Eleadora oder Daireann Riddle?

GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Fred Weasley George Weasley OC (Own Character) Severus Snape
25.02.2020
01.07.2020
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30.06.2020 1.250
 
„Bereust du wirklich gar nichts?“, fragt mich eine wohlbekannte Stimme. Überrascht drehe ich mich zum Eingangstor der Halle. Tatsächlich. Dort stehen Fred und alle, die ich gerettet habe. „Doch, eine Sache bereue ich: Ich hätte dir nachgeben und dich einfach heiraten sollen!“, lache ich ihn traurig an. „Schön, Sie haben Ihren Geliebten und ein paar Andere vielleicht gerettet, aber das ändert nichts an der Sachlage!“, sagt der Auror wütend.

„Mr Williams, Sie sollten Miss Riddle zumindest einen fairen Prozess gönnen und nicht aus purem Egoismus handeln!“, sagt Severus. Williams? Da geht mir ein Licht auf. „Sie sind also Sebastian Williams? Mann von Gloria Williams und Vater von Louisa Williams?“, versichere ich mich. „Also können sie sich trotz unzähliger Morde noch an meine Frau, einem Muggel, und meiner Tochter, einem Halbblut, erinnern?“ Seine Stimme ist voller Hass.

„Sebastian, lass den Zauberstarb sinken!“, fordert ihn eine Frauenstimme auf und Gloria kommt mit Louisa auf dem Arm aus der Gruppe derer, die ich rettete. Geschockt sieht der Auror zu ihr. „Gloria?“ „Papa, diese Frau da hat uns gerettet!“, sagt das kleine Mädchen. Sebastian rennt zu seiner Familie und nimmt sie in den Arm. Die zwei Auroren, die mich noch immer festhalten, schauen sich verwirrt an und wissen nicht, was sie nun machen sollen.

„Miss Riddle, dann haben Sie also für Dumbledore gearbeitet, duzende Menschenleben gerettet und uns geholfen, anstatt sich ihrem Vater wirklich anzuschließen?“, fragt mich Kingsley und ich frage mich, wie lange er schon hier ist. „So könnte man es zusammenfassen…“, murmle ich. „Dennoch haben sie keinen Einwand hingerichtet zu werden?“, fragt er weiter und ich zucke die Schultern. „Kann sowieso nichts dran ändern… Ich habe mein Ziel, meine Freunde und so viele wie möglich zu retten, erfüllt. Jetzt kann ich zumindest in Frieden gehen. Ein Privileg, das nicht viele haben.“

„Du hörst dich an, als würdest du nicht weiterleben wollen!“, platzt es aus Fred. „Was ist mit den Plänen, die wir gemacht haben? Was ist mit unserem Versprechen? Willst du all das nicht mehr?“ „Natürlich will ich nicht sterben, du Dummkopf!“, fahre ich ihn an. „Wie gerne würde ich mit dir in einem kleinen Häuschen am See leben, heiraten, Kinder kriegen, alt werden und einfach nur in Frieden leben!

Aber schon seitdem ich klein bin, wollen mich Alle am liebsten tot sehen! Ich wusste, dass es so enden würde und dennoch musste ich das Richtige tun! Immerhin konnte ich mich drauf vorbereiten, also könntet ihr Alle es bitte jetzt einfach nicht schwerer machen, als es ist? In ein paar Minuten bin ich tot und alle können wieder ruhig schlafen. Ganz einfach! Die, die mir so viel bedeuten, werden neue Leute treffen und mich mit der Zeit vergessen. Also bringt es jetzt bitte einfach hinter euch!“

„Miss Riddle, beantworten sie mir noch eine letzte Frage: Stellen sie in irgendeiner Weise eine Bedrohung für die magische Welt da?“, fragt Kingsley. „Nein, das habe ich noch nie!“, antworte ich, ohne zu zögern. „Nun gut, mit meiner Macht als provisorischen Zaubereiminister spreche ich Sie in allen Anklagepunkten frei! Natürlich werden Sie ins Ministerium kommen müssen, um die gesamte Geschichte zu erklären, aber das kann warten. Für Sie, Professor Snape, gilt übrigens das Gleiche.“, verkündet er laut und mir klappt die Kinnlade herunter. Das ist zu viel für mich! Meine Beine geben unter mir nach und ich falle auf den Boden.

