Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The Division - Vertrauen

von Tsume12
OneshotAbenteuer, Drama / P18 / Gen
OC (Own Character)
28.02.2020
28.02.2020
1
1.119
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
28.02.2020 1.119
 
Hoffe es gefällt euch. Nehme gerne Kritik und Vorschläge an :)

Sie hatten uns in die Enge getrieben. Pawel und ich pressten uns an unsere Deckung. Ich hörte die Kugeln knapp über meinen Kopf sausen. Ich biss die Zähne aufeinander und schloss die Augen. Plötzlich wurde es still. „Mist, ich hab nur noch zwei Kugeln!“ brüllte einer der Riker. Ich schaute rüber zu Pawel. Der Junge hatte Angst und lud sichtlich nervös sein Maschinengewehr durch. Dann passierte es! In seiner Aufregung fiel ihm das Gewehr aus den Händen und es rutschte in den offenen Zwischengang. „Bleib in der Deckung!“, zischte ich ihn an. Doch er hörte nicht und starrte mit großen Augen auf seine Waffe. Ich ahnte schlimmes und machte mich bereit. Sekundenbruchteile später verließ Pawel unüberlegt seine Deckung, ich sprang hervor und kauerte mich vor ihm. Ich hörte Schüsse, doch ich konzentrierte mich, legte meine Waffe an und erschoss unsere Gegner mit gezielten Kopfschüssen. Ich hielt noch inne bis die Rauchwolken aus dem Mündungsrohr verflogen waren. „Ist alles in Ordnung? Das nächste Mal hörst du bitte auf mich.“, sagte ich keuchend. Irgendwie fiel mir das Atmen schwerer. „Ich… es…“, stotterte Pawel. Mehr konnte er nicht sagen. Plötzlich hatte ich mit Schwindel zu kämpfen. Ich konnte mich nicht mehr halten und kippte hart auf den Boden. Langsam realisierte ich einen Schmerz in Schulter und Rücken. „Was hast du? Hubb? … Du… Oh Mann du blutest! Nein nein nein. Sag mir was ich tun soll!“, schrie Pawel mich mit kippender Stimme an. Ich konnte mich nicht bewegen und die Schmerzen waren ins Unerträgliche angestiegen. „Du musst… überprüfen… ob die Kugeln… noch drin sind.“ Ich musste unterbrechen. Eine Welle des Schmerzes durchkam meinem Körper und ich konnte nicht mehr reden. „Also… die Kugeln… entferne sie… reinige die Wunde… so… wie… ich es dir gezeigt habe.“ hauchte ich. „Ja aber Hubb ich kann das nicht ohne…“. Die letzten Worte hörte ich schon nicht mehr. Ich war in die tiefe Dunkelheit der Ohnmacht eingetaucht.

Langsam verschwand die Dunkelheit und ich kam wieder zu mir. Verschwommen sah ich einen tanzenden Lichtschein. Ich lag auf der linken Seite und versuchte mich zu bewegen. Meine Gliedmaßen waren schwer wie Blei. Mit großer Anstrengung hob ich den Arm. SCHMERZ! Ich stöhnte auf und entschied mich vorerst komplett ruhig legen zu bleiben. „He du bist ja wach.“, sagte eine Stimme sanft. Ich konnte wieder klarer sehen und erkannte wem die Stimme gehörte. Pawel erhob sich vom Feuer und kam auf mich zu. „Du hast mir einen ganz schönen Schreck eingejagt“, sagte er mit besorgter Stimme. „Du mir auch“, lachte ich zurück und bereute es. Bei jeder Erschütterung fuhr wieder eine Welle des Schmerzes durch meinen Körper und ich verzog das Gesicht. „Du wurdest in Schulter und Hüfte getroffen. Ich… Ich hab die Kugeln entfernt und verbunden so wie du es mir gezeigt hast.“, sagte er zögerlich. „Sehr gut, sehr..gut.“, mir zog es die Augen zu und ich fiel wieder in eine dunkle Leere.

