Kalter Kaffee

von E and E
KurzgeschichteRomanze / P12
Caroline Forbes Elena Gilbert Elijah Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson Rebekah Mikaelson
25.02.2020
26.03.2020
2
8132
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Kalter Kaffee




Freitag, 14. Mai 2038; gegen 22:00 Uhr; Central Park Zoo





Sie waren eine Weile schweigend nebeneinander hergelaufen. Die Massen an Menschen hatten sie hinter sich gelassen. Es war dunkel und still. Vereinzelt durchbrachen ein paar Kerzenlichter die Nacht und wie versprochen blieb Elena vor dem Löwengehege stehen. Die Raubkatzen hatten sich in den hinteren Teil der Anlage verzogen. Natürlich dachte Elena und schluckte schwer. Die Tiere spürten deutlich, welche Gefahr von ihnen beiden ausging. Sie waren die Raubtiere, die an der Spitze der Nahrungskette standen. Sie versuchten zwar immer sich wie Menschen zu verhalten, aber hier wurde Elena jedes Mal bewusst, dass sie keiner mehr war. Die Brünette schluckte schwer und versuchte sich zu besinnen. Rebekah hatte sie mit Elijah weggeschickt und die Blondine hatte sie belogen. Unschlüssig stieß Elena Luft aus. Sie konnte den Ur-Vampir nicht die ganze Zeit anschweigen, aber sie wusste ebenso wenig, was sie sagen sollte. Es war Jahre her, dass sie ihn das letzte Mal gesehen hatte und so wie sie sich aufgeführt hat, war es ein Wunder, das der Ur-Vampir überhaupt noch mit ihr sprach. „Ich wusste nicht, dass du hier sein wirst. Rebekah kam heute Nachmittag nach Hause und eröffnete Klaus und mir, dass wir heute Abend weggingen. Eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Es war nicht die erste Veranstaltung dieser Art. Ich hatte keinen Grund an ihren Worten zu zweifeln. Klaus tat es. Er dachte sich, dass da etwas nicht stimmte. Rebekah macht sonst kein solches Geheimnis um die anwesenden Personen.“, durchbrach Elijah die Stille und die Brünette war ihm dankbar. „Du musst nicht hier sein.“, fuhr Elijah unbeirrt fort. „Du kannst zu Caroline zurückkehren oder zu Rebekah, wenn du willst.“. Elena sah den Ur-Vampir einen Moment an, dann wandte sie sich um und setzte sich auf die 2 Meter entfernte Bank. An manchen Tagen war es für die Doppelgängerin immer noch erstaunlich, dass sie Mitten in der Nacht alles noch so klarsah.

„Normalerweise ist es sehr schön hier.“, Elenas Worte kamen langsam, als würde sie sie gut abwägen wollen. „Und wenn ich mich unter die Menschen mische, dann kann ich sogar die Tiere beobachten.“, fügte sie wehmütig hinzu. Inzwischen musste sie zugeben, dass sie gern ein Vampir war. Es gab wenige Dinge, die sie am Menschsein vermisste, aber das waren nur sehr wenige.

„Sie spüren welche Gefahr von uns ausgeht.“, nahm Elijah den Gedanken der Brünetten auf und ließ sich neben sie auf die Parkbank sinken. Eine Weile sagte niemand ein Wort und die beiden Vampire starrten in die Nacht hinaus.

„Rebekah hat gesagt, sie würde ihren Verlobten mitbringen.“, sagte Elena leise und verfluchte sich erneut, dass sie ihr Glas nicht mitgenommen hatte. Warum hatte die blonde Ur-Vampirin ihr nicht einfach die Wahrheit gesagt?

„Meine Schwester war schon immer erfinderisch darin die Wahrheit zu ihren Gunsten auszulegen.“, antwortete der Ur-Vampir.

„Warum sollte sie das tun? Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn sie dich hätte mitbringen wollen.“, Elena legte ihren Kopf in den Nacken und versuchte in der Dunkelheit die Sterne auszumachen. Doch in New York war das nur an den wenigsten Orten möglich. Zu viele Lichter dachte sie traurig und ihre Gedanken folgen nach Mystic Falls. Ein schmerzhafter Stich durchfuhr ihren Körper und Elena zwang ihre Gedanken in der Gegenwart zu verweilen.

