The Story Of Our Lifes

GeschichteAllgemein / P16
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
01.03.2020
04.07.2020
64
135.009
1
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
30.06.2020 1.901
 
Aprils Sicht


„Ich bin… Ich bin eine… Ich bin eine… eine Mörderin“, stammelte ich vor mich hin. Dieser Schock. Es war unbeschreiblich grausam. Ich konnte mich gar nicht fassen und von einem auf den anderen Moment schossen mir diese Tränen in die Augen, dass ich gar nicht begreifen konnte, was ich eigentlich getan hatte. Ich kam nicht daran vorbei… ich war eine Mörderin. Ich war nicht besser als Zoe! Ich hatte diesen Typen von der Treppe gestoßen und… und ihn getötet und liegengelassen wie ein Stück Dreck! Wie hatte ich sowas nur vergessen können? Wie konnte ich mich nur so volllaufen lassen, dass ich ernsthaft einen Menschen umgebracht hatte. Er war tot und ich hatte es einfach vergessen. Ich… ich war eine Mörderin.
Jetzt konnte ich es nicht mehr verdrücken. Eine Träne nach der anderen kullerte über meine Wangen. Diese Schutzmauer um mich herum brauch augenblicklich zusammen und ich musste mich hinhocken. Diese ganzen Lasten… ich kam damit nicht klar, einen Menschen umgebracht zu haben. Ich konnte damit nicht umgehen. Dieser Mann; was ist, wenn er eine Familie hatte? Die hatten niemals herausgefunden, wie es passiert war. Ich konnte einfach damit nicht leben. Ich kannte ihn zwar nicht, aber trotzdem hatte er gelebt. Ich hatte ihm dieses ganze Leben gestohlen; wegen… wegen nichts. Wegen Alkohol. Wegen einer Wut, die nicht einmal berechtigt war. Weil ich auf Zoe gehört hatte. Weil ich unverantwortlich war. Weil… weil ich ein schlechter Mensch bin.
Ich weinte. Auch wenn mich Harry, der wahrscheinlich nichts von all dem verstand, umarmte, konnte er diesen Schmerz – dieses Stechen einfach nicht verschwinden lassen. „April, was meinst du damit?“, wollte er wissen. Ich konnte jetzt gerade nicht antworten. Ich schrie. Dieser verdammte Schmerz, dieser verdammte Kloß in meinem Hals, das Gefühl von Verlorenheit in meinem Kopf. Alles tat so verdammt weh. Diese Panik, wie ich jetzt mein Leben weiterleben sollte. Das konnte ich einfach nicht. Es tat nur noch weh. Diesen Schmerz konnte niemand mehr nehmen; nicht einmal Harry.
Mein Gesicht war in meine Hände vergraben. Alles prasselte auf mich ein. Ich war schuld an dem Tod eines Menschen. Tränen über Tränen flossen über meine Wangen und es war einfach kein Ende in Sicht. Immer wieder wiederholte ich es: „Ich bin eine Mörderin. Es ist meine Schuld.“ Harrys Umarmung wurde fester, doch er konnte mich nicht mehr vom Boden holen; emotional und körperlich. Ich saß schon auf dem Boden. Wieder und wieder sagte ich es: „Ich bin eine Mörderin. Es ist meine Schuld.“
Harry schien so geschockt – nicht so sehr wie ich, aber er war es. Trotzdem wollte er mir helfen. „Hey April“, sagte er mit durchdringender Stimme, dass ich es sogar schaffte, dass ich zu ihm aufschaute; trotzdem kullerten die Tränen wie Wasserfälle noch immer von meinen Augen. Er musste es wissen; ich konnte allein damit noch weniger umgehen als ohnehin schon. Und ohne, dass mich Harry danach gefragt hatte, erzählte ich: „Ich war da – ich war hier in dieser Bar mit Zoe und wir haben getrunken. Ich war wütend auf einmal und genau hier habe ich diesen Mann von der Treppe…“ Weiter schaffte ich es nicht zu reden. Meine Stimme brach ab und Harry reagierte gleich und legte eine Hand auf meine Schulter. Ich sah es in seinen Augen; er wusste nicht, was er noch weiter sagen sollte. Die ganzen Aufmunterungssprüche waren aufgebraucht. Aber er musste nichts mehr sagen. Es reichte, wenn er da war. „Wir finden eine Lösung.“


