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Hexenbann (zwischen Opferspuk und Schule der Besessenen zu lesen)

GeschichteMystery, Freundschaft / P16 / Gen
Catherine Corrigan OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
04.03.2020
04.03.2020
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04.03.2020 19.697
 
Zwei Wochen später:
Lucifer und Selvaggia sahen ihrem Sohn nach der von Luciana sofort mit in die Krippengruppe genommen wurde. Das kleine Mädchen kümmerte sich liebevoll um den Sohn ihres höllischen Patenonkels. "Siehst du der braucht uns gar nicht. Luciana ist so fürsorglich, irgendwie süß." Selvaggia nickte. "Aber ich ...irgendwie kann ich noch nicht loslassen." Er fasste seiner Frau um die Taille und zog sie so an sich. "Ich bin sicher „Mademoiselle Brissac, verständigt uns falls irgendwas wäre, aber ich glaube es nicht, nachdem meine kleine Patentochter sich so um ihn bemüht." Sie nickte und lehnte sich an ihren Mann. "Selbstverständlich, aber ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird." Sie warf einen kurzen Blick auf das neue Kind in der Gruppe. Luciano saß zusammen mit Christina Luciana, Lucas Lucian und Said Angelo am Boden und war so ins Spielen vertieft, dass der kleine Junge seine Eltern schon gar nicht mehr beachtete. "Darf ich ihnen noch gleich die Einladung zum Osterkindergottesdienst zu dem die Eltern eingeladen sind mitgeben?" fragte die Kitaleitung die auch zugleich die Gruppenleiterin der Krippe war und reichte ihnen die Einladung. Belial nahm sie entgegen während Selvaggia antwortete. "Ja danke, wir kommen gern, vermutlich mit den Raynes und meinem Bruder." Der Höllenfürst stöhnte innerlich auf. "Schon wieder ein Gottesdienst..." - seufzte er, allerdings nur in Gedanken. Er wagte sich seit dem erst kürzlich Geschehenen nicht noch einmal einen für seine Frau miss zu verstehenden Kommentar abzugeben. Er zauberte sich gemeinsam mit seiner Frau wieder in die Küche im Boulevard. Mathilde stellte ihm sofort einen großen Kaffee hin. Sie stellte gerade selbstgebackene Kekse auf den Tisch, als Kat und Julian gemeinsam mit ihren Schutzengeln Hagiel und Kerubiel in der Küche auftauchten.
Mathilde stellte eine weitere Kanne Tee auf den Tisch und machte schnell noch eine Tasse Kaffee für Julien. "Wo ist denn euer kleiner, süßer Schatz?" fragte Kat ihren Patenonkel. "In der Krippe. Er hat heute seinen ersten Tag. Luciana hat ihn sofort mitgenommen, ich denke. dass er ohne Probleme bis zum Schluss bleiben wird. Deine Geschwister und auch Said-Angelo kümmern sich so rührend um ihn." lachte Belial.
Hagiel der etwas abseits in der Ecke stand zog Mathilde sanft an sich, als diese Juliens Kaffee auf den Tisch gestellt hatte. Er gab ihr einen zärtlichen Kuss. Mathilde reagierte unsicher, gerade vor den anderen. "Ich liebe dich, Tilly." flüstere er mutig nur für sie hörbar in ihr Ohr. Sie flüstere ebenso leise zurück. "Ich dich... auch. Aber warum? Ich bin dick, dümmlich und außer kochen kann ich nichts." fragte sie den mächtigen Engel etwas traurig. Hagiel sah seine Freundin entsetzt an. "Das ist doch Unsinn, Tilly! Wer hat dir nur so einen Quatsch eingeredet? Lucifer bestimmt nicht, der mag dich sehr, sonst hätte er dich bestimmt nicht vor der Hölle bewahrt und dich hier eingesetzt. Selvi ist deine Freundin, ebenso wie Katherine, Rachel, Cassandra und auch Alexandra. Und die Engel, egal ob gefallen oder nicht schätzen dich auch sehr. Und... ich liebe dich, also hör bitte auf dir so einen Unsinn einzureden, das verletzt mich wenn du so schlecht von dir redest." gab er traurig zu. Sie sah ihn an und erkannte tatsächlich Liebe in seinen Augen. Sie hatte nie darauf geachtet, weil sie nie im Traum daran gedacht hätte, dass Hagiel, den sie so sehr mochte, sie wirklich lieben könnte. "Aber dick bin ich, und auch nicht so schön wie Selvi und Cassie, schau dir die beiden doch mal an und dann mich im Vergleich!" Er warf einen kurzen Blick auf die zwei wirklich wunderschönen Frauen, das musste er zugegeben.
Er seufzte. "Ach Tilly, würde ich sagen die beiden sind nicht hübsch anzusehen müsste ich lügen... das gebe ich zu. Und das ist für mich als Engel so ziemlich unmöglich. Aber das interessiert mich auch nicht im Geringsten wie die zwei aussehen, für mich bist du auch wunderschön, übertriffst sie auf deine ganz eigene Art sogar an Schönheit, auch wenn du das vielleicht nicht so ganz verstehst - und es kommt auf die inneren Werte an, Liebste. Und da bist du mindestens ebenso liebenswert wie die beiden. In meinen Augen bist du die schönste, liebste und einzige Frau für mich. Und jetzt glaub mir bitte, wenn ich dir sage, dass ich dich liebe, genau so wie du bist. Und das schon ziemlich lange muss ich gestehen, ich hatte nur bisher nicht den Mut es dir zu sagen. Und jetzt hör bitte auch ein für alle mal auf dir selbst einzureden du wärst hässlich oder dumm oder dergleichen. Denn das ist nicht wahr." Er umarmte sie und küsste sie zärtlich. Sein höllischer Bruder warf in genau diesem Augenblick einen kurzen Blick auf das frisch verliebte Paar und lächelte. Die beiden gesellten sich zu den anderen an den Tisch.
Michael tauchte auf. "Seid gegrüßt, alle zusammen. Habt ihr noch ein Plätzchen für mich? Bei so leckeren Keksen kann ich nicht widerstehen." fragte der Erzengel freundlich. Kat die neben ihrem Lieblingspatenonkel saß stand auf und setzte sich auf den Schoß ihres Freundes. "Bitte schön Herr Patenonkel!" sagte sie fröhlich. Kat liebte diese fröhlichen, familiären Stunden im Boulevard, bei denen selbst Belial entspannt und fröhlich wirkte. Was ihrer Meinung nach viel zu selten vorkam. Michael setzte sich auf den nun freien Stuhl neben Lucifer.
"Käthchen, was hältst du davon, wenn wir heute Nacht, das wäre Nachmittag amerikanischer Zeit, und so wärst du wieder in deinem Rhythmus um wieder fit in der Schule zu erscheinen..." grinste er seine Patentochter an. "...wenn wir uns mal wieder dem Grimoire zuwenden und deinen Zauberunterricht fortsetzen auch was deine Seraphenkräfte angeht, musst du noch einiges lernen." beendete er seinen Satz. "Klar gerne Onkel Belial, mit dir lerne ich gerne!" antwortete Kat und fügte noch hinzu: "Aber warum müsst ihr Erwachsenen eigentlich immer so verdammt vernünftig klingen?" Die anderen lachten. "Irgendwer muss ja vernünftig sein, wobei ich das von mir selbst auch nicht immer behaupten würde." antwortete Belial. Kat lachte. "Das ist wohl wahr liebster Onkel. Bei mir bist du vernünftig und bist manchmal ganz schön streng, aber auf dich selbst achtest du nicht. Aber... du kannst mich nicht täuschen, ich merke immer sofort, wenn du Kummer hast oder es dir aus welchen Gründen auch immer schlecht geht. Ich denke schon allein wegen unserer besonderen, persönlichen Verbindung die wir zueinander haben, seit du mich damals an das Grimoire und somit auch an dich selbst gebunden hast." Er nickte bestätigend.
"Weshalb ich eigentlich hier bin: Lucifer, Metatron, ich soll euch beiden ein Lob unseres Vaters aussprechen. Er meint ihr habt den letzten Fall sehr gut gelöst. Habt gezeigt, dass ihr gut zusammenarbeiten könnt und euch trotz eurer anfänglichen Schwierigkeiten gut zusammengerauft habt. Er ist stolz auf euch beide. Und dir Lucifer soll ich noch ausrichten: Vater schätzt und liebt dich immer noch sehr. Er ist sehr erfreut darüber, dich wieder auf seiner Seite zu haben. Und er hat mich gebeten dir und Selvi eine Einladung auszusprechen, denn er würde auch gerne mal seine Schwiegertochter und seinen Enkel persönlich sehen. Er wünscht sich somit..., dass du mal ein bis zwei Stunden mit deiner Familie im Himmel erscheinst. Ich soll noch hinzufügen, dass er dich nicht zwingen wird, da er weiß, dass du dich dort und auch in den Gotteshäusern nicht so ganz wohl fühlst, da du der Fürst der Hölle bist lässt sich das auch nicht ändern, aber er bewundert in diesen Momenten deine Stärke. Vater würde sich also sehr freuen, wenn du seinem Wunsch dennoch nachkommen würdest. Die Entscheidung überlässt er dir." Der Höllenfürst, der schweigend in seine Kaffeetasse starrend zugehört hatte, nickte zur Bestätigung. "Außerdem, Katherine... ich würde dir gern demnächst den ersten Fechtlehrer schicken. Zunächst wirst du mit irdischen Waffen im Legat auf Angel Island lernen - die Handhabung der Flammenschwerter wirst du im Himmel lernen müssen. Das würde sonst zu gefährlich - sagt unser Vater..." Kat nickte ein wenig beklommen.
"Ich genieße mittlerweile die familiäre Atmosphäre die hier im Boulevard herrscht und sogar die Zusammenarbeit mit Lucifer." sagte Metatron. "Ja, unser ältester Bruder ist schon ein ganz feiner Kerl!" bestätigte Hagiel. "Na jetzt, aber Schluss mit den Lobeshymnen oder wollt ihr, dass ich noch eitler und selbstsicherer werde als ich es ohnehin schon bin?" lachte der Höllenfürst. "Oh nein, ich denke selbstbewusster geht gar nicht mehr und eitel und arrogant bist du schon zur Genüge. Aber du bist wenigstens jemand der das selbst sieht und auch dazu steht." meinte Michael belustigt. "Aber man muss zugeben, dass Lucifer auch viele, viele nette Charakterzüge hat, denn sonst hätte ich ihn doch niemals als Mann gewählt." fügte Selvaggia hinzu und küsste ihn leidenschaftlich, Lucifer erwiderte den Kuss und wurde schon sehr intensiv dabei. Er würde Selvi jederzeit in der Öffentlichkeit so küssen, aber in diesem Moment nicht ganz ohne Hintergedanken, weil Hagiel und Mathilde zusahen und ihm durch seine gute Beobachtungsgabe nicht entgangen war wie scheu die beiden in der Öffentlichkeit mit ihrer Liebe umgingen.
"Aber sagt mal, Ladies, wollt ihr das ganze Osterzeug was hier verteilt auf dem Tisch liegt, hier aufhängen?" wollte Metatron wissen. "Natürlich Schatz, was denkst du denn?" antwortete seine Frau. Er warf seinem höllischen Bruder einen Blick zu. Dieser sah ebenso wenig begeistert aus wie er selbst.
"Wir fangen auch gleich damit an, sobald Rachel kommt. Sie wollte bei sich zu Hause auch noch etwas schmücken und anschließend kommen sie und Derek zum Mittagessen her.
Während die Frauen den Wohnbereich des Boulevard Haussmann österlich schmückten, saß Kat mit ihrem Patenonkel und Mentor in seinem Arbeitszimmer. Sie war diesmal sehr konzentriert, da sie merkte, dass ihr Patenonkel seit langem mal wieder entspannt und fröhlich wirkte. Und der heutige Unterricht machte ihr auch richtig Spaß, da er ihr zeigte was sie alles für Kräfte als Seraphe hatte und wie sie diese richtig einsetzen und beherrschen konnte. Er ging heute sehr locker mit ihr um, so dass der Unterricht Kat ungeahnte Wege zeigte und ihr Vergnügen bereitete. Die Zeit verging so schnell, dass beide überrascht auf die Uhr sahen, als Selvaggia das Arbeitszimmer betrat und sie zum Abendessen bat. Lucifer stöhnte innerlich auf als er die Osterdekoration sah.
"Na ja, ist zum Glück nur zu Ostern und Weihnachten so Dekokram." sagte er zu sich selbst.
Am nächsten Vormittag, klopfte Metatron an die Tür seines Bruders. "Herein!" ertönte die Stimme des Höllenfürsten. Metatron trat ein und setze sich ihm gegenüber auf den Stuhl am Schreibtisch.
"Störe ich?" fragte der himmlische Botschafter als er sah, dass der Schreibtisch mit Papierkram übersät war und Belial etwas konzentriert über den Akten saß. Der Höllenfürst schüttelte den Kopf und lächelte den Erzengel kurz freundlich an. "Nein, du störst nicht. Ich erledige nur meinen Höllenkram, der noch meine Unterschrift benötigt oder aber von mir selbst erledigt werden muss. Was gibt es denn Brüderchen?" fragte er während er sich nebenbei weiter seinem Papierkram widmete. Metatron räusperte sich. "Also, ich benötige mal wieder deine Hilfe in privater Hinsicht.  Ich würde gerne Cassie eine Freude machen. Du verstehst schon, ihr etwas schenken, das ihr zeigt wie sehr ich sie liebe und es müsste etwas sein das nicht gezaubert ist. Denn das wäre zu einfach." Der Höllenfürst sah von seinen höllischen Unterlagen auf und blickte ihn nachdenklich an. "Es soll kein großes Geschenk sein... nur eine nette Geste die ihr zeigt dass ich mir Gedanken mache und nicht einfach nur was zaubere." Der Fürst der Finsternis lächelte. "Lucifer?" fragte Metatron nachdem dieser nicht antwortete. "Du zeigst immer mehr menschlichen Züge, Kleiner. Und ich finde es belustigend, dass du mich - wie du erst unlängst sagtest - für einen sarkastischen Mistkerl hältst, aber dennoch immer wieder um Hilfe bittest. "Ich sagte aber auch, dass ich für einen meiner intelligentesten Brüder halte, da du ohne Zweifel, das meiste Wissen und womöglich auch die meiste Macht von uns allen besitzt. Und was das menschliche angeht bist du der einzige, der mir weiterhelfen kann. Außerdem dürftest du längst gemerkt haben, dass ich dich mag und mir deine Freundschaft wichtig ist, Lucifer." Er ließ seinen Stift fallen und erhob sich. "Oh so nette Worte... Komm mit ich habe eine Idee!" Er hielt in der Bewegung inne und blickte Metatron fragend an. "Ganz ohne Magie? In jeder Hinsicht?" Metatron nickte. Belial seufzte und griff nach dem Autoschlüssel von dem schwarzen Porsche, der in der Tiefgarage des Boulevards geparkt war.
"Na dann, los Brüderchen auf in die Tiefgarage."  Sie sagten kurz in der Küche Bescheid, dass sie schnell in die Stadt müssten. Belial blieb jedoch im Türrahmen stehen. "Kerubiel, könntest du für eine Weile auch auf Kat ein Auge werfen?" Kerubiel nickte. "Sicher, mach ich gerne Großer!" "Vielen Dank! Komm mit Hagiel!" befahl er seinem himmlischen Bruder. Dieser sah ihn nur fragend an. "Na komm schon, ich erkläre es dir unterwegs." Irritiert folgte er den Beiden. Nachdem er den Motor gestartet hatte brach Lucifer das bisherige Schweigen. "Metatron hat mich gebeten, ihm zu helfen ein Geschenk für Cassie zu finden das ihr seine Liebe zeigt und ich dachte da könntest du für Tilly auch etwas besorgen. Und bei der Gelegenheit auch ich für Selvi." Nach kurzem Nachdenken antwortete Hagiel. "Achso... und das Ganze ohne jede Magie, damit sie sehen wir geben uns Mühe menschlich zu sein?" "Genau Brüderchen, du lernst schnell!" kam Lucifers Antwort. "Aber... das hieße auch ich müsste das irgendwie bezahlen und... " Der Höllenfürst lachte. "Ist mir klar, ihr zaubert an sich euer Geld, wenn ihr etwas benötigt. Soll es ganz ohne Magie sein... ich habe genug davon... das reicht mir ewig, da ich schlau genug war einen Großteil davon auf der Bank anzulegen, aber auch in Immobilien und zwar in Anlageimmobilien, sprich Mietshäusern und Gewerbeflächen, kann ich bis in alle Ewigkeit von den Zinsen und Mieteinnahmen leben. Außerdem bin ich nach wie vor Mehrheitsaktionär der Hellgate AG und Inhaber von diversen Patenten... Meine kleinen "Privatdomizile" rund um die Welt, die - wie Metatron mal anmerkte - teils recht dekadent sind, sind mein kleines "Privatvergnügen"... Selvi ist an sich nicht begeistert davon wie ich über Jahrhunderte oder besser Jahrtausende hinweg mein Geld verdient habe aber... na ja." "Na jedenfalls, braucht sich Selvi so nie Gedanken um Geld zu machen, da bist du eindeutig im Vorteil uns gegenüber." meinte Hagiel. Er hielt vor einem Blumenladen an.
