Harry Potter und die Auferstehung der Toten

GeschichteFamilie, Übernatürlich / P16 Slash
Draco Malfoy Harry Potter
28.02.2020
27.03.2020
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Am nächsten Morgen kam Harry trotzdem kaum aus dem Bett. Seth schlief noch immer bei ihm als er aufwachte. Draco kam gerade nach einem Klopfen in sein Zimmer, war natürlich schon fertig angezogen, und sah durchaus gepflegt aus.

„Frühstücken, ihr schlaft ja beide noch.“, seufzte Draco. „Ich kümmere mich um Seth, wir haben viel zu erledigen heute.“


Seth klebte allerdings an diesem Tag mehr an Harry. Während Draco bereits frisch und munter vormittags zu Severus und Remus unterwegs war, blieb Harry vor dem Laptop, rief bei verschiedenen Ärzten und Kliniken an, bis er auch einen Termin hatte - recht kurzfristig - und ihn Narzissa weiterreichte, die noch lange nicht davon überzeugt war.

Lucius bekam eine Eule nach der nächsten von anderen Familien herein, die wissen wollten was passiert war und ob Draco wirklich Harry Potter "gewonnen" hatte. Lucius wirkte etwas gestresst und fand es gar nicht gut, als Harry auch noch Narzissa vorschlug mit ihm kurz in die Muggelwelt zu gehen.



„Es gibt wirklich viele Muggelbücher über Krebs.“, suchte Harry in einem Buchladen nahe der Uni, der medizinischen Fakultät, Bücher über Brustkrebs. Hier fand man nicht wirklich diese Selbst-Hilfe-Bücher von Frauen, die den Brustkrebs besiegt hatten und darüber farbenfroh schrieben, sondern echte Fakten.

Narzissa saß dabei an einem Tisch, blätterte durch das erste Buch, was Harry ihm gegeben hatte und starrte auf die Röntgenbilder der Brust, verschiedene Knoten, verschiedenes Aussehen. Etwas, was ihr Heiler wohl sicher nie gezeigt hatte – auch nicht zeigen konnte.

Wie alle Heiler verabscheuten die meisten die brachialen Methoden der Muggel – aber bei Krebs gab es bislang vielleicht keine andere Möglichkeit.

Harry suchte noch zwei weitere Bücher heraus, die etwas populärwissenschaftlich wirkten und setzte sich dann mit Seth zu ihr. Narzissa las sich langsam alles durch und blätterte ebenso langsam weiter. „Warum zeigst du mir das?“, sah sie dann auf.

„Damit du verstehst, dass du wirklich eine Chance hast. Die Muggelwelt hat ein paar kluge Dinge erfunden und gefunden. Wirklich. Es ist schade, dass die Zauberer sich so verschließen. Ein wenig könnte es helfen. Ein Heiler, der Operationen macht wie Muggel wäre sicher genauer, präsziser. Vielleicht könnte er einen Zauber entwickeln, der besser ist als bei den Muggeln. Aber man geht aneinander vorbei.“

Harry sah wie Narzissa wieder auf das Buch sah, umarmte Seth kurz. „In der Richtung stehen einige Kinderbücher, such dir die Bücher raus, die du willst, ich warte mit Seth da.“, bot Harry an und ließ sie dann zurück.



Severus wollte sich angeblich etwas überlegen in den nächsten Stunden, wie Draco ihm später am Nachmittag erklärte. Narzissa scrollte dabei auf Harrys Laptop nach weiteren Informationen über Brustkrebs und hatte die Bedienung des Laptops ziemlich schnell verstanden.
Lucius schrieb immer noch genervt den vielen Eulen zurück, dass Draco und Harry erstmal keine große Feier oder das Besuchen der vielen Familien, wie es sich gehörte, auf sich nahmen, sondern es auf später verschoben.

Im Tagespropheten titelte groß der Aufmacher, dass Draco und Harry überraschenderweise sich doch unter dem Namen Malfoy vereint hatten, und nur ganz klein in einem Bild wurde die Verlobung von Blaise mit Pansy Parkinson erwähnt, die sicher sonst selbst einen größeren Platz gehabt hatten. Harry war sich nicht ganz sicher, ob ihn das freute, oder ob er mehr von Dracos zufriedenem Lächeln angesteckt wurde, der die Titelbilder gleichzeitig mit ihm ansah.

Der Klitterer sprach am nächsten Tag davon, dass Harry mit der Wilden Jagd verhandelt hatte über den Tod und man sehr gespannt war über den Inhalt des Gesprächs und Tom schrieb ihm zu Weihnachten dann, dass er ganz begeistert das Chaos über ihre Vermählung in Hogwarts verfolgte und einige aus Ravenclaw ihn wirklich wütend angingen. In Hufflepuff wurde Tom wohl gefragt, ob Harry mit dem Tod persönlich paktierte jetzt und in Gryffindor versuchten wohl einige Tom tatsächlich zu Duellen zu fordern.
Harry schrieb ihm kurz zurück, dass wenn es Probleme gäbe, er ihn immer anschreiben sollte und er dann sofort nach Hogwarts kam. Die Anfeindungen kamen ihm dann doch sehr bekannt vor.



Schwieriger war es für Harry Informationen über die drei Ratsmitglieder zu bekommen, Akira, Marta und Shiva. Alle drei hatten die Möglichkeit mit Kevin Mayfield dem Ratsverräter zusammen zu arbeiten. Aber wer? Harry vermutete eher weniger, dass es Akira war, der absolut konträr zu Mayfields Agenda war. Marta war das was die Jägerin Diana ihm etwas nahegelegt hatte, aber es könnte natürlich auch Shiva sein.

