Just so you know I also have my charms

GeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
Jiang Cheng Lan Zhan Mo Xuanyu Nie Huaisang Wei Ying Wen Ning
28.02.2020
27.03.2020
5
14.921
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28.02.2020 3.065
 
Hier also nun mein drittes Werk zu den Zweien.

Hier geht es wirklich mehr, um den Spaß an der Sache. Ich wollte schlicht eine Idee umsetzen, die ich durch einen Anime bekam, und mir sofort Wei Ying dabei vorstellen konnte : P

Vielleicht entlockt Euch das Ganze ja auch das ein oder andere Schmunzeln  : )

Lasst es mich wissen, wenn dem so ist ; )



***

Wei Ying ließ sich mit einem dramatischen Seufzen auf die Bank der Sitzgruppe sinken, wo sich Jiang Cheng und Nie HuaiSang gerade ihrem Mittagessen widmeten, ihn aber routiniert ignorierten.

Was allerdings nicht bedeutete, das Wei Ying sich so einfach geschlagen geben würde.

Abermals seufzte er tief und langezogen.

„Jungs, ich denke ich bin verliebt.“, meinte er dann bedeutungsschwer, was seine beiden Kammeraden nun doch dazu brachte ihre Essstäbchen auf halben Wege inne halten zu lassen, um ihn fragend anzusehen.

„Und wer ist die unglückliche Person?“, hakte Jiang Cheng nach, was Wei Ying widerholt seufzen ließ, doch diesmal setzte er einen schmachtenden Gesichtsausdruck auf.

„Lan Zhan.“ Weder sein Bruder noch Nie HuaiSang sagten etwas, sondern wendeten sich schlicht wieder ihrem Essen zu, als habe er nur über das Wetter gesprochen.

„Hey!“, moserte Wei Ying trotzig und stibitzte sich ein Fleischbällchen von seinem Bruder.

„Was?“, zischte dieser, war jedoch nicht schnell genug um Wei Yings Diebstahl mit einem Hieb auf dessen Hand zu unterbinden.

„Es ist ja nicht so, als hättest du uns gerade eine brandheiße Neuigkeit mitgeteilt.“, knurrte dieser genervt und Nie HuaiSang nickte lediglich bestätigend.

„Was soll das heißen? Natürlich ist es eine brandheiße Neuigkeit. Mir ist es doch selbst erst richtig bewusst geworden!“ Jiang Cheng raunte ergeben und schüttelte seinen Kopf.

„Ja, das mag für dich der Fall sein. Jeder andere in einem Umkreis von 20 lǐ wusste es allerdings schon vorher.“

Wei Ying konnte nicht anders als entrüstet auf seinen Bruder zu schauen und ein paar alberne, stumme Mundbewegungen zu machen, fehlten ihm gerade wirklich die Worte.

Ein Blick auf Nie HuaiSang zeigte ihm, dass dieser auf der Seite seines Bruders war, indem er einmal simpel mit den Schultern zuckte.

Wei Ying gab sich schließlich trotzig und klaute sich ein weiteres Häppchen von Jiang Chengs Mahl, dass es diesem schließlich reichte und er sich samt seinem Essen von ihm wegdrehte.

„Wenn ihr es gewusst habt, warum hab ihr nichts gesagt, huh?“

„Spinner! Was hätte es gebracht, wenn du es selbst nicht kapiert hättest. Und mal ehrlich, es ist ja wohl mehr als offensichtlich, so wie du ständig an ihm dranhängst. Dass er es überhaupt mit dir aushält ist mir ein echtes Rätsel.“

„Wenn man vom Teufel spricht.“, hörte man Nie HuaiSang sagen, der darauf mit seinen Essstäbchen in eine Richtung deutete.

Und tatsächlich war es Lan WangJi, der nun mit grazilen Schritten auf sie zuhielt und es Wei Ying erneut zum albern Seufzen brachte, worauf er sich einen Tritt unter dem Tisch von seinem Bruder einfing.

