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Feuer des Nordens

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16
Aragorn Gandalf Gimli Legolas
22.02.2020
21.11.2020
8
9.744
3
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
21.11.2020 1.377
 
Mein Dolch bohrte sich in Beine, Arme und Hälse. Doch immer, wenn ich einen Gegner besiegt hatte, schienen zwei neue seinen Platz einzunehmen.  Die Orks waren stark, klüger und schneller als jene, gegen welche ich im Norden kämpfte und das komische war, dass sie am helligsten Tag angriffen. Die Sonne schien ihnen nichts auszumachen.
Dennoch kämpfte ich ohne Zurückhaltung  weiter. Was diese Kreaturen waren, konnte ich mir später überlegen, wenn sie tot zu meinen Füßen lagen. Mit dem Dolch hatte ich eine kürzere Reichweite als ich es von meinem Stab gewöhnt war. So musste ich näher an meinen Gegner heran treten und die Gefahr erwischt zu werden wurde größer.
Ich hatte gerade einen Ort mit einen Tritt in die Magenkrebs zu Boden geschickt, da stürmte auch schon der nächste heran, ich konte seinen Hieb gerade noch rechtzeitig abfangen, nur eine Handbreit von meiner Schulter entfernt. Doch der Schlag ließ meinen ganzen Arm zittern. Ich war ausgelaugt, seit Wochen war ich auf Reisen, stets wachsam und angespannt, um auf jeden Kampf gefasst zu sein.
Dem nächsten Hieb konnte ich nicht  mehr abfangen, ich ließ mich zu Boden fallen und rollte mich zwischen den Beinen des Ungetüm hindurch um meinem Ende zu entgehen. Damit hatte er nicht gerechnet, zu langsam begriff er, dass ich nun hinter ihm stand, was seinen Tod bedeutete. Mit einer Drehung meines Handgelenks, stieß ich meinen Dolch von unten durch eine Lücke seiner Rüstung und er sackte in sich zusammen.

Ich sah mich um, das eigenartige Gespann aus Zwerg und Elb hatte ebenfalls ganze Arbeit geleistet. Auf dem gesamten Plateau  lagen Orkleichen verstreut. Aus einigen ragten Pfeile hervor, andere waren mit einer Axt in Stücke zerhauen wurden. Andere sahen aus, als schliefen sie nur, welche ich getötet hatte. Sie trugen nur kleine aber präzise Einstichstellen. Doch sie waren genau wie ihre zerstümmelten Kameraden in die Ewige Verdammnis eingegangen.

Ich sah zu den beiden Kämpfern hinüber. Es war zu spät  für mich, um unbemerkt zu verschwinden. Sie hatten mich bereits bemerkt und kamen auf mich zu. "Verdammt,  so viel zu meinem Auftrag unerkannt zu bleiben und mich unter keinen Umständen  zu erkennen zu geben." Ich würde mir etwas ausdenken müssen, eine Geschichte, welche erklärte, warum eine junge Elbisch aussehende Frau alleine an den Grenzen Loriens herunströmerte, zufälliger Weise auf diese Gruppe traf und auch noch eine umfassende Kampfausbildung besaß. Zum Glück  waren wir Wächter, im Gegensatz  zu den Elben, begnadete Lügner.

Während sich in meinem Kopf schon die Geschichte einer Rebellin sponn, welche abgehauen war, um das Abenteuer zu suchen, wanderte mein Blick zum Gesicht des Elben,  seine Augen waren vor Entsetzen weit aufgerissen und er starrte mich direkt an. "Was, sah ich etwa so schrecklich aus? Nicht jede Frau trug stets schöne Kleider und wartete fein gepflegt auf die Heimkehr ihres Mannes".

"Hinter euch" drang die Stimme des Elben zu mir herüber. Zu spät realisierte ich, dass sein Entsetzen nicht mir, sondern dem Ork, welchen ich zuvor mit einem Tritt zu Boden geschickt hatte,  galt. Ich hatte ihn in all dem Chaos vergessen, sobald ich mich dem nächstem Gegner zuwand. Ich drehte mich um meine eigene Achse und ein Pfeil zischte an mir vorbei genau zwischen die Augen der Kreatur. Im selben Moment entflammt ein brennender Schmerz an meinem Oberschenkel und ich sackte zu Boden.

Die Welt verschwamm vor meinen Augen, ein durchdringend fiepen war das einzige, das ich noch hören konnte. Der Schmerz verdrängte alles andere um mich herum.  Wimmernd hielt ich mein Bein, meine Atmung ging stockend und flach. Wie hatte ich nur so dumm sein können. Achtsamkeit war eine der ersten Lektionen in der Ausbildung  eines Wächters und ich hatte sie in den Wind geschlagen wie eine junge Novizin.