Es war schwer auf eine Lösung zu kommen und während er noch nachdachte dem Problem auf dem Grund zu kommen, musste er dann auch Narzissa und Lucius zu der Klinik begleiten, die für einen kurzfristigen Termin, schon am 27.12., Narzissa zum Gespräch bat.



Gleich zu Anfang wurde ein Röntgenbild gemacht, dann gab es eine Wartezeit, wo Narzissa still an eine Wand starrte, Lucius die Muggelzeitschriften las und Harry das ebenso handhabte.

Der Arzt bat sie etwa eine halbe Stunde später wieder herein, wo er dann die Röntgenbilder anhängte an die Lichttafel und mit einer leisen, ruhigen Stimme sehr konkret ihnen alles erklärte. Wie groß das Problem war, wie die Blutwerte waren, die noch recht gut waren für das Stadium der Krankheit, dass man schnell handeln sollte. Danach ließ der Arzt ihn einige Zeit an Bedenkzeit in dem Raum, wo Narzissa stumm auf das Bild starrte.

„75% klingt doch ganz gut.“, sprach Lucius als Erster, den Harry kurz ansah, ehe er wieder zu Narzissa sah, die nur nickte. Aus ihrem Gesicht konnte man wirklich nicht lesen, was sie dachte. Im Grunde war es ihre Entscheidung, aber wollte sie es? Manchmal war sich Harry nicht sicher, was Narzissa überhaupt wollte. Sie war ihm ganz und gar ein Rätsel.
Wobei, wenn sie bereits Krebs hatte als er vor anderthalb Jahren das erste Mal hier ankam, erklärte es vieles. Sie sah ihren Tod vor Augen und wollte eigentlich einfach noch ihre letzte Aufgabe erledigen: Ihren Sohn verheiraten. Nur dass da ein blöder Potter war und ein Enkelkind. Immerhin liebte sie Seth, vielleicht holte sie das dort nach, was sie bei Draco nie gekonnt hatte?

„Ich warte draußen.“, bot Harry an, stand dann auf und erschrak als sie sein Handgelenk festhielt und ihn wieder auf den Stuhl zog.

„Sicher nicht. Was ist deine Meinung?“

„Meine?“, sah Harry überrascht in ihre Augen und versuchte sich selbst in dieser Lage nachzuvollziehen.

„Du kannst damit viel mehr anfangen als ich.“

„Ja schon.“, gestand Harry.

„Was würdest du an meiner Stelle machen?“, fragte Narzissa ihn ernsthaft.

Harry atmete tief durch. „Nun, ich will schon leben. Du siehst es doch, was ich alles dafür tue, sogar mich ewig an Draco zu binden.“, lachte Harry kurz auf, sie lachte nicht darüber.
Harry wurde wieder ernster. „Nun, soweit ich das verstanden habe, sind die Prognosen sehr gut. Die Tränke der Heiler haben es scheinbar sogar geschafft, dass der Krebs nicht streut, aber er ist gewachsen. Eigentlich würde ich mich hier operieren lassen, einem vertrauensvollen Heiler alles anvertrauen, mit ihm gemeinsam Tränke überlegen, die dich dann beim Heilungsprozess unterstützen, im Grunde eine Mischung aus Beidem.“

Narzissa sah ihn an, wieder wirkte sie unnahbar, ehe sie ihn dann losließ und zu Lucius sah. „Was ist mit dir? Du könntest frei und…“

„Narzissa, fang nicht wieder damit an. Ich kenne meine Fehler. Wir haben beide Fehler gemacht. Als ich dich geheiratet habe, hatte ich mein Leben mir immer anders vorgestellt. Ich habe mich genug entschuldigt. Die Frage ist, ob du dir selbst vergibst. Wenn ja, dann vertraue diesen Muggeln.“

Diesmal weinte Narzissa, Harry stand dann doch lieber auf, überließ das Lucius, der sicher viel mehr mit ihr geteilt hatte als viele anderen Menschen.


Draußen sah ihn fragend der Arzt an. „Schon fertig?“

„Sie reden noch, aber ich denke, dass sie es macht.“, lächelte Harry zu dem Muggelarzt, der erleichtert wirkte.

„Sie hat wirklich sehr gute Chancen, eine außergewöhnlich gute Gesundheit. Ihre Mutter?“

„Schwiegermutter.“

Der Arzt nickte nur wieder, ehe er lächelte. „Das ist gut, dass Sie sie unterstützen.“

„Das werde ich.“



Abgehakt. Narzissa entschied sich dafür. Zwei Heiler meldeten wirklich großes Interesse an der Muggelmethode an, die sie dann die nächsten Wochen und Monate begleiten wollten und voller Innbrunst dann bereits an Tränken für danach arbeiteten. Es wäre ein neuer Schritt für die Zaubererwelt, wie sie erklärten und sicher auch für sich das alles mit großem Erfolg abschließen wollten.


Abgehakt war auch Remus, der sich mit Snape nun das schwächliche Leben teilen würde. Beide waren dem Tod entkommen, aber beide entschlossen sich lieber für das Ritual, was Harry mit Draco durchgeführt hatte. Sie teilten Kräfte, Magie – man musste nicht das Bett teilen, wie Harry genau wusste.
Remus wirkte erleichtert und verdankte Severus sicher mehr als die meisten Menschen. Beide zogen ins Cottage von Severus nach Edinburgh um. Teddy würde folgen. Und während sie so alles von ihrer Planung erzählten bei einem Nachmittagstee, fragte sich Harry aber auch schon, ob Severus noch etwas mehr erhoffte. Severus lächelte einige Male zu Remus, der so wirkte, als würde er es nie fassen können, dass das wirklich wahr wäre.

