LOVE POISON [THE WITCHER] - Jaskier X Geralt

von YumiYusei
KurzgeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Geralt von Riva Rittersporn Yennefer von Vengerberg
06.03.2020
26.03.2020
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„Yennefer! Wartet! So wartet doch!" rief Jaskier der Magierin nach, als er sie einholte, an ihr vorbeiging und ihr im Flur den Weg versperrte.

„Was noch?" fragte Yennefer mehr als gereizt „Wie ich bereits sagte. Ich kann dagegen nichts tun, nur Ihr und das ist mein voller Ernst und nichts als die Wahrheit. Es gibt kein anderes Gegenmittel. Ihr habt also was Ihr wolltet."

„Ich bin mir nicht sicher ob es wirklich das ist was ich wollte..." gab Jaskier befangen als Antwort, ehe er wieder etwas entschlossener aufsah zur Magierin, aber dennoch leicht zauderte, weswegen Yennefer ihn abwartend und genervt anstarrte.

Jaskier gab sich einen Ruck. Er tat das wirklich nur sehr ungern, ausgerechnet Yennefer um etwas zu bitten und er würde sie sogar auf Knien anflehen, was von seiner Verzweiflung und Furcht zeugte.

„I-ihr... habt nicht zufällig einen Vergessenszauber oder Trank in Petto? ... der alles Rückgängig macht, also alles was in den letzten Stunden passierte und in den folgenden noch passieren wird, vergessen lässt?" wagte Jaskier nun zu fragen, weil eine unbändige Befürchtung und Angst ihn dazu trieb.
Yennefer stieß nur ein abfälliges Lachen aus „Womit wollt Ihr mich bezahlen? Ich bezweifle, dass Ihr Euch meine Dienste leisten könnt."

Jaskier schürzte widerspenstig die Lippe, aber er überwand sein Schweinehund und sagte dann mit sanfter, gefühlvoller Stimme „Bitte.... Ich flehe Euch sogar darum an."

Kurz bedachte Yennefer den Barden und für einen winzigen Augenblick, glaubte Jaskier in ihren teuflischen, veilchenfarbenen Augen Sanftheit, Betroffenheit, Mitgefühl und Verständnis aufflackern zu sehen, doch dieser Augenblick verschwand so schnell wie ein Wimpernschlag. Und ehe Jaskier sich versah, hatte Yennefer einen Satz nach vorne gemacht, ihn gepackt und an die nächstbeste Wand gefeuert. Jaskier knallte unsanft und völlig unerwartet und daher komplett überrumpelt mit dem Rücken an die Wand.

„Oh...ah...ow ow... Verzeihung das ich fragte!" stieß der Barde hervor, während Yennefer direkt vor ihm stand und ihn verurteilend anstarrte.

Ihre Augen strahlten nun wieder die altbekannte Kälte und Abneigung aus. Doch irgendwie erkannte Jaskier in ihren Augen und in ihrer Stimme auch Schmerz, der verschleiert war von Zorn und Abfälligkeit. Sie nagelte den Troubadour an der Wand fest und Jaskier schluckte schwer, als sich ihr Knie bedrohlich und schmerzlich gegen sein empfindliches Unterleib drückte.

„Habt Ihr nicht schon genug mit Zaubern und Tränken angerichtet, mh?" entgegnete sie belehrend.

„J-ja... aber... i-ich..." setzte Jaskier an, aber ihm fehlten die Worte und die bedrohliche Nähe Yennefers verschlug ihm die Sprache.

„Was ist los, Jaskier?" begann Yennefer in absolut scharfem Ton „Das habt Ihr doch gewollt und mit dem Trank bezwecken wollen und Ihr könnt mir nicht sagen, dass Ihr Euch den Konsequenzen nicht bewusst wart. Es war abzusehen und Ihr hättet damit rechnen müssen, andernfalls seid Ihr wirklich ein noch größerer tölpeliger Narr und Idiot als ich angenommen hatte. Viel Erfolg dabei den mächtigen Hexer zu beglücken!"

„Ich hatte nur nicht erwartet, dass Ihr nicht allzu bestrebt seid Geralt von seinem Leid zu erlösen und das Feld einfach so mir überlasst...." gestand der Barde.

„Wie ich sagte, ich kann dagegen rein gar nichts tun und ich bin absolut nicht mehr an dem Hexer interessiert.... Er gehört ganz Euch, viel Erfolg dabei. Nun könnt Ihr Eure vulgäre, obszöne Ader ausleben und poetisch von Eurem Liebesritt dichten, wie Ihr, der große Troubadour Rittersporn, die mächtige, unzähmbare Bestie, den Wolf gezähmt und gebedingt habt. Ich wette Euch fällt großartige Lyrik und Poesie dazu ein." spottete und höhnte Yennefer.

„Ist das nun Eifersucht oder Zynismus, weil Ihr mir den Sieg nicht gönnt und eine schlechte Verliererin seid? Denn ich glaube Euch nicht, dass Ihr nicht mehr an dem Hexer interessiert seid. Das ist eine Lüge." erwiderte Jaskier mit stachelnder Unschuld.

Yennefer lächelte nur wieder verbissen und mordlustig „Wenn es Zynismus wäre und ich eine schlechte Verlieren wäre, wie Ihr sagt, dann würdet Ihr bereits mit aufgeschnittener Kehle hier im Flur verbluten, Euer letztes krächzendes Todeslied jammern, Euch im eigenen Blut ertränken, der die dunklen Dielen verfärbt und befüllt, aber nicht bevor ich Euch noch Eurer Eier entledigt habe und Eure Kronjuwelen verteilt habe."

Wie zur Demonstration rieb und drückte ihr Knie energischer gegen Jaskiers Schritt, der ein schmerzliches, nervöses Zischen zu unterdrücken versuchte. Der Barde lächelte befangen, denn diese Ausführung der Magierin wollte er sich nicht vorstellen, alleine ihre lebhaft, ausgeschmückten Worte und ihr Knie, ließen Jaskier schon unwohl den Hals zuschnüren, als hätte sie ihm bereits die Klinge darüber gezogen und seine Kronjuwelen spürten ebenfalls schon die bloße Drohung. Yennefer lächelte nur übertrieben boshaft und aufgesetzt. Ihre Überlegenheit und Machtposition genoss, die Magierin immer wieder.

„Ich hätte Euch damals schon kastrieren sollen." hängte die Magierin an „Zumal von einem Sieg ist hier nicht zu sprechen. Das ist kein Sieg, Jaskier und das wisst Ihr selbst oder werdet es bald erfahren. Niemand von uns verlässt diese Taverne mit dem Recht sich als Sieger betiteln zu dürfen."

Jaskier ging auf diese Aussage gar nicht ein, ob es nun eine offene Drohung, ein Rat oder schlichte Feststellung war, spielte hierbei keine Rolle.

„Es ist und bleibt eine Lüge." erwiderte Jaskier erneut direkt und ohne Hehl als habe er vergessen, dass die Zauberin noch immer bedrohlich vor ihm stand „Ihr hegt Interesse an dem Hexer, die große Frage ist nur woher rührt dieses Interesse und das schlimmste daran diese Frage oder Lüge könnt Ihr selbst nicht beantworten oder aufdecken, so ist es doch? Ich erkenne die Verbitterung und den Schmerz dadurch in Euren Augen, Ihr überlasst mir das Feld nur wegen Eures Stolzes um den Schein der perfekten, unnahbaren Magierin zu wahren."

Yennefer verzog nur wieder erzürnt und verächtlich das Gesicht. Die mächtige, wunderhübsche, unnahbare Yennefer von Vengerberg mochte es so gar nicht, wenn andere Schwächen und Schmerz in ihr erkannten und es auch noch wagten sie darauf anzusprechen und das mit einer Stimme der vollen Überzeugung. Sie hasste es, denn Schwäche durfte man niemals erkenntlich zeigen, niemand durfte so etwas je erkennen, doch der Barde besaß gerade die Dreistigkeit sich auf ganz dünnes und gefährliches Eis zu begeben.

„Alles ist eine Lüge!" sagte die Magierin trotzig „Das ganze Leben ist eine Lüge und Magie ist die größte Lüge davon. Und Ihr? Ihr folgt nun auch einer Lüge oder vielleicht auch doch nicht? Wer weiß das schon. Niemand kann es Euch beantworten."

Sie ließ endlich von Rittersporn ab, der erleichtert ausatmete und setzte an zu gehen, stoppte jedoch schnell wieder als Jaskier ihr noch einige Worte nachwarf.

„Ihr seid eifersüchtig, verbittert und verwirrt und obendrein zu stolz!" rief Jaskier ihr nach „Ihr wisst nicht mehr ob die Liebe und die Sehnsucht nach Geralt echt ist oder ob es nur eine Lüge ist, entstanden aus der Magie, dem schlichten Wunsch eines Djinns, nicht wahr? So ist es gewesen, oder? Die stolze Yennefer von Vengerberg ist deswegen verbittert, verwirrt und erbost!"

Yennefer hatte angehalten, aber sie wandte sich nicht um und sagte kein Wort. Sie stand einfach mitten im Flur und rührte sich nicht mehr weiter.

„Wisst Ihr manchmal glaube ich, Ihr wisst selbst nicht was Ihr wollt. Das Leben ist eine Suche nach dem wonach es uns Verlangt und oftmals laufen wir sogar unwissentlich daran vorbei und erkennen manchmal gar nicht direkt, dass wir das, wonach wir suchen, schon längst gefunden haben..." sinnierte Jaskier und lächelte sanft in sich hinein, als würde er sich selbst belächeln, wie fürchterlich schnulzig und gleichzeitig philosophisch das klang.

