine(n) Trauzeugen. Niemand in der Boulevardfamilie kann mich besonders leiden, denke ich. Sie akzeptieren mich zwar, sind nett zu mir, aber ... also die Frauen sind alle irgendwie miteinander befreundet und ich ... stehe immer außen vor. Sie gehen zusammen shoppen und so weiter und ich..." Sariel atmete einmal tief ein. Er war plötzlich sehr traurig darüber, denn so war ihm das noch nicht bewusst gewesen.
Als sein Sohn und Catherine im Bett lagen, lief er die paar Meter zu dem Haus seines höllischen Bruders, da er wusste, dass der mit seiner Familie die Wintermonate meistens in Rom verbrachte. Da er nicht mehr klingeln wollte, um die Kinder nicht zu wecken kontaktierte er seinen Bruder über Gedanken. Kurz darauf wurde er von ihm hereingebeten. "Was gibt es denn, Sariel? Du siehst so besorgt aus." erkundigten sich die beiden - Belial und Selvaggia. "Lucifer, Selvi, ich brauche eure Hilfe! Ich habe gerade mit Catherine geredet und sie meinte... sie hätte niemanden der den Part ihre Trauzeugen übernehmen könne oder würde, da sie niemanden hat. Sie meint ihr könnt sie nicht leiden und sie wird nur von euch akzeptiert. Sie sagte, ihr Frauen unternehmt immer etwas zusammen und sie gehöre ja nicht dazu und... " Der Höllenfürst und Selvi sahen sich kurz traurig an. "So ist mir da noch gar nicht aufgefallen, aber sie hat Recht Sariel. Ich... vielleicht sollte ich mich auch mal revanchieren, wegen der Geburt der Zwillinge... sie hat das echt toll gemacht und ich habe mich noch nicht mal dafür bedankt." Belial sah nachdenklich aus. "Mir war auch nicht bewusst, dass sie noch nicht bemerkt hat, dass ich sie mittlerweile sogar mag." "Vielleicht sollten wir mal mit ihr reden. Was hältst du davon, wenn wir Morgen Nachmittag zum Kaffee vorbei kommen? Wir lassen es so aussehen, als ob es Zufall wäre und bei der Gelegenheit bedanken wir uns bei ihr und versuchen ihr klar zu machen, dass sie auch zu uns gehört. Was denkst du Lucifer?" wandte Selvaggia sich an ihren Mann. "Das ist eine gute Idee Selvi." antwortete er.
Am nächsten Morgen war Belial schon recht früh auf und lehnte sich behaglich im Sofa zurück, die kleine Sophia-Aurora lag in seinem Arm und ließ sich von ihrem Vater mit einem Fläschchen füttern. Sein auf dem Tisch liegendes Iphone summte und Belial nahm den Anruf mit Sprachbefehl an. „Lucifer? Hier ist Rodrigo... Dein Sekretär Euangelion hat angefragt wegen eines kirchlichen Segens? Mario hat nur den Namen Bragi verstanden und das ist doch der Nachname deiner Frau, oder? Heißt die Selvaggia-Catharina? Das haben die mir in meinem Vorzimmer aufgeschrieben...“ Belial lachte laut auf. „Hallo Rodrigo – nein, Selvaggia heißt Selvaggia – ohne Catharina. Es geht um Catherine Dubois und Sandro Ariel Bragi... also eigentlich Sariel, den Leiter der Chirurgie an der Gemelli-Klinik – sozusagen auf Erden Selvis Bruder aber an sich ein begnadeter Heiler und zudem Engel des Todes der seinesgleichen unter den Seraphim sucht – und der Lieblingsonkel von Luciano... Catherine ist seit einem guten Jahr seine Haushälterin und schon sowas wie eine Mutter für Said-Angelo und im Laufe der Zeit hat er sich in sie verliebt... Sie ist eine Hexe aus dem späten Mittelalter – allerdings eine weiße, keine von meiner Seite und als wir – speziell ich – es mit ihr zu tun bekamen hat sie darum gebeten in dieser Zeit bleiben zu dürfen und mit Vaters Wohlwollen und Fürsprache durfte sie es, weil sie in ihrer Zeit sozusagen ihrer Mutterpflicht nachgekommen war – in einer arrangierten Ehe, die eine einzige Katastrophe war. Sie ist eine Vorfahrin von Julien Dubois, Pierre Pasquieus Neffen.“
„Ah, gut... ich dachte schon etwas irritiert, dass dir plötzlich der kirchliche Segen wichtig wäre ist angesichts dessen, dass du den allerhöchsten für deine Ehe mit Selvaggia hast, etwas irrational.“ Belial grinste als er das doch leichte Bedauern aus der Stimme des Papstes heraushörte. Der Pate von Luca, seinem jüngsten Sohn, war ebenso wie der Pariser Erzbischof – nebenbei Juliens Onkel – recht weltlich und Euangelion und Astaroth hatten sogar schon Predigten für ihn geschrieben, er hatte in der Botschaft im Boulevard Haussmann 13 mit Sariel, Hagiel, Astaroth, Euangelion, Kerubiel, Derek, Metatron und Belial schon hitzige theologische Diskussionen geführt und sich den Respekt und die Freundschaft beider Botschafter und ihrer Sekretäre verdient – ebenso wie sein Sekretär Mario, der für das kleine Mädchen, das Selvaggia erwartete, in der engeren Wahl als Pate – als menschlicher Pate – war.