Die beiden Engel sahen ihn fragend an. "Es braucht manchmal nicht viel um einer Frau eine Freude zu machen! Ich habe Selvi bisher einmal einen Strauß Blumen geschenkt... sie hat sich so sehr darüber gefreut... " Gemeinsam betraten sie den Blumenladen und ließen von der Floristin drei schöne Sträuße für ihre Frauen binden, nachdem sie sich ihre Blumen ausgesucht hatten. Während sie warteten betrat eine Frau das Geschäft. Hagiel und Metatron sahen ihren ältesten Bruder etwas verwundert an als dieser sich plötzlich etwas unwohl zu fühlen schien. Dieser griff nach Hagiel, der direkt neben im stand, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren nachdem ihm leicht schwindlig wurde. "Was ist denn plötzlich los, Lucifer?" fragte dieser besorgt in Gedanken. "Diese... Frau da... muss eine sehr mächtige... Hexe der weißen Magie sein, denn ihre bloße Anwesenheit... ist schier unerträglich für mich. Und so etwas fühlt man nur, wenn man selbst sehr mächtig ist."  "Meinst du sie fühlt das gleiche bei dir?" fragte jetzt Metatron in seinem Kopf. Seine Frage klang besorgt. "Ich habe keine Ahnung, Metatron. Ich weiß nicht wie stark ihre Macht ist." keuchte Lucifer. "Meine Herren, ihre Sträuße sind fertig!" rief die Floristin. Belial bezahlte schnell alle drei Sträuße und verließ dann eilig den Blumenladen. Vor der Tür fragte Metatron mit leichter Frustration: "Kannst du mir mal sagen, was genau jetzt das Geschenk von mir ist? Oder von Hagiel? Denn die drei Blumensträuße hast schließlich du bezahlt..." Der Höllenfürst drehte sich zu ihm um. "In deinem Fall... nun ja... im Fall von Hagiel..." Er zog seine Brieftasche heraus und entnahm dieser zwei Kreditkarten. "Das sind deine, Kleiner. Ich habe dir vor einigen Monaten ein Konto eingerichtet - weil ich dich als... na ja... Leibwächter von Kat sehe und du deine Aufgabe verdammt gut meisterst... Also habe ich dich auch dementsprechend... nennen wir es entlohnt, wie es einem Spitzenbodyguard zukommt..."
Zitternd griff Hagiel nach den Karten, die Belial ihm hinhielt. "Wie soll ich das verstehen?" murmelte der Engel als er auf der Karte las: "Hagiel Archai". "Ich habe keine Ahnung wie ich damit umgehen muss. Ich bin - was das Leben auf der Erde, das Leben der Menschen, angeht, doch ziemlich weltfremd..." Belial lächelte ihn freundlich an: "Das lernst du schon. Notfalls helfen wir dir auch alle - angefangen bei mir bis hin zu deinem Schützling Katherine... und ihrem Freund Julien. Und die Blumen - auch wenn ich sie bezahlt habe, Hagiel: In deinem Fall sind sie so eine Art... nennen wir es Bonus... Immerhin weiß ich meine Schülerin, unsere gemeinsame Patentochter bei dir in sicheren Händen! Und was dich angeht, Metatron, glaubst du ernsthaft Vater würde dich in ein menschliches Leben schicken ohne angemessene Bezahlung? Für deine Dienste in der Botschaft? Ich werde nicht bezahlt von ihm da ich mir selbst so viel Reichtum angeeignet habe, dass es niemals alle wird und selbst wenn, ich könnte mir sofort wieder Unmengen an Geld verschaffen und  das in kürzester Zeit. Also habt ihr selbst Geld, sagt das euren Frauen und wenn ihr es für richtig haltet gebt es mir wieder. Ich musste nur schnellst möglichst da raus, wegen der Frau, deshalb habe ich ohne Erklärung alles bezahlt."
Selvaggia, Cassandra und auch Mathilde staunten nicht schlecht, als ihre Männer plötzlich mit wunderschönen Blumensträußen vor ihnen standen. Selvi nahm ihn und küsste ihren Mann liebevoll zum Dank. Metatron flüstere Cassie etwas ins Ohr woraufhin sie lächelte und im einen zärtlichen Kuss gab. Mathilde stand da und konnte die Tränen der Freude nicht zurückhalten. "Hagiel? Danke... ich..." Der Engel nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich. "Ich habe irgendwie... noch nie Blumen von einem Mann bekommen, mein Mann zu Lebzeiten... das war eine wie es zu der Zeit oft üblich war - arrangierte Ehe und ähnlich wie auch Selvis Mann ein richtiges A...  - ein schlechter Mensch...  war...  er... ich meine... er hat mir auch eingeredet ich sei dumm und fett und..." Hagiel legte ihr einen Finger auf den Mund, sah sie liebevoll an und küsste sie zärtlich. "Dann ist das jetzt eben das erste Mal. Ich liebe dich, Tilly." Sie umarmte ihn freudig.
Am späten Nachmittag erschien Sariel in der Küche um gemeinsam mit den anderen seinen Sohn aus der Krippe abzuholen. Rachel, Sariel, Selvaggia und Belial begaben sich in die Kita. Während Lucas und Said-Angelo sofort angerannt kamen, blieben Christina und Luciano am Boden sitzen und lachten ihre Eltern an. "Ein nettes Pärchen eure beiden - Luciano hat es Christina wohl echt angetan." grinste Sariel. "Na jetzt kommt aber ihr beiden die Kita schließt jetzt." sagte Rachel und lief zusammen mit ihrer Freundin auf ihre Kinder zu um sie zu holen. "Es gab keine Probleme, Luciano hat sich sehr gut eingefügt, allerdings wird er jetzt sehr müde sein, da er als einziger nicht geschlafen hat. Hat er wohl noch nicht so verstanden." wandte sich die Kinderpflegerin an den Höllenfürsten. Dieser seufzte. "Schlecht." murmelte er dann leise. Sariel der neben seinem höllischen Bruder stand musste lächeln, da es ihm nicht entging, dass die Kinderpflegerin sich in der Nähe des Höllenfürsten etwas unbehaglich fühlte, wobei er in ihren Gedanken las, dass dieses nicht an diesem direkt, sondern lediglich an ihrem Wissen um seine Identität lag. Wieder in der Küche des Boulevards setzten sie ihre Kinder zum Essen in ihren Hochstühlen an den Tisch.
Während die Zwillinge und Said-Angelo relativ artig ihre Brote aßen, kasperte Luciano mehr herum. Nach einer Weile zerpflückte er sein Brot und ließ es auf dem Boden fallen. "Luciano, das Brot wird gegessen und nicht herumgeworfen!" befahl Selvaggia ihrem Sohn. Dieser lachte und warf zum wiederholten Male seine Trinkflasche mit lautem Knall auf den Boden. "Jetzt ist aber mal genug, kleiner Mann!" fuhr Belial seinen Sohn scharf an. Der Junge starrte seinen Papa erschrocken an. "So lieb ich dich auch habe, aber irgendwann ist mal Schluss!" Der kleine Junge weinte. "Babaaaaa!" Der Höllenfürst schloss die Augen und atmete einmal tief durch. "Müde?" fragte er dann. Luciano rieb sich die Augen als Antwort. Er nahm ihn auf den Arm und knuddelte ihn liebevoll. "Gute Nacht mein Süßer, schlaf gut." flüsterte er jetzt sehr liebevoll und übergab ihn dann seiner Mutter.
"Lucas Lucian! Du musst das jetzt nicht nachmachen." schimpfte Rachel ihren Sohn, dessen Trinkflasche auch plötzlich auf dem Boden landete.
Sariel und Rachel verließen kurz darauf mit ihren Kindern den Boulevard. Etwa zwei Stunden später betrat Kat durch das Portal den Eingangsbereich. Sie hörte Stimmen aus dem Salon. Die beiden Botschafter sahen sich mit ihren Frauen gerade die Nachrichten an. Etwas verwirrt folgten sie einem Bericht: "Beim "Arc de Triomphe" ist es zu einem Verkehrstau gekommen da einige Autos liegengeblieben sind. Die Polizei ist bereits vor Ort und regelt den Verkehr so gut es ihr möglich ist." Die Frauen schüttelten den Kopf und begaben sich wieder in die Küche um Mathilde zu helfen, nachdem sie Kat begrüßt hatten. "Komische Nachrichten, ich setze mich mal mit meinem Sekretär oder Sekretärin zusammen... was immer dein höllischer Freund gerade ist." grinste Metatron und verschwand in sein Arbeitszimmer.
Der Höllenfürst trat neben Kat, legte dem hübschen Mädchen den Arm um die Schulter. "Und wir beide werden wieder lernen." Sekunden später standen sie in seinem Arbeitszimmer. "Heute ist das Grimoire wieder dran. Hole es bitte und sieh dir die Zaubersprüche auf den letzten beiden Seiten an." befahl er. Kat gehorchte und schlug die letzten Seiten auf. "Aber das sind ja weiß magische Sprüche, ich habe die noch nicht bearbeitet." Die fast siebzehnjährige sah ihren Mentor und Lieblingspatenonkel fragend an. "Das ist richtig Käthchen, die habe ich hineingeschrieben. Die schwarze Magie beherrschst du schon ganz gut, wobei es jetzt an der Zeit ist dir zu gestehen... und das war Befehl von oben, dass du nur einen Teil davon gelernt hast, den Teil der notwendig ist. Du kannst Zaubersprüche lesen und verstehen, kannst sie umschreiben zu weißer Magie was du auch weiterhin tun wirst um es in Zukunft für dich weißmagisch anzuwenden..." Sie unterbrach ihn kurz. "Bist du nicht traurig, wenn dein von dir eigenhändig verfasstes Grimoire nun zu einem weißen Hexenbuch wird? Und... nun ja... es von mir verfasst nun irgendwie schlampig aussieht finde ich, da ich keine so schöne, perfekte Handschrift habe wie du. Und woher weißt du noch was darin stand?"
"Jaaaa - mein schönes Grimoire!" seufzte er. "Irgendwie tut es schon weh, das gebe ich zu. Aber es ist jetzt deins und es muss erst komplett umgeschrieben sein, bevor es ganz in deinen Besitz übergehen kann. Du weißt ja, dass es solange es auch nur noch einen Funken schwarzmagisch ist... nicht im Haus deines Vaters gelagert werden darf." Sie nickte. "Und jeder einzelne Zauberspruch, der in diesem Buch steht und stand..." er tippte sich mit dem Zeigefinger auf die Stirn. "...ist hier drin. Alles was ich an Zaubersprüchen verfasst habe ist, dort gespeichert. Ich merke mir jeden einzelnen Spruch ob schwarz oder weiß. Ich bin das Grimoire sozusagen. Und nun lernst du nebenher auch mal etwas weiße Magie." "Wie viele Sprüche sind da eigentlich drin? Ich meine... ich schreibe schon so lang um und hab noch nicht mal ein Viertel davon wirklich genauer angesehen." Er grinste. "Das weiß ich ausnahmsweise nicht, da ich so viele hinzugefügt habe und andere herausgelöscht habe. Und die Anzahl ist irrerelevant. Von daher interessiert es mich nicht." "Werde ich irgendwann mal so gut wie du? Ich meine in beiden Magien, gleichermaßen perfekt?"  Er seufzte abermals. "Das liegt zum Teil an dir und dann an mir. Wobei ich dir gestehen muss, dass du mir zwar irgendwann unter Umständen - wenn ich es zulasse - das Wasser reichen könntest aber... ganz so mächtig wirst auch du niemals werden. Da ich sehr viel älter bin als du - das zum Ersten und dadurch - zum Zweiten - ich Wissen besitze von dem du keine Ahnung hast und sehr viele Zaubersprüche, die außer mir niemand kennt, da diese nur hier drin sind. Aber jetzt wird mal etwas weiße Magie gelernt." Er deutete nachdrücklich auf das Hexenbuch vor ihr.
Etwa ein halbeStunde später stand er auf und holte ein Buch aus dem Regal. Gerade als er wieder an seinem Schreibtisch stand schrie er plötzlich auf vor Schmerz. Das Buch in seiner Hand fiel auf den Boden, er krümmte sich vor Schmerz und sank in seinen Chefsessel. "Onkel Belial! Was hast du denn?" fragte Kat erschrocken. Und sah ihn besorgt an. Er saß nach hinten gelehnt da, beide Hände auf dem Bauch. Kat erkannte, dass er ziemlich starke Schmerzen haben musste. "Ich weiß es nicht Käthchen." antwortete er in Gedanken, da es ihm mit reden im Moment nicht möglich war. Kat rief über die Seraphimverbindung nach Metatron und in ihrer Not auch nach Seraphiel, da dieser ein Engel - ein Seraph der Heilung war. Gehört wurde sie jedoch nur vom himmlischen Botschafter. Dieser erschien sofort und erschrak als er seinen höllischen Bruder und Freund wie er es mittlerweile empfand, so vorfand. "Um Himmels Willen Lucifer! Was ist los? Und warum heilst du dich nicht selbst wenn du solche Schmerzen hast?" Der Höllenfürst stöhnte auf. "Das mache ich doch, nur in dem Moment wo es wirkt, fängt es wieder an. Als ob mir jemand ein Messer in den Bauch rammt und dann noch nachbohrt." Antwortete er in Gedanken. Nach ca. zehn Minuten hörte der Schmerz auf. Der Höllenfürst atmete sichtlich erleichtert aus. "Was war das denn? Ich hatte ganz ehrlich noch nie solche heftigen Schmerzen." Metraton und Kat sahen sich verwundert an. "Hey ihr Beiden, sagt bitte nichts davon, die Schmerzen sind weg und Selvi würde sich nur unnötig Sorgen machen." Kat und Metatron nickten.
Als Selvaggia am nächsten Morgen gemeinsam mit Metatron und Cassandra die Küche betrat, saß ihr Mann mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Tisch. "Warst du gar nicht im Bett?" fragte die Hexe. Belial schüttelte den Kopf. Dann erschrak sie. "Du siehst ja furchtbar aus, hast du Schmerzen?" Diesmal nickte er. Metatron sah ihn auch fragend an. "Ich hatte gestern Abend als ich mit Kat lernte plötzlich heftige Bauchschmerzen. Später als Kat dann weg war folgten noch ein paar weitere Schmerzattacken, aber jetzt frag bitte nicht warum, denn das weiß ich selbst nicht." antwortete er gereizt. "Und jetzt?" erkundigte sich Metatron. "Weg - fragt sich nur für wie lange. Und was es ist, krank werden kann ich eigentlich nicht  und außer Kopfschmerzen wegen Überbeanspruchung oder Stress und Schmerzen durch Verletzungen... können wir ja an sich nicht haben. Ich habe schon fast den Verdacht dass mal wieder jemand was gegen mich hat und magische Spielchen mit mir treibt um mich leiden zu sehen." sagte der Höllenfürst sarkastisch. "Hast du noch mehr Geliebte in der Hölle mit denen du eine Affäre hattest?" fragte Selvi plötzlich giftig. Lucifer starrte sie sofort aus einer Mischung von Wut und Enttäuschung über ihr offensichtliches Misstrauen an.
Er atmete einmal tief durch. "Das war fies Selvi! Du weißt, dass ich mehr als eine Affäre hatte - vor dir und diese mir aber rein gar nichts bedeuteten. Du weißt auch, dass ich dich liebe und dir absolut treu bin, also lass diesen zickigen Unterton, bei solchen Äußerungen. Das ist nämlich sehr verletzend." Er erhob sich und verließ wortlos die Küche. "Oh Selvi das war richtig fies." sagte Cassandra. "Ich... wollte das eigentlich gar nicht sagen... das ist mir so rausgerutscht." Metatron mischte sich ein. "Dann solltest du ihm das sagen und dich entschuldigen. Er sah schon sehr verletzt und traurig aus."  Sie drückte dem Erzengel ihren Sohn in den Arm und  verließ die Küche.
Sie klopfte an die Tür des Arbeitszimmers ihres Mannes. "Ist Lucifer da drin?" Euangelion nickte. Sie öffnete die Tür und erblickte ihren Mann mit geschlossenen Augen  auf dem Sofa liegen. Besorgt stellte sie fest, dass er erschöpft aussah. Sie setzte sich neben ihn. "Lucifer? Es tut mir leid!" Sie fuhr fort als keine Reaktion seinerseits kam. "Ganz ehrlich. Ich weiß selbst nicht warum ich das gesagt habe. Ich wollte es nicht, du musst..." "Ich muss gar nichts Selvi!" unterbrach er sie. Sie wandte traurig den Kopf ab. Er legte seine Hand auf ihre Wange und drehte ihr Gesicht zu sich, so dass sie ihn ansehen musste. "Es geht nicht um das was du gesagt hast - es wäre durchaus möglich - es geht darum wie du es gesagt hast. Sie biss sich auf die Lippen und nickte leicht. Er zog sie sanft an sich. "Ist schon gut Selvi, ich liebe dich, aber sei bitte in Zukunft nicht mehr so verletzend." Kurz darauf küssten sie sich leidenschaftlich. Es klopfte. "Ja." sagte er. Derek stand in der Tür. "Also ich will ja nicht hetzen, aber es ist gleich 8:30 Uhr und bis dahin sollten die Kinder in der Kita sein und außerdem muss ich anschließend gleich los... ich habe heute wieder Vorlesungen an der Sorbonne und wollte fragen ob ihr mitkommt, also in die Kita Luciano hinbringen. Das junge Paar erhob sich langsam.
Belial stützte sich an der Tür der Krippengruppe ab als ihn abermals dieser heftige Schmerz überkam. Er musste sich fast beherrschen um nicht laut loszuschreien. "Kann ich Ihnen helfen Monsieur Rayne, wollen Sie sich kurz setzen?" fragte Madame Brissac erschrocken. Er schüttelte mit schmerzverzerrtem Gesicht den Kopf.
