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Die Rache der Jägerin

von Deira
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst / P18 / Gen
28.02.2020
02.03.2020
3
4.637
4
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
28.02.2020 1.822
 
Zuerst zum rechtlichen. Das Buffy-Universum wurde nicht von mir erschaffen. Ich hatte nichts damit zu tun. Mir gehören weder Buffy noch Angel oder irgend eine andere Person aus der Serie. Das alles gehört Joss Whedon und anderen Machern der Serie. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Ich schreibe sie zur Unterhaltung von anderen Fans und zu meinem eigenen Vergnügen.

Diese Geschichte wird wahrscheinlich zwei oder drei Kapitel haben.




Kapitel 1


Irgendwo im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation

im Jahre des Herrn 1604


Anna band das Bündel, in dem sich ihre Holzpflöcke befanden, auf dem Rücken des Pferdes fest, während ihr Wächter, Hans, den Zügel festhielt.
„Du weißt, was du zu tun hast?“, fragte er und Anna nickte. „Ja, ich weiß es. Und es ist eine Gelegenheit, Elisabeths Schwert auszuprobieren.“

Hans nickte seufzend. „Ich bin von den Fähigkeiten deiner Schwester durchaus überzeugt, was einige Zauber angeht. Aber ich mache mir dennoch Sorgen. Was, wenn sich während des Kampfes herausstellt, dass es nicht funktioniert?“

Eine zierliche junge Frau mit langen blonden Locken trat aus dem kleinen Haus heraus, vor dem sich die Jägerin gemeinsam mit ihrem Wächter für den bevorstehenden Kampf letzte Vorbereitungen traf.

„Es wird funktionieren,“ sagte das Mädchen schüchtern und Anna drückte ihre Hand.

„Natürlich, Elisabeth, da habe ich gar keinen Zweifel. Es war eine sehr gute Idee, diese Klinge mit einem Zauber zu belegen, der es erlaubt, damit Vampire wie mit einem Holzpflock zu pfählen und ihnen zumindest Verletzungen zuzufügen, die die gleiche Auswirkung wie bei einem Menschen haben.“
Elisabeth erwiderte den Händedruck. „Das ist das mindeste, was ich für meine große Schwester tun kann. Wo ich schon mit Großmutter Fluch bestraft wurde.“

Letzteres sagte sie mit trauriger Stimme und Anna legte kurz einen Arm um die Schultern ihrer ein Jahr jüngeren Schwester.
„Das ist kein Fluch. Sie besaß diese magischen Fähigkeiten und hat Gutes damit getan. Sie hat Menschen geheilt und ihnen geholfen. Und du hast es von ihr geerbt und hilfst jetzt mir.“

Elisabeth blickte die Schwester zweifelnd an. Anna wusste, dass die Jüngere auf der einen Seite so hilfsbereit war wie die vor Jahren verstorbene Großmutter und dass sie durch die Zauberbücher des Wächters ihr magisches Wissen und ihre Fähigkeiten sogar erweitert hatte.

Aber auf der anderen Seite war sie ein sehr gläubiger Mensch. Und hieß es nicht in den Predigten regelmäßig, dass Zauberei Teufelswerk sei?

Dass es Dämonen, Vampire und andere schreckliche, wahrscheinlich aus der Hölle stammenden Wesen tatsächlich gab, wusste Elisabeth spätestens, seitdem ihre Schwester zur Jägerin geworden war. Sie war auch die einzige in der Familie, die davon wusste.

Dies war vor vier Jahren geschehen, Anna war gerade sechzehn Jahre alt gewesen. Hans, der eigentlich als Schmied arbeitete, hatte sich als Wächter zu erkennen gegeben. Zumindest hatte sich sein anderer Beruf als nützlich erwiesen, wenn es darin ging, Waffen für seine Jägerin zu schmieden.

Das galt auch für das Kurzschwert, dass Elisabeth mit einem Zauber belegt hatte.

„Ich werde bald aufbrechen,“ sagte Anna und blickte nachdenklich auf das Schwert, ehe sie es in eine Lederscheide, die an ihrem Gürtel befestigt war, steckte.

Sie trug einen langen Mantel über ihrer Kleidung, der die Waffe und auch die Tatsache, dass sie Männerkleidung trug, zumindest auf den ersten Blick verdeckte.

Auch wenn die Menschen mit ihren Krankheiten und Verletzungen zu Elisabeth gingen, war die Familie im Dorf, das nicht weit entfernt von der nächsten größeren Stadt lag, nicht besonders gut angesehen.