„Ihr sprecht von Euch." erkannte die Magierin schlicht, ehe sie abwertend zischte „Ich durchwandere den Kontinent schon Jahrzehnte länger als Ihr und ich kann Euch sagen, ich habe viele Leben geführt, eins langweilig und enttäuschender als das andere. Das Leben hat nicht viel zu bieten, aber Ihr... Ihr seid ein Mensch. Das Leben ist zu kurz, tut was Euch gefällt solange es geht."

„Ihr habt recht..." gestand Jaskier „Daher nahm ich an es sei eine gute Idee den Trank zu nutzen... ja verflucht, es war eine verdammt dumme Idee, mehr als dumm..."

Yennefer schnaufte nur einmal mehr hart aus und wandte sich dem Barden wieder zu.

Mit tonloser, trockener Stimme stellte sie ernüchternd fest „Ihr liebt ihn wirklich wahrhaftig und aufrichtig...so sehr, dass Ihr fürchterliche Angst habt ihn nun auf ewig zu verlieren, aufgrund Eures Fehlers. Wer hätte gedacht, dass ein geschmackloser Idiot, Bettherumtreiber und Großmaul wie Ihr, der ohnehin ständig von Wonne, Liebe und Glückseligkeit quacksalbert und hohe Töne spuckt, sich doch aufrichtig verlieben kann und dann ausgerechnet in einen Hexer...wie grotesk und verquer, welch eine Dramaturgie und Poesie! Witzig nicht?"

Jaskier verzog sein Gesicht zu einer unerfreulichen Miene über die Beleidigung der Magierin, nicht nur an ihn selbst, sondern auch an seine Kunst, ebenso war es beleidigend, dass die Magierin diese Sachlage noch belustigend fand und derart bewitzelte, denn witzig war daran absolut gar nichts. Eigentlich weder für sie, noch für Jaskier. Ihm war jedenfalls nicht zum Lachen zu mute und er wusste auch, Yennefer sagte all dies nur aus Stolz und Egoismus.

„Meine Gefühle sind echt, das weiß ich. Aber Eure Gefühle sind anzuzweifeln, genau so wie die Gefühle von Geralt für Euch. Die große Yennefer von Vengerberg, die alles haben kann und stets so unnahbar erscheint, ist in Wahrheit nur so verbittert aufgrund von Verunsicherung, Wut und Eifersucht, weil Ihr Euch nicht mehr sicher sein könnt wegen des Djinns und weil Ihr nach all der Zeit noch immer nichts gefunden habt, was Euch zufriedenstellt. Oder vielleicht hattet Ihr auch bereits geglaubt und gehofft es endlich gefunden zu haben, in Geralt, nicht wahr? Doch nun, nun könnt Ihr Euch dahingehend nicht mehr sicher sein, das hat Euch verletzt und nagt stark an Eurem Stolz und Eurem Ego. Ihr könnt den ganzen Kontinent durchwandern und werdet nichts finden was Euren hohen Ansprüchen genügt und Euch glücklich macht. Es ist nicht so Euer Ding, wenn Ihr die Zügel nicht alleine und fest in der Hand habt, nicht wahr? Und bei Geralt und der Sache mit dem Djinn sind Euch die Zügel aus der Hand geglitten. Selbst Eure Magie hat darauf keine Antwort. Es ist kompliziert und-"

„Passt auf was Ihr sagt, Barde! Oder ich überlege es mir nochmal ob ich Euch nicht doch eure Stimmbänder herausreiße und Eure Kronjuwelen gleich mit, dann findet Ihr nie mehr Glück, Befriedigung und Genugtuung! Ich würde damit einigen armen Damen und derweil sogar auch andren...damit gewiss einen Gefallen tun!" herrschte Yennefer und machte einen drohenden Satz nach vorne, weswegen Jaskier in Intension zurückwisch und einmal mehr sich energisch an die Wand drückte „Tja, Eure Gefühle mögen der Wahrheit entsprechen, aber wie sieht es bei Geralt aus? Dank Eures glorreichen Trankes seid Ihr nun in derselben Lage wie ich, nicht wissend wie viel Echtheit in den Gefühlen stecken und auf ewig vielleicht Verdammt in Verzweiflung, Unsicherheit und Unzufriedenheit zu leben. Magie ist eben nicht real, herzlichen Glückwunsch, Jaskier."

Sie schlug eine Hand neben Jaskiers Kopf an die Wand, weswegen der Barde heftig zusammenzuckte. Yennefer lehnte bedrohlich vor ihm und raunte mit bissiger Stimme „Wie ich sagte, weder Ihr noch ich gehen hier als Sieger heraus, vielleicht seid Ihr Euch dessen noch nicht ganz bewusst, aber Ihr werdet schon bald verstehen. Auf den ersten Blick mögt Ihr zufrieden sein und vielleicht genau das bekommen wonach Euer tiefstes, lüsternes und obszönes Begehren bestrebt hatte, aber auf den zweiten Blick.... Kein Kuss, keine Berührung, nichts wird Euch befriedigen Barde, Euren Körper vielleicht, aber nicht Euer Herz, lasst Euch dies gesagt sein. Magie, Zauberei... nichts davon wird Euch befriedigen und Euch aufrichtig und wahrhaftig das geben wonach ihr bestrebt, denn Liebe kann mit keiner Magie erworben werden. Ungewissheit wird Euch plagen und das Wissen, dass es nur Zauberei war und keine echten Gefühle womöglich. Mit diesem Trank habt Ihr Euch selbst verdammt, Jaskier. Ihr mögt ein Bett mit dem Hexer nun teilen und es wird Euch erscheinen wie ein erfüllender Traum, Euer Begehren das in Erfüllung geht, doch schon morgen früh, garantiere ich Euch, werdet Ihr erwachen mit nichts als Leere in Eurem Herzen und dem Gefühl, dass alle geteilten Küsse und Nähe nichts bedeutsames waren, sondern nur ein flüchtiger Traum der Vergangenheit der in der Realität stattgefunden hatte, weiter nichts. All das bedeutet nichts, solange die aufrichtigen wahren Worte ohne Magie gesprochen wurden – Ich liebe dich, sind magische Worte, die kein Zauber oder Trank gerecht werden kann oder Natürlichkeit oder Kraft sowie Bedeutung jener Worte aufrichtig verleihen kann. Diese Worte sind wahre, reine Magie, kein Trank, kein Wunsch, nichts kann diese Worte übertreffen. Lasst Euch dies gesagt sein, von einer Zauberin!"

Jaskier schluckte schwer und er spürte einen Kloß im Hals und einen Stein im Herzen, denn innerlich wusste, Yennefer hatte Recht damit... und auch, wenn er Yennefer verurteilt hatte, sie hatte rechte...er befand sich in einer gleichen Lage wie sie und musste mit denselben Konsequenzen hadern. Sie hat mit allem recht was sie sagte. Es mag scheinen, dass dies das ist was er gewollt hatte und letztendlich zugleich eben doch nicht...

Mit diesen Worten zog die Magierin von dannen. Mit erhobenem Hauptes und festen Schritten, schritt Yennefer von Vengerberg davon und verschwand die Stufen hinunter in die Schenke. Jaskier sah ihr einfach nur nach und wenn er bisher immer nur reine Verachtung und Eifersucht für die Magierin übriggehabt hatte, so empfand er zum ersten Mal auch ein wenig Mitleid und Verständnis für sie. Sie hatte nicht unrecht damit, dass Jaskier sich nun eine ähnliche Lage mit ihr teilt.

