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Let's Play - Jagd nach dem Arkenstein

von Calmacil
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
06.03.2020
18.03.2021
20
60.665
6
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
06.03.2020 2.129
 
Zu aller erst: Alle genannten Figuren/Orte sind geistiges Eigentum von J.R.R Tolkien bzw. Peter Jackson. Ausgenommen sind meine OCs. (Wir kennen den Spaß mit Disclaimern ja^^)

Und damit Hallo zusammen^^
Ausnahmsweise mal ein ganz kleines Vorwort von mir, bevor es losgeht.

1. Das moderne Setting ist technisch auf unserem Stand, abgesehen von dem Spiel selbst. Das ist technisch deutlich über dem Niveau, dass wir haben. Das ist aber die einzige Ausnahme.  
2. Die reale Welt spiegelt unsere Welt wider. Die RPG Welt ist Mittelerde wie es leibt und lebt. Daher kann es sein das NSCs (Nicht-Spieler-Charaktere) sich zwar so vornehm/ altmodisch ausdrücken, wie wir es von den Figuren gewohnt sind, einige Spieler aber mit der heutigen Ausdrucksweise darauf reagieren. Es werden dort auch Orte & Städte auftauchen, die es eigentlich nicht gibt, um die Welt des Spiels ein bisschen größer zu machen.

Das wars auch schon. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen :)
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Ein ganz normaler Abend. Die Arbeit war endlich erledigt und man konnte sich der freien Zeit hingeben. Einige Leute gingen aus, um sich mit Freunden zu treffen oder um Neue zu finden. Andere blieben in den eigenen vier Wänden oder luden ihre Freunde in eben jene ein. Und wieder andere trafen ihre Freunde lieber Online. Für die Gamer Szene war dies jedoch ein besonderer Abend. Die Gildenwettkämpfe im beliebtesten RPG der Welt würden an diesem Abend beginnen. Für einige nicht mehr als ein weiteres Feature des Spiels. Für andere bedeutete es mehr. Denn aus den Ergebnissen dieser Kämpfe entstand die Rangliste. Man konnte sich durchaus etwas darauf einbilden, sollte man es schaffen auf dieser Liste zu landen. Jeder Spieler hatte seine eigene Art sich auf solche Dinge vorzubereiten. Oder dies eben nicht zu tun. Auf der ganzen Welt saßen Sie nervös vor ihren Headsets, bevor sie in die digitale Welt abtauchten. Andere loggten sich nur ein, um die Kämpfe zu sehen. Und wieder andere beobachteten die Kämpfe von ihrem PC aus, ohne selbst in die Welt einzutauchen.

Auf der Website des Spiels lief unübersehbar ein Timer ab. Sobald er auf Null springen würde mussten alle beteiligten Spieler anwesend sein. Oder sie waren ohne einen Kampf draußen. Ein paar Spieler würde dieses Schicksal treffen. Die hätten es, vermutlich, aber auch nicht weit im Turnier geschafft. Für einige war dieses Spiel jedoch wichtiger als ihr reales Leben. Andere wollten einfach ihre Lieblingsgilde kämpfen sehen. Weniger als zehn Minuten verblieben und auf den Straßen eilten einige Leute in ihre Wohnungen oder bekamen schlichtweg Panik. Ein paar fingen sogar an lautstark zu fluchen. Andere waren eingenickt und schreckten nun panisch von einem Wecker hoch und loggten sich in ihrem Schlafanzug ein. Ein Großteil der Kämpfer war allerdings bereits eingeloggt. Strategien wurden besprochen, Ausrüstungen überprüft und was es eben so zu tun gab. Gildenmeister versuchten ihre Freunde zu beruhigen oder verfielen selbst in Panik. Hätte man die Leute in der realen Welt gefilmt wäre eine wundervolle Unterhaltungsshow daraus geworden. Leider hatte daran niemand gedacht.