„Gut, koordiniert ihr die Hochzeit der beiden aus der Botschaft? Dann weise ich Mario an das mit Euangelion und Astaroth zu klären.“ erkundigte der Papst sich. „Ja, ich denke Sariel und Catherine sind viel zu sehr vertieft in ihre Liebe zueinander, die zu ihrem Sohn und in ihre Arbeit während der kleine Bursche im Kindergarten ist – dank seiner Onkel... und dank Vater ist er ja schon so weit wie Luciano, obwohl er eigentlich ein normaler Mensch ist... wobei... so ganz sicher bin ich mir da eigentlich nicht mehr. Aber gönnen würde ich es den beiden, denn Vater wird Catherine nicht anders behandeln als meine Frau oder Cassandra..., heißt: Er wird sie Sariel nicht nur für die Lebensspanne einer Sterblichen lassen, sondern für die Ewigkeit. Ach... und Rodrigo: baut irgendwas Nettes mit ein, wo sich Said-Angelo und Luciano einbringen können. Das wird Sariel und Catherine sicher freuen.“ „Ich denke, dass Metatrons Sekretär da was Hübsches einfällt, auch für die Zwillinge von Derek und Rachel. Übrigens ist Morgen Sonntag und da ich irgendwie das Gefühl habe – wie auch einige meiner Kardinäle, allen voran Kardinal Boch aus Berlin und Pierre.... – dass irgendwas vorgefallen ist, was... ungewöhnlich war und weil meistens hinter solchen Sachen ihr von der Botschaft steckt... – habe ich eine Dankesmesse angesetzt und möchte euch sehr herzlich einladen.“
Belial seufzte leise auf. "Woher weißt du eigentlich, dass wir in Rom sind? Denn das war dir bekannt, sonst hättest du nicht auf meinem Iphone sondern bei Euangelion im Vorzimmer angerufen..." Der Papst lachte leise. . "Ich habe so meine Quellen, Lucifer... Viele gläubige Katholiken, rund um dich herum lebend... und wenn dann ein Lichtlein in deiner Villa angeht... glaub mir, dann erfahre ich es... und Schwester Mary-Luke und Schwester Agnes freuen sich auf Luciano und ehrlich gesagt, habe ich den beiden von meinem süßen Patensohn und seiner Schwester erzählt und die zwei wollen eure Jüngsten auch unbedingt kennen lernen. Sie haben extra für den Raum einen kleinen Wickeltisch und zwei Hochstühlchen angeschafft. Und nach der Messe würde ich gern wissen was vorgefallen ist – wenn es genehm ist...“ Belial seufzte, sah seiner strampelnden und glücklich glucksenden Tochter einen Moment zu und fragte dann: „Und, Sophia, willst du mit Luciano und Luca Morgen in den Kindergottesdienst?“ Die Kleine kicherte. „Gut, Rodrigo, wir kommen. Selvi wird sich freuen und Luciano fand es die zwei Male im Kindergottesdienst ganz nett. Halte dir aber bitte dann den Nachmittag frei – gemeinsam mit Mario – dann nehme ich euch mit nach Norderney, zu Mathilde und Hagiel, wo wir alle zum Sonntagsbraten eingeladen sind und dort können wir dann reden.“ Die beiden verabschiedeten sich herzlich voneinander,
Belial befahl dem Telefon aufzulegen und die Nummer vom Hansen-Haus auf Norderney zu wählen. Mathilde hob auch gleich ab. „Lucifer, was gibt es?“ fragte sie freundlich. „Ich hoffe, du willst dich nicht vor der Einladung zu Morgen drücken!“
Er lachte. „Ganz im Gegenteil, liebe Tilly. Das würde ich nicht wagen, geschweige denn dir antun. Ich wollte dir nur mitteilen, dass mich eben Rodrigo angerufen hat – und irgendwie hat er das Gefühl, dass was vorgefallen ist und möchte eine Erklärung... und er hat Selvi, die Kinder und mich zur Messe eingeladen und ich habe ihm dafür – weil ich weiß, was es Selvi bedeutet – zugesagt, aber ihn und Mario im Anschluss, Hagiels und dein Einverständnis vorwegnehmend, zum Essen eingeladen. Da ich weiß, dass ihr beide Rodrigo und Mario mögt und wir alle gut mit den beiden auskommen, hoffe ich, dass das keine Probleme bereitet.“
Die Frau von Hagiel lachte laut auf. „Du weißt, dass ich gerne koche und zwei Gäste mehr – zumal zwei die wir eigentlich alle mögen – sind doch kein Problem. Bringt auch ruhig den deutschen Kardinal aus Berlin mit und Pierre Pasquieu.“ Belial lächelte. „Ich werde Kardinal Boch und Pierre fragen, wenn ich sie Morgen sehe. Ansonsten schicke ich Astaroth oder Euangelion eine SMS und lasse anfragen ob die beiden Zeit haben – wobei... Pierre rufe ich gleich an, wobei... ach, ich kann auch gleich in Berlin anrufen. Falls einer der beiden absagt, melde ich mich, ansonsten sind wir zum Essen vier mehr, sollte ich nicht erneut anrufen.“ „Sehr schön. Ich freue mich. Ihr Männer habt dann ein interessantes Gesprächsthema – und der Pastor kommt übrigens auch.“ Belial grinste. „Dann wird das ja spannend... zumal der ja voll auf Astarte fliegt und Philip Morgen auch da ist.“ Mathilde kicherte. „Der Pastor ist irgendwie gescheiter... aber na ja... wie sagt man so schön: Wo die Liebe hinfällt, und wenn es auf den Misthaufen ist... – allerdings hat er sich ja gemacht, der Callaghan...“ „Joah... Astaroth tut ihm ganz gut... oder Astarte, je nachdem... Wir sehen uns dann Morgen, Tilly, grüß deinen Mann.“ Er beendete das Gespräch und rief zuerst in Berlin an. „Erzbischöfliches Sekretariat, Bistum Berlin, Krüger.“ meldete sich eine männliche Stimme. „Rayne hier. Buon giorno, Signore Krüger, ist Ihr Chef, Kardinal Boch zu sprechen?“ „Herr Rayne, Seine Exzellenz ist auf Einladung seiner Heiligkeit im Vatikan. Bitte rufen Sie Mitte der Woche nochmals an.“ Lautete die kühle Antwort. Belial verzog angewidert das Gesicht und dachte nur „Was für ein kleiner Schnösel...“ Mit einer stark sarkastischen Note antwortete er jedoch: „Danke für die Auskunft, Krüger. Dann sehe ich ihn ja Morgen während der Messe und kann ihm von Ihrer Höflichkeit berichten...“ und legte auf, dann rief er in Paris an und hatte Pierre Pasquieus Sekretär an der Strippe.