Vielleicht entschieden sich beide ja für ein Kesselkind, wenn der Trank je legal werden würde. Es gab mittlerweile einige Rufer, die den Trank nicht verboten sehen wollten, sondern – auch unter Aufsicht des Ministeriums – legal wissen wollten. Einfacher konnte man Kinder nicht bekommen. Remus zumindest tätschelte Seth öfter, sah danach immer Severus an, der sogar am Ende bemerkte, dass Seth wirklich ein braver Junge war, und er das sicher nicht von Harry hatte.



Was fehlte noch auf der Liste? Harry seufzte mitten im Januar als der Rat sich wieder treffen würde. Für das Herausfinden eines möglichen Verräters war ihm kaum Zeit geblieben. Also war das Ratstreffen eine gute Gelegenheit weiter zu kommen.

Durch die Apparation kam er ziemlich einfach an den neuen Ort, wo sie sich trafen. Heftiger Regen empfing ihn, als er am Rande des Titcaca Sees in Peru landete und nicht mal ein hastig gesprochener Schutzzauber ihm etwas trockene Kleidung bescherte. Schnell eilte er in die Hütte, wo sie sich treffen würden und schüttelte sich kurz die Nässe ab, als er hineinkam. Er grüßte lächelnd die Anwesenden und ließ sich auch von den meisten umarmen, ehe er sich mit einem Torckenzauber und einer warmen Decke gemütlich machte, gleich neben Liang, die ihr diesmal Platz gelassen hatte.

„Du siehst wieder gesünder aus.“, stellte sie fest.

„Ja, dank Marta, sie hat Draco einige Hinweise gegeben.“, lächelte Harry die ehemalige Anführerin des Rates an. Marta lächelte gutmütig. Und sie sollte gegen ihn sein?

„Aber ihr haltet euch sehr zurück?“, fragte Marta dann.

„Ja, es ist mehr eine Partnerschaft. Nichts sexuelles momentan. Es kommen dutzende Termine rein, da hast du recht. Lucius verschiebt momentan alles, mir geht es auch noch nicht so gut.“, versuchte er sich schwächer darzustellen als er war.

„Ist es denn wahr? Die Wilde Jagd konntest du sehen? Sogar mit ihr sprechen?“, fragte Shiva neugierig, der auch noch in Frage kam für etwas Verrat.

Harry grinste ihn an. „Das willst du gerne wissen, hm?“

„Was haben sie gesagt?“

„Dass ich bald mit ihnen reiten darf, nett, oder? Sie machten mir etwas Druck… vielleicht hilft es nicht langfristig – das mit Draco.“, erzählte er im Grunde nichts. Akira starrte ihn von der anderen Seite an. Der Blick schien so etwas wie „Lügner“ zu sagen, was Harry etwas verstörte. Log er so schlecht?
Harry zog die Decken nochmal fester. „Also, wie viele Anfragen gibt es denn diesmal?“


In der Mittagspause ging Harry trotz tosenden Regens raus – diesmal aber anständig gesichert. Es sah fantastisch aus, wie auf dem See die Tropfen einschlugen und alles mit frischem Wasser füllten. Die Luft war dünn, schwer zu atmen, aber es war doch wirklich erholsam jetzt gerade genau hier zu sein.

Er war nicht ganz so überrascht als er sah wie Akira nicht nur an ihm vorbeiging, sondern nach einem Schritt an ihm vorbei, stehen blieb und er ihn fragen hörte. „Was hast du herausgefunden?“

Harry wartete lange, überlegte was er sagen sollte. „Ich denke, dass vielleicht Marta den alten Rat Stück für Stück getötet hatte. Sie hat mich nicht als Feind gesehen, mehr als Ablenkung. Sie arbeitet mit Mayfield zusammen.“

„Will ich wissen, wie du das herausbekommen hast, wofür ich Jahre brauchte, um es zu sehen?“

„Eine Begleiterin der Wilden Jagd meinte, dass ich aufpassen sollte, dass ich als Verheirateter nicht völlig die Zeit vergesse. Immerhin hat man es geschafft, dass ich keine Zeit mehr für die Geister dann habe.“

„Die Wilde Jagd holte sich die Rauhnächte mehr Opfer als je zuvor. Mehr Tote - wieso sagt die Wilde Jagd dir so etwas?“, hörte er die Stimme leise.

„Sie redeten davon, dass Ragnarök kommen würde, wenn ich das nicht aufhalte. Sie finden das wohl nicht so schlimm, aber hatten auch Spaß an der Wilden Jagd und Menschen… es wirkte merkwürdig. Vielleicht mochten sie ein paar Menschen.“

Akira drehte sich nun zu ihm. „Was willst du tun?“

„Beweise sammeln, die Ursache finden, auch wenn die ganze Welt gegen mich ist.“

„Sag wenn du was brauchst.“, ging Akira wieder zurück und Harry blieb noch etwas stehen, ehe er kehrt machte und sich wieder unter die Decken kuschelte. Alles war schön warm und bequem, bevor die nächsten Fragen im Rat auf dem Plan standen.