„Das erstaunt mich!“, gab Elijah ehrlich zu und jetzt hatte er Elenas ganze Aufmerksamkeit. „Du schienst keinen großen Wert auf meine Anwesenheit zu legen.“, er dachte an ihren Blick, als sie ihn gesehen hatte.

„Ich war überrascht. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht dich nach all den Jahren wiederzusehen. Im Nachhinein ist es vielleicht logisch, dass du bei deinen Geschwistern bist, aber… ich habe einfach nicht damit gerechnet, Elijah. Du musst wissen, dass wir vor vielen Jahren alle Brücken hinter uns abgebrochen haben.“, sagte sie und es fühlte sich nach der Wahrheit an. „Es ist schön dich wiederzusehen, Elijah. Erst recht, wenn man bedenkt, dass ich beim letzten Mal nicht Ich-selbst war.“, fügte Elena entschuldigend hinzu und jetzt war es an Elijah das Gesicht zu verziehen.

„Ich erinnere mich.“, seine Stimme war leise, fast als wollte er sie nicht verschrecken.

„Die Sache mit Katherine. Es… es tut mir leid.“, irgendetwas schnürte ihr die Kehle zu.

„Ich habe Katherina nie gesucht.“, sagte Elijah wahrheitsgemäß. „Ich habe gewusst, dass du vor mir standest.“, gestand der Ur-Vampir und er hörte wie Elena Luft einzog.

„Aber… du hast gesagt…“, sie brach ab. Was wollte er ihr damit sagen? Er hatte gewusst… aber warum hat er dann… Die Frage brannte sich in Elenas Gedanken. Warum hat er sie geküsst, wenn er wusste das sie nicht Katherine war?

„Ich weiß, was ich gesagt habe und ich bin nicht stolz darauf.“, fügte er etwas leiser hinzu. „Du hast dich nie gemeldet, deswegen dachte ich bis zum heutigen Abend es wäre besser so gewesen.“.

„Was hat deine Meinung geändert?“, platzte es aus der Doppelgängerin heraus und Elijah musste leise Lachen. Sie würde ihn in einem passenderen Moment nach dem Kuss fragen.

„Ich weiß es nicht. Ich dachte du solltest es wissen.“, der Ur-Vampir erhob sich. „Begleitest du mich noch ein Stück?“, fragte er galant und Elena fackelte nicht lang. Sie liefen den Kiesweg entlang. Es war angenehm still. Nur die Steine, die unter ihren Schuhen knirschten, durchbrachen diese Stille. Wenn es nach Elena gegangen wäre, hätte sie in diesem Moment die Zeit angehalten. Es war lange her, dass sie sich so geborgen wie in diesem Moment gefühlt hat. Die Brünette hatte das Gefühl nach langer Zeit endlich wieder zu Hause zu sein.

„Was macht ihr in New York?“, fragte die Doppelgängerin in die Stille hinein.

„Klaus hat New Orleans vor Jahren aufgegeben. Zu hoch war der Preis, um die Stadt zu halten. Seit dem Reisen Klaus, Rebekah und ich in der Welt umher und ich muss zu meiner eigenen Überraschung zugeben, dass ich nie gedacht hätte, dass es so lang gut geht. Was ist mit Caroline und dir?“, stellte Elijah endlich die Frage, die ihn seitdem er sie wiedergesehen hatte, brennend interessierte.

„Ich weiß nicht wie weit du im Bilde bist über das, was in Mystic Falls passierte.“, begann die Brünette.

„Ich weiß Bescheid. Mein Beileid für eure Verluste.“, Elijah war kurz angebunden. Er wollte das Thema Mystic Falls nun wirklich nicht vertiefen.

„Gut.“, Elena blieb stehen und dachte einen Moment nach. „Hast du schon einmal das Eis am Times Square probiert?“, fragte sie völlig aus dem Zusammenhang gerissen und jetzt konnte Elijah ihr beim besten Willen nicht folgen.

„Nein.“, sagte der Ur-Vampir perplex.

„Wir brauchen etwa 25 Minuten zum Times Square. Was hältst du von Eis? Ich erzähle dir auch wie wir hier gelandet sind.“, Elena schenkte Elijah ein Lächeln und sah ihn abwartend an.

