Durch Mark und Bein.

von Rehime
OneshotDrama, Angst / P16 Slash
Izumo Kusanagi Mikoto Suoh Rikio Kamamoto Tatara Totsuka
16.02.2020
16.02.2020
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Geschundene Hände. Füße.
Geschwollene Lippen und Gliedmaßen.
Für die meisten kein sonderlich reizvoller Anblick.

[ ]

Sanft ließ der König den erschlafften Körper in das nur noch lauwarme Wasser gleiten. Seine Hände zitterten, verfehlten ihr eigentliches Ziel. Umständlich kramte er in seiner Hosentasche. Umsonst, denn er musste feststellen, dass er die letzten Zigaretten schon vor Stunden geraucht hatte.
Verdammt.
Hektisch und unkoordiniert eilte er ins Schlafzimmer und zerrte das nächstbeste Zigarettenpäcktchen hervor.
Als er zurückkam lag Tatara immer noch reglos im Wasser. Ohne ihn diesmal auch nur einen Moment aus den Augen zu lassen, klemmte sich der König die Zigarette zwischen die Lippen und ließ das Feuerzeuge aufblitzen. Bevor die Flamme allerdings die Zigarette berühren konnte, begannen seine Hände erneut unkontrolliert zu zittern und er ließ das Feuerzeug fallen.
Das Wasser gab ächzend nach und verschluckte die Flamme mit einem unästhetischen Geräusch.
Fluchend streckte Mikoto seinen Arm ins Wasser, dabei berührten seine Finger jedoch Tataras unterkühlten Körper, vorsichtig führte er seine Hände über Tataras zierlichen Oberkörper. Er schreckte erst zurück als sich das, was er für das leise Tropfen des Wasserhahns gehalten hatte, als lautes Pochen an der Tür entpuppte.
Undefinierbares Stimmengewirr, er vernahm es, hörte aber nicht hin. Nach einiger Zeit wurde es leiser, kaum noch wahrnehmbar. Als es nicht aufhörte fasste sich Mikoto an den Kopf.

[ ]

Aufhören.
Tataras honigsüße Stimme mischte sich unter das Stimmengewirr.
Es klang wie ein altes Wiegenlied.
Mikotos Lider und Gliedmaßen wurden schwer.
So unsagbar schwer.

Er schaffte es gerade noch Tataras schlaffen Körper aus der Badewanne zu ziehen, bevor seine Augen zufielen.
Seine Träume waren wie immer ein Sog aus wirren Gedanken. Mitunter mischte sich allerdings immer wieder Tataras weiche Stimme, sie klang unwirklich verzerrt und hohl.

[ ]

Das nächste was er spürte waren grobe Hände die ihn wachrüttelten.
Er öffnete die Augen.
Kusanagi.
Sofort sah er sich nach Tatara um und sein Blick streifte Kamamoto. Er hatte dessen feingliedrigen Körper hochgehoben und sah den König besorgt an. Die Augen des Königs verengten sich zu kleinen Schlitzen.
„Gib ihn mir.“
Kusanagi sah ihn aus müden Augen an.
„Mikoto…“
Diesmal deutlicher und in Kamamotos Richtung.
„Fass ihn nicht an.“
Kamamoto seufzte, widersetzte sich aber nicht und händigte seinem König Tataras Körper aus.
Bei Tataras Anblick drehte sich diesem allerdings der Magen um.

Er war immer noch sinnlich schön, aber es war das erste Mal in den letzten Stunden in denen Mikoto seinen starren Blick und eiskalten Körper bewusst wahrnahm.
„Was…“
Er sah Kusanagis gequälten Gesichtsausdruck.
„Nein.“
„Mikoto…“
„Nein.“
Unverhohlener Hass loderte um den roten König.
„Was habt ihr getan?“
Kamamoto trat ein paar Schritte zurück.
Ein verbitterter Ausdruck spielte sich um Kusanagis Lippen.
„Wir?“ er lachte hysterisch
„Wir? Gar nichts.“

[ ]

Mikoto fasste sich an den Kopf.
Er hörte Tataras milde Stimme, ein verzerrter Gesang.
„Er ist nicht… er kann nicht“
Stille.

[ ]

„Doch Mikoto, tot, schon lange bevor du ihn hierhergebracht hast.“
„Nein.“
Kusanagi schüttelte fassungslos den Kopf, seine eigene Aura loderte ungezügelt, als er über Tataras Leiche stieg und Mikoto grob an den Haaren packte und ihn zwang Tataras reglosen Körper anzusehen.
„Verdammt nochmal, schau ihn dir an, er ist tot Mikoto“
Seine Worte war kein Gemurmel so wie vorher mehr, es waren hasserfüllte Peitschenschläge.
Sie drangen Mikoto durch Mark und Knochen.

Aufhören.
Während er Kusanagis Hiebe über sich ergehen ließ, starrte er in Tataras honigfarbene Augen und auf seine weichen Lippen. Getrocknetes und verschmiertes Blut zierte seine Mundwinkel und Wangen, es sah aus wie verschmierter Lippenstift.
Für manch eine ist wohl das Anrüchige und Dreckige das Schöne, aber vielleicht nur so lange bis ihnen die Geschichte darunter durch Mark und Bein geht.



[Ende]



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Guten Tag. (:
Ich beneide Menschen die Fluff gut und gerne schreiben. Meine OS haben so wie hier meist nur einen brachialen, höchstens noch erotischen Hintergrund.

Nun gut, danke fürs Lesen und bei Kritik, Lob und Verbesserungsvorschlägen bitte einfach einen Kommentar hinterlassen.
Danke, Rehime  ♡
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