Als ich aufwachte, war es bereits hell. Ich fühlte mich schon etwas munterer, allerdings schmerzte mir nun die Schulter, auf welcher ich die ganze Zeit lag. Langsam drehte ich mich auf den Rücken, es klappte und ich merkte das Blut in die Schulter rauschen. „Guten Morgen, Schlafmütze.“, begrüßte mich Pawel. „Guten Morgen. Wie lange war ich eigentlich weg?“, fragte ich. „Also insgesamt hast du fast einen ganzen Tag verschlafen.“, lachte er. „Aber im Ernst. Wie fühlst du dich? Die Bandagen habe ich immermal gewechselt und es sieht ganz gut aus.“ „Ich fühle mich etwas besser…“, entgegnete ich. „Komm trink erstmal was“, meinte Pawel und reichte mir eine Schüssel. „Nein, warte. Ich möchte mich hinsetzen.“ Und versuchte mich aufzurichten. Pawel half mir. Trotzdem spürte ich die Anstrengung sowie die Schmerzen. Ich saß! Mehr oder weniger, ich war so erschöpft davon, dass ich schon wieder schlafen hätte können. Ich trank ein paar Schlucke von dem kalten Wasser aus der Schüssel. Es tat gut und ich befeuchtete meine rauen Lippen. „Ist noch irgendetwas vorgefallen in der Zeit, in der ich weg war?“, fragte ich. „Nein, also keine Riker, falls du das meinst. Aber ich habe mich hier umgesehen und eine Karte gefunden. Der Schneesturm hat sich seit gestern auch gelegt, so konnte ich rausfinden wo wir sind. Schau hier…“, Pawel holte die Karte hervor. Sie hatte ihre besten Tage schon hinter sich, man konnte kaum etwas erkennen. „Hier… da sind wir vorbeigekommen, bevor uns die Rikers angriffen. Und hier sind wir gerade.“ „Station B“, murmelte ich. „Genau! Wir sind ganz in der Nähe von Station B, wenn wir dahin gelangen, können wir dich richtig behandeln“, sagte Pawel euphorisch. „Langsam, Junge. Noch bin ich keinen Schritt gelaufen. Ich weiß nicht wie und ob ich mein Bein belasten kann“, bremste ich ihn aus. „Aber du hast natürlich Recht. Station B ist ein Ziel.“. Bis zum Abend schlief ich wieder, diesmal mit wirren Träumen und ich war froh aufzuwachen. Pawel hatte wieder Feuer gemacht und setzte gerade Kaffee auf. Ich richtete mich auf, Pawel wollte mich stützen, doch diesmal schaffte ich es schon allein. Schweigend beobachteten wir, wie das wärmende schwarze Koffeingetränk mit blubbern anfing. Pawel verteilte das Heißgetränk und ich unterbrach die Stille, die nur von dem knackenden Holz im Feuer begleitet wurde. „Danke.“ „Mh?“ „Du hast das alles sehr gut gemacht, mein Junge. Wie du dich entwickelt hast, seitdem ich dich aufgenommen hab. Herangewachsen zu einem mutigen jungen Mann.“ „Ach hör schon auf Hubb. Ich hab doch gar nichts geleistet. Du wärst sogar fast gestorben, weil ich nicht fähig bin.“ „Das stimmt, ich wäre fast gestorben. Bin ich aber nicht, weil du mich behandelt hast und jetzt für uns gesorgt.“ „Hubb..“ „Schon gut. Ich hör ja schon auf mein Kleiner.“ „Du weißt, dass ich es nicht mag wenn du mich so nennst.“ „Genau deswegen.“, lachte ich auf. Pawel warf mir erst einen bösen Blick zu, doch lachten dann gemeinsam.

Unsere Vorräte gingen zur Neige und wir waren gezwungen aufzubrechen, obgleich ich dafür schon bereit war oder nicht. Gut zwei Tage Fußmarsch lagen vor uns. Die letzte Zeit verlief ruhig. Die Rikers ließen uns in Frieden und so konnte ich mich körperlich etwas vorbereiten auf unsere Reise. Die Hüfte hat sich gut erholt und ich konnte wieder besser laufen, wie weit und wie lang, wird sich noch herausstellen. Die Schulter machte mir mehr Sorgen. Die Wunde hatte sich entzündet und ich konnte den Rucksack nur einseitig tragen, was auf Dauer dem Rücken nicht guttat. Wir teilten unser Gepäck auf. Pawel musste leider die schweren Sachen tragen. Liebend gern hätte ich ihm was abgenommen, aber ich werde schon so unser Vorrankommen beeinträchtigen. Das Wetter war kalt aber klar und so brachen wir auf.

Die erste Rast. Wir schlugen unser Lager auf.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast