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29. Februar: Annalen einer Schreckensherrschaft [by - Leela -]

OneshotMystery, Sci-Fi / P12 / Gen
Prime Evil
29.02.2020
29.02.2020
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29.02.2020 1.623
 
Tag der Veröffentlichung: 29.02.2020

Zitat: "So schwach und zerbrechlich die Menschen auch sind, ihnen das Leben zu entreißen ist ein hartes Stück Arbeit." (Black Butler)

Titel der Geschichte: »Annalen einer Schreckensherrschaft«

Autor: - Leela -

Hauptcharaktere: Prime Evil, Snookums

Nebencharaktere: -/-

Pairings: -/-

Kommentar des Autors: In diesem Fall stand das Fandom und der Hauptcharakter sofort fest, als ich das Zitat gelesen hatte. Allerdings hatte ich zuerst keinen richtigen Ansatz, wie ich meine Idee umsetzen konnte; bis sich ein weiterer Charakter in Erinnerung brachte, der mit Prime Evil zusammen für diese faszinierende Szene sorgte … Viel Spaß dabei!






Annalen einer Schreckensherrschaft

In dem alten, rustikalen und von Totenköpfen gesäumten Kamin brannte ein spektrales Feuer. Kalte blaue Flammen, welche die Hölle gefrieren lassen könnten, wechselten sich mit heißen roten Flammen ab, die ein Inferno über die Welt zu bringen vermochten.
       Vor dem Kamin standen zwei Sessel. In dem einen saß ein junger Mann - Geist - Mann, in dem anderen der alte Dämonenfürst, dem die große Kathedrale hier in der 5. Dimension, die er Hauntquarters genannt hatte, gehörte.
       Prime Evil konnte sich an Zeiten erinnern, da war er überhaupt nicht gut mit seinem Neffen ausgekommen. Das Kind hatte ihm damals böse Streiche gespielt und eine unbändige Freude daran gehabt, eine Plage zu sein. Doch je älter er wurde, desto mehr hatte sich der junge Geist für die Arbeit seines Onkels interessiert, für die Schreckenstaten, die bösen Ideen, Vernichtungsaktionen und Weltherrschaftspläne.
       Seitdem hatten sie schon so manchen Abend zusammen hier vor dem Kamin in der Schauer-Lounge von Hauntquarters verbracht, und Prime Evil hatte von den vielen Planeten erzählt, die er zuerst unterworfen und dann vernichtet hatte. Jeden Abend hatte er sich eine andere Welt ausgesucht, und damit einen weiteren Schreckensband aus der Sammlung seiner jahrtausend langen Aufzeichnungen, seinem Kreativ-Album, wie er es nannte, aus der Bibliothek geholt.
       Heute war Terra dran, sein aktuelles Projekt. Und dies füllte schon mehrere Alben.
       Seite um Seite blätterte der Herr des Bösen mit seinem Neffen durch die Katastrophen, die er schon heraufbeschworen hatte, und Snookums staunte einmal mehr über die unglaubliche Kreativität seines
Onkels bei der Ausarbeitung seiner bösen Pläne.
       „Hier habe ich eine Sturmflut über die Welt gebracht. Ich gebe zu, das war eine eher ordinäre Idee, aber mir war langweilig, und für eine kleine Aktion mal so zwischendurch war das okay.“ erklärte Prime Evil bei der aktuellen Seite gerade.
       Snookums bestaunte die zahlreichen überwiegend in blau gehalten Fotos, die eine Welt unter Wasser zeigten, und zahlreiche Menschen, die ihr Heim verloren hatten und ums Überleben kämpften.
       „Das hier war schon interessanter.“ erklärte der Großbösemeister, als sie umblätterten. „Da habe ich die Freiheitsstatue durch eine von mir ersetzt, und mich später auf dem Platz in ihr manifestiert. Noch dazu direkt auf einer Vereidigungsfeier. Und nachdem die restaurierte Freiheitsstatue feierlich enthüllt werden sollte!“ Prime Evil lachte voll frenetischer Freude ein mechanisches Lachen.
