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Hexenbann (zwischen Opferspuk und Schule der Besessenen zu lesen)

GeschichteMystery, Freundschaft / P16 / Gen
Catherine Corrigan OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
04.03.2020
04.03.2020
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04.03.2020 22.030
 
Belial sprang hastig auf. „Danke, Euangelion!“ rief er und war verschwunden. Astaroth war inzwischen schon vor Notre Dame aufgetaucht, verwandelte sich in Astarte, elegant und zeitlos gekleidet, mit makelloser Frisur und durchgestylt und betrat zögernd die Kathedrale. Vorsichtig sah sie sich um und entdeckte schon bald eine Frau die vor einem der seitlichen Altäre kniete und inbrünstig betete. Unwillig verzog Astarte das Gesicht. Die Frau betete für eine gute Beichte zum Heiligen Blasius. Entschlossen trat die Göttin jedoch auf die Betende zu. „Hach, wo ist denn nur der Altar vom Erasmus?“ fragte sie mit leichtem Spott. Die Frau unterbrach ihr inbrünstiges Gebet und wandte sich mit einem freundlichen Lächeln um. „Hat Sie Beschwerden des Unterleybes? Ich kann ihr ein gar gut Kräutertrunk bereiten.“ bot sie an. Astarte lächelte. „Nein... mir ist nur gerade im Moment übel... aber...der Kräutertrunk hört sich doch sehr gut an. Ich bin... Therapeutin und ich glaube, wir sollten uns mal unterhalten...“
„Therapeutin? Dies Wort ist mir nichtgeläufig.“ sagte die Frau verwundert. Astarte lächelte dünn. „Das heißt, ich... berate Leute und helfe ihnen mit meinem Rat. Außerdem bin ich die Sekretärin eines Botschafters.“ „Die was eines was seyd Ihr?“ die Frau sah sie verwirrt an. „Eines Gesandten – aus einem anderen Land, der hier für seinen Herrscher ist und ihn sozusagen vertritt – und ich bin seine Schreiberin.“
Astarte spürte, dass Belial sich in der Kirche direkt – in der Sakristei – materialisierte und sah, dass die Frau zusammenzuckte. „Ich... der Böse ist hier... lasset uns eilen. Es hätte nicht geschehen dürfen, dass er sich kann befreyen!“ murmelte sie hastig, bekreuzigte sich eilends und huschte davon. Astarte lief ihr nach. „Wer ist gekommen?“ Aus dem Augenwinkel sah Astarte wie Pierre auf die Frau zukam. Der Kardinal stutzte als er die Göttin erkannte, die er einmal im Boulevard kurz gesehen hatte. Sie nickte ihm zu, schickte ihm ein: „Beruhigen Sie Fürst Lucifer, ich kümmere mich um die Frau, das ist einfacher, ich kann in dieser Gestalt „nett“ erscheinen und als Frau dazu.“ und verließ mit der geheimnisvollen Frau die Kathedrale.
Belial stürmte im gleichen Moment aus der Sakristei. „Wo ist dies Weib?“ fragte er sichtlich verärgert. „Metatrons... Sekretärin kümmert sich bereits um sie – von Frau zu Frau, sozusagen... Die  beiden sind gerade raus.“ Belial wollte den beiden nacheilen, doch der Kardinal hinderte ihn daran. „Ich denke, „Asta“ wie die Damen Metatrons Bürohilfe nennen – wird als Astarte mehr aus der Frau rauskriegen als du, Lucian! Und ich bin sicher, dass du erfahren wirst, wo die beiden Frauen hingehen, denn soweit ich das von Kat und Julien mal mitgekriegt habe, habt ihr Seraphim einen eigenen telepathischen Pfad, der unbemerkt von anderen – auch Engeln – funktioniert.“ „Von Julien sicher nicht!“ widersprach Belial erstaunt. „Doch, der hat sich darüber beschwert.“ antwortete der Kardinal grinsend. „Aber ich würde vorschlagen, dass ich mich umziehe und dann als einfacher Pfarrer mit dir mitkomme.“ Belial sah ihn überrascht an, schnippte jedoch nur beiläufig mit den Fingern und schon stand der Kardinal in einem einfachen schwarzen Anzug mit dem typischen Kragen eines einfachen Geistlichen vor ihm. „Gehen wir.“ meinte er mit einem zufriedenen Blick auf Pierre Pasquieu. „Bist du verrückt geworden? Jeder hätte sehen können, dass du...“ „Bleib auf dem Teppich, Pierre! Ich habe dafür gesorgt, dass keiner das mitgekriegt hat!“ unterbrach Belial ihn ungeduldig, packte ihn am Arm und zerrte ihn fast aus der Kathedrale.
Auf dem Vorplatz sah er sich hastig um. „Siehst du Astaroth – oder Astarte und dieses Weib irgendwo?“ fragte er den Kardinal ungehalten. Pierre Pasquieu sah sich um.„Nein, ich fürchte, die beiden sind in irgendein Café gegangen und unterhalten sich. Aber es gibt einige nette Adressen in der näheren Umgebung. Übe dich in Geduld, Astaroth wird sich melden, da bin ich sicher.“ Belial warf dem Kardinal einen vernichtenden Blick zu. „Diese Hexe wendet Voodoo an um mich zu foltern, sie wimmert vor Vater um Vergebung und wagt es auch noch – als ob es noch nicht genug ist mich mit unerträglichen Schmerzen zu malträtieren – einen Bann auf den Boulevard zu legen, der verhindert, dass jeder unterhalb eines Seraphim rauskommt?“ fauchte er. „Oh, ich dachte, ihr Engel...“ „Nein! Metatron, Astaroth und ich sind die einzigen – gut, Kat würde auch noch rauskommen, aber Julien genauso wenig wie Hagiel oder sogar Kerubiel!“
„Gut, ich verstehe, dass du ungehalten bist, aber mir ist jetzt nach einem Kaffee und nach einem Eis... Vielleicht fällt dir das Warten dann damit auch leichter.“ meinte Pierre Pasquieu belustigt und nicht wirklich eingeschüchtert von Belials finsterer Miene. Zielsicher führte er Belial zu einem kleinen, in einer Seitengasse gelegenen Café in der Nähe, bestellte zwei Kaffee und zwei Eisbecher. „Entspann dich einfach. Asta ist eine schlaue Person..., egal in welchem Aspekt er oder sie sich zeigt.“ munterte er Belial auf.
In einem anderen Café, auch unweit der Kathedrale gelegen, hatte Astarte es sich mit der Frau gemütlich gemacht. „Ich bin Asta Rte-Roth, wie darf ich Sie nenne, meine Liebe?“ „Oh, ich bin... ähm Catherine Dubois...“ Überrascht sah Astarte die Frau an. „Dubois? Der Neffe des Erzbischofs, Pierre Kardinal Pasquieu heißt Julien-Noel Dubois. Welch Zufälle es gibt... seine Freundin ist Amerikanerin und heißt Katherine... Im Französischen... sie wird in Frankreich bleiben, vorwiegend, wird es allerdings wohl auch zu Catherine Dubois, Duchesse de la Grâce werden...“ „Sie sagte, Sie diene einem Gesandten aus fremdem Lande als Schreiberin?“ fragte die Frau. Astarte lächelte. „Ja, Merlin Tyronne SaintCyr. Er ist der Gesandte eines sehr mächtigen Herrschers. Ich komme zwar aus einem anderen... Land, aber da... mein Landesherr sozusagen... ein guter Freund und Verwandter meines... Arbeitgebers ist und mein Landesherr einen von den Untertanen des mächtigen Herrschers hat... fanden beide Gesandten die Lösung sehr... humorvoll. Und ich muss sagen: Ich mag die Arbeit. Ich habe einen wirklich netten Kollegen mit Euangelion, sehr nette Freundinnen mit den Gemahlinnen beider Gesandter und auch mit der schwesterlichen Freundin und der Patentochter meines... Landesherrn verstehe ich mich sehr gut.“
„Seyn Sie nicht grame mir, wenn ich gar frey heraus sagen thu, dass Sie ein gar armourös Weib zu sein scheinet. So ist es gar schwere für mich, zu glauben was Ihr saget. Welch anständig Frouwe würd' in Eurer Gegenwart ihren Manne allein lassen?“ Astarte lachte leise. „Mein „Landesherr“ hatte seine amourösen Abenteuer – und ja, es war interessant... zweifellos...- aber er ist seit gut einem Jahr verheiratet und schaut seitdem keine andere Frau mehr an. Sein Kollege – mein Chef – ist im Dezember vom Papst persönlich getraut worden und ehrlich gesagt, ich könnte nackt vor ihm herumtanzen, genauso wie vor meinem Landesherrn... beide würden gar nicht reagieren. Vermutlich würde ich nur eine Rüge bekommen, dass ich die Botschaft als Schreiberin nicht würdig vertrete, wenn ich mich so gebe.“ Die Augen der Frau wurden groß. „Von seyner Heyligkeit höchstselbigst? Das Sakrament der Ehe?“ Astarte lächelte als sie nickte. „Und der Sohn meines Landesherrn wurde vom Papst getauft... Dr. Lucian B. Rayne und seine Frau Selvaggia sind auch – zu Recht – sehr stolz auf ihren Sohn.“ „Ein gar Hochgelehrter als Fürst?“ fragte Catherine erstaunt. „Ja, er hat in Wirtschaft und Historie einen Abschluss gemacht – wie sein... Cousin, Dr. Derek Rayne – wobei der Theologie und Anthropologie studiert hat – und seine Frau ist auch eine Art...Beraterin, oder eine Medizinerin...“ „Oh, sollte sie gar eine Kräuterkundige Wehmutter seyn? Wie gern würde ich mit dieser reden. Gar vieles scheynet mir gar seltsam.“
Versonnen nickte Astarte. „Das wäre sicher möglich... aber Rachel Corrigan Rayne ist... keine Wehmutter, oder Hebamme, sondern eine Psychologin. Sie weiß eine Menge über Krankheiten des Geistes. Sie ist ein Mensch – und sie ist gefangen im Boulevard Haussmann 13.“ Erschrocken schlug die Frau eine Hand vor den Mund. „Das arme Weib! Dort herrschet ein gar finster Anhänger und gläubiger Gefolgsmann des Antichristen!“ keuchte sie. Astarte lächelte belustigt, antwortete jedoch: „Meine liebe Madame Dubois, wir alle sind Kinder des Höchsten, des Allmächtigen... vom einst Mächtigsten unter den Seraphim bis hin zum Gras, das sich im Winde wiegt...“ „Die mächtigsten Seraphim – so heißet es – seien die Fürsten selbiger – Metatron und Seraphiel!“ Astarte nickte zustimmend. „Doch das waren sie nicht immer – und mein Arbeitgeber, der Gesandte, dessen Schreibarbeiten ich erledige... gibt auch unumwunden zu, dass mein „Landesherr“ ihm zweifellos überlegen ist – wobei dieser klar die Allmacht des Vaters anerkennt...“ „Sie spricht in mannigfacher Rätselei!“
Mit einem belustigten Lächeln wurde Astarte zu Astaroth. Catherine Dubois schrie leise auf, als sich ihr gegenüber plötzlich ein äußerst attraktiver Mann im Stuhl räkelte, der ein seidenes T-Shirt trug und um dessen muskulösen Unterarm sich eine weiße Schlange wand. „Welch finster Teufeley ist dies!“ rief sie, erstarrte jedoch als sie den Mann in Gedanken hörte: „Ich bin Astarte und ich bin Astaroth. Einst Mitglied des Himmlischen Rates und ebenso einst die mächtigste Göttin des Zweistromlandes. Ich war die Eine, die alle Göttinnen war, Catherine Dubois. Mein „Landesherr“ ist Lucifer, ja, doch mein momentaner Herr und Vorgesetzter ist Metatron, Erster Fürst der Seraphim, vom himmlischen Vater in den Boulevard Haussmann 13 abgeordneter Botschafter des Himmels. Ihm zur Seite steht seine Gemahlin Cassandra, vom himmlischen Vater als Schwiegertochter willkommen geheißen. Um „menschlich“ zu erscheinen nennt mein Herr sich Merlin Tyronne SaintCyr und sein Kollege ist mein Fürst, Lucifer persönlich – Lucian Belial Rayne. Auch seine Ehe mit meiner geschätzten Herrin, Selvaggia ist gesegnet vom Vater.“ Catherine Dubois saß starr vor Entsetzen im Stuhl gegenüber und sah Astaroth wie ein verschrecktes Kaninchen an. Der mächtige gefallene Seraph nutzte den Augenblick um geistig nach Belial zu rufen: „Ich bin mit der Frau im Café „Aux Arts Etc Cafe' Galerie“, gar nicht weit von Notre Dame...“
Belial nickte entschlossen Pierre zu. „Ich weiß wo Astaroth mit ihr ist!“ sagte er, warf eine 50 Euro-Note auf den Tisch, nickte der Kellnerin zu und zog den Kardinal mit sich. An der nächsten Ecke verschwand er mit ihm und tauchte einige Meter von den Tischen vor dem kleinen Lokal „Aux Arts Etc Cafe' Galerie“ auf.
Catherine Dubois sah sich hastig um. „Er ist... dieser Schwarzmagier... er ist nahe!“ „Madame Dubois, bitte beruhigen Sie sich! Ich möchte, dass Sie mit...“ Astaroth lächelte und fuhr dann fort: „Dem einen Trauzeugen von Fürst Metatron, Pierre Kardinal Pasquieu und meinem Fürsten reden. Sie spüren seine Anwesenheit, die Anwesenheit von Für... Dr.  Dr.Lucian Belial Rayne. Zwingen Sie mich bitte nicht einen Bannzauber anzuwenden!“
„Bannzauber?“ Catherine Dubois war hörbar entsetzt. „Ja, und glauben Sie mir – ein Bannzauber von mir wäre... SEHR wirksam.“ Während Astaroth das zu der Frau sagte, schickte er alle Informationen an Belial, der mit dem Kardinal um die Ecke kam und sich mühsam beherrscht neben Astaroth setzte, ihm einen finsteren Blick zuwandte und sich dann mit einem erzwungenen Lächeln an die Frau wandte: „Madame Dubois – ich bin Lucian Belial Rayne, Botschafter der Unterwelt und Fürst der Hölle. Meinen Begleiter, Pierre Kardinal Pasquieu, den Erzbischof von Paris haben Sie sicher auch noch nicht persönlich getroffen.“ begann er höflich das Gespräch. Die Frau saß wie erstarrt da und starrte Belial an. „Ich habe von Astaroth gehört, dass Sie Catherine Dubois heißen... Katherine heißt auch meine in der himmlischen Kathedrale getaufte Patentochter – Seraphiel ist ihr erster, Michael ihr zweiter, Hagiel ihr dritter und Kerubiel ihr vierter himmlischer Pate. Wenn sie in so zwei, drei Jahren den Neffen des Kardinals heiratet – und diese Ehe ist... sozusagen schon im Himmel geschlossen worden, dann wird sie auch Dubois heißen.“
Die Frau wollte sich hastig erheben, doch Pierre Pasquieu hielt sie fest. „Bitte – ich glaube, in der Familienchronik meines Neffen gibt es eine Catherine Dubois, die um1450 lebte, sogar hier in Paris.“ Die Frau zitterte. „Ich denke, ein leichter Bann, Madame, wird sie besser daran hindern erneut die Flucht ergreifen zu wollen... - oder zu können...“ sagte Astarte, zu der Astaroth wieder geworden war und mit einer leichten Handbewegung konnte sich die Frau nicht mehr rühren.
„Madame Dubois, Sie haben mich wirklich verärgert!“ begann Belial erneut. „I... Ich... wie...k... könnte ich? Ich diene nicht der Finsternis und bin keinerley Schuldigkeit gefällig!“ „Das habe ich auch nicht gesagt! Ganz im Gegenteil: Sie haben mich verärgert! Wären Sie eine mir Gehorsam schuldige Hexe hätte ich Sie schon längst zertreten wie eine lästige Küchenschabe!“ fauchte Belial wütend. Catherine Dubois zuckte zusammen. „Und nicht nur mich! Wir Seraphim – Metatron, Astaroth und ich – können, gleich ob gefallen oder nicht – das Gebäude verlassen, doch Hagiel und Kerubiel können es nicht! Die beiden haben jedoch Pflichten zu erfüllen! Ebenso mein vom Himmel gesandter Sekretär Euangelion. Meine Patentochter Katherine geht zur Schule, ihr zukünftiger Ehemann studiert Theologie und wird zur Universität müssen! Katherine könnte sicher auch mit ein wenig Übung gehen, aber... sie würde ohne ihre Eltern und ihre zwei kleinen Geschwister in einem weit entfernten Land zur Schule gehen müssen und ganz einsam und allein. Außerdem: Was wird geschehen, wenn nach Ostern unsere menschlichen Mitarbeiter den Boulevard Haussmann betreten möchten?“ „Es sey gefangen was finster und böse ist, das war mein Wunsch!“ „Sie verstehen aber nicht, dass Sie auch alle Menschen und auch die dem Himmel treuen Engel gefangen gesetzt haben!“ mischte sich der Kardinal freundlich ein. „Und dazu gehört auch mein Neffe Julien-Noel und einer meiner Priester, der am Freitag wieder Beichtdienst hat.“
„Wer mit dem Bösen paktieret hat keinerley Pardon verdient!“ sagte Catherine Dubois trotzig.„Astarte, bezahlst du? Ich nehme diese kleine fanatische Giftspritze mit in den Boulevard. Mal schauen, ob sie sich befreien kann. Bei so viel Selbstgerechtigkeit und in Anbetracht dessen, dass sie es gewagt hat mich mit Voodoo zu malträtieren möchte ich das allerdings bezweifeln.“ „Aber natürlich Monsieur Rayne.“ antwortete die Göttin charmant, „Wobei vielleicht ein Ausflug in die Anden sehr nützlich sein könnte...“ Belial lächelte finster. „Eine ausgezeichnete Idee... deinen Vorgänger besuchen...“
„Ah, okay... diesen kleinen Giftmörder... wie hieß er doch? Graphael?“ meinte Pierre nachdenklich. „Graphiel, Eminenz. Und der war von der himmlischen Fraktion und wollte die Schwiegertöchter des Himmlischen Vaters und seine kleinen Enkel vergiften...“ „Wofür er aber wenigstens büßen darf! Und soweit Julien-Noel mir erzählt hat, hat selbst Metatron keinerlei Gnade mit diesem kleinen bigotten Widerling gehabt!“ Catherine Dubois sah entsetzt alle drei an. „Ein Seraph der kein Erbarmen kennt?“ „Der kleine Mistkerl wollte Metatrons Frau umbringen – und meine dazu, Madame Dubois! Und ehrlich gesagt, so wie Sie reden, sich kleiden und sich geben scheint mir wirklich, dass Sie nicht aus diesem Jahrhundert kommen!“ knurrte Belial hörbar wütend. „Sire, wenn ich vorschlagen dürfte: Lassen Sie Catherine Dubois doch einfach die Bekanntschaft von Cassie, Selvi, Kat, Rachel und Tilly machen – und natürlich von Sylvie... vielleicht wird ihr das helfen... Vorurteile zu überwinden.“ versuchte Astarte ihn zu beruhigen. „Und wenn sie dann auch noch Fürst Sariel kennen lernt und die Kinder...“
Belial sah, wie die Frau nach etwas griff und riss ihr im nächsten Moment eine Voodoo-Puppe aus der Hand. „Damit habe ich dich, Catherine Dubois! Denn Voodoo ist schwarze Magie!“ fuhr er sie an. Die Frau zuckte zusammen. „Ich...ich habe meine Sünde bekannt und sie wurde mir vergeben!“ „Ach wirklich?“ murmelte Belial mit sardonischem Grinsen, packte die Frau und verschwand mit ihr.