„Immernoch lila Haare.“, begrüßte Matt ihn einige Tage später im Februar. Die Tage waren noch immer kalt, in England einer der schlimmsten Winter überhaupt, wie die Wettervorhersager einheitlich beschworen. Unmengen an Niederschlägen, Frost, Tote durch Erfrierungen und manch einer berichtete von einer Armee aus Geistern, die vor den Häusern der Sterbenden standen. Zumindest laut Muggel-Klatschzeitungen, die den Untergang herbei beschworen. Ein wenig sorgte es Harry schon, dass ausgerechnet die Klatsch-Zeitschriften der Wahrheit wirklich nahe kamen.

Harry lächelte mit seinen lila Haaren kurz zu Matt, der ihn abholte und zu dem gesicherten Bereich ging. Die Empfangsdamen vorne wirkten etwas verwirrt, wie man jemanden wie ihn, mit lila Haaren überhaupt empfing.

„Es ist mittlerweile ein Statement, und irgendwie wächst die Farbe nur an wenigen Stellen raus.“, folgte Harry Matt in den Fahrstuhl.

„Statement? Du hast dich immer unsichtbar gemacht.“, lachte Matt.

„Ja, nun, mittlerweile habe ich mir Selbstbewusstsein… erkämpft. Erkämpfen ist sicher auch der Beste Ausdruck dafür.“, stellte Harry fest.

„Und was gibt es sonst Neues?“, fragte Matt.

„Ich habe Draco geheiratet.“, seufzte Harry und sah wie Matt die Augen aufriss.

„Den Blondhaarigen? Wirklich? Warum?“

„Sieh es als Lebensschuld, er rettete mir das Leben, ich gab ihm dafür meins. Mach es nicht so romantisch. Bei Zauberern ist es sehr viel einfacher. Nicht so viel Liebe und Herzschmerz.“ Oh doch, verdammt viel Herzschmerz und Liebe. Nur dass man es sich nicht eingestand. Draco, der nie zu sich stand. Blaise und Parkinson. Ron und Hermine hatten auch Jahre gebraucht! Severus und Remus, die öffentlich nichts sagten – und nun seit kurzem auch Lucius und Narzissa, der gestern Narzissa nach Hause begleitet hatte, ihr alle Wünsche von den Augen abgelesen hatte und sich um sie kümmerte.
Ein Fehler, der alles zerstörte. So wie bei ihm und Draco – nur waren es bei ihnen dutzende Fehler gewesen, die Draco gemacht hatte. Nun, vielleicht nicht Dutzende, aber einige. Aber sollte er auch so hart wie Narzissa sein? Warum machte er sich überhaupt ausgerechnet jetzt Gedanken?

Heute war ein wichtiger Tag.
Er wollte Scotland Yard etwas wirklich Wichtiges vorschlagen. Und als er eine Viertelstunde später dann auch noch die Rechercheergebnisse von allen hörte, die alle Theorien von ihm bestätigten, musste er es vorschlagen.


Es war so absurd da zu sitzen. Er sah die Fotos von Marta Louis, die als Louisa Sinclair den Zauberer Kevin Mayfield, der sich aber jetzt Kevin Sinclair, Besitzer von KS ltd., die wiederum eine Tochterfirma LS ltd. hatte, die wiederum eine Limited Gesellschaft namens KM hatte, die sich auf den Ankauf von Immobilien im Bereich Charing Cross Road seit über 15 Jahren spezialisiert hatte.

Zuerst hatte die Limited einzelne Muggelhäuser gekauft, die man ihm auf der Karte aufgemalt hatte. Harry dachte seit langem wieder an eine alte Aussage Dracos über die idiotischen Zauberer, die ihre Tränke in Abgüsse warfen, den Müll bei den Muggeln hinterließen und keine Ahnung hatten, was sie damit anstellten.

Genau so war Kevin Mayfield vorgegangen:
Zuerst gab es die Firma KM limited. Sie hatte vor 15 Jahren angefangen Häuser zu kaufen, wenige.
Kevin Sinclair war durch Wetten reich geworden und wohl sicher war das manipuliert gewesen. Danach kaufte er durch seine Immobilienprofite mehr und mehr Immobilien.
Seine Tochter hieß Mandy Sinclair, war allerdings wohl von einer anderen Frau als der Jetzigen, die seit sechs Jahren verheiratet waren.

Aber zuerst hatte Marta Louis noch nichts getan. War sie überhaupt anfangs involviert gewesen? Sie musste ihn erst später unterstützt haben. Ob aus Liebe oder wegen den gleichen Zielen war dabei irrelevant, aber Kevin Mayfield/Sinclair hatte Zauberersachen aus der Kanalisation gefischt. Häuser, die alle um die Schanke zur Winkelgasse „Der Tropfende Kessel“ lagen. Mal in der Nähe, mal weiter entfernt. Und ein Haus in direkter Nähe der Schanke war so alt, laut Recherchen, dass es tiefe Bunker hatte.

Auch wurden bei den Abwasserreinigungen an der Stelle die Arbeiter befragt, die sich merkwürdigerweise an nichts erinnern konnten – immer nur da, an dieser Stelle. Bei Scotland Yard war man ganz entsetzt und aufgeregt darüber, traute sich aber nicht dort einzugreifen, damit die Schuldigen nicht noch mehr herausfinden konnten, was wirklich sehr klug war.
Ein Legillimens-Zauber und man wusste alles von ihm.