„Das nervt!“, wies dieser ihn zurecht und schon war Lan Zhan zu ihnen herangetreten und schaute in seiner üblich ausdruckslosen Manier über ihre Runde, bevor er sich direkt an Wei Ying richtete.

„Wei Ying.“

„Lan Zhan.“ Er konnte nicht anders, als diesen breit und freudig anzustrahlen und sich gerade so noch zurückhalten ihn nicht zu verliebt anzuschauen. Was allerdings nicht so recht zu gelingen schien, deutete er den abfälligen Laut seines Bruders richtig.

Er ignorierte es geflissentlich, war seine Aufmerksamkeit schließlich auf etwas viel, viel Besseres gerichtet.

„Du meintest bei den Vorbereitungen für das Schulfestival aushelfen zu wollen.“, meinte Lan Zhan ganz die Autorität eines Schülerrat-Präsidenten, parallel mit angestrengten Gehuste im Hintergrund, dem ein kratziges und ungläubiges „Du hast was?!“ von Jiang Cheng folgte.

Nebensächlichkeiten in Wei Yings Aufnahmefokus.

„Es wäre wünschenswert, wenn du nach dem Unterricht im Zimmer des Schülerrats vorbei kommen würdest, um dich mit dieser Aufgabe vertraut zu machen.“

„Natürlich. Nichts lieber als das.“ Lan Zhan schaute ihn noch einen kurzen Augenblick stumm an und nickte dann, bevor er sich wieder von ihnen abwandte und seines Weges zog.

„Gott! Könntest du ihm nicht so nachsabbern! Und was soll der Quatsch mit dem Aushelfen? Du hast noch nie freiwillig einen Finger für so ne Sachen krumm gemacht und nun ist es plötzlich; "Nichts lieber als das".“, äffte ihn Jiang Cheng übertrieben nach, was Wei Ying sich ihm mit einem mahnenden Zeigefinger zuwenden ließ.

„Menschen ändern sich Jiang WanYin und du solltest das vielleicht auch mal in Betracht ziehen, sonst wirst du wohl nie Punkte bei Wen Qing sammeln.“ Auf seine letzte Bemerkung hin schaute sein Bruder als hätte er ihm einen Eimer mit kaltem Wasser übergeschüttet, welches unter seinem folgenden hitzigen Ausdruck jedoch rasch wieder verdampfte.

„Kümmere dich um deinen eigenen Mist, klar! Nur weil dir mal ein Licht aufgegangen ist, heißt das nicht, dass dir Lan WangJi ebenso zu Füßen fällt. So wie die Dinge liegen, hätte eher Nie HuaiSang eine Chance bei ihm, als deine nervige Person!“

„Hey, haltet mich da raus. Ich hab eh keine Ahnung von all dem.“, meldete sich jener kurz zu Wort, ohne von seinem Smartphone aufzuschauen, mit dem er sich beschäftigte.

Und auch wenn es Wei Ying nicht passen wollte, so musste er in diesem Moment zugeben, dass sein Bruder Recht hatte.

Es ließ ihn trotzig die Backen aufblasen und die Arme vor der Brust verschränken.

„Ich kann durchaus meine Reize ausspielen, wenn ich es will.“, versuchte er sich nonchalant zu geben, hatte aber nicht wirklich eine Idee, was es in diesem Falle beinhalten müsste, um ausgerechnet den Jade Prinzen ihrer Schule dazu zu bringen seine Gefühle zu erwidern.

Bisher war er, in dessen Augen, wohl eher wie ein lästiges Insekt das diesen ständig umkreiste.

Wei Ying verzog selbstzweifelnd das Gesicht.

Nicht die beste Voraussetzung, ihn vom kompletten Gegenteil überzeugen zu wollen.

Er kannte Lan Zhan lange genug, um zu wissen was dieser mochte und was ihm wichtig war.