"Belial!" rief Derek und legte seinem Freund stützend den Arm um den Rücken. "Nicht schon wieder!" sagte Selvi und eilte zu den beiden Männern. Sie verließen gemeinsam die Gruppe. Luciano war schon wieder ins Spielen vertieft.
Metatron seufzte als die drei in der Küche erschienen. Belial sank auf einen Stuhl. "Verdammter Mist!" schimpfte er. "Tilly, hast du starke Schmerzmittel oder einen Zauber, der starke Schmerzen unterdrückt?" presste er gequält hervor. "Ich kenne einen Trank den ich kochen könnte aber dazu brauche ich erst bestimmte Kräuter und dann muss er drei - vier Stunden ziehen, dass er wirkt." sagte sie etwas bedrückt. "Es tut aber jetzt weh, verdammt nochmal!" brüllte er fast. "Ich habe noch Schmerztabletten, die ich von Sariel bekommen habe. Er meinte aber es sind schon richtige Hammerdinger und ich solle nur..." "Das ist mir egal - geh sie holen!" befahl er barsch. Er griff nach der Hand seiner Frau die ihm den Arm um die Schultern gelegt hatte. Mathilde zuckte im ersten Moment zusammen als sie spürte wie ihr Herr in ihre Gedanken eindrang. Kurz darauf schnippte er mit den Fingern und auf der Küchentheke lagen die Kräuter die sie benötigte. Cassandra kam wieder herein und legte ihm eine Schachtel Schmerztabletten hin und stellte ein Glas Wasser dazu. "Danke." murmelte er. "Davon wird man leicht benommen und sie mindern die Konzentration, sagte Sariel mir als er sie verschrieben hat, nach dem unglücklichen Unfall, von damals." Er nickte.
"Wir sollten echt schnellst möglichst herausfinden wer dafür verantwortlich ist und vor allem wie." meinte Mathilde. "Für das wie habe ich vielleicht eine Lösung. Voodoo. Der Mist funktioniert tatsächlich, wenn er von mächtigen Hexen angewandt wird. Ich könnte es selbst auch. Das Blöde ist nur - ich kann mich nicht zur Wehr setzen, wenn ich nicht weiß wer dafür verantwortlich ist. Ich hätte nie gedacht mal auf Schmerzmittel zurückgreifen zu müssen." fügte er mit Frustration in der Stimme hinzu.  Er spürte wie Metatron ihm etwas Energie zukommen ließ. Der Höllenfürst lächelte ihn dankbar an. Sie wurden aufmerksam als im Radio folgende Meldung in den Nachrichten kam. "In ganz Paris kommt es immer wieder zu unerklärlichen Vorfällen. Autos an verschiedenen Stellen bleiben plötzlich stehen ohne ersichtlichen Grund wie schon gestern Nacht am Arc de Triomphe. Waffenhändler der ganzen Stadt belagern die Polizei, weil alle Waffen aus ihren Läden verschwunden sind."
"Komisch, was geht da nur vor?" wunderte sich Cassie. Die anderen schüttelten verwundert den Kopf. "Hast du noch Schmerzen?" fragte Selvi ihren Mann besorgt. "Ja, aber es ist erträglicher." "Lucifer!" rief Metatron plötzlich laut. "Erinnerst du dich an die Frau in dem Blumenladen? Dir wurde plötzlich ganz schlecht, weil von ihr so viel weiße Magie ausging. Und du meintest sie müsse eine mächtige Hexe sein. Was ist wenn auch sie... die schwarze Magie bei dir gespürt hat? Und jetzt wendet sie diesen Voodoozauber gegen dich an um... dich zu schwächen. "
"Wäre durchaus möglich, Kleiner." bestätigte er und steckte die noch fast volle Schachtel Schmerztabletten ein, da Mathilde ja nicht immer in seiner Nähe sein konnte und immer eine Mischung ihres schmerzlindernden Kräutertee parat zu haben sich als schwierig erweisen konnte.  Zudem vermutete er, dass die Mischung absolut scheußlich schmecken würde, da es sich um eine Art Tee handelte, den er an sich ja eigentlich verabscheute. Selvaggia sah es fast etwas mit Missfallen, als ihr Mann die Schmerztabletten einsteckte. "Ich glaube, du solltest wirklich mit Sariel reden!" sagte sie energisch. "Warum? Die Tabletten bringen mich mit Sicherheit nicht um - und wenn sie wirken ist mir das an sich egal, wenn ich dadurch etwas benommen sein sollte."
„Aber mir ist es nicht egal! Wenn du nicht mit Sariel redest, werde ich es tun!“ „Bitte, fang nicht so an, Selvi!“ murmelte er. „Wollen wir uns nicht lieber nach Venedig zurückziehen?“ Ein erfreutes Lächeln huschte über das Gesicht seiner Frau. „Oh... ja... gern... wir... könnten in dem kleinen Café ein Eis essen...“ Sie errötete, als sie an das erste Mal dachte, wo er mit ihr gemeinsam in ihrer Geburtsstadt gewesen war und ihr am Ende als Liebesgeschenk den Palazzo geschenkt hatte, der inzwischen komplett renoviert ein echtes Schmuckstück geworden war. Belial lächelte liebevoll. „Wenn du möchtest, mein Hexlein...“ sagte er liebevoll und gratulierte sich innerlich, dass es ihm gelungen war, sie ein wenig abzulenken und einen neuen Streit abzuwenden. Offensichtlich machte Sophia-Aurora, ihre kleine Tochter, die seine sonst liebevolle Frau erwartete – sie manchmal etwas... unleidlich. „Dann hol unseren kleinen Schatz und dann verschwinden wir. Ich hoffe, in Venedig lassen die Schmerzen nach.“ Mit einem kaum sichtbaren Lächeln sah er seiner Frau nach, die davoneilte um Luciano zu holen.
Metatron räusperte sich. „Na, da hast du ja geschickt die Kurve gekriegt...“ „Was soll ich denn sonst machen? Sariel und Raphael will ich nicht andauernd in Mitleidenschaft ziehen, wenn es mir schlecht geht, zumal mein „Schwager“ sich um seinen Sohn kümmern muss und zudem für unsere Frauen stets der zuständige Gynäkologe ist.“ „Ja, wobei er mich letztens gefragt hat – im Beisein von Metatron – ob ich – oder besser wir zwei –uns vorstellen könnten, dass Professor Dr. Rocalli, der Leiter der Gynäkologie an der Gemelli-Klinik übernimmt... weil er eher Heiler, aber weniger... für Geburten zuständig sei, wie beispielsweise Sandalephon... und er selbst nur eher assistiert. Dazu müsste er seinem Kollegen, also dem Dr. Rocalli allerdings berichten, was wir... beziehungsweise Metatron und du... also was ihr seid.“ meinte Cassandra. Belial sah sie erstaunt an. „Dabei geht er immer so nett mit Selvi um, wenn er sie untersucht.“ „Ja, aber er mischt sich halt in eine Abteilung ein, die nicht seine ist – und ehrlich gesagt wird das unter Menschen nicht gern gesehen. Er leitet die Chirurgie und hat – wie sich einige Kollegen von ihm nicht gerade ohne Neid äußerten – den Ruf geradezu magische Hände zuhaben.“ Cassandra kicherte. „Wenn die wüssten...“
Belial sah sie nachdenklich an. „Vielleicht sollte ich mir diesen Rocalli mal ansehen. Ich kann äußerst ungehalten reagieren, wenn jemand Sariel... Ungemach bereitet...“  In diesem Moment kam Selvaggia mit Luciano auf dem Arm und Christina-Luciana an der Hand wieder in die Küche. „Ich fürchte, unser kleiner Schatz will seine Freundin mitnehmen, Liebling.“ sagte sie lächelnd. Liebevoll sah Belial auf seine kleine Patentochter, die fröhlich auf seinen Sohn einredete. Mit einem Grinsen holte Metatron die Babypuppe der Kleinen zu sich und reichte sie ihr. „Dein Puppenkind, Christina-Luciana. Und vielen Dank auch für den Wickelunterricht und für das Ausleihen.“ sagte er freundlich. Das kleine Mädchen sah ihn fragend an, schaute zu ihrem Patenonkel und fragte: „Bebebube wieda zu Tina-Lusi, Lufi?“ Belial lachte leise. „Ja, Herzchen, deine Babypuppe gehört wieder ganz dir. Onkel Metatron – oder besser Onkel Merlin – hat sie auch frisch gewindelt und Tante Cassandra hat deine Babypuppe neu eingekleidet.“ Fröhlich nahm sie die Babypuppe aus Metatrons Händen. „Tina-Lusi mit Lufi un Selvi un Lusio Venedid dehen?“ fragte sie. Belial lächelte. „Na klar kommst du mit Tante Selvi, Luciano und mir nach Venedig.“ Er wandte sich an Metatron und Cassandra: „Sagt ihr Rachel und Derek wo ihre Tochter ist?“ Die beiden nickten.
Belial legte einen Arm um seine Frau, die immer noch ihren Sohn auf dem Arm hatte, hob seine Patentochter hoch und war im nächsten Moment verschwunden.  
In Venedig zog Luciano seine „Cousine“ sofort in sein Spielzimmer und zeigte ihr sein Spielzeug. Der Höllenfürst lachte leise als er die beiden mit Selvaggia in der Tür stehend beobachtete. „Die zwei sind wirklich reizend miteinander...“ flüsterte die Hexe gerührt. Belial grinste. „Dir ist schon klar, dass alle in der Kleinen schon unsere Schwiegertochter sehen?“ neckte er seine Frau, die jedoch lächelte. „Ich glaube, ich kann mir keine bessere wünschen – eine die weiß wer du bist, die dich mag und eh schon eine Art Ersatzvater in dir sieht, so gern wie sie immer zu dir kommt, kaum dass du einen Raum betrittst – und mich mag sie auch.“
Belial seufzte. „Ich sollte vielleicht nur ein wenig... eingreifen. Sonst hat unser Kleiner sie in einem halben Jahr locker überholt in der Entwicklung...“ Selvaggia sah ihn an. „Da solltest du aber vorher mit Derek und Rachel reden!“ Belial schnaubte leise. „Die beiden werden mir irgendeinen Blödsinn von „natürlicher Entwicklung“ erzählen und ihre Zustimmung verweigern. Da handle ich lieber, Liebling, und sehe zufrieden zu, wie die beiden sich freuen, was für ein schlaues Mädchen sie haben.“ „Du wirst das nicht tun!“ protestierte Selvaggia. Ihr Ehemann sah sie forschend an. „Schatz, sei doch vernünftig. Du magst sie auch und ohne meine Hilfe würde sie sich schon bald fühlen wie ein dummes Ding an der Seite eines kleinen Überfliegers – denn genau das ist unser Sohn entwicklungstechnisch doch jetzt schon, allein weil ich bin, was ich bin, Selvi, ein Seraph. Aber wenn es dich beruhigt, werde ich vorher mit Sariel und Raphael reden, okay?“ Noch immer skeptisch nickte sie. Zärtlich küsste er sie.
Luciano und Christina-Luciana beobachteten die beiden und gleich darauf keuchte Selvaggia belustigt und schockiert auf, als ihr Sohn seiner Cousine ebenfalls einen Kuss auf den Mund drückte. Belial lachte leise. „Oh ja, die Kleine passt zu ihm.“ flüsterte er belustigt, und doch lag ein wenig Wehmut in seiner Stimme. Belial wusste, dass er irgendwann seine besten, menschlichen und daher sterblichen Freunde verlieren würde; Rachel und Derek Rayne... Aber vielleicht würden ihm auf diese Weise vielleicht seine beiden Patentöchter – Katherine, die bereits insgeheim eine Seraphe war – und auch dieses lebhafte kleine Mädchen, das nach ihm Luciana hieß - erhalten bleiben...
„Mögt ihr zwei denn ein paar Kekse und ein Glas Milch?“ fragte er. „Sokolade!“ rief Luciano lachend und zog seine „Cousine“ mit sich. Selvaggia lächelte. „Aber danach legt ihr zwei euch auch noch hin!“ Der Junge nickte ernsthaft, während das Mädchen den Kopf schüttelte. „Oh doch, junges Fräulein!“ sagte Belial energisch, „Sonst gibt es für dich keine heiße Schokolade!“ Sie sah ihn aufmerksam an und nickte nachdenklich.
Einen Moment später saßen Selvaggia und Belial mit den beiden Kindern in der Küche und die Hexe schenkte den Kindern Kakao in die Schnabeltassen. Christina-Luciana knabberte an ihrem Keks und fragte: „Tilly Kese demacht?“ worauf ihre Tante den Kopf schüttelte. „Die habe ich gebacken, Süße, schmecken sie dir?“ Das Mädchen nickte eifrig. Nachdem Belial mit einem kleinen Zauber bei seiner Patentochter nachgeholfen hatte, denn die Kleine war so voller Energie, dass sie sich nie hingelegt hätte, brachten sie die beiden Kinder zu Bett. Die beiden schliefen in einem Bettchen – Luciano hatte sich von seiner Cousine nicht trennen wollen und gerührt betrachtete Selvaggia, wie ihr Sohn einen Arm um seine kleine Freundin legte.
Am Nachmittag klingelte irgendwann Belials Iphone. „Wie geht es unserer Tochter?“ wollte Derek wissen. „Wir wollten sie eigentlich abholen – mit ihrem Bruder, aber Madame Brissac sagte, Selvi habe Luciano geholt und unsere Kleine sei nicht von ihm zu trennen gewesen, also hätte Selvi sie mitgenommen.“ Belial lächelte. „Ja, die beiden schlafen noch. Luciano ist absolut süß mit ihr umgegangen und tut das auch noch. Das solltet ihr zwei euch ansehen. Wir sind übrigens in Venedig. Kommt gern vorbei, wenn ihr zwei Lust habt. Wir bringen die Kinder Morgen wieder in die Krippe – würden Christina-Luciana aber wieder mitnehmen, wenn wir Luciano abholen. Ihr sollet die zwei mal miteinander sehen. Es ist unglaublich niedlich wie die zwei zusammenhängen.“
Rachel mischte sich ein – offensichtlich hatte Derek sein Smartphone auf Mithören gestellt. „Metatron und Cassie haben uns gesagt, wieso ihr weg seid. Meinst du wirklich, dass dir jemand schaden kann – und vor allem: dass es sich jemand traut?“ Belial seufzte. „Keine Ahnung. Schaden wollen – offensichtlich und schaden können... nun ja... nicht wirklich. Die Kopfschmerzen sind schlimm, aber sie sind mit Schmerzmitteln halbwegs erträglich. Das Problem ist nur, dass sie immer unerwartet sind. Ich hoffe, dass es in Venedig ja besser ist, einfach wegen der Entfernung, wenn wirklich diese weiße Hexe dahinter steht... wobei... wenn sie Voodoo verwendet, dann ist sie nicht wirklich eine weiße Hexe, zumindest nicht völlig und dann kann ich notfalls gegen sie vorgehen...“ „Ihr kommt aber übermorgen zur Osterandacht des Kindergartens?“ fragte Rachel. Belial seufzte. „Ja... hm...“ Er bekam einen mahnenden Blick von seiner Frau. „Ja, wir kommen – der ist ja im Festsaal des Boulevards, dürfte also erträglich werden. Wer macht den eigentlich? Pierre?“ „Nein, Philip... der ist immerhin noch Hausprediger des Boulevards.“ meinte Rachel. „Verdammt! Dieser elende Pfaffe!“ fluchte Belial leise. „Ich werde mal die Reste des Legats in Paris versuchen zu mobilisieren. Vielleicht wissen die, wer diese Hexe ist. An sich haben wir – zumindest in Angel Island – immer einen guten Überblick über die okkulte Szene in Amerika gehabt.“ Belial dankte ihm ein wenig erleichtert.
„Aber gibt das nicht inzwischen Probleme? Immerhin wissen alle Leiter der Legate, wie gut Angel Island mit der Botschaft zusammenarbeitet und bei den Meisten hat sich rumgesprochen mit wem du dich besonders gut verstehst... Und Rayne ist kein alltäglicher Nachname... Ich sollte... ich habe damals instinktiv gewählt, vielleicht ist es einfacher, wenn ich den Nachnamen ändere... ich meine... für dich... ich...“ „Untersteh dich! Du bist für mich wie ein Bruder, Belial! Du bist der beste Freund den ich je haben werde! Sollen die Leiter der anderen Legate denken was sie wollen! Eher trete ich offiziell als Praeceptor zurück!“ Erleichtert schloss Belial die Augen. „Danke, Derek, das bedeutet mir sehr viel.“ murmelte er.
Als das Gespräch endete, war Belial beruhigt. Ein wenig hatte er doch erwartet, dass Derek und Rachel ein wenig ungehalten über das eigenmächtige Mitnehmen von Christina-Luciana reagiert hätten, doch sie hatten nur gesagt, dass sie gut auf das kleine Mädchen achtgeben sollten – was sie aber gar nicht in Frage stellten.
