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Der Zwischenfall

von CmdrTMir
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Krimi / P12 / Gen
Malcolm Reed
25.02.2020
29.03.2020
3
3.164
3
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25.02.2020 1.933
 
Der Zwischenfall Kapitel 1



Logbuch, Lt. Reed     1. September 2156


Ich wurde von dem Chef des Geheimdienstes, Major Harris nach San Francisco beordert. Ich frage mich, was er schon wieder von mir will.




Wir trafen uns am Hafen. Wieso wohl der Hafen? Ich ging die große Hafenstraße entlang. Es lagen kleine Boote und größere Yachten im Wasser. Auf manchen war Licht, deswegen ging ich immer im Schatten. An einer Ecke wurde ich in eine Seitenstraße gezogen. Dort war es ziemlich dunkel. „Schön, dass Sie gekommen sind, Reed“, sagte eine Stimme. Ich wusste, dass es Harris war. Er konnte mich nicht erschrecken. „Was wollen Sie?“, entgegnete ich mürrisch. Ein Schnaufen war zu hören. „Ich werde Ihnen alle Fakten darlegen. Die Büste von Zefram Cochrane, welche aus Gold, Platin und Palladium besteht, wurde aus dem Sternenflottenhauptquartier gestohlen.“ „Moment“, unterbrach ich ihn, „ was hat das mit mir zu tun? Das ist ein Fall für die Polizei von San Fransisco.“ „Nicht ganz“, fuhr Harris fort „Minister Samuels hat ein wasserdichtes Alibi und wir, das heißt die Polizei und ich, glauben dass jemand von Sektion 31 hinter der Sache steckt. Die Polizei meint, ein Insider aus Sektion 31 wäre die perfekte Lösung. Sie erregen am wenigsten Aufsehen, da Sie als Täter nicht in Frage kommen, weil Sie auf der Enterprise waren.“ „Also gut“, sagte ich, denn ich war auf diesen Fall neugierig geworden. „Geben sie mir meine Befehle.“ „Morgen 0600 in meinem Büro“, sagte er nur und ging. Ich stand allein im Hafen und machte mich so schnell wie möglich auch auf den Weg.

Das Hotel war, Gott sei Dank, weit weg vom Meer, was aber wiederum bedeutete, dass ich einen langen Weg dorthin hatte. Wenigstens wurde mein Koffer vom Transporterchief in ein Hotel gebeamt. Andererseits konnte ich über den Fall nachgrübeln. Ich legte mir folgende Fakten auf meinem PADD zurecht:

I Wenn Minister Samuels ein Alibi hat (überprüfen) muss ein außerirdischer Botschafter die Büste gestohlen haben.

II Die Anwesenden waren: 2 Vulkanier, 2 Tellariten, 2 Andorrianer und 2 Denobulaner

III Harris und die Polizei glauben an einen Dieb in den eigenen Reihen. Also muss dieser Kontakt zu den Botschaftern und der Botschafter Kontakt zu Sektion 31 haben.

Im Hotel angekommen legte ich mich sofort schlafen. Der 3. Punkt auf meiner Liste war mein Anhaltspunkt, denn ich ging davon aus, dass die Polizei Samuels genau überprüft hatte. Ich nahm mir vor, es von der Seite der Botschafter aus anzugehen, da ich wusste, wie gewitzt die Jungs von Sektion 31 sein können. Mir hätten sie sowieso nichts gesagt.

„Guten Morgen, Lt. Reed“, sagte Harris, als ich Punkt 0600 in sein Büro kam. Ich grüßte zurück: „Sir.“ Das Büro war sehr groß und er hatte viel Schnickschnack herumliegen. Mehrere Regale an den Wänden, die eher mit Trödel, als mit Büchern gefüllt waren. Der Schreibtisch thronte in der Mitte wie ein Altar und war maßlos überfüllt mit PADDs und weiteren Gegenständen. Er forderte mich auf, Platz zu nehmen, er selbst setzte sich hinter seinen Schreibtisch. Der Stuhl sah ungemütlich aus, aber das war mir egal. Ich setzte mich. „Also“, begann er, „ Samuels müssen Sie nicht weiter überprüfen. Er weiß nichts, er weiß noch nicht einmal, dass es Sektion 31 überhaupt gibt. Wo wir bei dem wichtigsten Punkt sind. Sie müssen eine Verbindung von einem Nicht-Menschen zu Sektion 31 nachweisen und zwar so, dass diejenigen, die nichts mit Sektion 31 zu tun haben, oder nichts davon wissen, auch nichts mitbekommen. Wir wollen ja nicht, dass Außerirdische plötzlich über unseren Geheimdienst Bescheid wissen.“

„Das dachte ich mir schon“, entgegnete ich. Dass er immer alles so ausladend erklären muss…

„In Ordnung. Hier ist eine Liste der Anwesenden. Ich werde Ihnen jetzt erläutern, was geschehen ist.“

Ich nahm die Liste und überflog sie kurz. Auf ihr standen Namen von einem Vulkanier, einer Denobulanerin, einem Tellariten und einem Andorrianer. „Eine Frage, Sir“, sagte ich „Wieso stehen jeweils nur ein Vulkanier, eine Denobulanerin, ein Tellarit und ein Andorrianer auf der Liste?“

„Nun“, antwortete Harris. „Die Admiräle hatten die Idee, den Botschaftern die Schulformen der Erde zu zeigen und sind mit ihnen auf eine Exkursion gegangen, deswegen ist jeweils nur ein Botschafter anwesend gewesen.“

„Das erleichtert die Arbeit“, gab ich zurück. Na immerhin etwas.