"Steh auf! Noch einmal "  die Stimme des Meisters drang zu mir duch. Schwer atmen rappelte ich mich auf. Meine Kleidung stand vor Dreck und ich hustete aufgrund  des Staubes der überall auf dem Übungsplatz aufgewirbelt wurde. Um mich herum kämpfte jeweils ein Novize gegen eine kleinere Gruppe und immer wieder verlur der einzelne Kämpfer. Jedem von uns war die Anstrengung an zu sehen, der Schweiß tropfte von unseren Körpern, welche in der prallen Sonne schmorten. Zum hundertsten Mal an diesem Tag war ich in den Dreck gestoßen worden. Die Jungen gegen welche ich kämpfte machten sich über mich lustig: "Na, zählst du schon die Käfer im Sand?" Frustriert und trotzig stieß ich mein Schwert in den Boden. Das hatte doch alles keinen Sinn. "Was bringt das? Wir werden niemals gegen eine Überzahl an Angreifern gewinnen! Das ist unmöglich, wer ist so doof und greift seine Gegner an, wenn sie zu mehrfach sind? Diese Übung  bringt doch absolut  nichts!" rief ich voller zorn aus. Ich hatte die Nase voll davon so gedemütigt  zu  werden.
"Hört hört, Lady Thalia beglückt und mit  einer ihrer Weisheiten" Die Augen meines Meisters blitzten auf und ich wusste, dass ich einen gewaltigen Fehler begangen hatte.
"Nun unsere kleine Lady ist anscheinend der Meinung man könnte sich seine Gegner immer aussuchen. " Die Klasse ging in heiterem Gelächter auf. "Das.... das hab ich so nicht gesagt" doch keiner hörte mich.
"Nun heute steht ihr noch auf dem Übungsplatz und kämpft mit euren Holzschwertern. Doch schon bald werdet ihr in der Welt dort draußen  sein und jeder Fehler kann euren Tod  bedeuten. Ihr könnt in einern Hinterhalt gelockt werden, in einer Schlacht kämpfen oder ein Dorf vor einer Gruppe Orks beschützen müssen. Und diese werden sich nicht anstellen um höflich einer nach dem anderem gegen euch an zu treten, wie unsere Kleine es gerne hätte." Wieder lachten meine Mitschüler.  Solche hinterhältigen Schleimer. Niemand fand die Witze des Meisters wirklich komisch,  doch jeder Lachte um ihn nicht gegen sich auf zu hetzen.  
"Dort draußen müsst ihr jeder Zeit achtsam sein, kein Gegner darf euch überraschen können,  ihr müsst  ihre Bewegungen und Angriffe vorrausahnen und keinen von ihnen jeh vergessen. Los, greift mich an!"

Wir zögerte, war das ein Trick? "Na los, ich bin alleine, ihr seid 20, seid ihr etwa zu feige?"
Stichelte der Meister uns auf.
Entschlossen hoben wir unsere Schwerter und griffen an. Eine Klinge zielte auf seine ungeschützte Seite, während er zwei andere Novizen entwaffnete , doch kurz bevor das Schwert ihn traf, passierte der Wächter und sorgte mit einem Kinnhaken dafür, dass sein Angreifer Kampfunfähig zu Boden ging. Egal was wir versuchten, jedes Mal, wenn einer von uns eine Lücke in seiner Abwehr glaubte zu entdeckte, parierte unser Lehrer den Hieb im letzten Moment, als würde er jede Bewegung  um sich herum wahrnehmen. Am Ende lagen wir alle benommen und entwaffnet am Boden und der Meister hatte nicht einmal einen blauen Fleck davon getragen. "Was liegt ihr darum, ihr habt noch viel zu lernen, keiner verlässt den Platz, ehe er nicht mindestens drei Gegner auf einmal abwehren kann! An die Arbeit und Thalia, da du diese Übung für sinnlos hältst, darfst du gegen mich antreten, ganz alleine ein gutes altes Duell"  Ich wusste an diesem Abend würde ich vor Schmerzen kaum noch laufen können.


Etwas rüttelt, mich aus meinen Erinnerungen. Eine Hand lag auf meinem Arm und holte mich zurück  in die Gegenwart. Mein Blick wurde langsam wieder klarer und ich erkannte den blonden Elben vor mir. Er hatte sich zu mir herab gebeugt und sah mich besorgt aus blauen Augen, so dunkel wie der Ozean in meiner Heimat, an.


So, ich weiß  es ist spät,  aber ich hoffe trotzdem,  dass ich  das Kapitel  noch  pünktlich  hochladen kann. Was haltet ihr von den Einblicken in Thalia Vergangenheit? Wollt ihr mehr davon lesen, oder wollt ihr lieber, dass die Handlung schnell weiter geht? Was denkt ihr? Ich freue mich jederzeit über eure Reviews, an dieser Stelle ein ganz großes  Dankeschön  an Tikaani Hermine, Anita  und Piros. Eure Nachrichten haben mich wirklich  sehr motiviert weiter an diesen Kapitel  zu schreiben.
Ich hoffe auch dieses Kapitel hat euch gefallen, bis nächste  Woche.  
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