Die Mutter der Schwestern, Margaretha, wurde misstrauisch beäugt, da sie seit Jahren verwitwet war. Die Hebamme hatte ihre Töchter alleine großgezogen und dann ihr drittes Kind unehelich zur Welt gebracht.
Ihre jüngste Tochter Johanna war nun bereits vierzehn Jahre alt und wurde von ihren Schwestern heiß und innig geliebt.

Bei Johannas Vater handelte es sich um einen Bauer aus der Nachbarschaft, der aber niemals zu seiner Vaterschaft gestanden oder Interesse an der Tochter gezeigt hatte.

Aber auch wenn Elisabeth den Kranken half und Margaretha den Neugeborenen des Ortes auf die Welt half und sich um die Leiden der Frauen kümmerte, war das Leben nicht einfach. Die Familie wurde misstrauisch beäugt und auch dass die Älteste manchmal für einige Tage das Dorf verließ trug nicht dazu bei, dem Misstrauen entgegenzuwirken.

„Es ist gut, dass du diese Vampire bekämpfst. Sie bedrohen unser Dorf, die Menschen brauchen dich,“ sagte Elisabeth nun und umarmte ihre Schwester. „Bitte komm gesund zurück,“ bat sie und Hans reichte Anna die Hand. „Es sind nur Vampire. Aber niemals darfst du einen Gegner unterschätzen!“

Anna nickte, stieg auf ihr Pferd und macht sich auf den Weg zu einer nahen Burgruine, in der sich die Vampire eingenistet hatten.




Vier Tage später

Anna klopfte den Staub von ihrer Kleidung, nachdem sie den letzten Vampir gepfählt hatte. Sie betrachtete ihren Arm, in den einer der Untoten während des Kampfes seine Zähne geschlagen hatte.
Die Wunde würde glücklicherweise bald verheilen und sie war weit genug von ihrem Hals entfernt.

Der Kampf war schwer gewesen, härter, als sie erwartet hatte, und die Worte ihres Wächters, den Gegner nicht zu unterschätzen, hallten noch ihn ihrem Gedächtnis nach.

Auch die Waffe, die ihre Schwester mit dem Zauber belegt hatte, war zum Einsatz gekommen. Das Schwert hatte sich als hilfreich erwiesen. Sie hatte es im Kampf gegen den Anführer der Vampire benutzt und diesem ins Herz gestoßen, als sie ihre Holzpflöcke für einen Augenblick nicht zur Hand hatte.

Sie verließ die Ruine und lauschte dem Gesang der Vögel. Alles sah auf einmal so friedlich aus. In den letzten Tagen, als sie die Ruine ausgespäht hatte, war dies anders gewesen. Alles hatte unheimlich und düster gewirkt.

Sie dachte daran, wie sie in die Ruine geschlichen war und zuerst die Vampire getötet hatte, die sie alleine antraf. Nach und nach war ihre Anzahl geschrumpft und schließlich war es dann zum Kampf mit ihrem Anführer und drei weiteren Vampiren gekommen.

Letztlich hatte sie den Sieg davon getragen. Sie hatte ihre Pflicht als Jägerin erfüllt und das Leben für die Menschen der Umgebung sicherer gemacht. Anna dachte bei sich, dass sich ihre Schwester, die allen Menschen nur Gutes wünschte, darüber freuen würde.

Ihrer Mutter und ihrer kleine Schwester hatte sie bereits zuvor erzählt, dass sie versuchen würde, in einem der Nachbardörfer eine Stellung als Magd zu finden. Sie empfand es als schlimm genug, dass ihre Schwester Elisabeth mit dem Wissen um Vampire und andere Geschöpfe der Finsternis belastet wurde.

Wenn es nach ihr ging, würden die kleine Johanna und ihre Mutter niemals etwas von ihrem Dasein als Jägerin und den damit einhergehenden Kämpfen gegen Dämonen und dergleichen erfahren.

Anna setzte sich auf eine kleine Mauer und schloss die Augen. Sie genoss es, als die Strahlen der Sonne auf ihren Wangen fühlen.




Schließlich wurde es Zeit, nach Hause zurück zu kehren und sie machte sich auf den Heimweg.

Bereits aus der Ferne sah sie drei Rauchsäulen und sie fragte sich, was geschehen war. War im Dorf ein Brand ausgebrochen?

Sie brachte ihr Pferd dazu, schneller zu laufen und erreichte schließlich den Rand des Dorfes.

Zwei Frauen starrten sie merkwürdig an und ein Mann senkte seinen Blick, als sie an ihnen vorbei ritt. Der Brand hatte offenbar auf dem Marktplatz stattgefunden.

„Noch eine Hexe,“ hörte sie das Flüstern hinter sich, achtete aber nicht darauf.

