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Zoomania 3 - Whenever, Wherever

von Qitama
GeschichteHumor, Krimi / P16 / FemSlash
Judy Hopps Nick Wilde OC (Own Character)
01.03.2020
10.06.2021
5
28.441
16
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
01.03.2020 6.271
 
Vorwort:

Einen wunderschönen guten Abend meine Lieben.

Na? Kennt ihr mich noch? Die irre Tante mit den Geschichten aus dem Tierreich?

Eigentlich wollte ich Fanfiktion ja solange ignorieren, bis mein Buch komplett fertig und verlegt ist, aber nunja. Ich habe den Fehler gemacht hier hereinzuschauen und in meine Nachrichten zu gucken.
Und jaaaa, ich schaue hier explizit und vorwurfsvoll DICH an Taiga!

Also, zurück zum Wesentlichen.
Da ich meine Mails hier gelesen habe und da neben Forderungen auch durchaus liebe Worte dazwischen waren habe ich mir ein Herz gefasst, in den letzten 24h Zoomania 2 noch einmal komplett durchgelesen und mich dann an die Arbeit gesetzt.

Ihr dürft euch freuen, dieser erste Tag eines Monats beginnt für euch mit dem ersehnten Zoomania 3 - Whenever. Wherever.
(Musikkundige werden hier ein weiteres von Gazelles Liedern erkennen hrhr Auf wen sich der Inhalt wohl bezieht?)

Erwartet jetzt keine täglichen Updates, wie ich es anfangs bei ZM2 gemacht habe. Die Zeit habe ich nun wahrlich nicht.
Geplant ist 1x im Monat ein Kapitel.
Manchmal kann mich natürlich die Muse packen, dann können es auch einmal zwei oder drei werden. mal schauen.

Und jetzt genug geschwafelt.
Vorhang auf, für weitere schräge Abenteuer von Jamie, Judy, Nick, Grayson, Wulfric, Kassandra, Aki und all den Anderen!

LG
Q



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Zoomania, die Stadt in der jeder alles sein kann.
Ein Motto, was seit jeher große und kleine Tiere in diese Stadt zieht, auf der Jagd nach ihren Träumen.
Als ich diese Stadt zum ersten Mal sah begann ich sofort von ihr zu träumen. Etwas in mir sehnte sich danach und ehe ich mich versah… Griff das Schicksal mir unter die Arme.
Wenn auch anders, als ich erwartet hätte. Denn ich wurde nicht als Tier geboren. Nein. Meine Existenz, wenn man es denn so nennen möchte, begann als Mensch. Als Frau.
Ein Wildschwein schoss mich damals einfach von meinem Sofa und verschleppte mich durch meinen eigenen Fernseher in diese Welt, noch während darauf der Abspann des Films und somit Gazelles Konzert lief.
Was dann geschah? Hah… Es wirkt heute, fast ein Jahr danach wie ein Alptraum auf mich.
Ich wurde fast kaltgemacht, halb tot geprügelt, eines Mordes verdächtig von den Cops gejagt, anschließend für den Mord an Mister Bigs Frau für schuldig befunden und erneut gejagt, diesmal von der anderen Seite. Zur Polizistin - als eine Art wirres Zeugenschutzprogramm - deklariert, fast in die Luft gesprengt… Und vieles mehr. Am Ende gipfelte es dann darin, dass Chief Bogo mich in einem Arrangement zum Wohl der Stadt, aufgrund meiner bisherigen Leistungen als Nichtpolizistin, dazu erpre ermutigte, Polizistin zu werden und die Akademie zu besuchen.
Notgedrungen kam ich dieser Empfehlung nach und musste fortan drei Monate lang die Schulbank drücken. Ein merkwürdiger Umstand, wie ich meinen will. Weltfremd, Artfremd, Lebensfremd und doch sollte ich ein Cop werden. Erschwerend kam hinzu, dass ich mein altes Leben immer weiter einfach vergaß. Als würde es von dieser Welt aufgesaugt werden blieb mir schon zu diesem Zeitpunkt nur noch rudimentäres Wissen über meine eigene Welt und mein Vorname. Mehr nicht.
Naja. Spielte für die Akademie aber keine Rolle. Sportlich hatte ich wohl nie Probleme. Doch dieses eklige Wissen immer? Selbst meine Ausbilderin, eine brummige Eisbärdame, die jeder aus dem Film kennen dürfte – ich sage nur Stichwort „Du bist tot, Klobürste!“ – sagte mir nach den Prüfungen, sie hätte anfangs große Sorgen um meinen Grips gehabt.
Nun… Dank meiner neuen Freunde, die ich auf der Akademie fand, gelang es mir die schriftliche Prüfung mehr schlecht als Recht zu bestehen.
Was sich auf der Akademie alles zugetragen hat? Was auf der Akademie passiert bleibt auf der Akademie. Nun… fast alles.
Eine vollkommen bekloppte Gepardin namens Akala Lightpaw hatte sich unbedingt in mich verlieben müssen. Wegen der Art wie ich schleiche. Völlig bescheuert oder?
Was soll ich sagen… Akala oder Aki, wie ich sie nenne, ist mir erhalten geblieben.
Wir…