Aber es ging noch weiter. Mandy Sinclair kaufte als Hexe ganz legal seit Jahren nun auch Häuser in der Zaubererwelt – wieder alle im Umkreis der Winkelgasse, was Harry wusste, die etwas Entfernteren bekam meist das Ministerium. Inwieweit das Ministerium verstrickt war musste Harry noch herausfinden, insbesondere bei einem Besuch bei Kingsley Shaklebolt, aber eins war klar:

„Ich vermute dann, dass hier eine Art Hybrid zwischen Zauber und Maschine steht.“, ging er auf die Straßenkarte zu, wies auf das Haus neben der Kneipe der Zauberer, sah auf den Bauplan. „Vielleicht im Untergeschoss mit Zugang zur Kanalisation. Sie könnten dort durchgebrochen sein. Wer weiß das schon… Man müsste hier den Strom einmal abschalten und sehen was passiert, nur hier – nur lokal.“, überlegte Harry.

Oscar Brown, der Anführer von der Truppe mischte sich jetzt ein. „Langsam, was genau siehst du, was wir nicht sehen?“

„Richtig.“, fiel Harry ein und wies auf das Foto an der Pinnwand von Marta Louis. „Das ist nicht Louisa Sinclair. Das ist Marta Louis, vor kurzem noch Anführerin des Magischen Rates, bei dem Stück für Stück alle Mitglieder starben – in wirklich kurzer Zeit. Sie sorgte in den letzten Jahren sicher für einige Ablenkungen bei uns in der Zaubererwelt.
Das Einzige was für mich noch offen bleibt ist die Frage: Warum?“, sah er nun zu den Anderen. „Was erhofft man sich damit die Tore für die Toten zu verschließen?“, sah er zu den Muggeln von denen die meisten an einen Gott glaubten. Einen Gott, den die Wilde Jagd als Dämon verspottete und auslachte. Wenn sie das wüssten, wäre man sicher empört über seine Aussage. Konnten Muggel ihm überhaupt bei der Fragestellung helfen?

Einer meldete sich, der ein nettes Namensschild an seiner Brust trug und sehr verunsichert wirkte. „Mustapha, ja?“, sah Harry zu ihm.

„Geht es euch Zauberern nicht wie uns Menschen? Fürchten wir uns nicht alle vor dem Tod und dem Danach? Wir sehen die Geister und überall fragen sich die Menschen, ob wir Kontakt aufnehmen können, ob wir mit ihnen reden können, weil wir wissen wollen wie es danach ist. Wisst ihr das etwa?“

Harry starrte ihn an. Sicher das war ein Argument. „Wir wissen es nicht, wir haben nur Vermutungen – und vielleicht weiß ich einiges mehr als die meisten Zauberer…“, dachte Harry an die Wilde Jagd.

„Ach ja? Warum?“, sah Matt zu ihm und wirkte neugierig.

„Ich wurde beinahe vom Tod gefangen, gejagt... und weil ich mich erfolgreich gegen den Tod gewehrt habe – als Beute - schlug man mir vor, dass ich doch jährlich - nach meinem Ableben - mich der Wilden Jagd anschließen könnte.“, natürlich verstand niemand etwas davon wovon er redete, so wie man ihn anstarrte. „Außerdem ist da eine Art Anfangsort, wo die meisten Gedanken der Menschen und Muggel hinkommen, hier in London – und hier wurde er verschlossen. Das nur um den Tod zu besiegen? Zu verstehen? Warum?“

„Würdest du nicht alles tun, um ewig zu leben?“, fragte Matt ihn und langsam verstand Harry. Seit Urzeiten war das Ewige Leben das, was man begehrte. Der Stein der Weisen, Flamell und Dumbledore, die darum wussten. Viele andere Alchemisten, die danach suchten und irgendwas fanden. Aber auch Muggelkönige, die auf der Suche nach Ewigem Leben alles in Gang setzten und dafür ihre eigenen Untertanen töteten. Alles das hatte es schon gegeben.

Ewiges Leben.
Es war verlockend, wenn man Angst hatte vor dem Tod. Und das verstand er. Denn er hatte auch Angst vor dem Tod. Er wollte nicht sterben – nicht jetzt. Dafür hatte er sich an Draco gebunden. Aus Angst vor dem Tod. So banal.

Sie sahen nur nicht die Konsequenzen. Ob es half, wenn er Marta es erklärte? Überhaupt jemanden? Dass sie die Welten der Lebenden und der Toten überlappen würden und irgendwann das Ende der Welt selbst einläuteten? Wahrscheinlich brachte man ihn eher um, nachdem man über so viele Leichen gegangen war, als ihm zu helfen.

Harry nickte daher nur. „Dann hast du wohl Recht Mustapha. Ziel ist es… den Tod zu besiegen. Aber damit locken sie nur das Ende der Welt an. In fünf oder sechs Jahren ist es vorbei mit unserer Welt, wenn wir nichts unternehmen.“, sah er in die Runde, die geschockt schien.

„Und woher wissen Sie das?“, hörte er Brown und starrte ihn an.

„Odin sagte es mir. Er freut sich auf Ragnarök.“

Nun, die heutigen Muggel glaubten wohl nicht mehr an die alten Geschichten. Einige lachten, andere wirkten ungläubig. „Sechs Jahre.“, erklang es stattdessen von Brown, der wohl noch am kompetentesten an die Sache heran ging.

„Die Winter werden die nächsten drei Jahre länger, dann kommen drei Jahre in denen es eiskalt wird und kein Sommer mehr kommt, dann beginnt Ragnarök.“, draußen hagelte es wie zur Zustimmung und lautes Donnergrollen folgte dem prasselnden Hagel danach. Es unterstrich seine Erklärung, der Raum wurde dunkler, weil draußen schwarze Wolken hingen und der Hagel jegliches Wort verschluckte, was danach gesprochen wurde.