Nialls Sicht


Wieso dauerte das denn nur so lange? Hatte das bei mir, als ich mir meine Fuß angeknackst hatte oder wie auch immer man das nenne wollte, auch so lange gedauert, dass die Jungs ins Zimmer reindurften. Geduld war wirklich nicht meine Stärke. Gigi, als die Freundin, hingegen hatte man erlaubt, dass sie zu Zayn durfte. Nur wir nicht… das war ja mal ein Witz! Harry und April hatten sich sowieso schon, als sie gekommen war, wieder verzogen und machten ihr eigenes Ding. Was ich aber in bisschen respektlos fand war, dass sie uns nicht einmal Bescheid gesagt hatten. Ich hatte nämlich genau gesehen, wie sie gegangen waren, ohne ein Wort zu sagen. Darüber ärgerte ich mich und das drückte ich auch vor Liam und Louis aus, aber sie schenken mir kein Verständnis.
Dann endlich… Nachdem ich den Gang wieder ein paar Mal auf und ab gegangen war – jetzt kannte ich ihn schon auswendig –, kam endlich eine Krankenschwester aus Zayns Zimmer, die uns sagte wir könnten eintreten. Ich ließ Liam und Louis keinen Vortritt, sondern stürmte gleich als erstes hinein. Da lag Zayn noch immer bewusstlos, aber er lebte. Wie er da lag, sah er so friedlich aus, dass es ja schon normal aussah. Doch leider war es das auf keinen Fall. Neben ihm am Bett saß Gigi und schenkte uns ein eher gezwungenes Lächeln. Gigi tat mir so leid. Für uns war es der „Verlust“ eines Bandkollegen, aber Gigi fehlte jetzt die Liebe ihres Lebens, um die sie bangen musste.
Der Kloß in meinem Hals wuchs umso länger ich auf Zayn und auch Gigis Gesichtsausdruck schaute. Es tat mir so leid, wie die Tränen in Gigis Augen waren. Mir ging es genauso. Ebenfalls meine Augen wurden feucht und ich hatte die Angst meines Lebens. Nicht mal über mich selbst, als ich von der Bus-Treppe gefallen war, hatte ich eine derartige Angst. (Treppen waren eindeutig nicht unsere Freunde)
So leblos, wie Zayn dalag, wollte ich das gar nicht mit ansehen. Ich hätte mich am liebsten umgedreht und wäre gegangen. Hätte ich nicht genau gesehen, wie sich Zayns Brust hob und wieder senkte, hätte ich wirklich gedacht er wäre…; nein, diesen Gedanken durfte ich nicht zulassen. Niall, wieso lässt du diesen Gedanken nur zu? Das darfst du nicht! Ich musste mich selbst ermahnen, um nicht in Tränen auszubrechen.
Ich dachte, dass ich gleich zusammenbrechen würde, da kam glücklicherweise Zayns behandelnder Arzt ins Zimmer. Er hatte eine große Statur und sah mit seiner blassen Hautfarbe nicht wie ein Italiener aus. Das bestätigte sich auch, als er zu reden begann. Fließendes Englisch, kein Akzent. „Ich sehe, dass die Stimmung wirklich gedrückt ist. Ich weiß, dass das für Sie alle eine schwere Zeit ist. Im Moment sind wir noch nicht ganz sicher, wie es mit Mr. Malik aussieht, aber den jetzigen Werten zufolge, ist es eher positiv als negativ. Da kann ich Sie wenigstens ein bisschen beruhigen.“ Jetzt konnte ich mindestens einen kleinen Erleichterungs-Seufzer abgeben, aber eine vollkommene Gelassenheit war nicht zu entwickeln. Das wäre ja auch schrecklich, wenn ich so denken würde. Der Arzt redete weiter, nachdem er sich an Gigi gewandt hatte: „Miss Hadid, Sie können gerne über die Nacht hierbleiben, wenn Sie das wollen. Sonst wüsste ich ehrlich gesagt nicht, was ich Ihnen allen noch sagen kann, ohne falsche Hoffnungen bzw. Ängste auszubreiten.“ Mit einem leblosen Nicken bestätigten wir die Aussage, damit sich der Arzt nicht schlecht fühlte.