„Was machst du Schatz?“
Boa hey… mein Herz! Mit einer Katze zusammenzuleben die verdammt lautlos schleichen kann ist echt nicht gut für mein Herz.
„An dieser blöden Zusammenfassung schreiben die Judy mir schon seit Eeeeewigkeiten abzuschwatzen versucht. Aber ich bin grottenschlecht in sowas! Und erschreck mich nicht immer so, verdammt nochmal!“
Sie legt ihren Kopf auf meine Schulter und linst auf das Blatt Papier.
„Lass mal sehen…
Hm…
Mhhh…
Zu kurz. Da fehlt ne Menge, was dazwischen passiert ist?
Und…
Be…scheu…ert…?!“
Ich kichere boshaft.
„Mjoa, genau das bist du. Schönes Fell, tolle Rundungen, Geruch… Aber nein. Die werte Dame verknallt sich wegen meiner Art zu schleichen! Ey! Au!“
Sie zieht an meinem Pinsel, ich sehe ihren Augen aber an, dass die Schmollschnute nicht ernst gemeint ist.
„Das hast du verdient! Und so bescheuert kann ich gar nicht sein. Immerhin habe ICH dich gekriegt!“
Ich rolle mit den Augen und seufze. Jane ist klar.
„War ja auch so abwegig, nachdem du mich allein in der Akademie schon Tag und Nacht damit belagert hast, seitdem du mich auf der Krankenstation so mir nichts dir nichts knutschen musstest? Soll ich das eigentlich auch in die Zusammenfassung pac..AU!“
„Untersteh dich du Biest!“
Lachend schlecke ich ihr seitlich über das Gesicht.
„Alles im Preis inbegriffen. Erinnerst du dich?“
„Jaja, Ist dein zweiter Vorname und so, ich erinnere mich. Aber mal im Ernst… So kannst du das Judy nicht geben.“
Ich brumme entnervt. Katze sein ist herrlich. Dieses tiefe, aus dem Brustkorb kommende Grollen kann man für alle möglichen Arten von Stimmungen benutzen.
„Nana… Das schaffst du schon. Vertröst sie nachher einfach nochmal.“
Ich vergrabe meine Schnauze in den Pfoten und seufze.
„Aber die ist genauso hartnäckig wie du! Die wird mich in den Wahnsinn treiben damit!“
Aki lacht einfach nur. Die Lacht! Grrr.
„Ach was. Hilf mir lieber mal mit dem Geschirr. Die beiden kommen gleich!“
Erschrocken schaue ich auf die Uhr und würde nun wohl spontan zu einem Albinoluchs werden, wenn das Fell einfach so erbleichen könnte.
„FUCK!“
„Jamie!“
„Jaja… verdammt, wo ist mein Sonntag hin?!“
Aki lacht wieder und ich höre es aus unserer Küche klirren. Seufzend schlendere ich aus dem geräumigen Wohnzimmer am Esstisch vorbei in unsere offene Küche. Ein U mit einer mittig befindlichen Theke. Eigentlich wohnen wir richtig luxuriös. Dank einem wohltätigen Spender, an den ich lieber im Augenblick nicht denken möchte.
Unser Haus liegt in Central unweit des Reviers. Perfekte Lage für den Arbeitsweg. An den Vorbesitzer denkend möchte ich lieber nicht wissen, wozu es vor unserem Einzug wohl genutzt worden sein könnte. Es hat zwei Stockwerke. Oben ist unser Schlafzimmer, ein großes Bad und Zwei Gästezimmer mit eigenem kleinen Gästebad. Hier unten Wohnzimmer, Esszimmer, Küche und Stauraum.
Dank unserer Einweihungsfeier mit dem Revier, ich kann ein Schaudern nicht unterdrücken, wissen wir das mindestens 30 Tiere in die Hütte passen.
Mir wären die Glades ja lieber gewesen, aber die Alternative war Tundratown und da wären sowohl Aki, wie auch ich gestorben. Ich vor Horror wegen dem was ich alles erlebt habe und Aki an Katzenschnupfen.
Apropos Aki. Sie beugt sich gerade nach unten und hängt über der Spülmaschine.
„Mhhh… Wann genau kommen unsere Gäste?“
Sie dreht sich ein bisschen um mich anzuschielen.
„Zehn Minuten, warum?“
„Awww… so ein schöner Anblick. Mir fallen da gerade ein paar Sachen ein, die ich lieber machen würde als Teller auf den Tisch zu schleppen…“
Ein Schmunzeln zieht über ihre schlanke Schnauze.
„Wenn wir schnell sind…?“
Diesmal muss ich lachen.
„Aki… Schnell? Wir? Das glaubst du doch selber nicht!“
Sie fällt mit ein. Wenn wir erstmal damit anfangen, dauert das ne ganze Weile, bis wir uns erschöpft aneinander kuscheln.
„Man kann es ja mal versuchen?“
Ich seufze und strecke die Hände aus. Sie versteht den Wink und händigt mir die Teller aus.
„Oh… Noch warm?“
„Mhm. Jemand den wir beide kennen hat vergessen die Spülmaschine anzuschalten. Weißt du zufällig wen ich meinen könnte?“
Uh… Mist. Sollte ich das? Dummstellen Jamie! Übe dich in der einzigen Disziplin, in der du Weltmeisterin bist!
„Nnnnn~Ö“
Aki knufft mich grinsend.
„Du bist unmöglich, weißt du das?“
„Klar bin ich das! Ich bin das Alien aus einer anderen Dimension, schon vergessen? Noch unmöglicher geht’s ja gar nicht mehr!“
HA! Diesmal bringe ich meine Ohren rasch außer ihrer Reichweite und strecke ihr die Zunge raus, ehe ich die vier Teller auf unserem Esstisch verteile. Massive Eiche. Er hat ein paar verräterische Kratzer an einer Seite, die ich nun skeptisch mustere.
„Haben wir ne Tischdecke?“
Ich höre Akis leise Schritte näherkommen und rasch schließen sich zwei Pfoten um meine Brust, ehe ich ihren Kopf auf meinem Spüre.
„Hm? Was meinst d… Oh. Err… Lass mich kurz schauen! Ich weiß, dass sowas irgendwo herumliegt!“
Lachend schüttle ich nur den Kopf und schnuppere. Was auch immer Aki da kocht, es riecht gut.
Generell habe ich mich ja so langsam an das Essen in dieser Welt gewöhnt. Die großen Konzerne geben sich tatsächlich alle Mühe den Fleischersatz für uns Raubtiere so schmackhaft wie nur irgendmöglich zu gestalten.
Gut, ich persönlich würde mir da auch ne Scheißmühe geben, wenn meine Kunden bei Nichtgefallen auf die Idee kommen könnten MICH zu fressen.
„Jamie? Was hältst du von der hier?“
Ich hebe meinen Kopf und starre auf einen Alptraum aus rot mit Schneeflocken in Gold und grünen Tannenbäumen.
„Äh… Hast du gesoffen?“
Aki seufzt.
„Wir haben keine andere… ich hab alles umgewühlt und uns läuft die Zeit davon! Außerdem… Nein! Seit dem Vorfall auf der Akademie rühre ich nichts Derartiges mehr an! Ein Filmriss mit nur knapp überleben reicht mir!“
Kopfschüttelnd zucke ich mit den Schultern. Was solls. Dann halt die Weihnachtsdecke.
„Ok, gib her. Ist egal ob der blöde Fuchs sich nun wegen der Kratzer von unserer wilden Runde auf dem Esstisch oder der Decke über uns lustig macht. Da ist mir die Decke immernoch lieber. Oder?“
Ich ziehe die Mundwinkel bewusst süffisant hoch und mustere Aki, deren Augen etwas unstet hin und her huschen. Ein Zeichen dafür, wenn ihr etwas peinlich ist.
„J..Ja. Eindeutig die Decke!“
Unsere Türbimmel verhindert, das ich nachsetzen kann. Dennoch muss ich herzhaft lachen, da Aki heftig zusammenzuckt.
„Los! Schnell!“, faucht sie mich halb an und huscht in den Flur um unseren Gästen zu öffnen.
Ich packe derweil grinsend die Decke auf den Tisch und wappne mich schon einmal. Der Dumme Kommentar wird…