Yennefer war machtvoll und atemberaubend schön und doch hatte sie in all den Jahrzehnten noch nicht das gefunden was sie glücklich macht, was sie verbittert. Und dann trifft sie auf Geralt und glaubte vielleicht endlich, zumindest ein Stück weit, das gefunden zu haben, was ihr sehnsüchtiges Herz zufrieden stellen könnte, ehe sie erfuhr, dass diese Empfindung vielleicht nur einem Irrglauben entsprang, aufgrund eines geäußerten Wunsches eines Djinns. Geralt schien die Aufrichtigkeit seiner Gefühle für Yen nicht in Frage zu stellen, kein Wunder, er hatte immerhin den Wunsch geäußert in der Absicht Yennefer zu retten, was gelungen war, aber im Endeffekt nun alles verkompliziert hatte und dazu geführt hatte, dass Yennefer sich verärgert von Geralt abgewandt hatte. Auch wenn Geralt offenbar seine Gefühle nicht anzweifelt, war es mehr als zweifelhaft ob seine Gefühle von der Wunschäußerung nicht auch betroffen sind und daher intensiviert worden waren oder gar verfälscht und daher länger andauern. Mag sein, dass er schon vor der Magie des Djinns ein Interesse an Yen gehegt hat und in den Bann ihrer attraktiven Schönheit gefallen war, weswegen er sich schließlich erst dazu hatte verleiten lassen seinen letzten Wunsch des Djinns zur Rettung für Yen zu nutzen und hatte dabei offenkundig noch mehr ausgelöst, nämlich Gefühlschaos zwischen den beiden. Weil niemand der beiden mehr bestimmen oder mit Echtheit sagen kann wie weitreichend ihre Anziehung zueinander natürlicher Liebe oder eher magischer Natur entsprang und daher nicht der Realität und Echtheit entsprachen. Jaskier hatte davon nichts gewusst. Geralt hatte nie erwähnt wie genau er Yennefer gerettet hatte und Jaskier war nicht im Haus dabei gewesen als es geschehen war und Geralt seinen letzten Wunsch geäußert hatte. Auch danach hatte Geralt nie wieder ein Wort über den Djinn verloren, über die ausgesprochenen Wünsche und diese unglücklichen Umstände, die in Zusammenhang alle geschehen waren. Um ehrlich zu sein, Jaskier hatte auch nie nachgefragt, zum einen weil er die Sache selbst vergessen wollte und froh gewesen war, als es vorbei war und zum anderen, weil er genau gewusst hatte, dass der Hexer ihm sowieso keine einzige seiner Fragen beantwortet hätte. Stillschweigend hatten sie sich also geeinigt, die Sache zu vergessen und kein Wort über die Geschehnisse zu äußern. Zugegeben damals hatte Jaskier auch gehofft, wenn er Yennefer nie mehr erwähnen würde, würde sie auf ewig aus seinem und Geralts Leben verschwinden. Ihr Name war wie ein unaussprechlicher Fluch und Jaskier hatte Angst gehabt, wenn er diesen verfluchten Namen erwähnt, dann würde dieser Fluch sie verfolgen. Die Wahrheit hatte anders ausgesehen, obwohl er kein Wort über die Magierin verloren hatte und sie aus seinen Gedanken verbannt hatte, hatte der Fluch der Zauberin sie seither verfolgt. Geralt war Yen nicht mehr aus den Gedanken gegangen und sie waren der Magierin stetig wieder über den Weg gelaufen als wollte eine höhere Macht es und sie alle damit ärgern und peinigen. Es hatte also nichts gebracht den Fluch unausgesprochen zu lassen.

Jaskier konnte nun auch ein Lied davon singen. An seinen Gefühlen gab es nichts zu rütteln oder sie in Frage zu stellen, aber die Empfindungen von Geralt schon, die sich derzeit nur auf Jaskier bezogen, wegen eines Liebestrankes, bei dem man nicht konkret definieren konnte, ob die Gefühle nun der Echtheit entsprachen oder fälschlich simuliert wurden. Und wer weiß, am Ende würde sich Geralt von Jaskier abwenden, aufgrund dessen, weil er sich erdreistet hatte unerlaubt Geralt fragwürdige Flüssigkeiten unterzujubeln... Geralt könnte sich von Jaskier abwenden, so wie Yennefer es bei Geralt getan hatte und dann standen sie am Ende alle drei alleine da mit ihren gebrochenen Herzen, gefangen in einem verworrenen Dreieck der Verdammnis...

Jaskier seufzte frustriert, denn allmählich fehlten ihm die Worte diese Sachlage noch irgendwie passend zu beschreiben. Grotesk war daran nur, dass diese Geschichte eine hervorragende Grundlage wäre für einen Liedtext, voll von Dramaturgie, Herzschmerz und Emotion... bitter und traurig war daran nur, dass es keine erfundene Geschichte wäre, sondern sie der Wahrheit entsprach, weswegen Jaskier nicht allzu viel Empathie dafür empfand dieses Drama in einen Liedtext zu packen, da es ihn selbst stets schmerzlich an diese Misere erinnern wird und er keine Interesse daran hegt diese Misere stets aufs neue vortragen zu müssen. Verfahren war kein gerechter Ausdruck für diese Lage.

Rittersporn riss sich letztendlich von dem Fleck im Flur los und kehrte zurück in Geralts Zimmer. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss und ehe Jaskier sich versah stand er wieder mitten im Raum und starrte zu Geralt. Es war wie ein geistesabwesender Reflex, einfach zurück ins Zimmer zu kehren, aber jetzt wo er den Hexer nun wieder direkt vor sich hatte, spürte Jaskier wieder die absolute Verunsicherung und Ratlosigkeit, denn er hatte keine Ahnung wie er sich verhalten sollte. Aufgeschmissen und verloren wie ein Welpe den man im Wald ausgesetzt hatte, stand Jaskier im Raum und er spürte wie die Nervosität vor Verlegenheit und Unschlüssigkeit anstieg, so dass Jaskier wieder damit begann mit seinen eigenen Fingern zu spielen, unsichere, hilfesuchende Blicke durch den Raum warf und unruhig an Ort und Stelle stand.
Er befeuchtete seine Lippen, als er sich unstet mit der Zunge darüber leckte und fieberhaft seine Gedanken im Kreis liefen und nach irgendwelchen brauchbaren Worten suchte.

„Tja..." setzte er an und gestikulierte mit Händen und Armen, als Jaskier damit begann sich um Kopf und Kragen zu reden und dank seiner ausgelassen, absoluten verunsicherten und ratlosen Nervosität sich in immer mehr Worten verhaspelte und die Worte nahezu aus ihm flossen wie ein Wasserfall „...nun sind es nur noch wir beide. Immerhin...uhm gibt es eine Lösung für...d-das...d-den Trank... ich meine, schlimmer wäre es Ihr müsstet jetzt ewig mit dem...Ding... in der Hose herumlaufen und diesen Eindrücken und Empfindungen..."

Jaskier lachte fahrig als er selbst merkte, dass er absoluten Blödsinn von sich gab und irgendetwas dahinlabberte, was nicht gerade zum Vorteil beitrug. Er vermied es auch zu Geralt zu sehen, weil er sich unter dem düsteren Blick Geralts nicht verantworten wollte und dann nur noch mehr Schuld, Reue und vor allem Furcht spürte. Jaskier merkte jetzt schon wie er ins Schwitzen kam, weil er sich fühlte, als habe jemand ihn in einen Löwenkäfig oder eher in eine Wolfshöhle geworfen, um ihm dem Wolf zum Fraß vorzuwerfen. In einer solch beklemmenden Situation hatte sich der Barde noch nie befunden und war daher unfähig mit der Lage zurecht zu kommen und das obwohl mit Worte zu jonglieren eigentlich seine Spezialität ist, stattdessen gab er nur Stuss von sich.

„Ich meine es hätte deutlich schlimmer kommen können, oder? Immerhin ist Euch kein dritter Arm gewachsen... oder irgendetwas abgefallen oder so... da ist ein angeschwollenes... Ihr wisst schon... voll ok. Oh, oh und es war kein Gift. Also sind wir eigentlich doch gut damit davongekommen. Immer alles positiv sehen, richtig?" redete der Barde munter weiter drauf los und schien gar kein Ende mehr zu nehmen, er hatte sich nun erst richtig warmgeredet und konnte den Fluss an Worten, der ihm einfach so aus dem Mund sprudelte nicht mehr aufhalten.

Er bemerkte nicht mal, wie Geralt darüber genervt die Augen verrollte, da Jaskier weiterhin angestrengt damit beschäftigt war, es zu vermeiden zu dem Hexer zu sehen. Er hatte sogar damit begonnen leicht im Raum auf und ab zu gehen, gestikulierte weiterhin weitläufig und seine Tonlage nahm immer mehr einen zittrigen, heißeren Ton an.

„Also was ich sagen will ist...es tut mir wirklich leid, unendlich leid...aber ich kann es nicht rückgängig machen und das einzige was ich tun kann ist Euch zu helfen und danach zu hoffen und darum zu bitten, dass Ihr mir das verzeiht... ich weiß das war töricht und stand mir nicht zu. Ich hätte das nicht tun dürfen, aber Ihr müsst verstehen-"

Geralt seufzte lautstark und hatte allmählich die Schnauze voll. Er war am Ende seiner Kräfte und hatte weder die Kraft noch den Willen oder die Lust sich weiterhin gegen den Effekt des Trankes zu wehren und zu widersetzen. Mittlerweile wollte er einfach nur noch das es endlich aufhört und endet. Ihm war gerade alles reichlich egal, er wollte nur das es vorbei ist. Sein Zorn war derweil verschwunden und der Gleichgültigkeit gewichen und selbst dafür hatte er keine Kraft mehr. Er sah den Barden, wie er sich um Kopf und Kragen redet und spürte nur noch Verlangen und Sehnsucht. Er spürte keine Wut auf Jaskier und musste sogar gestehen, dass es ganz amüsant, lieblich und fast schon süß war, wie Jaskier sich versuchte aus der Schlinge herauszureden. Der Barde war anhänglich und nervig, aber er war schon immer ein Freund für Geralt und er hatte sich schon immer um das Wohlergehen des Barden gesorgt, war nur stets unfähig gewesen das zu zeigen oder mitzuteilen, weil Geralt damit einfach keine Erfahrung hat. Der Umgang mit dem Schwert und Monsterjagen war einfach, unkompliziert und für den Hexer ein leichtes, aber der Umgang mit Gefühlen und sich recht auszudrücken war für ihn umso schwerer.