Während Selvaggia ein schnelles Mittagessen vorbereitete – es sollte Nudeln mit einer original italienischen Bolognese-Sauce geben – schlich Belial sich in das Kinderzimmer. Zart legte er eine Hand auf die Stirn seiner Patentochter und ließ die Magie walten. Er bemerkte Raphael erst als dieser ihn an der Schulter berührte. „Es ist zwar gegenüber Lucas-Lucian ein wenig unfair – aber vielleicht müssen wir zwei bei ihm auch eingreifen, wenn er sein Herz für Sophia-Aurora entdeckt, was meinst du?“ flüsterte der himmlische Pate des kleinen Mädchens, das dort neben Luciano schlummerte. Belial lächelte. „Ja, das wäre irgendwie niedlich... oder Vater schickt Hagiel und Tilly Drillinge – drei Mädchen wären doch niedlich, was meinst du?“ Raphael grinste. „Du bist ganz schön fies... der arme Hagiel und die arme Tilly.“ Belial lachte lautlos – in Gedanken, wo Raphael ihn hören konnte. „Oh, die zwei freuen sich jetzt schon auf ihre ersten Kinder – und Drillinge bekommen die beiden besser unter einen Hut als Metatron und ich.“ Die beiden lächelten einander an. „Geh noch nicht zu weit. Notfalls gebe ich ihr nochmal einen... Entwicklungsschub. Vater heißt es übrigens gut, denn er hat eurem Luciano die Seele geschickt, die zu Christina-Lucianas Seele gehört. Die „Sandkastenliebe“ der beiden wird irgendwann eine tiefe und herzliche sein...“
In diesem Moment schlug das kleine Mädchen die Augen auf. „Lufi, Fafael!“ rief sie leise und sofort wachte auch Luciano auf. „Papa, Ontel Fafael!“ sagte auch er begeistert.
Belial grinste. „Na ihr zwei, habt ihr denn Hunger? Die Mama, beziehungsweise Tante Selvaggia hat leckere Nudeln mit Sauce gekocht. Ich bin sicher, das wird euch Süßen schmecken.“ Er wandte sich an Raphael: „Darf ich dich auch zum Essen einladen?“ Raphael nickte, griff nach seiner Patentochter, während Belial nach seinem Sohn griff. „Und? Braucht ihr eine neue Windel?“ Die kleine Christina-Luciana überlegte kurz, dann nickte sie, während Luciano den Kopf schüttelte. „Ich will Pott haben...“ „Du willst auf dein Töpfchen?“ Der Junge nickte ernst. „So ein großer Junge!“ lobte Belial seinen Sohn stolz und schuf einen Paravent hinter dem ein kleines Töpfchen stand wo er ihn allein lassen konnte und der kleine Junge seine Privatsphäre hatte. Christina Luciana wollte ebenfalls aufs Töpfchen gehen, also zauberte Belial ein weiteres Töpfchen herbei für seine Patentochter. Als die beiden Kinder fertig waren begaben sich die Engel mit den Kindern in die Küche des Palazzos in Venedig. "Ihr kommt gerade richtig, das Essen ist eben fertig geworden. Hallo Raphael, schön dich auch mal wieder zu sehen. Ich hoffe Lucifer hat dich bereits zum Essen eingeladen?" Der Erzengel nickte. "Ja hat er und ich esse gerne mit euch." Also Selvi, das schmeckt phantastisch, du kannst es ohne jeden Zweifel mit Tilly aufnehmen." Die Hexe wurde leicht rot. "Oh danke Raphael, im Kochen von italienischen Gerichten bin ich gut - aber was die ausgefallenen Kuchen und Menüs angeht, da ist Tilly die Meisterin." Der Erzengel lächelte.
"Raphael, darf ich dich mal was fragen, wenn Lucifer schon nicht mit Sariel reden will, da du ja auch heilende Fähigkeiten hast." Der Höllenfürst sah seine Frau etwas böse an, da er genau wusste was jetzt kam. "Geht das schon wieder los! Du weißt genau, dass ich die Dinger nehmen werde, wenn es notwendig ist." "Um was geht es denn?" wollte Raphael wissen. Sein höllischer Bruder griff in die Tasche seines Jacketts und warf mit säuerlicher Miene die Packung mit den Schmerztabletten auf den Tisch. "Oh das sind ja echt Hammerdinger. Woher hast du die? Ohne Rezept bekommt man sowas nicht." "Von Cassie, sie hat sie von Sariel bekommen aber nur eine genommen gehabt." Raphael griff nach der Packung. "Während der Schwangerschaft? Ich hoffe, Sariel überschätzt Cassie da nicht, die können dem Kind schaden!" "Nein, davor - darum fehlte ja auch nur eine... und du hast doch bestimmt schon mitbekommen was vorgefallen ist. Ich weiß nicht was das Weib treibt oder mit wem sie unter einer Decke steckt. Denn Voodoozauber ist an sich schwarze Magie, und von ihr ging eindeutig zu viel weiße Magie aus. Deshalb denke ich, dass sie Hilfe hat. Und die Kopf- oder Bauchschmerzen die mit dem Voodoozauber an mir oder in mir ausgelöst werden sind ohne Schmerzmittel unerträglich. Das frustet mich ja selbst, dass ich auf Tabletten zurückgreifen muss aber ..." Raphael nickte. "Also, schaden werden sie dir jetzt nicht, nur die Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Benommenheit, müsstest du spüren." Der gefallene Seraph nickte. "Autofahren und Dinge die viel Konzentration fordern solltest du allerdings unterlassen, da auch bei dir die Konzentration beeinträchtigt wird durch die Tabletten. Ansonsten ... vollkommen unbedenklich für dich. Also mach dir nicht so viele Gedanken um deinen Mann, Selvi. In der Regel weiß er was er verträgt und weiß was er tut."
Belial grinste selbstgefällig, während Selvaggia nicht besonders begeistert wirkte. Raphael brachte nach dem Essen seine kleine Patentochter ins Bettchen und verabschiedete sich dann.
Am nächsten Morgen, nachdem Belial und Selvaggia die Kinder in die Krippe gebracht hatten, erschienen sie in der Küche des Boulevards, wo bereits Cassandra, Metatron, Hagiel, Mathilde, aber auch die beiden Botschaftersekretäre am Tisch saßen. Einer Eingebung folgend sagte Belial zu Euangelion: "Ich habe läuten hören, dass der Pfaffe, dieser Callaghan, die Kindergarten-Osterandacht Morgen hält. Besorg dir bitte die Predigt von dem und den geplanten Ablauf und kürz das ein. Außerdem überarbeite bitte die Predigt. Keins der Kinder will übertriebenen religiösen Kram hören und die Andacht soll keine Schnarchveranstaltung werden!" Astaroth grinste. "Oh, bitte, Fürst Lucifer... darf ich das machen?" hörten die Anwesenden ihn in den Gedanken. Belial wollte gerade zustimmen, als Selvaggia sich vernehmlich hinter ihm räusperte. Unauffällig nickte er Astaroth daher zu, sagte jedoch laut: "Lass das Euangelion lieber machen. Der gehört zur "netten" Fraktion." Astaroth neigte verstehend den Kopf - antwortete für alle hörbar: "Schade, aber wenn das Euer Wunsch ist, Fürst Lucifer..." und nur für Metatron und Belial - auf dem Pfad der Seraphim hörbar, mit einem schadenfrohen Unterton: "Danke, das wird ein Heidenspaß. Der Pfaffe hat vor mir fast so viel Angst wie vor Ihnen, Fürst Lucifer."
Der Höllenfürst grinste, hielt sich die Schläfen und stöhnte leise auf. Mathilde stellte eine Tasse des schmerzlindernden Tees vor ihn und sagte leise:  "Trink das Lucifer, auch wenn es scheußlich schmeckt und du Tee verabscheust, es tut mit Sicherheit gut." Belial roch daran, nahm einen Schluck und verzog das Gesicht. "Aber mach mir bitte noch einen Kaffee, denn den Nachgeschmack den ganzen Tag ertrag ich wirklich nicht." bat er und nahm tapfer einen weiteren Schluck des für ihn widerlich schmeckenden Tees. Er wandte sich an seinen himmlischen Kollegen."Metatron, ich... hilfst du mir... die Frau zu finden? Mit ständigen Schmerzen zu leben ist echt lästig." Er würgte den Rest des Tees fast hinunter und spülte dann mit Kaffee nach. Er trank die große Kaffeetasse mit einem Schluck leer, erhob sich leise stöhnend um sich einen neuen Kaffee zu machen. Mathilde stieß fast mit ihm zusammen. "Setz dich wieder hin, ich mache dir noch einen Kaffee." sagte die Küchenhexe freundlich. "Danke Tilly!" flüsterte er müde. "Sicher helfe ich dir, Lucifer. Wir müssen uns ohnehin noch zusammensetzen wegen der merkwürdigen Dinge die sich häufen, heute Morgen kam in den Nachrichten, dass viele Leute sich in den Läden beschweren, dass ihre neugekauften IPhones nicht mehr funktionieren und die Fachkräfte wissen sich auch keinen Rat." Belial nickte. "Besprechen wir das in einem unserer Arbeitszimmer?" In Gedanken nur für Metatron, Astaroth und Euangelion hörbar, fügte er hinzu. "Hier ist es mir momentan eindeutig zu laut."
Sariel erschien. "Hallo zusammen. Selvi, Lucifer könnt ihr mir bitte den Gefallen tun und heute Nachmittag Said-Angelo aus der Krippe mitnehmen und euch dann um ihn kümmern? Ich muss heute bis spät in die Nacht arbeiten, habe dann aber frei bis einschließlich Montag. Und kann dann so mit euch das Osterfest feiern." Die beiden meinten das wäre kein Problem.  
Sariel trank in der Küche noch einen Tee bevor er los musste. "Du bist schuld! Warum hast du Cassie nur die blöden Tabletten gegeben. "Von was redest du eigentlich? Welche Tabletten?" erkundigte Sariel sich erstaunt. Sie sah ihn etwas böse an. "Ich weiß nicht mehr wie sie heißen, Schmerztabletten von Cassie. Lucifer hat sie eingesteckt. Aber es muss ein Hammermittel sein, wie auch schon Raphael sagte." Sie beschrieb kurz die Packung.
"Sie helfen wohl gegen die Schmerzen, die ihm jemand durch Voodoo zufügt. Sie schaden ihm nicht - aber er leidet seitdem unter Schwindelanfällen, ist müde und benommen. Ich bin nicht begeistert davon." "Also erstens Mal, meine liebe Schwester, Raphael hat recht: Schaden fügen die Tabletten Lucifer auf gar keinen Fall zu. Die Nebenwirkungen, die du beschreibst - gut. Ist vielleicht auch nicht grad toll, aber wenn er die Schmerzen dann besser erträgt. Kann ich eigentlich nichts wirklich Schlimmes dabei finden. Zweitens: Was kann denn ich dafür, wenn Cassandra ihm die gibt? Du weißt selbst, dass sie Lucifer sehr mag als Freund und es womöglich nicht sehen kann, wenn er Schmerzen hat. Drittens: Vertraue ihm in manchen Situationen etwas mehr. Viertens: Geh mich nicht wieder so an. Ich mag dich, Selvaggia, aber das geht zu weit, das muss ich mir selbst als Bruder nicht anhören! Lass deine Aggressionen bitte nicht an mir aus! Bis morgen Früh. Ich bin pünktlich zum Ostergottesdienst da."
Er verschwand.
Zur gleichen Zeit im Arbeitszimmer des höllischen Botschafters:
Dieser lag erschöpft und etwas benommen auf dem Sofa. Samyaza der am Schreibtisch seines Herrn und Freundes saß um dessen Höllenpapierkram zu erledigen, blickte Metatron fragend und besorgt an. Metatron erklärte ihm kurz alles in Gedanken. "Meint ihr die merkwürdigen Vorkommnisse und der Voodoomist der mit dir getrieben wird... hängen zusammen?" fragte der höllische Stellvertreter. "Wäre durchaus möglich, Samyaza. Der ganze Spuk begann nachdem Lucifer und ich die Frau in dem Blumenladen gesehen haben. Die Frau hatte ein mittelalterliches Kleid an. Was wenn sie durch irgendwen - sagen wir vielleicht auch einen Hexer der schwarzen Magie in unsere Zeit gerufen wurde... vielleicht auch unfreiwillig und nun... da sie denkt alles hier ist böse... vernichtet sie es. In dir, Lucifer, hat sie das Böse erkannt... um es mal... deutlich auszudrücken. Du bist halt der Fürst der Hölle und das merkt auch jeder von uns Engeln. Darüber brauchen wir nicht diskutieren, das weißt du selbst... Ich denke, sie will mit den Voodooangriffen auf dich verhindern, dass du ihr gefährlich werden kannst. Deshalb hat sie die schwarzmagische Hexe dazu gebracht gegen dich vorzugehen." überlegte Metatron. "Dann müssten wir also die weiße, wie die schwarze Hexe finden. Und das in einer Metropole wie Paris. Na klasse!" seufzte der auf dem Sofa liegende Höllenfürst.
"Astaroth, Euangelion würdet ihr euch mal in der Stadt umhören wo es zu solchen Zwischenfällen mit Autos und Handys kam. In welchen Waffengeschäften die Waffen wie durch Zauberhand verschwanden. Dann können wir vielleicht heute Abend noch ein Gebiet eingrenzen."  schlug der himmlische Botschafter vor. "Jawohl Fürst Metatron." antwortete Astaroth. "Wird erledigt, himmlischer Chef, bis dann." Zusammen mit seinem höllischen Kollegen verschwand er.
Während Metatron sich in die Küche gesellte und den Frauen bei den letzten Ostervorbereitungen zusah, blieb der höllische Botschafter in seinem Arbeitszimmer auf dem Sofa liegen.
"Kann ich irgendwas für dich tun, Lucifer?" fragte Samyaza seinen Freund und Chef besorgt.
"Nicht wirklich, aber du hilfst mir schon in dem du mir den lästigen Papierkram vom Hals hältst." Samyaza lächelte. "Mach ich doch gerne, du musst nachher nur noch dein Autogramm daruntersetzen und einen Bericht kurz durchsehen." "Bist du auch morgen bei dem Kindergottesdienst dabei?" fragte Belial. Der gefallene Engel nickte. "Natürlich der Gottesdienst findet ja hier in der Aula statt. Das lass ich mir doch nicht entgehen, zumal Samantha mit den anderen Kindern aus der Krippe etwas zum Gottesdienst beiträgt. Ich finde das total toll, dass der Gottesdienst hier abgehalten wird, so kann ich auch dabei sein."  Der Höllenfürst richtete sich mühsam auf und blieb auf dem Sofa sitzen, er nahm eine der Tabletten und spülte sie mit Kaffee hinunter.  "Glaub ich dir. Aber du darfst doch zu Taufen, bei denen du Pate bist und zu Festen deiner Patentochter eine Kirche betreten, wenn ich mich richtig erinnere?" "Ja, bei Samantha darf ich." Der Fürst der Finsternis lächelte seinen Freund an. "Es ist zwar noch eine Weile hin, aber ich hätte dich gern auch als Paten meiner Zwillinge." Ein erfreutes Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des gefallen Engels aus. "Mach ich sehr gerne! Es ist mir eine Ehre, Lucifer. Wer wird denn mein himmlischer Gegenpart sein?" erkundigte er sich.  "Metatron, er ist mir von allen meinen himmlischen Brüdern - mal abgesehen von Sariel - momentan am nächsten und er hat sich echt gemacht beim Wickeln und auch im Umgang mit den anderen Kindern. Selbst die kleine Luciana mag ihn mittlerweile. " Samyaza nickte. "Ja er hat sich tatsächlich geändert, ich finde ihn manchmal sogar fast schon sympathisch, muss ich zugeben."
Den Nachmittag verbrachten die beiden gemeinsam in Lucifers Arbeitszimmer um den höllischen Papierkram abzuschließen. "Also der Bericht passt so - ich setze nachher mein Siegel darunter, wenn ich wiederkomme. Ich muss jetzt mit Selvi in die Kita um Luciano und Said-Angelo abzuholen."  Samyaza nickte und fragte: "Alles okay? Du stehst seit der letzten halben Stunde etwas neben dir, habe ich den Eindruck." "Nebenwirkungen der Tabletten." "Das wird Selvaggia aber nicht gefallen." Der Höllenfürst verdrehte die Augen und verschwand. In der Küche tauchte er wieder auf. "Selvi, wir sollten die Kinder holen." Sie sah ihren Mann an, der erschöpft im Türrahmen lehnte. "Komme sofort! Gehen wir dann mit Said-Angelo nach... Rom?" wollte seine Frau wissen. "Ja, Sariel bat mich ihn bei uns in Rom schlafen zu legen, da er dann noch eine Runde mit ihm spazieren gehen wollte, wenn er nachts wieder aufwacht, wenn er von der Klinik nach Hause kommt. Aber zuvor müssen wir nochmal her. Ich habe nachher noch eine Besprechung mit Metatron und unseren Sekretären." "Ach so, geht es um die merkwürdigen Vorfälle oder die Hexe die den Voodoozauber auf dich gelegt hat? Wenn ich die erwische dann... " "...lässt du das meine Sache sein! Du bist mit unseren Zwillingen schwanger und lässt daher die Finger von schwarzer Magie und allem was damit zu tun hat! Ich hatte einmal Angst um die beiden. Und ich habe Metatron und Astaroth, beides Seraphim, Samyaza ist auch nicht gerade schwach und steht mir immer zur Seite, so wie sämtliche himmlische Paten von Kat... was glaubst du wer da stärker ist?" "Mmmm." seufzte Selvaggia.
