AFTER PASSION - Alles oder nichts

GeschichteRomanze / P16
Hardin Scott Mrs. Young OC (Own Character) Steph Tessa Young
17.02.2020
30.06.2020
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30.06.2020 1.351
 
Da saß ich nun. Immer noch lehnte ich mit dem Kopf an der Wand in meinem Zimmer. Durch meinen Kopf zogen Hardins Aussagen. Was würde meine Mutter wohl gerade denken, nach Hardins Liebeserklärung an mich? Jedenfalls schwiegen sich die beiden gerade an. Was sollte ich jetzt bitte tun? Wenn Hardin mich verarschen würde, würde er mich dann selbst zu meiner Mutter bringen und mit ihr reden, obwohl er wusste, sie mochte ihn überhaupt nicht? Das passte alles nicht zusammen. Was wollte jedoch David mit seiner Aussage bezwecken? Dass ich mich von Hardin fern hielt? Egal, was David versuchte zu bewirken, ich konnte mich von Hardin nicht fernhalten. Hardin war zwar ein Arsch, doch genauso gut konnte er auch anders sein, liebevoll und ehrgeizig. Wir hatten den Unfall zusammen, wofür ich mir im übrigen immer noch die Schuld gab. Auf Hardins Stirn war immerhin eine kleine Narbe von der Platzwunde zu sehen, welche nie wieder verschwinden würde. Die Ausarbeitung, welche er bei unserer Professorin abgeben hatte, handelte schlichtweg um mich. Würde er dies alles machen, um mich später erneut von sich zu stoßen? Ich konnte ihm nur vertrauen und hörte ab jetzt nur auf mein Bauchgefühl. Mein Herz sagte zwar, ich sollte sofort hinunter in das Wohnzimmer gehen und Hardin küssen, und mir das nehmen, was ich eigentlich schon die ganze Zeit wollte, dennoch reichte das Vertrauen bis dahin bislang leider noch nicht.
Ich beschloss aufzustehen, ging zu meinem Kleiderschrank, holte eine kleine Tasche hervor und packte ein paar Sachen ein und verließ mein Zimmer. Das beste, was man jetzt machen konnte, war sich schlichtweg ablenken. Ich wollte Hardin richtig kennenlernen, noch mehr, als ich ihn bislang kannte. In manchen Situationen konnte ich ihn einfach noch nicht richtig einschätzen. Ich wollte einfach Zeit mit ihm verbringen, so viel wie möglich.
Als ich die Treppe herunter kam und das Wohnzimmer betrat, saß nur Hardin gebückt auf dem Sofa und lehnte den Kopf in seinen Händen.
„Wo ist Mom?“
„In der Küche.“ nuschelte er und schaute mit verwirrten Blicken auf meine Tasche. Ohne etwas dazu zu sagen, ging ich in die Küche, in welcher meine Mutter, an das Spühlbecken gelehnt, an einem Kaffee schlürfte.
„Tessa.“ Sagte sie nur, als sie mich sah und stellte die Tasse beiseite.
„Was denkst du?“ Wollte ich wissen.
„Ich bin mir nicht sicher, aber er wirkt mir immerhin ein bisschen sympathischer. Dennoch kann ich ihn noch nicht leiden.“ Ich musste etwas schmunzeln.
„Ist es okay, wenn ich mit Hardin wegfahre? Wir sind heute Abend wieder hier, ich will lernen ihm zu vertrauen. Er ist mir wichtig.“
„Ja, macht nur, ich muss zudem eh bald arbeiten.“
Auf ihre Antwort umarmte ich sie und ging wieder zurück in das Wohnzimmer, Hardin saß immer noch auf dem Sofa.
„Kommst du?“ Fragte ich lächelnd.
„Wo willst du hin?“ Ich zuckte nur mit den Schultern und ging zur Haustür.
„Bis später Mom!“ Rief ich in die Küche.
„Bis dann.“ Kam ihrerseits zurück.

Als Hardin und ich auf den dunkelblauen Mustang zuliefen, blieb ich kurz stehen und drehte mich zu ihm um.
„Kann ich fahren?“
„Was hast du denn vor?“ Fragte Hardin und ging weiter auf mich zu.
„Es wird dir gefallen.“ Sagte ich grinsend und blinzelte wild mit den Augen. „Autoschlüssel?“ Ich streckte meine geöffnete Hand zu ihm aus, wiederwillig ließ er den Schlüssel in meine Hand fallen, den ich grinsend entgegen nahm.
„Danke.“ Pfiff ich und ging zu dem Kofferraum, ließ meine kleine Tasche auf die anderen Taschen, die immer noch im Auto lagen, fallen und stieg nachdem ich den Kofferraum geschlossen hatte auf der Fahrerseite ein. Ich rückte mit dem Sitz nach vorne und stellte mir die Spiegel passend ein.
„Ich vertraue dir.“ Sagte Hardin trocken, als er sich auf den Beifahrersitz fallen ließ.
„Gut so.“ Sagte ich nur und startete den Motor, sofort war das laute Geräusch des V8 zu hören. Ein wenig angst hatte ich schon, ein solch starkes und vor allem sicher teures Auto zu fahren, dennoch vertraute ich auf mein Können und fuhr los. Da ich mich in meinem Heimatort gut auskannte, brauchte ich kein Navi. Das Auto ließ sich zudem wirklich gut fahren, ich hatte Hardin nicht unbedingt zugetraut, dass er mich fahren ließ, dennoch überzeugte mich dies, dass er so viel vertrauen in mich hatte, ich wünschte nur, so viel Vertrauen würde meinerseits auch irgendwann auftauchen.
Circa 15 Minuten später parkte ich auf einem Parkplatz und stellte den Motor ab.
„Siehst du, so schlimm war es doch gar nicht.“ Lachte und ich warf ihm den Schlüssel zu.
„Glück gehabt.“ Sagte er und stieg, wie ich, aus dem Auto.
„Also, was genau wollen wir hier?“
„Ich dachte, wir schwimmen ein wenig.“ Nuschelte ich, während ich den Kofferraum öffnete und meine kleine Tasche wieder hervor holte.
„Ich hab keine Badehose dabei.“ Stellte er mit bedauern fest.
„Wir kaufen dir eine.“ Sagte ich und schloss dabei den Kofferraum. Ohne etwas zu sagen liefen Hardin und ich nebeneinander zum Eingang des Schwimmbades.