In einem großen Bürokomplex brannte ebenfalls noch Licht und an die 100, wenn nicht sogar 200 Mitarbeiter liefen eilig hin und her. Auch sie würden diese Kämpfe sehen. Jedoch aus beruflicher Natur. Manuelle Schiedsrichter sollten verhindern, dass es im Nachhinein zu Streit unter den Spielern kam, auch wenn der Algorithmus einwandfrei funktionierte. Die Leute vertrauten ungern einer Maschine allein. Dabei war die unparteiischer als jeder Mensch. Ein Team von Programmierern und Technikern stand bereit, um jede mögliche Komplikation innerhalb von Sekunden lösen zu können und darauf zu achten, dass der Server nicht zusammenbrach. Das war zwar noch nie passiert, aber das Spiel war nicht so beliebt und erfolgreich, weil sie auf gut Glück an solche Dinge herangingen. Es gab für alles immer mehr als einen Notfallplan. Der Gründer und Kopf hinter dem Spiel würde ebenfalls zusehen. Es war seine Welt, seine Schöpfung. Da war das Interesse selbstverständlich. Zumal er den Spielern bald etwas ganz Besonderes präsentieren wollte.

Seit Monaten hatte sich jeder der mit dem RPG etwas zu tun hatte auf dieses Ereignis vorbereitet. Spieler hatten Erfahrungspunkte, Gold und Waffen gesammelt. Gilden hatten zusammen geübt, Strategien entwickelt und die Gegner eifrig studiert. Die Techniker dagegen hatten Unmengen von Sicherungen erstellt, Spielerprofile gesichert und gefühlte Kilometer an neuen Quellcodes geschrieben. Eine neue Arena wurde eigens dafür entworfen, das normale Spiel musste trotzdem normal weiterlaufen können und neben all dem wurde an der großen Jubiläumsüberraschung gearbeitet, deren Deadline unaufhörlich näher gerückt war. Überstunden hatten an der Tagesordnung gestanden. Mit dem Ende der Kämpfe würde der neue Teil der Online Welt endlich an die Spieler bekannt gegeben. Sämtliche Tests und Betaphasen waren abgeschlossen, Trailer geschnitten und alles war doppelt und dreifach geprüft worden. Nach all dem waren die Angestellten Urlaubsreif. Und wie schwierig war es erst gewesen neugierige Nasen daran zu hindern irgendwelche Informationen zu sammeln. Man sollte kaum glauben wie viel Interesse Hacker und Reporter an einem Spiel zeigen konnten.

Die letzten fünf Minuten vor Turnierbeginn waren angebrochen und auf einem Handy landeten nun Nachrichten wie im Sturm. Darunter waren auch ein paar Sprachnachrichten, für die sie den Absendern im normalen Fall ordentlich den Kopf gewaschen hätte. Der heutige Tag bildete allerdings eine Ausnahme. Zum Wohle aller würde sie diese Nachrichten jedoch niemals abhören. Das Gerät kam mit Brummen und Summen gar nicht mehr hinterher. Lachend schüttelte die Eigentümerin den Kopf und verknüpfte das Handy via Interface mit dem Spiel. Die Kommunikation der Gilden lief oft extern ab. Das war einfacher und sämtliche Geräte leicht mit dem Spiel zu koppeln. Welches Programm man dafür nutzte war einem selbst überlassen. Natürlich hatte das Spiel eine eigene Kommunikation und sogar einen, beinahe schon altmodischen, schriftlichen Chat. Die konnten dann aber alle Spieler hören. Für eine taktische Lagebesprechung also ungeeignet. Sobald man sich eingeloggt hatte war es nicht mehr als ein Befehl und das Spiel wechselte zwischen Gruppen und Öffentlichem Chat hin und her. Der schriftliche Chat wurde eher für Einladungen in eine Gilde oder zu einem Co-Op Abenteuer genutzt. Es hatte beinahe etwas von Emails.