Sofort ist Fred an meine Seite und hält mich im Arm. „Heist das, dass ihr werdet mich nicht töten lassen? Darf ich endlich ein normales Leben führen? Darf ich… glücklich sein?“, erkundige ich mich ungläubig. „Ja, das heißt es.“, lächelt Kingsley. Glücklich falle ich Fred um den Hals. Doch dann fällt mir etwas ein und ich lasse ihn los. „Was ist?“, fragt er mich. „Nachdem so viel geschehen ist… Liebst du mich noch? Willst du mich immer noch?“, möchte ich wissen und sehe ihm tief in die Augen. „Aber natürlich, Elea! Nicht ein Tag ist vergangen, an dem ich dich nicht vermisst habe. Um ehrlich zu sein hatte ich auch Angst, dass du nicht mehr die gleichen Gefühle für mich haben würdest, doch ich habe gestern die Kette gesehen und mich sofort an deine Worte erinnert.“

Er küsst mich. Dieses Gefühl hatte ich seit einer Ewigkeit nicht mehr. „Fred, ich liebe dich! Wir haben unsere Pflichten endlich erfüllt! Wie es aussieht steht uns nichts mehr im Weg. Nie wieder will ich von dir getrennt sein!“, flüstere ich ihm liebevoll in sein Ohr. „Dann hast du keinen Grund mehr eine Frage zu verneinen. Eleadora, meine Sonne, würdest du mir die Freude bereiten und meine Frau werden?“ Er ist Mitten in der Halle vor mir auf ein Knie gegangen. Erst sehe ich ihn ungläubig an. Doch dann löst sich meine Starre und ich falle ihm um den Hals, sodass ich ihn zu Boden reiße. „JA! JA! Und nochmals JA!“, lache ich glücklich und küsse ihn.

Ein Räuspern trennt uns wieder voneinander und unschuldig sehe ich Severus an. „Mit dir, junges Fräulein, muss ich wegen so einigem wohl sprechen. Sowohl über dein Verhalten als auch über deine Mutter.“ Mit großen Augen sehe ich ihn an. „Du wirst mir endlich erzählen, wer meine Mutter war?“ „Ja, aber nicht hier…“, seufzt er. Wir gehen mit Fred, von dem ich nicht mehr getrennt werden will, in die Kerker zu seinen Räumen. Dort setzen wir uns hin und schweigen, denn Severus weiß offenbar nicht, wie er anfangen soll. Schließlich holt er tief Luft und fängt an:

„Für mich gab es nur vier Personen in meinem Leben, die mir wirklich sehr viel bedeuten. Lily und du, Eleadora, sind zwei davon. Die dritte war Clementine. Meine Mutter, Eileen, war schon vor meinem Vater verheiratet gewesen. Mit einem Lestrange. Sie hat ihn für meinen Vater verlassen, aber vorher hatte sie eine Tochter mit ihrem ersten Mann. Dieses Mädchen war meine ältere Halbschwester, Clementine. Sie war wirklich ein herzensguter Mensch sorgte sich immer sehr um mich, aber sie war auch sehr schwächlich. Ich war es, der sie ihm vorgestellt hat und ich habe es oft genug bereut. Sie hat sich in ihn verliebt, wenn ich auch nicht weiß wie, und wurde schwanger. Es ist schwer zu erzählen wer sie war. Man kann es einfach nicht in Worte packen.“

Er legt Spitze seines Zauberstabes an seine Schläfe und zieht eine Erinnerung aus seinem Kopf, die er in ein kleines Fläschchen füllt und mir gibt. „Wenn du Ruhe hast wird sie dir vielleicht weiterhelfen.“, sagt er. „Aber jetzt zu deinem Verhalten. Deine Aufopferungsbereitschaft ist erschreckend. Ja, ich bin stolz auf dich und du hast großartiges geleistet, aber hast du einmal an die gedacht, die du zurücklässt?“ Etwas beschämt sehe ich zu Boden. „Schon… Aber ich dachte, ihr würdet auch ohne mich glücklich werden. Du hättest deinen Beruf und Fred seinen Laden…“, murmle ich. „Aber ohne dich wäre es nicht mehr das Gleiche!“, sagt Fred.

„Eleadora, wann begreifst du, dass dein Leben kostbar ist?“, fragt Severus. „Sagt der, der beinahe für eine tote Frau von einer Schlange getötet wurde.“, entgegne ich schnippisch und dieses Mal weiß Severus nicht, was er darauf antworten soll. „Elea, du bist nicht allein! Wir sind bei dir und wir wollen nicht, dass dir etwas geschieht! Weißt du eigentlich, was ich mir für Sorgen in den letzten Jahren um dich gemacht habe?“, meint Fred und schuldbewusst mustere ich meine Schuhe. „Kleines, du musst mehr auf dich achtgeben. Jetzt, wo Frieden herrscht, solltest du endlich machen, was du willst.“, lächelt Severus und ich nicke. Diese Nacht verbringe ich in meinen Räumen an Fred gekuschelt.
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