„Versuchen Sie mich gerade zu bestechen, Miss Gilbert?“, fragte der Ur-Vampir spielerisch.

„Ich denke, ja.“, gab Elena ehrlich zu.

„Dann bin ich wohl gezwungen dich auf ein Eis einzuladen.“, gab er sich geschlagen und folgte Elena, die gerade dabei war über einen Zaun zu klettern.





Caroline war eine Weile schweigend hinter Klaus hergelaufen. Innerlich verfluchte sie ihre beste Freundin. Wie kam Elena auf diese Idee? Sie wusste, dass das nur auf Elenas Mist gewachsen sein konnte. Immerhin hatte sie die Gästeliste jedes Mal sorgfältig kontrolliert, so auch diesmal. Bis heute Morgen stand Rebekah nicht auf der Gästeliste. Jedes Mal, wenn Caroline diese Datei auf ihrem Laptop öffnete, hielt sie die Luft an. Sie hoffte inständig das sein Name nicht draufstehen würde. Und jedes Mal, wenn sein Name nicht draufstand war sie erleichtert und gleichzeitig versetzte es ihrem Herzen einen kurzen Stich. Sie hatte Klaus nie vergessen und sie hatte so vieles nie überwunden. Das war auch der Grund dafür, dass die Blondine ihren Frust am liebsten in die Nacht hinausschreien würde. Doch sie hatte sich in den letzten Jahren so oft zusammengerissen und getan was sie tun musste. Das würde jetzt auch so sein. Sie wollte Klaus nicht zeigen, wie sehr er ihr immer noch unter die Haut ging. Er konnte nach all diesen Jahren nicht immer noch dasselbe für sie empfinden wie sie für ihn. Caroline blieb wie angewurzelt stehen. „Warum bist du gekommen?“, platzte es aus ihr heraus. Auch wenn sie sich noch an seine Worte erinnerte, aber sie konnte Klaus nicht glauben. Schließlich erinnerte sie sich an einen Klaus, der allen immer einen Schritt voraus war.

Der Ur-Hybrid blieb einige Meter entfernt von ihr stehen und drehte sich um. Sie standen im menschenleeren Central Park und die Situation konnte nicht absurder sein. „Ich hatte wirklich keine Ahnung.“, sagte Klaus mit leiser Stimme. Er war von der Situation selbst überfahren. Er hatte nicht damit gerechnet Caroline noch einmal wiederzusehen und schon gar nicht, dass Elena diese Sache mit seiner Schwester plante. „Falls es dir ein Trost ist. Elena hat nicht mit Elijah gerechnet. Sie sah aus als hätte sie einen Geist gesehen.“, fügte der Ur-Hybrid hinzu und wollte sich im nächsten Moment selbst ohrfeigen. Warum sagte er so etwas?

„Geschieht ihr ganz recht.“, murmelte Caroline wütend und stieß Luft aus. Was tat sie hier? Warum war sie nicht schon längst gegangen. Sie hätte bereits in Kanada sein können, aber stattdessen stand sie hier, mit Klaus, und wusste weder wie sie reagieren noch was sie sagen sollte. Sie war doch sonst auch nicht auf den Mund gefallen.

„Caroline.“, langsam ging Klaus auf die Blondine zu. "Ich weiß, dass die letzten Jahre für euch nicht einfach waren.", begann der Ur-Hybrid.

"Nicht einfach?", brauste die schöne Blondine auf und schnitt Klaus jäh das Wort ab. "Gar nichts weißt du!", knurrte sie ungehalten. "Weißt du, was du hättest verhindern können?“, seine Worte hatten alle Dämme in ihr brechen lassen. „Sie hätten nicht sterben müssen, wenn du da gewesen wärst. Stefan, Damon, Enzo und all die anderen.", bei dem Gedanken an ihre verstorbenen Freunde sammelten sich Tränen in Carolines Augen. Die Erinnerungen kehrten mit einer Kraft zurück, die die Blondine nie für möglich gehalten hätte. Es kostete sie einiges an Kraft weiterzusprechen. „Wenn du da gewesen wärst, wäre vielleicht alles anders gekommen.“, die Blondine senkte ihre Stimme, ihre Schultern fielen nach vorne und sie schloss für einen kurzen Moment ihre Augen. Eigentlich wollte sie ihm vorwerfen, dass das alles seine Schuld sei, doch ihre Worte blieben ihr im Halse stecken. War sie nicht selbst froh gewesen ihn endlich los zu sein? Ein Stich in Carolines Herzen strafte sie Lügen. Sie wollte Klaus damals nicht loswerden. Sie wollte nur das ihre Freunde vor ihm sicher waren und das war durch seine Abwesenheit gegeben. Sie selbst hatte nie gewollt, das er geht. „Vergiss was ich gesagt habe.“, würgte Caroline hervor und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. Warum musste sie sich gerade jetzt eingestehen, dass sie ihn geliebt hat und ihre Gefühle für den Ur-Hybriden immer noch dieselben sind.