       „Was hast du mit der Freiheitsstatue gemacht?“ wollte Snookums wissen.
       „Die habe ich miniaturisiert und im Hafen tief unter Wasser versteckt.“ erklärte Prime Evil stolz.
       „Cool. Wie kommt man auf so etwas?“ staunte der junge Geist.
       „Man muß nur ein bißchen kreativ sein. Oh, so wie zum Beispiel hier!“ Prime Evil blätterte gerade auf die nächste Seite um. „Hier habe ich einen kompletten Zug entgleisen lassen und durch ein Dorf geschickt. Das war Chaos und Verwüstung pur. Das war ein Spaß! Manchmal bringen einem auch die kleinen Dinge im Leben Freude. Und hier, da habe ich ein Fußballstadion mit Feuerbällen attackiert. Du hättest die kleinen Menschen da mal hin- und herlaufen sehen sollen! Oh, und das hier, das mußt du dir unbedingt ansehen! Hier habe ich alle Lebensmittel auf dem Planeten in Hologramme verwandelt!“
       Der Herrscher der Geisterwelt ging förmlich darin auf, seinem Neffen von seinen Geniestreichen zu erzählen. Snookums folgte den Ausführungen des alten erfahrenen Geisterherrschers voller Bewunderung. So langsam verstand er das Handwerk seines Onkels, und bedauerte es, sich nicht schon früher dafür interessiert zu haben. Seite um Seite böses Ideenreichtums faszinierten den wißbegierigen jungen Geist ein ums andere Mal.
       Gerade schlugen sie auf die nächste Seite um, und Prime Evil schwelgte in Erinnerungen. „Ah, das hier war auch ein Hit! Da habe ich sämtliche Schiffe der Welt in Belgien abgeladen.“
       Snookums bestaunte die Bilder mit den übereinander gestapelten und ineinander verkeilten Schiffen aller Art, die ein ganzes Land unter sich begraben hatten. Kreuzfahrtschiffe, Fischerboote, Schlepper, Fähren, … alles bildete ein buntes Potpourri, das die Menschheit sicher vor ein Rätsel gestellt hatte. „Wo nimmst du denn deine Ideen her?“ fragte der Junggeist erstaunt.
       „Och, das fliegt mir manchmal so zu.“ winkte Prime Evil gelassen ab. „Man muß nur schauen, was für Möglichkeiten man zur Verfügung hat, und das Potential nutzen. Mir kommen die Ideen ganz automatisch, wenn ich auf die Welt schaue.“
       „Toll …“ Snookums war noch ganz hin und weg von dieser Aktion.
       „Man bekommt Routine, mit der Zeit.“ erklärte der Dämonenfürst, während sie weiterblätterten. „Wenn du ein richtiger Bösegeist werden willst, mußt du einfach nur am Ball bleiben, alles andere kommt von allein.“
       Auf der nächsten Seite begann ein neuer Geniestreich des Herrn des Bösen. „Oh, was ist das interessantes?“ entfuhr es dem jungen Geist.
       Prime Evil war nachträglich noch ganz aufgeregt. „Oh, darauf bin ich ganz besonders stolz! Da habe ich kreuz und quer über die ganze Welt Stromdrähte gespannt, in jeder Straße, um alle Häuser, überall, wie du siehst!“
       Snookums nickte als er den Erdball betrachtete, der eher wie ein
riesiges Wollknäuel anmutete.
       „Dann habe ich das ganze Netz unter Strom gesetzt, und dann habe ich meine Donnergeister zusammengetrommelt und über die ganze Welt Regen geschickt!“
       „Cool!“ Snookums staunte bei jeder Schreckenstat mehr.
       Prime Evil füllte es mit deutlichem Stolz. Mittlerweile griff er schon zum vierten Schreckensalbum. Es war das bislang letzte in der Reihe, hatte aber noch einige kreative Ideen für den Besucher von