„Sag mal Möhrchen… Feiert man Weihnachten nicht bloß einmal im Jahr?“
Ich verdrehe nur die Augen und drehe mich dann mit einem grinsen um.
„Nö. Wir feiern das einmal im Monat. Ich hoffe du hast Geschenke mitgebracht?“
HA! Nick starrt mich eine Sekunde lang an und zieht die Stirn kraus.
Judy hingegen mustert kurz die Decke und knickt ein Ohr ab.
„Hat sie sich den Kopf gestoßen Akala?“
„Brauch Jamie das denn um verrückt zu sein?“
ZUM TEUFEL?!
„AKI!“
Die drei lachen schallend, während ich brummelnd die Arme gen Himmel strecke.
„Du hast auf MEINER Seite zu stehen, du Schleichfetischistin!“
Ich grinse, da sich ihr kurz der Pelz aufstellt und sie mir einen bösen Blick zuwirft, ehe sie wieder lacht.
„Ich glaube der Urlaub bekommt euch nicht…“
Mischt sich Nick wieder ein und ich muss schmunzeln, da Aki und ich synchron die Schultern zucken.
„Kann nicht klagen. Du liebes?“
„War noch nie so erholt, Jamie!“
Judy mustert uns einen Augenblick lang und grinst dann.
„Das freut mich. Nick zählt schon die Tage bis zu unsmpfff..“
„Komm her Möhrchen, Lass dich umarmen…“, säuselt der Fuchs scheinheilig und ich sehe deutlich an seinen hochgezogenen Mundwinkeln, dass er das Häschen bewusst abgewürgt hat.
Aki schlendert kichernd in die Küche und kramt darin herum.
„Aber Fuchsilein… Sich auf Urlaub zu freuen ist doch nichts Schlimmes!“, hake ich süffisant nach, was er schulterzuckend hinnimmt.
Irritiert blinzle ich ihn an. Keine Antwort? Nix Dummes oder Sticheleien?
Judy hat sich mittlerweile aus der Umarmung gekämpft und tritt ihm auf eine Pfote.
„Nick! Lass das! Die beiden können ruhig wissen, dass wir in unserem Urlaub Hei..“
„HASE!“
„Hei…? Moment mal…“
Misstrauisch kneife ich die Augen zusammen und mustere die beiden.
Nick zieht sich die Schnauze lang, während Judy strahlt. Über mehr als nur die Hasenlöffel hinaus.
„Haste ihn endlich gekriegt, hm?“, ignoriere ich den Fuchs einfach. Wenn er seine Versteckspiele treiben will ist er eh unausstehlich.
„Yupp!“
„Das wars mit den Wetten auf dem Revier…“, grummelt er mit hängenden Ohren, was mich lachen lässt.
„Ach was. Oder Aki? Unsere Lippen sind versiegelt. Wenn wir 50/50 machen platziere ich eine Wette für dich auf euren großen Tag, Nick?“
Er kneift die Augen zusammen und mustert mich, während Judy sich lachend auf ihren Stuhl begibt.
„Du warst zu lange bei den Bigs!“ wirft er mir vor, ich sehe am Zucken seiner Ohren aber eindeutiges Interesse.
„Ihr zwei seid unmöglich. Bei Nick versteh ich es ja noch, der war ja fast sein ganzes Leben als Kleinkrimineller..“
„Ich muss doch sehr bitten Hase! Ich bevorzuge den Titel Straßenkünstler!“
Judy grinst ihn kurz an, ehe sie fortfährt.
„auf der Straße unterwegs, aber du?“
Ich ziehe kurz eine Braue gen Stirn, ehe ich mit den Schultern zucke.
„Hab doch nun ausreichend bewiesen, dass ich schnell lerne? Von Mama Hase die feine Nase für Verbrechen und von Papa Fuchs den Hang dazu diese selbst zu verüben.“
Es klirrt hinter uns und ich fahre verwirrt herum. Aki hat ein Messer fallen lassen und hält sich Maul wie Bauch, während sie wild zuckt.
„Möchtest du etwas hinzufügen… Schatz?“
„Nein nein…“ japst sie und angelt das Messer vom Boden. Es landet in der Spüle und sie holt ein neues, während ich sie leise kichern höre.
„Ich kann dich hören!“
„Unverschämt, diese Fledermausohren…“, mischt sich Nick ein und ich grinse nur.
„Man schnappt ne Menge mit denen auf. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Chief immer noch mit dieser Gazelle-App herumspielt?“
Judy verschränkt die Arme vor ihrer Brust.
„Jamie. Es ist nicht nett andere zu belauschen!“
Nick hingegen hat ein fettes Grinsen im Gesicht.
„Echt je… Au! Ähm.. Ich meine… genau Jamie. Das ist nicht nett!“
Ungläubig huschen meine Augen zwischen beiden hin und her, ehe ich wieder lachen muss.
„Ist es schon so weit, dass du ihn unter deinem Pantoffel hast?“
„Nein, nein. Aber ich weiß es zu schätzen, dass er für mich daran arbeitet sich ein wenig zu bessern.“
Während die Häsin locker abwinkt sehe ich Nick mehr als deutlich an, dass ihm das nun nicht sooo angenehm ist.
Ok, ich lasse das Thema ruhen. Schließlich soll das hier ein freundschaftliches Abendessen werden und kein Schlagabtausch.
„Und? Wie geht es euch? Wieso haben wir noch nichts von der Hochzeit gehört? Wir sind doch wohl eingeladen!“
„Also eigentlich…“
„Nnnnick!“
Er seufzt und verzieht das Maul zu einer Schmollschnute.
„Gönnt mir aber auch nicht den kleinsten Spaß der Hoppelhase…“
Obwohl er mich garantiert wieder foppen wollte schmunzle ich milde.
„Wir warten noch mit den Einladungen. Sind ja noch zwei Monate.“
Aki bringt das Essen auf den Tisch. Fakebraten mit Klößen und Soße. Ich habe schon vor Monaten aufgehört zu fragen woraus das angebliche Fleisch wirklich besteht. Schmeckt es, soll es mir egal sein, schmeckt es nicht… kommt es nicht wieder auf den Tisch.
Ich ziehe Akis Stuhl ein Stück zurück, damit sie in einer geschmeidigen Schlängelbewegung neben mir Platz nehmen kann.
„Danke.“
„Gern.“
„Kneif mich mal bitte Hase…“
Aki und ich schütteln nur den Kopf, während Judy Nick ignoriert.
Er blickt kurz in die Runde, hofft wohl auf einen Kommentar, zuckt dann aber geschlagen mit den Schultern. Wir schaufeln unsere Teller voll und fangen an zu essen.