OK, sich von heut auf morgen an sämtliche Schulregeln zu halten war selbst für ihn ein Ding der Unmöglichkeit, aber wie sagte man immer; „Einen Schritt vor den anderen.“

„Wenn du dieses Grinsen aufsetzt heißt das meist nichts Gutes.“, hörte er Jiang Cheng raunen.

Aber was wusste der schon.

Er würde Lan Zhan beweisen, dass er durchaus pflichtbewusst sein konnte und das würde er ihm mit den Vorbereitungen für das Festival auch zeigen.

Zudem war es ihr letztes Jahr in der High-School, also auch seine letzte Chance sich voll ins Zeug legen zu können, um Lan Zhan zu beeindrucken.


***


Wei Ying summte gut gelaunt über die Liste in seiner Hand.

Man hatte ihn zum Springer gemacht, was bedeutete, dass er überall einmal aushelfen sollte, oder eben dort hinbeordert werden konnte, wo eine weitere tatkräftige Hand nötig erschien.

Seine erste Aufgabe bestand darin, sich beim Theaterclub zu melden.

Es war ein Bühnenstück geplant und dafür wurden noch Kulissen benötigt.

Genau sein Ding.

Es sollte eine Art von neuzeitlichem Wuxia Krimi werden, mit einem romantischen Sub-Plot.

Nie HuaiSang hatte ihnen das ein oder andere darüber erzählt, wenn sie in den Pausen zusammensaßen.

Ein solch ungewöhnliches Projekt ließ Freiraum für kreative Wagnisse, so fand Wei Ying.

Es gab ein paar angefangene Hintergrundkonzepte, für die angelegten Akte, die er allerdings als recht langweilig erachtete und kurzerhand selbst ein paar Ideen zu Papier brachte.

„Hm, nicht schlecht.“ Nie HuaiSang stand hinter ihm und schaute über seine Schulter hinweg auf seine Skizzen.

Er war der Leiter der Theatergruppe, auch wenn er sonst einen eher unbeholfenen Eindruck machte, war er hier doch in seinem Element. Dieser hielt die untere Hälfte seines Gesichtes hinter einem schicken, traditionellen Fächer versteckt, bevor er sich damit etwas Luft zu wedelte.

„Leider fehlt uns die Zeit für große Änderungen. Die Grundrisse der meisten Kulissen sind bereits vorgezeichnet worden.“ Wei Ying raunte verstehend. Immerhin hatte man nur eine Woche um das komplette Festival vorzubereiten.

„Wenn da nichts mehr zu machen ist, dann würde ich wenigstens das Farbkonzept etwas ändern.“ Nie HuaiSang schaute interessiert auf seinen Vermerk, auf das ihm Wei Ying seine Vision zu den einzelnen Hintergründen erklärte.



Mit all den Vorbereitungen war der Platz etwas knapp und Wei Ying kümmerte sich um seine zugewiesene Kulisse am Rande der Bühne, während die Schauspieler ihre Rollen weiter einstudierten.

Allerdings war ihm entgangen, wer noch Teil des Theaterclubs war und jedes Mal, wenn er die Stimme dieser Person vernahm, sträubten sich ihm die Nackenhaare.

Jin ZiXuan war noch immer der eingebildete Pfau, der er auch schon im ersten Jahr der High School gewesen war, glaubte er, dass das Geld seiner Familie wohl automatisch bedeutete, dass er über allen anderen stand.

Es war einzig dessen Mutter zuzuschreiben, dass er eine simple Schule besuchte, um nicht von den privaten Einrichtungen zu sehr verzogen zu werden und für seinen späteren Einstieg in die Geschäftswelt, das Verstehen der arbeitenden Bevölkerung nicht schon gänzlich verloren zu haben.

Warum er das alles wusste?

Wei Ying gab ein missbilligendes „Tsk.“ von sich.

Wären Madam Yu und Jin ZiXuans Mutter nicht so eng miteinander befreundet, hätte es ihnen einiges an Ärger erspart, bestanden die beiden darauf, dass dieser goldene Pinsel einmal seine Jiějiě ehelichen sollte.

