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Die Vergänglichkeit der Unsterblichen

von Mrs-J
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Het
Legolas OC (Own Character) Radagast Thranduil
06.03.2020
29.03.2021
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06.03.2020 1.218
 
Hallo liebe Leser und Leserinnen!

Ich habe mich entschlossen mich wieder an diese FF zu trauen, nachdem ich sie auf dieser Plattform gelöscht habe. Nach knapp zwei Jahren habe ich wieder die Motivation gefunden weiter zu schreiben! Wie in der Kurzbeschreibung beschrieben wird es sich um eine Thranduil x Oc Romanze handeln. Ich versuche mich möglichst akkurat an den Geschehnissen in Mittelerde zu halten. Falls ich doch einen Fehler bezüglich des Lores machen sollte, scheut euch bitte nicht mich darauf hinzuweisen. Dasselbe gilt für Sindarin Übersetzungen.
Jetzt höre ich aber mit den Schnacken auf und wünsche viel Spaß beim Lesen :)
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Was für ein wunderschöner Tag. Wunderschöne Tage im Großen Grünwald waren nichts Ungewöhnliches. Aber der Tag an dem diese Geschichte beginnt, war selbst für die Einwohner dieses Waldes atemberaubend schön. Der Himmel war wolkenfrei sofern man ihn unter den Blätterkronen sehen konnte. Es war heiß, aber die Bäume warfen sehr viel Schatten, sodass die Temperatur sehr angenehm war. Die Luft, die man einatmete war frischer als nirgendwo sonst. Genau das dachte sich Thranduil als er nach draußen trat. Automatisch nahm er einen tiefen Atemzug und als er merkte wie der neugewonnene Sauerstoff anfing in seinem Blut zu zirkulieren, fühlte er sich sofort lebendiger.
Wie froh er doch war hier zu sein. Schließlich war es hier tausendmal schöner als es Doriath oder Lindon je sein konnte. Das Heimweh, das er während der langen Reise mit sich getragen hatte, war bei der Ankunft im Grünwald wie vergessen.
Er lief los und lauscht dem Knirschen von Gras unter seinen Stiefeln. Ihm gefiel dieses Geräusch. Es beruhigte ihn. Thranduil würde am liebsten den ganzen Tag im Freien verbringen. Er würde sogar an Tagen wie diesen im Freien übernachten. Sein Bett? Eine Wiese. Pflichten als Kronprinzen banden ihn jedoch oft genug am Schreibtisch. Besonders wenn die Zeiten so stürmisch wurden wie jetzt.
Er ließ öfters seinen Blick schweifen. Der Grünwald war so schön, dass er sich täuschen könnte. Denn unter der wunderschönen Fassade brodelte es. Seit einigen Wochen führte Gondor Krieg gegen Sauron. Bei dem bloßen Gedanken schluckte er. Die Valar trugen seit Jahrtausenden einen Krieg gegen Melkor und seinem Schüler Sauron aus. Und das auf den Rücken aller Lebenden auf Adar. In den letzten Jahren war so viel geschehen. Númenor, einem Weltreich gleich, war im Meer versunken nachdem die Númenórer gesündigt hatten und die Ringe der Macht wurden geschmiedet. Nur zwei Dinge aus einer großen Anzahl von Ereignissen. Wenn Thranduil über dies nachdachte fühlte er sich klein und schwach. Er wartete bloß auf den lauten Knall, der alles in Mittelerde verändern sollte.
Seine Füße trugen ihn zum Trainingsplatz. Am heutigen Tag waren viele Elben draußen um zu trainieren. Am Rande standen mehrere Elleths und steckten aufgeregt ihre Köpfe ineinander als jemand im Zweikampf geschlagen wurde. Sein Auftreten schien niemanden wirklich zu stören. Alle waren viel zu sehr beschäftigt mit ihren Übungen. Pfeile durchbohrten Zielscheiben und das Metall von Schwertern traf aufeinander. Nur der oberste Trainer trat auf ihn zu und verbeugte sich leicht. Sein Name lautete Nadir. Thranduil erwiderte seinen Gruß mit einem leichten Nicken.
„Eure königliche Hoheit, was kann ich für euch tun?“ Thranduil ließ seinen Blick schweifen. Heute trainierten erstaunlich viele Bogenschützen.
„Ich würde gerne trainieren. Ich laufe noch Gefahr, dass meine Gelenke erstarren.“ Der Elb, dessen Haare die Farbe von Pech besaßen, schmunzelte leicht und nickte.
„Was wollt ihr tun?“
„Defensives Nahkampftraining zum Aufwärmen.“ Der Trainer kehrte mit seiner großen Gestalt Thranduil den Rücken zu und betrachtete sich seine Schüler. Schließlich fällte er seine Wahl und rief laut: „Audmiël!“