Hauntquarters zu bieten. Zum Beispiel die Hornissenplage im weißen Haus, dem Maskenball des Schreckens, bei dem nur die Geister wußten, wer Mensch war und wer nicht, oder die Raketen, die bei ihrer Detonation die Schweiz unter einer undurchdringlichen Schicht aus Marshmallowcreme begraben hatten.
       Als die noch unbenutzten Seiten für die folgenden Gräueltaten kamen, sah Snookums gedankenvoll vor sich hin. „Eins verstehe ich nicht, Onkel Evil. Du hast so viele Welten so
erfolgreich vernichtet, und so viele coole Ideen, wie man Zivilisationen plattmachen kann. Wie kommt es, daß du jetzt schon so lange an Terra dran bist, und noch keinen Erfolg verbuchen kannst?“
       Prime Evil seufzte schwer. „Weißt du, Snookums, so schwach und zerbrechlich die Menschen auch sind, ihnen das Leben zu entreißen ist ein hartes Stück Arbeit. Sie sind zäher, als ich zu Anfang dachte, das muß ich wirklich zugeben.“
       Snookums dachte eine Weile darüber nach. „Aber ist es nicht ein bißchen frustrierend, sich immer wieder so tolle Sachen auszudenken, und dann doch keinen Erfolg dabei zu haben, die Welt zu vernichten?“
       Prime Evil lehnte sich nachdenklich in seinem Sessel zurück. „Ich weiß nicht, ob ich es anders haben wollen würde. Die Menschen sind ganz amüsant. Was wäre, wenn ich ihre Welt vernichte? Ich müßte weiter ziehen und mir etwas neues suchen. Und wer weiß, wo ich dann hingerate? Weißt du, Snookums, hier bin ich bekannt. Hier verbreitet allein mein Name bereits Angst und Schrecken. Das ist ein Privileg, das man nicht so einfach aufgeben sollte. Noch dazu ist es viel interessanter, sich tolle neue Schreckensspiele auszudenken und zu gucken, wie die Menschen darauf reagieren, und wie sie um ihre kleinen erbärmlichen Leben kämpfen. Wenn sie so erleichtert sind, es geschafft zu haben, nur um wenig später den nächsten Schrecken ausstehen zu müssen. Ich denke, all das würde ich vermissen, wenn ich jetzt weiterziehen müßte.“
       Snookums hörte seinem Onkel erstaunt zu und dachte über die Worte nach. Er wurde das Gefühl nicht los, daß der erfahrene und erfolgreiche Großbösegeist es gar nicht richtig darauf anlegte, den
Planeten endgültig zu vernichten; konnte es nach seiner Argumentation aber auch verstehen. „Da ist was dran. Du bist echt weise, Onkel Evil.“
       „Man lernt mit der Zeit!“ erwiderte der gelassen. „Man muß nur seine Erfahrungen machen und für sich auswerten. Du wirst auch noch deinen Weg des Schreckens finden. Das Potential dafür hast du jedenfalls!“
       Der junge Geist grinste stolz. „Danke!“
       Prime Evil ließ es unkommentiert. Immerhin wußte er selber aus eigener Erfahrung am besten, wovon er sprach, gehörte sein Neffe doch zu den wenigen, die es, und das im Kindesalter schon, geschafft hatten, ihn, den großen Dämonenfürsten, komplett fix und fertig zu machen …





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Damit ist der zweite Monat mit dieser tollen Geschichte im Fandom "Filmation's Ghostbusters" vorbei. Somit sind nun insgesamt 60 Kapitel veröffentlicht. Das ist ganz schön viel, wenn man sich das mal überlegt. Zehn Monate liegen jetzt noch vor uns. Ich bin gespannt, was sie uns bringen.
Die Stats des Februars werde ich beizeiten auf dem Profil des Jahreskalenders veröffentlichen.

Eure lula-chan
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