Ein sanftes Lächeln huschte Geralt über die Lippen und seine Muskeln, die die ganze Zeit über angestrengt angespannt gewesen waren, weil Geralt sich versucht hatte zurückzuhalten, waren plötzlich ganz locker. Seine Augen saugten sich an dem wildgestikulierenden Barden fest, der davon überhaupt nichts mitbekam und auch Geralts entspannten Gesichtsausdruck dadurch gar nicht realisierte. Jaskier war der erste und einzige Freund den Geralt wirklich hatte. Jahrzehnte streifte er schon über den Kontinent und koexistierte mit den Menschen, die nur Verachtung, Vorurteile, Eifersucht und Hass für ihn übrighatten. Und dann war dieser Barde aufgetaucht und ihre Wege hatten sich gekreuzt. In Jaskiers Augen war keine Sekunde Abscheu für den Hexer zu sehen. Er hatte den Hexer nicht so betrachtet wie all die andren Menschen. Er war anders gewesen. Niemand zuvor war ihm so gegenüber getreten mit solch einer Offenheit, mit solch einer Leichtigkeit und ohne jeglichen Hehl. Geralt hatte Rittersporn stets dafür beneidet, dass der junge Barde so wortgewandt war, so offen sein konnte und keine Probleme damit hatte mit Menschen umzugehen. Vielleicht war er manchmal auch etwas zu selbstbewusst, gar ein wenig selbstverliebt und selbstbewundernd, überdreht und redete oftmals zu viel, aber Perfekt und ohne Mäkel ist niemand. Jaskier ist dafür offenherzig, ein aufgeweckter Geselle, auf den man sich auch verlassen konnte. Irgendwie bot Jaskier eine nette Abwechslung und Kontrast als Gesellschaft zu Geralts eigenem Charakter. Seine waren Gedanken und Empfindungen konnte er einfach nur nicht zum Ausdruck bringen, weswegen er stets weiterhin seiner Wortkargheit und abweisenden Art treu blieb, weil er es schlicht nicht anders gewohnt war. Alles in allem hatte er den Barden lieb gewonnen und in sein Herz geschlossen. Wer weiß vielleicht gab es ja doch sowas wie Schicksal und Vorsehung...

„Agh, scheiß drauf!" murrte Geralt leise.

„Jaskier!" warf Geralt dann ein, als Rittersporn offenbar wirklich kein Ende mehr fand mit seinem Redefluss.

„Mh?" fragte der Barde verwundert und drehte sich zu Geralt um.

Er wirkte fast so als habe Jaskier bis eben nicht mal selbst gemerkt, dass er immer noch am Reden gewesen war und vor allem schien ihm jetzt erst wieder einzufallen wo er sich überhaupt befand. Er hatte offenbar einfach drauf los geredet und war dann geistesabwesend abgedriftet, weil er sich so sehr in sein Gerede hineingesteigert hatte, als habe er sich selbst in einen Trancezustand gefaselt.

„Hör endlich auf zu reden, Barde!" forderte Geralt, aber seine Stimme klang weicher als die ganze Zeit und es klang bei weitem nicht so zornig und mürrisch wie sonst.

Genau genommen klang es nicht mal wirklich wie eine Aufforderung, sondern eher wie eine schlichte Feststellung.

Doch noch bevor Jaskier näher darüber nachdenken konnte oder etwas hätte erwidern können, wurde er plötzlich vom Hexer am Handgelenk gepackt und mit einem kräftigen Ruck zu ihm gezogen. Jaskier stolperte orientierungslos nach vorne und ließ einige Laute der Überraschung verlauten. Er stieß mit den Beinen gegen die Bettkante und dann kippte er schon um und landete etwas schroff, mit dem Rücken auf der Matratze gebettet. Als Rittersporn seine Orientierung wiederfand, sah er bereits den Hexer direkt über sich lehnen, weswegen Jaskier unweigerlich tiefer in die Kissen und die Matratze einsank. Er atmete tief zischend aus, beim Anblick Geralts. Jaskiers Augen wanderten über den perfekten Körper des Hexers und saugten nahezu jedes Detail begierig auf. Die muskulöse Haut, die geziert war mit den etlichen Narben, die nahezu danach schrien, dass man ihre Geschichten preisgibt, zumal Geralts Haut derzeit glänzte vor Schweiß. Die Schweißperlen hatten sich überall angesammelt und einen schimmernden Glanz auf seiner Haut hinterlassen und betonte seine Muskulatur zusätzlich, wie Jaskier empfand. Das weiße Haar fiel Geralt leicht ins Gesicht, Strähnen klebten an seiner nassgeschwitzten Stirn und seine leuchtendgelben Augen stachen undurchdringlich und begierig hervor und fixierten den Barden. Der Hexer war oberkörperfrei und trug lediglich seine schwarze, ledrige Hose, in der sich immer noch die Beule unverändert abzeichnete. Jaskier hatte fast das Gefühl, sie war noch größer geworden, weswegen er schwer schluckte, aber höchstwahrscheinlich bildete er sich dies lediglich ein. Das Tier in der Hose des Hexers wollte gebändigt werden und forderte Aufmerksamkeit, das war unmissverständlich an der Erhebung zu erkennen.

Geralt grinste amüsiert bei den musternden Blicken seines Gegenübers „Na, hat es dir nun die Sprache verschlagen?"

Jaskier starrte Geralt an und in der Tat, das hatte es. Es hatte ihm die Sprache verschlagen, spätestens jetzt. Jaskiers Mund öffnete sich, aber kein Ton verließ seine Kehle. Er war wirklich sprachlos, besonders nun über die Tatsache, dass Geralt plötzlich so vertraut, freundschaftlich und lieblich mit ihm sprach. Sonst hatten sie immer auf eine gewisse, distanzierte Eben gesprochen und nur die Höflichkeitsform benutzt, trotz ihrer Freundschaft und dem Fakt, dass sie sich schon länger und gut genug kennen, um eigentlich auf eine persönlichere und vertraulichere Ebene zu wechseln. Bitter daran war immer für Jaskier gewesen, dass Geralt mit Yennefer schnell von einer Höflichkeitsform auf eine vertraute Ebene gewechselt war und mit ihr nie distanziert gesprochen hatte, sondern stets auf eine persönlichere, nähere Ebene. Das hatte Jaskier immer gefuchst, aber er hatte nie etwas gesagt oder es erwähnt, weil er stets gewollt hatte, dass Geralt auch bei ihnen, diesen Umgang eines Tages von sich aus ändert. Also hatte Jaskier beschlossen es Geralt gleichzutun und auf der Höflichkeitsebene zu bleiben, bis der Hexer es schaffen würde, ihre Freundschaft einzusehen, zuzugeben und anzufangen persönlicher mit Rittersporn zu reden. Das Geralt nun ausgerechnet jetzt in diesem Moment damit anfängt, hatte der Barde nicht erwartet.

Geralt beugte sich tiefer hinunter und nahm, ohne zu zögern und mit absoluter Bestimmtheit Jaskiers Lippen ein. Die Lippen des Hexers kollidierten nahezu begierig mit den Lippen des Barden. Jaskier atmete vor Überraschen zischend ein. Seine Augen fielen augenblicklich zu und er merkte, wie in seinem Körper sich der fürchterliche Knoten der Anspannung und Nervosität lösten mit dieser Berührung. Das war alles was Jaskier sich seit einiger Zeit sehnlichst erwünscht hatte und das war das, was er sich in seinen kühnsten Träumen einer feuchtheißen Sommernacht vorgestellt hatte, außer das die Bühne des Aktes in der Realität das Bett war und nicht der hölzerne Bottich aus seinen Träumen, mit warmen Wasser und duftenden Kamillen- und Mandelblüten, die auf der Wasseroberfläche trieben. Aber es war besser als in all seinen Vorstellungen. Der Kuss war feurig und begierig und brachte Jaskier damit nahezu um den Verstand. Ein solch begehrlichen, bestimmten Kuss hatte ihm noch nie jemand auf die Lippen gedrückt.
Er schmeckte den salzigen Geschmack Geralts aufgeheizten Körpers, vermischt mit einem Hauch Kamille, Flieder und einem leicht kupfrigen Flare. Jaskier stellte sich metaphorisch vor, das ist der Geschmack von Abenteuer, Tod, Schicksal und....gebrochenen Herzen.

Jaskiers Atem ging bereits jetzt schon unregelmäßig und heftig, genau wie sein Herzschlag. Er spürte das Rauschen und Pulsieren seines Blutes durch seine Adern, während er Geralt, zwischen den verlangenden, abfordernden Küssen, heiß und unruhig gegen den Mund atmete. Das war einfach....großartig! Fantastisch! Atemberaubend! Geralt war offenbar nicht nur talentiert darin Kreaturen zu töten und ein Schwert zu schwingen, wie Jaskier nun feststellen und am eigenen Leib erfahren durfte. Er war vollkommen eingenommen von der Zuneigung des Hexers, die er sich so lange schon ersehnt hatte. Alles war so intensiv. Er war so eingenommen in die Gefühlserregungen, die ihn wie eine Flutwelle gerade überrannten, dass Jaskier für diesen Moment wieder alle Befürchtungen vergessen hatte und sein Verstand an nichts mehr anderes denken konnte als an den Genuss und die Nähe des Hexers. Er spürte wie das Feuer der Leidenschaft von Geralt auf ihn überschlug und wie Jaskier nichts weiter tun konnte, als sich Geralts Behandlung und seinem eigenen Verlangen hinzugeben und den Instinkten und Impulsen zu folgen. Jaskiers Lippen kribbelten schon von dem stetigen Zusammentreffen ihrer Lippen und doch konnte er nicht genug bekommen davon. Er war wie in einem Rausch verfallen und tat sein Bestes, den Küssen des Hexers Folge zu leisten.

