Das Leben ist eine Achterbahn

von Rahja2
GeschichteRomanze / P18
Dis Dwalin Frerin OC (Own Character) Thorin Eichenschild
16.02.2020
28.09.2020
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62.800
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16.02.2020 1.981
 
Hallo, meine lieben Leser,

wieder einmal vermochte ich es nicht mich meiner Muse zu erwehren, die mir eine neue Geschichte einsuggerierte und mich dazu zwang den Anfang der Story in meine Tastatur zu hacken, ungeachtet dessen, dass sie und ich mit zwei Geschichten absolut im Zugzwang sind.

Wenn ich auch momentan nicht zu meinen Mittelerde – Geschichten zurückzufinden vermag, weil ich derzeit mehr Spaß daran habe Storys im modern Setting zu schreiben, heißt das nicht, dass ich diese komplett in der Versenkung verschwinden lasse. Wenn auch eine von ihnen von Fanfiktion schon auf abgebrochen gestellt wurde und die andere wohl demnächst das gleiche Schicksal ereilen wird, so werde ich alle beide irgendwann fort - und auch zu Ende führen, versprochen.

Doch nun wünsche ich euch erst einmal viel Spaß beim Lesen des ersten Kapitels meiner neusten Story.

Liebe Grüße
Rahja

……………………………………………

In New York………………..

Wie auf glühenden Kohlen laufend ging ein Mann, Mitte dreißig, in seinem Büro auf und ab, sein Telefon am Ohr habend.

„Bringen Sie die kleine Mistmade um die Ecke, sofort! Und lassen Sie es, um Gottes Willen, wie einen Unfall aussehen!“, blaffte er ins Phone.

„Das war so nicht ausgemacht“, bekam er daraufhin zu hören. „Für die Summe, die Sie mir boten, sollte ich sie lediglich einschüchtern. Wenn Sie jetzt wollen, dass ich sie auf Nimmerwiedersehen verschwinden lasse, dann müssen Sie noch eine Schippe drauflegen. Ich verlange das doppelte und verspreche Ihnen im Gegenzug, dass sie Ihnen niemals mehr in die Quere kommen wird.“

„Abgemacht, Sie Halsabschneider! Sie erhalten die geforderte Summe von mir. Doch bitte ich mir nochmals aus, dass es wie ein Unfall aussieht und die Bullen, die sie, wo auch immer finden, aufgrund dessen sehr schnell die Ermittlungen einstellen werden.“

„Das garantiere ich Ihnen. Sobald ich das Geld auf meinem Konto habe werde ich sofort loslegen. Die Kleine ist schon so gut wie tot.“
………………………………………

Irgendwo im Süden der USA……………….

„Scheiße, Dwalin. Was war das gerade eben? Wolltest du uns alle umbringen? Wo warst du denn nur mit deinen Gedanken?“, blaffte Thorin, während er seinem besten Kumpel eine Dose Bier zuwarf.

„Wo, beziehungsweise bei wem, der Glatzkopf mit seinen Gedanken war dürfte dir ja wohl mehr als klar sein, Bruderherz. Heute hat Dis Geburtstag und heute Morgen hat er mit ihr telefoniert. Wozu also die blöde Frage?“, feixte Frerin, während er sich auf einen Stuhl warf und dabei eine kichernde Blondine auf seinen Schoß zog.  

Thorin ignorierte seinen jüngeren Bruder und blickte stattdessen weiterhin strafend und mehr als wütend auf Dwalin.                                              
„Herrgott nochmal. Schlag dir meine Schwester endlich aus dem Kopf! Dis ist fort, seit nunmehr fast fünf Jahren. Wann, verdammte Scheiße, kommst du endlich darüber hinweg, dass sie dich kalt stellte und mit diesem Schnösel durchbrannte?“

„Wahrscheinlich niemals“, brummte Dwalin, während er die Dose öffnete, um kurz darauf einen großen Schluck Gerstensaft seine Kehle hinunterrinnen zu lassen. „Ich liebe sie halt noch immer.“

„Ich weiß“, entgegnete Thorin nun etwas milder. „Doch solltest du dich langsam darauf besinnen, dass auch andere Mütter schöne Töchter haben. Ich für meinen Teil möchte sehr gern  uralt werden und keineswegs vorzeitig das Zeitliche segnen. Die Abendshow sollte ohne Zwischenfall über die Bühne gehen, Großer, ansonsten werde ich mich gezwungen sehen dich vorübergehend auf die Reservebank zu verfrachten.“

„Ich werde voll da sein“, entgegnete Dwalin zerknirscht.

„Hoffentlich nicht allzu voll, also sprich sternhagelvoll“, merkte Frerin grinsend an, erhob sich im nächsten Moment und strebte mit der Blondine an der Hand seinem Wohnwagen entgegen.

„Der wird sich irgendwann noch um den Verstand vögeln“, brummte Thorin, während er seinem Bruder nach sah.

„Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen“, quetschte Dwalin zwischen den Zähnen hervor und erhob sich nun ebenfalls, um sich zu seinem Wohnwagen zu begeben.

„Scheiße, Dwalin, warte!“, hörte er in nächster Sekunde.

Mit wenigen Schritten war Thorin bei ihm, packte ihn grob am Arm, drehte ihn zu sich herum und ließ verlauten: „Bitte verzeih meine Worte von eben! Seit mein Vater dich damals bei uns aufnahm bist auch du ein Oakenshield und wirst immer ein Teil dieser Familie und dieses Teams sein. Ich werde dich garantiert niemals in die Wüste schicken. Doch bitte, reiß dich während der Shows in Zukunft gefälligst zusammen, auch wenn dir meine Schwester im Kopf herumspukt!“

„Vielleicht kannst du mich eines Tages verstehen, Thorin, wenn auch dir eine Frau über den Weg läuft, die du nicht nur ficken, sondern dein Leben mit ihr verbringen und eine Familie gründen willst“, entgegnete Dwalin leise, ohne seinen Gegenüber anzusehen, sich in nächster Sekunde aus dessen Griff befreite und davonschritt.

`Ja, vielleicht´, dachte Thorin, während er Dwalin nachsah.

Dass ihm dies in Kürze bevorstehen würde ahnte Thorin nicht im Geringsten, während er sich stehenden Fußes zu seinem Auto begab, um in die nächstgelegene Stadt zu fahren und Lebensmittel zu besorgen, da nicht nur sein Kühlschrank, sondern auch der seines Bruders und Dwalins fast  restlos leer waren.  

Für die Beschaffung von Nahrung hatte bis vor etwa fünf Jahren Dis, seine jüngere Schwester, gesorgt. Und nicht nur dafür, sondern auch Gekochtes auf den Tisch zu bringen, um hungrige Mäuler zu stopfen. Nicht weil sie das unbedingt wollte, sondern vor allem deswegen, weil ihr Vater das von ihr verlangt hatte, da sie die einzige Frau in der Familie war und es nun einmal seinem Weltbild entsprach, dass Frauen für das Wohlergehen der Männer zuständig sind.  

Weil Frerins, Thorins und Dis‘ Mutter es irgendwann nicht mehr ertragen konnte von Ort zu Ort ziehen zu müssen, keinen festen Wohnsitz zu haben und allabendlich mitansehen zu müssen, wie ihr Mann von jungen Frauen umschwärmt wurde und ein ums andere Mal fremdging, hatte diese irgendwann die Reißleine gezogen und die Familie verlassen. Wenn es ihr auch in der Seele wehtat ihre Kinder zurücklassen zu müssen, so wusste sie dennoch mit Bestimmtheit, dass die drei niemals glücklich werden würden, in einer Wohnung, in irgendeiner Stadt. Sie waren eben Schausteller – Kinder durch und durch. Und nur deswegen riss sie sich die Liebe zu ihnen aus ihrem Herzen, verließ sie und übergab sie der Obhut ihres Vaters, ohne an sich und ihren Seelenschmerz zu denken, in der Hoffnung, dass ihre Kinder dereinst glücklicher werden würden als sie.

Viele Jahre hatte Thorin seine Mutter dafür gehasst, dass sie ihr eigen Fleisch und Blut im Stich ließ. Doch irgendwann, kurz vor der Schwelle des Erwachsenseins, vermochte er es endlich sie zu verstehen und konnte nachvollziehen, welch großes Opfer sie gebracht hatte, was genau sie dazu trieb zwar ihren Ehemann zu verlassen, doch nicht ihre Kinder mitzunehmen.                        

Und während er eines nachts, zum wiederholtem Male, mitanhören musste, wie sein alter Herr eine Frau beglückte, die locker dessen Tochter hätte sein können, begann er stattdessen seinen Erzeuger zu hassen, dafür, dass dieser etwas Wundervolles achtlos weggeworfen hatte, nur für fleischliche Gelüste.  
Er selbst, und das wusste er mit Bestimmtheit, würde niemals so werden wie sein Vater. Wenn er irgendwann die Eine gefunden haben würde, dann würde er ihr treu sein, bis in den Tod.  
Nicht, dass er ein Kostverächter war, ganz im Gegenteil. Wann immer sich ihm die Gelegenheit bot die Nacht nicht allein verbringen zu müssen, hatte er diese beim Schopf gepackt. Und solche Gelegenheiten gab es in den vergangenen Jahren weiß Gott mehr als genug.                                
Doch nun war er es langsam leid des morgens in Gesichter von Frauen zu blicken, an deren Namen er sich ums Verrecken nicht erinnern konnte.  
Seit einiger Zeit wünschte er sich zunehmend an jedem neuen Tag ins Antlitz der immer gleichen Frau blicken zu dürfen, der Frau, die ihn ebenso liebt wie er sie und deren Namen er kennt.