In den Anden tauchte er mit ihr auf – vor dem Felsvorsprung unter dem Graphiel blutüberströmt für seine Missetaten büßte. „So sieht der Lohn für Verrat am Himmlischen Vater aus – begangen an Metatron und mir!“ Graphiel wimmerte, während Catherine Dubois entsetzt zu Belial sah. „Aber der allmächtige Gott...“ „Hat diese Angelegenheit denen seiner Söhne überlassen, denen Graphiel schaden wollte.“ Belial seufzte genervt auf, als er Seraphiels Stimme erkannte. „Sieh einer an... Mr. Seraph Oberschlau...“ „Sei bitte nicht so respektlos, Lucifer! Ich weiß, ich habe... nicht das Wissen und auch nicht die Empathie gehabt um mich damals richtig auszudrücken. Das bereue ich, denn ich habe dadurch die Sympathie meiner Patentochter eingebüßt!"
„Ja – und nicht nur die, aber davon mal ganz abgesehen: Was willst du?“ „Catherine Dubois den Willen unseres Vaters verkünden...“ antwortete Seraphiel, bevor er sich an die Frau wandte: „Der Herr, dein Gott sieht voller Gnade auf dich, Catherine Dubois. Du hast dich durch dunklen Fluch erhoben, bereit die Deinigen zu schützen, doch sei gewiss, die Deinigen sind nicht in Gefahr. Der himmlische Vater wünscht, dass Lucifer dich mit in die Gesandtschaft von Himmel und Hölle nimmt und du dort zur Ruhe kommen kannst. Den Bann wirst du aufheben! Das ist der ausdrückliche Wunsch des Himmels! Dein Himmlischer Vater überlässt es dir und seinen Söhnen sich zu einigen wie deine Zukunft sich gestalten wird. Friede sei mit dir!“ Belial grinste diabolisch. „Sehr schön, dann kann ich ihr mit Vaters Erlaubnis also die Voodoo-Puppe mit einer eigenen heimzahlen?“ Die Frau zuckte zusammen. „Werde nicht gemein, Lucifer! Entbiete unserer Patentochter meine aufrichtigen Grüße, gehabe dich wohl!“ Damit verschwand Seraphiel.
„Tja, Madame Dubois, wo Sie nun gesehen haben, wie wir mit Verrätern und Sündern im Boulevard Haussmann zu verfahren pflegen – und wo Sie sozusagen eine ausdrückliche Einladung von Metatrons und meinem Vater bekommen haben... Herzlich willkommen...“ sagte Belial mit einem leisen Seufzen und erschien mit ihr in der Küche.
"Meine Damen und Herren, das ist Catherine Dubois, die weiße Hexe die mich die letzten Tage mit diesem Voodoomist gequält hat. Ja Julien, sie ist eine Vorfahrin von dir." fügte er hinzu als er sah wie dieser ihn fragend anstarrte als er seinen eigenen Nachnamen hörte. Man konnte in seiner Stimme hören, dass er Catherine am liebsten lynchen würde, aber auch dass er sich zusammenriss um ihr eine Chance zu geben sich zu erklären. Und genau das war es was Kat so an ihrem Patenonkel schätzte.
Selvaggia trat auf die Besucherin zu und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht. "Das ist dafür, dass Sie meinen Mann so gequält haben. Sie kennen uns nicht und nehmen sich das Recht heraus einen der heftigsten Voodoozauber gegen ihn anzuwenden den es gibt? Und glauben sie mir ich kenne mich damit aus, denn Lucifer war zu meinen menschlichen Lebzeiten mein Lehrer. Und wissen sie was? Ich habe einen schlimmen Fehler begangen weshalb ich dann bei ihm in der Hölle landete! Zuvor jedoch war er es, der mich davon abhalten wollte! Er war damals schon nicht so schlecht wie er immer dargestellt wird - und jetzt - er ist der beste Ehemann und Vater den ich mir wünschen kann. Sie haben keine Ahnung... von  uns..." sagte Selvaggia wütend und widmete sich wieder den Vorbereitungen für das Ostermontagsabendessen.  Lucifer der seine Frau hatte reden lassen, blickte zu Mathilde. "Dein Kaffee ist gleich fertig." sagte die Küchenhexe. Sie stellte ihrem Herrn und Freund  den Kaffee hin . "Darf ich ihnen auch etwas servieren?" fragte sie die die Besucherin bissig. "Ich ... ähm ...nein danke." Mathilde sah sie giftig an. "Haben Sie etwa Angst ich vergifte sie?" Sie schüttelte den Kopf. Mathilde zuckte mit den Schultern.
"Danke Tilly!" sagte er freundlich. Belial nahm einen großen Schluck  seines Kaffees. "Wir beide reden nachher in meinem Büro!" sagte er in Gedanken nebenbei zu Astarte. "So und nun zu Ihnen Miss Dubois. Sie haben gehört was unser Vater möchte. Sie lösen den Bann über den Boulevard... und zwar sofort. Und Sie lassen mich mit diesem Voodoogedönse in Ruhe..." Die junge Frau schrie auf, als er ihr eine ihrer langen Haarsträhnen ausriss. "... ansonsten dreh ich den Spieß um und lege noch einen Bann gegen Sie drauf, der um einiges heftiger ist als Voodoo."  drohte er. "Und sie können froh sein, dass ich hier höllischer Botschafter bin und somit auch wieder für meinen himmlischen Vater arbeite. Nur deshalb habe ich noch keine Magie gegen Sie angewandt. Machen Sie was Vater wünscht. Lernen Sie die Frauen hier kennen - Metatrons und meine Ehefrau - meine Patentochter und unsere Freundinnen Mathilde und Sylvie und auch die anderen um zu verstehen, was hier in der himmlisch-höllischen Botschaft überhaupt vor sich geht, warum es notwendig ist, dass Himmel und Hölle zusammenarbeiten. Anschließend... kommen Sie zur Ruhe!" Er wandte sich an die Köchin: "Tilly - sie wird zum Essen bleiben - indirekte Anordnung von oben." sagte er gereizt. "Astarte! Mitkommen!" "Oh, das bedeutet wohl Ärger." flüsterte Kat.
Im Arbeitszimmer von Lucifer stand Astarte etwas nervös vor ihrem höllischen Herrn. "Dir ist schon klar , dass du es Pierre zu verdanken hast, dass ich dich nicht augenblicklich in der Luft zerrissen habe?" Sie nickte. "Warum bist du einfach weg - ohne etwas zu sagen?" Die göttliche Schönheit schluckte. Selbst sie hatte in gewisser Weise größten Respekt vor dem Höllenfürst. "Fürst Lucifer, ich habe mich all die Jahre in der Hölle gelangweilt, ich als Göttin und Astaroth als Seraph. Ich war bisher ein niemand. Ich war zeitweise Ihre ...Bettgespielin ... ansonsten saß ich einfach nur rum. Ich, ebenso wie Astaroth... haben uns so gefreut als Ihr mich/uns geholt habt um für den himmlischen Botschafter zu arbeiten. Die Arbeit macht Spaß und die Leute und Engel im Boulevard sind sehr nett. Eine schönere Aufgabe kann man sich gar nicht vorstellen.  Und - nun ja ich erhoffte mir einfach, dass ich zeigen kann was alles in mir steckt. Ich hoffe, ich habe nichts Falsches gesagt. Es waren eigentlich lediglich gute Dinge, das Einzige was vielleicht nicht so gut war, falls sie - zwischen den Zeilen lesen kann..." Der Höllenfürst sah sie erwartungsvoll an und trat direkt vor sie. "Was hast du gesagt?" flüsterte er. Astarte, die sehr viel Respekt vor ihm hatte, auch wenn sie bis vor  zwei Jahren hin und wieder mit ihm ihren Spaß hatte, achtet und respektiert sie ihn als ihren Herrn, in jeder Hinsicht. Ihr lief ein Schauer über den Rücken, als er direkt vor ihr stand und ihr mit seinen eisblauen Augen erwartungsvoll in ihre schaute. Sie senkte den Blick. "Nun sie könnte herausgehört haben, dass wir miteinander Sex hatten. Und jetzt wo sie im Boulevard ist." Er starrte die Schönheit, die vor ihm stand kühl an. Sie schluckte. "Selvi weiß es, das heißt sie vermutet es." Kurz darauf wechselte er das Thema.
"Aber ganz ehrlich, ich glaub ich hätte sie sofort angegriffen. Da kommt wieder das Böse in mir zum Vorschein. Vielleicht war es gar nicht schlecht, dass du vor mir da warst. Geselle dich zu den Damen wenn du möchtest, mein schöne Göttin." Sie starrte ihn an, bei seinen letzten Worten. "Na ja, ich muss zugeben... auch wenn mich nur noch Selvi interessiert, dass du nach wie vor... durchaus sehr attraktiv auf Männer wirkst. Sie lächelte. "Keine Angst, ich werde nicht zwischen Euch und Selvi treten." Lucifer nickte. "Würde dir auch gar nicht gelingen! Ich würde vorschlagen wir beraten uns morgen Vormittag mal mit Metatron und Euangelion, was wir denn jetzt mit ihr vorhaben." Jetzt nickte Astarte. "Vielleicht sollten wir auch mit ihr reden, ich denke sie fühlt sich hier auch nicht wohl und... vielleicht wäre es wichtig zu wissen wie sie hierher kam." meinte die schöne Göttin. "Ja, vermutlich hast du recht."
Gemeinsam tauchten sie wieder in der Küche auf wo die Damen sich angeregt unterhielten und nebenher ein kaltes Buffet zubereiteten. Der Höllenfürst trat neben seine Frau und küsste sie vor allen leidenschaftlich, anschließend widmete er sich seinem Sohn und seinen beiden Patenkindern, die sofort angelaufen kamen, als sie ihren Papa und Onkel erblickten.
„Sio Lufifa!“ rief die kleine Christina-Luciana und klammerte sich lachend an Belials Bein. Er grinste, hob sie auf den Arm und warf sie in die Luft, fing sie auf und hob Luciano hoch, der „Papa! Lusino hoch!“ rief. „Na, meine Süßen, was wollen wir machen?“ „Pieln!“ verlangte das kleine Mädchen und ihr Cousin stimmte ihr begeistert zu.
Lucas-Lucian brachte seinem Patenonkel einen Ball und rief: "Ball pieln!" sofort rannte der kleine Junge aus der Küchentür in die Halle von der die Hauptwohnräume abgingen. Seine Schwester und Luciano folgten ihm sofort. "Papa!" rief der Kleinste der drei, als Belial noch immer in der Küche stand. "Ich komme ja schon." sagte dieser müde. Er setzte sich mit dem Ball auf den Boden und warf den Ball in Richtung der Kinder. Sie nahmen ihn abwechselnd und hatten ihre Freude daran den Onkel und Papa immer wieder den Ball holen zu lassen. Nach einer Weile ließ er sich spielerisch nach hinten fallen und rief: "Puh... das ist ganz schön anstrengend wenn man immer dem Ball hinterher kriechen muss!" Die Kinder lachten und stürzten sich mit freudigem Kreischen auf ihn. Er kitzelte sie und alberte mit ihnen herum, bis sie selbst müde wurden. "Unger." sagte das kleine Mädchen. "Na dann, geh in die Küche und sag es deiner Mama, vielleicht gibt es ja schon etwas zu essen." antwortete er seiner Patentochter. Christina rannte sofort los. "Mama, Mama Unger!" Er blickte ihr mit einem Lächeln nach. Er genoss die glücklichen Momente mit den Kindern sehr.
Im selben Augenblick wurde er nachdenklich. "Papa?" rief Luciano als er bemerkte, dass sein Papa plötzlich etwas traurig wirkte. Sofort lachte er wieder, erhob sich und nahm seinen Sohn auf den Arm. "Alles gut mein Schatz, ich habe nur nachgedacht." Metatron, der seinen Bruder mittlerweile recht gut kennengelernt hatte, bemerkte auch sofort, dass ihn etwas beschäftigte. Da Lucifer ihm vor kurzem wieder die Erlaubnis gegeben hatte seine Gedanken zu lesen, fragte Metatron in Gedanken, da er es nicht ohne Lucifers Zustimmung machen wollte. "Was bedrückt dich Großer? Darf ich?" Der Höllenfürst nickte kaum merklich. "Oh, dir schwirrt ja ganz schön viel im Kopf herum. Ich glaube mir würde der Schädel platzen." Lucifer schenkte ihm ein müdes Lächeln. "Tut er auch. Jetzt lässt mich die da in Ruhe, schmerzt der Kopf immer noch... wenn auch aus anderen Gründen."
Er lief zur Kaffeemaschine und wollte seinen Sohn absetzen um sich einen Kaffee zumachen, der fing jedoch sofort an zu weinen und klammerte sich an seinem Papa fest. Kat stand auf und lief zu ihm. Sie hatte eben zwar bemerkt, dass er in Gedanken mit Metatron geredet hat, konnte der Unterhaltung jedoch nicht folgen, da die beiden nicht auf der Ebene der Seraphim redeten, sondern nur miteinander, auf einem sehr privaten Pfad. Sie spürte jedoch durch die enge Bindung die sie mit ihm hatte, dass ihrem Lieblingspatenonkel langsam alles wieder zu viel zu werden drohte. "Ich mach dir einen Kaffee, Onkel Belial. Dann kann Luciano auf deinem Arm bleiben." sagte sie laut. "Danke Käthchen." antwortete dieser liebevoll, fasste der hübschen sechzehnjährigen um die Tailie, zog sie an sich und gab ihr einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange. "Ich muss mal wieder etwas mit Onkel Belial alleine unternehmen, damit er mal wieder etwas abschaltet." Überlegte Kat in Gedanken, da sie immer merkte wie fröhlich er war wenn sie gemeinsam mit ihm etwas unternahm. Sie tat einen Teelöffel Zucker hinein und reichte ihm die Tasse. "So wir können, die Käseplatte war das Letzte!" rief die Tilly fröhlich.  
Catherine Dubois saß am Küchentisch und beobachte den familiären Umgang, der anwesenden Menschen und Engel fassungslos. <<Wie kann das sein? Engel und der Teufel gehen so freundschaftlich miteinander um? Die Menschen wirken als... fürchten sie sich gar nicht vor den drei anwesenden Höllenwesen, während mir der Teufel total unheimlich ist.>> "Essen Sie doch etwas Catherine, sie müssen doch Hunger haben." sagte Rachel freundlich aber reserviert. Die junge Frau nickte und nahm sich eine Scheibe Brot. "Bleiben Sie eigentlich über Nacht hier?" erkundigte sich Mathilde. "Ja das tut sie, Mathilde! Sie bleibt hier so lange wir es für notwendig erachten!" antwortete Metatron mit wenig Begeisterung in der Stimme.  Belial warf ihm einen genervten Blick zu. "Ich weiß, ich bin ebenso wenig davon begeistert wie du, aber du weißt ja, Anweisung von oben." hörte der Höllenfürst ihn in seinen Gedanken. Der Blick seines höllischen Bruders sagte Metatron alles. "Morgen nach dem Frühstück verhören wir sie mal würde ich vorschlagen. Und Lucifer, ich traue ihr nicht lege bitte einen Zauber auf sie damit SIE den Boulevard nicht mehr verlassen kann, jetzt wo du sie direkt hier hast... ist das doch eine Kleinigkeit für dich." "Sicher, mach ich. Und du habe heute Nacht ein Auge auf sie, denn ich werde die heutige Nacht mit Selvi  und Luciano in Venedig verbringen. Ist gleich ein Test ob sie den Bann aufgehoben hat." grinste er teuflisch.
Während die Damen die Reste des Abendessens weg packten und die Küche wieder sauber machten unterhielten sich noch alle in der Küche. "Und gefällt es Ihnen bei uns Miss Dubois?" fragte Kerubiel freundlich. Sie schüttelte heftig den Kopf. Belial legte den Kopf in beide Hände, lachte leise und rieb sich die Schläfen. Metatron verbiss sich ein Lachen oder Grinsen, wie auch die meisten anderen. Julien sagte nichts, er musterte sie nur misstrauisch. Auch Kat und Selvaggia wechselten kein Wort mit ihr, sie waren einfach zu wütend, darüber wie sie Belial gequält hatte.
Nach dem Essen nahm Belial seine Frau die ihren kleinen Sohn auf dem Arm hielt in den Arm, verabschiedete sich und zauberte sich nach Venedig. Sie tauchten gemeinsam in der großen Eingangshalle des Palazzos auf. Sie verharrten einige Sekunden und starrten sich wortlos an. "Sie einer an, sie hat den Bann gelöst." brach er das Schweigen. "Na ist ja kein Wunder, die hat eine Heidenangst vor dir und du hast ihr eine Haarsträhne ausgerupft und gedroht. Deine Stimme war zwar ruhig aber... eiskalt... und sehr angsteinflößend. Dein Tonfall ihr gegenüber ließ sogar mich fast schaudern." gab die Hexe zu. Er schmunzelte. "Tja, das bin ich Hexlein. Ich liebe dich und unsere Kinder, mehr als alles andere. Kat... ebenso, sie ist mir wie eine Tochter. Rachel, Derek... und meine Patenkinder. Aber... ich bin und bleibe der Teufel... und was gewisse Dinge angeht bin ich sehr teuflisch. Hätte Astarte nicht zuerst mit ihr geredet... ich gebe zu... ich hätte es nicht nur bei Worten belassen. Wobei Astarte dabei dummerweise... etwas rausgerutscht ist was sie besser gelassen hätte."
Sie sah ihn ernst an und atmete einmal tief ein. "Falls du Angst sie könnte mir das von dir und Astarte erzählen, falls sie mal mit uns redet... du hast doch mehr oder weniger schon zugegeben, dass du auch mit ihr eine Affäre hattest. Bist ja nicht im Kloster gewesen und... ich weiß, dass du mich nie betrügen würdest." Er nickte leicht. "Freut mich dass du mir vertraust. Aber dein Unterton gefällt mir trotzdem nicht." Sie grinste. "Ich mag Astarte, sie ist witzig, locker... aber sie ist einfach zu schön, aufreizend, verführerisch und  auch wenn sie es nicht vor meinen oder Cassies Augen macht so habe ich doch den Eindruck, dass sie nicht anders kann als mit männlichen Wesen zu flirten wann immer sich die Gelegenheit bietet, sei es bei dir, Metatron oder sonst einem für sie ansprechenden Mann. Ich weiß, dass du mir treu bist... aber eifersüchtig ...bin ich trotzdem etwas wenn sie dir zu nahe kommt."
"Musst du nicht! Seit ich mit dir zusammen bin interessiert mich keine andere Frau. Ich gebe zu, sie ist schon sehr aufreizend, sonst hätte ich wohl kaum was mit ihr gehabt. Ein bisschen Stolz habe auch ich. Aber die Schönste, Einzigste  und wundervollste Frau der Welt steht direkt vor mir." flüsterte er ihr liebevoll ins Ohr und umarmte sie und Luciano. "Lieb gesagt, wobei ich mich so schön nicht mehr fühle, ich bin jetzt im vierten Monat und sehe fast schon aus wie im sechsten." schnaubte sie.  Er musste lachen. "Lucifer! Das ist nicht witzig!" fauchte sie, knuffte ihn aber liebevoll. "Nein, tut mir leid Selvi... was erwartest du? Du bekommst Zwillinge... " "Ja ich weiß, ist schon gut. Hast du Astarte vorhin eigentlich runtergeputzt in deinem Arbeitszimmer?" wechselte sie das Thema. "Nein habe ich nicht, ich sagte ihr zwar, dass ich es nicht gut fand, dass sie diese Sache zwischen ihr und mir erwähnt hat - die diese grottige Hexe nichts angeht. Aber ich hatte ganz ehrlich auch Respekt vor ihr wie sie die Angelegenheit gelöst hat, da ich mich nicht hätte zurückhalten können. Selbst als sie mich dann dazu geholt hatte, musste ich mich schon sehr beherrschen. Aber jetzt lass uns schlafen gehen." Er griff ihre Hand und zog sie mit in den ersten Stock in dem sich die Schlafzimmer befanden.
