Es warst immer du

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Der Seher
05.03.2020
05.03.2020
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05.03.2020 317
 
~ ~ ~      P r o l o g     ~ ~ ~

„Du hast gesagt, ich kann dir vertrauen. Du hast gesagt, du wärst der eine…“ Ivar presste die Worte leise zwischen seinen Lippen hervor, als er vor Heahmund’s Grab stand. Teilweise gepackt von Wut, teilweise von der Bitterkeit, die er schon seit Tagen empfand – seitdem er vom Tod des Bischofs erfahren hatte.

Ein Teil von ihm war froh, hatte sich mit einem zufriedenen Grinsen geschmückt, als er es gehört hatte – der Verräter hatte bekommen, was er verdient hatte, als er im Kampf gefallen war; selbst schuld, wenn er der blonden Hure mehr vertraut hatte als ihm. Doch ein anderer Teil von ihm, den er immer unterdrückt hatte und den er nie hatte ans Tageslicht kommen lassen wollen – der sehnte sich. Sehnte sich nach dem, was hätte sein können. Dieses Gefühl ließ ihn nicht mehr los.

So sehr er Heahmund auch vergessen wollte – er konnte nicht. Seine Wut und sein gebrochenes Herz ließen es einfach nicht zu.

Ein Jahrtausend, hatte die dunkle Hexe ihm gesagt.

Ivar schnitt sich mit einer festen Bewegung tief in das Fleisch seiner Handinnenfläche und umfasste den kleinen Beutel aus dunklen Leinen, den sie ihm gegeben hatte; das Blut tränkte den Stoff und vermischte sich mit den Dingen, die sich darin befanden.

Es roch nach Tod und unnatürlichen Dingen, die er nie zuvor gerochen hatte.

Es war eine verzweifelte Entscheidung gewesen, sich an schwarze Magie zu wenden, doch irgendwann hatte Ivar beschlossen, dass ihn die Konsequenzen nicht mehr interessierten. Er wollte wirklich nur das, was ihm gehörte…

Als er den verfluchten Beutel über das Grab hielt, sah er den kleinen Blutstropfen zu, wie sie seicht auf die Erde  fielen.

Ein Jahrtausend würde der Zauber halten.
Ein Jahrtausend, in dem Heahmund's und seine Seele miteinander verbunden waren, verflucht dazu, sich immer wieder zu begegnen.
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