„Caroline.“, begann Klaus erneut und musste sich räuspern. Seine Stimme war belegt. Sein früheres Ich hätte ihn für seine jetzige Schwäche verachtet. Doch er wusste, dass er heute ein anderer war. Die Erfahrungen in Mystic Falls und New Orleans hatten ihn geprägt. Eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf strafte ihn Lügen. Klaus wusste genau, dass Caroline für seine Veränderung verantwortlich war. Auch wenn er das niemals zugeben würde.

„Wirklich Klaus.“, winkte Caroline ab. „Vergiss was ich gesagt habe.“, ihre Hand krallte sich in die sündhaft teure Clutch und sie wünschte sich im Moment nichts sehnlicher als irgendwo anders auf diesem Planeten zu sein. Wenn es nach der Blondine ging, würde sie sogar freiwillig durch Mystic Falls laufen, wenn sie den Ur-Hybriden so los wurde.

Doch Klaus wäre nicht Klaus, wenn er sich von Carolines Reaktion beirren lassen würde. „Hör auf deine Gefühle zu überspielen.“, forderte der Ur-Hybrid und die Augen der Blondine wurden groß.

„Damit kennst du dich ja bestens aus.“, murmelte sie und funkelte Klaus böse an. Inzwischen hatte der Ur-Hybrid den Abstand zwischen sich und der jungen Vampirin überbrückt und stand jetzt direkt vor ihr. Caroline versuchte so gut es ging seinen Duft, der ihr in die Nase stieg zu ignorieren. Sie hasste es das zu zugeben, aber nach all diesen Jahren fühlte sie sich immer noch zu Klaus hingezogen. Verdammt, dachte sie und überlegte fieberhaft wie sie aus der Situation endlich entkommen könnte.

„Geh.“, flüsterte Klaus und es tat ihm in der Seele weh dieses eine kleine Wort auszusprechen. Caroline hob ihren Kopf und der Ur-Hybrid konnte die Frage in ihren Augen lesen. „Du willst nicht hier sein und ich werde dich nicht dazu zwingen.“, antwortete er wahrheitsgemäß. „Ich bin nicht mehr derselbe, Care. Ich habe mich verändert und wenn du mir keine Chance geben möchtest…“, er atmete tief durch. „Wenn du nicht bereit bist mir ein kleines bisschen deiner Ewigkeit zu opfern, dann solltest du jetzt gehen.“, Klaus Stimme war zum Ende immer leiser geworden. Er wusste, dass er sie zu nichts zwingen konnte. Das war ihm schon immer schwergefallen. Er liebte sie, aber wenn sie nicht wollte, dann musste er sie gehen lassen und endlich anfangen Caroline zu vergessen.

„Du… Du lässt mich gehen.“, fragte Caroline perplex und Klaus nickte. Die Blondine wusste, dass sie erleichtert sein sollte, doch das war sie nicht. Wie erstarrt blieb sie an Ort und Stelle stehen und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, doch all ihre Gedanken hatten sich mit einem Mal in Luft aufgelöst.

Klaus verzog seine Mundwinkel so, dass es ein Lächeln andeuten sollte, dann beugte er sich vor und küsste Caroline kurz auf die Stirn. „Geh, Care. Ich verspreche ich halte dich nicht auf.“, die Stimme des Ur-Hybriden war rau und Caroline wusste, wenn sie jetzt ging würde es ein Abschied für immer sein.





