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Morgana's Rache

von grantaire
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
23.02.2020
29.02.2020
3
7.151
 
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Dieses Kapitel
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23.02.2020 1.773
 
Lancelot's Sicht
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Natürlich wusste ich dass es falsch war, Guinevere war die Frau meines Bruders doch egal wie oft ich versuchte jeglichen Gedanken an sie aus meinem Kopf zu verbannen und mein Herz einer anderen Frau zu schenken es gelang mir nicht. Jeder meiner Gedanken galt ihr und manchmal wenn mich die Sehnsucht nach ihr um Verstand und Schlaf brachte stellte ich mir vor sie läge neben mir im Bett, liebkoste mich und ihr Herz wäre mir zugetan nicht Artus. Der silberklang ihrer zarten Stimme, ihre langen haselnussbraunen Haare, ihre wunderschönen smaragdgrünen Augen und ihre vollen, makellosen roten Lippen. Jeden weiteren Tag den ich in der Nähe von Artus und Guinevere verbrachte ließ meine Liebe zu ihr nur noch inniger und größer werden. Jedes mal wenn sie mich anlächelte oder ansprach wurde mir ganz warm um's Herz und sprach sie mit Artus brach mein Herz ein bisschen mehr. Ich hatte bereits darüber nachgedacht Camelot zu verlassen doch das hätte bedeutet dass ich meinen Bruder und Guinevere verlassen müsste und das brachte ich nicht über mich. Artus brauchte einen vertrauten mit dem er über alles reden konnte und ich brauchte Guinevere fast so wie die Luft zum Atmen. Lieber in Camelot bleiben und sie wenigstens von fern sehen als gehen und sie nie wieder sehen dachte ich mir, blieb und litt stumm weiter. Um nicht doch noch etwas dummes zu machen achtete ich darauf niemals mit Guinevere allein in einem Raum zu sein und mied die Gesellschaft von ihr und Artus so gut ich konnte. Das ging einige Tage gut bis Artus mich eines Abends im Pferdestall des Schlosses abfing wo ich mittlerweile den Großteil der Zeit verbrachte und mich um die Pferde kümmerte. "Lancelot, was ist in letzter Zeit mit dir los? Warum ziehst du dich immer wieder zurück, meidest Guinevere's Gegenwart und gehst auch mir aus dem Weg so kenne ich dich garnicht. Wenn ich oder Guinevere irgendetwas gesagt oder getan haben sollten was dich verärgert hat dann sag es mir bitte. Du bist mir wie ein Bruder und ich kann dieses Land nicht ohne deine Unterstützung regieren. Ich brauche dich, den Mann dem ich ohne Einschränkungen in allen Angelegenheiten vertrauen kann, der mir den Rücken stärkt und freihält und sich auch nicht scheut es mir direkt zu sagen wenn meine Entscheidungen falsch sind". Ich rang mich zu einem kleinen Lächeln durch. "Mach dir keine Sorgen, Artus. Mir geht es gut ich mache mir nur Sorgen wegen Morgana's Drohungen". "Leistest du mir und Guinevere beim Abendessen Gesellschaft?" fragte mich Artus ihm war anzumerken dass er mir kein Wort glaubte doch er ließ das Thema auf sich beruhen zumindest fürs erste. So wie ich ihn kannte würde er das Thema zu einem anderen Zeitpunkt nochmals ansprechen. Das Abendessen war die reinste Tortur für mich. Guinevere sah in ihrem neuen silbernen Kleid was Artus ihr kürzlich geschenkt hatte noch schöner aus als sonst. Ihre fast Elfengleiche Schönheit fesselte mich jedesmal aufs neue. Nur mit Mühe gelang es mir den Blick von ihr abzuwenden und mich auf das Essen zu konzentrieren. Artus war an diesem Abend sehr gut gelaunt und es fühlte sich fast wieder an wie in alten Zeiten als wir beide noch frei und unbeschwert gewesen waren ohne die Pflichten und die Verantwortung eines Königs die jetzt auf ihm lastete. Er schien wirklich vorzuhaben mich auf andere Gedanken zu bringen und mich wieder lächeln zu sehen und ich überlegte schon Artus zu erzählen was mich bedrückte. Doch als ich hörte wie Guinevere und Artus leise von ihrer Zukunft sprachen, er um ihre Hand anhielt und sie freudig zustimmte. Artus steckte ihr den Verlobungsring an dann fielen sich die beiden in die Arme und küssten sich länger und inniger als je zuvor. Ich spürte wie mein Herz erneut in Millionen Stücke zerbrach. Den Rest des Abends fühlte ich mich wie das dritte Rad am Wagen. Jetzt wo