„Ich dachte du schwimmst gerne…“ murmelte ich, als ich zwei Karten für das Schwimmbad und eine schwarze Badehose für Hardin kaufte.
„Ja, alleine, mit dir, ohne weitere nackte Menschen.“ Ich musste aufgrund seiner Antwort etwas lachen.  Zusammen gingen wir schließlich durch eine Tür zu den Umkleiden.
„Komm wir gehen zusammen.“ Hardin hielt mir die Tür zu einer Umkleidekabine auf und grinste mich amüsiert an.
„Vergiss es.“ Lachte ich und ging in die andere Kabine neben ihm.
10 Minuten später gingen wir abermals durch eine Tür und liefen etwas schneller über den relativ heißen Steinboden zu der großen Wiese, wo schon andere Personen auf ihren Handtücher lagen und sich sonnten. Die Sonne schien und es war eigentlich super „Schwimmbad-Wetter“. Hardin selbst strahlte neben mir wie eine Sonne, seine Haut war so blass, jedoch schufen seine vielen Tattoos eine Art Ausgleich, ein kleiner Six Pack zierte ebenfalls seinen Bauch. Auf Hardins Nase trug er die schwarze Fliegersonnenbrille. Ich konnte nicht unbedingt meine Augen von ihm lassen, wieso war er auch nur so hübsch?
Aufder Suche nach einem geeigneten Platz, legten wir unsere Handtücher und die Tasche in den Schatten unter einem Baum.
„Tessa, du kommst echt auf die wildesten Ideen.“
„Ich wollte nur, dass wir beide uns ein wenig ablenken.“ Murmelte ich und zupfte mein Handtuch zurecht und ließ mich darauf nieder.
„Ablenken? Wovon?“ Fragte Hardin und setzte sich ebenfalls auf sein Handtuch.
„Dem ganzen Stress, von David. Ich versuche nur dir zu glauben.“ Sagte ich und sah ihn an. Sein Gesicht war leer, jedoch bildete sich auf Hardins Mund allmählich ein kleines Lächeln.
„Okay, das freut mich … sehr.“ Ich bemerkte wie ich langsam rot wurde, und versuchte mich nun auch davon abzulenken.
„Gehen wir jetzt ins Wasser?“ Fragte ich und stand im Nu auf den Beinen und sah Hardin erwartungsvoll an.
Er stand schließlich mit einem Grinsen im Gesicht auf und legte, bevor wir zu den riesigen Schwimmbecken gingen seine Sonnenbrille noch in meine Tasche und hervor kamen diese blauen Augen, welche mich in meinem Bikini musterten, bewusst hatte ich mit einen schwarzen Bikini ausgesucht, es war immerhin Hardins Lieblingsfarbe.
Angekommen an einem der drei Schwimmbecken, worin schon einige andere Leute schwammen, ging Hardin vor mir in das Wasser und ich sah zu wie er eine leichte Gänsehaut bekam.
„Sehr kalt, nehme ich mal an.“ Murmelte ich und tippte mit meinen Zehen in dem Wasser herum. Als sich Hardin zu mir umdrehte, erkannte ich seine leicht blaue Lippe.
„Kommst du rein?“ Zitterte er leicht, ich nickte nur und stieg, Hardin meinem Rücken entgegen gewendet, die Treppe herunter.
„Oh mein Gott, ist das kalt!“ Pustete ich los, währenddessen spürte ich warme Hände an meinen Oberschenkel. Als ich auf dem Beckenboden aufkam, drehte ich mich herum und blickte direkt in Hardins blaue Augen. Unter Wasser rutschten seine Hände hoch an meine Tallie und umfassten diese. Seine leeren Blicke trafen mich.
„An was denkst du?“ Wollte ich wissen.
„Daran, wie gerne ich dich jetzt küssen würde, Tessa.“ Seine Stimme wurde tief, dennoch blieb sie liebevoll. Dieser Moment erinnerte mich zu sehr daran, wie wir das erste Mal zusammen in dem See waren und Hardin mich geküsst und berührt hatte.
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