Elena verlangsamte ihre Schritte, legte ihren Kopf in ihren Nacken und ließ New York bei Nacht auf sich wirken. „Ich kann dieser Stadt langsam nichts mehr abgewinnen.“, sagte sie und blieb an einer Ampel stehen. Elijahs Präsens verunsicherte sie immer noch, aber sie hatte ihn versprochen ihre Geschichte zu erzählen.

„Es gibt Städte, die durchaus mehr Charme besitzen.“, stimmte der Ur-Vampir der Doppelgängerin zu.

„Caroline und ich kamen vor fast 8 Jahren nach New York und eigentlich waren wir uns schon letztes Jahr einig, dass wir diese Stadt langsam verlassen müssen. Es beginnt aufzufallen das wir nicht altern.“, die Ampel sprang auf grün und die beiden Vampire setzten ihren Weg fort.

„Was ist mit eurer Eventagentur?“, fragte Elijah und besah sich Elena im Seitenprofil. Sie war schön wie eh und je. Innerlich schallte Elijah sich einen Idioten. Sie war ein Vampir sie veränderte sich nicht mehr. Seit wann waren seine Gedanken so neben der Spur?

„Wir wollen sie meistbietend verkaufen. Caroline und ich hatte geplant danach noch einmal ein paar Jahre zu studieren. Vielleicht fangen wir auch noch einmal im letzten High-School Jahr an.“, nervös zupfte die Brünette ihr Kleid zurecht. „Caroline war 17 Jahre alt, als sie verwandelt wurde. Ich war 18 Jahre. Wir gehen nicht als über 30 durch. Die meisten bekommen schon große Augen, wenn ich ihnen sage, dass ich nächsten Monat 29 Jahre alt werde. Es ist zwar einiges mit Makeup zu machen, aber laut ihrem Ausweis wird Caroline dieses Jahr 32 Jahre alt und das glaubt ihr niemand.“, verlegen sah Elena zur Seite und versuchte aus den Augenwinkeln einen Blick auf Elijah zu erhaschen. Er war frisch rasiert und sein Anzug saß wie immer tadellos. Sie hatte sich bisher nie gefragt wie alt er eigentlich war.

„Ich war 24 Jahre alt, als Mutter uns verwandelt hat.“, beantwortete Elijah ihre unausgesprochene Frage. „Wenn ihr schon letztes Jahr geplant habt zu gehen warum seid ihr noch hier?“, fragte er.

Elena biss sich auf ihre Unterlippe. „Mein Bruder.“, die Brünette brach ab und räusperte sich. „Jeremy und seine Frau starben vor eineinhalb Jahren bei einem Autounfall. Sie hinterließen eine inzwischen 19-jährige Tochter.“.

„Das tut mir sehr leid, Elena.“, Elijahs Hand fand die der Doppelgängerin und drückte sie kurz. Ein Kribbeln überkam die Brünette. Das würde ein anstrengender Abend werden, dachte Elena und als Elijah wieder auf Distanz ging, ertappte sie sich bei dem Gedanken, dass er ihr ruhig öfter näherkommen konnte. Viel näher. Seit wann reagierte ihr Körper so auf den Ur-Vampir? Elena kannte die Antwort, aber sie verbot sich jeden Gedanken an ihre letzte Begegnung. „Rebekah hat Jeremys Tochter das Geld gegeben, oder?“, fragte Elijah und riss Elena so aus ihren Gedanken. Ertappt sah die Brünette den Ur-Vampir an. Verdammt, sie hatte nicht zugehört. „Elena?“, fragte der Ur-Vampir und die Brünette biss sich wieder auf ihre Unterlippe.

„Könntest du das noch einmal wiederholen?“, murmelte die Doppelgängerin und ihr verräterischer Körper färbte ihre Wangen rot.

„Wo bist du nur mit deinen Gedanken?“, fragte Elijah sichtlich belustigt.

