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Sorgenschwer

von ElliG
GeschichteDrama, Familie / P16 / Het
Emilie Hofer Katharina Strasser Lorenz König Markus Kofler Mia Steiner Simon Plattner
18.02.2020
14.05.2021
43
96.937
31
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Dieses Kapitel
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18.02.2020 965
 
Gedankenverloren saß Markus auf der Bank vor dem Haus seiner Mutter Johanna und blickte in die Ferne. Seine Gedanken kreisten um Mia. Das kleine Mädchen war seit mittlerweile drei Jahren bei ihm. Zu Beginn hatte er sich schwer mit dem Gedanken getan, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Sein Beruf bei der Bergrettung barg einige Risiken und forderte ein hohes Maß an Flexibilität. Wenn Notrufe eingingen, dann musste er schnell verfügbar sein und alles stehen und liegen lassen um Leben zu retten. Das war mit einem geregelten Familienleben nicht wirklich zu vereinbaren. Er wollte damals nicht, dass Mia mit einem Gefühl ständiger Unsicherheit aufwachsen musste. Er selbst hatte dies in seiner Kindheit durchleben müssen. Seine Mutter hatte er damals nicht gekannt. Er war bei seinem Vater aufgewachsen – von dem er allerdings nie genau gewusst hatte, ob er wirklich sein leiblicher Vater war. Die ständigen Gerüchte im Dorf, er sei adoptiert, hatten ihn stark verunsichert. Außerdem war sein Vater so sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, dass er sich als kleiner Junge immer alleine gefühlt hatte. Irgendwann hatte auch das Jugendamt mitbekommen, dass sein Vater nicht richtig für ihn sorgen konnte. Ob eine Unterbringung im Heim damals jedoch die richtige und einzige Lösung gewesen war, wagte er zu bezweifeln. Immerhin hatte er dort aber Carola kennen gelernt. Sie waren wie Geschwister aufgewachsen und nichts hatte sie trennen können. Selbst als Markus irgendwann im Alter von 12 Jahren plötzlich – auf Wunsch seines Vaters – auf ein Internat gesteckt wurde, hatten sie den Kontakt gehalten. Nach Carolas Tod hatte er letztlich keine Wahl gehabt und er war froh, dass sein Patenkind Mia nun bei ihm lebte. Sie war ein fröhliches Mädchen, doch so langsam kamen die Herausforderungen der Pubertät auf ihn zu. Er konnte nicht leugnen, dass es zeitweise anstrengend war und er manchmal verzweifelte, wenn Mia wieder aufmüpfig wurde. Aber auch das würde er irgendwie meistern – mit der Unterstützung von Emilie, Franz und vor allem Katharina. Er liebte Mia wie seine eigene Tochter. Und dann stand da gestern plötzlich Lorenz vor ihm. Mias leiblicher Vater. Seitdem plagte ihn die ständige Angst, dass er Mia verlieren könnte. Das brachte ihn so langsam um den Verstand und der Gedanke trieb ihm auch jetzt Tränen in die Augen. Seine kleine Familie war in Gefahr. Doch eines stand für ihn fest: Er würde um Mia kämpfen.

Plötzlich legte jemand eine Hand von hinten auf seine Schulter. Markus drehte sich um und blickte mit tränenverhangenem Blick in das Gesicht seiner Mutter. Johanna schaute ihren Sohn besorgt an.
„Was ist passiert Markus?“, fragte sie mit sanfter Stimme.
Markus schloss die Augen und atmete tief durch. Eine Träne lief über sein Gesicht. Johanna setzte sich neben ihn und nahm seine rechte Hand, die bis dahin auf seinem Oberschenkel geruht hatte. So verzweifelt hatte sie ihren Sohn noch nie gesehen. Was konnte nur passiert sein? Hatte er Streit mit Katharina? Oder hatte sie sich gar von ihm getrennt? Sie gab Markus Zeit sich zu sammeln und strich dabei sanft mit dem Daumen über seinen Handrücken. Sie hatte das Gefühl, ihm dadurch etwas Halt zu geben und er erwiderte den Händedruck. Es dauerte eine ganze Weile bis Markus die Augen wieder öffnete und sie mit seinen blauen Augen anschaute. Die Verzweiflung, die in seinem Blick lag, zerriss ihr beinahe das Herz.
„Mias Vater ist gestern bei uns aufgetaucht“, brachte Markus mit tränenerstickter Stimme hervor.
Johanna starrte ihren Sohn fassungslos an. Ihr wurde abwechselnd heiß und kalt. Ein Gefühl von Machtlosigkeit und Verzweiflung ergriff sie. So ähnlich hatte sie sich gefühlt, als man ihr damals Markus kurz nach der Geburt weggenommen hatte. Mutter und Sohn blickten sich tief in die Augen und spürten eine Verbindung, wie sie sie zuvor noch nie gespürt hatten. Johanna wusste plötzlich genau, warum ihr Sohn in dieser Situation zu ihr gekommen war. Und Markus spürte, dass seine Mutter seine Beweggründe erkannt hatte. Kurz darauf lagen sie sich in den Armen und hielten sich gegenseitig fest.

Die Stille wurde jäh durch das Klingeln von Markus‘ Handy unterbrochen. Langsam lösten sie sich voneinander und Markus wischte sich mit dem Ärmel die Spuren seiner Tränen aus dem Gesicht. Er sah, dass auch Johanna weinte. Der Blick auf das Display seines Handys verriet ihm, dass die Zentrale der Bergrettung am anderen Ende der Leitung war. Nachdem er noch einmal tief durchgeatmet hatte, nahm er den eingehenden Anruf an. „Ja?“ Er versuchte mit möglichst fester Stimme zu sprechen, was einigermaßen gelang. Außer Katharina wusste bislang niemand aus dem Team, was am gestrigen Tag vorgefallen war.
„Markus? Einsatz am Krippenstein. Ein 12-jähriges Mädchen ist beim Klettern abgestürzt“, hörte er Rudi sprechen.
Sofort schaltete Markus in einen Modus, in dem er einfach nur funktionierte und alles Private beiseite schob.
„Ist gut Rudi. Ich bin in 15 Minuten am Heliport. Bis gleich.“
Er legte auf und schaute seiner Mutter erneut in die Augen.
„Ich muss los.“
Seine Mutter nickte ihm zu. Es brauchte in diesem Moment keine Worte.
„Danke“, sagte Markus zum Abschied und gab seiner Mutter einen sanften Kuss auf die Wange. Dann eilte er zu seinem Auto, stieg ein und fuhr davon.


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Hallo alle miteinander,
nachdem ich bislang fleißig dabei gewesen bin, Geschichten zu lesen und dazu auch den ein oder anderen Kommentar zu hinterlassen, habe ich mich mal an einer eigenen Geschichte versucht. Diese befindet sich aktuell noch in der Entstehung, besteht aber bereits aus einigen Kapiteln. Inspiriert wurde ich vom Finale der 11. Staffel und dem Auftauchen von Lorenz sowie einigen alten Folgen mit Mia und Markus. Ich versuche dabei möglichst viel aus den Original-Folgen aufzugreifen, ein bisschen auszuschmücken und weiter zu erzählen.
Ich freue mich darüber, wenn ihr mir eure ehrliche Meinung zu meiner Geschichte mitteilt. Konstruktive Kritik - egal ob zu Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau oder der Handlung - sind herzlich willkommen.
Viele Grüße,
Elli
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