Geralt knurrte zufrieden gegen Jaskiers Lippen, so dass diese bei dem tiefen Ton, tief aus der Brust des Hexers, erzitterten und die Vibration des Knurrens, auf Jaskier überschlug, so dass es ihn erschauderte.
Rittersporn hatte seine anfängliche Starre ein wenig überwunden und es geschafft seine Arme zu heben und über Geralts Schultern gleiten zu lassen. Er fühlte die breiten, massiven Schulterblätter des Hexers und befühlte die Muskulatur und aufgeheizte, glühende Haut unter seinen Fingerkuppen. Er fühlte die Unebenheiten und rauen Stellen der Narben unter seinen Fingerspitzen und nun war Jaskier umso neugieriger, welche Geschichten diese Narben erzählten.

Rittersporn wurde tiefer in die Kissen gedrückt, als Geralt sich noch weiter zu Jaskier hinunterbeugte, seine Hände einfing und seine Handgelenke über dem Kopf des Barden festnagelte. Ein letzter süßlicher Kuss, ehe Geralts Zähne sanft über Jaskiers Lippen schabten und vorsichtig daran zogen, ehe er sich gänzlich von dem Barden löste, der mit schwer hebendem und senkendem Brustkorb unter dem Hexer lag. Jaskiers Haare wirkten etwas zerzaust und hangen ihm wirr in der Stirn. Geralt genoss den Anblick den Barden so ausgeliefert vor sich zu haben und dazu Jaskiers bereitwilliger Ausdruck, der nahezu nach mehr verlangte.

„Du kannst ja wirklich mal die Klappe halten." witzelte Geralt und ließ die Handgelenke des Barden los, um sich nun daran zu machen, die störende Kleidung Rittersporns loszuwerden.

Zuerst entledigte er die Jacke des Barden und ließ sie achtlos zu Boden gleiten. Jaskier hatte nur Augen für Geralt, ihm war es also gerade reichlich egal ob seine edle, teure Seidenjacke auf dem Boden landete. Kaum war die Jacke weg, machte sich Geralt daran das Hemd des Barden aufzuknöpfen. Geralt wirkte dabei ein wenig ungeduldig, weswegen Jaskier ihm helfen wollte die einzelnen Knöpfe zu lösen, doch der Hexer knurrte nur störrisch und zog den Barden in einen weiteren, alleseinnehmenden Kuss, der Jaskier wieder die Fähigkeit klar zu denken raubte.

Der Hexer war das störende Hemd des Barden endlich losgeworden. Jaskier richtete sich bereitwillig etwas auf, damit Geralt ihm das Hemd von den Schultern streichen konnte. Die Blicke der beiden trafen sich voller Intension und Einfühlsamkeit. Jaskier konnte seine Gefühlslage gar nicht beschreiben. Er schwebte einfach im höchsten Himmelshoch. Das war alles was er seit Monaten sich schon sehnlich erwünscht hatte und was er sich ausgemalt hatte und angefangen hatte zu begehren. Es war großartig endlich mit den Fingerspitzen Geralts Haut zu befühlen, den Geschmack des Hexers zu schmecken, seine Wärme zu spüren, die sich an Jaskiers Leib rieb und seinen eigenen Körper mitanheizt, in diese gelben Augen zu sehen, die erstmals Jaskier mit ebenso sehnsüchtigem, begehrenden Blick anschmachten. Den besonderen, verströmenden Geruch von Lust zu riechen, dass sich diese Aufmerksamkeit und Widmung Geralts ganz Jaskier gewidmet war. Dem Poet strömten so viele Worte im Kopf herum und doch würde kein Wort der Beschreibung wirklich gerecht werden. Es war fantastisch nicht nur sinnbildlich diese Vorstellung zu kosten, sondern sie endlich auch in der Realität zu kosten und festzustellen, dass die Realität noch süßer, lieblicher und unvergleichlicher schmeckt als in seiner Vorstellung.

Geralt hingegen gab sich einfach nur den Empfindungen hin, die der Trank zum Vorschein gebracht hatte. Er hatte sich so lange stur dagegen gesträubt und hatte es einfach nicht akzeptieren wollen, doch auch ein Hexer verlor irgendwann an Kraft. Er hatte nachgegeben, so hatte es ohnehin keine andere Wahl gegeben. Er hatte sich einfach im Strudel fallen lassen und fühlte sich schon jetzt frei und erlöst, anstatt gegen den Trank anzukämpfen. Er war so losgelöst, dass er alles was er gerade empfand, erst einmal nicht weiter in Frage stellte und die Verwirrung und vor allem der Wahnsinn, war erst einmal zufrieden beiseite gewichen. Geralt konnte ohnehin sich gerade auf nichts anderes mehr konzentrieren als auf den Barden. Seine geschärften Hexersinne nahmen intensiv den Eigengeruch des Troubadour wahr, hörten seinen aufgeregten Atemzug so laut, als atmete Jaskier ihm direkt ins Ohr, spürte die Wärme des Barden selbst auf Distanz und vor allem hörte er die heftigen Kapriolen Jaskiers in seiner Brust und das pulsierende, rauschende Blut durch seine Adern. Der Poet nahm all seine Sinne ein und verdrehte ihm den Kopf. Manchmal war es gut geschärfte Sinne zu haben und alles so noch viel intensiver wahrzunehmen, doch vermutlich hatte gerade deshalb der Trank ihn an den Rand des Wahnsinns getrieben, weil Geralts eigenen Hexersinne gegen ihn rebelliert hatten und ihm eine doppelte, geballte Ladung Jaskier präsentiert hatten, auf die er nicht mal ansatzweise vorbereitet gewesen war. Das einzige wo er annähernd solche Empfindungen verspürt hatte, waren bei Yennefer... irgendwie war es gleich und doch auf so vielen Ebenen so viel anders, was nicht nur daher rührte, dass Yennefer nun mal eine Frau ist und Jaskier ein Mann und sie sich daher schon von den körperlichen Gegebenheiten unterschieden.

Anhand des Pulses und dem Geruch des Barden konnte Geralt allerdings einen Rückschluss ziehen, der ihn derzeit nur dumpf erreichte: Jaskier liebt ihn wirklich... das war unverkennbar, wenn man geschärfte Sinne hatte und doch hatte es Geralt die ganze Zeit über nicht bemerkt und übersehen, höchstwahrscheinlich vollkommend geflissentlich übersehen. Das wurde Geralt jetzt erst bewusst und vor Augen geführt, weil der Trank alle Mauern niederreißt.

Das war der Geruch, der Pulsschlag und der Geschmack von Liebe... es hätte ihm also schon viel früher auffallen müssen, Jaskiers erhöhten Herzschlag und die Wärme, die seine geröteten Wangen ausstrahlten, wann immer er mit Geralt zu tun hatte... Dem Hexer war es aufgefallen, seinen Sinnen entging nichts, aber er hatte es absichtlich übersehen.

Geralt zauderte gar nicht lange und begann direkt damit, etwas ungestüm an der Hose des Barden zu zupfen und endlich auch dieses Stück Stoff loszuwerden, welches sie noch voneinander trennt. Jaskier tat es dem Hexer gleich und löste mit zittrigen Händen den Gürtel am Hosenbund des Hexers. Er erntete sofort ein belohnendes, kratziges Keuchen des Hexers, als die Enge seiner Hose, durch das Lösen des Gürtels nachließ. Das Geräusch ließ Jaskier erschaudern und zufriedenstimmen. Das war kein irdisches Vergnügen mehr, er muss wahrlich im Himmel sein und bei den Göttern, wenn dies der Fall war, dann wollte er nie mehr von hier weg. Anfänglich hatte Jaskier es wirklich schlicht auf verirrte Gefühle bezogen, die aufgekommen waren, weil Geralt in inspiriert und auch schon um das ein oder andere Mal errettet hatte oder schlichte Neugierde und Rebellion seines Körpers mal etwas anderes ausprobieren zu wollen. Doch nun wusste Jaskier, dass er sich wirklich in den Hexer verliebt hatte. Das hier sollte und durfte nicht einmalig gewesen sein und war keineswegs mit all den andren Liebschaften zu vergleichen mit denen Jaskier schon ein Bett geteilt hatte. Das hier ist nicht einfach nur eine Liebschaft, simples Begehren vor Neugierde und Interesse, da steckt weitaus mehr Gefühl dahinter.

Jaskier hatte den Gürtel und den Knopf Geralts Hose nun gänzlich gelöst und war indes seine eigene Hose losgeworden, um nun völlig entblößt, so wie die Götter ihn erschufen, vor dem Hexer zu liegen. Kurz trafen sich ihre Augen wieder in einem intensiven Blick voller Sinnlichkeit.

Der Dichter wollte sich daran machen Geralts Hose ihm von den Hüften zu streifen, als der Hexer unerwartet die Hände des Barden einfing und sich seine Finger eisenfest um die Handgelenke Jaskiers legten. Geralt gab offenkundig den Ton an und das ließ er sich nicht nehmen. Jaskier akzeptierte das, es gefiel ihm sogar sehr, wenn der Hexer ihn so besitzansprechend behandelte. Er hatte kein Problem damit Geralt unterlegen zu sein und genoss die Behandlung des Hexers, die ihm das Gefühl von Begehren vermittelte und das Geralt ihn mit keinem Teilen würde. Jaskier genoss dies und hatte kein Problem damit, weil Geralt zwar besitzergreifend, dominant und wild war, aber dennoch keinesfalls zu grob oder unbedacht. Er war wild wie ein Wolf und zärtlich wie eine Katze.