Nachdem Belial sich gemeldet hatte, begrüßte der Pater ihn fröhlich: „Bonjour Monsieur Rayne, mein Chef ist noch im Hause. Er wird zwar Morgen im Vatikan zur Messe erwartet, aber da Ihr Kollege, Botschafter SaintCyr nebst Gemahlin und beiden Sekretären ebenfalls zur Messe im Vatikan gehen werden, haben sie ihm angeboten ihn mitzunehmen. Ich denke, Sie wollen mit ihm reden, oder?“ „Ja, würden Sie mich verbinden Curé Gothié?“ „Naturellement, votre Excellence.“ antwortete der Priester fröhlich und kurz darauf meldete sich Pierre Pasquieu. „Hallo Lucian, was gibt es?“ „Grüß dich Pierre – Morgen nach der Messe, Mittagessen auf Norderney mit Rodrigo, Mario, deinem Berliner Kollegen, denke ich – und natürlich uns allen?“ Pierre Pasquieu lachte. „Metatron hat mich auch schon eingeladen, ebenso Hagiel. Ich bin dabei. Wir sehen uns vermutlich Morgen auch während der Messe? Seine Heiligkeit sagte sowas...“ Belial lachte leise. „Ja, die Nonnen, die den Kindergottesdienst machen sind schon ganz gespannt auf die Zwillinge und freuen sich auf Luciano. Bis Morgen also.“
Wie mit Sariel abgemacht trafen der Höllenfürst und seine Frau mit den Kindern gegen 15 Uhr bei Sariel und Catherine ein. Catherine stand etwas irritiert an der Tür, als sie öffnete. "Bonjour... ich... habe ich etwas vergessen?" Belial lachte. "Nein hast du nicht. Wir dachten wir kommen mal kurz auf einen Kaffee vorbei um deine Rückkehr und eure Verlobung zu feiern." antwortete er freundlich und zwinkerte ihr zu. "Ich habe auch gestern Abend noch gebacken, du musst also nur für Kaffee und Tee sorgen." sagte Selvi. "Juhuuuu, mit Luciano spielen!" rief Said Angelo freudig und zog seinen Cousin mit in sein Zimmer. "Na dann setzt euch, ich mache dann mal Kaffee." sagte Catherine sichtlich nervös.
"Also, ich, beziehungsweise Lucifer und ich wollten uns eigentlich auch noch dafür bedanken, dass du das letztes Jahr so gut gemacht hast mit den Zwillingen und wir hoffen du... bist auch diesmal wieder unsere Hebamme?" ergriff Selvaggia sofort das Wort, als sie am Tisch saßen.
"Danke. Ich dachte... ihr... ihr mögt mich gar nicht wirklich." sagte sie leise. Belial seufzte. "Ach Catherine... ich dachte das wüsstest du. Spätestens seit unserem Gespräch damals - du erinnerst dich? Und als ich dir das DU angeboten habe. Denn mich zu duzen, das genehmige ich nur jemandem, den ich auch schätze und gerne mag. Du gehörst mittlerweile dazu. Ich bin nicht wirklich lange nachtragend - oder - rachsüchtig. Irrtümlicherweise denken die Menschen immer der Teufel ist böse und tut nur schlechte Dinge." Catherine lächelte. "Danke das ist nett von euch." sagte sie etwas verlegen. "Danke!" flüsterte Sariel in den Gedanken von Selvi und Belial. "Catherine, was hältst du davon, wenn wir die Tage mal in Paris zum Shoppen gehen und ein Brautkleid für dich kaufen? In Paris gibt es exklusive Läden. Vielleicht geht ja Rachel mit, sie hat einen ausgezeichneten Geschmack was Mode angeht." schlug Selvaggia vor. Catherine lächelte. "Das... das wäre sehr nett. Danke Selvaggia." "Selvi! Meine Freunde nennen mich Selvi!"