„Wenn ihr heiratet, dann bist du also endlich Schwanger Judy?“
Entsetzt starre ich auf meine Partnerin. Wie kann Aki das nur so knochentrocken zwischen zwei Gabeln raushauen? Judy lässt ihre Gabel mit zuckendem Näschen gen Teller sinken, während Nick heftig keuchend nach seinem Hals fast.
„Nicht sterben, Nick! Glaub das könnte Judy Aki sonst übelnehmen.“
„Iwo. So schnell stirbt mein Fuchs nicht!“ Sie klopft ihm auf den Rücken, bis er sich beruhigt hat und die Tränen aus den Augen wischt.
„Und nein. Bin ich nicht. Wir sind uns da noch… geteilter Meinung.“
Und das wo Häschen doch so gut im Multiplizieren sind, höhö. Argh! Hirn! Aus!
„Angst vor den Meinungen der Nachbarn?“
Die beiden wohnen gradmal knappe 10 Minuten zu Fuß von uns entfernt, ebenfalls in Central.
Ich schweige lieber. Nicks halb flehenden Blick nehme ich zwar wahr, kann ihm aber nur schulterzuckend zu verstehen geben, dass Aki erst Ruhe gibt, wenn ihre Neugier gestillt wurde.
„Was macht eigentlich Kira, Nick?“ Es ist kläglich, aber vielleicht kann ich ihn ja ein wenig aufmuntern während Aki Judy ausquetscht.
„Wissen wir nicht. Ist mit Finnick und seinem Vater spurlos verschwunden.“
Erstaunt hebe ich eine Augenbraue.
„MIT seinem Vater? Habt ihr nicht gesagt die hätten sich übelst gefetzt?“
„Das ist noch untertrieben. Finnick war nur mit Handschellen davon abzuhalten ihm das Gesicht zu zerbeißen. Die Aufklärung des Verschwindens der beiden hat aber die Lage wieder etwas entspannt. Finnick ist zwar nachtragend aber durchaus vernünftig.“
„..ei euch damit aus?“ Schnappe ich einen Gesprächfetzen von Hase und Gepardin auf, was mich zu den beiden schauen lässt.
„Naja… Naturbedingt eher nicht so günstig?“
Japp. Dazu braucht man immerhin ein Männchen.
„Ich meinte auch eher die Suche nach Akalas Neffe.“
Akala formt ein O mit ihrem Maul und schüttelt dann den Kopf.
Ich streiche ihr sanft über den Rücken. Es nimmt sie sehr mit, dass wir seit fast einem Jahr keine Spur von dem kleinen Gepard gefunden haben. Meine Augen huschen zu Nick, der mir verstehend zunickt.
„Wenn ein Tier nicht gefunden werden will, gibt es Mittel und Wege. Wir werden das schon schaukeln Akala. Möhrchen und ich haben demnächst etwas Luft, dann fuchsen wir uns mit in den Fall.“
Ich registriere den potenten Wortwitz nur am Rande, da Aki ihren Schwanz deprimiert baumeln lässt.
„Schmeckt übrigens vorzüglich!“, meldet sich der Fuchs erneut zu Wort und Akis Miene hellt auf.
„Das der Gast das vor meiner eigenen Gefährtin sagt ist schon ein bisschen traurig…“
„Oh.. äh… Naja… Für gepresste Käfer ganz lecker?“
„Jamie!“
Ich hebe rasch die Arme abwehrend und ducke mich.
„Schon gut, schon gut! Oh Göttin unserer Küche! Es schmeckt so wundervoll, ich möchte gar nicht mehr aufhören zu.. AU!“
Sie bringt ihre Kopfnuss trotzdem durch.
„Du übertreibst.“
„Ein wenig..?“ gebe ich mir den Kopf reibend zu und lache dann.
„Wie geht euer Fall voran?“ fragt Judy neugierig.
Wir schauen uns kurz an und zucken dann die Schultern.
„Bericht fehlt noch, dann sind wir damit durch. War jetzt aber auch nicht schwer einem Schmugglerring für illegal kopierte Filme auf die Schliche zu kommen. Ich mein Pitzbühl war nun eindeutig damit im Film zu sehen gewesen. Das verdammte Wiesel hat aber nen Deal für sich rausgeschlagen. Ist schon wieder auf freien Pfoten.“ Berichte ich kurz davon und hole mir einen Nachschlag von dem Braten.
„Ha. Hätte mich auch gewundert wenn nicht. Ich mag ihn zwar nicht, aber er ist sehr erfahren auf der Straße. Der hat immer einen Notfallplan, wenn was schiefgeht.“
„So? Als wir ihn uns wegen den Holizintias damals geschnappt haben sah es mir aber nicht danach aus…“
Nick lacht kurz.
„Ja, weil Mister Big nicht mit sich verhandeln lässt, Puschel.“
Wir nicken alle schmunzelnd.
„Apropos. Wie steht es um unseren gemeinsamen Freund?“
Ich schüttle stumm den Kopf.
„Wir auch nicht. Gray hält weiter die Augen bei den Bigs offen aber… Er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Sicher, dass er nicht durch einen Fernseher in deine Welt gefallen ist?“
Eigentlich müsste mich Nicks Kommentar aufregen, aber ich runzle kurz die Stirn.
„Das könnte zumindest erklären, warum ich noch lebe.“
„Du bist jetzt ein Cop, Jamie. Da traut sich auch Tuskov nicht so einfach ran.“
Akala und ich tauschen einen kurzen Blick aus. Ha! Wenn das Häschen wüsste. Und nein. Es ist besser, dass sie nichts davon weiß.