Geralts stattliche Arme legten sich um den zierlicheren Körper des Barden. Aufgeheizte Haut schmiegte sich an aufgeheizte Haut und Geralts Lippen kosteten vorsichtig den Hals des Barden. Jaskier hielt sich an den Schultern des Hexers fest. Er war so in der Zuneigung gefangen, dass Jaskier nicht mal bemerkte, wie Geralt seine Hände wieder freigab und dafür die Hände des Hexers tiefer wanderten, entlang Rittersporns Seite, bis er bei seinen Lenden ankam und ohne jegliche Vorwarnung beherzt zugriff und sich seine Finger um die Erektion des Barden legte.

„Oh g-gosh....!" keuchte Jaskier auf, bäumte sich kurz auf und sank dann doch wieder kraftlos, tief in Kissen und Matratze ein „...oh ihr Götter...."

Jaskiers Finger gruben sich regelrecht in die Schultern Geralts, als er seine Finger gekonnt und bedacht bewegte und so noch mehr Geräusche entlockte und für eine noch unruhigere Atmung bei Jaskier sorgte. Eines war klar, die Hände des Hexers wussten was sie taten, mit Kraft und Druck und doch gleichzeitig absolutem Feingefühl und Präzession, widmeten sie sich Jaskiers Lust, so dass er bald schon Sterne sah und schwerkeuchend einen Arm über die Stirn legte.

Wie ein Blitz schoss Jaskier die Frage in den Kopf, wie das ganze wohl bisher immer zwischen Geralt und Yennefer abgelaufen war? Beide waren besitzergreifend und dominant, stur und unnachgiebig. Er stellte sich ein wildentfachter Kampf vor. Sofort schmeckte Jaskier wieder den sauerbitterlichen Geschmack auf seiner Zunge, wann immer er an die schöne Magierin seine Gedanken verschwendet. Ständig drängte sie sich zwischen ihn und Geralt...

Er versuchte sich wieder auf Geralt und dessen Tun zu konzentrieren. Der Hexer war voller Bestimmtheit und gleichzeitig vollkommend einfühlsam und bedacht in diesem Moment, dass es eigentlich verquer und kaum zu glauben war, wenn man bedachte, was für Launen und Charakterzüge der Hexer für gewöhnlich an den Tag legte und welche Berufung er verfolgt.

„H-hexer... haben also doch Gefühle, mh?" brachte Jaskier zittrig hervor.

„Mmmmh...." brummte Geralt nur.

„...andernfalls würdest du auch nicht Yennefer lieben oder? Ich meine... liebst du sie nun wirklich oder nicht? Was ich mich frage... wer von euch beiden ist nun wirklich durch den Djinn beeinflusst...oder womöglich beide sogar?" brachte Jaskier nun hervor was ihn die ganze Zeit schon plagte und was diese hingebungsvolle Zweisamkeit dennoch nicht beantworte, aber das war etwas was er einfach wissen musste.

Er musste es wissen! Genau so wie er wissen musste, was Geralt empfand für diese Nacht. Waren es echte Gefühle, die der Liebestrank hervorgekitzelt hat, so wie die alte Dame versprochen hatte oder waren es fälschliche Gefühle, die nur vom Effekt des Trankes simuliert wurden und deswegen nichts zu bedeuten hatten? Jaskier musste all dies wissen...

Er wusste nicht mal was ihm lieber wäre, ob nur Yennefer vom Wunsch des Djinns betroffen wäre oder sogar beide. Vermutlich war beide das kleinere Übel für Jaskier, denn das würde bedeuten, dass er noch eine Chance hatte, weil Geralts Zuneigung und Liebe zur Magierin nicht der Richtigkeit entspricht und sich vielleicht auf irgendwelchen Wegen lösen lässt, sollte es möglich sein den ausgesprochenen Wunsch und die damit verbundene Magie eines Djinns irgendwie lösen und rückgängig machen zu können. Aber was war schon das kleinere Übel oder wer konnte das schon bestimmen, ob kleiner oder größer? Übel ist übel und verzwickt und problematisch ist diese Lage allemal, egal wie man es dreht und wendet.

Geralt sah mit bedrohlichem Blick auf und hatte in all seinem Tun gestoppt. Jaskier unterdrückte gar ein tiefes Keuchen als Geralt kurzzeitig seine Hand schloss und ein wenig zu sehr Druck aufbaute, weswegen Jaskier auffordernd aber schwerschluckend den Blick des Hexers erwiderte. Zugegeben, nicht gerade der günstigste Zeitpunkt das nun zu besprechen, aber es hatte Jaskier auf der Seele gebrannt. Er sollte diese Nacht eigentlich genießen... es könnte die einzige Verkostung sein, die er je vom Hexer bekam.

„Lass uns jetzt nicht über Yennefer reden..." gab der Hexer missbilligend und belegt zurück, während er sich aufgerichtet hatte und sich seiner Hose endlich entledigte.

„Aber..." setzte Jaskier protestierend an, denn das war etwas was sie wirklich klären mussten, doch Geralt schien das anders zu sehen.

Der Hexer packte den Barden mit einem Mal und zog ihn zu sich auf den Schoß. Jaskier landete völlig unerwartet an Geralts Brust und fing sich dort gerade noch so mit den Händen ab. Ein Zischen verließ seine Kehle, als sich Geralts Männlichkeit gegen seine Oberschenkel drückte, da er rittlings auf dem Schoß des Hexers saß. Wie ein bedrohliches Schwert drückte es stattlich und gewagt gegen Jaskiers Schenkel, grub sich nahezu in die Haut wie eine Schwertspitze.

„Ich sagte, lass uns nicht darüber reden!" stellte Geralt unmissverständlich klar.

Jaskier schluckte nur schwer und nickte schicksalsergeben. Ihm behagte es nicht das Thema fallen zu lassen, allerdings war es nur vorübergehend. Er würde das Thema irgendwann später noch mal angehen, denn ungeklärt, konnte dieses Thema nicht bleiben, egal wie schwer es allen Beteiligten auch viel.

Kurz spielte der Dichter noch mit der Überlegung, vielleicht doch auf die Klärung dieses Themas nun zu drängen und darauf zu bestehen, als Geralts Finger sich schon wieder um Jaskiers Männlichkeit schlossen und der Barde sich auf dem Schoß des Hexers aufbäumte, sah er jedoch davon ab. Jaskiers Hände schlossen sich hinter Geralts Nacken zusammen, seine Finger schabten einmal mehr haltsuchend über die Haut des Hexers, was Geralt nur ein freudiges Knurren entlockte, ehe Jaskiers Finger hinauf wanderten und Halt in den weißen Haaren des Hexers fanden und sich darin vergruben.

Der Körper des Troubadour versteifte sich zunächst wie ein Brett, ehe er sich wieder entspannte und bald damit begann selbst zarte Unterleibsbewegungen zu vollführen, um seine eigene Erektion von selbst in die hohle Hand des Hexers zu schieben. Geralt hielt Jaskier dabei mit einem Arm fest umschlungen und wanderte den Rücken des Poeten entlang, tiefer, bis er seine Finger zwischen die Pobacken des Barden drängte und versenkte. Jaskier bäumte sich einmal mehr auf, als er spürte wie Geralts Finger tief in ihm eintauchte. Ein tiefergehendes Stöhnen und leises, angespanntes Keuchen erfüllten die feuchtwarme Luft des Raumes.

Das hier war wahrlich mit keiner Frau zu vergleichen, ein solch göttliches Hochgefühl hatte Jaskier noch nie erlebt und Geralts talentierte, gottgleiche Hände, die überraschenderweise nicht nur subtil und abgestumpft dafür talentiert sind Monster zu töten, taten ihr übriges. Kein Wunder, dass die Frauen dem Hexer zu Füßen liegen. Verdammt heiß und gutaussehend, einen Körper, der einem Kriegsgott gleicht, und vor allem geheimnisvoll und mysteriös, zwei Dinge, die gerade nach Anziehung und Neugierde schrien. Genau deswegen hatte Jaskier sich auch erst gewagt den Hexer einst anzusprechen, weil der geheimnisvolle, mysteriöse Einzelgänger grüblerisch sowie vielversprechend im Eck der Taverne gesessen hatte und somit nahezu nach Aufmerksamkeit geschrien hatte. Dieses geheimnisvolle Mysterium hatte Jaskier angezogen und ihn neugierig gemacht und zudem hatte er den Duft von Abenteuer gewittert. Viele Frauen liebten ebenfalls diese Neugierde und den Reiz daran, es war also wahrlich nicht verwunderlich, dass viele dahingehend dem Hexer zugetan waren und das obwohl oder vielleicht auch gerade weil so viele Menschen den Hexer verachten. Die verbotene Versuchung ist schließlich der größte Reiz und die süßeste Versuchung von allen.

Geralts Finger gruben sich bestimmt in die weichen, dunkelbraunen Haare Jaskiers und zogen mit leichter Deutlichkeit daran. Jaskier kam der Aufforderung nach und legte den Kopf in den Nacken, um Geralt Zugang zu seinem Hals zu verschaffen. Er spürte die Zunge des Hexers, wie sie heiß und verlangend über seine Haut glitt und eine heiße, nahezu brennende Spur auf seiner Haut hinterließ. Es verdrehte alle Sinne des Barden und sein Körper bewegte sich alleine vor Lust und Verlangen in einem kontinuierlichen Rhythmus, rieb und schmiegte sich eng an den Körper des Hexers, während der Poet noch immer auf dem Schoß des Hexers thronte. Geralt biss abermals zaghaft in Jaskiers Unterlippe und ließ dann nahezu grob ihre Lippen kollidieren. Solch durchdringende Küsse hatte dem Barden noch keiner abgefordert und daher waren die Küsse fast schon das nachhaltigste und zugleich gefühlsintensivste an dem ganzen Akt, was Jaskier fast schon überraschte.