Allein der Gedanke ihn dann als Teil ihrer Familie sehen zu müssen, ließ ihn frustriert mit den Zähnen knirschen.

Seine Jiějiě war eindeutig zu gut für den Kerl!

Zudem konnte er dessen unbeholfenes Gestammel auch nicht mehr erhören.

Aus welchem Grund auch immer, hatte man Jin ZiXuan zum männlichen Hauptcharakter dieses Stücks ausgewählt. Was bedeutete, dass er auch den romantischen Part zu mimen hatte.

Doch war der eine einzige Peinlichkeit in dieser Hinsicht.

Wenn es um große Worte und heldenhafte Posen ging kannte sein Einsatz keine Grenzen, aber sobald er etwas Gefühl zu zeigen hatte…

Wei Ying glaubte nicht das er der einzige war, dem es langsam auf die Nerven ging, dass man ihn ständig dazu aufforderte diese eine Szene noch einmal zu wiederholen.

Hatte der Typ am Ende diese Freiheit alles aufzuhalten auch nur, weil er sonst mit seinem Daddy drohen würde?

Er wusste, dass ihre Schule solche goldenen Gänse wie Jin ZiXuan nur selten vorgesetzt bekam und sicherlich darauf Acht gab, dass dieser sich hier ausreichend wohl fühlte.

Er hörte das ergebene Raunen von Nie HuaiSang der dies, nach einem Blick in dessen Richtung, rasch hinter seinem Fächer versteckte. Und ein kleinlautes „Uhm, das…das war schon nicht schlecht, aber…“ Er wedelte nur nichtssagend mit einer Hand in der Luft herum.

Er war der Produzent dieses Stücks, hatte es sogar selbst geschrieben, aber hatte nicht den Mut auch einmal richtig Klartext zu sprechen.

Wie es halt so seine Art war.

Li Yue, Jin ZiXuans Partnerin, stand nun mit verschränkten Armen auf der Bühne, einen deutlich genervten Ausdruck auf ihrem feinen Gesicht, den sie auch direkt zu Nie HuaiSang schickte.

„Uhm…vielleicht…wenn…“ Sie warf entgeistert ihre Arme in die Luft, über seine duckmäuserische Art.

Jin ZiXuan schaute trotz allem immer noch so verdammt arrogant, als wäre es nicht seine Schuld das sie seit einer guten viertel Stunde nicht weiter in ihren Proben kamen.

„Noch…noch mal vom zweiten Absatz. “

Wei Ying rollte mit den Augen.

Wenn Nie HuaiSang dem Kerl nicht endlich mal sagte das er unfähig war, dann würde er es tun, wenn er diesem emotionslosen Gesäusel auch nur noch einmal zuhören müsste.

„Ling gū niang.“ Wei Ying schüttelte ergeben den Kopf.

Es ging darum seiner Auserwählten verdeutlichen zu wollen, was er auf sich genommen hatte, um sie wiederzusehen. All diese sehnsüchtigen Gefühle sollten hier ihren Ausdruck finden.

Dies war ihr erstes Wiedersehen nach Monaten der Trennung und Jin ZiXuan klang wie ein nasses Handtuch das zu Boden fiel.

„Ich habe diese beschwerliche Reise auf mich genommen, einzig um ihr Lächeln sehen zu können. Mein Herz…“

„OKAY! Das reicht!“ Wei Ying hatte den Text nun schon zu oft gehört. Mit aufgebrachten Schritten und einer ebenso missmutigen Mine kam er auf die Bühne und schob Jin ZiXuan kurzum zur Seite.

Dann nahm er die Hand von Li Yue, die ihn etwas überrumpelt ansah aber dennoch gewähren ließ.