Eine junge Frau drehte sich um. In ihrer Hand hielt sie noch den Bogen und in ihrem Köcher lag nur noch ein einzelner Pfeil. Anhand ihrer hellblonden Haare erkannte Thranduil, dass Sindarblut durch ihre Adern floss und als sie näherkam erkannte er ihr Gesicht. Wenn er es sich richtig ersann, war dies die Tochter des Feldstrategen seines Vaters.
„Audmiël ist eine ausgezeichnete Bogenschützin.“, erklärte Nadir noch aus ihrer Hörweite. „Sie könnte jedoch noch etwas Übung im Nahkampf gebrauchen.“
Audmiël trug anders als die anderen Schüler ihre Haare zu einem kunstvollen Knoten zusammengebunden. Einzelne Strähnen hatten sich bereits gelöst.
Als sie endlich ankam, machte sie als Zeichen der Ehre einen Knicks. „Eure königliche Hoheit.“
„Führe auf den Prinzen mehrere Angriffe aus. Du sollst verschiedene Angriffsstrategien üben.“ Audmiël machte zunächst große Augen, als sie hörte, dass sie mit dem Prinzen trainieren sollte. Sie fasste sich schnell und legte sowohl den Köcher als auch den Bogen ab. Aus einer Seitentasche holte sie einen zylinderartigen Gegenstand. Mit einem Ruck zog sie ihn auseinander, sodass sich ein Kampfstab zeigte.
Thranduil zweifelte, ob dieser Kampfstab aus Holz seinen Klingen standhalten könnte, aber Audmiël erklärte ihm, er könne ruhig mit seinem Schwert kämpfen.
„Macht euch keine Sorgen. Meine Waffe wird eurem Schwert standhalten.“ Thranduil meinte in ihrer Stimme Angriffslust hören zu können. Doch darüber konnte er sich nicht viele Gedanken machen, denn Nadir gab bereits das Zeichen zu beginnen.
Audmiël zögerte nicht und holte sofort zum Schlag aus. Mühelos konnte er ihren Angriff parieren und seine scharfe Klinge traf auf das stumpfe Holz ihres Stabes. Er staunte nicht schlecht als ihre Waffe offensichtlich keine Kerbe davontrug. Der nächste Schlag hätte ihn am Kopf getroffen, aber Thranduil wich geschickt aus.
Audmiël ließ nichts unversucht. Sie war relativ klein und dünn für eine Kriegerin. Diese Schwäche schien eine besondere Stärke zu sein. Unzählige Male wirbelte sie um ihn herum und versuchte seine Orientierung zu nehmen. Besonders gefährlich wurde es für Thranduil, als sie die Chance nutzte und zwischen seinen geöffneten Beinen sprang und mit ihrem Stab direkt auf die Fußknöchel zielte. Thranduil konnte seinen Fall erst im letzten Moment abwenden.
Dann brach Nadir den Kampf ab und beide tauschten ihre Aufgaben. Thranduil sollte nun angreifen und Audmiël abwehren. Er konnte in dieser kurzen Pause sogar den Stolz in ihren Augen sehen, sich bis jetzt so gut gegen den Kronprinzen geschlagen zu haben. Dieser Stolz war sofort verflogen, als sie sich auf den nächsten Kampf vorbereitete.
Thranduil dachte keine Sekunde darüber nach gnädig zu sein. Er setzte seine ganze Kraft und Geschick ein um Audmiël zum Fallen zu bringen. Sie jedoch, reagierte schneller als er erwartet hatte und wich seinen Schwerthieben elegant aus. Trotzdem dauerte es nicht lange und Audmiël verlor durch ein gewagtes Ausweichmanöver ihr Gleichgewicht. Er nutzte dies und versetze ihr einen letzten Tritt, sodass sie in das zertretene Gras fiel.
Mittlerweile wusste jeder von der Anwesenheit des Prinzen Bescheid. Die ganze Aufmerksamkeit lag auf Thranduil und Audmiël fokussiert, die sich aufsetzen wollte. Thranduils Schwertspitze gebot ihr symbolisch Einhalt.
„Du bist gut, aber du solltest noch viel üben. Wer weiß, was uns noch erwarten wird.“ Seine Worte klangen missmutiger als er eigentlich wollte. Dies schien Audmiël nicht besonders zu stören. Sie rappelte sich schnell wieder auf.
„Es war mir eine Ehre mit Euch zu trainieren.“, sagte sie zum Abschied und als Thranduil ihr das Zeichen gab zu gehen, nahm sie ihre Sachen und kehrte zum Schießstand zurück. Ihm entging nicht, dass sie denjenigen finsteren Blicken zu warf, die sie neidisch musterten.
Thranduil widmete sich schließlich wieder seinem Training zu. Mit Nadir drillte er seinen Körper an jenen Tag solange bis er am Abend völlig erschöpft zum Abendessen erschien. Denn das Gefühl, dass er bereits schon in naher Zukunft seinen Fähigkeiten mehr als lieb vertrauen müsste, schwand nicht.
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