Aprils Sicht


In der Zwischenzeit hatte mich Harry ins Hotel zurückgebracht und ich saß jetzt still und in mich gekehrt auf der Bettkante. Ich weinte zwar nicht mehr, auch wenn meine Augen noch immer feucht waren, aber dieser Schock und der Kloß ließen sich nicht einfach so abschütteln. Es war einfach etwas, was ich nicht konnte. Mein Leben war zu Ende. Ernsthaft. Wie sollte ich mit diesem Wissen normal weiterleben können. Jetzt fiel mir einfach nichts mehr ein, wie ich diesen Schmerz verstecken sollte.
Harry saß neben mir, wagte es aber nicht ein Wort zu sagen oder mich anzufassen. Die Besorgtheit stand ihm ins Gesicht geschrieben. Hätte er es gekonnt, hätte er mir geholfen, aber es gab keine Lösung, wie er es sagte. Entweder ich versuchte mit diesem Gedanken zu leben oder ich stellte mich und wurde ins Gefängnis geworfen.
Ich schloss immer wieder die Augen, um keine Tränen mehr zuzulassen. Die hatte ich sowieso schon zu genüge vorhin bei meiner Panikattacke vergossen. Und außerdem half weinen nichts gegen die Tatsache, was ich getan hatte. Wenn ich sprach, würde ich nur wieder beginnen zu hyperventilieren und ich wollte Harry nicht noch mehr Sorgen aufhalsen. Was sollte ich jetzt nur tun? Das war die Frage, die ich mir die ganze Zeit über stellte.
Plötzlich läutete aber Harrys Handy und ich wurde wie von Zauberhand aus meiner Trance geholt. Er stand auf und zog das Handy aus seiner hinteren Hosentasche und hob ab. „Hallo?“ Ich wunderte mich, wer anrief und etwas von ihm wollte. Heute war ja schließlich One Directions freier Tag. Ich schaute auf, um mich besser konzentrieren zu können, was der am anderen Ende sagte, denn Harry hatte die Gesprächslautstärke nicht so laut angestellt, dass jeder in zehn Meter Umkreis mithören konnte. Ich konnte die Stimmlage von Liam hören und umso länger dieser sprach, desto finsterer wurde Harrys Gesichtsausdruck. „Ich verstehe. Wann wird er aufwachen? Weiß man irgendwas?“ Ich verstand nicht, was Liam antwortete, deswegen betrachtete ich weiter Harrys scharfen Blick. Es war Besorgtheit und Angst. „Ok. Richte ihm irgendwas Gutes von mir auf. Vielleicht hilft das. Telefonierst du mit Paul und dem Management oder soll ich das?“ Anscheinend schien Liam irgendwas zu sagen, was Harry wenigstens ein ganz kleines bisschen entspannte, aber nur ein klitzekleines bisschen. „Also wissen sie schon. Gut. Ich versuche da zu sein sobald ich kann. Ich habe hier noch einige Dinge zu tun.“
Er legte auf und wandte sich dann wieder mir zu. Es schien als wäre ihm gerade irgendetwas klar geworden. Ich hatte nur keine Ahnung was. „April, darf ich dich fragen…“ Seine Stimme trug die Worte nicht weiter, aber ich wusste, was er sagen wollte. Durfte er fragen, was es genau damit aufhatte? Ja, das durfte er, deswegen nickte ich. „Bist du dir ganz sicher, dass es so war, wie du denkst?“ Ehrlich gesagt, ich wusste es nicht, aber ich ging davon aus. Wie betrunken war ich? Wahrscheinlich musste es ziemlich arg gewesen sein. Ich ging von dem Schlimmsten aus. Vielleicht hatten sich ja einige falsche Erinnerungen eingeschlichen. „Ich denke schon“, antwortete ich. Harry warf einen nachdenklichen Blick auf den Boden, doch als er den Kopf wieder hob, fragte er noch einmal: „Du denkst oder du weißt?“ Jetzt kam der Kloß in meinem Hals wieder größer, dass er mir die Luft fast abschnürte, deswegen musste ich aufstehen und ging schnell zur anderen Seite des Zimmers. „Ich… Ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich sehe diesen Kerl vor mir, wie seine Leiche da liegt vor mir und dann das Blut an meinen Fingern. Harry, ich weiß nicht wie ich das überstehen soll. Was soll ich tun?“ Da fragte ich den Richtigen. Harry hatte es sicher noch nie mit Mord zu tun. Er konnte sich ja nicht in mich hereinversetzen. Er, der perfekte Engel von One Direction, wurde höchstens beschuldigt zu lange wach gewesen zu sein. Ich hingegen hatte einen Mann auf dem Gewissen. Ich war schon wieder kurz vor der Panikattacke. Aus diesem Grund vergrub ich auch das Gesicht in den Händen. Niemand sollte schon wieder meine Tränen sehen. Die hatte ich schon zu genüge vergossen. Doch Harry kam gleich wieder zu mir und meinte: „Hey April. Alles wird gut. Das verspreche ich dir. Du musst mir nur im Gegenzug versprechen, dass du nichts Unüberlegtes tust. Ok?“ Ich nickte leicht, aber ich wusste nicht, ob ich das ernst nehmen konnte. Meine Gedanken schrien und ich verzweifelte. Wie sich Harry so sicher sein konnte, dass ich nicht schuldig war. Wie konnte er das denken? Ich… – ok; genau wusste ich es ja auch nicht.
Review schreiben