Als Selvaggia und Belial am nächsten Morgen im Boulevard ankamen, waren Metatron, Cassandra, Mathilde, Astaroth und Euangelion schon beim Frühstücken.  Während Selvi ein freundliches "Guten Morgen" hervorbrachte, murmelte ihr Mann wie immer ein einfaches "Morgen." Sofort stellte Mathilde einen Kaffee vor ihn hin. "Danke Tilly." "Ist sonst niemand hier?" erkundigte sich Selvaggia. "Sind alle gestern noch nach Hause gegangen als es bei euch gestern funktioniert hat. Kerubiel und Hagiel sind mit ins Legat, wegen ihrer Schutzengelfunktion." antwortete Cassandra.
"Und unser geistlicher Hausgast hat sofort das Weite gesucht als er merkte, dass alle anderen weg waren." fügte Metatron sarkastisch hinzu. "Na das wundert mich jetzt gar nicht! Und  haben Sie sich eingewöhnt? Und sich nach dem ersten Schock noch mit den Damen unterhalten oder sind Sie gleich schlafen gegangen als ich weg war?" fragte Belial zwar freundlich, man konnte aber merken, dass er den momentanen Hausgast am liebsten wieder loswerden wollte. "Ich... nur kurz ich habe dieser Dame heute Morgen geholfen den Frühstückstisch zu decken und... Sie hat mir etwas über diese schreckliche Welt erzählt. Sie ist nett und auch die anderen... wie eine große Familie... verstehe aber nichts... ich meine ich... Menschen... Engel... und ich ...ähm... Ihr seid..." Die anwesenden Personen konnten spüren wie ihr höllischer Freund innerlich zu kochen begann. "Ok, das reicht! Halten Sie den Mund! Das Gestottere geht mir auf die Nerven, das sagte ich schon dem Priester. Ich bin Ihnen unheimlich, verständlich, habe Ihnen aber noch keinen Schaden zugefügt, ganz im Gegensatz zu Ihnen! Bedanken Sie sich bei Astarte und dem Kardinal, denn ich hätte mich sonst nicht so zurückgehalten. Und wenn sie jetzt nicht  augenblicklich aufhören so rum zu stottern ...garantiere ich für nichts. Den Bann haben Sie ja gelöst, habt Dank dafür edle Dame!" sagte er belustigt und nahm eine großen Schluck Kaffee.
Etwas sarkastischer fuhr er fort: "Sagt mir, wie kommt Ihr her? Ihr stammt aus dem Mittelalter." Sie starrte schweigend vor sich hin. Belial nahm einen weiteren Schluck Kaffee und sah Metatron kurz an. "Für meine Verhältnisse erweise ich gerade schon sehr viel Geduld, aber Sie sollten sie nicht auf die Probe stellen. Also: Wie sind Sie hergekommen und vor allem warum sind Sie hier?" fragte er noch einmal, doch diesmal sehr barsch.
"Sie sollten meinem Mann antworten, denn er gibt ihnen nicht nur eine Ohrfeige, wenn Sie ihn reizen." sagte Selvaggia ruhig. Catherine schluckte. "Wird`s bald? Meine Geduld hat Grenzen, junge Frau!" versetzte Belial nachdrücklich. Catherine Dubios zuckte zusammen, als Luciano sich mit einem „Mama – dijocade a kekosa!“ an Selvaggia wandte. „Sie... das kann nicht sein, Sie sagt, es sei ihr Sohn mit dem Fürsten der Finsternis da selbst!“ murmelte sie verwirrt. „Darum geht es nicht! Ich will wissen wieso sie hier im 21. Jahrhundert rumlungern statt im 15.!" Erneut zuckte sie zusammen. „Ich...damals wurde meine Familie... bedroht... von... einem eurer Diener, der euch wohl gefällig sein wollte – einem hohen Diener des Königs noch dazu. Dieser wollte meiner Schwester, sie war noch jung an Jahren, Gewalt antun und als ich ihm entgegentrat, da warf er einen gar finster Fluch über mich. Ruhelos sollte ich sein bis ans Ende der Tage und immer dann... erwachen, wenn... wenn... Gefahr droht, meiner Familie... und gestern... war dieser junge Mann anwesend, Julien-Noel... und seine ihm bestimmte Gemahlin ist offenbar eine schwarze Hexe, denn sie ist bei... bei...“ Belial seufzte. „Bei mir, wollten Sie sicher sagen?“ Sie zuckte zusammen und nickte. „Ich hoffe, ich schockiere sie nicht zu sehr, Madame Dubois, aber Katherine ist Lucifers Patentochter – bestätigt und abgesegnet vom himmlischen Vater – und sie ist eine Seraphim.“ mischte Metatron sich ein. „Ihr Nachkomme Julien-Noel ist ein Dynameis, ein Engel des zweiten Chores.“
Verwirrt sah Catherine Dubois ihn an. „Kein Mensch kann... das ist unmöglich!“ „Dem Herrn ist nichts unmöglich...“ murmelte Cassandra. „Aber... ich... ich verstehe nicht...“ „Ich glaube, Kat hat das selber noch nicht so richtig verstanden.“ gestand Belial lächelnd – wenn auch mühsam lächelnd, wie Metatron besorgt merkte. „Ich würde gern wissen von wem Sie bedroht wurden, Madame Dubois?“ erkundigte Euangelion sich interessiert. „Dann könnte ich Nachforschungen anstellen und wir könnten Sie gegebenenfalls erlösen – also nicht ich... aber die mächtigeren Engel oder der Herr selbst.“  Zögernd nannte sie einen Namen, der Belial wütend schnauben ließ. „Oh ja, war eine wirklich widerliche Kröte, der Kerl – nur muss ich die Genehmigung für eine Zeitreise einholen. Früher hätte ich das wahrscheinlich ohne gemacht, Madame, denn Sie nerven mich ungemein und früher habe ich die Aktivitäten mancher Leute in einem andern Licht gesehen als heute, aber gut... Ich fürchte, sie werden noch einige Zeit unsere Gastfreundschaft in Anspruch nehmen müssen...“ „I... Ich...ja... ich meine... wie Ihr meint...“ Selvaggia und Cassandra sahen einander an und seufzten mit Mathilde gemeinsam. „Ich werde auch helfen...ich äh... sah, dass Mathilde eine gar kundige Kräuterfrau ist...und...“ Mathilde schnaubte. „Ich bin eine Hexe – nix Kräuterweiblein!“
Erneut zuckte sie zusammen, da Mathilde das so unumwunden zugab. Belial legte der Köchin eine Hand auf die Schulter. „Ja, aber eine der schlechtesten die ich je in meinen Diensten hatte – gemessen an Höllenstandards...“ sagte er lachend, wandte sich dann jedoch augenblicklich wieder ernst an den Gast aus dem Mittelalter: „Von Ihnen erwarte ich, dass Sie hierbleiben! Ich will Sie nicht suchen müssen, Madame Dubois! Glauben Sie mir, das würde Ihnen nicht gut bekommen und ich will Sie auch nicht andauernd unter einen Bann stellen, der Sie am Verlassen des Boulevards hindert! Wenn Sie gehen, dann nur in Begleitung. Mit Astarte haben Sie sich ja doch ganz gut verstanden. Ich werde derweil um die Erlaubnis für die Zeitreise ersuchen um mich danach um die Beseitigung dieses Fluches kümmern, der Sie getroffen hat. Dann können Sie auch schon hoffentlich bald ins Mittelalter zurück!“ Ein wenig eingeschüchtert nickte die Frau. Belial gab Selvaggia einen liebevollen Kuss und verschwand in den Himmel.
Catherine wandte sich an Selvaggia. "Ihr scheint mir eigentlich recht nett zu sein. Wie kommt es, dass Ihr Euch mit dem Fürst der Hölle eingelassen habt? Und sogar Kinder zeugt? Er war ein Engel und Engel zeugen Neph..." Selvaggia unterbrach sie barsch. "Sie haben doch keine Ahnung Sie dummes Weib. Erstens: Lucifer ist ein Engel, gefallen aber er ist immer noch ein Engel - und ein sehr mächtiger dazu. Sie sollten ihn wirklich nicht reizen, denn er kann ganz schnell - wirklich teuflisch werden wenn man ihn herausfordert.  Ansonsten ist er gar nicht mehr so grausam - er hat durchaus sehr liebevolle Seiten, denn sonst wäre ich nicht mit ihm zusammen! Zweitens: Luciano ist ebenfalls ein Seraphim - zu einem kleinen Teil auch Mensch - aber - kein - Nephilim! Dafür hat der himmlische Vater gesorgt. Er selbst hat Lucifer dazu angehalten Kinder mit mir zu zeugen und hat dafür gesorgt, dass es keine Nephilim werden, denn sonst hätte mein Mann nie mit mir... Sie wissen schon. Und Drittens: Müssten Sie mittlerweile auch gemerkt haben, dass er hier in der Botschaft eng mit dem Himmel zusammenarbeitet. Und Gott wie Sie sagen - liebt ihn noch immer haben Sie das jetzt verstanden?" fauchte Selvaggia den Hausgast wider Willen an.  Sie nickte. "Aber... wenn er mit Ihnen... ich meine er hatte doch schon mit anderen... also...Astarte sagte..." Astarte seufzte. "Merde!"
"Ich weiß, dass er vor mir mit Astarte und auch mit anderen, seinen Spaß hatte, aber es wurden nie Kinder gezeugt! Er hat nie mit menschlichen Frauen geschlafen! Und jetzt halten Sie ihren Mund wenn Sie nur irgendwas daher reden von dem Sie keine Ahnung haben, denn sonst stopfe ich Ihnen ihren erdbeerroten Mund! Und glauben Sie mir - das wollen Sie nicht erleben! Ich bin eine schwarze Hexe und beherrsche die Magie noch immer! Auch wenn ich sie nicht mehr  gern anwende, aber wenn Sie also meinen Sie müssen so weitermachen, werde ich nicht davor zurückschrecken einen schwarzen Zauber auf Sie anzuwenden!" sagte die sonst so liebevolle und ruhige Frau barsch.
"Das mit den merkwürdigen Vorfällen waren Sie? Ich meine dass Autos nicht mehr funktionieren und all die anderen Sachen." wollte Metatron wissen. Sie nickte stumm da sie mittlerweile zu verstehen begann, dass dieser sehr mächtige Engel offenbar mit dem Fürst der Hölle zusammenarbeitete.
"Warum, wenn ich fragen darf? Autos sind doch nicht gefährlich." erkundigte sich Cassandra. "Ich... also... ich halte diese... Höllenmaschinen durchaus für eine Gefahr. Sie machen fürchterlichen Krach und rasen durch die Gegend. Und..." "...sind sehr nützlich in der heutigen Zeit. Nicht mehr wegzudenken!" wurde sie von ihrer Namensvetterin Katherine Corrigan Rayne unterbrochen, die gerade mit ihrem Freund Julien, sowie Hagiel und Kerubiel die Küche betrat. Hagiel trat sofort neben Mathilde. "Wunderschönen, guten Morgen, mein Zuckerstückchen." flüsterte er ihr ins Ohr und gab ihr zur Überraschung der anderen einen ziemlich leidenschaftlichen Kuss. "Wo ist Onkel Belial?" wollte das hübsche Mädchen wissen. "Er ist beim himmlischen Vater um die Erlaubnis einer Zeitreise einzuholen." antwortete Selvaggia genervt. "Und warum giftest du mich deshalb so an?" fragte Kat. "Wegen der da!" fauchte sie und zeigte auf Madame Dubois. "Kann ich verstehen Selvi, ich mag sie auch nicht - ob Vorfahrin von mir oder nicht - sie hat... jemanden verletzt und gequält der mir und meiner Schwiegerfamilie nahesteht."
Zeitgleich im Himmel:
Der Höllenfürst traf im Himmel ein. "Lucifer, welch Freude dich zu sehen. Ich dachte schon du kommst mich besuchen mit deiner reizenden Frau und dem kleinen Luciano, wie ich aber sehe bist du allein." Der himmlische Vater wirkte enttäuscht wie Lucifer feststellte.  "Ach ja, darum hast du ja gebeten. Ich werde es machen Vater, wenn dieser Fall abgeschlossen ist. Aber momentan bin ich hier um mir die Erlaubnis einer Zeitreise einzuholen. Um herauszufinden welcher Fluch damals auf Catherine Dubois gelegt wurde der sie dazu verdammt in andere Zeiten zu reisen um ihre Ahnen zu beschützen, denn aus diesem Grunde ist sie hier." erklärte er seinem Vater. Dieser nickte. "In welche Zeit möchtest du mein Sohn?" Belial seufzte. "15. Jahrhundert!" Der himmlische Vater starrte ihn an. "Das ist ja das finsterste Spätmittelalter, eine sehr gefährliche Zeit! Wenn dich jemand erkennt, dann wird es selbst für dich gefährlich!"
Er seufzte. "Ich gewähre es dir Lucifer, aber... nur dir allein! Du hast dich damals schon im Mittelalter aufgehalten, du kennst das Leben und weißt um die Gefahren dieser Zeit. Nur bedenke... die Gefälligkeiten die ich dir hier gewähre, meine Häuser zu betreten ist dir dort nicht gewährt, da es sich um die Vergangenheit handelt in die du reist. Solltest du also eine Kirche betreten müssen, musst du dir entweder etwas anderes einfallen lassen oder  die Qualen ertragen."  Der Höllenfürst seufzte. "Danke Vater!" Dieser nickte besorgt. "Lucifer!" rief er scharf als dieser sich gerade in den Boulevard zurück zaubern wollte.  Dieser drehte sich noch einmal um. "Vater?" "Pass auf dich auf!" Der Höllenfürst nickte und fügte ein Nicken als Gruß an und verschwand.
Die Frau starrte den jungen Mann entgeistert an. "Aber... Julien... er ist der... " weiter kam sie nicht, stattdessen zuckte sie zusammen als der Fürst der Finsternis wieder in der Küche erschien. Julien schüttelte den Kopf. "Sie sind echt zu dämlich um zu begreifen!" fauchte Julien. "Zeitreise genehmigt. Ich hoffe ich bin bis heute Abend wieder da." Er legte fast schon provokativ einen Arm um Kat und Julien. "Hallo Käthchen, Julien, schön euch zu sehen."  Er küsste Kat zärtlich auf die Wange, bevor er sich seiner Frau zuwandte. "Bis später meine Schöne." sagte er und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. "Lucifer, sei bitte vorsichtig. Wir brauchen dich noch."  Er lachte. "Aber sicher doch!" antwortete er und verschwand.
Er tauchte im mittelalterlichen Paris in einer dunklen Seitenstraße in der Nähe des Notre Dame auf. Er machte eine schnelle Handbewegung und trug augenblicklich mittelalterliche Kleidung. Nach einen Schnippen der Finger trug er noch einen schwarzen Umhang mit Gugel, wie es im Mittelalter üblich war. Er setzte sich den Gugel auf und trat vor die Kathedrale.  Er hatte das Gefühl, dass sich im inneren der Kathedrale - in der gerade ein Gottesdienst stattfand - auch Catherine Dubois befand.
Er seufzte. Er musste es irgendwie herausfinden, also lief er um die Kathedrale zu einem Seiteneingang in der Mitte, so dass er die Kathedrale einigermaßen gut überblicken konnte. Er atmete einmal tief durch und machte zögernd einen Schritt in die Kathedrale. Sofort wurde ihm schlecht, die Luft blieb ihm weg und er hatte das Gefühl zu ersticken. Er riss sich zusammen und sah sich kurz um. Als er schon fast aufgeben wollte erblickte er die weiße Hexe Catherine Dubois. Er trat wieder hinaus schloss die Tür und sank vor Übelkeit zu Boden. Eine ältere Dame näherte sich. "Kann ich Euch helfen junger Mann?" fragte sie freundlich. Er schüttelte den Kopf. "Nein da... habt Dank, aber ich komme zurecht." Sie nickte und wollte sich schon verabschieden. "Madame, wartet bitte. Sagt mit wie lange etwa dauert die Messe noch?" "Sie hat eben erst angefangen." "Habt Dank." Er seufzte und setzte sich an das Ufer der Seine, so dass er den Haupteingang der Kathedrale im Blick hatte.
Nach einer Stunde endlosen Wartens kamen die gläubigen Katholiken endlich aus der Kathedrale. Belial zog sich den Gugel weiter ins Gesicht, sodass er unerkannt blieb und heftete sich an Catherine Dubois Fersen, als diese die Kathedrale Notre Dame verließ. Er folgte ihr zu einem kleinen Haus, wo die junge Frau schon erwartet wurde, von jenem Mann den Madame Dubois, in der Zukunft erwähnt hatte. Er erkannte ihn wieder, er hatte ihn damals mehrmals gesehen - der junge Mann war im Mittelalter in bestimmten Kreisen als schwarzmagischer Hexer bekannt gewesen.
Belial beobachte die Beiden unsichtbar, er musste ihn den Fluch aussprechen lassen um ihn in der Zukunft rückgängig machen zu können. "Also der Fluch, woher kennst du den?" murmelte er in Gedanken zu sich selbst.
Er folgte jetzt dem Schwarzmagier nach Hause,  als dieser das Haus der Hexe wieder verließ, weil er ihn nicht auf offener Straße konfrontieren konnte um  nicht selbst aufzufallen.
Lucifer stand vor der Tür und hinderte den Schwarzmagier diese zu schließen, in dem er sie mit der Hand wieder aufstieß bevor der junge Mann sie zuschlagen konnte . "Seid gegrüßt! Kann ich Euch kurz sprechen? Es dauert auch nicht lange, würde Euch nur bitten diese Angelegenheit drinnen besprechen zu dürfen." bat er freundlich. Der Hexer starrte den Fremden der vor ihm stand überrascht an. "Ja, ...dann ...kommt doch herein." Belial folgte dem Mann in ein kleines, spärlich eingerichtetes Wohnzimmer. "Hättet ihr vielleicht auch die Güte mir zu erklären wer Ihr seid?" fragte der schwarze Magier. Belial seufzte. "Das tut eigentlich nichts zur Sache, ich bin hier ... weil ich wissen möchte warum Ihr vor nicht mal zwanzig Minuten Catherine Dubois mit diesem Fluch belegt habt? Und woher Euch dieser Zauber bekannt ist? Ihr dürftet ihn gar nicht kennen."