Man machte etwas Pause daher und Harry sah dann eine halbe Stunde später zu den neuen Arbeitsaufträgen, die man zusammenstellte, bis man zu ihm kam und fragte, was er nun vorhatte.

„Die Kobolde nochmal befragen, den Zaubereiminister vorsichtig aushorchen und durch den Schleier in die Totenwelt, vielleicht in meiner Welt Verbündete suchen.“



„Du siehst erschöpft aus, Harry.“, bemerkte Draco am späten Nachmittag als Harry gerade die neusten Erkenntnisse an seiner Wand im Zimmer anheftete und desillusioniert auf das Chaos starrte. Draco setzte sich auf Harrys Schreibtisch, starrte auf die Wand. „Was wohl einen Grund hat… was machst du jetzt?“

„Vorsichtig antasten.“

„Willst du in die Kanalisation?“

„Früher oder später muss ich das Haus betreten.“

„Es hat sicher unzählige Schutz- und Tarnzauber, das wird nichts nützen.“, gab Draco zu bedenken und Harry seufzte tief, sank mit der Stirn auf den Tisch, ehe er hörte wie Draco vom Tisch glitt, spürte dann dessen Hände im Nacken, die ihn massierten, spürte die Küsse im Nacken vorsichtig und hörte dann Draco an seinem rechten Ohr. „Brauchst du etwas Ablenkung?“

Eine gute Frage war das. Sicher brauchte er Ablenkung, aber wirklich durch Küsse an seinem Hals, die warm und fest sich in seine Haut brannten? Waren das Küsse oder schon Bisse? Es war auch wirklich nicht so schlimm, dass Draco seinen Drehstuhl herumzog, sich auf seinen Schoß setzte und ihn nun richtig küsste.

Die Zunge Dracos umschmeichelte ihn sofort, ging tiefer und kitzelte seine Zunge. Dracos Hände hielten auch noch Harrys Gesicht fest, der so – wenn er darüber nachdachte – im Grunde gar keine Möglichkeit hatte sich zu wehren. Sicher musste er den Kuss auch nicht erwidern, was er zugegebenermaßen allerdings tat, und Draco dabei fest umarmte.
Ablenkung war sicher gut, und während er Dracos Robe höher zog und dabei den Kuss erwiderte, war er sich nicht so ganz sicher wie weit die Ablenkung gehen sollte.

Ganz und gar nicht hatte er damit gerechnet, als Draco ihn plötzlich wirklich tief und fest küsste, sich etwas erhob von seinem Schoß und Harry stöhnend überrascht erst Dracos Hände fühlte, die seine Erektion umfassten, bevor er dann Dracos Enge spürte, die sich über ihn drückte. Harry riss überrascht die Augen auf, sah wie Draco mit geschlossenen Augen sich auf ihn herunterließ, dabei zufrieden stöhnte und Harry etwas zitternd beruhigend über Dracos Rücken strich.

„Das tut doch weh, Draco.“, küsste er kurz dessen Lippen, sah dann wie sich die Augen öffneten und die grauen Augen ihn fixierten.

„Erstaunlicherweise ja, du bist größer als Blaise.“

„Musst du jetzt von Blaise reden?“, sah Harry düster zu Draco, der ihn angrinste.

„Hat sich heute bei mir auf der Arbeit entschuldigt, dutzende Male, er wollte ein letztes Mal Sex… ganz intim… wie ich ihm fehle.“, drückte sich Draco immer tiefer und stöhnte dann beinahe zufrieden auf. „Ich sagte ihm, dass es einen Grund hatte, warum ich immer die Augen geschlossen hatte, wenn ich mit ihm Sex hatte. Anfangs, weil ich nicht sehen wollte in seinen Augen, was er dachte, wenn er das mit mir tat. Später, weil ich mir vorstellte, dass du es bist. Aber ich denke, dass du sicher einige Male mehr Spaß machst als Blaise.“

Harry stöhnte leise als Draco sich auf ihm etwas ruckelnd bewegte. Er war hart, ja, er wollte mit Draco jetzt Sex haben. Blaise hin oder her, dass er ihn wieder fragte! Draco wollte wissen wie es war, wenn er mit ihm Sex hatte? Nun das konnte er haben.
Harry küsste Draco fest.

„Ich hatte seit langem keinen richtigen Sex mehr. Du wirst es bereuen, dass du mich ablenken wolltest… oder dich.“, zog Harry Draco tiefer auf sich, der kurz sogar aufschrie, den Kopf in den Nacken lehnte und stöhnend Harry wieder ansah. Die Augen funkelten ihn gierig an. „Mehr.“ Und das war etwas, was Harry gerne erfüllte.



Dumpf lag Harry tatsächlich zwei Stunden später mit Draco im Bett, der neben ihm lag, noch etwas hektisch atmete vom letzten Orgasmus, aber ihn wirklich nackt und lächelnd ansah. Draco kicherte sogar als Harry ihn noch einmal auf den Hals küsste. „Hör auf… ich bin da empfindlich. Du bist gut, weißt du?“

„Du sagtest mal was Anderes.“

„Ja, wenn du unten liegst, du bist dann so passiv, leidenschaftslos…“, seufzte Draco. „Meist, nicht immer. Immer wolltest du gefickt werden, immer…“

„Weil ich dir vertraut habe, weil ich mich wohl gefühlt habe, weil es die einzige Zeit war, wo ich nicht alles kontrollieren musste.“, gestand Harry.

„Wir können uns ja abwechseln.“, schlug Draco leichthin vor, der eine lila Strähne von Harry einfing und um den Finger wickelte.