Geralts Zunge glitt verlangend und auffordernd über Jaskiers Lippen, drängten sich dazwischen und tauchten dann vorwitzig und forsch in Jaskiers Mundraum ein, als dieser sich nicht zweimal darum bitten ließ und bereitwillig die Lippen öffnete. Der Eigengeschmack des Hexers erfüllte den Barden genau so sehr, wie es Geralt erfüllte, den Barden so konkret zu schmecken und kosten. Ein brandheißes Zungenspiel entfachte zwischen den beiden und riss sie immer tiefer in den Strudel.

Jaskier wurde mit einem Mal, mit aller Bestimmtheit, von Geralt gepackt und herumgewirbelt. Ehe der Barde sich versah, lag er auf dem Bauch, den Kopf in den Kissen vergraben, nahezu in die Kissen gedrückt und in Position gebracht durch den Hexer, der Jaskiers Hüfte festhielt.

Jaskiers Atem und Herzschlag setzte in voller Erwartung auf die nächsten Geschehnisse aus. Geralt hingegen fackelte nicht lange, positionierte sich seinerseits und versenkte sich langsam, aber vollends in Rittersporn. Jaskier vergrub das Gesicht in den Kissen, drückte sich nahezu energisch dagegen und ließ so ein tiefes, kehliges, unterdrücktes Stöhnen verlauten, welches durch die Kissen etwas gedämpft wurde. Zusätzlich verkrallten sich seine Finger im Bettlaken. Geralt warf keuchend den Kopf in den Nacken und schloss die Augen vor Genuss. Beide wurden in einem völligen Übermaß an Empfindungen überwältigt. Beide hielten kurz inne und nur ihre ungleichmäßigen Atemzüge waren zu vernehmen. Geralt ließ dem Barden ein wenig Zeit, sich an das Gefühl zu gewöhnen und ließ gleichzeitig auch sich Zeit, vergeblich ein wenig diese Eindrücke zu sortieren und nicht allzu schnell voranzuschreiten.

Jaskiers angespannter Körper lockerte sich allmählich wieder, als er sich an die Größe und Länge Geralts Männlichkeit gewöhnt hatte. Der süßliche Schmerz, wandelte sich in pure Lust und Vergnügen, so dass Jaskier die Geduld verlor. Er wollte nun die Vollendung dieser abenteuerlichen, mitreißenden Gefühlswelle. Seine Muskulatur löste die Anspannung und geistesgegenwärtig begann Jaskier damit begehrlich sein Unterleib dem Hexer selbst entgegen zu schieben. Geralt hatte damit nicht gerechnet und ließ ein brummiges Keuchen verlauten und hielt sich energisch an Jaskiers Lenden fest. Geralt ließ sich nicht zwei Mal darum bitten und übernahm nun, gab nun selbst die Schnelligkeit und den Rhythmus an, mit dem er immer wieder vordrang und den Barden vollends einnahm. Zusätzlich legten sich eine von Geralts Händen um die, noch immer angeschwollene Männlichkeit seines Freundes und Wegbegleiters, um auch dahingehend, faire Abhilfe zu schaffen.

„Oh...Gott....G-geralt..." presste Jaskier heißer hervor, noch immer das Gesicht in den Kissen vergraben.

Beflügelter Höhepunkt, ein reißender Fluss aus Emotionen, Sinnlichkeit und Erregung, so heiß wie die Lava eines Vulkans und so köstlich und süß wie eine verbotene paradiesische Frucht aus den Gärten der Götter...oh seis gedankt! Kein irdisches Vergnügen ist atemberaubender als die Lust verbunden mit wahrer Liebe, wenn dies also eine Sünde sein mag so seis drum! Scheiß drauf! Diese Sünde würde ich ohne jegliche Reue, Buße oder Scharmgefühl immer wieder begehen – schoss es Jaskier poetisch durch den Kopf, als er am Rand des Höhepunktes stand und hinabblickte in den Strudel der Leidenschaft.

Dem Hexer erging es nicht anders. Auch er stand am Abgrund und war kurz davor hinab zu springen, endlich in die Erlösung. Ein letztes gemeinsames Keuchen erfüllte den Raum, als sie gemeinsam über den Rand des Gipfels sprangen und die Erlösung ersuchten. Kraftlos und erschöpft ließ sich Jaskier gänzlich in die Matratze sinken und war von Geralts Hüfte gerutscht. Der Hexer atmete tief und erleichtert auf. Er fühlte sich so furchtbar befreit und erlöst von allem... das unbändige Tier gab endlich Ruhe, sein Körper rebelliert nicht mehr gegen ihn und das Chaos war verstummt und doch gab es einen Drang noch der ihn überwältigte. Geralt drehte Jaskier auf den Rücken. Der Barde sah verblüfft zu dem Hexer auf.

„G-geralt...I-ich..." setzte er atemlos an, wurde jedoch unterbrochen, als der Hexer sich bereits zu ihm hinunterlehnte und ihn in einen langen, lieblichen Kuss zog, der deutlich sanfter, aber nicht weniger leidenschaftlich war, als die zu vorigen.

Rittersporn war überrascht, da er nicht damit gerechnet hatte, aber er ließ sich nicht länger darum bitten, sondern erwiderte den Kuss seinerseits. Der Beischlaf war voller Intension gewesen und himmlisch, aber die Küsse...die Küsse erschienen ihm irgendwie noch tiefgreifender als der Akt selbst, dauerten gefühlt umso länger und waren umso zärtlicher und emotionaler, wie Jaskier empfand. Geralt küsste ihn nahezu mit einem Verlangen, welches aussagte, dass er von Jaskier nicht ablassen konnte, als bekam er nicht genug davon. Geralts Arme schoben sich unter das Leib des Barden und hielten ihn fest, eng an seinen Körper gepresst als wollte er ihn nie mehr loslassen, während Jaskier seine Finger einmal mehr durch Geralts Haare gleiten ließ und die Arme hinter dem Nacken des Hexers verschränkte. Kein Kuss war so langanhalten und voller sinnlicher Zuneigung wie dieser. Zumindest erinnerte sich Jaskier nicht daran, dass irgendeiner seiner vergangenen, geteilten Küsse mit diversen Damen so bedeutungsvoll gewesen waren wie dieser hier. Und innerlich betete der Barde, dass diese Bedeutsamkeit nicht noch heute Abend, spätestens morgen früh bereits an Signifikanz verlor und in Bedeutungslosigkeit abdriftet. Jaskier wünschte dieser Kuss oder eher zu betiteln als Küsse derzeit, würden nie enden und er auf ewig in diesem Augenblick gefangen sein. Wenn dies wahrlich ein vergänglicher, fälschliche Moment entstanden aus Irrglaube sein sollte, so mochte Jaskier auf ewig in diesem Traum gefangen sein und niemals mehr erwachen.

Geralt löste die Verbundenheit und ließ sich dann erschöpft neben Jaskier auf die Matratze fallen. Auch der Dichter glitt wieder tiefer in die Kissen und starrte mit einem überbreiten Lächeln der puren Zufriedenheit an die Decke.

Der Barde drehte sich auf die Seite und betrachtete den Hexer. Geralt hatte die Arme unter seinen Kopf geschoben und starrte an die Decke, aber sein sonst so düsteres, unergründliches Gesicht hatte irgendwie einen Ausdruck der Seligkeit an sich. Jaskier streckte die Hand aus und berührte vorsichtig die Narben des Hexers. Er zeichnete sie mit der Fingerspitze nach.

„Erzähl mir die Geschichten dieser Narben, Geralt." bat Jaskier leise.

Geralt schnaufte aus und gab ein wenig schnoddrig und altbekannt zur Antwort „Sieh an, der Barde hat seine Stimme wiedergefunden."

„Ich will alles wissen über dich und deine Abenteuer."

Geralt schnaufte einmal mehr geringschätzig „Abenteuer? Das klingt glorreich und heldenhaft, für Helden und Glorie gibt es jedoch nur wenig Platz auf dieser Welt. Und erstrecht für mich, einen Hexer, den Schlächter von Blaviken... Was soll ich schon erzählen? Eine Geschichte gleicht der anderen, eine Kreatur hier, eine Kreatur da, Undankbarkeit, Hass und Schmerz, es ist immer dasselbe."

Jaskier senkte kurz traurig und mitfühlend den Kopf. Die Welt war manchmal sehr ungerecht, um ehrlich zu sein, nicht nur manchmal. Jaskier lehnte sich auf den Ellenbogen und richtete sich daher etwas auf, um eindringlich Geralt anzusehen, weswegen der Hexer tatsächlich den Kopf zu dem Poeten drehte und davon absah, weiter die Decke anzustarren.

„Deswegen schwor ich und versprach dir, dass ich dafür sorgen werde, dass die undankbaren Kreaturen namens Menschen ein anderes Bild von dir bekommen und deine glorreichen, heldenhaften Taten endlich erkennen und mit dem Respekt entgegnen, den du verdienst. Und ich halte mein Versprechen. Zumindest werde ich mein Bestes geben und es zumindest versuchen soweit es in meiner Macht und Fähigkeit steht." sagte Jaskier entschieden.