Der junge Mann schwieg. "Ich hab nicht ewig Zeit, von daher ist meine Geduld begrenzt und ich rate Euch mir zu sagen was ich wissen will, da ich sonst sehr ungemütlich werden kann." Als dieser weiter schwieg packte Belial ihn an den Haaren und schleuderte ihn ins nächste Eck. Der Mann stöhnte. "Ihr seid ja verrückt!" rief dieser entrüstet. Belial schüttelte den Kopf. "Nicht verrückt - ich bin - der - Teufel! Und erwarte gefälligst Antworten. Sonst lernt ihr mich und mein Reich umgehend kennen, ganz gleich mit welchem meiner Untertanen ihr einen Pakt habt!" drohte er gefährlich. "Der Teufel? Alles klar und ich bin der...!" Wütend gab der Höllenfürst ihm per Magie eine kräftige Ohrfeige, für den Spot. Dieser erschrak so sehr, dass er ein Freund zu Hilfe rief, so dachte er.
Sofort erschien ein gutausehender Mann im Raum. Dieser erstarrte jedoch als er den Besucher erblickte. "Dieser Mann bedroht mich und behauptet erwäre der Teufel!" erklärte sich der verängstigte Mann.  "Das ist der Teufel, Fürst Lucifer persönlich!" presste der Neuankömmling erschrocken hervor. "Jetrel!? Was hast du mit diesem Kerl zu tun?" Der gefallene Engel starrte seinen Herrn überrascht an. "Fürst Lucifer, ich... habe nichts weiter getan als... diesem Mann einen Fluch ausführen zu lassen. Die verdammte Hexe meinte sie müsse einen Schutzzauber auf ihr Haus ausspreche und mich zu Bannen, da sie glaubte ich würde sie und ihre Angehörigen in Gefahr bringen. Dabei wollte Hugo sich doch nur mit den kleinen Schwestern dieser Frau... ein wenig amüsieren, nichts Schlimmes,... Deshalb habe ich das mit diesem Zauber gemacht und sie gleichzeitig dazu verflucht dies auf Ewigkeit zu tun. Sei es in dieser Welt, in vergangener oder zukünftiger." Der Höllenfürst seufzte. "Ja, das ist ein Teil des Spruches... ach Jetrel... weißt du was du angerichtet hast? In der Zukunft, läuft durch deinen Zauberbann... dieses Weib ausgerechnet mir über den Weg und hängt mir einen Fluch an. Und ich... wir haben sie jetzt in der Botschaft am Hals." Jetrel, der ja im Moment im 15. Jahrhundert lebte und deshalb keine Ahnung hatte was sein Herr meinte, sah ihn verwundert an. "Wir in der Botschaft?" fragte Jetrel verwirrt. Belial seufzte. "Ach, das weißt du ja gar nicht! Egal! Wir unterhalten uns dort weiter." Er wandte sich an den menschlichen Schwarzmagier, der starr vor Angst an die Wand gepresst da stand.
"Und nun zu dir." Belial ging auf ihn zu und blieb dicht vor ihm stehen und presste ihm die Hände auf die Schläfen. Und murmelte folgende Worte:
"Ihr habt mich nicht gesehen, nicht gehört,
 vergessen sei, was grad geschehen,
 kein Wort wird über deine Lippen treten!"
Der junge Mann sank zu Boden und bleib regungslos liegen, nachdem Belial in wieder los ließ.
"Fürst Lucifer, ist er...?" Der Fürst der Hölle schüttelte den Kopf. "Nein Jetrel! Ich habe ihn nur vergessen lassen, denn das würde alles noch mehr durcheinander bringen. Wenn er wieder aufwacht wird er nicht mehr wissen was passiert ist. Und du... ebenso!" bei dem letzten Wort machte er eine Handbewegung und Jetrel sank zu Boden. Er trat neben seinen höllischen Diener griff nach seinem Arm und verschwand mit ihm. Er tauchte mit ihm in der Unterwelt wieder auf. Er legte Jetrel auf eine Bank aus Stein und verschwand wieder.
Er tauchte in seinem Arbeitszimmer im Boulevard wieder auf. Er zauberte sich wieder in seine gewohnte Kleidung und erschien in der Küche. Selvaggia und Kat stürmten auf ihn zu und umarmten ihn. "Lucifer!" "Onkel Belial!" riefen die beiden Frauen. "Wir haben uns Sorgen um dich gemacht!" gab Kat zu. Er erwiderte die Umarmungen und drückte die beiden fest an sich.
"Du kommst  gerade rechtzeitig zum Abendessen, Lucifer." sagte Mathilde. "Hast du noch Platz für einen weiteren Gast? Jetrel wird nämlich mit uns essen. Jetrel!" rief er laut. Der gefallene Engel erschien sofort. "Fürst Lucifer, was gibt es?" erkundigte sich der gefallene Engel. "Setzt dich, bist eingeladen." Der unerwünschte Gast betrat die Küche. "Ach das ist übrigens Catherine Dubois. Das ist Jetrel."stellte er die beiden einander vor. Amüsiert stellte er fest, dass Madame Dubois blass wurde. "Sie kennen ihn also wie ich ihrem Gesichtsausdruck entnehme." Sie saß da und starrte vor sich hin. Julien stellte ebenfalls belustigt fest, dass sie sich immer unwohler fühlte. "Jetrel?"  Dieser zuckte mit den Schultern. "Woher soll ich die kennen?" Belial seufzte. "Spätmittelalter 15. Jahrhundert? Du hast einem kleinen Schwarzmagier einen Fluch gegeben den er über Catherine Dubois gehängt hat." Jetrel schluckte, da er sich fürchtete sein Herr könnte nach der Ruhe die er noch ausstrahlte, ganz plötzlich einen Wutanfall bekommen und ihm eine Strafe auferlegen.  "Ich... erinnere beim besten Willen nicht... das ist... ja schon ewig her." Belial stand auf und trat neben ihn. Jetrel der nicht wusste was der Höllenfürst vor hatte zuckte innerlich zusammen, ließ es sich aber nach außen nichts anmerken.
Dieser fuhr ihm lediglich mit der flachen Hand über die Stirn. "Na dann helfe ich deinem Gedächtnis mal auf die Sprünge." sagte er ruhig und setzte sich wieder neben seine Frau. Jetrel starrte seinen Herrn an. "Merde!" rutsche es ihm heraus, dann sah er zu Catherine Dubois und plötzlich erinnerte er sich an alles. "Es ist also wieder da?" Er starrte seinen Fürst an. "Woher...?" Belial grinste während er einen Schluck Kaffee trank. "Woher ich das weiß? Jetrel, Jetrel, hast du noch nicht bemerkt, dass ich früher oder später alles mal herausfinde?" Er senkte den Kopf und nickte. "Ich befürchte das große Donnerwetter kommt noch?" flüsterte er fragend. Belial grinste. "Warum sollte ich dichfür etwas bestrafen was circa fünfhundert Jahre zurückliegt? Ich habe damals selbst einiges getan was ich heute niemals tun würde, warum also sollte ich böse sein? Das einzige was ich möchte ist dass du einen Gegenzauber schreibst!" Er atmete erleichtert aus. "Ähm ... ja sicher. Das mache ich Fürst Lucifer!" Der Höllenfürst grinste und wandte sich dann lächelnd an seine älteste Patentochter.
Cassandra, Selvaggia und Mathilde saßen nach dem Abendessen noch zusammen in der Küche, bei einer Tasse Tee, während Metatron mit Astarte und Eunangelion Akten des Falls aufarbeiteten.  Der höllische Botschafter hatte sich für heute Abend mit seiner ältesten Patentochter zum Lernen verabredet, da diese momentan Schulferien hatte. "Du Cassie, willst du wirklich zu dem Gynäkologen in der Gemelli-Klinik gehen?" fragte Selvaggia. "Sariel hat es mir nahegelegt, da er nur begrenzt Zeit hat und es in der Klinik nicht gerne gesehen wird, wenn man sich in andere Abteilungen einmischt. Er sei gut. Nur wie erklären wir dass unsere Kinder anders entwickelt sind? Weiter, als andere und früher vollkommen entwickelt auf die Welt kommen, das ist mein Problem. Denn ich müsste mich mal wieder untersuchen lassen." Selvaggia nickte. Ja, ich auch. Das letzte Mal ist schon ewig her. Aber ich stehe da vor dem selben Problem. "Aber ich denke ich frage Raphael, der Dr. Rocalli glaubt uns doch kein Wort wenn wir dem erzählen unsere Männer sind Engel. Am Ende schicken sie so Männer mit den weißen Westen zum hinten zumachen." meinte die Frau des Höllenfürsten lachend.
Cassandra überlegte. "Vermutlich hast du recht, wir kämen wirklich in Erklärungsnot. Also Raphael?" "Ja, Raphael ist sehr nett und auch sehr gut geeignet, er war ja am Anfang meiner Schwangerschaft mit dabei - bei Luciano. Raphael!!" rief Selvaggia. Der Erzengel erschien sofort. "Selvaggia? Was gibt es?" Mathilde stand auf. "Setzt dich und trink eine Tasse Tee mit uns während meine beiden Freundinnen dir ihr Anliegen erzählen." Der Engel setzte sich. "Danke, gerne. Was habtihr auf dem Herzen, meine Damen?" Selvaggia räusperte sich. "Nun da Sariel, durch seine chirurgische Arbeit in der Gemelli-Klinik nur sehr wenig Zeit hat und uns den Vorschlag machte zu seinem menschlichen Kollegen zu gehen. Aber wir haben uns dagegen entschieden, da in unserem Fall die Dinge anders liegen. Wir müssten uns erklären warum unsere Kinder fast zwei Monate voraus sind und dann ja auch dementsprechend auf die Welt kommen. Und da dachten wir in der Wahl unseres ganz privaten Gynäkologen an dich? Euer Vater hat euch doch alle ärztlichen Fähigkeiten gegeben, oder?"
Er lächelte und nahm einen Schluck Tee, ehe er antwortete. "Das ist richtig Selvaggia, wir haben sozusagen in jedem Gebiet der Medizin das notwendige Wissen und die Fähigkeit zu handeln. Ich würde diese Aufgabe sehr gerne übernehmen. Aber dazu brauche... nein hätte ich gerne alle Informationen die Sariel bisher notiert hat und würde euch dann gerne gleich untersuchen, damit ich mitein Bild machen kann... wie weit ihr seid und sicher gehen kann, dass alles in Ordnung ist." "Selbstverständlich, wir haben unseren Mutterpass ja hier, den kannst du gerne anschauen." antwortete die Frau des Höllenfürsten. "Bei mir wird es wohl bald so weit sein. Selvi wann kam Luciano nochmal?" "In der einunddreißigsten Woche, war aber schon sehr früh meinte Sariel, aber er dennoch vollkommen entwickelt - man weiß nie was der himmlische Vater macht - er machts wie er will - sagte Lucifer mal zu mir. Wie siehst du das Mathilde? Schließlichsolltest du dir auch Gedanken machen und ebenso wie bei uns würde nur Raphael in Frage kommen als Gynäkologe." fügte Selvi frech zu der Küchenhexe gewandt, die gerade frisch mit Hagiel verlobt war, hinzu. "Ich... was ich... kann doch keine Kinder kriegen mit Hagiel?" Die anderen blickten sie überrascht an. "Warum nicht, Mathilde? Glaubst du nicht der himmmlische Vater hat das bereits so geregelt wie bei Lucifer und Metatron? Hagiel ist ebenso wie die beiden sein Sohn und du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass er bei dir und Hagiel, also dass er euch keine Kinder zugesteht?" Sie schüttelte den Kopf. "Aber wir haben doch noch gar nicht darüber geredet und ich... ich weiß ja noch nicht mal ob Hagiel auch will... wir... sagte sie verwirrt." Raphael lächelte hintergründig als wüsste er mehr als er sagte.
"Ist ja auch noch Zeit." antwortete Cassandra, bevor sie mit Raphael in das Zimmer verschwand in dem die Frauen schon mal untersucht worden waren und in dem alle Untersuchungsgeräte noch standen. Sie setzte sich auf den Untersuchungsstuhl. Raphael untersuchte sie kurz und machte dann einen Ultraschall. "Wievielte Woche, sagte Sariel das letzte Mal?" erkundigte der Engel sich. "Zwanzigste hat er eingetragen." Raphael sah in den von Sariel erstellten Mutterpass. "Du weißt aber schon, dass eine Untersuchung eigentlich längst überfällig ist? Du bist mittlerweile in der achtundzwanzigsten Woche und wie du siehst ist dein Baby schon ziemlich weit nach unten gerutscht. Sieht alles gut aus, aber... es wird nicht mehr lange dauern Cassandra. Aus ärztlicher Sicht würde ich dem Kleinen noch drei bis vier Wochen gönnen, wobei auch vorher alles in bester Ordnung wäre. Wie auch damals bei Luciano - ist dein Baby schon voll entwickelt und lebensfähig, die Entscheidung... liegt am Ende bei unserem Vater. Raphael nickte während sie sich wieder anzog. "Danke Raphael. Wenn es dann soweit ist rufe ich dich einfach?" Er nickte abermals. "Mach das. Schickst du mir bitte Selvaggia rein?" Sie nickte und verschwand.
Selvaggia betrat den Raum. "Hattest du schon mal einen Ultraschall, bei den Zwillingen?" erkundigte er sich als er sie untersuchte. "Nein, die  letzte Untersuchung von Sariel war im zweiten Monat." Er sah sie etwas kritisch an. "Oh, wie auch bei Cassandra eigentlich viel zu lange. Er lächelte als er das Bild der gesunden Zwillinge auf dem Monitor sah. "Ist aber alles wie es sein soll? Ich finde ich bin für den vierten Monat schon viel zu dick." Er lachte. "So ein Quatsch Selvi, erstens bekommst du Zwillinge und zweitens sind die beiden schon jetzt weiter als normal, du weißt selbst dass Lucifer ein sehr mächtiger Engel ist, gefallen oder nicht spielt in dem Fall keine Rolle... und dazu noch der mächtigste von uns allen. Was also erwartest du?" Sie nickte, weil sie wusste dass Raphael recht hatte.
Zur gleichen Zeit im Arbeitszimmer des höllischen Botschafters.
"Und was darf ich heute lernen? Seraphenfähigkeiten? Weiße Magie anzuwenden? Oder das Grimoire weiter umschreiben?" fragte sie ihren Patenonkel. Er lächelte. "Du übst dich heute mal in weißer Magie." Ersetzte sich neben sie auf das Sofa nahm ihre Hand, legte seine darauf und blätterte die Seiten mit weißer Magie um. Sie spürte das erste Mal positive Energie bei einem Zauber von ihm ausgehen. "Den Zauber hier: ich möchte, dass du ihn übst bis du ihn im Schlaf kannst, er ist perfekt umgeschrieben und funktioniert, bei richtiger Anwendung zu hundert Prozent. Er ist einfach, führt auch beim ersten Misslingen zu keinem Schaden. Perfekt also zum üben." Sie nickte und begann damit dein Zauber zu üben.
"Was hältst du von einem Spaziergang an der Seine?" fragte er seine Schülerin und Patentochter als sie die Stunde beendeten. "Klingt gut, darf ich fahren, mit dem Porsche?" fragte sie keck.
Belial starrte sie an. "Mit meinem Porsche?" Sie grinste. "Ja!? Ich kenne  niemand anderen der einen Porsche besitzt. Und du kannst doch alles - im Notfall könntest du eingreifen, wenn ich Mist baue, was ich nicht tun werde, denn ich kann  fahren!" "Glaube ich dir ja - aber hatte ich dir nicht einen Porsche zum 16. Geburtstag geschenkt?" Sie seufzte. "Doch, aber Mum und Dad sehen das nicht gern, wenn ich damit in San Francisco fahre - und auf Angel Island geht es ja eh nicht - du weißt doch, Naturschutzgebiet und so..." "Verstehe... ich hätte dir wohl eher ein Elektroauto oder einen kleinen Fiat Panda schenken sollen... Ich muss wohl mit deinen Eltern nochmal ernsthaft reden, was für meine Patenkinder angemessen ist und in Ordnung.., nicht dass ich in 15 Jahren das Gleiche Problem bei Christina-Luciana und Lucas-Lucian habe... wenn ich denen einen Sportwagen schenke..."Er schloss kurz die Augen atmete tief durch und warf ihr die Autoschlüssel zu umarmte sie und tauchte wieder in der Tiefgarage neben seinem Wagen auf.
Nach dem Spaziergang fuhr die Sechzehnjährige zum Montmatre und hielt unterhalb der kleinen Seilbahn die hinauf zur schneeweißen Kirche Sacre Coeur führte. "Ich würde mir gerne mal diese Kirche ansehen  - ich habe sie noch nie von innen gesehen. Kommst du bitte mit?" Er atmete einmal tief ein. "Weil du es bist, Käthchen." Nachdem sie die Kirche besichtigt hatten saßen sie noch eine ganze Weile auf der Wiese davor und genossen die angenehme Frühlingsnacht.