„Und ich komme mit – einer muss das Kleid schließlich zahlen, in Ermangelung eines Brautvaters. Ich hoffe, das erlaubst du, Catherine?“ meinte Belial belustigt. Seine zukünftige Schwägerin errötete. „Das... also ich verdiene als Hebamme doch Geld und...“ Sariel unterbrach seine Verlobte mit einem leisen Lachen: „Lass deinen zukünftigen Schwager nur, der hat wahrscheinlich mehr Geld als Sterne am Firmament stehen.“ Belial grinste. „Könnte hinkommen... Und Catherine: Ich zahle nur die Kleider, Schmuck und so weiter für die Damen in meiner Familie: Sprich Selvi, Kat, Rachel, Cassie – und würde auch für Tilly zahlen, wenn ich sie denn mal „erwischen“ würde, wenn sie etwas ganz sehnsüchtig anstarrt. Aber die Frau ist ja so verdammt bescheiden, dass sie glaube ich nicht mal mehr braucht als eine Laubhütte zum Wohnen und einen Sack oder Feigenblätter zum bedecken ihres Körpers – solange sie Hagiel hat, der sie liebt reicht ihr das... Also, liebe Schwägerin: Keine Widerrede, du bist Familie und dein Hochzeitskleid bezahle ich! Wenn ihr zwei im Petersdom getraut werdet, dann wirst du garantiert nicht in Sack und Asche durchs Kirchenschiff schreiten!“
Verwirrt sah Catherine ihn an. „Petersdom? Aber Sariel und ich wollten in Paris, in Notre Dame heiraten. Und dann vielleicht... vielleicht kann statt des Kardinals dieser eine nette Priester uns trauen, der, der mir immer geduldig zugehört hat, wenn ich traurig war, ganz zu Anfang, und in die Kathedrale ging nachdem ich Said in die Krippe gebracht hatte um dort zu beten... und den einen Tag setzte er sich plötzlich neben mich und meinte, ich sähe traurig aus und ich habe ihm dann erzählt, wer ich bin und auch woher ich wirklich komme. Er hat mir ganz ruhig zugehört, nie gesagt, dass ich offensichtlich verrückt wäre, als ich ihm sagte, ich käme aus dem Mittelalter und wäre jetzt die Haushälterin eines Engels – eines wunderbaren und netten Engels...“ Sie lächelte Sariel liebevoll an und er griff zärtlich nach ihrer Hand. „Wir werden Pierre, den Kardinal und Erzbischof von Paris fragen wer das gewesen sein könnte, mein Herz. Er wird das bestimmt wissen.“ Catherine nickte. „Da bin ich mir sicher. Ich habe irgendwann mal erwähnt, dass ich Angst vor Lucian habe und der Pfarrer wusste sofort von wem ich rede. Er meinte nur: „Ah, der höllische Botschafter Lucian Belial Rayne?“ Und als ich nickte, meinte er, dass ich mir da nicht so viele Sorgen machen solle, der sei netter als sein Ruf und außerdem vielleicht im ersten Moment misstrauisch, aber durchaus in der Lage eine Meinung über jemanden auch zu revidieren...“
Belial und Sariel sahen einander überrascht an, dann wandte der Höllenfürst sich schmunzelnd an Catherine: „Erinnerst du dich an das Gesicht des Priesters?“ Sie nickte. „Okay, ruf ihn dir bitte mal ins Gedächtnis und dann wirst du ganz kurz spüren, wie ich mir den mal anschaue... Ich dringe nicht weiter in deine Gedanken vor, ich will nur sehen ob mein Verdacht stimmt.“ Erstaunt nickte sie und als Belial sich das Bild kurz betrachtete, unterdrückte er ein Grinsen. „Ach ja, den Pfarrer kenne ich... der ist übrigens Morgen auch bei Mathilde und Hagiel, da kannst du ihn fragen... aber Catherine?“ Seine zukünftige Schwägerin sah ihn an. „Ja?“ „Mach dir nichts daraus, wenn er dann anders gekleidet ist – auch während der Messe im Petersdom oder wenn er mit Metatron und den anderen aus Paris kommt.“ Catherine klatschte in die Hände. „Oh, wie schön! Ich hoffe nur, dass Kardinal Pasquieu nicht ungehalten darüber sein wird, wenn wir einen einfachen Pfarrer vorziehen.“ Um Belials Mundwinkel zuckte es. „Och, der Kardinal sieht das bestimmt gelassen, wenn ihr Pfarrer Pierre bittet...“ „Oh, heißt er so? Pfarrer Pierre?“
Sariel lachte plötzlich, denn er hatte verstanden. „Cara, Pater Pierre ist ein eher bescheidener Mann und ein ausgezeichneter Seelsorger. Er hat viel gelernt als er seinen Neffen zu sich geholt hat, der Waise geworden ist. Und ich glaube, Julien Dubois hat sich unter der Obhut seines Onkels Pierre Pasqieu recht ordentlich entwickelt.“ Catherine erblasste. „Da... das war Seine Eminenz? Aber... aber der war angezogen wie ein normaler Pfarrer!“ stotterte sie. „Wie gesagt, Pierre ist ein eher bescheidener Hirte und zudem der Meinung - wie er mal zu mir sagte – dass Schwarz ihm einfach besser stehe als Purpur oder rot... und da wäre er vielleicht etwas eitel mit, aber sonst... Du siehst also, Catherine, da wird es keine Schwierigkeiten geben. Wobei... Trauzeuge... hast du schon mal an Julien gedacht? Der ist genau genommen ja Familie, dein Ur-nochmal-einige-ur-dahinter-Enkel.“ meinte Belial. Catherine schüttelte den Kopf. „Bei mir dreht sich gerade so alles und ich kann keinen vernünftigen Gedanken fassen... Entschuldigt bitte alle...“ „Schon gut, aber du weißt, du kannst auf uns alle zählen, Catherine, wir sind Familie – und auch deine Familie! Du wirst eine Bragi und Sariel ist wie mein Bruder – nominell auf der Erde und auch emotional...“ und ihr beide seid das Geburtsexpertenteam unseres Vertrauens! Dr. Rocalli ist ja nicht schlecht, aber mein Bruderherz ist um Längen besser – und mit dir ein absolutes Dreamteam.“ stellte Selvaggia klar.