Das war wirklich mal ein sinnvoller Vorschlag, wie Harry fand.



In den nächsten Tagen testeten sie es aus, sehr ausführlich. Harry fand es fantastisch mal Draco schreiend und wimmernd unter sich zu haben, der danach immer gerne kuschelte – und genauso liebte er es, wenn Draco ihn aufs Bett drückte und ihn jegliche Möglichkeit nahm sich aktiv zu beteiligen am Sex. Und Draco gefiel es auch, wie Harry irgendwann hörte als Draco gerade wieder seine Handgelenke losließ und Harry schwer atmend stöhnend noch ins Kissen unter sich biss und die Hände nun zitternd zu sich zog. Draco zog sich aus ihm heraus und lag dann zufrieden neben ihm, grinste ihn an und zog Harrys Kopf an den Haaren zu einem Kuss. „Weißt du, ich habe mich geirrt Harry.“

„Ah ja?“, verschluckte sich Harry fast an seiner Zunge, ließ sich zitternd in Dracos Arme ziehen, der ihn beinahe grob streichelte, die Decke dann über sie zog und erstmal nichts sagte, bevor Harry dann hörte.
„Ich genieße es unglaublich dich so passiv unter mir zu haben. Ich frage mich warum, vielleicht weil du damals nur ein Spielball warst und schwach? Ich habe es damals in Hogwarts auch genossen als ich dir dein Sperma rausgezogen habe. Held der Zaubererwelt hilflos in meinen Armen – und jetzt wieder… Harry, Mitglied im Magischen Rat, Aufdecker einer großen Verschwörung, baldiges Mitglied der Wilden Jagd. Und dann hiflos unter mir. Das ist was ganz anderes, je nach Status von dir.“

„Du stehst auf Status?“, versuchte Harry seine wirren Gedanken einzufangen, hörte dann Dracos „Ja“ und schloss nur kopfschüttelnd die Augen. „Von mir aus.“, genoss er lieber die Wärme zwischen ihnen. Es gab wirklich nichts Bessers!



Es war eine echte Wohltat zwischen all dem Chaos in der Welt. Im Grunde begann es damit, dass er noch immer durch den Schleier wollte. Allerdings sollte es niemand sonst wissen im Ministerium, was also dann einen Einbruch zur Folge haben würde. Vorher musste er noch Versuchstiere kaufen. Luicus war mit Narzissa beschäftigt, so dass er daher Draco in seinen Plan mit einbezog. Thestralhaarseile waren schwierig zu besorgen, aber möglich, wenn man wie Lucius bestimmte Händler kannte.

Irgendwelche armen Tiere aus einem Tiergeschäft zu holen war Harrys Aufgabe dann, der nach langem Zögern sich für zwei Katzen entschied. Eine als Versuch, die zweite für den Notfall.


Auch im Magischen Rat sagte er nichts von seinem Vorhaben, sondern landete nachts mit Draco dann in der Mysteriumsabteilung, samt Unsichtbarkeitsumhang, dem Stein der Auferstehung und seinem Elderstab. Draco suchte mit ihm nach einer Stelle um das Seil zu verankern, band dann die erste Katze um das Seil herum, den Stein der Auferstehung, sah zu den wispernden Vorhängen und warf die Katze dann durch den Vorhang, die laut miauend aufschrie. Katzen hatten immer einen Sinn für Gefahr. Warum genau wollte er nochmal durch den Vorhang?

Harry biss sich auf die Lippen, sah zu Draco, der wohl einige Sekunden wartete, bevor er dann das Seil wieder zog und Harry kurz aufschrak als er die Katze ohne Kopf anstarrte. Ihr Körper war da, aber der Kopf wirklich perfekt abgesäbelt. Großartig.

Harry sah zu Draco, der unsicher die Katze mit der nächsten austauschte. „Du willst da wirklich rein?“

„Du musst mich nur rausziehen, wenn ich daran ziehe, spätestens nach fünf Minuten?“ Draco nickte, warf das nächste schreiende Kätzchen hinein, zog es dann wieder heraus, und diesmal hatte es den Kopf noch dran. Es wirkte allerdings etwas verstört, als Draco es wieder in einen Käfig sperrte, wo es zitternd zurückblieb und Harry seufzend das Seil um die Hüften legte, den Tarnumhang überlegte, den Elderstab bereit hielt für einen Schild-Zauber und den Stein der Auferstehung fest in seiner anderen Hand hielt.

Kein Abschiedskuss, einfach nur ein Sprung mit dem Wissen, dass es gut gehen würde. Er sprach trotzdem sofort einen Schild-Zauber sobald er durch den Schleier sprang und riss die Augen auf als er das Schwert kurz vor seiner Stirn durch den Zauber gestoppt sah.

„Hmpf…“, schnaubte der Mann vor ihn düster, bevor er das Schwert zurück riss und Harry auf die schulterlangen Haare des Mannes starrte, der eine wirklich prunkvolle Rüstung trug, selbst eine Krone.

„Harry!“, eilte auch schon Sirius an diesem vorbei, umarmte Harry dann fest, auch wenn Harry mit dem Unsichtbarkeitsmantel eher körperlos war und Sirius freudig dann ansah.

„Ich habe fünf Minuten!“, versuchte Harry die Freude zu unterdrücken.