Erst tief in der Nacht kamen die beiden nach Hause – und trafen in der Küche auf Hagiel und Mathilde, die miteinander knutschten. Hastig lösten die zwei sich voneinander als sie Kat und Belial bemerkten. Mathilde errötete schüchtern. „Einen... ähm... Kaffee?“ fragte sie ihren Herrn. Belial lächelte. „Ach Tilly, den mache ich mir schon selbst. Wieso macht ihr nicht einen netten kleinen Nachtspaziergang, Hagiel und du? Und du brauchst dich für deine Liebe nicht zu schämen, Hexlein. Ich freue mich für dich, von Herzen, okay?“ Schüchtern nickte Mathilde. Hagiel nickte Belial zu und zog seine Geliebte mit sich aus der Küche. Belial seufzte belustigt. „Frauen – trotz Selvi werden mir menschliche Frauen wohl ewig ein Rätsel bleiben.“ Kat lachte leise. „Das glaube ich kaum – du liebst deine Selvi und sie liebt und verehrt dich.“ Belial grinste. „Früher hat sie mich irgendwie angebetet... Als ich ihr Lehrer war...“ Kat kicherte. „Und heute betet sie Luciano an, meinst du?“ „Na, der kleine Bursche wickelt gemeinsam mit deinen Geschwistern so gut wie jeden um den Finger!“  
Es klopfte leise. Die beiden Spätheimkehrer sahen überrascht hoch. Belial stöhnte in Kats Gedanken genervt auf, sagte jedoch möglichst freundlich: „Madame Dubois, was treibt Sie so spät noch um?“ „Ich... wenn Sie gestatten, würde ich Ihnen und Mademoiselle... Corrigan Rayne gern ein paar Fragen stellen. Für mich ist vieles... neu und gar ungewohnt und höchst verwunderlich...“ „Ungern, aber gut, was mich betrifft: Fragen Sie! Für meine Patentochter kann ich nicht sprechen.“  
Der Blick von Catherine Dubois traf sich mit Kats. „Ja, gut, aber erwarten Sie keine höflichen Antworten!“ Die Frau zuckte zusammen als sie die barschen Worte des Teenagers hörte, doch sie setzte sich mutig zu den beiden an den Tisch. „Was ist denn so verwunderlich für Sie?“ fragte Belial und kam ihr zuvor. „Es ist gar seltsam dies hier zu sehen... Ich hielt mein Lebtage lang den Teufel für böse und doch sehe ich Ihn mit seinem gar sonnig Sohne gar herzlich und freundlich umgehen und auch mit den kleinen, der Maid und dem Buben von Madame und Monsieur Rayne.“ „Natürlich! Erstens liebe ich meine Familie und zweitens gehören die Raynes dazu – zumindest für mich und Selvaggia und wohl auch irgendwie inzwischen für Metatron und Cassandra. Und natürlich liebe ich meinen Sohn und auch meine drei Patenkinder – wobei wohl noch eins dazukommen wird – mit der Geburt des kleinen SaintCyr... Ich hoffe nur, die zwei geben ihm wirklich den Namen „Jan“ und nicht den bescheuerten Namen, den sie ursprünglich mal geplant haben – Amadé irgendwas...“
„Wie hat dieses seinen Anfang genommen? Es ist mir unverständlich, wie Er eine Kirche betreten könnte und wie es möglich ist – all dies...“ Sie machte eine hilflose Handbewegung, wie als ob sie die gesamte Botschaft umfassen wolle. Belial fuhr sich mit der Hand durch sein Locken und seufzte. „Angefangen... das war vor fast zwei Jahren... Damals wollten die apokalyptischen Reiter die Macht übernehmen...“ begann er zu berichten (siehe: Schatten über der Sainte Chapelle). „Und dann war da Kat, da waren ihre Eltern und ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die ich nie so von oben herab behandeln könnte wie ich die Menschen normal behandelt habe. Kat hat in mir einen Freund gesehen, einen einfachen Dämon der ihr helfen soll. Kat wusste nicht wirklich wer ich bin. Ich habe sie während der Zeit hier verletzt, vielleicht sogar gedemütigt... aber... auch wenn ich es nicht verdient habe, hat sie mir zugehört und mir Gelegenheit gegeben meine Handlungen zu erklären.“
„Aber all dies... die Gesandtschaft...“ Catherine Dubois verstand immer noch nicht. „Der himmlische Vater... er wollte wieder unmittelbar dabei sein... und ich, nun ja... ich hatte den Standardjob in der Hölle satt, wollte Zeit mit meinen neuen Freunden und Bekannten, sprich den Boyles und Raynes verbringen – was in der Hölle natürlich nicht ging. Außerdem brauchte es ja einen Botschafter seitens der Hölle. Also habe ich damals den Job selbst angefangen... tja... und dann hatte ich die Möglichkeit Selvaggia, meine Frau... wobei, damals war sie das ja noch nicht, ich meine...“ Ein wenig hilflos sah er zu Kat. „Na ja, Gott hat gesehen, dass er Selvi liebt und da er wohl mal langsam Enkel haben wollte, Enkel die keine... Nephilim sind, hat er halt dafür gesorgt, dass es möglich ist... also Luciano ist praktisch ein Seraph. Und Belial ist mein himmlischer Patenonkel – oder mein höllischer... ich bin in der himmlischen Kathedrale damals nochmals getauft worden, weil ich... hm... nicht so...“ Ihr Patenonkel lacht leise. „Du warst wirklich aufmüpfig... darum hast du ja auch Seraphiel, Michael, Kerubiel und Hagiel als himmlische Paten bekommen – und Satanael, Paymon, Gadreel und mich als Gegenpart – und bist dazu noch selbst... aber das ist gerade unerheblich... momentan bist du ein Mensch... Aber es ist schon interessant... Ich habe mich damals, vor Urzeiten, geweigert vor den Menschen zu knien als Vater sie schuf – und nun kann ich mir ohne einige von ihnen mein Leben gar nicht mehr vorstellen...“
Catherine Dubois sah überrascht von Kat zu Belial und wieder zurück. „Mit Menschen, die nicht in die Hölle kommen?“ „Ja! Ich würde nie zulassen, dass Kat, ihre Eltern oder ihre Geschwister dort landen! Den Zwillingen würde ich auch noch die Hosen stramm ziehen wenn sie 80 sind und so schlimme Dinge tun, dass sie Gefahr laufen in der Hölle zu landen... wobei da Gabriel, der himmlische Pate von Lucas und Raphael, der von Christina-Luciana, wohl vorher eingreifen würden.“ Belial sah die Frau forschend an. „Aber mit diesen Fragen lenken Sie doch eigentlich ab, Madame Dubois... Entspannen Sie sich und lassen Sie mich Ihre Gedanken lesen. Das ist einfacher und ich kann Ihnen sagen, was Sie wirklich wissen wollen und sich nicht trauen mich zu fragen.“ Catherine Dubois schien kurz vor einer Panik zu sein. „Soll ich lieber? Ich meine... ich könnte es ja vielleicht auch schaffen...“ schlug Kat vor. Belial schüttelte den Kopf. „Ich kann das eigentlich inzwischen so gut, dass Madame Dubois nicht mal was merken würde. Gefragt habe ich sie eigentlich nur aus Höflichkeit.“ Er blickte den Hausgast fast herausfordernd an. Zögernd nickte die Frau.
Belial konzentrierte sich und erforschte ihre Gedanken. Er musste lächeln. „Also: Ja, ich bin wirklich Lucifer, der erste Engel, der Lichtbringer – und ich kann Kirchen betreten, ja – und Sie haben mich vor gut 500 Jahren wirklich in der Kathedrale Notre Dame gesehen. Im Mittelalter... fiel mir das allerdings wesentlich schwerer, weil ich damit damals noch den Unwillen Vaters auf mich zog... weil es mir allerdings ziemlich schlecht ging – damals – hm... darum habe ich wohl gar nicht gemerkt, dass Sie mich wahrgenommen haben. Seitdem ist aber viel Zeit vergangen und ich war vor gut 500 Jahren in Paris um Ihr Dilemma zu lösen. Jetrel, der... Lehrer und Meister von diesem Hugo... er wird dafür sorgen, dass es bald einen Gegenzauber zu dem Fluch gibt mit dem Sie belegt sind und dann könnten Sie zur Ruhe kommen – in Ihrem Jahrhundert... Inzwischen kann ich Kirchen jedoch betreten – mit Vaters Einverständnis. Darum ist das für mich... heutzutage wesentlich erträglicher als im Mittelalter.“ „Wenn... was ist, wenn ich wollt bleiben in dieser Zeit, die so voller Mirakel ist?“ fragte Catherine Dubois.
„Bleiben? Madame, haben Sie eine Ahnung was Sie da sagen? Die Technik ist für sie Teufelswerk, Sie kommen mit Autos, Mobiltelefonen und Computern nicht zurecht. Wenn Sie das Portalsystem kennen würden, würden Sie wahrscheinlich sofort zum Pfaffen rennen und bei ihm beichten... wobei... bei dem Pfaffen den wir hier haben, der ist auch ab und zu im Beichtdienst in Notre Dame und hatte Sie wohl schon mal in der Beicht-Butze...“ meinte Belial ein wenig verächtlich. „Nein... ich... mich zieht nicht viel zurück... Hier ist es hell, selbst in der finstersten Nacht. Ich drücke einen Hebel und eine gar helle Flamme ohne Feuer erhellet den Raum... und...“
Belial hob die Hand um sie zu unterbrechen. „Gut... wenn Jetrel den Gegenfluch hat und wir ihn ausgeführt haben, Madame Dubois, dann werde ich Sie Jetrel anvertrauen!“ Sie wollte protestieren, doch er hinderte sie daran. „Nein! Lassen Sie mich ausreden! Er wird versuchen Ihnen unsere Zeit nahe zu bringen und ich lass ihm dazu... ein halbes Jahr...sechs Monate, Madame Dubois... Am Ende dieser sechs Monate wird Jetrel mir sagen ob Sie sich hier zurecht finden werden oder nicht. Falls er meint, dass es nicht funktionieren würde werden Sie in ihr Jahrhundert zurückkehren! Mit einem deutlichen Zeichen, beziehungsweise einem... Schreiben von mir, das Ihnen und Ihrer Familie diesen Hugo und auch Jetrel zu damaliger Zeit vom Leib halten wird! Sollte er es schaffen Ihnen alles Notwendige beizubringen und mir am Ende sagen, dass er meint, Sie werden hier zurecht kommen, dann Madame, werde ich dafür sorgen, dass Sie einen... Platz hier in dieser Zeit finden... Einen mit Familienanschluss. Eine Bedingung ist dann jedoch dabei: Sollte es ein Platz bei einer Familie sein, die mir nahe steht, Madame, dann werden Sie über mich keinen Mist erzählen, die Art von Unsinn, die Ihrem Aberglauben und Ihren mittelalterlichen Phantasien entstammt!“
Eingeschüchtert nickte Catherine Dubois. „Ich... dürfte ich die gar kostbaren gebundenen Seiten von Zeit zu Zeit... zur Hand nehmen? Ich... verstehe nicht alles, aber...“ „Kostbaren gebundenen Seiten?“ fragte Kat verwirrt. „Die Bücher meint sie, Käthchen. Im Mittelalter, das weißt du doch auch, waren Bücher keine Massenartikel wie heute, sondern handgeschriebene, sehr kostbare Dinge...“ erklärte Belial, nickte dann an Catherine Dubois gewandt. „Der Wert von Büchern hat sich geändert, Madame. Selbstverständlich dürfen Sie lesen. Falls Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie gern.“ Sie lächelte. „Danke, ich habe gerade ein sehr... erbaulich Werk von einem Jean Calvin zur Hand genommen... Ich...“
Kat sah, wie ihrem Patenonkel die Gesichtszüge entgleisten. „Calvin? Sie lesen als Katholikin etwas von einem der Ketzer?“ fragte er jedoch belustigt. „Ketzer? Ich habe nie den Eindruck gehabt, dass er ein Ketzer sey... Ganz im Gegenteile! Er macht erbaulich und in gar aufschlussreichen Worten verständlich, was des wahren Christen Weg ist...“
„Erstaunlich, Madame, da sind wir mal einer Meinung. Lassen Sie das bloß nicht den Pfaffen wissen... Falls Sie Fragen zur Protestantischen Sichtweise haben, lassen Sie es mich wissen, dann erkläre ich es Ihnen oder werde Ihnen jemand adäquaten besorgen. Ansonsten: Lassen Sie uns so verbleiben: Jetrel schreibt den Gegenfluch. Wir heben den Fluch auf und Sie werden danach ein halbes Jahr als Jetrels Schülerin verbringen. Nicht als seine Schülerin für schwarze Magie, wohlgemerkt! Er wird Ihr „Überlebenslehrer“ sein und Sie am Ende... beurteilen. Bestehen Sie, dann dürfen Sie in dieser Zeit bleiben. Fehlen Sie, dann werden Sie in das Mittelalter zurückkehren! Und Sie werden ohne zu Jammern oder zu Betteln zurückkehren!“ Catherine Dubois lächelte, nickte, sprang auf, einen Moment lang schien es, als wolle sie Belial umarmen, doch davor zuckte sie dann doch zurück. „Ich werde eine gar aufmerksame Schülerin sein, Monsieur Lu... ähm... Sire.“ sagte sie. „Gut, dann hier eine Lektion: Mein „menschlicher“ Name ist Lucian Belial Rayne. Für Sie, Madame, Monsieur Rayne oder Dr. Rayne!“ Sie knickste. „Oui, Monsieur Rayne. Vielen Dank.“ sagte sie und eilte davon.
Ein paar Stunden später verabschiedete sich Kat von ihrem Patenonkel um in San Francisco schlafen zu gehen, wo es gerade Nacht war. Kurz darauf betrat Hagiel die Küche. "Danke Lucifer!" sagte er und setzte sich entspannt und glücklich auf einen Stuhl. "Wofür?" wollte Belial wissen. "Für deinen Vorschlag mit Tilly einen Spaziergang zu machen. Es war einfach... fantastisch." strahlte er fast. Belial lächelte. Hagiel sah auf die Uhr an der Wand. "Allerdings werden wir uns nachher wohl selbst Frühstück machen müssen, Tilly ist eben erst ins Bett." In diesem Moment betraten Metatron und Cassandra, gefolgt von Selvaggia, die den kleinen Luciano auf dem Arm hatte die Küche. "Guten Morgen, wo ist denn Tilly?" erkundigte sie sich nach ihrer Freundin. Hagiel erklärte kurz, dass er schuld daran sei dass seine Verlobte heute Morgen nicht anwesend war. "Na das  macht doch nichts, Frühstück bringen Selvi und ich auch gerade noch hin." meinte Cassandra belustigt. Belial verdrehte genervt die Augen, da seine Frau ihn böse ansah. "Was habe ich denn jetzt schon wieder gemacht oder nicht gemacht?" fragte ruhig, aber selbst genervt. Catherine Dubois betrat die Küche, da sie Hunger hatte. "Guten Morgen." sagte sie höflich. Hagiel erwiderte ihren Gruß Metatron und Cassandra nickten. Selvaggia und Belial ignorierten ihren Gruß. "Ich habe es nur nicht gerne morgens aufzuwachen und nicht zu wissen wo mein Mann ist." murmelte die Frau des Höllenfürsten schlecht gelaunt. Belial war im ersten Moment sprachlos, schloss die Augen und atmete einmal tief ein. "Wo soll ich denn sein bitte? Und außerdem kann ich doch wohl machen was ich will und bin dir keine Rechenschaft schuldig." schnaubte er wütend, warf seine Kaffeetasse ins Spülbecken und verschwand. Metatron der sich Sorgen machte, folgte ihm. Er tauchte im Vorzimmer ihrer beider Arbeitszimmer auf und klopfte an die Tür seines Kollegen. "Neeiin!" ertönte es von der anderen Seite. Metatron trat trotzdem ein.
"Lucifer, ich... möchtest du reden?" Dieser seufzte. "Ich kann das ständige Gezicke von Selvi nicht mehr ertragen. Seit einem Monat zickt sie nur rum. Wäre ich jetzt nicht gegangen ich... hätte mich echt vergessen." Metatron der seinen höllischen Bruder mittlerweile ganz gut kannte, merkte sehr wohl, dass er sich immer noch beherrschte um Wut und Aggression zu unterdrücken. Er lächelte. "Irgendwie bin ich froh, dass Cassie einen Jungen erwartete, da ist das wohl nicht ganz so schlimm." murmelte er und griff nach Belials Arm. Überrascht stellte der Höllenfürst fest, dass sie sich in dem gleichen Raum befanden in dem sie Kat und Julien unterrichtet hatten.
Nach einer kurzen Handbewegung Metatrons hielten sie beide jeweils ein Schwert in der Hand. "Auf geht`s Brüderchen. Abreagieren und Kräfte messen! Wobei du mir wohl um Längen überlegen bist, schließlich habe ich schon mal deine vollen Kräfte zu spüren bekommen und auch wenn einige von uns es nur ungern zugeben... kann es keiner von uns Engeln mit dir aufnehmen." gab Metatron zu und schwang das Schwert in Lucifers Richtung und hielt es dicht vor dessen Nase. Der Fürst der Hölle hatte schmunzelnd zugehört trat zwei Schritte zurück und schlug mit voller Kraft auf die Klinge seines Gegners. Dieser taumelte leicht. "Ohhh, ...da hat aber jemand Wut im Bauch!" stellte er lachend fest. Und schon holte der gefallene Engel erneut aus. "Okay Kleiner, ...du willst, dass ich mich abreagiere? Gut, dann  los geht`s... wir können uns ja zum Glück selbst heilen." Sie lieferten sich einen Schwertkampf der es in sich hatte, solange bis Lucifer dem anderen Engel das Schwert aus der Hand schlug und ihm die Klinge vor die Brust hielt. Er atmete einmal tief ein, warf das Schwert dann krachend zur Seite, ließ sich auf den Boden sinken und lachte. Metatron setzte sich neben ihn. "Die Idee war echt gut, Kleiner!" "Ja das tat mal richtig gut, aber so mitgenommen wie wir aussehen können wir nicht zurück. Unsere Frauen machen uns gleich wieder eine Szene, meine diesmal auch." grinste Metatron.
Der Höllenfürst lachte abermals und nickte. "Na dann, ..." sagte er und aktivierte sie Selbstheilung und zauberte seine Kleidung wieder ordentlich. Metatron tat dasselbe, während sein Bruder weitersprach. "Aber das müssen wir in Zukunft öfter mal machen, einfach des Spaßes halber." zwinkerte er dem Erzengel zu. Und verschwand. In der Küche tauchten beide wieder auf, wo bereits alle beim Frühstück saßen. "Und hast du dich wieder abreagiert?" fragte Selvaggia ihren Mann fast ein wenig bissig. "Selvi, lass es gut sein und fang nicht schon wieder an... ich bitte dich!" sagte er so ruhig wie möglich, machte sich einen Kaffee und setzte sich neben seine Frau. "Jetrel! Euangelion, Astaroth/Astarte! Wer auch immer." rief er nach dem der Tisch abgeräumt war. Der gefallene Engel erschien sofort. "Fürst Lucifer, Ihr habt gerufen?" "Setz dich!" Die beiden Sekretäre erschienen ebenso. Astaroth wurde zu Astarte, da diese besser an Besprechungen teilnehmen konnte.
"Also gut ... Folgendes: Ich hatte heute Nacht ein Gespräch mit Madame Dubois. Sie würde gerne in dieser Welt bleiben..." Catherine schluckte als sie merkte, dass ausnahmslos alle den Fürst der Hölle aus einer Mischung von Überraschung und Missfallen anstarrten. "... ich habe ihr ein halbes Jahr gegeben, in dem sie sich beweisen muss..., Sechs Monate, nicht mehr in denen sie beweisen muss, dass es ihr gelingt hier zurecht zu kommen. Jetrel, das wird deine Aufgabe sein Madame Dubois das Leben im heutigen Paris nahe zu bringen damit sie sich einfügen kann."
Der gefallene Engel schluckte. "Merde! Musste ja noch was kommen. Jetzt darf ich meine Zeit mit der verbringen. Ganz toll!" dachte er und wünschte sich fast sein Chef hätte eine Wutanfall bekommen und ihn angebrüllt.
"Ja, Fürst Lucifer!" antworte er knapp. Mehr konnte er im Moment nicht erwidern. Astarte meldete sich zu Wort. "Dürfte ich ein wenig Ihrer Zeit beanspruchen und um ein kurzes Gespräch in Ihrem Arbeitszimmer bitten, Fürst Lucifer, mit Ihnen, Euangelion und Fürst Metatron?" Die beiden Botschafter sahen sich etwas überrascht an und nickten. Gemeinsam verschwanden alle vier und tauchten im Arbeitszimmer des Höllenfürsten wieder auf.
Wie zufällig stand Astarte nach dem Auftauchen dicht neben ihrem Chef, den sie immer noch sehr anziehend fand. "Ich hätte da einen Vorschlag ...wenn Ihr noch nicht wisst was Ihr mit dieser Madame Dubois anfangen sollt, also... in welchem Bereich sie sich bewähren soll." Der Höllenfürst sah die wunderschöne Göttin erwartungsvoll an. "Lass hören!" forderte er und schenkte ihr ein freundliches Lächeln. "Nun ja... Fürst Sariel, hat doch kaum Zeit und... Ihr kümmert euch immer um Said-Angelo, wie auch heute Nachmittag, wenn er wieder zum Dienst in die Klinik muss. Und... auch Ihr, Fürst Lucifer, ...nehmt es mir nicht übel... seid oft überlastet. Die Arbeit als Botschafter, Fürst der Hölle... Kindermädchen für die Kleinen, seien es die Zwillinge der Raynes oder der kleine Süße von Fürst Sariel. Und Ihr habt selbst bald drei kleine Kinder um die Ihr euch kümmern müsst und da dachte ich, dass man vielleicht versuchen könnte Madame Dubois bei Fürst Sariel als Haushaltshilfe und Kindermädchen einzusetzen. Sie war vorhin kurz in der Krippe und war wirklich reizend mit dem kleinen Said." schlug die schöne Göttin vor.