Als die beiden in der Gruppentür der Krippe erschienen, kamen neben Luciano und Said-Angelo auch Christina-Luciana und Lucas-Lucian so wie Samantha angerannt. "Ach ihr Lieben, Onkel Lucifer und ich nehmen heute nur Luciano und Said-Angelo mit." Die Zwillinge und Samantha blickten traurig zu Boden. "Mummy, Mummy." rief die kleine Sam plötzlich, als sie ihre Mutter erblickte. Dann erschienen auch Kat und Julien, die heute die Zwillinge abholten. "Na dann können wir ja alle gemeinsam gehen." meinte Selvaggia grinsend. Nachdem Lucifer, Kat und Julien, die auch ihre Engelsfähigkeiten zum teleportieren einsetzten alle in den Wohnbereich des Boulevards zauberten, verabschiedeten sich die beiden jungen Leute von den anderen und traten durch das Portal zum Legat. Alex machte mit ihrer kleinen Tochter einen Spaziergang ins Quartier Latin.
Selvi setzte Luciano in den Kinderstuhl und Lucifer seinen kleinen Neffen, den er auf dem Arm hatte. "Wollt ihr einen Apfel essen?" fragte Selvaggia die beiden Kinder. "Apel, Apel ..." rief Luciano und Said-Angelo nickte fleißig. "Ja, ja, ja ..." "Machst du bitte weiter Tilly? Metatron ruft - Euangelion und Astaroth sind zurück. Lucifer erschien zur Besprechung diesmal in Metatrons Arbeitszimmer. Euangelion breite einen Stadtplan aus, den er kurzerhand besorgt hatte und zeigte Metatron und Lucifer die eingekreisten Stellen in denen sich die merkwürdigen Vorkommnisse häuften. "Dann suchen wir erst mal in dem Gebiet. Freiwillige vor?" sagte der Höllenfürst sarkastisch. Astaroth wurde zu Astarte. Diese stellte sich ganz dicht vor den höllischen Botschafter und lächelte ihn verführerisch an. "Lasst mich das machen Fürst Lucifer. Einer Frau vertraut sie vielleicht eher als einem Mann und als Göttin, wird sie die dunkle Seite von Astaroth nicht spüren, wenn ich es unterbinde. " Wegen meiner versuch es." Er stöhnte genüsslich auf als die schöne Göttin anfing ihm verführerisch die Schultern zu massieren. "Vielleicht lindert es den Schmerz ein wenig, Fürst Lucifer." Er lächelte. "Danke Astarte, das tut sehr gut."  An alle gerichtet sagte er: "Aber das bleibt bitte unter uns, Selvie ist momentan ohne hin schon gereizt und na ja ich möchte nichts riskieren. Diese Streitereien stressen mich so schon. Die anwesenden Engel versprachen es.
Anschließend verschwanden Selvaggia. Lucifer und die beiden Kinder um in Rom wieder aufzutauchen. Da die Kinder so müde waren legte sie sie gleich in ihre Bettchen.
"Was ist denn mit euch los? Ihr geht doch sonst nicht so kühl miteinander um?" wollte der Höllenfürst wissen als später in der Nacht sein Schwager erschienen war. "Selvi hat mich ganz schön angegiftet und das muss ich mir echt nicht bieten lassen!" Er sah seine Frau scharf an. "Was hast du gesagt?" Lucifer stöhnte auf als seine Frau gestand weshalb sie vorher mit Sariel geredet hatte. "Dann hast du jetzt von beiden Seiten gehört, dass MIR die Tabletten nicht schaden - also lass es jetzt bitte gut sein und mich die Dinger schlucken!" Selvaggia biss sich auf die Unterlippe. "Sariel, es tut mir leid ich hätte dich nicht so anfahren dürfen, ich hoffe du verzeihst mir das." Er nickte. "Vergessen Selvi."
Am nächsten Morgen erschienen alle Engel und gefallen Engel die enger mit dem Boulevard zu tun hatten zum Gottesdienst, ebenso wie die Raynes und die Boyles.
Mit ein wenig ängstlichem Blick bedachte Philip Callaghan Belial und Metatron, die mit ihren Frauen und Euangelion in der ersten Reihe des großen Festsaals saßen. Er hatte vor dem himmlischen Botschafter mindestens genauso viel Respekt und Angst wie vor dessen höllischen Kollegen.
Erst am Vortag war Euangelion bei ihm erschienen und hatte ihn ins Vorzimmer der Botschafter zitiert, wo ihm eröffnet worden war, dass die beiden Sekretäre die gesamte Osterandacht des Kindergartens durchgeplant und sogar eine sehr kurze Predigt für ihn geschrieben hatten. Astaroth, der geradezu unheimliche Sekretär Metatrons, ein gefallener Seraph, der sich zudem in die Göttin Astarte verwandeln konnte, hatte ihm zudem unmissverständlich klar gemacht, dass er sehr ungehalten werden könnte, wenn der Pfarrer sich nicht an die „freundlichen Vorschläge“ zur Gestaltung der Andacht hielte.
Der Kindergarten hatte einige kleine Programmpunkte vorbereitet – so hatten die Kinder einen kleinen Tanz einstudiert, zwei Hortkinder sprachen ein kurzes Gebet und die Krippenkinder begleiteten mit Klangstäben und Rasseln ein kleines Osterlied. Nach einer knappen Stunde war die Andacht vorbei. „Gut gemacht, Euangelion!“ flüsterte Belial seinem Sekretär zu. Der lächelte versonnen. „Ich glaube, den Ausschlag hat mein Kollege gegeben. Der kann – in Bezug auf Pater Callaghan – sehr viel überzeugender sein...“ murmelte er.
Cassandra stellte sich ganz unprätentiös auf ihren Stuhl und rief: „Selvaggia, Rachel, Mathilde und ich haben für euch Kinder noch etwas vorbereitet. Der Sekretär meines Mannes gibt jedem von euch ein kleines Körbchen und dann dürft ihr Ostereier suchen! Die Erwachsenen bitten wir in den großen Speisesaal zum Buffet. Euch und Ihnen allen ein frohes, gesegnetes Osterfest!“
Während die Kinder Ostereier im Innenhof und in den Räumlichkeiten des Kindergartens suchten, machten die Erwachsenen sich über das Essen her, das Mathilde mit Hilfe der anderen zubereitet hatte. Besorgt, ob auch alles reichen würde, huschte die Köchin durch den Speisesaal. Selvaggia ging auf Philip Callaghan zu. „Eine sehr schöne, kindgerechte Predigt, Pater. Ich gestehe, das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.“ „Ich mir auch nicht...“ murmelte der Pfarrer und warf einen unsicheren Blick zu den beiden Botschaftern und ihren Sekretären, die mit Cassandra, Kat und Julien, sowie den Raynes zusammenstanden und sich unterhielten. Selvaggia sah ihn erstaunt an. „Wenn Sie das so sagen, Hochwürden, vermute ich, dass mein Mann seine Finger im Spiel gehabt hat?“ Philip Callaghan räusperte sich. „Er hat mir... ähm... empfohlen, mich vertrauensvoll an seinen Sekretär und dessen Kollegen zu wenden. Die beiden waren mir sehr... ähm... behilflich.“
Selvaggia warf einen verärgerten Blick zu ihrem Mann und den anderen. „Ich kläre das – trotzdem, Hochwürden, es war eine gelungene Andacht!“ Sie nickte ihm kurz zu und gesellte sich wieder zu ihrem Mann. „Wie konntest du?“ zischte sie ihm leise zu. „Wovon redest du?“ „Davon, dass du den Pater gezwungen hast die Hilfe von Euangelion anzunehmen – und wohl auch doch von Astaroth!“ Euangelion räusperte sich. „Ich habe mir erlaubt, auf Wunsch von Lucifer dem Pfarrer unter die Arme zu greifen – vor allem im Interesse der Kinder, Astaroth war sehr hilfreich... seine... oder besser Astartes Gesangsstimme ist sehr viel schöner als meine und wir haben mit dem Pfarrer gemeinsam so die Lieder auch singen und den Gottesdienst einmal durchgehen können.“ mischte Euangelion sich ein. „Herrin, der Pfaffe hatte eine elendig lange Predigt über die Auferstehung geplant, Lieder in lateinischer Sprache und ähnliche Dummheiten!“ sagte Astaroth sanft. „Wir haben ihn lediglich auf den Boden der Tatsachen geholt und ihm klar gemacht, für wen diese Osterandacht ist: Für die Kinder des Kindergartens und ihre Eltern, nicht für eine fanatisch evangelikale Anhängerschaft.“ Erschrocken sah Selvaggia den Sekretär Metatrons an. „Er wollte wirklich richtig predigen? Und lateinische Lieder?“ Die Sekretäre nickten beide. Sie seufzte. „Ich glaube, dann ist es besser, wenn du ihm weiter unter die Arme greifst – zumindest solange er hier als Hausprediger von Pierre Kardinal Pasquieu abkommandiert ist, Euangelion. Vor deinem Kollegen hat er allerdings viel zu viel Angst.“ „Was jedoch auch von Vorteil sein kann...“ flüsterte Astaroth belustigt in aller Gedanken.
„Worauf muss ich mich morgen in Notre Dame einstellen?“ fragte Belial Astaroth und Metatron über den Pfad den er nur mit den beiden teilte. „Keine Sorge, Herr, der Kardinal ist öfter mal anwesend und führt mit Fürst Metatron, Euangelion und mir dann das eine oder andere theologische Gespräch. Der Kardinal wird in Zukunft auch davon absehen Sie zum Annehmen dieser Oblate zu nötigen.“ Belial bedankte sich in Gedanken bei Astaroth. Metatron grinste leicht. „Schon klar, Großer.“
„Sieh dir unsere Männer an... Da schwatzen sie wieder in Gedanken... ich bin mir ziemlich sicher!“ meinte Cassandra zu Selvaggia und sah die drei Seraphim – ihren Mann und die zwei gefallenen, Lucifer und Astaroth streng an. Sie hatte gemerkt, dass Kat sich zurückgehalten hatte. „Schatz, halte bitte den Ball flach, im Interesse von uns allen.“ flüsterte Metatron seiner Frau ins Ohr – nur für die Seraphim und sie selbst hörbar. Bevor sie jedoch noch etwas sagen konnte, traten Madame Brissac und Juliens Onkel, der Kardinal und Erzbischof von Paris hinzu. Die Kindergartenleiterin berichtete begeistert von der Freude der Kinder bei der Ostereiersuche, bevor sie zu Philip Callaghan ging um ihm zu danken - und der Kardinal ließ sich von seinem Neffen berichten wie die Andacht gelaufen war. Er wirkte erleichtert, als er hörte, dass – dank der beiden Sekretäre – alles glatt gelaufen war. „Ein wenig muss er noch lernen, aber dank euch zwei wird das schon. Manchmal wünschte ich wirklich ich könnte Acactili vom Christentum überzeugen. Der wäre mit einer Leidenschaft dabei, die ich bei Pater Callaghan leider vermisse... und Acactili findet irgendwie zu jedem eine Beziehung...“ „Ach, wir kriegen ihn schon zurecht gerückt, Pierre.“ meinte Euangelion mit einem Lächeln – und sein Kollege nickte.
„Ich wäre schon froh, wenn er etwas mehr von seinem hohen Ross runterkommt auf das er irgendwann mal gestiegen ist seit er von der Luna-Foundation weg ist...“ murmelte Derek. „Das wäre ein Segen, wohl wahr... Dublin sucht nach wie vor einen Theologen, der das dortige Legat leiten könnte – und ja, Derek, ich weiß durch meine Verbindung zur Kongregation und zu meinem Kollegen aus San Francisco, dass die Luna Foundation mehr ist als du vorgibst! Ich weiß genau, dass du der Praeceptor des Legates in San Francisco bist!“ „Pah, das wird der nie schaffen!“ murmelte Rachel. Euangelion lächelte versonnen. „Wenn es uns gelänge... beziehungsweise wenn der himmlische Vater es gestatten würde... hm... also so in etwa das, was Astaroth und Astarte teilen oder was sie verbindet – und das bezogen auf den Pfarrer und Acactili... dann hätten wir genau das, was die dort brauchen: Einen Theologen, der weltlich und auch sinnesfroh ist, einen Mann, der eine charmante Gefährtin an seiner Seite hat zu der er steht und die zu ihm stehen wird – und Juliette Charenne würde genau das tun, denn sie mag beide, wobei sie Acactilis Seele liebt... aber... nun ja...leider...“
„Eine interessante Idee, Euangelion...“ murmelte Metatron. „Und die ideale Lösung, wenn es gelänge!“ fügte Pierre Kardinal Pasquieu seufzend hinzu. „Na, mal schauen...“ Belial grinste ein wenig diabolisch, während er beobachtete wie der Pfarrer von der Kindergartenleiterin und einigen Eltern in ein Gespräch verwickelt wurde.
Nach der organisierten Eiersuche für alle Kinder der gesamten Kita, verabschiedeten sich die Eltern um das Osterwochenende noch zu genießen.
Die Familie des Boulevards genoss die leckeren Kuchen die Mathilde gebacken hatte und mit Tee und Kaffee servierte. "Lucifer, ich würde gerne hier bleiben und Tilly beim Backen und Kochen helfen, damit sie nicht die ganze Nacht am Herd stehen muss." Er nickte. "Mach das, dann bleiben wir eben heute Nacht hier. Ich bearbeite zusammen mit Samyaza noch meinen Höllenkram, Unterschriften, Genehmigungen, Dinge die von mir selbst erledigt werden müssen. " Er machte sich noch einen Kaffee, dann verschwand er, zusammen mit Samyaza, in seinem Arbeitszimmer.
"Lucifer?" fragte der gefallene Höllendiener besorgt, als er sah wie sein Herr und Freund den Kopf in die Hände sinken ließ und einen leisen Schmerzensschrei ausstieß. "Nicht schon wieder bitte!" stöhnte er. Samyaza reichte ihm seine Kaffeetasse als er sah dass er die Tabletten aus seiner Jackentasche holte. "Wobei du eigentlich heute keine mehr nehmen solltest, du stehst ehrlich gesagt jetzt schon irgendwie neben dir." Der Höllenfürst schluckte eine Tablette. "Was soll ich denn sonst machen?  In dem scheiß Buch da ..." Er deutete auf den verschlossenen Schrank in dem er das Grimoire verwahrte. " ... gibt es nicht einen Zauberspruch den man anwenden könnte ohne die Person, die einem Schaden zufügt mit Namen zu benennen - dass ein Bannspruch wirkt. Ich kenne auch keinen und... ich kann nicht mehr klar denken! Und dann ist da noch Selvi, die mir Vorwürfe macht, wegen jeder Tablette dich ich nehme, das einzige was den Schmerz zumindest lindert. Du solltest mit Sariel reden. Zumal ich der Frau momentan eh nichts recht machen kann. Ich liebe Selvi, aber... momentan ist es echt nicht leicht." gestand er. "Ich merke schon, das Zusammenleben mit einer Schwangeren scheint nicht leicht zu sein." Der Höllenfürst verdrehte die Augen, nahm einen Stift und setzte seine Unterschrift auf ein paar Formulare die sein höllischer Freund ihm hinlegte. Er massierte sich die Stirn. "Danke fürs Zuhören Samyaza." flüsterte er. "Dazu sind Freunde doch da!" Lucifer lächelte. Er freute sich in Samyaza einen weiteren Freund gefunden zuhaben.  "So das war die letzte. Du, ich fühl mich echt nicht so gut, ich bin durch die Tabletten mal echt müde und wie du schon so schön sagtest - neben mir. Ich lege mich mal für eine Weile hin. Könntest du bitte..." Er unterbrach ihn. "Ich sage es Selvaggia." Er nickte kurz dankbar und verschwand.
Am nächsten Morgen, noch im Schlafzimmer des höllischen Botschafters. "Du hast ja mal echt lange geschlafen, kommt das von den Tabletten?" Er nickte. "Und wie viel hast du dann gestern genommen?" Er zuckte mit den Schultern. "Warum bist du so verschlossen, in letzter Zeit?" "Das fragst du noch? Ich ecke doch in letzter Zeit mit fast allem an bei dir. Ganz ehrlich! Und jetzt sei mir nicht böse, aber das ist schlimmer als damals bei Luciano!" "Du hast Glück, dass ich noch nicht verärgert bin, denn sonst hätte ich jetzt echt ungehalten reagieren können! Und nebenbei - diesmal sind es zwei, also doppelt zickig." sagte sie leicht giftig. "Und schon geht es wieder los." "Und ein Mädchen noch dazu!" Er wolle sich erheben, als ihm jedoch plötzlich schwarz vor Augen wurde und er wieder aufs Bett sank. Er fühlte sich immer noch leicht benommen. Er erhob sich langsam und stellte sich neben seine Frau die gerade Luciano aus dem Gitterbettchen genommen hatte. Zum Glück hatte sie seine kurze Schwäche nicht bemerkt. Zusammen mit ihrem Sohn begaben sie sich in die Küche. Kat und Julien kamen auch gerade - noch verschlafen, denn in Amerika war es noch Nacht. "Einen wunderschönen Guten Morgen!" begrüßte Mathilde die Neuankömmlinge fröhlich. Kat gähnte worauf Metatron einen Wachzauber anwandte und den Teenager sanft tadelte, da sie das längst selbst hätte machen können. Julien, ihr Freund, grinste.
"Danke Tilly, das wünschen wir dir auch. Du ich habe hier ein paar Kekse mitgebracht für nachher zum Kaffee." antwortete Rachel freundlich und stellte eine große Dose auf den Tisch.