In gemächlichem Tempo lenkte Thorin sein Auto gen nächstgelegener Ortschaft, als er auf halbem Weg einer Frau gewahr wurde, die am Rande der Landstraße dahinschritt, ohne den Daumen hoch zu strecken und damit anzuzeigen, dass sie per Anhalter unterwegs war und darauf hoffte von irgendwem mitgenommen zu werden.

Seinem ersten Impuls folgend ignorierte und überholte er die junge Frau, gebührend Abstand haltend. Doch schon nach wenigen Metern beschlich ihn, warum auch immer, das Gefühl anhalten zu müssen.

Etwa zehn Meter weiter brachte er das Fahrzeug zum Stehen, stieg aus und wartete darauf, dass sie ihn erreicht.                  
Schließlich holte die junge Frau ihn ein, blieb jedoch keineswegs stehen, sondern schritt an ihm vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen.

Sie so unvermittelt näher in Augenschein nehmen zu dürfen war es Thorin keineswegs entgangen, dass sie verletzt war, wenn auch der Cut über ihrer linken Augenbraue sich mittlerweile geschlossen hatte und das Blut, welches ihr übers Gesicht gelaufen war, längst getrocknet war.

„Geht es Ihnen gut, Miss? Mir scheint Sie hatten einen Unfall. Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“, fragte Thorin lautstark.

In diesem Moment blieb die junge Frau stehen und wandte sich ihm zu. Zwar schaute sie ihm ins Gesicht, doch war ihr Blick leer, während sie fragte: „Wo bin ich?“

„Nahe Mesa, etwa vierundzwanzig Kilometer von Phoenix Arizona entfernt“, antwortete Thorin und fügte an: „Wohnen Sie dort?“

„Ich weiß nicht“, bekam er leise zu hören.

Es war unverkennbar, dass sie unter Schock stand. Ihre Bewegungen waren fahrig und ihre Augen erfassten keineswegs ihren Gegenüber, sondern schienen durch ihn hindurch zu sehen.  
Ihre Kleidung war schmutzig und in ihrem langen honigblondem Haar hingen Blätter und getrocknetes Gras.                                                                        
Doch, mal davon abgesehen, kam Thorin nicht umhin festzustellen, dass sie mehr als hübsch war. Die Natur hatte sie nicht nur mit einer äußerst aufreizenden Figur, ebenmäßigen Gesichtszügen und wundervollen blauen Augen ausgestattet, sondern auch mit vollen roten Lippen, die geradezu dazu einluden geküsst zu werden.    

Langsam trat er an sie heran, stellte sich vor und fragte dann: „Wie heißen Sie?“

„Ich heiße……..Mein Name ist…….ist……….Den weiß ich auch nicht. Wieso kann ich mich nicht daran erinnern wie ich heiße und wo ich herkomme?“

„Das könnte daran liegen, dass Sie offensichtlich einen Unfall hatten, Miss, und nun unter Schock stehen“, erklärte Thorin und fügte an: „Ich schlage vor, dass Sie sich in mein Fahrzeug begeben und ich Sie ins nächstgelegene Krankenhaus bringe, wo dafür Sorge getragen wird, dass Sie medizinisch versorgt werden und die hiesige Polizei verständigt wird. Ich bin mir sicher, dass diese sehr schnell herausfinden wird wer Sie sind und woher Sie stammen.“

Ohne noch ein weiteres Wort von sich zu geben, nur zustimmend nickend, strebte die junge Frau, wie in Trance, seinem Fahrzeug entgegen und stieg schließlich ein.

Sekunden später hatte Thorin die Beifahrertür seines Autos geschlossen, sich hinters Lenkrad geschwungen und den Motor gestartet.  
Und da er in vergangenen Jahren schon oft in dieser Gegend gewesen war wusste er genau wohin er fahren musste.

Schon etwa eine halbe Stunde später parkte er sein Auto vor der Notaufnahme, des von ihm angesteuerten Krankenhauses ab, komplimentierte die junge Frau, die er auf der Landstraße aufgegabelt hatte, aus seinem Fahrzeug und bugsierte diese in Richtung Empfang.

„Diese Frau benötigt unverzüglich medizinische Versorgung!“, blaffte er die Schwester hinter dem Aufnahmetresen an, die gerade schwer damit beschäftigt war sich eine Soup anzusehen, anstatt zu arbeiten.

„Das kann ich sehen“, erwiderte die Tresenkraft erschrocken, griff sofort nach dem Telefon und rief den Dienst habenden Arzt an.

Und schon wenige Minuten später erschien dieser, begutachtete seine neue Patientin eingehend und sorgte schließlich dafür, dass die junge Frau von Kopf bis Fuß untersucht wird, und ordnete außerdem  ein Schädel -CT und eine Blutanalyse an.
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