„Da! Was hab ich gesagt, Möhrchen?!“
Mein Blick huscht zu Nick, der mit der Gabel auf uns zeigt.
„Wie meinen?“
„Ihr verheimlicht uns etwas! Jedes Mal, wenn es um den Keiler geht werdet ihr ganz Mundfaul und schaut euch an! Das juckt mir schon eine ganze Weile unter dem Fell!“
„Nick…“, kommt uns unerwarteterweise Judy zu Hilf… „Gib Ihnen Zeit. Sie werden es uns schon sagen, wenn sie soweit sind.“
Na soviel dazu.
Ich würde ja mit ihnen sprechen, wenn sie nicht in unmittelbarer Lebensgefahr wären?
Aki stupst mich in die Seite und macht eine Kopfbewegung zu den beiden. Was ich mit einem leichten Aufstellen meines Felles verneine. Wir haben diese Diskussion schon dutzende Male geführt. Ich verstehe nicht, warum dieser Sturkopf unbedingt mit den beiden darüber sprechen will? Die könnten uns eh nicht helfen.
„Tuskov ist…“
„Akala!“
Fuck! Durch mein aggressives Fauchen habe ich die ungeteilte Aufmerksamkeit unserer Gäste.
„Jamie? Was ist los?“
Aki neben mir seufzt und schüttelt nur den Kopf.
„Eigentlich wollte ich sagen, dass Tuskov glitschiger ist als ein Aal aber bitte. Also Schatz. Möchtest du reinen Tisch machen oder soll ich? Wie sagtest du mal zu mir? Wenn die Neugier geweckt ist, wird sie nicht schwinden, bevor sie gestillt ist?“
Äh… Habe ich das? Klingt ungewöhnlich philosophisch für mich. Stop. Hirn! Fokus!
„Akala Bitte. Das geht nicht. Punkt.“
Sie zuckt mit den Schultern.
„Gut, dann mach ich es eben.“
„AKI! Halt dein Maul! Bitte!“
„Also… wenn es der Minimieze so wichtig ist, wir wollen hier keinen Ehekrach anzetteln, oder Möhrchen?“
Das hast du schon du verdammter Fuchs! Verdammt, ich könnte gerade alle beide erwürgen.
„Beruhige dich Jamie. Wir kommen so nicht weiter. Wir brauchen mehr Köpfe, die an der Sache arbeiten!“
Aki legt ihre Nase an meine und streicht mir sanft durch meinen Wangenpelz.
Ich brumme ablehnend, doch ich weiß wann ich verloren habe.
Seufzend löse ich ihre Pfoten von mir und setze mich wieder gerade an den Tisch, unseren Gästen zugewandt.
„Gut. Ihr seid Neugierig, was Aki und ich wissen, euch aber nicht sagen?“
Judy, die die ganze Zeit über nur ruhig zugesehen hat stellt die Lauscher nun beide auf und ihr Näschen zuckt. Nick hingegen nickt kräftig.
„Ihr möchtet eure Hochzeit also eigentlich nicht erleben?“
„Jamie.“
„Was? Ist doch so Aki! Wie hast DU mir mal so schön gesagt? Es ist deine Entscheidung ob du wegen mir sterben willst? Nichts weiter möchte ich von den beiden selbst hören, ehe ich auch nur einen Ton sage. DU hast mir beigebracht mich nicht für das Schicksal anderer verantwortlich zu machen.“
Sie zuckt leicht getroffen zusammen und seufzt.
„Schon gut…“
„Also?“ Ich wende meine Aufmerksamkeit wieder Fuchs und Hase zu, die bereits Blicke miteinander austauschen.
„Ein Ausweg aus der Hochzeit wäre jetzt nic… AU! War nur ein Witz, Judy! Ein Witz! Ahahahau!“
Ob Judy ihn grade unter dem Tisch das Fell umdreht?
„Wir sind Kollegen. Freunde. Klar gehen wir jeden Weg mit euch! Das solltest du wissen Jamie!“
Ich spüre ein wenig Feuchtigkeit in meinen Augen. Judy… Man muss sie lieb haben. Hat nichtmal gezögert.
Nick hingegen legt die Ohren flach an. Seine Stirn ist krausgezogen.
„Nick?“
„Jaja, ich überlege noch. Judy du solltest nicht so voreilig ja sagen. Mich beschleicht so eine Ahnung, dass die Mieze hier nicht von einer Redewendung spricht sondern das ernst meint!“
„Ach… Wirklich? Wir kommst du denn darauf?“ halte ich ungnädig gegen.
„Nick…“ Judy schaut zu ihm auf und legt ein Pfötchen auf seinen Arm.
„Bei meinem Schwanz, ich weiß das ich das noch bereuen werde. Ok. Ja. Notfalls zerre ich dich an deinem Stummelschwanz aus der Schusslinie. Und nun schieß endlich los!“