Belial sah zu Metatron, der seinen überraschten Blick erwiderte und ihn in Gedanken wissen ließ, dass auch er den Vorschlag gut fand. "Respekt - die Idee ist gut! Sariel könnte tatsächlich Hilfe gebrauchen, bei den Schichten die er in der Klinik hat. Ich rede mit ihm, wenn er heute Nacht von der Arbeit kommt. Mal sehen was er davon hält." Astarte nickte höflich. "Astarte... du hast dir mit deiner Aktion in dem Cafe und auch sonst, meinen Respekt verdient. Alle Achtung! Ich bin Lucifer, Lucian in der Menschenwelt ... lass das Sie in Zukunft! Das gilt natürlich auch für Astaroth. Den kenne ich schließlich auch einige Jahre länger als dich - allerdings... weniger gut..." grinste er. Astarte lächelte. "Danke... Lucifer!" sagte sie leise, beugte sich eine wenig vor und traute sich ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Anschließend wollte sie das Arbeitszimmer verlassen. "Astarte - Astaroth!" rief sein / ihr himmlischer Chef. "Das selbe gilt auch für mich, du bist ein guter Sekretär/in ... ich bin Metatron oder unter den  Menschen Merlin." Sie lächelte. "Danke Metatron." antwortete sie und verschwand ins Vorzimmer. Euangelion lächelte und verschwand ebenfalls.
Die drei Engel und die Göttin tauchten wieder in der Küche aus. Belial machte sich einen Kaffee und wandte sich an den neuen Hausgast. "Madame Dubois, ich hörte Sie waren heute Morgen mit in der Kita, als Sariel seinen Sohn gebracht hat?" "Wer? Da war nur so ein netter Heilkundiger, ein Dottore Bragi." sagt sie erstaunt. Belial lächelte. "Ja, genau, Professor Dr. Sandro Ariel Bragi - für die Menschen. Hier im Hause ist er Sariel..." Sie nickte scheu. "Ja, Monsieur Rayne." Er lächelte. "Mögen Sie den kleinen Said-Angelo?" fragte er. "Ja, er ist wirklich süß. Und so lieb, er hat sich sogar von mir auf den Arm nehmen lassen." Er sah die weiße Hexe an und zwang sich das Lächeln zu halten. "Und wie kommen Sie mit Sariel zurecht?" "Er ist nett und er geht ganz lieb mit seinem Sohn um." Er räusperte sich. "Könnten Sie sich vorstellen für Sariel zu arbeiten, als Haushälterin und Kindermädchen? Natürlich nur wenn er auch einverstanden ist? Ich werde ihn natürlich erst fragen." Sie nickte begeistert. "Ja, das könnte ich. Ich müsste aber erst lernen mit dem Ofen umzugehen auf dem hier gekocht wird und Flaschen zu bereiten für die Kinder,  das war früher auch alles anders. Aber ich bin lernfähig." Er sah sie etwas herablassend an.
"Das kann ihnen eine der Frauen zeigen. Kochen lernen können Sie bei Mathilde und Sylvie. Fläschchen machen ist wirklich kinderleicht, das kann selbst ich. Wir können das heute Nachmittag gleich mal testen, wenn wir Said-Angelo und Luciano aus der Kita abholen." Sie nickte etwas verlegen und versuchte ihre Unsicherheit in Gegenwart des Höllenfürsten zu verbergen.
Am Nachmittag begleitete sie Belial und Derek in die Kita um die Kinder abzuholen. "Bist du eigentlich nachher zuhause, so gegen Nachmittag amerikanischer Zeit? Ich brauch mal wieder Abstand und sei es nur für ein paar Stunden." fragte er seinen besten Freund in Gedanken. "Sicher, Rachel ist auch da und wir freuen uns wenn du mal wieder vorbeikommst." "Ich muss zwar nachher noch mit Sariel reden aber bis 15 Uhr müsste ich es schaffen." Derek nickte freundlich und verschwand dann durch das Portal.
"Hallo Lucifer!" begrüßte der Erzengel seinen Bruder, der allein mit einem Glas Wein in der Küche saß. "Sind die Anderen schon im Bett?" erkundigte er sich. "Selvi und Cassie sind im Fernsehzimmer, sehen sich irgend eine Schnulzenserie an und Metatron..." er brach mitten im Satz ab, als sie Cassandra aufschreien hörten und rannten sofort die zwei Zimmer weiter. "Geht es dir gut Cassie? fragte Belial sichtlich besorgt. "Ich bin mir nicht sicher... ob das gerade eine Wehe war. Ich hatte plötzlich Schmerzen, aber jetzt ist es wieder weg." Sariel kniete sich vor die Schwangere. "Soll ich mal nachsehen?" fragte er freundlich. "Gerne, wo du schon mal da bist." Er tastete ihren Bauch ab. "Wann hat Raphael dich das letzte Mal untersucht?" wollte er wissen. "Das war vor gut einer Woche, er wollte morgen wieder kommen... er meinte unser Kleiner würde sich wohl nicht mehr lange Zeit lassen." Sariel nickte. "Sehe ich auch so... du hattest gerade Senkwehen. Das heißt dein Kind macht sich zur Geburt bereit. Ich denke mal du musst jetzt nicht besorgt sein oder Metatron verrückt machen. Sag es morgen Raphael und er sieht dann weiter. Sollte des Nachts doch etwas sein ruf einfach nach ihm, du weißt er erscheint dann sofort." Sie lächelte. "Danke Sariel!" "Gern geschehen. Und wie geht es dir Selvi?" erkundigte er sich bei seiner schwesterlichen Freundin. "Danke gut... ist alles bestens." Der Erzengel lächelte. "Das freut mich!"
Wieder in der Küche berichtete der Höllenfürst seinem himmlischen Bruder was Astarte vorgeschlagen hatte, wegen Catherine Dubois. Sariel überlegte kurz. "Ich könnte wirklich Hilfe brauchen und sie ist nett zumindest zu mir und Said-Angelo. Ich könnte es ja mal versuchen..." Nachdem Sariel mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm verschwunden war, begab sich Belial durch das Portal ins Legat.
Er lief zur Küche aus der er Stimmen hörte, blieb in der Türe stehen, lehnte sich an den Türrahmen  und beobachte seine Wahlfamilie. Sie saßen gerade bei Kaffee und Kuchen. Obwohl er lächelte, fiel den Erwachsenen (Julien und Kat eingeschlossen) auf, dass er wieder mal sehr nachdenklich wirkte.
"Hallo Belial, setz dich! Ich mache dir sofort einen Kaffee." bot ihm Rachel sofort an. Er setzte sich neben seine älteste Patentochter auf den noch freien Stuhl.  "Was passiert denn jetzt mit dem Mittelalterweib?" erkundigte sich Julien. "Jetrel schreibt einen Spruch um das Ganze rückgängig zu machen und er hat ein halbes Jahr Zeit sie,  so gut zu unterrichten. dass sie in dieser Welt zurechtkommt. Schafft sie - oder besser er -  das, kann sie bleiben, wenn nicht schicke ich sie ins Mittelalter zurück. Sie wird - wenn sie bleibt - Sariel unterstützen. Der braucht Hilfe mit Said-Angelo. Sie scheint ganz gut mit ihm klar zu kommen. Und ich denke ihr ist auch klar, wenn sie Mist baut... lernt sie mich kennen, aber ganz anders!" erklärte er seinen Freunden genervt.
"Ich denke, sie hat eine Chance verdient, vielleicht schafft sie es ja sich einzufügen und... auf mich macht sie an sich einen ganz netten Eindruck. sie musste nur erst verstehen. Und Belial... ich finde es schön, dass du ihr die Chance gibst... denn genauso gut hättest du ihre Bitte bleiben zu dürfen auch ablehnen können."
Er lachte sarkastisch. "Tja, da seht ihr mal was ihr geschafft habt. So bin ich erst seit ich euch kenne. Hätte man mir noch vor drei Jahren erzählt... ich würde mich mit euch anfreunden und sogar irgendwie zur Familie gehören und ich würde selbst mal Kinder haben und könne Kirchen betreten und täte es auch noch freiwillig um meiner geliebten Selvi zu gefallen...und hätte wieder einen... engeren Kontakt zu meinem Vater... ich glaub ich hätte gelacht und denjenigen für vollkommen verrückt gehalten." Derek sah ihn streng an. "Du gehörst nicht irgendwie zur Familie. Du gehörst zur Familie! Ohne irgendwie!" betonte Derek ausdrücklich, da er immer wieder das Gefühl hatte, dass sein brüderlicher Freund manchmal daran zweifelte. Belial lächelte. "Danke Derek, das bedeutet mir eine Menge das von dir zu hören."
Kat stand auf setzte sich auf seinen Schoß und umarmte ihn liebevoll. "Was ist los, warum zweifelst du noch immer daran Onkel Belial?" fragte die Siebzehnjährige ihren Patenonkel. "Ach Käthchen, manchmal ist einfach alles so... wie soll ich sagen... anstrengend und so viele Gefühle... bevor ich dich kennenlernte... war ich eiskalt, fast gefühllos.  Du hast es geschafft... meine Gefühle wie Zuneigung, Freundschaft und Liebe wieder zu finden. Und ich als ich dann auch noch meine große Liebe bekam... und die letzte Zeit sind wir nur noch am Streiten seit Selvi wieder schwanger ist. Schlimmer als bei Luciano." gestand er traurig. Rachel trat neben ihn, legte ihm die Arme um den Hals und drückte ihn kurz.
"Sei nicht traurig deshalb, Belial. Selvi beruhigt sich schon wieder... sie ist schwanger mit Zwillingen. Das ist anders wie mit nur einem Kind... es belastet mehr. Man macht sich mehr Gedanken, wie man mit zwei Babys klar kommt - und ihr beide habt schon ein kleines Kind. Ihr wisst selbst, dass es mit einem Baby nie einfach ist und dann..." "...gleich mit drei so kleinen Kindern. Ja... das geht mir auch durch den Kopf. Ich freue mich auf beide klar - aber ich könnte mir vorstellen, dass es Tage gibt an denen wir ziemlich an unsere Grenzen kommen werden. Vater hat... oh Vater... ich muss ja noch mit Selvi in den Himmel - das habe ich ihm vor kurzem versprochen." Derek grinste. "Na dann solltest du es auch tun, je früher desto besser, dann hast es hinter dir." Belial lächelte und nickte. "Mal was anderes. Aber bitte nicht böse werden. Warum lasst ihr Kat eigentlich nicht mit dem Porsche fahren, den ich ihr letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt habe?" Derek und Rachel warfen sich kurz einen Blick zu. "Für so einen Wagen hat sie zu wenig Fahrpraxis und der Verkehr ist..." er unterbrach seine schwesterliche Freundin. "Ach Schwesterchen, das sind doch nur Ausreden, weil ihr Angst habt, euch Sorgen macht um eure älteste Tochter. Aber das braucht ihr nicht sie fährt echt gut!" Sie sahen Belial und  ihre Tochterdie noch immer
auf dessen Schoß saß, fragend an. "Es war meine Schuld... ähm... ich habe Onkel Belial dazu überredet mich mit seinem Porsche fahren zu lassen und... ich habe dann gesagt, dass ihr mich nicht fahren lasst ... seid ihm nicht böse, bitte."
"Sind wir nicht, Kat." bestätigte Rachel. "Fahr noch ein paar Mal Mit Belial... auch mal hier in San Francisco und auch mal deinem Dad und dann darfst du meinetwegen den Porsche fahren, wenn du genügend Fahrpraxis hast." schlug Rachel ihrer Tochter vor. Kat sprang auf und umarmte ihre Mutter. "Danke Mum!" Die Zwillinge riefen durch das Babyfon. "Wir holen die beiden komm Kat." rief Julien.
Als die beiden wieder mit den Zwillingen auf dem Arm in die Küche kamen riefen die Zwillinge erfreut. "Luficer daaaaaa!" Als sie am Tisch saßen weigerten sie sich zu essen und sagten: "Luficer machen!" Julien lachte. "Alle beide? Er hat auch nur zwei Hände. Der Höllenfürst lachte stand auf und schob seinen Stuhl zwischen die Kinderstühle. "So kann ich beiden helfen beim Essen, ganz füttern muss man ja nicht mehr. Meine süßen Patenkinder können das doch schon fast alleine." "Wenn sie Lust haben!" lachte Derek. Belial verbrachte noch einen schönen Nachmittag und Abend bei den Raynes. Zum Abendessen erschien auch Selvaggia, die Rachel eingeladen hatte. Neben einem Glas Wein und einer netten Unterhaltung spielten sie auch ein Gesellschaftsspiel für Erwachsen,  das Kat aus ihrem Zimmer geholt hatte. Sie hatten jede Menge Spaß und genossen den gemeinsamen Abend.
Es war früh am Morgen in Paris. Belial kam – sehr ungewöhnlich für ihn – mit einem Lächeln in die Küche. „Guten Morgen, Tilly!“ rief er und sah erstaunt Catherine Dubois am Herd und nicht die warmherzige Köchin des Boulevards. „Was machen Sie hier? Und wo ist Mathilde?“ fragte er. „Monsieur Archai – ich... also ihr... ihr Verlobter... er hat ihr sozusagen verboten das gesamte Menü zur Hochzeit selbst zu machen. Sie wollte ja sogar ihre Hochzeitstorte selbst backen und um das zu verhindern hat er sie gleich heute früh zu einer der wohl besten Konditoreien von Paris mitgenommen um dort die richtigen Torten auszuwählen.“ Belial musste innerlich grinsen. Bestimmt hatte es Hagiel einige Mühe gekostet Mathilde zu diesem Besuch beim Konditor zu überreden und sicher würden dem Engel die Torten vom Meister nicht halb so gut schmecken wie Mathildes saftiger Nusskuchen oder ihre cremigen, schweren Schokoladenbrownies, die alle im Boulevard so schätzten.
„Gut, muss ich mir meinen Kaffee selber machen.“ meinte Belial schulterzuckend und machte sich an der Kaffeemaschine zu schaffen. „Ich könnte auch... Sylvie und Mathilde haben mir gezeigt wie...“ „Nein danke! Das mache ich schon selbst. Ich habe übrigens mit Sariel gesprochen. Er will es mit Ihnen als Haushälterin versuchen. Jetrel wird Ihnen helfen sich in diesem Jahrhundert zurecht zu finden! Und... Madame Dubois: Eine Warnung: Sollte meinem Neffen Said-Angelo in Ihrer Obhut etwas passieren oder sollten Sie meinem Bruder - oder Schwager – Sariel in irgendeiner Weise Schaden zufügen, dann lernen Sie mich kennen! Sie haben gesehen, was wir mit Verrätern machen – mit dem Einverständnis des himmlischen Vaters – denn ich habe Ihnen Graphiels Schicksal gezeigt und der war einmal – gut, ist immer noch... irgendwie – ein Engel...“ Catherine Dubois zuckte zusammen, nickte jedoch gefasst. „Wird... werde ich dazu nach... nach Rom gehen?“
In diesem Moment antwortete Sariel hinter den beiden: „Das ist die einfachste Lösung, Catherine – Ich hoffe, ich darf Sie so nennen?“ Sie drehte sich erschrocken um, errötete und nickte. „Aber ich spreche kein... kein Italienisch...“ „Das Problem habe ich bereits mit unserem himmlischen Vater erörtert und er hat angeordnet, dass ich Abhilfe schaffe... Sie sprechen Italienisch, Catherine... Wir reden gerade Italienisch miteinander.“ antwortete Sariel lächelnd. „Tate Tatina?“ fragte Said-Angelo fröhlich und streckte die Hände nach ihr aus. Sariel setzte seinen Sohn auf den Boden und der kleine Junge lief auf Catherine Dubois zu, die sich hinkniete und in die Arme schloss. „Said, Herzchen, wie geht es dir?“ fragte sie lachend und sichtlich erfreut.
Erstaunt sah Belial seinen Schwager an, der lächelte jedoch nur und nickte, während er in Gedanken – unhörbar für Catherine Dubois zu ihm sagte: „Vater hat mir gesagt, dass er mir jemanden senden wird, der für Said und mich da sein wird – und er hat Wort gehalten, wie immer, Lucifer.“ Der Höllenfürst stöhnte genervt auf.
„Catherine, ich nehme Sie heute Abend mit nach Rom. Ihr neues Zimmer in meinem – und natürlich Saids -Penthouse wartet schon auf Sie.“ Ein wenig eingeschüchtert nickte die mittelalterliche weiße Hexe. „Ich... also, Sire... Eure himmlische... ich...“ „Catherine, ist es nicht einfacher mich Sariel zu nennen? Das erspart uns viel Zeit.“ unterbrach der Seraph sie sanft. Verlegen nickte sie und fuhr fort: Also... ich..., Madame SaintCyr arbeitet in... in der Presseabteilung... ich weiß zwar nicht was Presseabteilung heißt, aber... sie... ich meine... und Madame Rayne, die aus San Francisco... sie arbeitet als Heilerin für den Geist und ihr Mann als... als... er lehrt hier an der Universität... und... die hiesige Madame Rayne... sie... ich meine... sie... führt hier mit Mathilde den Haushalt... Wie kann eine einfache mittelalterliche Wehmutter und kräuterkundige weiße Hexe Ihnen helfen? Ich kann nicht halb so gut kochen wie Mathilde oder Madame Rayne, ich... kann nicht einmal besonders gut lesen oder schreiben, denn ich komme aus einer einfachen Familie.“ Sariel lächelte. „Catherine, erstens: Sie können jetzt lesen, schreiben und rechnen! Zweitens: Ich habe Ihnen Kochbücher besorgen lassen mit denen Sie des Kochens schon sehr bald kundig sein werden und Drittens: der himmlische Vater hat angeboten Ihnen aus der himmlischen Bäckerei den Engel Artopoios zu schicken! Viertens: Ich habe Sie bereits in der Kochschule angemeldet. Was kann Ihnen also passieren?“ „Darum geht es nicht... eine sättigende Graupensuppe oder einen Haferbrei kriege ich sicher hin, aber... ich... wo soll ich Kräuter suchen und...?“ „Catherine, wenn ich Sie richtig verstehe, möchten Sie weiter Menschen helfen? Kranken Menschen?“
Sie zuckte verlegen mit den Schultern. „Sie sind ein großer Heiler, Monsieur le Docteur, und ich war im... also ich war eine Wehmutter, eine Frau die den...“ „Sie waren Hebamme, ja, Catherine, das weiß ich. Wollen Sie sich in dem Bereich weiterbilden? Das ist sicher möglich. Nur sind heute die Möglichkeiten sehr viel... breiter gefächert die sie haben. Aber ich erkundige mich bei meinem Kollegen Dr. Rocalli. Er ist der leitende Gynäkologe und er weiß, dass ich ein Engel der Heilung bin – und des Todes... Er hat mich bei zwei sehr schweren Fällen bereits hinzugezogen und wenn ich ihm... Ihre Situation erkläre, ich vermute, ihn verwundert dann nicht mehr viel...“
„Das würden Sie für mich tun, Monsieur?“ fragte die weiße Hexe erfreut. Sariel grinste. „Ja, wenn Sie endlich mit dem Monsieur aufhören, das ist die erste Bedingung, und die zweite: Sie werden den Kochkurs machen, denn ich esse auch – und ich esse gern lecker, Catherine. Graupensuppe oder Haferbrei würde ich da eher als zwar nahrhaft, aber geschmacklich eher widerlich empfinden.“ Catherine lachte. „Wie Sie wünschen, Sariel.“ Der Seraph lächelte. „Dann sind wir uns ja einig.“ meinte er und verschwand mit einem kurzen Gruß.
„Sie können Said ein Brot schmieren und ihn versorgen. Und Madame Dubois?“ Die weiße Hexe zuckte zusammen. „Monsieur Rayne?“ fragte sie hörbar eingeschüchtert. „Wenn Sie sich als Hebamme ausbilden lassen: Hüten Sie sich jemals Hand an eine der Frauen, der werdenden Mütter zu legen die unter meinem Schutz stehen! Ein Fehler und ich werde Sie eigenhändig erwürgen und Ihre Seele umgehend in die finsterste Ecke der Hölle schicken! Haben Sie das verstanden?“ knurrte er sie an.