Schmunzelnd trat sie dem gespeicherten Chat bei und der Schalk lag deutlich in ihrer Stimme. „Sind wir etwa nervös, oder wieso bombardiert ihr mich so? Sagt nicht, ihr vermisst mich.“ Sie hatte die Kopfhörer ins Ohr gesteckt und ihr Handy in weiser Voraussicht an eine Steckdose gehangen. Das fehlte noch, dass mitten im Kampf der Chat zusammenbrach. „Nervös? Wir haben noch vier Minuten und 20 Sekunden und du bist nicht da, sondern reißt dumme Witze.“ „Beeil dich Chef!“ „Ich glaube das jetzt nicht.“ Die Stimmen drangen an ihr Ohr und klangen zum Teil leicht wütend, zum Teil aber auch einfach nur fassungslos. Ihr Lachen hallte an alle Ohren im Chat. Die sollten es eigentlich besser wissen. Sie hatte die Gruppe noch nie hängen lassen. „Kriegt euch ein ihr Riesenbabys. Ich bin ja hier. Ich hatte nur keine Lust mir in die Hose zu pinkeln. Im Gegensatz zu euch kann ich mir keine Flasche ans Bein binden…“ Mit einem kleinen Plumpsen landete sie in ihrem Stuhl und kümmerte sich um den Rest der Elektronik. Das Spiel war zum Glück so konstruiert, dass der letzte Trottel es ohne Probleme starten konnte. Und sie war alles andere als dumm.

„Ekelhaft.“ Drang es von einer weiteren, ziemlich tiefen Stimme an ihr Ohr, während irgendwer über den Spruch lachte. Wer genau war schwer zu sagen. Kopfschüttelnd setzte sie das an einen Fahrradhelm erinnernde Konstrukt auf. Nur das an diesem hier einiges an Kabeln hing. Einer der Gründe warum sie immer allein zuhause spielte. Das musste unglaublich dämlich aussehen. „Wir können die Unterschiede unserer Geschlechter und die Vorteile, die es hat, ein Mitglied der männlichen Rasse zu sein, wenn es um die Nutzung der Toilette geht, gerne ein anderes Mal besprechen. Zum Beispiel nachdem du dich eingeloggt hast! Dreieinhalb Minuten.“ Sie waren alle ein wenig nervös, daher nahm sie es ihren Freunden nicht übel. Doch nach der Ansage waren alle am Lachen. Erneut den Kopf schüttelnd und vor sich hin kichernd klappte sie die VR-Brille nach unten und startete somit sie das Spiel.  Als ob sie sich nach all den Vorbereitungen nun den Kampf entgehen lassen würde. Das hätte sie sich selbst nicht verziehen. Die Zeit hätte sie dann ebenso gut zum Fenster rauswerfen können.


Willkommen in Arda.

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Spiel wird fortgesetzt. Willkommen zurück Raven.


Sie haben sich zum Gildenkampf angemeldet. Nach dem Kampf können sie an ihrem letzten Standort weiterspielen. Viel Glück. Und genießen sie das Spiel.

Der Kampf beginnt in 2:15


Die Frauenstimme war verschwunden und sie blinzelte mehrmals, um sich wieder an die Spielwelt zu gewöhnen. Es war immer ein wenig Merkwürdig plötzlich durch einen Charakter zu gucken, während man gemütlich in einem Chefsessel saß. Und die Figur tatsächlich nur über die Gedanken und bestimmte Befehle zu steuern. „Na endlich.“ Erleichterung klang in der weichen, angenehmen Stimme mit. Sie konnten ihre Gilde nicht sehen. Man wartete allein. Irgendwo in der Matrix des Spiels, wenn man das so nennen wollte. Auf das eigene Inventar konnte man dennoch zugreifen. „Entschuldigt Jungs. Ich wollte euch nicht nervös machen.“ Sie seufzte schwer. Natürlich hatte sie die Zeit nicht vergessen und das mit dem auf die Toilette gehen war nur ein böser Witz gewesen. Hatte aber ganz lustig geendet. Sie sah nur keinen Sinn darin sich bereits eine halbe Stunde vorher anmelden, nur um dann in dieser schwarzen Matrix zu hocken. Vor allem wenn sie wusste, dass sie sich in unter einer Minute anmelden könnte, wenn es sein müsste. „Schon gut.“ „Bist ja da.“ Die Stimmen überlappten sich leicht aber waren trotzdem gut zu verstehen. Als wären sie in ein und demselben Raum. Manchmal gab es ein paar Störungen, doch das Problem schienen die Entwickler mittlerweile behoben zu haben.