„Aber gestatte die Frage, Lucifer: Wie kommst du darauf, dass wir im Petersdom heiraten wollen?“ „Ich habe heute Morgen einen Anruf von Rodrigo gekriegt, offenbar haben Astaroth und Euangelion schon mal vorgeplant und dachten wahrscheinlich, dass ihr deine Wahlheimatstadt wählen würdet und Euangelions erster Anruf wegen eines möglichen Termins für eine Trauung im Petersdom galt daher Marco, Rodrigos Sekretär... du weißt ja selber, dass Astaroth, Marco und Euangelion inzwischen irgendwie gute Freunde geworden sind.“ „Mist... jetzt erwartet Rodrigo also, dass wir hier heiraten?“ „Ach, ich denke, der wird Catherines Wunsch verstehen... Notfalls darf er unsere kleine Lucia taufen und ich mache bei Asta und Philip Callaghan ein wenig Druck, dass nicht der Erzbischof von Dublin, sondern Rodrigo auch die kleine Aine tauft.“ „Oh, ihr habt euch schon für einen Namen und auch für Kat als Patentante entschieden? Wie schön!“ sagte Sariel erfreut. Ein ärgerlicher Blick von Selvaggia zu ihrem Mann blieb von dem unbemerkt.
„Das mit der Hochzeit in Paris und nicht in Rom klären wir Morgen – beim Mittagessen, da sind Rodrigo und Marco dabei.“ Catherine seufzte erleichtert. „Sehr schön, und dann werde ich Astaroth und Euangelion mal gehörig den Kopf waschen, weil sie meinen über unsere Hochzeit zu bestimmen!“ meinte Sariel ernst.
Die zwei Paare verbrachten noch einen schönen Nachmittag und Abend im Hause Sariels.
Am nächsten Morgen weckte Luciano seine Eltern: „Ich will zum Kindergottesdienst, Papa, Mama, aufstehen!“ rief er fröhlich. Belial stöhnt auf. „Ich fasse es nicht, mein Sohn ist ein Kirchenfan...“ murmelte er. Selvaggia war ganz aufgeregt, genau wie Luciano. „Das ist eine persönliche Einladung vom Papst gewesen, Lucifer!“ flüsterte sie ein wenig ungehalten. „Ja, ja...“ seufzte der Höllenfürst. „Ja, ja heißt „Rutsch mir den Buckel runter!“ fauchte seine Frau möglichst so, dass Luciano es nicht mitbekam. Ohne ein weiteres Wort stand er auf und ging ins Zimmer der Zwillinge. Luca lachte vor Freude als sein Papa sich über ihn beugte. „Na, wenigstens freust du dich mich zu sehen, kleiner Schatz!“ flüstert er und merkte wie auch Sophia-Aurora sich freute. Selvaggia betrat das Kinderzimmer und schnappte sich ihre Tochter. „Machst du Luca fertig?“ fragte sie. Belial nickte. „Ich kümmere mich auch um Luciano.“ antwortete er und gab seiner Frau einen versöhnlichen Kuss auf die Wange.
Überpünktlich kamen sie am Petersdom an. Der Gardist der Schweizer Garde grüßte höflich und der Sekretär des Papstes erwartete sie bereits und brachte sie in den Dom. „Seine Heiligkeit – und auch ich – wir freuen uns schon auf den netten Nachmittag auf Norderney. Wir waren beide noch nie da – Du weißt ja... vorwiegend protestantisches Feindesland...“ schwatzte der Priester munter drauf los. Belial lächelte. „Es ist schlimmer, Marco, die wissen auf der Insel komplett wer ich bin – die „Eingeborenen“ – und finden das völlig in Ordnung.“ Meinte er grinsend. „Oh ja, Hagiel hat von diesem Dämon berichtet, der einst der Vater seiner Frau Mathilde war und im Internet gibt es faszinierende Filme von dem – wahrscheinlich himmlischen Ursprungs – Feuerwerk...“ Belial lachte. „Ja, das war ein Geschenk der Dynameis und Archai an ihren Fürsten – mit höchster Genehmigung...“
„Kann ich in den Kindergottesdienst?“ quengelte Luciano. Bevor Belial darauf antworten konnte, strubbelte der Priester dem Jungen durch die Haare. „Dein Onkel Sariel ist mit seiner Verlobten Catherine da und auch mit Said-Angelo und dein Cousin war noch nicht im Kindergottesdienst und will nicht ohne dich gehen.“ „Oh, aber er muss doch keine Angst haben! Schwester Mary-Luke und Schwester Agnes sind total nett!“ entgegnete der Kleine verwundert. „Das weißt du, weil du die beiden kennst, Luciano, aber er kennt sie ja nicht.“ Luciano überlegte kurz, dann nickte er.
