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Near, Far, wherever you are

KurzgeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P12
Mello Near OC (Own Character)
07.03.2020
08.04.2020
14
31.158
6
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07.03.2020 1.059
 
Near, far, wherever you are
I believe that the heart does go on
Once more you open the door
And you're here in my heart
And my heart will go on and on

My Heart Will Go On - Celine Dion



Dezember 2012


Alles fing mit diesem Film an. Es war an einem Samstagabend, irgendwann kurz vor Weihnachten. Schnee fiel aus den Wolken und vorbei an unserem Wohnzimmerfenster, um sich auf den Gartenzaun und die Wiese hinter dem Haus zu legen, wie eine dicke, kalte Decke. Ich erinnere mich noch daran, als wäre es gestern gewesen. Ich erinnere mich sogar an den kratzigen, graublauen Wollpulli, den ich trug, dessen Ärmel mir bis über die Finger reichten. Meine Mum hatte es irgendwie geschafft, mich mit heißer Schokolade und Keksen von meinem Buch wegzulocken. Vor den Fernseher. Eigentlich hasste ich Fernsehen, ich tat das so gut wie nie. Aber – warum auch immer – setzte ich mich an diesem Abend zu meiner Mum auf die Couch, um den Film zu sehen.

Wir schauten dem großen Dampfschiff dabei zu, wie es aus dem Hafen fuhr. Über den weiten, weiten Ozean. Aber es sollte sein Ziel nie erreichen, das wusste ich. Es würde sinken, das war eine unheimliche Gewissheit. Trotzdem fieberte ich dem Ende entgegen, als könne ich nur durch meine Verbissenheit dieses Unglück abwenden.

Und dann war da diese Melodie. Dieses Lied. Es ließ mein Herz stocken, ließ es stolpern. Was war das für ein Gefühl? Plötzlich spürte ich Tränen in mir aufsteigen. Diese unendliche, bodenlose Traurigkeit. Und die Gewissheit, dass etwas fehlte. Dass ich etwas Wichtiges verloren hatte.

„Liebes, was hast du? Fanny?“, meine Mum strich behutsam über meine Wange, um ein paar Tränen abzuwischen, „Ist es wegen…“ Sie deutete vage zum Fernseher, „Soll ich abschalten?“
„Nein“, ich schüttelte energisch den Kopf und schluckte hart, „Dieses Lied… Ich… ich…“ Tränen rannen erneut aus meinen Augen, schneller, heftiger. Ich vergrub mein Gesicht in den Händen. Dieses Lied drang direkt in meine Eingeweide, schüttelte mein Innerstes durcheinander…

Es waren die Worte, die mich so sehr aufwühlten. Near, far, wherever you are… Was bedeuteten sie? Was… Halb nahm ich wahr, wie ich von der Couch zu Boden sank, aber ich sah nichts mehr… Ich hörte nur noch diese Melodie, nur noch diese Worte hallten in meinen Ohren wider…
“F?”
Eine Stimme. Wer sprach mit mir?
„F!“
Sie klang vertraut… und doch… ich wusste nicht, wer…
„F, träumst du schon wieder?“
„Fanny! Fanny, komm zu dir!“, meine Mum schüttelte meine Schultern.

Erst spät fand ich etwas Schlaf, und der war nicht besonders erholsam. Ich wälzte mich stundenlang von einer Seite auf die andere, wachte hin und wieder auf, und die Bilder, die ich in meinen Träumen sah, waren verwirrend. So seltsam. Ich konnte keinen Sinn darin erkennen. Ich träumte von Würfeln, die über den Boden kullerten. Ich träumte von einem riesigen Kartenhaus, es fiel in sich zusammen. Und ich träumte von Puzzleteilen. Verzweifelt versuchte ich, sie zu einem Bild zusammen zu fügen, doch keines der Teile passte zu einem anderen.