Was war geschehen?

Auf dem Marktplatz befanden sich die Reste von drei Scheiterhaufen. Diese waren mittlerweile zusammengefallen und ein merkwürdiger Geruch von Rauch und verbranntem Fleisch lag in der Luft.
„Wir hätten die Hexen nicht mitten im Dorf verbrennen sollen,“ sagte ein Mann und sie glaubte, den Ekel aus seiner Stimme heraus zu hören, als ein Stein ihren Arm traf oder vielmehr beinahe getroffen hatte.

Instinktiv fing sie das Geschoss vorher auf und sah sich um.

Ein Junge von vielleicht zwölf Jahren hatte ihn geworfen. „Da ist noch eine von den Hexen! Verbrennt sie auch!“

Anna würdigte ihn keines Blickes, statt dessen hatte sie das Gefühl, als würde ihr der Boden unter den Füßen weggerissen werden.



So schnell sie konnte ritt sie zu dem Haus, in dem sie bis vor kurzem mit ihrer Familie gelebt hatte.

Sie stieg von ihrem Pferd ab und ging hinein. Alles war verwüstet. Die Stühle lagen umgeworfen auf dem Boden und einige Teller waren zu Bruch gegangen. Der Schrank, in dem ihre Mutter ihre Utensilien, die sie für ihre Arbeit als Hebamme benötigte, war durchwühlt worden und ein Buch mit merkwürdigen Zeichnungen, das wahrscheinlich Elisabeth gehörte, lag zerrissen auf dem Boden.

Was war hier vorgegangen?

Aber im Grunde wusste sie es und fuhr herum, um sich Hans gegenüber zu sehen, der schnell auf sie zuging und sie umarmte. Das hatte er bislang noch nie getan.

„Anna…deine Familie...“, sagte er während Annas Körper sich versteifte.

Sie löste sich aus der Umarmung. „Sie haben sie….“?

Hans nickte unglücklich. Sie sah nun, dass sich auf seiner Wange ein dicker Bluterguss befand. „Ich wollte ihnen helfen, und deine Schwester hat in ihrer Verzweiflung einen Zauber gewirkt. Sie wollte eine magische Barriere errichten, aber ihre Fähigkeiten reichten dazu nicht aus...“

„Sie haben sie alle drei als Hexen verbrannt?“, brach es aus Anna heraus. „Während ich unterwegs war, um sie vor Vampiren zu beschützen, haben sie meine Familie ermordet?“

Hans hob einen umgestürzten Stuhl auf und setzte sich darauf. Offenbar waren die letzten Tage auch für ihn nicht einfach gewesen und nun schien er sich auch wieder daran zu erinnern, dass er ein Wächter war.
„Es ist der falsche Zeitpunkt, das zu fragen, aber hast du die Vampire besiegen können?“

Ja, es war der falsche Zeitpunkt. Aber Anna beantwortete die Frage ihres Wächters trotzdem. „Sie sind alle tot,“ antwortete sie leise. „Sie werden den Menschen in diesem Dorf niemals wieder etwas antun können. Die Leute sind sicher.“

Hans schwieg. Was hätte er auch sagen sollen?

Aber Anna hatte durchaus Fragen. „Erzähl mir alles. Wer genau ist dafür verantwortlich? Wer hat sie wegen Hexerei angezeigt? Wer hat sie verurteilt? Und wer war an ihrer Hinrichtung beteiligt?“

Hans schüttelte den Kopf. „Anna, du solltest das Dorf verlassen. Bestimmt werden sie jetzt auch hinter dir her sein. Und warum willst du das alles so genau wissen? Ich werde das wahrscheinlich auch tun. Warum willst du dich damit quälen?“

Anna zog sich ebenfalls einen Stuhl heran und setzte sich Hans gegenüber. In sich spürte sie nichts als Kälte. Sollte da nicht eigentlich Trauer oder Verzweiflung sein? Hass oder Wut?

Aber alles fühlte sich kalt und taub an. „Ich will es wissen. Und ich will nicht mich quälen. Sondern diejenigen, die das getan haben!“

Hans sah sie erschrocken an. „Ich verstehe dich,“ sagte er dann und sie sah ihm an, dass dies tatsächlich so war. „Aber du kennst die Regeln. Du darfst keine Menschen verletzten!“

Anna musste lachen, aber es klang anscheinend so unheimlich, dass Hans sie erschrocken ansah. In diesem Augenblick schien er fast so etwas wie Angst vor ihr zu haben und diese Angst in seinem Blick wurde noch größer, als sie erneut das Wort ergriff.

„Glaubst du, dass mich diese Regeln jetzt noch interessieren?“
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