Bei Sariel und Catherine standen Pierre Pasquieu und der Berliner Erzbischof Boch, Metaron mit Cassandra und zu Belials Überraschung auch Rachel und Derek mit den Zwillingen. Christina-Luciana fiel ihrem Cousin gleich um den Hals. „Der Monsignore hat gesagt, wir gehen in den Kindergottesdienst, das wär’ toll.“ hörte Belial sie flüstern und seufzte innerlich auf, als sein Sohn begeistert berichtete. „Und dann muss ich Astaroth und Euanglion die Hammelbeine langziehen, weil sie ohne zu fragen versuchen Catherines und meine Hochzeit zu planen – und völlig entgegen der Wünsche meiner Carine...“ sagte Sariel gerade zu Pierre. „Oh, seine Heiligkeit wird sicher enttäuscht sein...“ äußerte der päpstliche Sekretär sich während Belial Bischof Boch zum Essen nach der Messe einlud. „Sariel und Metatron haben in Mathildes und Hagiels Auftrag, sozusagen, schon eine Einladung ausgesprochen und ich komme gern. Dann sehe ich Norderney auch mal... Wo die liebe Mathilde ja nun zum Protestantismus neigt, wie mir zu Ohren kam.“ antwortete der humorig. „Wir sehen uns dann dort, Roderich. Ich will die Rasselbande mit Marco erstmal in den Kindergottesdienst bringen...“ erwiderte Belial, und sah erstaunt, wie der päpstliche Sekretär Selvaggia Luca abnahm ihr zunickte und bedeutete sich nicht stören zu lassen. Luca sah den Priester aufmerksam an, schaute zu seinem Papa, auf dessen Arm seine kleine Schwester war, dann wandte er den Blick wieder dem päpstlichen Sekretär zu. „Hallo Luca, ich bin Mario, der Sekretär von deinem Patenonkel Rodrigo.“ erklärte der und lächelte, Luca erwiderte das Lächeln. Fröhlich auf ihn einbrabbelnd ließ er sich zum Kindergottesdienst bringen.
Luciano begrüßte die beiden Nonnen herzlich und stellte ihnen sofort seine Cousine und seine Cousins vor. „Jan ist aber bei Tante Tilly und Onkel Hagiel auf Norderney geblieben. Ich habe Tante Cassie gefragt. Und das sind Luca und Sophia-Aurora, mein Bruder und meine Schwester.“ erklärte er nicht ohne Stolz. Die zwei Nonnen begrüßten die Kinder. Schwester Mary-Luke wollte Belial seine kleine Tochter abnehmen, doch das kleine Mädchen wimmerte leise und kuschelte sich an ihn. „Wieso bleiben Sie nicht einfach hier im Kindergottesdienst, Signore Rayne?“ fragte Schwester Agnes. „Ich entschuldige dich bei deiner Frau, keine Sorge, Lucian.“ Meinte der päpstliche Sekretär mit einem fröhlichen Zwinkern, während er Luca in den einen Kinderstuhl setzte. „Oh ja, bitte, Onkel Luci-an..., bleib doch hier!“ bettelte Christina-Luciana, wobei sie noch im letzten Moment die Kurve bekommen und ihn nicht Lucifer genannt hatte.
„Oh ja, wir würden uns freuen!“ meinte Schwester Mary-Luke vergnügt. Letztendlich nickte Belial Mario Botacci zu, da er merkte, dass er sich in den hellen und freundlichen Räumen in denen der Kindergottesdienst stattfand, wesentlich wohler fühlte als in dem überladenen Pomp des Petersdoms. Zu seiner Überraschung gefiel ihm auch die Herangehensweise der beiden Nonnen, obwohl er ihre Nervosität bemerkte. „Kann ich noch ein Armband für Onkel Lucian machen?“ fragte Christina-Luciana irgendwann – es war um das Gebet gegangen und nun wurde ein Gebetsarmband gebastelt. „Natürlich, vielleicht möchte er sich ja auch die Perlen selbst aussuchen.“ Antwortete Schwester Mary-Luke fröhlich.
Am Ende kehrte Belial recht entspannt – ein Holzperlenarmband, von seiner Patentochter angefertigt, ums Handgelenk mit den Kindern zu den anderen zurück und wurde von einer verstimmten Selvaggia erwartet. „Wie konntest du mich nur allein sitzen lassen!?“ „Sariel, Cassie, Metatron und Catherine waren alle da – ich habe dich ja wohl nicht allein gelassen!“ versuchte er sie zu beruhigen. Betont indigniert vermied sie seinen Blick und unterhielt sich mit einigen anderen, bis der Papst und sein Sekretär in weltlicher Kleidung zu ihnen kamen. Gemeinsam brachen sie nach Norderney auf, wo Hagiel und Mathilde sie begrüßten und gleich zu Tisch baten. Während des Essens fand man genügend Zeit die Hochzeit von Sariel und Catherine zu besprechen – die in Notre Dame stattfinden – und bei der der Papst anwesend sein würde. Astaroth – als Astarte an Philips Seite anwesend – war in wenig verlegen, als Sariel sie und Euangelion tadelte, weil sie voreilig gehandelt hatten.
Ansonsten verlief das Essen sehr harmonisch und als das Dessert aufgegessen war, schlugen Hagiel und der Norderneyer Pastor einen Verdauungsspaziergang an den Strand vor. Mathilde lehnte die angebotene Hilfe der Engel ab. „Lasst mal, meinen Haushalt erledige ich allein!“ sagte sie vergnügt. Die Schwangerschaft ließ sie regelrecht aufblühen. Belial beneidete Hagiel fast um seine fröhliche Frau, die nicht mürrisch und streitsüchtig wurde, wenn sie schwanger war.  „Aber ich helfe dir!“ sagte Selvaggia. Mathilde nickte erstaunt. Belial wandte sich an Hagiel – telepathisch – „Ich muss noch ein paar Sachen erledigen und würde gern dein Arbeitszimmer nutzen...“ Der Hausherr nickte überrascht, aber verstehend.