„Fünf? Ja, wo fange ich an, in kurz… Der Zugang zu den anderen Welten ist versperrt. Ich arbeite hier, weil ich mit dem Zauberstab hier durchgefallen bin. Artus hier…“, wies Sirius auf den Mann, der sein Schwert säuberte, wo der Name „Excalibur“ drauffunkelte und Harry sich sicher war, dass der Mann mit purer Absicht ihm den Namen so präsentierte „… fand es sehr amüsant, weil ich mich in einen Hund verwandeln konnte, bevor mir der Kopf abgeschlagen wurde, wie allen vor mir.“

„Tja…“, sah Harry zu „Artus“. „Das ist ja nett von ihm.“ Erklärte aber gar nichts.

„Also helfe ich ihm ein wenig Ordnung zu halten. Als Artus damals schwer verletzt war und im Sterben lag, überantwortete Merlin Artus der „See“. Das Seelenmeer. Er war etwas gelangweilt und hat es modernisiert. Früher gab es nicht so viele Tote, mittlerweile natürlich viel mehr. Zum Glück hat das Artus mittlerweile verbessert.“ Harry nickte anerkennd zu dem Sagenkönig, der sich dadurch wohl etwas geschmeichelt fühlte. Alles interessant, aber nicht zielführend.

„Ja, ich weiß, tolle Prophezeiung, dass er wiederkommt, wenn England ihn am meisten braucht – und ja das stimmt schon. Du hast ja Hel getroffen und so bei der Wilden Jagd, sie sagten schon, dass du bei ihnen dann bald mitmachst, wenn du tot bist. Das wird sicher nett…“ Harry nickte wieder zu Sirius. Hel saß sicher auf einem der Pferde der Wilden Jagd. „Nun, wenn Artus aus dem Schleier tritt, dann kämpft er mit bei Ragnarök. Eigentlich ist es dann zu spät. Und natürlich ist der Job hier nicht so toll… aber das Chaos da draußen will niemand.“, erklärte Sirius schnell weiter.

Harry sah durch eine Art Fenster, wo Sirius ihm den Bahnhof seiner Erinnerungen zeigte und Geister schreiend und schlagend über- und untereinander lagen. Sie wollten weg und irgendwas Dunkles versperrte den Ausgang. Sicher ein Horror für Menschen so eingepfercht zu existieren. Und dabei Geister zu sein, machte es bestimmt auch nicht netter.

„Aber ich halte mich auf mit der Geschichte Arturs. Er ist fantastisch.“ Artus schien wirklich kurz rot zu werden bei der blassen Haut. Harry sah dies kurz zögerlich an, bevor er sich wieder Sirius widmete. „Also, Merlin hat Artus in diese Zwischenwelt gebannt. Und wenn die Schleier immer dünner werden kommt er rüber und Ragnarök startet auf jeden Fall. Irgendwas verstopft den Eingang und die Wilde Jagd ist ab und an hier zu Besuch, und jetzt bitte, was weißt du über das Tor?“

„Richtig! Es wurde in der Muggelwelt gebaut. Ein Ingenieur, Kevin Sinclair ist hier bei mir gelandet. Er wurde ermordet, und das – halt dich fest von Marta Louis vor fast 9 Jahren, er war einer der Ersten der hier strandete.“ Okay, das war ein wertvolles Puzzleteil. „Die Maschine steht in der Nähe des Tropfenden Kessels, am Besten kommt man über die Kanalisation herein. Die Codenummer lautet: 12345. Wenn man sie nicht geändert hat. Und dann noch Miranda Mayfield, sie wurde ebenfalls von Marta getötet, der Vorsitzenden des Magischen Rats. Sie erzählt, dass Kingsley Shaklebolt in einer Art Venusfalle lebt. Er tut alles für die Frau. Alles.
Es geht nur um Eins. Den Tod zu überlisten. Sie sehen gar nicht, dass sie den Tod aller Menschen dadurch in Kauf nehmen – und am Ende selbst sterben.“, berichtete Sirius dann.

Es war schwer das alles zu beweisen, aber da gab es noch etwas. „Was ist mit der Geldentwertung? Sagte irgendjemand…“

„Miranda Mayfield, ja, sie wollen einen magischen Kreis erschaffen um den Tropfenden Kessel. Sie brauchen bestimmte Häuser, niemand verkauft Häuser in der Winkelgasse, außer… man braucht das Geld. Wenn sie diesen magischen Kreis erschaffen haben, einen Beschwörungskreis, dann wollen sie die Toten Geister opfern um damit ewiges Leben zu erhalten, aber in Wirklichkeit werden sie dann den Schleier schneller zerreißen als sie glauben. Dann wird der Fimbulwinter starten. Die Zeit wird knapp, Harry, wenn der Fimbulwinter startet wird Ragnarök nichts mehr aufhalten.“

Harry nickte. Beschwörungskreis. Toll. So ein Mist! Immer mehr Probleme stellten sich da ein. Sirius umarmte ihn wieder fest. „Du bist großartig Harry, du wirst es schaffen. Wir sehen uns auf jeden Fall im Jenseits. So oder so.“

„Ja. Danke. Ich denke, dass mir das viel geholfen hat. Danke Sirius, danke Artus.“, sah er zu dem stummen König, der Sagengestalt aus alten Geschichten, wie so vieles was er in den letzten Monaten erlebt hatte, bevor er an dem Seil zog, spürte wie Draco ihn herauszog und er mehr als froh war, dass Draco ihn sofort umarmte, küsste und erstmal keine Fragen stellte.


Es hatte weniger Probleme gemacht durch den Schleier zu kommen, als er geahnt hatte. Informationen, die alles beinahe aufklärten. Sirius zu verlassen schmerzte diesmal weniger als er je gedacht hatte und Sirius wirkte dort auch zufrieden - genau da wo er war.
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