Der Höllenfürst erhob sich und machte sich eine Tasse Kaffee.  Sie warteten noch auf die Raynes - Derek mit den Zwillingen -  und die Boyles, um dann gemeinsam mit den anderen zum Ostergottesdienst zu gehen. Samyaza, Gadreel und Armaros erschienen um auf die Kinder aufzupassen. während alle in der Messe waren.
Belial fluchte leise – und nur für seinen himmlischen Kollegen und Kat hörbar. Er sah es zwar schon als Privileg an, dass er wieder Kirchen betreten konnte – was manchmal auch in Bezug auf die Arbeit der Botschaft nützlich war – aber leider hatte er so auch keine wirkliche Ausrede mehr, wenn seine Frau zu einer Messe wollte, die ihr wichtig war. Und da das Osterfest das wichtigste Fest im christlichen Jahresrhythmus war, hatte auch Pierre Kardinal Pasquieu beide Botschafter mit ihren Frauen und sämtlichen Mitgliedern des Boulevard Haussmann 13 am Vortag nochmals persönlich eingeladen. Belial sah allerdings mit einem Lächeln zu Hagiel, der eine etwas scheue Mathilde im Arm hielt und mit ein wenig Schadenfreude auf Astaroth in der Gestalt der betörend schönen Astarte. Der himmlische Vater hatte gemeint, ein Bodyguard könne nicht schaden und Astaroth-Astarte solange er es für nötig hielt ebenfalls Zutritt zu seinen Kirchen gewährt – allerdings nur in Belials Begleitung. Das bereitete dem höllischen Sekretär des himmlischen Botschafters sichtlich Unbehagen. „Meine Güte, Herr, das ist als würde sich einem ein Alb auf die Brust setzen!“ flüsterte er über den mentalen Pfad der ihn mit Belial, Metatron und Kat verband. „Ist das für Euch genauso furchtbar?“ Belial seufzte. „Vielleicht nicht ganz, aber es beschreibt ganz gut wie ich mich fühle...“ antwortete er ebenso.
Selvaggia wollte gerade in den Weihwasserbehälter greifen um sich dann zu bekreuzigen, als Astarte sie davon abhielt. Ärgerlich machte die Hexe sich los und wollte sie zurechtweisen, als Belial jedoch eingriff: „Danke Astarte, dass du schneller reagiert hast als ich.“ Selvaggia wandte sich empört ihrem Ehemann zu. „Was fällt dir ein? Ich will mich mit dem Weihwasser bekreuzigen!“ fauchte sie. „Glaub mir, Liebling, das willst du im Interesse der Zwillinge unter deinem Herzen nicht... Der Mann dort vorn hat einen Hautpilz und hat in den Behälter gefasst um sich zu bekreuzigen und die Frau vor ihm hat sich nach ihrem letzten Toilettengang nicht die Hände gewaschen... im Gegensatz zu mir, meine Liebe, siehst du die Bakterien nicht, die sich darin tummeln...“ flüsterte Belial ihr ins Ohr. Selvaggia zuckte zusammen. „Wirklich?“ murmelte sie. „Ich versichere Euch, Herrin, Fürst Lucifer sagt die Wahrheit. Auch ich sehe die Bakterien und Pilze und andere... Dinge...“ raunte Astarte ihr zu. Skeptisch betrachtete Selvaggia das Weihwasser, bekreuzigte sich dann jedoch ohne ihre Finger in den Behälter zu tauchen.
Gemeinsam nahmen sie in der ersten Reihe Platz und mit einiger Zufriedenheit sah Belial, dass auch Hagiel Mathilde genauso daran gehindert hatte, dem Weihwasser zu nah zu kommen wie Metatron Cassandra.
Die Messe begann. Der Kardinal hielt eine sehr gute Predigt über das die Erlösung von den Sünden durch Tod und Auferstehung Jesu. Euangelion und Astarte grinsten einander an. „Habt ihr ihm die Predigt geschrieben?“ fragte Belial seinen Sekretär leise. Der zuckte mit den Schultern. „Nein, wir haben nur irgendwann letzte Woche über das Thema geredet – im Gegensatz zum Pfaffen ist Pierre sehr gut in der Lage gut zu formulieren.“
Als das Abendmahl stattfand, trat Selvaggia mit Euangelion, Hagiel, Metatron, Cassandra und Mathilde vor und lächelte ihrem Mann kurz zu. Sie verstand, dass er lieber sitzen blieb. Erleichtert seufzte Belial auf und als nach einer guten Stunde der Schlusssegen vom Kardinal gesprochen wurde, murmelte er erleichtert: „Amen!“
Als sie sich alle erhoben um die Kathedrale zu verlassen, drehte Belial sich um und...
"Hast du was vergessen?" fragte Selvaggia überrascht als er sich am Eingang umdrehte und wieder zurück rannte. Er sprintete durch die Bänke zu einem der Seitenausgänge. "Verdammt!" rief er und schlug wütend mit der flachen Hand gegen die Mauer der alten Kathedrale. "Lucifer, bitte! Keine Flüche im Hause Gottes." sagte eine bekannte Stimme hinter ihm. "Pierre..." Er drehte sich um. "...oh, verzeiht, Herr Kardinal!" sagte er sarkastisch. Pierre, der Lucifer kannte und ihm meistens auch nicht wirklich böse war, grinste. "Die Frau, die da eben raus ist - war die aus dem Blumenladen, die ich für eine sehr mächtige weiße Hexe halte. Und die ich im Verdacht habe mir den Voodoofluch angehängt zu haben. Und jetzt ist sie weg. Und deiner Kirche macht das kleine gesprochene "Flüchlein" von mir mit Sicherheit weniger aus als mir der ständige, unerträgliche Schmerz. Also nimm es mir nicht übel, Pierre wenn ich in letzter Zeit etwas ungehalten bin!" fauchte der Höllenfürst. Der Kardinal seufzte.
Die beiden Männer merkten nicht, dass sie aus nicht allzu weiter Entfernung beobachtet wurden.  Belial begab sich wieder zu seiner Frau und den anderen, die auf dem Vorplatz Notre Dames gewartet hatten. "Schatz, was war denn los, warum bist du nochmal zurück?" Er seufzte und griff instinktiv und für Selvaggia unauffällig nach Metatrons Arm um sich halten zu können. Er ließ ihn auf mentaler Ebene wissen, dass die Hexe wieder zuschlug und er nicht wollte, dass seine Frau es bemerkte. Der Erzengel verstand sofort und ließ ihm etwas zusätzliche Kraft zukommen um den Schmerz für den Moment etwas besser aushalten zu können. "Danke." murmelte der Höllenfürst ihm auf dem nur für die Seraphim hörbaren Pfad zu. Laut sagte er: "Da war eben die Frau aus dem Blumenladen, sie ist mir aber leider entwischt." Er atmete einmal tief durch. "Cassandra meinte gerade wir könnten noch einen kleinen Spaziergang entlang der Seine machen, und in dem kleinen Cafe da vorne noch einen Kaffee trinken, bevor wir dann zum Mittag wieder im Boulevard sind." berichtete ihm Selvaggia, da er ja eben nicht da war. Belial legte den Arm um die Hüfte seiner Frau und verbarg den Schmerz gekonnt mit einem Lächeln. "Sicher mein süßes Hexlein, das bietet sich bei dem Wetter ja an." Cassandra mischte sich ein. "Eben und Metatron muss noch mehr Kontakt mit Menschen üben. Bei der Gelegenheit: Ich würde gerne mit Metatron am 5. Mai ins Theater hier in Paris gehen, in ein Musical - Konzert, da werden Lieder gesungen aus verschiedenen Musicals und wir dachten ihr beide würdet uns vielleicht gerne begleiten." "Ja sehr gerne! Da sind wir dabei, nicht wahr Lucifer? Wir gehen viel zu selten aus. Und wir haben ja jede Menge Engel und Freunde die auf Luciano aufpassen!" antwortete Selvaggia begeistert. Belial nickte und blickte grinsend zu Metatron, der wenig begeistert aussah. "Frauen und ihre Wüsche, und wie ich merke konntest du es Cassie auch nicht ausreden." sagte er nur für Metatron hörbar.
Unterdessen leistete Pater Callaghan in der Kathedrale gerade seinen heutigen Beichtdienst ab.
"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen." Hörte Philip die Stimme einer jungen Frau. "Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und Seiner Barmherzigkeit." antwortete er, wie immer. "Pater ich habe gesündigt. Ich gestehe, dass ich eine Hexe bin, aber eine der weißen Magie. Ich bin mir nicht sicher ob Ihr mir glaubt. Ich bin an sich wirklich eine gute Hexe, aber ich habe... ich wende schwarze Magie an. Ich fühle mich schlecht dabei, aber ich mache es zu meinem eigenen Schutz. Denn ich fühle große Gefahr die von dem schwarzmagischen Hexer ausgeht. Er war gerade sogar in der Messe, in der ersten Reihe. Bitte Pater, gebt mir die Gewissheit, dass Gott mir vergibt. Ich handle nur zum Schutze anderer, denn die junge, schwangere Frau an seiner Seite wirkte nett. Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme Dich meiner, oh Herr."
Philip schluckte. Er wusste, dass er der Frau jetzt eigentlich die Lossprechung ihrer Sünden erteilen müsste. Er wusste jedoch genau um wen es sich handelte und, auch wenn er es nicht gerne zugab, dass der Fürst der Hölle momentan kein Interesse an den Seelen der Menschen und so weiter hatte, und da er eingesehen hatte, dass er ohne die Hilfe des Höllenfürsten, selbst verloren gewesen wäre. Deshalb wählte er folgende Worte: "Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Frieden."
In diesem Satz ließ er das Wort Vergebung weg. Da er genau wusste dass Gott ihr keine Vergebung schenken würde solange sie seinen ältesten Engel - und vielleicht "aufmüpfigsten" Sohn, wenn auch gefallen, mit Voodoo über den Rand seiner Schmerzgrenze quälte. "Hör auf mit der schwarzen Magie und bete den Rosenkranz und bittet um Verzeihung,  meine Tochter und Gott wird dir Vergebung schenken." fügte er dann hinzu. "Habt Dank - ehrwürdiger Vater. Das Beten mache ich schon die ganze Zeit. Aber... ich muss mich und die Menschen vor diesem bösen Magier schützen. In meiner Welt würde man ihn auf dem Scheiterhaufen verbrennen! Wie dem auch sei - Vater - habt Dank für Euer Gehör. Gehabt Euch wohl." sagte sie und verließ den Beichtstuhl. Philip war einen Moment verwundert.
Am Nachmittag tauchte der Priester im Boulevard auf. "Gesegnete Ostern!" sagte er freundlich als er die Küche betrat. "Philip! Was machst du denn hier?" fragte Derek erstaunt. Noch ehe der Priester antworten konnte bot ihm Cassandra einen Platz an, so wie Tee und Plätzchen. Mit etwas mulmigem Gefühl in der Magengegend setzte er sich auf den ihm angebotenen Platz gegenüber des Höllenfürsten. Dieser sah ihn kurz an und widmete sich dann wieder seiner ältesten Patentochter und deren Freund, mit denen er sich gerade im Gespräch befand. Philip antwortete: "Ich bin eigentlich gekommen da... mir vorhin während des Beichtdienstes etwas Merkwürdiges passiert ist und... ich dringend beide Botschafter sprechen muss." Er räusperte sich.  Beide sahen ihn verwundert an. "Wegen was musst du uns denn dringend sprechen? Pfaffe!" fragte Belial abfällig. "Ich... es geht  um... wollen wir nicht..." Der Höllenfürst verdrehte die Augen. Griff sich an die Schläfen und rieb sich leise stöhnend mit den Fingern über die Stirn. "Ich kann dein Gestottere nicht mehr hören, Pfaffe! Also in Gottes Namen hör auf damit, bevor ich mich vergesse! Verzeih Vater, aber wenn der so weiter macht..." Er schluckte eine Tablette bevor er fortfuhr. "Und du kannst ruhig hier reden, das ist Familie und es sind alle in die Fälle des Boulevards mit involviert und wissen Bescheid. Also was willst du?" fragte er nochmals unfreundlich.
Philip Callaghan atmete einmal tief ein. "Also ich habe mit Kardinal Pasquieu geredet und er meinte unter den gegebenen Umständen dürfe ich mein Beichtgelübde brechen. Und Gott würde mir sogar dafür danken und seinen Segen aussprechen." Belial seufzte. "Hey Priesterchen, komm endlich zur Sache!" befahl er ungehalten. "Kurz nachdem Sie weg waren kam eine Frau zur Beichte. Sie meinte sie wäre eine weiße Hexe und wende schwarze Magie an. Sie wolle sich und die Menschheit schützen vor einem sehr bösen Magier. Als sie sagte der Hexer wäre sogar in der vordersten Reihe gesessen während der Messe... da habe ich eins und eins zusammengezählt." Belial hatte dem Priester aufmerksam zugehört und blickte ihn im Moment gar nicht mehr so abwertend an wie noch vor ein paar Minuten.
"Das war sie! Verdammt! Ich hätte nochmal zurück gehen sollen." ärgerte er sich und massierte wieder seine Schläfen. "Ist dir an der Frau was aufgefallen? Irgendwas, was uns weiterhelfen könnte?" fragte Metatron. Philip überlegte kurz. "Sie hat geredet wie im Mittelalter, sagte nicht Sie sondern ständig Ihr und Euch zu mir und so weiter. Dann meinte sie: In meiner Welt hätte man den Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt." Belial stöhnte auf, teils vor Schmerz teils aus Verzweiflung da er so hilflos war solange er die Frau nicht hier hatte. "Lucifer, das ist sie eindeutig und sie ist es, die für die merkwürdigen Vorkommnisse in der Stadt verantwortlich ist. Wir müssen die Frau finden und verhören! Warum sie hier ist. Und so weiter, dann könnten wir diesen Fall lösen und du könntest dafür sorgen, dass sie dich in Ruhe lässt." Er nickte. "Ist mir klar! Die Frage ist nur: Wie finden wir sie? In einer Metropole wie Paris fällt jemand der mittelalterlich gekleidet ist doch nicht auf. Da läuft alles Mögliche rum... zumal sie vorher einen ganz gewöhnlichen Mantel an hatte wie siebzig Prozent aller Bewohner dieser Stadt."  Er blickte Philip an. "Aber trotzdem: Danke!" Dieser nickte scheu. "Ich möchte helfen, ...Fürst Lucifer. Und möchte Sie davon überzeugen dass ich mich ändern kann und möchte. Ich habe eingesehen, dass ich... zu... verbohrt war. Ich habe viele Fehler gemacht und einen sehr guten Freund verloren."
Er blickte traurig zu Derek. "Und eine Freundin, die sogar noch härter  mit mir ins Gericht geht, als ihr Vater." Belial drehte sich kurz zu Derek und Kat um. Er sah dass Kat dem Priester keinen Glauben schenkte und Derek mit sich kämpfte. Er drang sanft, mit weißer Magie in die Gedanken des Priesters ein um die Ehrlichkeit seiner Worte zu überprüfen. Und war überrascht.
"Oh, ...ich spüre wahrhaftig Reue und Ehrlichkeit! Verzeih mir Priester, für das Eindringen in deine Gedanken, aber ich musste es tun um die Aufrichtigkeit deiner Worte zu prüfen!" sagte Belial überrascht. Als er spüren konnte, dass Philip Angst hatte und ihn ängstlich ansah fügte er hinzu: "Keine Angst, ich habe weiße Magie angewandt, denn mit schwarzer wäre es nicht so schmerzfrei für dich gewesen. Und ja ich beherrsche Weiße wie Schwarze - gleichermaßen gut. Nur dass ich die Weiße ungerne anwende, da dieses Gefühl in diesem Moment der Anwendung nicht das Angenehmste für mich ist.  Aber manche Menschen verdienen es von vornherein mit Respekt behandelt zu werden - oder wie in deinem Fall - um dir zu zeigen, dass ich auch anders kann." erklärte er dem Priester. Belial hatte ruhig geredet wie noch nie zuvor wenn er mit Philip gesprochen hatte, man konnte aber dennoch eine gewisse Abneigung in seiner Stimme hören.
"Schatz, was hältst du davon Pater Callaghan, quasi als momentaner Hausherr und Botschafter des Boulevards als Dank zum Abendessen einzuladen?" Er drehte seinen Kopf langsam nach links zu seiner Frau und flüsterte ihr etwas ins Ohr, so dass nur sie es hören konnte. Sie lächelte etwas verschmitzt. Dann wandte er sich seinem Gegenüber zu, charmant und freundlich. "Du hast meine Frau gehört. Möchtest du zum Abendessen bleiben, Philip Callaghan?" Philip sah unsicher zu Derek. Dieser nickte ihm zu.  Er räusperte sich. "Ich bleibe gerne." antwortete er etwas ängstlich. Man konnte eindeutig spüren, dass er sich in der Gesellschaft des Teufels, trotzdessen er mittlerweile wusste, dass dieser als Botschafter für den himmlischen Vater arbeitete und nicht mehr ausschließlich böse war, immer noch sehr unwohl fühlte.