Über Theologie und Unterschiede in Christologie diskutierend machten die Gäste und „Einheimischen“ sich auf den Weg. Belial betrat die Küche, in der Mathilde und Selvaggia gerade dabei waren die Reste des Mittagessens zu beseitigen, um sich einen Kaffee zu machen. "Alles in Ordnung?" fragte Mathilde, als ihre Freundin plötzlich leicht stöhnte und zusammenzuckte. "Ja klar, Maria hat sich gerade nur etwas heftig bewegt." Ihr Mann starrte sie entsetzt an. "Mein Kind wird nicht Ma...ria heißen!" fauchte er seine Frau an. "Maria ist ein sehr schöner Name und hat eine Bedeutung im kath..." "Eben! Du weißt, dass ich deinen Glauben akzeptiere, ich gehe sogar in die Gottesdienste mit dir und ich bat dich zu Gott zu beten und nicht zu diesen bescheuerten Heiligen - weder zu Babsi noch Mary noch Franz oder Hinz und Kunz!" "Maria ist nicht bescheuert." murmelte seine Frau vor sich hin. "Natürlich: Jungfrau Maria - die Mutter Gottes!" spottete der Höllenfürst bitter. "Das ich nicht lache. Sie kann weder eine Jungfrau sein, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht hat, noch ist sie die Mutter von Gott! Zumal sie Jesus geboren haben soll und der war mit Sicherheit nicht Gott! Unsere Tochter heißt nicht Maria!" erklärte der Höllenfürst laut und bestimmend.
"Aber auch nicht Lucia!" meinte Selvaggia. "Warum nicht? Bei Luciano und Luca hattest du auch nichts dagegen, dass eine Namensähnlichkeit zu meinem Namen besteht. Die Bedeutung von Lucia entspricht ..." Sie unterbrach ihren  Mann, was nur sehr wenige wagten. "Bei Jungen finde ich es okay, aber nicht bei Mädchen! Unsere bisher jüngste Tochter heißt ja auch anders. Was also genau hast du gegen Maria?" fragte sie nochmals. "Das habe ich dir eben erklärt! Und mal ganz ehrlich: Wie hört sich das denn an? Die Tochter des Höllenfürsten heißt Maria! Ich bitte dich Selvaggia. Sie wird nicht Maria heißen! Denk doch einfach mal nach!" Seine Frau starrte ihn fassungslos an. "Nachdenken? Soll das etwa heißen ich denke nicht? Ich bin dumm?" schrie die sonst so ruhige Frau. Mathilde stand entsetzt daneben. "Das hat Lucifer bestimmt nicht so gemeint. Hört bitte auf so zu streiten!" bat die Kräuterhexe ihre Freunde. "Du halte dich da raus, das geht dich nichts an!" sagte der Höllenfürst bedrohlich zu Mathilde. "Und zu dir, hör mal zu was man sagt! Ich habe nicht gesagt, dass du dumm bist! Es geht einfach nur darum, dass du einsiehst, wie unpassend der Name Maria für die Tochter des Höllenfürsten ist." Selvaggia starrte ihn schweigend an. "Ich finde Maria, nach wie vor schön und..." Belial schlug mit der Hand auf den Tisch. "Ich sage es jetzt zum letzten Mal: Unser - Kind - heißt - nicht - Maria!" brüllte er jedes Wort einzeln betonend. "Dann nennen wir sie halt Lilith." rutschte der Hexe in ihrem Zorn heraus. Belial erstarrte. "Das hast du nicht gesagt?" keuchte er und fegte einen Stapel Teller, der auf der Küchentheke stand herunter, so dass diese in tausend Scherben zersprangen. Die beiden Frauen zuckten zusammen. "Jetzt bist du eindeutig zu weit gegangen! Ich muss hier raus, das letzte Wort zu dem Thema ist noch nicht gesprochen." drohte er und wollte verschwinden.
Er wurde jedoch aufgehalten. Sandalephon stand vor ihm. "Warte Lucifer!" bat dieser. "Hört auf so zu streiten! Vater und ich haben euren Streit im Himmel mitbekommen und ich bat ihn eingreifen zu dürfen! Selvaggia, ich nehme mal an, den letzten Satz hast du so nicht gemeint?" Die Hexe nickte heftig. "Ja, das ist richtig! Lucifer, das musst du mir glauben! Bitte! Es tut mir leid! Das ist mir im Zorn so rausgerutscht!" sagte sie traurig. "Ich liebe dich, Lucifer!" entschuldigte sie sich aufrichtig und wollte ihn umarmen, was er jedoch im Moment nicht zuließ. "Ist okay, Selvi. Ich liebe dich auch. Nur im Moment möchte ich nicht hier sein. Ich brauche erst mal Zeit." Selvaggia nickte sehr traurig. "Was haltet ihr von Linnea - das hat die Bedeutung Moosglöckchen?" sagte der eben erschienene Engel. Die werdenden Eltern sahen ihn an. Dann einander. "Der Name ist echt schön!" sagten beide aus einem Mund. "Na dann wäre das ja geklärt. Und jetzt vertragt euch wieder. Vater wird nicht zulassen, dass ihr euch wegen eines Namens so streitet. Solltet ihr euch nicht wieder vertragen, wird er euch selbst in den Himmel zitieren."