Artus sich mit ihr verlobt hatte war Guinevere endgültig unerreichbar für mich geworden. In Gedanken bei Guinevere und der unerwiederten Liebe die ich für sie empfand verarbeitete ich mein Essen zu Matsche und bekam doch keinen Bissen herunter dafür aber zehn Becher guten Wein. Die besorgten Blicke von Artus und Guinevere beachtete ich garnicht. Heute Abend wollte ich trinken und für wenige Stunden all das vergessen was mich Tag für Tag so quälte. Deutlich angesäuselt verließ ich einige Stunden später den Speisesaal und ging in meine Gemächer. Dort fiel ich sofort ins Bett und dachte an Guinevere. Meine Gefühle würden wohl auf ewig mein süßes Geheimnis bleiben. Um nichts auf der Welt würde ich das Leben meines Bruders, in allem außer Blut, zerstören selbst wenn der Preis für sein Glück hieß dass ich auf Guinevere verzichten musste und wer sagte überhaupt dass sie das gleiche für mich empfand? Mir blieb immerhin noch die Erinnerung an die kostbaren Momente als ich sie kurz im Arm gehalten und mich sofort in sie verliebt hatte. Ich wähnte mich bereits im Himmel und wollte sie garnicht mehr loslassen bis Artus auf der Lichtung aufgetaucht war. Sein erster Blick galt Guinevere und in diesem Augenblick wurde mir alles klar: die Frau von der Artus seit Tagen sprach und in die er sich verliebt hatte war Guinevere. An diesem Tag traf ich eine Entscheidung: ich durfte sie nicht lieben. Zum wohl meines Bruders musste ich auf sie verzichten. Der Tag an dem die beiden Heirateten war der Tag an dem mein Herz endgültig brach.4 In den Wochen vor der Hochzeit hatte Artus mir fast keine ruhige Minute gelassen. Es war nur natürlich dass er seinen besten Freund an seiner Seite brauchte und mich an seiner Freude teilhaben lassen wollte. Er konnte ja nicht wissen wie es um meine Gefühle bestellt war. Ich machte also gute Miene zum bösen Spiel und half ihm so gut ich konnte. Zusammen wählten wir die Ringe und die Kleidung für seinen großen Tag aus und es überraschte mich auch nicht als er mich darum bat sein Trauzeuge zu werden. Mit einem gequälten Lächeln was ihm garnicht aufzufallen schien gab ich seiner Bitte nach. Nach der feierlichen Zeremonie in der Artus und Guinevere verheiratet wurden gelang es mir mich im Getümmel der Tanzenden zu verbergen. Ich fing tatsächlich an das Fest zu genießen und tanzte mit einigen von Guinevere's Brautjungfern so froh und ausgelassen war ich lange nicht gewesen. Bis ob zufällig oder von ihr geplant die Tanzpartner wechselten und Guinevere vor mir stand und darauf wartete dass ich mit ihr tanzte. "Entschuldigt mich eure Hoheit" sagte ich und wendete mich zum gehen. "Bedrückt euch etwas?" Fragte mich Guinevere. "Nein!" Sagte ich schnell darum bemüt möglichst schnell Abstand zwischen mich und das Objekt meiner Begierde zu bringen. "Ich finde ihr solltet als nächster Heiraten, Lancelot" schlug sie mir vor. "Ich fürchte ich werde niemals Heiraten"sagte ich bemüt den Blick nicht zu lange auf ihr verweilen zu lassen. "Es wäre eine Schande. Jede junge Frau dort draußen sehnt sich nach einem so wunderbaren Ehemann wie ihr es wärt". Wenn sie nur wüsste dachte ich mir. "Mein Herz gehört bereits einer Frau" gab ich zögernd zu. "Dann solltet ihr sie heiraten". "Sie gehört schon einem anderen" entgegnete ich. "Dann müsst ihr sie aus eurem Sinn vertreiben" entgegnete Guinevere mahnend. Ich schaute sie überrascht an. Ahnte sie etwa was ich für sie empfand? "Das versuche ich aber, es gelingt mir nicht sie aus meinem Herzen zu verdrängen". "Aber wäre es nicht besser, ihr fändet jemanden der eure Liebe zu würdigen weiß anstatt dass sie unerwiedert dahinwelkt?" "Das tut sie nicht" entgegnete ich verträumt "mit jedem Tag den ich in ihrer Gegenwart verbringe wird meine Liebe zu ihr tiefer und inniger. Inzwischen ist mir jeder zug ihres Gesichts und jede Linie ihres Körpers so vertraut". "Ihr scheint sie recht gut zu kennen". "Ich weiß fast alles von ihr" sagte ich lächelnd. "Ach hier seit ihr, die zwei Menschen die ich über alles in der Welt liebe" unterbrach Artus unser Gespräch. "Komm, meine Liebe der Tanz ist noch nicht zu Ende" sagte er lächelnd zu Guinevere und verschwand mir ihr in der Menge. Ich blieb alleine zurück.