Elena wollte es nicht sagen, aber ihr Gehirn wollte die Information einfach nicht für sich behalten. „Wie hieß diese Kleinstadt in Pennsylvania nochmal?“, platzte es aus ihr heraus und am liebsten würde die Brünette im Erdboden versinken. Der Ur-Vampir blieb abrupt stehen und sah die Brünette aus braunen Augen an. Jetzt war es wohl so weit. Jetzt waren sie an einem Punkt wo Elena ihre Frage auch einfach stellen konnte. Du bist so eine Vollidiotin, dachte die Doppelgängerin. „Wenn du wusstest wer vor dir stand, warum hast du mich dann geküsst?“, jetzt war die Katze aus dem Sack. Sie konnte nicht mehr zurückrudern und sie wollte auch nicht. Elena hatte nicht das Gefühl, dass fast 25 Jahre vergangen waren seit sie Elijah das letzte Mal gesehen hatte. Es fühlte sich an, als wären es Monate und nicht Jahre. Ihr Herz schlug schon wieder schneller und zum ersten Mal seit Jahren fühlte sie sich wieder lebendig.

Elijah wusste das der Moment kommen würde. Er hatte nur gehofft er könnte ihn an diesem Abend noch etwas länger hinaus zögern. „Elena.“, begann er und die Brünette legte ihren Kopf leicht in den Nacken, um Elijah besser ansehen zu können. „Ich…“, Elijah brach ab und suchte händeringend nach Worten. Was sollte er ihr sagen? Die Wahrheit? Der Ur-Vampir war sich nicht einmal sicher, ob er sich selbst die Wahrheit je eingestanden hat. Elena lächelte leicht, als sie ihn in seiner Bewegung erstarren sah. Sie hatte an diesem Abend schon so viele Sachen gesagt, die sie gern für sich behalten hätte. Da konnte sie jetzt ebenso gut tun was sie wollte und sich vergewissern das sich seine Lippen immer noch so gut auf ihren anfühlten. Die Brünette ging zwei Schritte auf Elijah zu und fast automatisch schloss sich der linke Arm des Ur-Vampirs um Elenas Taille. „Die Szene mag eine andere sein, aber der Grund ist derselbe.“, drangen Elijahs Worte an das Ohr der Doppelgängerin. Langsam senkte Elijah seinen Kopf und die Doppelgängerin schloss ihre Augen, als er seine Lippen auf ihre legte. Elena schlang ihre Arme um den Nacken des Ur-Vampirs und er vergrub seine freie Hand in ihren Haaren. Zum zweiten Mal an diesem Abend schien die Welt stillzustehen und es war Elena egal, dass sie sich Mitten in New York auf einer belebten Straße befanden. Kurze Zeit später fanden sie sich vor der Tür ihres Apartments wieder. „Wir hätten gesehen werden können.“, flüsterte Elijah nah an ihrem Hals und Elena liefen heißkalte Schauer über den Körper.

„Mir egal.“, knurrte die Brünette erregt und versuchte ihre Handtasche zu öffnen. Sie brauchte dringend diesen blöden Schlüssel.

„Lass mich das machen.“, hauchte Elijah zwischen zwei Küssen. Mit einem lauten Knacken gab das Schloss nach und Elena war erleichtert, dass sie einmal mehr vergessen hat die Alarmanlage anzuschalten. „Ich…“, begann der Ur-Vampir.

„Vergiss es einfach.“, sagte Elena heiser und schob ihre Hände unter sein Hemd.





Klaus wollte sich gerade umdrehen, da schoss eine Hand vor und krallte sich in sein Hemd. „Was glaubst du eigentlich was du da tust?“, fragte Caroline außer Atem. In ihren Augen glitzerte die Wut und ihre Brust hob und senkte sich schwer.

„Ich gehe…“, Klaus war perplex.

„Das sehe ich, aber ich will nicht das du gehst. Warum wolltest du überhaupt mit mir reden, wenn du doch nichts zu sagen hast?“, sprach die Blondine wütend.

„Du willst also nicht das ich gehe?“, fragte der Ur-Hybrid nach und am liebsten würde Caroline Klaus in der Luft zerreißen. Sie wusste, dass er das alles nur getan hatte, um von ihr eine Reaktion zu bekommen. Die Erkenntnis, dass er ebenso noch etwas für sie empfand wie sie für ihn traf Caroline unvorbereitet. Klaus nutzte die Überraschung der jungen Vampirin aus, blitzte auf sie zu und drückte sie erregt gegen den nächsten Baum. Seine Mund eroberte ihren und er hob sie auf seine Hüften. Caroline schlang ihre Beine um seine Mitte. „Ich zeige dir, was ich empfinde“ flüsterte Klaus rau. Caroline konnte das Versprechen in Worten hören und Hitze durchflutete sie.