Ich notierte die Namen der Anwesenden, wie Harris sie mir vorlas. Shran für die Andorrianer, Soval für die Vulkanier, Gral für die Tellariten und Kessil für die Denobulaner. Der Geheimdienstleiter fuhr fort: „Ja das stimmt. Die Tat ereignete sich während einer Vorführung von 3D Stellarkarten. Dafür wurde der Raum abgedunkelt. Laut Zeugenaussage von Samuels hing plötzlich das Bild, dann brach es zusammen und der Raum war vollkommen dunkel. Man hörte Schritte, die sich entfernten, und eine Tür wurde aufgerissen. Im Raum neben an war es ebenfalls dunkel, sodass niemand sah, wer die Büste wem übergab. Samuels war erst geschockt, versuchte dann aber das Licht einzuschalten. Soval gelang es dann, den Lichtschalter zu finden. Er schaltete das Licht wieder ein. Die Büste war verschwunden.“

„In Ordnung“, sagte ich. „Ich werde mir zuerst den Tatort ansehen, dann werde ich mit den einzelnen Botschaftern sprechen.“

„Viel Glück“, verabschiedete sich Harris. Ich ging nach draußen. Das Büro war mir nicht geheuer. Da es kühler war, als es aussah, zog ich meine Lederjacke an. Harris Büro war nicht weit vom Hauptquartier entfernt. Als ich an dem Konferenzraum ankam, gingen gerade alle Lebewesen aus dem Raum. Ich sah den Tellariten-Botschafter Gral. Auch die denobulanische Botschafterin Kessil ging an mir vorbei. Beide standen auf meiner Liste. Gerade als die Tür zufallen wollte, erreichte ich sie und mit einer flinken Handbewegung schaffte ich es, sie daran zu hindern. Leise betrat ich den Raum und sah mich um. Es war ein großer Konferenzraum mit mehreren Tischen, welche in einem U standen. Vor jedem Platz waren am Tisch Namenplaketten aus Bronze befestigt. An der Öffnung des U, standen der Projektor und ein kleines Terminal. Als erstes untersuchte ich das Terminal, allerdings fand ich nichts, was mir helfen könnte. Also untersuchte ich etwas, das mir bei Harris' Erzählung aufgefallen war. Wenn Soval das Licht angeschaltet hat, musste er aufgestanden sein. Oder hat er schon gestanden, weil er der Täter war? Doch der Lichtschalter war direkt hinter seinem Platz und noch dazu weit weg von der Tür. Also wandte ich mich dem 3D-Projektor zu. Bei genauerem Hinsehen, sah ich einen kleinen Apparat, doch ich wusste nicht, wie dieses Gerät funktioniert bzw. was es tat. Ich holte meinen Kommunikator heraus.

„Reed an Verbindungsstelle Gamma!“

„Verbindungsstelle Gamma, hier“, ertönte eine weibliche Stimme.

„Ich möchte eine Verbindung zu dem Raumschiff Enterprise. Autorisation Delta 151.“

„Ich verbinde. Moment Mr. Reed.

„Ensing Sato hier”, meldete sich Hoshi.

„Hier ist Reed. Können Sie mich mit Trip verbinden. Ich brauche sein Fachwissen.“

„Ja, Sir. Einen Moment.“

Nach ein paar Minuten war Trip in der Leitung.

„Na, kommst keinen Tag ohne mich aus, was?“, scherzte er.

„Ich brauche Informationen über einen Gegenstand.“

„Uhh mysteriös“, unterbrach er mich.

„Ein 3D-Projektor ist ausgefallen und ich habe einen Apparat gefunden, der die Fehlfunktion ausgelöst haben kann. Das kann doch ferngesteuert werden, oder?“, fragte ich ihn.

„Genau. So etwas wird meistens ferngesteuert. Dazu benutzt man je nach Modell ein PADD, dann ist es schwer zurückzuverfolgen oder ein anderes Gerät in der Größe eines vulkanischen Trikorders. Aber wenn du mir sagst, wie das Ding aussieht, können wir vielleicht einen Rückimpuls erzeugen, dann würde auf dem PADD ein Signal verzeichnet werden. Ich glaube, das würde helfen. Im Falle eines älteren Modells gäbe es auch einen Vermerk“, erklärte er mir.

„In Ordnung“, erwiderte ich und nahm das Ding in die Hand.