Die beiden Streithähne nickten. Belial verließ die Küche. Sandalephon folgte ihm. "Lucifer, bist du Selvaggia jetzt sehr böse?" Belial seufzte. "Du weißt sie hat es nicht so gemeint, sondern nur im Zorn gesagt." versuchte der von Gott geschickte Engel ihn zu besänftigen. "Ja, ich weiß Sandalephon. Selvi ist in jeder Schwangerschaft zickig und verletzend. Das bin ich schon gewohnt. Ich liebe sie und unsere Kinder. Die Entschuldigung wird akzeptiert, aber es... tat weh." sagte er traurig." Während der Höllenfürst sich noch eine Weile mit Sandalephon unterhielt, waren die beiden Frauen noch in der Küche. "Sag mal bist du bescheuert?" fragte Tilly ihre Freundin wütend. "Dir hätte von Anfang an klar sein müssen, dass Maria nichts für Lucifer ist! Wie kann man sich nur wegen eines Namens so streiten? Und dann auch noch Lilith vorschlagen." keifte Mathilde ihre Freundin an. "Ja, ich weiß. Das ist mir einfach so rausgerutscht. Ich sollte mich wohl irgendwie mit Lucifer gut stellen." antwortete Selvaggia traurig. "Tja, das denke ich auch! Und außerdem solltest du wohl wirklich mal über Sandalephon als Pate nachdenken, denn ich vermute mal, er versucht gerade Lucifer versöhnlich zu stimmen!" Selvaggia nickte traurig und verließ die Küche ohne ein weiteres Wort. Als sie ihren Mann und Sandalephon entdeckte, fragte sie leise: "Können wir nach Rom zurück? Ich würde mich gern hinlegen. Besorgt sah der Höllenfürst seine Frau an. "Geht es dir nicht gut? Ist alles in Ordnung? Soll ich Sariel oder Raphael bitten dich mal durchzuchecken?" fragte er.
Selvaggia schüttelte den Kopf und konnte nicht verhindern, dass ihr plötzlich Tränen die Wangen hinunter rannen. "Ich bin einfach nur müde und ich... bin etwas erschöpft." flüsterte sie. Sanft drang er in ihre Gedanken ein und seufzte leise. "Ach, mein kleiner süßer Hausdrachen. Würde ich dich nicht so sehr lieben und irgendwie verstehen, dass es dich ein wenig reizbarer macht, wenn du mit einem Mädchen schwanger bist, wäre ich jetzt richtig verärgert. Aber dir, mein Liebling, kann ich gar nicht wirklich lange böse sein." Er zog sie in seine Arme und küsste sie sanft auf den Scheitel. "Ich liebe dich, selbst dann, wenn du Gift und Galle spuckst." neckte er sie.
Sie sah mit einem scheuen Lächeln zu ihm auf. Er las die Frage in ihrem Gesicht und nickte. Selvaggia wandte sich an Sandalephon. "Wenn du möchtest... also Lucifer und ich würden uns freuen, wenn du der erste himmlische Pate unseres Moosglöckchens wirst, Sandalephon. Immerhin hast du ja auch ihren Namen schon ausgesucht, den sie von dir bekommt und... da er uns beiden gefällt, Lucifer und mir, wäre das auch ein kleiner Dank." Überrascht sah der Seraph die beiden an. "Es wäre mir ein große Ehre, Linneas Patenonkel zu sein, ich danke euch - wobei... ich habe ja nicht den gleichen freien Willen wie einige andere von unseren Brüdern... also solltet ihr anders entscheiden, ist das für mich... akzeptabel." "Nein, Sandalephon - außerdem hast du schon damals, wegen Luciano den Babypflegekurs gemacht, den ich verlangt habe - ehrlich gesagt um euch abzuschrecken und daher weiß ich, dass wir, Selvi und ich, uns ganz darauf verlassen können, dass "Onkel Sam" ab und zu mal Babysitter spielt - nicht nur bei Linnea..." meinte Belial mit einem etwas fiesen Grinsen. Der Seraph lächelte. "Jederzeit, fragt und ich werde mir notfalls die Zeit freischaufeln..." sagte er mit einem Lächeln. "Ihr entschuldigt mich? Ich habe noch einiges zu tun..." Belial nickte. "Und nochmal danke..." flüsterte Selvaggia als Sandalphon verschwand.
"Willst du wirklich schon nach Rom zurück oder verlassen wir uns darauf, dass die anderen auf Luciano achten, die Zwillinge... ach, ich denke um die kann auch mal "Onkel Rodrigo" oder "Tante Rachel" sich kümmern und wir kuscheln zu zweieinhalbt...?" "Zu was?" fragte Selvaggia verblüfft. Belial schmunzelte. "Zu zweineinhalbt - wir beide und unser halbes Persönchen, unsere kleine Linnea..." Sie kicherte. "Das wäre schön, dann weiß sie, dass sie geliebt wird... Ich bin sicher, sie weiß schon fast ziemlich genau, wann immer sie deine Stimme hört, dann wird sie irgendwie immer ganz still... Fast so hat es auch mal Rachel beschrieben, das wäre immer so gewesen als würden die Zwillinge - ihre Zwillinge -  in ihrem Bauch immer gelauscht haben, wenn du da warst und gesprochen hast." Er grinste. "Wunderbar... Linnea wird ein Papakind..." Sie lachte. Gemeinsam zogen sie sich in das von ihnen immer auf Norderney benutzte Gästezimmer zurück, während Belial Sariel, Metatron, Kat, Derek und Hagiel darüber informierte, dass Selvaggia Ruhe bräuchte und er bei ihr bliebe. "Schlaft gut - wir kümmern uns um die Kinder, Onkel." hörte er seine Patentochter belustigt.
 
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