Während des Essens gab es einen fürchterlichen Knall. Sämtliche Engel und Menschen im Boulevard zuckten zusammen, die Kinder begannen zu weinen. Sofort griffen Rachel und Derek nach den Zwillingen, Selvaggia nach Luciano, Sariel nach Said-Angelo und Alex nach Samantha. Die beiden Botschafter sprangen ebenfalls erschrocken zum Fenster. Es donnerte, blitzte und regnete. Belial musste sich festhalten um nicht das Gleichgewicht zu verlieren und atmete ein paar Mal tief ein um den Schwindel von den Nebenwirkungen der Tabletten und dem zusätzlichen zu schnellen Aufspringen wieder loszuwerden. Selvaggia beobachtete mit gemischten Gefühlen, dass ausgerechnet Astarte ihm helfend zur Seite stand in dem sie einen Arm von hinten um ihn legte.  Sie wurde die Eifersucht nicht los, dass ihr Mann etwas mit der ausgesprochen schönen Göttin hatte, als er noch Affären pflegte, auch wenn sie sich sicher war, dass er ihr treu war seit  sie mit ihm zusammen gekommen war und auch immer noch ist. Sie sah ihn einfach ungerne in der Nähe Astartes. Anschließend öffnete er das Fenster und rief nach Metatron. "Schau dir das mal an. Spinne ich und bin schon so benebelt von den Tabletten oder gewittert es auf der anderen Straßenseite nicht?" fragte der Höllenfürst seinen himmlischen Kollegen. "Du bist zwar heute echt daneben und man merkt, dass es dir... dreckig geht... aber so benebelt bist du noch nicht, denn ich sehe das irgendwie... genauso." antwortete der Erzengel verwirrt.
"Komm mit wir sehen uns das mal von drüben an!" meinte Belial. Metatron nickte und verschwand um auf der anderen Seite mit seinem Bruder wieder aufzutauchen.  Da die Leute in der Straße wussten wer das Haus gegenüber bewohnte mussten sie sich keine Gedanken machen. Metatron und Belial standen auf der Straße und starrten ungläubig auf den Boulevard. Sie zuckten zusammen als plötzlich einer ihrer Nachbarn neben ihnen erschien. "Sind Sie irre? Uns so zu erschrecken!" rief der Höllenfürst. "Verzeihen sie Monsieur Rayne, aber Sie müssen schon zugeben, dass das äußerst merkwürdig ist und... das macht mich neugierig." gestand der junge Mann. "Na dass kann ich mir denken, wir wüssten auch was das zu bedeuten hat. Wobei ich schon eine Ahnung habe. Merlin? Hältst du es für möglich dass sie uns beziehungsweise mich gefunden und hierfür verantwortlich ist?" Metatron nickte. "Sie? Reden Sie von einer Frau? Mitte zwanzig, schlank, blonde, lange Haare?" fragte der Mann, der bei ihnen stand. Metatron und Belial starrten den Mann entgeistert an. "Sie haben sie gesehen? Wann und wo?" fragte der Höllenfürst jetzt fast ungehalten. Metatron strich ihm mit der Hand über den Arm da er merkte wie es ihn seinem höllischen Bruder kochte. "Ja Monsieur, meine Freundin und ich haben uns schon gewundert warum sie so lange da stand... und als dann das Gewitter bei Ihnen losging..." Belial atmete einmal tief ein. "Merde! Schon wieder hab ich dieses Weib verpasst!" brüllte er. "Nichts für ungut, dieses Weib wie er sich auszudrücken pflegte... nun ja die will Lucian an den Kragen." erklärte Metatron als der Mann bei Lucifers kleinem Wutausbruch zusammengezuckt war. "Vielen Dank für ihre Hilfe." sagte der himmlische Botschafter noch und veschwand mit Lucifer, dessen Hand er hielt um ihn in den Boulevard mitzunehmen, damit er nicht vor dem netten Nachbar einen Wutausbruch bekam.
"Verdammt! Metatron  das verrückte Mittelalterweib stand quasi wieder direkt vor meiner Nase." fluchte er und ließ wütend einen alten Holzstuhl in die Ecke fliegen. "Ich... Fürst Lucifer ...vielleicht kommt sie ja nochmal zum Beichten und dann könnte ich Sie verständigen." sagte Philip Callaghan, der immer noch am Tisch saß, ängstlich, da ihn der plötzliche Wutausbruch des vorher noch so ruhigen Höllenfürsten ängstigte. "Das wäre sehr nett! Komm mit!" befahl er barsch. "Lucifer!" warnte Metatron. "Was? Ich will nur mit ihm in mein Arbeitszimmer wo ich mein I-Phone liegen habe oder glaubst du ich lasse den Pfaffen in meine Gedanken?" antwortete er giftig. Nachdem der Priester die Nummer unter Lucian Rayne in seinem eigenen Handy abgespeichert hatte, biss er sich auf die Lippen als ein eiskalter, wütender Blick ihn traf. "Und ich erwarte, dass du mich umgehen verständigst und sie dann auch festhältst und wenn du sie niederschlagen musst." forderte er. Philip nickte schnell. "Wobei ich - also ich würde das noch mit Seiner Eminenz, Kardinal Pasquieu abklären... wenn es - also immerhin... Sie müssen verstehen... Beichtgeheimnis... und..." "Ich warne dich, Callaghan! Und mit Pierre kläre ich das. Tu du nur was ich gesagt habe!" Selvaggia war ihrem Mann und dem Pater gefolgt und räusperte sich leise: "Komm Schatz, zurück in die Küche, dort setzt du dich und schlürfst noch in Ruhe einen Kaffee - heute kannst du nichts mehr machen." sagte seine Frau liebevoll und zog ihn durch das Portalsystem in die Küche wo sie ihn auf  seinen Stammplatz dirigierte, Mathilde zunickte, die auch offensichtlich schon eine Tasse Kaffee fertig hatte, denn sie stellte umgehend eine vor den höllischen Botschafter.
Als Kat sah wie niedergeschlagen ihr Lieblingspatenonkel war, sprach sie nach Absprache mit ihren Eltern, da sie wusste wie gut ihm das private, gemütliche Zusammensein im Legat tat und wie sehr er auch seine kleinen Patenkinder liebte, folgende Einladung aus: "Onkel Belial wir würden uns sehr freuen, wenn ihr morgen Nachmittag zu uns nach Angel Island zum Kaffee kommt." Er lächelte seine älteste Patentochter liebevoll an. "Danke Käthchen, das machen wir sehr gerne!" antwortete er sanft und freundlich.
Der Rest des Abends verlief ruhig bis der Priester sich verabschiedete, als er jedoch das Haus verlassen wollte um mit der Metro in seine kleine Wohnung in der Nähe Notre Dames zu fahren erlebte er eine böse Überraschung. "Wolltest du nicht gehen?" fragte Belial immer noch gereizt, als der Priester erneut in der Küche auftauchte. "Ich ... ja  ... das wollte ich ... aber ..." Der Höllenfürst wollte schon wieder laut werden, weil Philip ihn heute ein weiteres Mal nervte. Dann sah er aber dass dieser total verwirrt wirkte. "Ist alles in Ordnung, Pater Challaghan?" fragte er stattdessen ruhig. Philip schüttelte den Kopf. "Ich komme nicht raus ... ich meine... zur Haustür ich kann den Boulevard nicht mehr verlassen." antwortete er immer noch verwirrt.  Belial blickte nachdenklich zu Metatron.
"Wir waren doch vorher draußen." überlegte der himmlische Botschafter. "Wartet mal ihr beide, habt euch hinaus gezaubert." überlegte Michael der auch zur Osterfeier in den Boulevard eingeladen war und deshalb ebenfalls anwesend war. Er verschwand und war ein paar Sekunden später wieder da. "Also ich bin rausgekommen. Vermutlich geht es nur noch mit zaubern. Kerubiel bist du so nett und bringst den Pater zu seiner Wohnung?" bat er den Engel. "Dieser nickte griff nach Philip und  wollte mit ihm verschwinden. "Ahhh..." stöhnte Kerubiel, als er mit dem Pater wieder unsanft in der Küche des Boulevards landete. "Was war das denn? Ich komme auch nicht raus, auch nicht mit Zauberei. Was hast du gemacht, Michael?" fragte Kerubiel. Michael sah ihn entgeistert an und zuckte mit den Schultern. Belial griff nach Metatron und Hagiel und zauberte sich aus dem Boulevard. Der Höllenfürst und Metatron standen unten auf der Straße. Hagiel stand nach einer Sekunde wieder in der Küche. Kurz darauf erschienen Belial und Metatron wieder. "Lucifer?" fragte Michael. "Wir waren unten auf der anderen Straßenseite, wir hatten keine Probleme rauszukommen. Hagiel?" "Mir erging es wie Kerubiel. Ich vermute mal, dass nur ihr Seraphen den Boulevard noch verlassen könnt. Unsere menschlichen Freunde und übrigen Engel sind hier gefangen."
"Meint ihr... ich komme noch in die ... Hölle? Das ist ja ein anderer Ort, quasi nicht direkt die Erde." überlegte Samyaza.  "Versuch es, aber irgendwie habe ich meine Zweifel... Samyaza. " meinte Michael. Auch Samyaza kam nicht weg. Rachel stand auf und lief in den Eingangsbereich in dem sich das Portal nach Angel Island befand. Als sie hindurchgehen wollte war es jedoch als stieße sie gegen eine Wand. "Lucifer, die Hexe scheint echt Angst vor dir zu haben. Ich denke sie hat mit dem Gewitter vorher einen unsichtbaren Bann auf den Boulevard gelegt." überlegte Metatron. "Was aber fehl geschlagen ist, da sie nicht weiß, dass Lucifer ein sehr mächtiger, gefallener Engel ist. Ich denke sie ist der Meinung du bist ein ganz normaler Mensch, der eben schwarze Magie betreibt." vermutete Michael. "Ja nur bringt mir das reichlich wenig, solange ich nicht weiß wie wir diese Frau finden können." fauchte  der Höllenfürst.
Belial der mittlerweile wieder am Tisch saß, den Kopf in die aufgestützten Hände gelegt hatte, seufzte und rieb sich nachdenklich mit beiden Händen über den noch immer schmerzenden Kopf.
"Hast du immer noch so starke Schmerzen, Schatz?" fragte Selvaggia, die es mittlerweile schon kaum mehr ertragen konnte  zuzusehen, wie er sich quälte. Sie sah bittend zu Sariel. Dieser trat hinter seinen Bruder und Schwager. Der Engel mit den heilenden Fähigkeiten zog ihn sanft nach hinten und massierte den Kopf des Höllenfürsten. "Ich kann deine Schmerzen vermutlich noch etwas lindern, jedoch nicht verschwinden lassen, da es sich nicht um normale Schmerzen handelt. Von diesen Tabletten solltest du heute wirklich keine mehr nehmen, deiner körperlichen Verfassung nach zu urteilen hast du heute schon zuviel davon geschluckt." flüsterte er - für Selvaggia unhörbar, aber durchaus hörbar für Kat und die anderen Seraphim.  Kat blickte ihren Lieblingspatenonkel besorgt an, da sie ihn kannte und wusste wie er reagierte, wenn ihm einfach alles zu viel wurde.
"Hey Pfaffe, wann erwartet Pierre dich zurück?" fragte er müde. Philip warf einen Blick auf seinen Armbanduhr. "Eigentlich jetzt, er erwartet mich in seinem Arbeitszimmer - wir wollten noch etwas besprechen." murmelte er scheu. Belial seufzte. Er wandte sich an Sariel. "Danke, das tat wirklich gut." Sah zu Philip Callaghan und fuhr fort: "Ich rede mit Pierre. Bin gleich wieder da Schatz." sagte er an Selvaggie gerichtet und  drückte ihr einen Kuss auf die Wange und  verschwand noch bevor sie etwas einwenden konnte.
"Lucifer, was machst du denn hier?" wunderte sich der Kardinal. "Dein Pfaffe kann heute und eventuell auch morgen nicht kommen. Übermorgen - keine Ahnung." "Warum? Was ist passiert? Ist Pater Challaghan krank oder verletzt?" Der Höllenfürst lachte. "Nein, nur sind leider alle im Boulevard gefangen - außer wir Seraphim. Die Hexe, die mich quält, hat einen Bann über den Boulevard gelegt, sie hat aber nicht mit Vaters mächtigsten Engeln gerechnet. Ich wollte ihn... " Lucifer schloss kurz die Augen und atmete kurzr ein um den kurzen Schwindel der ihn überkam zu unterdrücken. " ... ich wollte Callaghan eigentlich wieder zu dir schicken, doch er kommt leider nicht raus, weder allein noch mit einem von uns. Ich hatte ihm aufgetragen mich zu informieren falls diese verdammte Hexe wieder meint sie müsse beichten. Ich hoffte sie so endlich zu finden." Der Kardinal nickte. "Ich werde die Augen aufhalten und meine Priester ebenso und dich dann umgehend informieren, sobald sie wieder auftaucht. Er verabschiedete sich mit einem freundlichen Nicken und verschwand um Sekunden später wieder in  der Küche des Boulevards zu erscheinen. Er wandte sich an Philip Callaghan: "Pierre weiß Bescheid, dass du vorübergehend nicht kommst. Schlaf in dem Zimmer wo du das letzte Mal auch warst. Pierre und seine Priester informieren mich wenn sie wieder kommt." Er gab Selvaggia noch einen zärtlichen Kuss bevor er sich zurückzog.
In der Küche berieten die Damen des Hauses mit ihren Gästen wie sie die Zeit der unfreiwilligen Gefangenschaft verbringen konnten. Hagiel hatte einen Arm um Mathilde gelegt. "Jetzt sind wir Morgen gar nicht dabei, wenn der Herr Kardinal das erste Aufgebot bestellt." flüsterte die Köchin traurig. "Aber beim zweiten und dritten Aufgebot werden wir sicher da sein, mein Pfirsichtörtchen." raunte Hagiel ihr ins Ohr. Mathilde kicherte leise. „Du bist so süß.“ murmelte sie und sah ihn verliebt an. Julien grinste als sein Blick auf Kat fiel, die leicht angewidert aussah. Zum Glück bemerkten die beiden frisch Verliebten das nicht. „Also, was machen wir zu Morgen?“ fragte Selvaggia ein wenig enthusiastisch um ihre Nervosität zu überspielen. Wie jeder spürte auch sie die Unruhe beider Botschafter, auch wenn nur Metatron noch mit am Tisch saß.
„Ich würde vorschlagen, wir kochen etwas Feines. Ich denke, das beruhigt uns Frauen, wenn wir kochen – und Hagiel hilft uns immer gern. Und die Männer essen doch gern.“ schlug Mathilde vor. Sofort waren Cassandra und Rachel mit ihr dabei ein Menü zu planen. „Soll ich Pfirsichtörtchen backen?“ flüsterte Mathilde ihrem Verlobten ins Ohr. Hagiel grinste. „Du weißt, mein Liebling, wenn du es zubereitet hast, würde ich selbst Spülwasser als köstliche Suppe ansehen.“
Die Luft flimmerte und Seraphiel erschien. „Was willst du hier?“ fragte Metatron statt einer Begrüßung, bevor irgendwer auf den Neuankömmling reagieren konnte. „Michael schickt mich. Er ist leider verhindert und seine Adjutanten könnten nicht mehr weg – und Katherine soll endlich mit ihrem Fechttraining beginnen. Ich habe mich bereit erklärt ihr die ersten Stunden zu erteilen... - im Übrigen: Ich wünsche dir, Metatron, genau wie allen anderen ein gesegnetes Osterfest. Unser Vater im Himmel ist mit euch und sieht voller Liebe auf euch.“ Kat sah ihn kühl an und sagte: „Schönen Gruß an Onkel Mike, aber mit dir werde ich garantiert nicht üben. Wer weiß, ob dir nicht das Schwert ausrutscht, weil meine körperliche Existenz für dich lediglich einen Nullwert hat...“ Seraphiel zuckte zusammen, antwortete jedoch recht tapfer: „Das ist eine Anordnung vom himmlischen Vater, Katherine-Lucia-Seraphina-Maya-Micaela-Samira-Anais-Sigrune-Dieudonnée!“„Oh, ich fürchte, da meint es jemand sehr ernst... wo er schon deine ganzen Taufnamen runterbetet...“ meinte Gadreel ein wenig gehässig. „Halt den Mund, sonst sorge ich dafür!“ fuhr Seraphiel ihn an. „Versuch es!“
„Ruhe! Als momentan anwesender Hausherr untersage ich euch diese Streitigkeiten! Du solltest es wirklich besser wissen, Seraphiel! Und da du nicht das Verständnis oder die Fähigkeit hast individuelle Zuneigung zu empfinden frage ich mich, wieso du erwartest, dass Kat sich mit dir abgeben will! Ich schlage vor, du gehst wieder! Hier möchte dich keiner sehen. Grüß Vater herzlich von uns, meinetwegen auch Michael. Er wird es vielleicht nicht verstehen, aber eventuell erklärt Vater es ihm ja!“ „Du willst dich widersetzen, Bruder?“ fragte Seraphiel erstaunt. „Ich will nicht, ich tue es und schmeiße dich raus, Seraphiel! Und sei froh, dass Lucifer nicht anwesend ist, der würde eigenhändig dafür sorgen!“ Der erste himmlische Pate Kats lächelte. „Dies ist ein Haus unseres Vaters, Metatron. Du hast nicht das Recht das zu tun!“ Mit diesen Worten griff er nach Kat und verschwand mit ihr. „Schei...benkleister! Wieso vergesse ich immer, dass Kat eine Seraphe ist und dadurch auch hier verschwinden kann. Merde!“ fluchte Metatron. Er gab Cassandra einen kurzen Kuss auf die Wange, wandte sich an Hagiel und sagte: „Ich bin Oben, das klarstellen, dass Seraphiel mit Kat nicht so verfahren kann – und Vater auch nicht! Kerubiel und du, ihr habt das Kommando!“ Mit diesen Worten verschwand er.