Um mich von Guinevere abzulenken sprach ich mehr und mehr dem Wein zu, schlief mit unzähligen Frauen doch keine von ihnen glich Guinevere. Meine Liebe zu ihr wurde mit jedem Tag stärker doch um meinen Bruder nicht unglücklich zu machen schwieg ich. Im Grunde gönnte ich ihm sein Glück ja auch und Guinevere passte wirklich perfekt zu ihm. Sie war die geborene Königin und die perfekte Frau für meinen Bruder. Um die Liebe der beiden nicht zu zerstören musste ich meine Gefühle für mich behalten auch wenn es mir das Herz brach. Artus sprach bereits freudestrahlend von Kindern und gab mir den Auftrag Guinevere's persönlicher Leibwächter zu werden um sie zu beschützen. Es hatte in der letzten Zeit mehrere Drohungen gegen Guinevere gegeben und Artus wollte seine Frau beschützt wissen. "Lancelot, Bruder bitte. Du weißt doch warum ich deswegen an dich herantrete: es gibt im Palast dutzende Männer die diese Aufgabe gern erhalten hätten doch keinem vertraue ich so wie dir wenn es darum geht meine Geliebte Guinevere zu beschützen". "Na gut, Brüderchen, ich mach's" versprach ich ihm meine Nervosität mühsam unterdrückend. Artus lächelte erleichtert" danke, Lancelot ich weiß dass ich mich auf dich verlassen kann". Auf dem Weg zu meinem Zimmer bereute ich es bereits zugesagt zu haben doch gesagt war gesagt. Artus war mein König und mein Bruder und ich hatte ihm den Treueschwur geleistet. Er verließ sich auf mich und vertraute mir sonst hätte er sicher nicht mir die ehrenvolle Aufgabe gegeben seinen wertvollsten Schatz zu beschützen. Etwas zuversichtlicher sah ich dem nächsten Tag entgegen an dem mein Dienst als der Beschützer der Königin beginnen sollte. Bereits nach einer Woche dachte ich darüber nach Artus zu bitten jemand anderen mit dem Schutz seiner Frau zu betrauen. Ich hielt es einfach nicht mehr aus. Jeder Tag in Guinevere's Nähe zeigte mir nur noch deutlicher was ich niemals haben würde und dauerhaft in ihrer Nähe zu sein machte es mir nicht leichter ihr gegenüber formell zu bleiben. Jede weitere Sekunde in ihrer Nähe ließ meine Entscheidung meine Gefühle verborgen zu halten gefährlich schwanken trotzdem versuchte ich meinen Pflichten als Ritter weiterhin nachzukommen und Artus nach Kräften zu unterstützen.
 
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