„Ling gū niang.“ Sein Ausdruck nahm etwas Überschwängliches an, wurde dann aber sanft und verliebt, als er ihre Hand an seine Lippen führte. „Ich habe diese beschwerliche Reise auf mich genommen…“ wisperte er die Zeilen mit all der nötigen Tiefe die diesem Moment inne wohnen sollte und schaute ihr ohne Verlegenheit tief in die immer noch überraschten Augen.

Er trat noch ein wenig näher an sie heran, streifte ihr sanft eine Haarsträhne hinter das Ohr. „Ich bin so glücklich euch wieder zu sehen. Keinen Moment länger hätte ich es vermocht still zu sitzen, als ich erfuhr wohin man euch gebracht hat.“ Er lächelte sie hingebungsvoll an.

Dann straffte er sich, seine Rolle wieder abgelegt, und schaute Jin ZiXuan scharf an.

„Kapiert!“, zischte er ihm entgegen und stampfte wieder von der Bühne.

Es blieb ungewöhnlich still und Wei Ying schaute, ob er irgendetwas nicht mitbekommen hatte.

Jin ZiXuans Partnerin schaute etwas verloren wirkend drein, das ihm der Gedanke kam, dass es ihr wohl ziemlich unangenehm gewesen sein musste, das er ihr so mir nichts dir nichts aufgerückt war.

Er wandte sich ihr mit einem endschuldigenden Lächeln zu und verbeugte sich leicht. „Ah, Li Yue, sorry, da hab ich wohl etwas über die Stränge geschlagen.“ Sie schaute ihn an und er zwinkerte schelmisch. Sie wurde schlagartig noch einen Touch röter auf den Wangen und ihr Blick schweifte mit einem verlegen klingenden „Schon gut.“ zu ihren Füßen.

Ah, er sollte wirklich lernen, sein Temperament besser zu zügeln.

Nie HuaiSang klatschte kurz mit den Händen, um auf sich aufmerksam zu machen und Wei Ying begab sich wieder an seine Arbeit.

Es war erstaunlich, was so ein kleiner Tritt in das Ego eines Typen wie Jin ZiXuan vermochte zu bewirken, schien dieser daraufhin wie ausgewechselt.

Idiot!


***


Zu Wei Yings leichtem Verdruss, hatte man ihn schon am nächsten Tag wieder von der Theatergruppe abgezogen und ihm dem Fashion Design-Club zugeteilt, auch wenn er sich nicht wirklich ein Bild machen konnte, bei was er dort würde aushelfen können.

Doch kaum, dass er sich vorgestellt hatte, wurde er hektisch an einem Arm gepackt und zu einem anderen Zimmer den Schulflur entlanggezogen, dass er nur etwas unbeholfen hinterherstolpern konnte.

„Hier, der Ersatz!“, rief man einfach in den Raum, in welchem sich ein eifriges Hin und Her abspielte. Man schob ihn schlicht weiter hinein, auf das er sich unter den Augen der um ihn befindlichen Personen, wie das Lamm, vor einem Rudel Wölfe fühlte.

Man beschaute ihn sich eingehend und abmessend und es ließ Wei Ying sich, trotz seines sonst so schamlosen Charakters, doch etwas bloßgelegt fühlen.

„Uhm,…“, war demnach alles was er vorbrachte, als er auch schon von zwei der hier mitwirkenden Damen an den Armen gepackt wurde und sich kurzum mit dem Befehl konfrontiert sah, sein Hemd auszuziehen.

„Huh?“ Eines der Mädchen vor ihm gestikulierte zur Seite, wo er eine mobile Kleiderstange erkennen konnte die mit verschiedenen Kostümen bestückt war.

„Chen Gao, hat sich was eingefangen, das wir sein Kostüm nicht anpassen können. Er ist der Leader der Tanzgruppe des Idol-Clubs. Keine Ahnung, ob er rechtzeitig wieder fit sein wird. Aber wir wollen kein Risiko eingehen und sein Outfit dennoch fertigstellen.“ Man ging ihn gekonnt mit einem Maßband ab, verbunden mit Gemurmel, dass er nicht entziffern konnte. „Du hast ungefähr seine Statur. Das sollte klappen.“ Man verwies ihn in Richtung eines Stuhls, wo er sein Hemd und Krawatte ablegen sollte, bevor man dazu überging diverse Stoffe abzugehen und sich nicht ansatzweise um seinen perplexen Zustand zu kümmern schien.