Meine Augen bedeuten Akala einen letzten, giftigen Blick ehe ich seufzend in meine Hosentasche lange und eine kleine Karte heraushole um sie auf den Tisch zu legen. Sie trägt ein Symbol. Mehrere stilisierte Tierpfotenabdrücke übereinander.
„So ein Getue wegen einer Visitenkarte?“
Nick greift ungläubig danach.
„NICHT ANFASSEN!“
Seine Pfote verharrt keine drei Zentimeter über dem Material.
„Schnüffel mal.“
Verwundert folgen sowohl Fuchs, als auch Hase meiner Bitte und schauen sich dann an.
„Seltsam. Kommt mir bekannt vor, aber zuordnen kann ich es nicht. Du?“
Judy schüttelt den Kopf.
„Du hast die feinere Nase von uns beiden, Schatz.“
Awww… Judy hat ihn Schatz genannt! Das passiert echt selten, da die beiden so eine Sharade um ihre Beziehung machen, obwohl es jeder weiß.
„Fasst du das an, bist du ein toter Fuchs. Und Judy automatisch mit. Niemand würde glauben, dass du Kenntnis darüber hast und sie nicht.“
Seine Pfote zuckt sofort zurück.
„Sag das doch gleich du dumme Mieze!“
„Was ist das Jamie?“
„Das, Judy, ist eine von 12 speziellen Karten dieser Art, die nur Mitglieder der Tatz bei sich tragen.“
Nick verschränkt die Arme vor der Brust und lehnt sich zurück.
„Bist du ner Sekte beigetreten oder sowas?“
Darüber muss ich sogar leicht grinsen.
„Fast. Beigetreten worden, könnte man sagen?“
Das lässt ihn kerzengrade nach vorne schnellen.
„Also nun bin ich neugierig!“
„Ha. Das warst du auch davor schon. Immerhin hast du ja dafür gesorgt, dass wir überhaupt darüber reden.“
Ich sortiere kurz meine Gedanken. Genieße Akalas Pfoten, die sanft meine Seite massieren.
„So eine Karte gab mir Goreclaw.“
„Der brummige Direktor der Akademie?“
Ich nicke und stecke sie schnell wieder ein, ehe noch einer der beiden wirklich draufpatscht.
„Sie wurde von einem alten Bekannten von uns entworfen und erstellt.“
„So?“
Ah Judy ist also doch noch bei uns.
„Mhm. Doug Ramses.“
„Der Giftmischer aus dem Bellweatherfall? Dachte der sei über alle Berge, nachdem Möhrchen und ich sein Labor entführt haben?“
Erneut muss ich grinsen.
„Ja, ich entsinne mich dieser Szene. Herrlich übrigens wie Judy seinen Komplizen zum Stellen der Weichen genutzt hat.
Ok. Da ich bei Nick ja Skepsis gewohnt bin, fangen wir einmal anders herum an. Hast du dich jemals gefragt wieso ein Chemiker so ein hervorragender Scharfschütze ist?“
Während der Fuchs nachdenklich mit einer Pfote sein Kinn streicht rücke ich meinen Stuhl näher an Akis und suche ihre Nähe.
„Nicht wirklich, nein. Klar, es war merkwürdig aber Zufälle gibt’s.“
„Warte Mal Nick. Jamie hat da einen guten Punkt. Er hat Mister Otterton durch ein offenes Fenster der Limousine getroffen. Das braucht mehr als nur ein gutes Gefühl mit der Waffe. Ich könnte das nicht.“
Ruhig mustere ich die beiden. Judy tippt sich mit dem Stil ihrer Gabel gegen ihr Näschen. Ein sicheres Zeichen, dass sie am Grübeln ist.
„Schon, ich auch nicht. Aber es kann auch Zufall sein!“ Beharrt Nick auf seiner Meinung, was mich die Augen rollen lässt.
„So ein Zufall wie die Entführung deines Vaters, der zufällig bei Shiselle auftauchte, die sich zufällig zur richtigen Zeit mit ihm und Finnicks Dad anfreundete?“
Er legt die Ohren zurück und starrt mich eine Sekunde lang an. Ich weiß, dass sein Dad ein wunder Punkt bei ihm ist. Immer noch. Ist nicht leicht, jahrzehntelangen Groll zu begraben.
„Ist nicht böse gemeint Fuchs. Sieh es als Denkanstoß.“
Er verzieht den Mund ein wenig, zeigt seine Lefzen. Ein deutliches Zeichen was er davon hält.
Dennoch nickt er schließlich.
„Also gut. Nehmen wir an es ist außergewöhnlich. Was soll uns das dann sagen? Das der Hammel eigentlich ein Auftragskiller war, der nur Chemie als Hobby hatte?“
„Fast.“
Diesmal sagen Aki und ich das im Chor, was bei unseren Gästen die Augenbrauen gen Stirn schnellen läßt.
„Tatz ist keine Kurzform von Tatze. Es ist eine Abkürzung. Und steht für