„Ist alles klar?“ Sie warf einen letzten Blick in ihr eigenes Menü. Doch die Ausrüstung hatte sie bereits vor einer Woche optimal eingestellt und seitdem nichts mehr verändert. Die Kontrolle war eher für ihre Nerven. „Alles klar Boss. Wir sind bereit.“ Sie nickte und lächelte. Noch eine Minute.  Die leicht elektronische Stimme machte es nicht besser sich zu entspannen. „Wir schaffen das. Wir machen hier mit, um zu gewinnen. Nichts anderes.“ Zustimmende Worte und Geräusche waren im Chat zu hören. „Wenn wir gewinnen gehen wir feiern!“ Sie lachte daraufhin. „Das war der Plan. Also konzentrier dich, sonst kannst du allein überteuerten Alkohol trinken gehen.“ Sie grinste unter ihrem Headset. „Ja, Mum!“ Sie lachten alle laut los und vor ihrer alle Augen lief der Timer nun in die letzten 30 Sekunden. Zur Erinnerung. Dies ist ein externes Event. Ihre Gewinne werden in das Hauptspiel übertragen. Bei einer Niederlage verlieren sie ihre Figur jedoch nicht. Bitte bewahren sie trotz der Hitze des Gefechts Abstand von Beleidigungen jeglicher Art.

„Pfff. Das glauben die doch selbst nicht. Das wird ein wahres Fluch-Konzert. Die Leute beleidigen einen doch so schon, wenn ihnen danach ist.“ Die Stimme des jungen Mannes klang ziemlich belustigt. „Benimm dich. Ich hab keine Lust, dass wir einen Report bekommen. Die Gilde ist nicht vorbestraft und das soll so bleiben.“ Sie wusste er machte nur Spaß, aber es war ihr dennoch ernst damit. Und es war ihr herzlich egal, dass sie gerade wieder wie eine Mum  klang. 15.  „Ich weiß. Ganz ruhig. Du wirst nervig, wenn du nervös bis.“ Sie rollte mit den Augen. Sie konnte sich bildlich vorstellen, wie er ihr die Zunge rausstreckte. Erwachsenes Kleinkind. Wobei das auf die ganze Gruppe zutraf. Inklusive ihr selbst. 9.  „Also. Jungs, ich hab euch lieb aber genug gescherzt jetzt. Wir haben ein klares Ziel. Den Sieg. Lets play, unser Spiel, unser Glück. Macht sie kalt.“ Die anderen Gildenmitglieder widerholten das, wie einen Schlachtruf und damit sprang der Timer auf 0.

Die Schwärze verschwand und sie fanden sich in der Arena wieder. Ein Kraftfeld hielt die Spieler jedoch noch an Ort und Stelle. Die Entwickler hatten ganze Arbeit geleistet. Es erinnerte ein wenig an das Kolosseum, wirkte aber viel größer, pompöser und anstelle von einfachem Sand würde der Boden sich mit jedem Kampf in ein anderes Terrain verwandeln. So hatte niemand einen Vorteil. Und obwohl die Welt eher mittelalterlich war, konnte man eine digitale Schalttafel mit den Teamaufstellungen sehen. Auf den Tribünen saßen tatsächlich Zuschauer. Zum Teil sicher NPCs. Ihre Charaktere lächelten sich an und sie gab ihnen ein Handsignal, da kam auch schon die Durchsage. Schwarze Federn vs. Seelennarbe.  Sieg durch vollständiges K.O. der gegnerischen Gruppe. Kampf beginnt in 5…4…3…2…1… Das elektronische Startsignal drang durch die virtuelle Welt und die Figuren konnten sich frei bewegen. Die Schlacht begann und unter ihren Füßen veränderte sich der Boden. Die Rangkämpfe der Gilden hatten offiziell begonnen.
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