Ihre Wut und all der Schmerz waren wie weggeblasen, als seine Hände überall auf ihrer nackten Haut lagen. „Klaus“ keuchte die Blondine. Sein Blick war dunkel und erfüllt von Lust. Langsam zog sie seinen Kopf zu sich herunter während ihre Beine immer noch um seinen Körper lagen. „Verdammt, nimm mich“ flüsterte sie heiser. Mit einem Ruck hatte Klaus seinen Gürtel gelöst und seine Hose geöffnet. Sein Verstand setzte komplett aus. Er wusste, dass er das alles anders geplant hatte, aber er konnte und wollte die Zeit jetzt nicht mit reden verschwenden. Alles in ihm schrie danach ihr Lust zu bereiten. Er hob ihre Kleid an und riss ihren Slip zur Seite. Langsam streichelte der Ur-Hybrid über ihren Körper. Caroline bog sich zurück und stöhnte laut auf. „Bitte Klaus“ keuchte sie während sich auf ihren Körper eine Gänsehaut ausbreitete. Heisskalte Schauer liefen über ihren Rücken und Caroline konnte sich nicht daran erinnern jemals solche Erregung empfunden zu haben. Ihre Nippel wurden hart als er seine weichen Lippen darum schloss. Sanft zog er mit seinen Zähnen daran und Caroline bog sich ihm noch mehr entgegen. „Klaus!“ stöhnte sie. Der Ur-Hybrid ließ sich nicht noch einmal bitten und drang mit einem Stoß tief in sie ein. Caroline schrie überrascht auf. Ihre Fingernägel krallten sich in seinen Rücken und ihre Atem ging stoßweise. In Klaus drehte sich alles. Seine Empfindungen zogen ihn in einen Strudel nie gekannter Lust. „Caroline“ flüsterte er leise und blitzte sie gegen den nächsten Baum. Die Stille um sie herum erzitterte und Schauer jagten durch seinen ganzen Körper.

„Oh Klaus“ flüsterte die Blondine mit geröteten Wangen. Klaus hielt in seiner Bewegung inne und sah in ihre wunderschönen Augen. Caroline blickte zurück und Klaus war sich sicher, dass er noch etwas anderes als Lust darin erkennen konnte. Sie presste ihre Lippen noch fester auf seine und Klaus nahm sie mit langsamen innigen Stößen. Carolines Laute drangen wie von weitem zu ihm durch. Er hatte immer noch das Gefühl, dass er jeden Moment aufwachen könnte. Die Blondine keuchte und zog seinen Kopf fest zu sich. „Klaus“ flüsterte sie wieder mit brüchiger Stimme. Er wollte nichts sehnlicher als ihr zu Schenken was sie so sehr verlangte. Carolines öffnete ihren Mund, um zu schreien, ihre Lider zitterten und ihr Puls raste. Klaus Selbstbeherrschung geriet an seine Grenzen. Als sie keuchend aufschrie gab auch er sich seinem Verlangen hin und ließ sich erschöpft gegen sie sinken.

Vorsichtig stellte der Ur-Hybrid Caroline wieder auf ihre Beine und wartete auf den einen Sturm aus Wut und Abscheu. Doch es geschah nichts, so dass er es wagte die schöne Blondine anzusehen. „Du bist nicht wütend.“, stellte er fest und Caroline lächelte ein schönes Lächeln.

„Warum sollte ich?“, fragte sie spielerisch. „Elena und deine Schwester werden sich schon etwas dabei gedacht haben.“, sagte Caroline und streckte Klaus ihre Hand hin. „Ich war so lange wütend und wenn ich nicht wütend war, dann war ich traurig und einsam. Wir haben alle Fehler gemacht, aber ich kann dich nicht gehen lassen. Ich empfinde nach all den Jahren immer noch etwas für dich und natürlich könnte ich es uns jetzt schwer machen. Aber ich hätte nichts davon.“, gestand Caroline ehrlich und ließ sich von Klaus in eine Umarmung ziehen. Sanft strich er ihr über das zerzauste Haar. „Lass uns zu mir nach Hause gehen.“, bat Care und diese Bitte erfüllte der Ur-Hybrid ihr nur allzu gern.
Review schreiben