T actical
A ssault
T roops
Z oomania.“

„Huh..“ entfährt es Judy, die zeitgleich einen Löffel abknickt. Nick hingegen mustert mich ungläubig.
„Taktische Angriffstruppen Zoomanias? So etwas gibt es nicht, Mieze. Davon hätte ich gehört. Ich lebe schon ein Weilchen länger hier, wenn du dich erinnerst?“
„Eben nicht, Nick. Denn wüsstest du davon, wärst du tot. Und wenn überhaupt könnte eher noch dein Alter Herr davon Wind bekommen haben. Diese Gruppe wurde nämlich vor 30 Jahren aufgelöst. Und… sagen wir einmal… alternativen Berufen zugeführt. Wie Akademiedirektor zum Beispiel.“
„Du verarscht uns.“
Ich seufze und lege die Karte wieder auf den Tisch.
„Gut. Wenn du glaubst, dass ich dich verarsche, nur zu. Fass sie an. Ich verspreche dir, du bist Morgen ein toter Fuchs.“
Demonstrativ nimmt er beide Pfoten vom Tisch und verbirgt sie darunter. Seine Ohren sind nach hinten gerichtet und seine Schnauze etwas kraus gezogen.
„Nimm das Ding weg!“
„Ach? Ich dachte ich bände euch nur einen Bären auf?“
„Ich gehöre zu der Sorte Tier, die besser kein unnötiges Risiko eingehen. Aber rein aus Neugier. Wieso wäre ich morgen tot?“
Schulterzuckend deute ich auf Aki.
„Akala wird mich wohl kaum umbringen, weil ich ein Stück Papier angefasst habe.“
„Was? Nein.“
Augenrollend sammle ich die Karte abermals ein. Diesmal bleibt sie wo sie hingehört.
„Nick hat da eine gute Frage gestellt, Jamie. Wieso ist das anfassen dieser Visitenkarte gefährlich? Gift kann es nicht sein, du fasst sie ja auch an.“
Bravo Häschen! Wenigstens eine, die Mitdenkt.
„Richtig Judy. Es ist der Geruch. Ohne es zu wissen arbeiten wir mit zwei Mitgliedern der Tatz zusammen. Und wir alle vier kennen sie und sie uns. Ihre Nasen sind auf den Geruch dieser Karte trainiert. Er haftet extrem schnell an und wenn sie diesen Geruch wittern, euch aber nicht als Mitglied der Gruppe kennen, beziehungsweise ihr nicht diese Karte vorweisen könnt, seid ihr tot.“
Nick reibt sich mit einer Pfote den Nasenrücken und hat die andere erhoben.
„Moment. Im Revier sitzen zwei Mitglieder von was?“
Mit kurzen Worten kläre ich beide darüber auf, was ich von der Tatz weiß. Eine Art organisierte Militärgruppe, die vor über 30 Jahren aus den Besten Tieren ihrer Art zusammengestellt wurde und Terrorabwehr wie Terroreinheit in einem war. Je nachdem wofür der Stadtrat sie brauchte.
Als ich ende starren mich beide ratlos an.
„Ich weiß, das ist ein bisschen viel auf einmal. Aber das hat mir Goreclaw eröffnet, nachdem ich ihm gestanden habe wer ich bin und wo ich herkomme.“
„Stop. Du hast was?!“
„Richtig gehört, Fuchs.“
„Und der hat dich nicht hochkant aus der Akademie geworfen?!“
Ich lache knapp.
„Der hat nicht einmal Arlov von der Akademie geworfen, nachdem der Idiot uns mit Katzenminzlikör vergiftet hat. Ganz zu schweigen davon, dass er hoffte die Märchen über Lachschnapps bei Eisbären wären wahr.“
Judys Augenbrauen ziehen sich drohend zusammen.
„Jamie! Das ist eine schwere Straftat! Katzenminze einem Geparden unterzumischen kann zu einem Blutbad führen! Du hast das doch wohl gemeldet!“
Aki und ich schauen uns an, ehe wir beide lachen.
„Nein. Arlov war ein Trottel, keine Ahnung wie er sich heute schlägt, aber Goreclaw hat ihm ordentlich den Kopf gewaschen. Das glaub mir mal. Der kam am letzten Tag nochmal zu mir und war sehr kleinlaut.
Aber wir verlieren ein wenig den Kurs. Also. Wie ich bereits sagte, wurde die Tatz vor 30 Jahren aufgelöst. Die Hälfte nahm die neuen Posten an, die andere Hälfte hingegen wurde abtrünnig und Söldner.
Tuskov hatte als Tatz das Rufzeichen Geist. Ich glaube treffender geht es bei dem Keiler nicht. Seine Aufgabe war das Aufspüren der Beute und Infiltrieren. Und das er das hervorragend kann, hat er uns bereits hinreichend demonstriert, nicht wahr?“
Alle nicken schweigend. Wir erinnern uns noch zu gut an das grausige Bild in der Zelle unter dem Revier.
„Und wer sind die beiden im Revier?“
„Na überlegt mal. Wer könnte alt genug dafür sein?“
Judys Näschen zuckt niedlich, während sie den Kopf schief legt. Nick hingegen schnauft nur.
„Wenn du mir nun erzählen willst das Fossil aus der Materialausgabe sei ein ehemaliger Killersoldat der Stadt, dann bist du vollkommen übergeschnappt.“
„Stimmt! Vero!“, höre ich von Judy, die wohl nicht so schnell auf das brummige Gürteltier kam.
„Lass uns eine Wette abschließen. Ich geb dir die Karte und du gehst morgen früh damit zu ihm. Wenn du es Lebend zurück schaffst bin ich verrückt. Wenn nicht…“
„Heee! Das kommt gar nicht in Frage! Ich brauch den Fuchs noch!“
Um den Ernst der Lage zu wahren spare ich mir das neugierige Wozu einfach und mustere Nick.
„Du meinst das ernst oder?“
„Todernst, Nick. Die Karte die ich derzeit bei mir trage, habe ich von meiner Mentorin. Nummer zwei im Revier und ehemaliger Kopf der Tatz. Die erste, Goreclaws Karte, hat damals verhindert, dass sie mich gleich filetiert und eingetütet hat.“
Ein Schaudern läuft bei der Erinnerung an diese Begegnung über meinen Rücken.
Aki spürt mein Unbehagen und schlingt einen Arm um meine Schultern.
„Und wer ist Sie? Moment… Eine Sie? Das Revier hat niemanden, der alt genug dafür wäre und weiblich ist!“
„Falsch Nick.“
Judy hingegen scheint eine Idee zu haben.
„Doch… Hat es, Schatz…“
„Ach? Wen?“
„Gira!“
Nicks Augen werden groß, ehe er den Kopf schüttelt.
„Quatsch, die ist doch höchstens 40.“
Judy schüttelt den Kopf.
„Nein, Gira hat dieses Jahr ihren 60sten. Ich habe Francine darüber sprechen hören, was man am besten für ihre Feier machen könnte.“
Mein trockenes Nicken tut sein übriges.
Nick mustert uns eine Weile, ehe er die Arme in die Luft wirft und stöhnt.
„Na schön. Na schön. Ich geb auf. Also ist Tuskov ein Irrer Söldner, der zudem noch erfahren darin ist Tiere zu finden und zu töten?“
Aki und ich nicken schweigend.
„Warum lebst du dann noch?“
Ich zeige mit meiner Klaue unter den Tisch.
„Wegen der Karte?“ schaltet Judy sofort.
„Mhm. Die Tatzmitglieder haben Gira gegenüber einen Schwur geleistet. Sie werden niemals einen Träger der Karte angreifen.“
Nick knickt ein Ohr ab und verzieht die Schnauze.
„Das ergibt keinen Sinn. Du bist kein Mitglied, warum sollte ihn das kümmern?“
„Weil Gira ihn holen kommt, wenn er den Schwur bricht. Es ist egal, wer die Karte hat. Wird ein Besitzer solch einer Karte von einem Tatzmitglied umgebracht wertet Gira das als Bruch und jagt dieses Mitglied. In 30 Jahren hat keines der anderen 11 Tiere es gewagt gegen ein Mitglied der Tatz die Pfote zu erheben. Obwohl der Stadtrat die sechs Loyalen mehrfach darum angebettelt hat. Immerhin sorgen Doug und Co ganz schön für Chaos.“
Nick pfeift.
„Möhrchen?“
„Hm?“
„Wir müssen dringend darüber sprechen, wann wir besser Nein sagen sollten.“
„Ach was. Solange wir keinem davon erzählen passiert auch nichts.“
Ich zucke leicht zusammen. Der Hase sieht das verdammt locker. Natürlich spüre ich Akis selbstzufriedenes Grinsen neben mir.
„Ok. Wenn wir von diesen Umständen ausgehen erklärt das eine Menge Dinge, die bisher keinen Sinn ergaben.
Tuskov hat dich also nicht geholt, weil er… diese Karte gewittert hat?“
„Nein. Weil wir darüber gesprochen haben.“