Als er sich auch nach gut zwei Minuten nicht wirklich gerührt hatte, schenkte man ihm nicht nur einen ungeduldigen Blick, das er abwägen musste, was ihm eher zusetzen würde. Sein Hemd ausziehen oder der Frust eines gestressten Clubs der mit ausreichend spitzen Utensilien zu tun hatte.

Also straffte er sich und tat wie ihm geheißen.



Er hatte gedacht es wäre simpel.

Etwas herumstehen, Stoffe umgelegt bekommen, erneutes Vermessen hier und da. Doch je länger er einfach nur rumzustehen hatte, umso langweiliger wurde es. Er war generell auch nicht der Typ, der gerne stillstand. Aber hier konnte er nicht einmal mit den Füßen wippen, wie er es während des Unterrichtes tat, wenn er sich zu rastlos fühlte. Oder seine Hände mit etwas beschäftigen. Wie mit einem Stift, den er zwischen seinen Fingern rotieren ließ. Oder Origamihasen basteln, die er dann alle stets zuhause in einer kleinen Box verstaute.

Und weil er dennoch etwas tun musste, fing er an eine Melodie zu summen.

Es war ein Song, von einer dieser aufsteigenden Girl Groups, der derzeit im Radio rauf- und runtergespielt wurde und dieses Lied zu einem wirklich hartnäckigen Ohrwurm machten.

„Oh, das kenn ich.“, hörte er eines der Mädels sagen, die in sein Summen mit einstimmte.

In der nächsten Strophe ging Wei Ying dazu über den Text zu singen, mit all der niedlichen Quitschigkeit die diesem Song anhaftete und erntete dafür amüsiertes Kichern.

Es wurde umso besser, als jemand den Song auf einem Smartphone abspielen ließ und man in seinen Gesang ebenso einstimmte, dass am Ende fast der gesamte Raum diesen Pop Song schmetterte, verbunden mit kleineren choreografischen Tanzeinlagen welche Wei Ying entweder vorgab oder sich selbst mit einbrachte.

Es ließ seine Langeweile, wie auch den anfänglichen Stress in den Gesichtern der Mädchen geradezu verpuffen.

Auch nach ihrer kleinen Performance blieb die Stimmung, trotz des anhaltenden Zeitdrucks, oben auf und es machte Wei Ying das Herhalten als Aushilfsmodel um Welten angenehmer. Er ließ sich auch das ein oder andere zeigen, was die Arbeit mit Nadel und Faden betraf oder wie man eine dieser modernen Nähmaschinen bediente, die sogar das Sticken von eingegebenen Designs übernahm.

Seiner Meinung nach, konnte es nie schaden sich etwas Wissenswertes abzuspeichern. Wer wusste schon, ob es einem nicht doch mal nützlich sein könnte.

Am Ende hatte man ihn in die muntere Gruppe adoptiert, das der Tag schneller verging als er mitbekommen hatte und er bei seiner Verabschiedung versprechen musste, sich das Angebot, einmal für ihren Club als Model herzuhalten, wenn sie an einem Wettbewerb teilnahmen, durch den Kopf gehen zu lassen.

Was Lan Zhan wohl dazu sagen würde, ihn auf dem Laufsteg zu sehen?

Aber am Ende war dieser eh nicht für solche Dinge wie Mode zu begeistern.

Dabei wäre er ein wirklicher Hingucker, in etwas ausgefallenerer Garderobe.

Wei Ying raunte überlegend über diesen Gedanken und schüttelte dann den Kopf.

Das wäre nicht gut.

Denn dann würde dieser nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen und seine Chancen wären gleich Null, noch an ihn heranzukommen.
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