Catherine Dubois wurde leichenblass. „Wi...Wie Si..si... Sie wünschen, M... Monsieur Rayne...“ stotterte sie und sah zu Boden. „Dann sind wir uns ja einig! Ich werde jetzt mein Kind für die Krippe fertig machen. Sehen Sie zu, dass Sie in zwanzig Minuten mit Said nicht mehr in der Küche sind! Denn dann will ich meinem Sohn eine Begegnung mit Ihnen ersparen!“ befahl er, drehte sich um und verließ mit seinem Kaffee die Küche.  Er sah nicht, wie Catherine Dubois in sich zusammensank und Tränen über ihre Wangen rannen. Der Höllenfürst und der himmlische Botschafter würden ihr wohl nie vertrauen, genau wie ihre Ehefrauen. Je eher sie nach Rom zu Sariel ging, desto besser. „Tate tauig?“ fragte Said-Angelo leise. Catherine lächelte. „Nein, mein Schätzchen, ich habe ja dich.“ sagte sie tapferer als ihr zumute war, wischte die Tränen weg und beeilte sich ihm sein Frühstück zu machen.
Als Belial das Zimmer von Luciano betrat, hörte er seinen Sohn leise lachen. Über dem Bettchen schwebte eine ihm sehr bekannte Lichtkugel. „Àgio pnévma!“ rief Luciano seinem Vater zu und zeigte auf das lustig blinkende Licht. Genervt blickte Belial gen Himmel. „Muss das sein, Vater? Erst schickst du mir diese weiße Hexe, diese Vorfahrin von Julien ins Haus und jetzt schickst du einen deiner Aspekte, den Heiligen Geist? Wie tief willst du dich noch in mein Leben drängen?“ Das Licht pulsierte während aus ihm die Stimme kam: „Du bist mein Sohn und ich wache über die Meinen, über dich, Sevlaggia, Luciano, Metatron, Cassandra und eure ungeborenen Kinder. Ich kann leider nicht auf Erden bei meinem Enkel sein, Sohn, also habe ich eine Möglichkeit gesucht es dennoch zu sein und sie gefunden. Der Heilige Geist – in Griechisch Ágio pnévma, so hat er sich Luciano vorgestellt – ist eine Möglichkeit bei meinem Enkelkind zu sein. Und bisher hast du es auch nicht für nötig gehalten meiner Bitte nachzukommen mich mit Selvaggia und Luciano im Himmel zu besuchen.“
Belial seufzte auf, rieb sich mit den Fingern über die Stirn und massierte sich die Schläfen. "Wann denn Vater? Ich hatte ja kaum Zeit dafür. Aber gut, sobald Selvi ausgeschlafen hat werde ich das nachholen, und jetzt lass deine Spielchen bitte, da ich meinen Sohn jetzt in die Krippe bringe." antwortete er genervt.
Belial wickelte seinen Sohn und tauchte dann mit ihm in der Küche auf um ihm Frühstück zu machen. Als er dem Kleinen seinen Tee hingestellt hatte und den Kühlschrank öffnete überlegte er kurz ob er ihm das Brot eigenhändig schmieren, oder zaubern sollte, was ihm im Moment lieber gewesen wäre - dann fiel ihm ein, dass Luciano durch seine gute Auffassungsgabe die er hatte, da er ja die Seraphenfähigkeiten von seinem Vater besaß, schon sehr viel mehr mitbekam als normale Kinder und es mit Sicherheit seiner Mutter erzählen würde. Also holte er die Zutaten aus dem Kühlschrank und ein Messer aus der Besteckschublade. Er schmierte seinem Sohn das Brot und warf dann wütend das Messer in die Spüle, was den kleinen Jungen vor Schreck zusammenzucken ließ.
"Papa - böse?" fragte er etwas traurig, als sein Vater ihm den Teller hinstellte. Belial atmete einmal tief durch und setzte sich auf einen Stuhl neben seinen Sohn. "Ja bin ich, aber nicht auf dich... und ich habe Kopfschmerzen." antwortete er leise.
Als er seinen Sohn in der Gruppe der Kita ablieferte hielt ihm die Kinderpflegerin einen Zettel hin und sagte freundlich: "Guten Morgen Monsieur Rayne, darf ihnen das mit geben, vielleicht haben Sie und Ihre Frau ja auch Zeit und Lust vorbei zu kommen." "Morgen." murmelte er und las den Zettel. "Ich frage meine Frau." antwortete er knapp ohne die junge Frau anzusehen. Diese schluckte, da sie wusste wer ihr Chef war und merkte, dass er heute Morgen sichtlich schlechte Laune hatte. "Ich hätte noch eine... ähm... Info für Sie... " Er blickte sie jetzt direkt an. "...als Träger der Kita sollten sie vielleicht wissen, dass wir dieses Jahr ein Sommerfest planen und - unsere Leiterin, Heloise Brissac meinte ich solle Sie fragen ob sie eine kleine Rede halten würden, denn dann müssten Sie sich mal bei ihr melden und vielleicht interessiert sie ja dann auch unser Motto unter dem das Fest läuft." Er stöhnte auf, bei so viel Infos. "Wissen Sie was, ich überlege mir das ich habe den Kopf gerade so voll mit irgendwelchem anderen Mist, dass ich Ihnen da jetzt noch keine Antwort darauf geben kann. Ich gebe Ihnen dann Bescheid." antwortete er leise und verließ die Kita.
Nachdem Belial seinen Sohn in der Krippe abgeliefert hatte, tauchte er in der Gemelli-Klinik neben Sariel in seinem Ärztezimmer auf. Dieser zuckte zusammen da er nicht mit einem Besuch seines höllischen Bruders gerechnet hatte, da dieser das noch nie getan hatte.
"Lucifer, was machst du hier?" Dieser funkelte ihn wütend an. "Das fragst du noch?" Er schubste Sariel an die Wand und drückte ihn fest dagegen. "Was fällt dir ein dieses Weib als Hebamme ausbilden zu lassen? Dir ist schon klar, dass du mich damit sehr verärgerst Brüderchen, auch wenn ich dich an sich sehr gerne mag?" Sariel nickte nur, wehrte sich aber nicht da er wusste, dass er keine  Chance gegen seinen höllischen  Bruder hätte. "Du trägst die Verantwortung für Sie. Sollte sie irgendeinen Mist bauen - an einer Frau im Boulevard die mir am Herzen liegt, werde ich dich zur Rechenschaft ziehen!" fauchte er den Erzengel an. Sariel seufzte. Belial ließ ihn los und verschwand wieder ohne ein weiteres Wort.
Er tauchte in der Küche des Boulevards wieder auf in der mittlerweile sein himmlischer Kollege mit Frau und den beiden Sektetären saß. Seine eigene Frau saß ebenfalls mit am Tisch und alle frühstückten gerade gemeinsam. "Wo ist denn Tilly? Selvi und ich haben selbst Frühstück gemacht." fragte Cassandra. "Sie ist mit Hagiel weg wegen der Hochzeit." antwortete er knapp. "Hast du Luciano in die Krippe gebracht?" fragte Selvaggia ihn. "Ja!" "Möchtest du Frühstück?" erkundigte sich Cassandra. "Nein! Nur Kaffee!" murmelte er sichtlich genervt und machte sich eine weitere Tasse Kaffee. "Selvi, wir müssen nachher mit Luciano in den Himmel zu Vater! Ich bin in meinem Arbeitszimmer, komm einfach wenn du fertig bist." sagte er sichtlich ärgerlich und verschwand.
Er setzte sich an seinen Schreibtisch und schaltete den Laptop an, während dieser hoch fuhr trank er ein seinen Kaffee aus, stellte die Tasse hin und rief: "Jetrel, antanzen - sofort!"
Der gefallene Engel in seinen Diensten tauchte sofort auf, da er die Wut seines Herrn in dessen Worten hörte und ihn auf keinen Fall noch mehr verärgern wollte. "Guten Tag, Fürst Lucifer. Ihr habt gerufen?" sagte er fast schon etwas ängstlich. Jetrel kannte seinen Herrn und wusste genau, wie gefährlich er sein konnte wenn er schlechte Laune hatte und man ihn noch weiter reizte. Samyaza könnte sich das leisten, das war in der Hölle mittlerweile bekannt. Er war der einzige der gefallenen Engel der den Mut hat seinem Herrn auch mal die Meinung zu sagen - und dem der Höllenfürst auch das Recht zugestand.
"Wie weit bist du mit dem Zauberspruch?" fragte er ohne von seinem Laptop aufzusehen.
"Ich bin fast fertig. Brauche aber schon noch ein bisschen, ich bin darin nicht so gut wie Ihr und schaffe so etwas nicht innerhalb eines Tages - oder so. Und außerdem hört es sich total doof an." Belial antwortete während er einen von Samyazas angefangen Berichten weiter schrieb, der heute unbedingt noch raus musste. "Das ist irrelevant - Hauptsache er funktioniert! Und da du ihn mir sowieso gibst - da ich ihn aussprechen werde, sehe ich ja ob er funktionieren kann wenn ich ihn durchlese. Also wie lange brauchst du noch?" fragter er noch einmal.
"Kann ich nicht genau sagen ein, zwei, drei Tage?" Belial schloss kurz die Augen. "Du weißt genau, dass ich solche unpräzisen Antworten hasse. Mach dass du fertig wirst und reiz mich nicht, Jetrel!" befahl er eisig. "Jawohl Fürst Lucifer, ich mache mich sofort wieder an die Arbeit und beeile mich." antwortete er, verneigte sich und verschwand.
Als er den Bericht gerade beendet hatte, etwa eine halbe Stunde später, betrat Selvaggia sein Arbeitszimmer ohne vorher anzuklopfen. Sie trat ein und ließ die Tür knallend ins Schloss fallen. "Autsch - muss das sein? Mir dröhnt der Kopf!" stöhnte er auf. "Ist das mein Problem? Was fällt dir eigentlich ein mich so zu behandeln? Ich hatte dir in der Küche vorher eine normale Frage gestellt und erwartete eine ordentliche Antwort. Nur weil du schlechte Laune hast..." Er fiel seiner Frau ins Wort. "Jetzt mach mal halb lang ja, ich habe dich in keinster Weise angegriffen, weder verbal noch nonverbal, wobei ich Zweiteres bei dir niemals machen würde. Also was willst du eigentlich schon wieder von mir? Ich bin es langsam echt leid mich ständig von dir ankeifen zulassen! Bei Luciano warst du lange nicht so, das zum Ersten und zum Zweiten solltest du deine Art mir gegenüber nicht ändern... werde ich das nicht länger hinnehmen Selvi, auch wenn ich die liebe." erklärte er ruhig aber eisig. Selvaggia stand nur da und sagte kein Wort. "Wer holt Luciano aus der Kita? Du oder ich?" fragte er gleichgültig.  Sie zuckte mit den Schultern. Er klickte auf drucken und speichern, erhob sich und verschwand. Kurze Zeit später tauchte er mit Luciano auf dem Arm wieder auf und reichte ihn wortlos seiner Frau. Er setzte sich wieder an den Schreibtisch und unterschrieb das höllische Dokument und schob es in eine magisch abschließbare Schublade in seinem Schreibtisch für die nur Samyaza außer ihm einen passenden Schlüssel besaß. Nachdem er den PC heruntergefahren hatte, nahm er Selvaggias Hand und zauberte alle in den Himmel. "Muss das sein?" fragte die Hexe grimmig, als sie vor dem Bereich des himmlischen  Vaters standen. "Ja, ich habe genauso wenig Lust dazu, aber du weißt selbst .dass er nicht ewig wartet ohne mich irgendwann mit derben Mitteln zu zwingen."
Sie nickte resigniert und trat zusammen mit ihrem Mann ein.  Sie verneigte sich kurz, sie wusste nicht was sie sagen sollte. Lucifer tat das Gleiche.
"Vater, dein Enkel." sagte er gefasst. Setzt euch doch oder wollt ihr die ganze Zeit stehen?" Selvaggia sah unsicher zu ihrem Mann. "Setz dich, einfach." befahl er und setzte sich neben sie. "Vielen Dank Lucifer, es freut mich sehr meinen erstgeborenen Enkel endlich zu sehen. Ich hoffe die Zwillinge enthältst du mir nicht so lange vor." Er wandte sich an den kleinen Jungen: "Hallo mein Kleiner." "Hallo." antwortete der kleine Junge fröhlich. "Ist der süß! Ach Lucifer, wenn du wenigsten nur halb soviel für mich empfinden würdest, wie ich für dich und deine kleine Familie." seufzte der himmlische Vater. "Wie geht es euch beiden eigentlich? Ihr seht gereizt aus und ich kann die Spannungen zwischen euch spüren und ich bekomme sehr wohl mit, dass ihr in letzter Zeit fast nur noch am streiten seid."
Lucifer stöhnte auf und rieb sich die Schläfen. "Schon wieder zu gestresst mein Sohn? Verbringe mehr deiner Zeit mit den Raynes, vor allem mit Katherine rede mit ihr, sie ist mittlerweile erwachsen und sie ist eine Seraphe, sie ist dir sehr ähnlich und ich sehe wie viel Spass du mit ihr hast, wenn ihr etwas zusammen unternehmt. Vor allem aber sie sieht dich, merkt dass es dir schlecht geht und merkt aber zugleich auch, dass du sie ausschließt. Und nun zu dir Selvaggia Bragi Rayne - du bist schwanger mit Zwillingen, dass das auch für dich manchmal ein Belastung ist - versteht Lucifer bestimmt. Aber glaubst du nicht, dass auch er sich so seine Gedanken macht? Zudem ihr beide in wenigen Monaten drei kleine Kinder habt, da kommt noch einiges an Stress und Hektik auf euch zu, an manchen Tagen. Und Lucifer nimmt dir den kleinen Luciano momentan wirklich oft ab, bringt und holt ihn aus dem Kindergarten, oft hat er ihn sogar in seinem Arbeitszimmer dabei, während du dich ausruhst da eine Schwangere sehr viel Schlaf braucht. Wie gut er sich da auf seine Arbeit konzentrieren kann... die Arbeit als Botschafter oder die höllische Arbeit, kannst du dir bestimt denken... wann kommt er denn mal richtig zur Ruhe? Und du meine liebe Schwiegertochter gehst ihn in letzter Zeit eigentlich ständig an, wegen jeder Kleinigkeit. Was denkst du wie er sich damit fühlt. Mach dir darüber mal Gedanken."
Selvaggia sah betroffen zu Boden, während sie zugehört hatte. Ihr wurde bewusst dass er recht hatte und sie ihren Mann die letzte Zeit eigentlich nur noch angegiftet hat und ihm Vorwüfe machte. Lucifer dem sein Kopf immer noch dröhnte da die stressbedingten Kopfschmerzen immer wiederkehrten, solange er nicht zur Ruhe kam und es leid war am laufenden Band seine Selbstheilungskräfte einzusetzen die dann auch nur begrenzt wirkten, hatte seinen schmerzenden Kopf in den Händen verborgen und sagte kein Wort zu dem Vortrag seines Vaters. "Sieh ihn dir an Selvaggia... " sie warf einen Blick auf ihren Mann. " Die Kopfschmerzen quälen ihn, Tabletten wirken unter diesen Umständen länger als seine Selbstheilungskräfte. Warum also machst du so ein Thema daraus, Tabletten schaden Lucifer in keinster Weise. Die er momentan hat - sind sehr stark - ja - aber sie helfen - längerfristig. Wenn es aber beruhigender ist für dich rede doch mit Sariel, er ist im Krankenhaus tätig und gibt dir sicher ein anderes wirksames, aber nicht ganz so für dich besorgniserregendes Schmerzmittel." Sie nickte. Sein Sohn schnaubte genervt. "Ich weiß was zwischen dir und Sariel vorher vorgefallen ist. Aber du magst ihn viel zu gerne um dich von ihm abzuwenden oder ihn dauerhaft anzugiften. Und jetzt lass mich dir jetzt helfen für den Moment - und für die Zukunft nimm eine der Tabletten die du noch in der Hosentasche hast - und dann lasst uns ein erfreulicheres Gespräch führen. Und ihr beide versucht Euch wieder besser zu verstehen - schon um eurer Kinder Willen und ihr liebt euch beide sehr, das weiß ich." Selvaggia und Lucifer rissen sich den Rest des Besuches noch zusammen und berichteten über nette Stunden mit ihrem Sohn.
Wieder zurück im Boulevard - sie erschienen in seinem Arbeitszimmer - gab er seinem Sohn einen Kuss und setzte ihn ab. Er nahm ihre Hand und zog sie an sich. Als ob die ungeborenen Zwillinge zeigen wollten: "Hey wir sind auch noch da - streitet euch nicht so viel!" boxten sie ihre Mama in den Bauch und da ihr Vater seine Frau ganz dicht an sich gezogen hatte - spürte auch er die Bewegungen direkt, nur anders als seine Frau von außen. Er schloss kurz die Augen und genoss den Moment. "Du siehst müde aus. Und der Vortrag von Vater hatte es irgendwie in sich. Sorry ich wusste nicht dass er dir einen derartigen Vortrag halten würde." Sie seufzte. "Ach Lucifer, er hat aber recht. Ich bin in letzter Zeit echt nicht besonders nett zu dir und..." er legte ihr einen Finger auf den Mund. "Aber wir sollte darüber reden, Lucifer." sagte sie matt.
Er nickte. "Aber nicht jetzt, dir geht es nicht besonders gut, ich möchte, dass du hochgehst und ein wenig schläfst, ihr drei habt es bitter nötig. Ich kümmere mich um Luciano." "Aber du hast es auch nötig." Er schloss kurz die Augen. "Ich komme schon klar, kümmere du dich jetzt erst mal um dich und die Zwillinge. Ich schicke Raphael kurz zu dir." Sie nickte und verließ sein Arbeitszimmer.
Der Höllenfürst ließ sich erschöpft in seinen Chefsessel fallen. Er machte eine kurze Handbewegung über seiner leeren Kaffeetasse - kurz darauf duftete es wieder nach frischem Kaffee. Er rief nach Raphael der auch sofort erschien. Der Engel nahm seinen Neffen auf den Arm und knuddelte ihn liebevoll. Dann setzte er ihn in den Laufstall, der im Zimmer stand und wandte sich seinem Bruder zu. "Ach Lucifer, immer wieder... so gestresst." seufzte er und trat neben ihn. Er legte sanft seine heilenden Hände auf dessen Schläfen und begann diese zu massieren. Belial schloss die Augen und genoss die Massage, die ihm etwas zusätzliche Schmerzlinderung und Entspannung verschaffte.