„WAS?!“
Drei Personen in unserem Esszimmer rufen synchron das Gleiche. Eigentlich würde ich das für einen scherzhaften Kommentar nutzen, da ich aber ganz deutlich ein paar Krallen in meinem Pelz spüre spare ich mir das.
„WANN wolltest du mir das erzählen, Jamie?!“
„Glätt dein Fell Schatz. Da warst du noch auf der Akademie.“
„DARUM bist du so entspannt! Und ich dachte ICH würde bei dir für mehr Ruhe sorgen.“
„Moment, Moment. Auszeit! Du hast mit Tuskov gesprochen? Wann? Wo? Wieso lebst du noch?“
Irritiert deute ich wieder unter den Tisch.
„Muss ich mich wiederholen?“
Nick zieht sich die Schnauze lang und legt den Kopf stöhnen in den Nacken.
„Warum hast du ihn nicht… Ok. Vergiss die Frage. Was hat er gesagt? Konntest du etwas in Erfahrung bringen?“
Ich lache matt.
„Natürlich nicht. Und ich habe ihn provoziert, glaub mir.
Aber da war nichts aus ihm rauszukriegen.“
„Warte Jamie. Details bitte. Wo ist es dazu gekommen? Was genau habt ihr miteinander gesprochen?“
Ich hebe beide Pfoten und mustere Akala, die mich mit einem mordlüsternen Blick bedenkt.
„Lasst uns das nächstes Wochenende aufgreifen, okay? Ich glaube ich muss erst einmal mit meinem Schatz hier ein tieferes Gespräch führen, damit ICH die heutige Nacht überlebe.“
„Sollen wir gehen?“ fragt Judy einfühlsam, Aki mustert mich noch eine Weile, schüttelt dann aber seufzend den Kopf.
„Nein, nein. Ich kralle mir Jamie später. Sie kann ja nicht vor mir davonlaufen. Genießen wir lieber den Abend zusammen.“
„Moment bitte.“
Ihre Augenbraue zuckt gefährlich, da ich sie unterbreche.
„Aki, es IST wichtig.
Judy. Nick. Gira ist nett. Hilfsbereit, ein Genie bei der Spurensichtung und eine unvergleichliche Forensikerin. Aber. Sie ist ebenso unerbittlich, grausam und tödlich mit dem Skalpell. Bitte, bitte nehmt meine Worte ernst, redet mit niemandem über diese Sache. Ich habe euch damals im Cruiser, wo wir von der Akademie kamen, bewusst auflaufen lassen. Jeder mit dem Wissen um die Tatz steht auf Giras Todesliste. Sie hat Goreclaw zur Schnecke gemacht ihren eigenen Schwur gegen sie auszunutzen und mir seine Karte mitzugeben. Aber letztendlich hat sie mitgespielt, weil sie glaubt ihr Geheimnis sei bei mir sicher.
Gott, ich habe Blut und Wasser geschwitzt damals. Ich musste ihr dreist die Wahrheit ins Gesicht feuern, dass ich Akala alles erzählt hätte und das Ganze mit Sarkasmus würzen, wer würde nicht seine Gefährtin gleich mit ins Grab nehmen wollen, wenn sich einem schon die Chance dazu bietet. Sie hat es mir abgekauft. Hoffe ich zumindest. Aber nochmal schaffe ich dieses Kunststück vielleicht nicht. Und IHR habt keine Karte. Versteht ihr?“
Einstimmiges Nicken. Gut.
„Also. Was gibt’s neues vom Revier?“
Verdattert starre ich zu Aki. Das… war abrupt. Dass sie ihren Stuhl von meinem rückt schmerzt mich ein wenig. Aber gut. Ich hätte es ihr sagen sollen.
Wir plaudern ein wenig über die Vorkommnisse der letzten drei Wochen auf dem Revier, Morgen ist ja unser erster Arbeitstag nach dem gemeinsamen Urlaub und es schadet nie ein wenig Vorwissen in die Einsatzbesprechung mitzubringen. Der Fall mit dem Schmugglerring? Zufall und ärgerliches Ereignis in unserem Urlaub. Nick winkt lachend ab bei meiner Äußerung, dass wir hoffen die vier Tage, die uns das ganze gekostet hat von Chief Bogo wiederzubekommen.
„Träum weiter Mieze. Der sture Büffel wird sich grinsend zurücklehnen und sagen…“
Er räuspert sich kurz.
„Tja Paws… Hätten Sie das Ermitteln mal den Kollegen überlassen, statt ihre neugierige Nase überall reinzustecken!“
Wir lachen vergnügt.
„Du hast das vorangehende PAAAAAWS! IN MEIN BÜRO! vergessen.“ Füge ich gutgelaunt hinzu und versuche Akala über den Arm zu streichen. Ihr pelz stellt sich etwas auf und sie zuckt unter dem Tisch mit dem Schwanz. Haaa…. Na soviel dazu. Das gibt nachher noch Ärger. Ick freu mir...
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