Am Tisch im Boulevard ballte Julien verärgert die Hände zu Fäusten. „Diesem arroganten Drecksack Seraphiel werde ich nächstes Mal helfen!“ fauchte er. Astaroth legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter, während er zu Astarte wurde. „Süßer, lass das Metatron machen – und wenn Fürst Lucifer mitkriegt, was Seraphiel gemacht hat, dann kann er einem schon jetzt fast leid tun.“ säuselte die attraktive dunkelhaarige Schönheit.
Im Himmel tauchte Metatron ihm Fechtsaal auf, wo bereits Michaels Adjutanten warteten und Seraphiel Kat gerade aufforderte ein Flammenschwert in ihrer Hand erscheinen zulassen. „Leck mich!“ fauchte der Teenager. „Katherine, mäßige dich!“ tadelte Seraphiel sie barsch. „Rutsch mir den Buckel runter!“ Metatron grinste. Kat war einmalig. „Gut so, Kleine, gib's ihm!“ forderte er sie auf, trat auf den zweiten Fürsten der Seraphim zu und schlug ihm mit der geballten Faust ins Gesicht. Seraphiel ging taumelnd zu Boden. „Du kannst dich bedanken... Lucifer hätte dir die Flügel gerupft! Ich begnüge mich mit dem einen Hieb! Und ich verbitte mir in Zukunft solche Aktionen! Wenn Katherine „NEIN“ sagt, dann meint sie es auch so und auch du wirst das respektieren! Sonst kümmert sich demnächst ihr Lieblingspatenonkel darum... und im Gegensatz zu dir, Seraphiel, weiß ich, was es heißt von Lucifer angegriffen zu werden!“
Metatron wandte sich an Katherine. „Komm, Kat, lass uns verschwinden. Notfalls bekommst du deine ersten Fechtstunden von mir.“ sagte er zu der jungen Frau, legte freundschaftlich einen Arm um ihre Taille und verschwand mit ihr.
In der Küche wartete bereits ein vor Zorn bebender Belial, der Kat sofort in die Arme schloss und sich über die telepathische Verständigung bei Metatron bedankte. „Ich glaube, ich hätte Seraphiel neben Graphiel aufhängen lassen!“ fügte er hinzu. „Schon gut, Großer. Aber wo wir alle hier festsitzen – gut, wir zwei und Astaroth und Sariel nicht, aber warten müssen wir sowieso – würde ich vorschlagen, dass wir zwei und vielleicht Hagiel und Kerubiel Kat und Julien wirklich Fechttraining geben...“ Belial nickte zustimmend
„Astaroth! Hör auf als Astarte mit Julien zu flirten. Finde raus, wo hier im Boulevard ein als Fechtsaal geeigneter Raum liegt!“ rief Metatron seinem Sekretär zu. Astarte grinste. „Aber klar Chef – und da brauche ich nicht nachzusehen... Ich habe da genau das Richtige...“ Auf telepathischem Pfad teilte sie den beiden Botschaftern und Kat mit wo der Raum lag. „Wie ist es, Käthchen, Julien, habt ihr beiden Lust auf ein wenig Fechtunterricht?“ fragt Belial. Die beiden jungen Leute nickten und verabschiedeten sich – dann tauchten sie im von Astarte beschriebenen großen Raum auf.
Metatron und Belial sahen sich um.„Größe passt... fehlt nur das passende Ambiente...“ murmelte der Höllenfürst. Julien grinste und summte: „Da-da-da-da- daaa-da-da-daa...“ Astaroth – zu dem Astarte wieder geworden war – grinste und flüsterte in ihrer aller Gedanken: „Der Imperiale Marsch aus StarWars?“ Julien grinste zurück und nickte. „Irgendwie sind die Flammenschwerter ja sowas wie die Lichtschwerter der Jedi-Ritter...“ Metatron lachte belustigt auf. „Ja, vielleicht hast du da sogar recht... Wobei du als Dynameis sogar ein solches Jedi-Lichtschwert meistern könntest, da du in der Lage bist die Naturgesetze zu manipulieren. Normalerweise ist der Laserstrahl nämlich nicht so zu bündeln und zu begrenzen wie bei den Jedi-Schwertern.“ „Ja, ich weiß... normalerweise müsste man da Plasma nehmen oder so, weil das begrenzbar ist...“ „Tja... ist schon interessant, dass wir uns nicht an Naturgesetze halten müssen, wenn wir „en famille“ sind, oder?“ meinte Belial belustigt. Die beiden Botschafter grinsten einander an. „Aber ich glaube, da Kat noch nie wirklich Fechtunterricht hatte – im Gegensatz zu Julien – sollten wir erst einmal auf die Manipulation von Naturgesetzen verzichten und vielleicht mit Kendo anfangen?“ schlug Metatron dann jedoch vor. Im nächsten Moment waren Kat, Julien, Belial und er in die Schutzkleidung für Kendo gekleidet und an der Wand hingen die hölzernen Kendo-Schwerter.
„Würdet ihr euch bitte alle eins nehmen.“ bat Metatron. Kat und Julien taten es etwas zögernd, während Belial mit dem Finger schnippte und eins in der Hand hielt. „Ich denke, erstmal trainiert ihr normal als Menschen. Wenn ihr besser seid, können wir langsam dazu übergehen euch in eurer Engelsgestalt zu trainieren.“ erklärte der himmlische Botschafter.
Unvermittelt griff Belial Kat an, die gerade noch ihr Kendo-Schwert hochreißen konnte, bevor der Schlag sie mit voller Wucht traf. Kat taumelte zurück und sah ihren Onkel erschrocken an. „Sehr gut reagiert!“ lobte der sie mit einem warmherzigen Lächeln. „Du hättest mich fast getroffen!“ rief Kat. „Habe ich aber nicht – weil du gut reagiert hast, Käthchen, und nun hör auf zu Jammern, lass uns trainieren. Wenn du dir richtig Mühe gibst, dann kannst du in ein paar Wochen vielleicht schon deinen ersten himmlischen Paten verdreschen... Ich denke, Seraphiel würde eine gute Tracht Prügel gut tun.“ Kat grinste langsam. „Ich glaube, das würde ich genießen...“ Mit einem Zwinkern korrigierte Belial ihre Haltung, bevor er wieder angriff, diesmal jedoch nicht so unerwartet. Metatron trainierte mit Julien. Die Zeit verging wie im Flug. Erschöpft ließ Kat sich irgendwann zu Boden sinken. „Hab Erbarmen, Onkel Belial! Ich kann nicht mehr! Wir sollten schließlich als Menschen trainieren und du kannst nicht erwarten, dass Julien und ich zwei Seraphim standhalten!“ keuchte sie. Belial lächelte. „Du hast dich aber in den letzten zwei Stunden sehr gut behauptet, Kleine.“  neckte er sie. Kat sah ihn ungläubig an, schaute auf ihre Uhr und stellte fest, dass er recht hatte: Sie hatten zwei Stunden lang trainiert! „Ich denke, wir sollten schauen, dass ihr was zu trinken kriegt, dann könnt ihr euch ein wenig frisch machen und bevor ihr euch verseht ist Zeit für das Abendessen. Ich bin mir sicher, deine Mutter, Selvi, Cassie, Sylvie und Tilly werden mit den Planungen auch für Morgen bereits fertig sein.“ fügte Metatron hinzu und lächelte. „Ihr habt euch übrigens wirklich gut geschlagen, du besonders, Katherine, wo es dein erstes Training dieser Art war." neckte er sie. Kat sah ihn ungläubig an, schaute auf ihre Uhr und stellte fest, dass er recht hatte: Sie hatten zwei Stunden lang trainiert!
„Ich denke, wir sollten schauen, dass ihr was zu trinken kriegt, dann könnt ihr euch ein wenig frisch machen und bevor ihr euch verseht ist Zeit für das Abendessen. Ich bin mir sicher, deine Mutter, Selvi, Cassie, Sylvie und Tilly werden mit den Planungen auch für Morgen bereits fertig sein.“ fügte Metatron hinzu und lächelte. „Ihr habt euch übrigens wirklich gut geschlagen, du besonders, Katherine, wo es dein erstes Training dieser Art war.“
Gemeinsam tauchten sie in der Küche auf. Rachel rümpfte die Nase, als Kat ihr zu nah kam. „Ich glaube, du solltest dich unter die Dusche stellen, du riechst wie ein Puma.“ Belial lachte. „Lass die beiden Kinder erstmal was trinken, Schwesterherz, dann werden sie das auch tun. Die zwei haben viel Flüssigkeit verloren und sollten die zuerst ersetzen. Falls es zu unerträglich für dich ist, könnte ich Julien und Kat auch in Rosenduft hüllen.“ „Nein, nein, nicht nötig. Wie haben die zwei sich gemacht? Ich möchte nicht, dass dieser Mistkerl Seraphiel hier nochmals auftaucht um Kat einfach wegzuholen!“ Belial schloss Rachel in die Arme. „Die beiden haben sich sehr gut gemacht, keine Sorge! Und Seraphiel oder jeder andere sollte sich sehr gut überlegen ob er so eine Dummheit nochmal begeht. Du hast doch mitbekommen, dass Metatron ihr sofort hinterher ist und ich auch gleich zur Stelle war und Astaroth mich davon abhielt ebenfalls im Himmel aufzutauchen. Metatron war noch nett, Rachel, ich wäre zu Seraphiel wesentlich brutaler gewesen.“
Der Himmlische Botschafter lächelte, als Rachel sich nochmals bei ihm bedankte. „Keine Ursache. Wir sind hier doch inzwischen sowas wie eine glückliche Familie in der jeder für jeden einsteht. Immerhin bist du eine gute Freundin meiner Frau und Kat ist die... zukünftige Frau meines ehemaligen Schützlings. Ich fühle mich für Julien immer noch ein wenig verantwortlich und somit auch für deine Tochter.“  Mathilde reichte Kat und Julien zwei große Gläser Fruchtsaft. „Das wird euch gut tun.“ sagte sie. Durstig tranken die zwei, ließen sich sogar nochmals nachschenken, dann verabschiedeten sie sich um unter die Dusche zu gehen. Als sie eine Stunde später wieder in die Küche kamen, waren die Kinder wach geworden. Luciano saß in einem Laufstall und spielte fröhlich lachend mit Christina-Luciana und Lucas-Lucian. Offenbar erzählte er gerade vom Kindergottesdienst in Rom, während er ganz vorsichtig die Babypuppe im Arm hielt, die Belial sich vor ein paar Wochen ausgeliehen und erst kürzlich zurückgegeben hatte. Selvaggia lächelte selig. „Er wird ein wunderbarer Papa sein, unser kleiner Schatz, schau nur, wie lieb er zu Christina-Luciana ist und wie umsichtig er mit der Puppe umgeht!“ Belial lächelte Kat und Julien ein wenig gequält zu. „TaTe Tat!“ rief Luciano begeistert und ihre Geschwister schlossen sich an und riefen „JuJen!“
Mit einem Grinsen beugte Julien sich zu den drei Kindern hinunter. „Na, spielt ihr schön?“ fragte er fröhlich. „Lusiano pieln mit Tistina-Lusiana un Bebebube!“ „Ah, Luciano und du ihr spielt mit der Babypuppe?“ fragte der junge Student nach. Das kleine Mädchen nickte. „Das ist aber schön. “Luciano reichte ihm die Puppe. „Jujen pieln?“ fragte er. Julien grinste. „Du kannst ja deinen Papa oder deinen Onkel Merlin oder Onkel Derek mal fragen ob sie die Babypuppe wickeln – mit dir.“„Pass bloß auf!“ drohten die beiden Botschafter gleichzeitig scherzhaft und leise. Julien lachte. „Ontel Dedek? Pieln?“ fragte Luciano. Derek sah überrascht hoch. „Spielen? Oh, ähm... ich bin schon etwas zu alt für sowas, mein Kleiner.“ sagte er verlegen. Schließlich erbarmte Metatron sich und spielte ein wenig mit den Kindern, versuchte sogar Luciano unter Christina-Lucianas strenger Kontrolle das Wickeln anhand der Babypuppe zu zeigen, was ihm auch zur Zufriedenheit der kleinen Puppenmutter gelang – nur leider hatte sein Neffe wenig mitbekommen.
Irgendwann war es Zeit für das Abendessen und danach – als die Kinder ins Bett gebracht waren – schlug Cassandra einen Spieleabend vor. Sie hatte sogar versucht Philip Callaghan zum Mitspielen zu motivieren, doch der Priester hatte sich nur etwas zu Essen geholt und sich mit Müdigkeit entschuldigt, was Belial mit einem verächtlichen Schnauben kommentierte. Doch keiner der anderen ließ sich dadurch die Laune verderben. Schon bald saßen so alle im großen Wohnzimmer und hatten verschiedenste Brettspiele vor sich. „Ich finde, dies sieht lustig aus – in 3D. Wir müssen zwar schon einiges aufbauen, aber das wird sicher Spaß machen.“ befand Rachel und schon bald saßen sie an einem Spiel wo es darum ging ein Spukschloss zu meistern und hatten viel Freude daran. "Das hat mal richtig Spaß gemacht! Wir sollten in Zukunft, öfter mal einen Spieleabend einlegen." schlug Selvaggia vor. Irgendwann gingen alle ins Bett.
"Deine Idee mit dem Spieleabend war richtig gut, meine Süße. Sogar Lucifer hatte Spaß daran. Erst heute bei dem Training mit Kat und Julien und dann eben.  Ich habe bisher noch keine entspannten Stunden hier im Boulevard erlebt." stellte Metatron fest. Cassandra nickte zustimmend. "Ja, ich denke das tut Lucifer mal richtig gut. Ich habe ihn auch noch nie so entspannt und locker erlebt wie vorher." Der Erzengel lächelte. "Mit seinen Patenkindern und Luciano ist er ebenso locker, auch mit Said-Angelo und Samantha. Man merkt, dass er gut mit Kindern kann und sie auch sehr  liebt. Ich denke es ist die richtige Entscheidung, ihn als Paten zu wählen." "Denke ich auch. Er wird ein toller Patenonkel, genau wie du - und ein toller Vater wirst du sicher auch. Ich habe dich vorher beobachtet wie du mit den Kindern gespielt hast., das war echt süß." Er umarmte sie und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund.  "Lucifer hat manchmal richtig gute Laune, wenn er mit Kat zurück kommt.  Meistens nach dem Lernen - unternimmt er noch etwas mit ihr. Das tut beiden sehr gut, das ist auffällig." berichtete Metatron seine Beobachtung, wenn er nachts noch wach war, wenn die beiden zurückkamen. Sie lächelte. "Natürlich die beiden haben schließlich auch eine ganz besondere Bindung zueinander. Aber jetzt lass uns schlafen ich bin hundemüde." Sie legte sich hin und schlief sofort ein.
Ein paar Zimmer weiter unterhielten sich Selvaggia und Lucifer auch noch.
"Jetzt musst du wegen mir hierbleiben." stellte die Hexe ein wenig betrübt fest. Er lächelte. "So schlimm ist das hier doch gar nicht. Ich verbringe sowieso fast jeden Tag hier zum Arbeiten und wenn die Gesellschaft passt, ist das doch in Ordnung." Er lächelte sie liebevoll an und fügte dann leise hinzu. "Und in deiner Nähe ist es überall schön - und wo wir unseren kleinen Schatz auch hier haben..." Sie konnte nur lächeln. "Geht es dir gut? fragte sie als sie nebeneinander im Bett lagen. "Ja Selvi, es ist in Ordnung, ich bin nur müde.  Ich schlaf jetzt ein wenig und morgen sehen wir weiter."
Sie trafen sich am nächsten Morgen in der Küche zum Frühstück. "War das ein  Spaß gestern!" warf Kat in die Runde." Julien nickte. "Fand ich auch, mir hat auch das Training mit Belial und Metatron echt Spaß gemacht. Wenn ihr heute nichts weiter zu tun habt..." grinste der junge Student. Metatron und Lucifer grinsten sich an. Anschließend lächelten sie die beiden jungen Leute an. Kat freute sich sehr über das Lächeln ihres Lieblingspatenonkels. Sonst sah man vor seiner zweiten Tasse kein Lächeln über sein Gesicht huschen.
Gegen zehn Uhr beobachte Pierre im Notre Dame eine  mittelalterlich gekleidete Frau, Ende Zwanzig, mit langen blonden Haaren. Sie kniete an einem Seitenaltar und betete erst das Vaterunser, anschließend betete sie um Verzeihung, dass sie schwarze Magie angewendet hatte. Der Kardinal griff zu seinem Mobiltelefon. Euangelion nahm ab. "Sekretär, des Botschafters Lucian Rayne. Was kann ich für Sie tun?" meldete der Engel sich förmlich. Euangelion ich bin es. Pierre, sag Lucifer die Frau die er sucht ist da. Ich halte sie auf wenn nötig."
„Ausgezeichnet, ich sage meinem Chef sofort Bescheid, danke Eminenz.“ Euangelion legte auf. Sein Kollege Astaroth lächelte versonnen. Euangelion beobachtete, wie der gefallene schweigsame Seraphim kurz in ein Gebet zu versinken schien, lächelte und verschwand. Überrascht darüber, vielleicht auch ein wenig frustriert, weil er seinem Chef nicht direkt helfen konnte und Astaroth sich einfach so geheimnisvoll aus dem Staub gemacht hatte, nutzte Euangelion mangels Kräften das Portalsystem des Boulevards und tauchte in der Küche auf. „Lucifer, Pierre hat angerufen. Die Frau ist da und er hält sie auf.“ informierte er den Höllenfürsten.
 
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