Am nächsten Morgen setzte ich mich kurzentschlossen an meinen PC. Ein Glück waren Weihnachtsferien, deshalb konnte ich, wenn ich wollte, den ganzen Tag in meinem Zimmer verbringen und lesen. Doch zuerst wollte ich herausfinden, was es mit dem Lied auf sich hatte. Warum hatte ich so seltsam darauf reagiert? War ich so von Jack und Rose mitgerissen worden, dass mich meine Emotionen schließlich überwältigt hatten? Wenn ich ehrlich zu mir war, hatte der Film an sich nichts Besonderes bei mir ausgelöst. Klar, er war tragisch, aber es gab Bücher, die mich viel mehr Rotz und Wasser hatten heulen lassen. Irgendetwas war mit diesem Lied… dessen war ich mir sicher. Nur… was?
Akribisch sammelte ich Informationen, stellte mir eine Datei zusammen. Druckte mir den Songtext aus. Ich sah mir das Musikvideo bestimmt fünfmal an. Jedes Mal mit demselben Ergebnis, nämlich dass mir die Tränen in Strömen übers Gesicht liefen. Da war dieses Gefühl, dieses widerliche Gefühl, etwas verloren zu haben. Dass mir etwas fehlte. Verlust. Und das war unerträglich. Ich wollte wissen, was das war. Aber ich fand keinen Hinweis darauf, was.

Aber ein paar Dinge wurden mir trotzdem klarer, darum schrieb ich sie auf, um sie nicht zu vergessen:
- Das Schiff, auf dem Celine Dion sang, war nicht echt, es war eine lausige Animation. Oder ein lausiges Modell. Auch der Abendhimmel sah viel zu unecht aus.
- Mein Haar war zwar auch rot, aber lange nicht so schön wie das von Rose. Ich verspürte einen leichten Anflug von Neid in mir aufkeimen.
- Gesten Abend hatte ich diese mysteriöse Stimme gehört. In meinem Kopf. Was hatte die zu bedeuten? Wurde ich einfach nur verrückt? Oder gab es eine andere Erklärung?
- Es war diese eine Stelle, die mich emotional am stärksten mitnahm, wie ich anhand der Heftigkeit meines Tränenflusses feststellen konnte: Near, far, wherever you are…
- Ich hatte eine ganze Menge Taschentücher verbraucht.

Nur hatte ich keinen blassen Schimmer, warum das so war.

Mein Name ist Fanny Price. Ich bin 17 Jahre alt, besuche eine Oberschule in London und führe ein ganz stinknormales Leben. Am liebsten lese ich, man könnte sagen, dass ich nahezu süchtig nach Geschichten bin. In jeder freien Minute steckt meine Nase in einem Buch. Aber sonst ist nicht viel Besonderes an mir. Bla, bla, bla. Und wenn ich tatsächlich so unscheinbar und normal wäre, hätte ich wohl keinen Grund dazu, euch davon zu erzählen, oder?

Falls euch dieses erste Kapitel meiner Geschichte also nicht zu sehr abgeschreckt hat, erzähle ich euch gerne, wie es weitergeht…


***  ***  ***  ***  ***


Hello :) Das Einhorn schlägt mal wieder zu, diesmal im Death-Note-Universum!

Ich weiß, der Titel klingt ziemlich kitschig – aber entgegen meiner Erwartungen hat sich eine recht coole Story mit spannendem Plot aus meinen ersten Ideen (die einfach nur auf einem lustigen Wortspiel basierten) entwickelt. Klar, das hier ist als Romanze gedacht – aber es ist weitaus weniger kitschig geworden, als es auf den ersten Blick scheint. Zumindest werde ich mich darum bemühen.

Konstruktive Kritik & Rückmeldungen wie es euch denn gefallen hat sind natürlich immer erwünscht!
Die Zeitangaben orientieren sich am Anime (was das Wikia sagt…). Ob ich einen regelmäßigen Upload-Rythmus hinbekomme, kann ich leider nicht versprechen... Von den geplanten 13 Kapiteln sind 8 sogut wie fertig, trotzdem kann ich mögliche Lieferengpässe aufgrund von Arbeitsleben nicht ausschließen.

Viel Spaß & glg
twu :)
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