Geralt belächelte die Aussage ein wenig „Du vergisst, du bist auch ein Mensch, Jaskier. Ist es nicht eher so, dass du lediglich daran interessiert bist, erstklassiges Material aus erster Hand für deine Liedtexte zu bekommen, die wiederum dir Glanz und Gloria verleihen?"

Jaskier senkte leicht beschämt den Kopf. Wie er schon einmal innerlich zugegeben hatte, dies waren zu Beginn seine Absichten gewesen... aber als er den Hexer näher kennengelernt hatte und mit eigenen Augen gesehen hatte wie Geralt wirklich ist und seine Abenteuer hautnah, an seiner Seite erlebt hatte, da hatte Jaskier seine Meinung geändert und hatte aufrichtig das Verlangen verspürt sich Geralts Imageproblem anzunehmen und zu verantworten. Außerdem erinnerte Geralt ihn mit dieser Aussage schmerzlich daran, dass er wirklich zu der erbärmlichen Gattung Mensch gehört...und es schmerzte ihn, dass der Hexer ihm dies anmaßt.

„Nein!" gab Jaskier dann mit fester Stimme zurück „So ist das nicht, Geralt. Ich gebe zu, anfangs ist dies vielleicht so gewesen, dass ich nur diesen einen verachtenswerten Gedanken gehegt habe, eigennützig und abscheulich wie der Mensch nun mal ist. Aber ich schwöre, so ist es nicht mehr. Ich bin wirklich daran interessiert, wie die öffentliche Meinung zu dir steht."

„Warum? Warum ist dir das nun so wichtig?" hakte der Hexer nun nach.

„Weil..." setzte der Barde an „...weil es nicht richtig ist und unfair ist, wie die Menschen dich oftmals behandeln und das kann und will ich nicht akzeptieren. Ich bin nun mal dein Freund, ob du es willst oder nicht und Freunde tun das nun mal. Sie sind füreinander da, stehen füreinander ein und kümmern und sorgen sich um das Wohl des anderen... und weil ich... weil ich dich aufrichtig liebe, Geralt von Riva."

Schweigen erfüllte den Raum, fast schon betretenes Schweigen bis hin zu einer tödlichen Stille, die Jaskier innerlich zerriss. Er bat darum, dass Geralt dazu etwas erwidern würde und jede Sekunde mehr, in der Geralt schwieg, zerriss es den Barden innerlich. Er spürte wieder eine gewisse Angespanntheit, denn nun war es offiziell ausgesprochen und nun lag es einzig und alleine an Geralt was er daraus machen würde. Er forderte den Hexer nonverbal dazu auf ihn nicht so auflaufen zu lassen und bitte etwas dazu zu sagen, egal was.

„Nun...das ist der Moment, in dem du irgendetwas darauf sagen solltest..." sagte Jaskier fiebrig, als Geralt weiterhin nicht antwortete.

Der Hexer ließ abermals ein tiefes Schnaufen verlauten und drehte sich wieder gänzlich auf den Rücken, um an die Decke zu blicken.

„Du liebst ein Monster, einen Mutanten." war Geralts einzige Antwort darauf.

„Das spielt keine Rolle und interessiert mich nicht. Außerdem bist du kein Monster. Liegt sowas nicht eher im Auge des Betrachters?" gab Jaskier zurück, ehe er noch etwas leiser und verbittert anfügte „Davon abgesehen liebst du doch selbst ein Monster, oder? Yennefer....es stimmt schon, Hexer werden offenbar von Monstern nahezu magisch angezogen und rennen stets in sie hinein."

Geralt warf nur einen undefinierbaren Seitenblick zu Rittersporn, ehe er wieder unbewegt Richtung Decke sah und nur belanglos emendierte „Monster werden nicht geboren sie werden erschaffen."

Jaskier seufzte innerlich, denn offenbar ließ sich Geralt nichts entlocken, kein Fünkchen Wahrheit und das frustrierte, enttäuschte und verzweifelte Jaskier, denn wie sollte er so je herausfinden woran er war und was diese Nacht zu bedeuten hatte oder wie Geralt nun letztendlich wirklich zu Yennefer stand? Der Hexer war nicht so wortkarg wie sonst, vermutlich noch eine Nachwirkung des Trankes und doch ging er ausgerechnet auf die essenziellsten Thematiken nicht ein und blockte einfach reglos ab.

„Ich will einfach kein Abenteuer mehr von dir verpassen... Zeit ist wertvoll und so vergänglich...zumindest, wenn man ein Mensch ist. Ich weiß, das sind Dinge, die dich nicht kümmern oder nicht kümmern müssen." ein trauriges Lächeln umspielte Jaskiers Lippen „Das Leben ist zu kurz... also tut was Euch behagt und findet was Ihr begehrt..."

„War das nun eine philosophische Weissagung oder spinnt ihr bereits neue Zeilen für ein Lied?" fragte der Hexer monoton.

Jaskier schüttelte betroffen den Kopf „Nein...lediglich eine Feststellung."

„Na schön..." gab Geralt klein bei „Ich erzähl dir ein wenig über meine Narben, aber untersteh dich irgendwelche Liedtexte dir dazu wieder auszumalen."

Der Barde nickte einverstanden und rückte interessiert näher. Er strich über die erste Narbe an Geralts Schulter.
„Vampir." teilte Geralt mit, ohne das Jaskier fragen musste.

Die Fingerspitzen des Barden wanderten weiter über Geralts Brust.

„Und die? Eine Mantikora?"
„Nein, eine Kikimora."

„Woher ist die?"

„Ein Necrophage."

Jaskiers Finger zogen weiter Linien über Geralts Körper, bis er an der Innenseite des rechten Oberschenkels ankam und eine weitere, ausgeprägte Narbe erfühlte „Und die?"
„Eine Frau."

„Oh...." entwisch es Jaskier überrascht.

„Genug davon..." brummte Geralt und machte es sich gemütlicher „...ich bin müde."

„Oh...ja... klar...natürlich..."

Kein Wunder, der Hexer hatte letzte Nacht kein Auge zugetan und hatte noch dazu die ganze Nacht angestrengt mit sich selbst und seinen Trieben gekämpft. Jaskier hatte zwar ebenfalls kein Auge zugetan, aber er spürte derzeit kaum Müdigkeit, was vermutlich noch von dem aufregenden Erlebnis rührte, was noch so frisch war und eine sehr belebende Eigenschaft an sich hatte. Jaskiers Blut rauschte noch so angetan durch seine Ohren und der Gedanke, den Moment nicht verstreichen zu lassen, hatten die Müdigkeit vertrieben und deswegen war der Barde noch hellwach. Geralt hingegen war einfach nur erlöst und erschöpft und wollte demnach nun einfach nur seinen friedvollen Schlaf.

Jaskier lag eine Weile lang ruhig neben dem Hexer und lauschte seinem eigenen, noch immer erhöhten Herzschlag und ließ seine Gedanken kreisen. Er hatte noch immer keine rechte Antwort vom Hexer erhalten und womöglich ist dies seine einzige Gelegenheit, um eine aufrichtige Antwort dem Hexer zu entlocken, jetzt wo die Nachwirkung des Trankes noch ein wenig Effekt auf ihn ausübte und seine Zunge zumindest ein wenig lockerte. Die Frage brannte Jaskier schwer auf der Seele, wie ein Feuer, dass man auf seiner Brust entfacht hatte.

„Geralt...." sagte der Barde mit absoluter Sanftheit in der Stimme, in die Dunkelheit des Zimmers, da die wenigen Kerzenlichter allmählich erloschen waren.

„Mh..." gab der Hexer nur ein vages Brummen von sich.

„Beantworte mir nur eines....was hast du gefühlt? Ist es liebe? Bitte sag es mir...ich muss es wissen. Was hast du empfunden? Was empfindest du wirklich für Yennefer und was für mich...?"

Es blieb still. Der Hexer antwortete nicht.

„Geralt?" hakte Jaskier nach und richtete sich ein wenig auf, um in das Gesicht des Hexers zu sehen, um dann festzustellen, dass Geralt bereits eingeschlafen war.
Seine Atmung war flach und ruhig und er sah so friedvoll aus. Jaskier lächelte leicht, in einer Mischung aus Freude, aber auch Enttäuschung. Vorsichtig streckte er die Hand aus und strich Geralt eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Rittersporn rückte näher und bettete seinen Kopf auf Geralts kräftige Brust. Er schloss auch die Augen und lauschte Geralts Herz, welches tatsächlich deutlich langsamer und ruhiger schlug als das eines Menschen. Selbst jetzt nach dieser heißfeuchten Nacht, hämmerte Jaskiers Herz noch geradezu gegen seine Brust, während Geralts Herzschlag derweil schon wieder völlig ruhig war. Es bildete somit einen Starken Kontrast und es klang als spielten ihre Herzen ein Lied. Sie schlugen so unterschiedlich und doch irgendwie füreinander.

„Ich liebe dich...." nuschelte der Troubadour leise und die Worte fühlten sich irgendwie seltsam an, so hatte er selbst, sie bisher kaum ausgesprochen, auch nicht gegenüber andren Musen und Damen oder wenn ohne jegliche Bedeutsamkeit, doch diesmal fühlten sich die Worte anders an...hinterließen wie ein pelziges Taubheitsgefühl auf seiner Zunge.

Auch wenn Rittersporn keine Müdigkeit verspürt hatte, so schlief er doch schnell ein, angeschmiegt an den warmen, lieblichen Körper Geralts und sank hinab in das Reich der Träume.
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