„Es ist ein kleiner Kasten, rechteckig, 2 Knöpfe, darunter 4 Tasten mit den Beschriftungen: Ein/Aus, Senden, Empfangen, und Daten. Was soll ich tun?“

Trip zögerte: „Mmm, was steht auf den Knöpfen? 1/0?“

„Ja“, antwortete ich ihm.

„OK. Also du drückst auf ein. Dann auf Empfangen und schaust die Nummer an. Sie müsste aus Einsen und Nullen bestehen. Schreib die Nummer auf. Dann drücke auf Senden und gib die Nummer ein, das wär’s“, beschrieb er mir.

Ich folgte seinen Anweisungen buchstabengetreu.

„Es funktioniert nicht“, sagte ich. „Da steht: Text erforderlich.“

„Also schön“, sagte Trip genervt, „schreibe in Binärzahlen 'Test' oder so.“

„Alles klar, wenn ich Binär könnte“, erwiderte ich.

„Das bekommst du hin. Schau in der Datenbank nach. Viel Glück noch, Malcolm“, wünschte er mir, dann legte er auf.

Ich machte mich sofort an die Arbeit. Diesmal funktionierte es. Als ich fertig war, ging ich wieder nach draußen und schaute auf die Liste. Zu dem andorrianischen Botschafter würde ich als erstes gehen, denn es war kein anderer als Shran. Das würde mir die Sache einfacher machen, da wir uns bereits mehrfach begegnet sind.

Die andorrianische Botschaft lag ein paar Straßen vom Hauptquartier entfernt. In dieser Straße waren alle Botschaften der föderierten Planeten untergebracht, weswegen ein imposantes Gebäude an das andere grenzte. Jeweils im Baustil der erbauenden Spezies. Ich hatte deshalb keine Mühe, das richtige zu finden. Shran empfing mich überaus freundlich. Wir unterhielten uns ein wenig und er erzählte mir die Geschehnisse der Reihe nach.

„Am Anfang hing das Bild des 3D-Prjektors. Alle erstarrten, sogar Soval machte einen verwirrten Eindruck“, scherzte Shran. „Der Reporter filmte auch nicht mehr weiter.“

„Moment“, unterbrach ich ihn. „Was für ein Reporter?“

„Na die Presse ist immer anwesend. Wussten sie das nicht Pinky-Haut?“, fragte er lachend.

„Nein, das hat niemand erwähnt. Das heißt, es gibt einen neuen Verdächtigen.“ Ich schrieb Reporter auf die Liste, dann fuhr ich fort: „Weißt Du, wer das war?“

„Nein, leider nicht. Aber ich weiß, für welche Redaktion er arbeitet. Für die San Francisco Time. Diese Redaktion leitet ihre Berichte auch an unsere Redaktionen weiter“, erklärte er.

„Danke Shran. Ich bin mir fast sicher, dass er es war“, verabschiedete ich mich. Als ich ging, rief er mir hinterher, ich soll Captain Archer einen Gruß ausrichten. Wieder draußen angekommen nahm ich mein PADD heraus und schaute auf meine Liste. Shran hakte ich ab. Für mich klang er überzeugend. Ein richtiges Motiv hatten die Botschafter alle nicht. Außer vielleicht, Sektion 31 auffliegen zu lassen. Aber dafür könnte es elegantere Wege geben. Ich nahm mir vor, die Redaktion am nächsten Tag aufzusuchen, da ich gerade in der Straße der Botschaften war und die anderen trotzdem überprüfen musste. Als nächstes ging ich zur vulkanischen Botschaft. Sie lag genau gegenüber.

In der vulkanischen Botschaft wurde ich direkt von Soval empfangen. Ich erklärte ihm, warum ich gekommen war und er schilderte mir die Ereignisse so, wie ich sie bereits wusste. Es ergab sich nichts Neues. Auf die Frage, ob Soval es gewesen sei, antwortete er, ohne angegriffen zu klingen, mit Nein. Als ich skeptisch schaute, ergänzte er: „Vulkanier lügen nicht!“ Ich bedankte mich und ging wieder. Vor der Tür hakte ich Soval ab. Da es nun schon dämmerte und die Lichter in den Botschaften erloschen, machte ich mich auf den Weg zurück ins Hotel. Nachdem ich morgen früh die Redaktion besuche, muss ich wohl oder übel auch die anderen Botschafter checken.

Logbuch Lt. Reed              2. September 2156


Die Ermittlungen gehen voran. Das hätte bestimmt auch jemand Anderes hinbekommen. Botschafter befragen stand heute auf dem Plan. Äußerst langweilig. Ich muss daran denken Archer einen Gruß von Shran auszurichten. Wenigstens hat er mir einen guten Hinweis gegeben. Er ist doch zu etwas zu gebrauchen.


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So… das war das erste Kapitel meiner ersten Fanfiction. Ich hoffe sie gefällt euch. Ihr könnt ja mal raten wer es war… Da wäre ich gespannt. Die nächsten Kapitel lade ich höchstwahrscheinlich nächste oder übernächste Woche hoch. Bis dann

TMir
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