"Raphael könntest du bitte mal nach oben gehen und nach Selvi und den Zwillingen sehen, ich habe den Eindruck, dass es ihr nicht ganz so gut geht, sie ist in letzter Zeit immer so müde, irgendwie mehr als  damals als sie mit Luciano schwanger war." sagte er besorgt. "Die jetzige Schwangerschaft ist auch anstrengender für Selvi, da sie Zwillinge erwartet und sie weitestgehend menschlich ist und du ein Seraph... aber ich sehe nach ihr... wobei ich dir aber jetzt schon versichern kann, dass alles in Ordnung ist, denn etwas anderes würde unser Vater gar nicht zulassen, dazu bedeutest du ihm zu viel Lucifer. Genau wie seine Enkelkinder und Selvi." Der Höllenfürst nickte. "Trotzdem danke, Raphael." "Gern geschehen, aber als Arzt sozusagen, verordne ich dir jetzt auch mal etwas Ruhe. Geh mit Luciano ins Legat, dort sind vier Erwachsene, die sich mit um ihn kümmern können und leg dich auch hin. Derek und Rachel revanchieren sich gerne mal bei dir." Belial nickte. "Mach ich nachher, ich muss nur vorher noch etwas erledigen." Raphael seufzte. "Kann das nicht warten?" Er schüttelte den Kopf. "Leider nicht, ich habe Samyaza ein paar Tage frei gegeben sozusagen da er mich darum gebeten hat um  mal wieder Zeit mit Samantha zu verbringen, und deshalb muss ich meine höllische Angelegenheiten momentan zum Teil selbst erledigen." Raphael seufzte. "Ich sehe dann mal nach Selvi." sagte er und verschwand.
Sariel tauchte auf. Lucifer seufzte. "Was machst du denn hier? Ich denke du hast Dienst?" brummte er genervt. "Habe ich auch aber ich habe Pause und meinen Pieper dabei, falls es einen Notfall gibt. Es ist mir ein echtes Bedürfnis einen Streit mit meinem ältesten Bruder aus dem Raum zu schaffen. Lucifer, ich kann verstehen, dass du Catherine Dubois nicht magst, nachdem was sie dir angetan hat, aber denkst du nicht sie hat eine Chance verdient? Denn immerhin hast du selbst ihr die Möglichkeit eingeräumt, dass sie bleiben kann, wenn sie sich bewährt. und wer weiß - vielleicht wird sie ja eine ganz großartige Hebamme. Ich selbst werde öfter der Gynäkologie einen Besuch abstatten und sehen wie sie sich macht. Und sie geht echt liebevoll und toll mit Said-Angelo um. Tu mir bitte den Gefallen und gib ihr eine Chance, versuch mit ihr aus zukommen wenn du ihr über den Weg läufst, was sich nicht verhindern lässt und vor allem - droh ihr nicht. Sie ist völlig verängstigt. Ich bitte dich jetzt Lucifer. Ich kann aber auch anders." Der Höllenfürst seufzte. "Vortrag gehört - und verstanden." kam die knappe Antwort. "Geht es dir gut - Lucifer?" "Jaaaaa, lass mich jetzt bitte in Ruhe, mir geht gerade alles auf den Nerven!" fauchte er. Sariel nickte etwas traurig und verschwand wieder.
Belial erhob sich nahm seinen Sohn liebevoll in den Arm und trat durch das Portal zum Legat.
Kat und Julien kamen gerade die Treppe herunter. "Onkel Belial!" rief die junge Frau erfreut. Sah ihrem Lieblingspatenonkel jedoch gleich an wie erschöpft er aussah. Er übergab Luciano an Julien und drückte seine Patentochter ganz fest. "Ach Käthchen, wie schön, dass ich dich habe. Meinst du deine Eltern haben etwas dagegen wenn ich Luciano eine Weile hier lasse?" Sie schüttelte den Kopf, in diesem Moment trat Derek aus dem Wohnzimmer. "Belial, wir nehmen Luciano gerne und wie ich sehe ist das auch dringend notwendig! Wir freuen uns dir auch mal helfen zu können. Lass ihn hier solange du willst!" Belial lächelte "Und dein Zimmer wartet auf dich, falls du dich mal wider schlafen legen willst.". "Danke Derek!" antwortete er leise und verschwand.

Spät Abends tauchte er in der Küche des Boulevards wieder auf, dort waren alle zum Abendessen versammelt. Mathilde und Hagiel waren auch wieder da. "Wart ihr erfolgreich?" erkundigte er sich bei den Verlobten. "Sicher, ich hoffe ihr seid ohne Tilly zurechtgekommen?" Metatron lachte. "Sicher, Cassandra und Selvi können ja auch kochen. Wobei wir uns heute irgendwie den ganzen Tag noch nicht alle gesehen haben." antwortete er belustigt. In Gedanken wandte er sich an Lucifer. "Lucifer? Was ist passiert?" "Dir kann ich echt nichts mehr vormachen, du kennst mich mittlerweile viel zu gut, seitdem du hier bist." antwortete er und gewährte ihm den Zugang zu seinen Gedanken. Er ließ ihn alles sehen was heute vorgefallen war und auch was ihn beschäftigte, selbst wie sehr ihn die ganzen Streitereien mit Selvi belasteten, ließ er ihn wissen. "Ich musste das einfach alles mal loswerden, nachdem du jetzt schon fragtest." "Ist schon gut Lucifer, dazu sind Brüder doch da."
"Wo ist Luciano?" wollte Selvaggia wissen. "Auf Angel Island, Derek und Rachel nehmen ihn für eine Weile. Ich würde mich gerne nachher mit dir ganz zurückziehen, wir sollten dringend reden und  mal wieder richtig zur Ruhe kommen." Selvaggia nickte. Sariel tauchte nochmal auf ging zu Lucifer und reichte ihm eine Schachtel mit Schmerztabletten. "Auf Wunsch unseres Vaters. Ja, er hat mich persönlich gebeten." In Gedanken, die nur der Höllenfürst wahrnehmen konnte, fügte er hinzu. "Du bist manchmal ein... sturer Esel Lucifer... und - lerne Verzeihen - du selbst hast Catherine Dubois diese Chance eingeräumt sich hier zurechtzufinden und das schließt ja wohl auch sämtliche Bewohner dieses Bereiches im Boulevard ein und die die hier ein und ausgehen. Also musst auch du fair sein und ihr diese Chance gewähren - es sei denn, du hast von Anfang an vorgehabt unfair zu spielen und sie scheitern zu lassen um ihr etwas zurückzuzahlen wofür sie nichts konnte, aber so hinterhältig bist du nicht wirklich. Du musst sie ja nicht mögen, aber solltest normal mit ihr umgehen. Denk mal darüber nach. Ich bin dir nicht böse, dass du mich heute so angegangen bist und hoffe du... siehst das ebenso, ich mag dich, Selvi und Luciano sehr und fände es sehr traurig wenn wir... uns nicht mehr verstehen würden." sagte er traurig. Belial schloss kurz die Augen und schluckte. Die Worte seines Bruders trafen ihn, da er zu Sariel bisher immer ein sehr herzliches Verhältnis hatte und auch weiterhin haben wollte. Für alle hörbar verabschiedete er sich freundlich und verschwand. Er gab Lucifer im Moment keine Möglichkeit sofort zu antworten. Er wollte ihm Zeit gewähren seine Gedanken zu ordnen und sich erst mal zu erholen - außerdem ließ er ihn noch wissen, dass er dieses klärende Gespräch gerne persönlich unter vier Augen führen würde.
Lucifer und Selvaggia hatten sich mal wieder nach Kanada an Lucifers Lieblingsort zurückgezogen. Nach einem ausführlichen Gespräch und einer Versöhnung schliefen beide ein. Ein paar Stunden später wurde Lucifer jedoch wieder wach und... "Merda! Ich habe diese blöden Unterlagen vergessen." dachte er. Sprang aus dem Bett, schlüpfte in seine Jeans und die Schuhe und verschwand während er sich das Hemd zuknöpfte. Er zauberte sich schnell in sein Arbeitszimmer in Paris und dann ins höllische. Er  wollte nur kurz etwas erledigen, aber es wurden leider gleich vier Stunden daraus, weil es so viel zutun gab, was liegengeblieben war von den Sachen die er selbst erledigen musste. So wurde es wieder nichts mit seiner Entspannung. Deshalb fühlte er sich am nächsten Tag auch nicht sonderlich ausgeschlafen, als er neben seiner Frau aufwachte.
Mit einem liebevollen Lächeln sah er auf seine noch friedlich schlafende Frau. „Ti amo“ flüsterte er zärtlich und küsste sie sanft auf die Wange, dann erhob er sich um sich Kaffee zu machen und für Selvaggia eine heiße Schokolade. Er hatte festgestellt, dass Koffein seine Frau gereizter machte. Offenbar wurden dadurch nämlich auch die Kinder in ihrem Bauch munterer.
Er überlegte einmal kurz, zauberte sich dann in seine Lieblingsbäckerei in Paris um Croissants zu besorgen, dann – nach einem kurzen Überlegen – tauchte er in Selvaggias Lieblingsbäckerei in Venedig auf um ihre mit Creme gefüllten Lieblingscornetti zu besorgen und kehrte ins Blockhaus in Kanada zurück. Selvaggia öffnete gerade die Augen als er mit dem Frühstückswägelchen ins Zimmer trat. „Buongiorno, mia dolcezza, meine Süße...“ flüsterte er liebevoll und küsste sie. „Ich liebe dich, so sehr, mein Schatz, auch wenn du mein Leben manchmal unheimlich auf den Kopf stellst und momentan sehr anstrengend bist. Sie lächelte. „Und ich dich – und... ich...Lucifer, ich weiß, dass es schwierig ist.. momentan... Ich... bin momentan wirklich zickig und das tut mir leid. Ich liebe dich und wollte dich immer nur... beschützen und umsorgen und dir ein liebevolles Heim bieten und jetzt bin ich gerade das Schlimmste was dir passieren kann. Ich...“
Leise lachend küsste er sie um sie zu unterbrechen. „Du, meine süße Hexe, bist das entzückendste, ablenkendste, mich manchmal wirklich in den Wahnsinn treibende und doch wunderbarste Geschöpf in meinem Leben – du und unser kleiner Luciano und bald unsere Zwillinge. Ihr bereichert mein vorher dunkles, einsames Leben und macht es aufregend, spannend und ich weiß, dass es nie langweilig werden wird. Für dich habe ich sogar Frühstück gemacht – für wen – außer für Luciano – würde ich sowas sonst tun?“ „Für Katherine und Rachel, vielleicht auch für Cassandra, wenn Metatron das nicht macht und du dich um sie sorgst... und das liebe ich unter anderem so an dir: Du sorgst dich um die... Menschen, diejenigen, die dir wirklich am Herzen liegen. Und ich hoffe, nach der Geburt wird das besser... Cassie meinte, dass ich... na ja... dass meine Hormone wegen unserer kleinen Sophia Aurora so... durcheinander sind, dass ich oft gereizt bin und zickig...“
Sein Mobiltelefon klingelte. Er wollte den Anrufer gerade wegdrücken, doch Selvaggia nahm ihm sein Iphone aus der Hand. „Oh, das ist Tilly!“ sagte sie verlegen. „Ich wollte ihr... also eigentlich... doch ein wenig helfen... und...“Mit einem leisen Seufzen nahm Belial das Gespräch an, drückte auf die Mithörfunktion und sagte: „Tilly, was gibt es?“ "Ähm also Hagiel und ich wollten unsere Verlobung - die ja schon bekannt ist - einfach mit einem netten Essen im Boulevard feiern. Und Selvi hat mir versprochen, beim Kochen und so zu helfen." erklärte Mathilde ihm verlegen. "Oh Tilly ich bin sofort da, ich habe nicht mehr daran gedacht, dass es heute war."  "In einer halben Stunde ist sie da, nicht vorher." antwortete der Höllenfürst.
"Jetzt bist du enttäuscht, du hast mir so liebevoll Frühstück gemacht und hattest den Tag bestimmt auch noch ruhig geplant wo wir mal alleine sind - wird ja bald nicht mehr vorkommen." sagte sie traurig. "Ist schon ok, du hast es Tilly versprochen also hältst du dein Versprechen auch. Iss jetzt und dann bringe ich dich in den Boulevard." Sie nickte. "Lucifer, ich habe etwas Angst wenn die Zwillinge erst da sind. Ich meine wir haben dann drei kleine Kinder - zwei Babys und ein Kleinkind, das wird sicher sehr anstrengend, was wenn wir überfordert sind? Du bist ja jetzt schon fertig... und die Arbeit als Botschafter... " Er atmete tief ein und wieder aus. "Ich habe schon öfter das selbe gedacht, mein süßes Hexlein. Wir werden das schon irgendwie schaffen. Ich komme schon klar, Metatron ist da zum Dampf ablassen... das hat richtig Spaß gemacht das letzte Mal - uns beiden und es sind so viele da die uns die Kinder auch mal abnehmen können. Schmerztabletten lösen bei mir keine Suchtgefahr aus, egal wie stark sie sind - können mir definitiv keinen körperlichen Schaden zufügen. Und im äußersten Notfall könnte Vater eingreifen, wie er es gestern getan hat. Wir schaffen das schon irgendwie, dass es stressig wird ist uns beiden klar."
Nachdem er seine Frau im Boulevard abgesetzt hatte flüchtete er sich ins Legat. Er lächelte matt, als er sich zu Derek und Rachel an den Küchentisch setzte. "Hallo Belial, möchtest du einen Kaffee?" "Gerne Schwesterchen, danke." "Wolltest du dich nicht ausschlafen? Du siehst immer noch geschafft aus." stellte Derek besorgt fest. "Ach Belial..." seufzte Rachel nachdem er alles erzählt hatte und was ihnen den Morgen gestört hatte. "Wo ist eigentlich mein Kleiner Schatz?" erkundigte er sich. "Er ist oben im Lucians Zimmer zusammen mit seiner Cousine - Kat und Julien spielen mit Ihnen. Du brauchst dringend noch etwas Ruhe, damit heute Abend zu der kleinen Party wieder fit bist. Leg dich wieder hin und ruh dich noch ein paar Stunden aus. Auf dem Weg in sein Zimmer spitzelte er kurz in das Zimmer seines Patensohnes. Über seine Seraphenverbindung zu Kat sagte er ihr - sie solle den Kindern nicht sagen, dass er schon im Legat war, da er sich noch etwas ausruhen und allein sein wolle. Sie nickte ihm kaum merklich zu.
Am Abend tauchte er zusammen mit seinem Sohn und den Raynes auf. Da noch etwas Zeit war bis zum Essen, bat er Sariel über Gedanken kurz in sein Arbeitszimmer.
"Sariel... ich habe nachgedacht. Du hast recht, so hinterhältig bin ich nicht mehr. Ich war nur... einfach nur wütend und... ich mag sie nicht, das gebe ich zu. Aber sie soll eine faire Chance bekommen. In einem halben Jahr sehen wir weiter. Ich möchte... nicht mit dir streiten, dazu mag ich dich zu gerne. Du bist Selvi ein wunderbarer Bruder und meinem Sohn der beste Patenonkel den ein Vater sich wünschen kann. Verzeihst du mir?" Der Erzengel sah ihn überrascht an. "Du bittest mich um Verzeihung? Das will was heißen, Lucifer. Angenommen Großer!" lächelte Sariel. "Sagst du deiner neuen Haushaltshilfe bitte, dass sie ich fair bin und zu meinem Wort stehe?" Er lächelte. "Ach Lucifer - mach es selbst - das zeigt ihr dass du es auch so meinst." seufzte er. Der Höllenfürst stöhnte und fuhr sich mit der Hand über Stirn und Augen. "Wenn es sein muss!" Sariel grinste. "Immer noch Kopfschmerzen?" erkundigte er sich besorgt. "Nur ein bisschen noch - ist aber erträglich. Er legte ihm einen Arm um die Schulter und tauchte im Esszimmer wieder auf, in dem sich schon alle Gäste versammelt hatten. Er trat neben die weiße Hexe die zusah wie Said-Angelo mit seinen zwei Cousinen und seinen beiden Cousins spielte. Sie zuckte ängstlich zusammen. "A... Abend. Monsieur... Rayne." stotterte sie. "Guten Abend, Madame Dubois. Kann ich Sie kurz unter vier Augen sprechen?" Sie schluckte und nickt zitternd. Belial, dem das natürlich nicht entging, fügte leise hinzu. "Keine Angst, ich werde Ihnen nichts tun. Darauf haben Sie mein Wort und ich halte ein Versprechen immer! Gehen wir kurz in den Eingangsbereich, damit Sie sich nicht ganz so unwohl fühlen." Sie folgte ihm.
"Ich wollte mich eigentlich drücken, mit Ihnen zu spreche und Sariel schicken, doch der meinte ich solle es selbst machen. Ich war wohl neulich etwas zu hart zu Ihnen. Dass ich Sie nicht mag dürfte Ihnen nicht neu sein. Ich habe mich wegen Ihnen mit meinem Bruder gestritten, mit einem von denen die mir am nächsten stehen. Er machte mir Vorwürfe, dass ich unfair zu Ihnen wäre, weil ich Ihnen erst die Möglichkeit einräume sich hier zu beweisen damit Sie bleiben können und Ihnen dann Steine in den Weg werfe. Ich... " "Steine werfen?" fragte die junge Frau verständnislos. Belial musste herzhaft lachen. "Pardon Madame, ich vergaß, dass Ihnen derartige Sprichwörter noch fremd sind. Ich meine... ähm, jetzt muss ich glatt überlegen wie ich es anders formuliere." Nach einer kurzen Pause fuhr er fort. "Indem ich verhindere in diesem Falle mit mir auszukommen. Was im Prinzip ja dazu gehört, da wir uns nicht immer aus dem Weg werden gehen können. Die besten Freunde werden wir mit Sicherheit nicht, aber - vielleicht normal miteinander umgehen, wäre möglich, oder?" Sie nickte scheu. "Ach übrigens - Jetrel meinte etwa ein bis drei Tage und er hätte den Zauberspruch fertig." "Danke, Monsieur Rayne." antwortete sie leise und begab sich wieder in das Esszimmer. Er lehnte sich an die Wand und schloss die Augen. "Lucifer?" fragte seine Frau die gerade etwas in das Esszimmer tragen wollte. "Es geht mir gut, Hexlein." sagte er und ging zusammen mit ihr in das Esszimmer. Alle genossen das leckere Essen und den Abend. Madame Dubois war schon sehr überrascht wie gut sich alle mit dem Höllenfürsten verstanden, selbst der Erzengel Michael, der auch anwesend war und sich lange Zeit angeregt mit Lucifer unterhielt und sogar einmal gemeinsam in Lachen ausbrach.
"Auf das zukünftige Brautpaar. Ich soll den Segen unseres Vaters überbringen und euch beiden natürlich alles erdenklich Gute wünschen." Michael hatte irgendwann sein Glas erhoben. "Ihr wollt euch ja von Pierre Pasquieu trauen lassen und du, Hagiel, bist ab diesem Moment der Vizebotschafter - und zwar beider Seiten... Vater traut dir zu, dass du notfalls auch mit Mathildes, Astaroths und Euangelions Hilfe höllische Interessen vertreten kannst, wenn Lucifer mal eine Auszeit braucht." sagte der Erzengel feierlich. Hagiel errötete, Mathilde war wie vom Donner gerührt. Belial lächelte. "Sehr schön... ich werde Samyaza sagen, dass er dich in das eine oder andere... einweisen soll, mit Euangelion und Astaroth zusammen... und dann habe ich auch ein wenig Zeit für meine süße Hexe. Auf dich, Hagiel, auf dich und unsere Tilly!"
"Auf euch - meine Brüder, auch wenn ihr die mächtigsten meiner Brüder seid... ich respektiere und schätze euch nicht nur darum, sondern ich... ich liebe euch auch als Brüder und als Freunde... Und ich hoffe, wir haben vor dem nächsten Fall noch ein wenig Ruhe. Und auf meine geliebte Mathilde, die mich glücklich und vollkommen macht, wie ich es mir nie erträumt hätte."
"Friede sei mit euch, meine Kinder..." erklang es in allen - und die Anwesenden wussten, wer da in Ihnen gesprochen hatte...
 
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