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15. Februar: Mein Schatten [by Mondschnee]

OneshotHorror / P12 / Gen
OC (Own Character)
15.02.2020
15.02.2020
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15.02.2020 1.731
 
Tag der Veröffentlichung: 15. Februar
Zitat: "Nur zuschauen und nicht handeln zeugt von Unentschlossenheit" (Naruto)
Titel der Geschichte: Mein Schatten
Autor: Mondschnee
Hauptcharaktere: OC; Olga Marie
Nebencharaktere: Marisbury
Pairings: keins
Kommentar des Autors: Das hier ist eine leichte AU, in der Marie etwas älter ist und schon in Chaldea, wärend ihr Vater noch Direktor ist.


„Nur zuschauen und nicht handeln zeugt von Unentschlossenheit.“ - Naruto


„Wir sind da“, sagt Kaya in einer überschwänglichen Tonlage, die mir immer auf die Nerven geht. Ich hasse es, wenn sie sich kindisch benimmt, aber ich lasse sie ausnahmsweise gewähren. Ich weiß wie lange sie schon davon geträumt hat, hier nach Chaldea zu kommen, und ich möchte ihr unsere Ankunft nicht mit einem Streit versauen. Ich steige stattdessen also aus dem Helikopter. Es gibt keine Straßen hierher, vermutlich um zu verhindern das jemand ausversehen über Chaldea stolpert. Kaya hat bereits den Eingang des Gebäudes erreicht. Es ist größer als ich es mir vorgestellt habe und in einem modernen Stil gebaut, der mir normalerweise gefällt, aber hier in den Bergen wirkt es ein bisschen fehl am Platz. Als ich die Tür erreiche, ist diese bereits dabei sich zu öffnen. Ich verstehe nun warum Kaya so fasziniert von Chaldea ist. Die Nutzung von Magie und Technologie zur selben Zeit ist einzigartig und ich hatte nicht erwartet, dass sie so gut funktioniert.
Hinter der Tür steht ein Mädchen. Ich glaube sie hat weiße Haare, aber das könnte auch am Licht liegen. Ihre Augen sind aber definitiv gelb. Sie starrt uns stirnrunzelnd an.
„Hey”, sagt Kaya. „Ich bin Nishimura Kaya und das ...“ Sie zeigt auf mich. “... ist mein Bruder Nishimura Akiyama.“
„Ihr hättet vor einer Stunde hier sein sollen”, sagt das Mädchen und ich habe bereits entschieden, dass ich sie nicht leiden kann, aber Kaya scheint ihr unhöfliches Verhalten nichts auszumachen.
„Es tut mir Leid“, sagt sie. „Wir konnten nicht eher starten wegen dem schlechten Wetter.“ Ich entscheide mich nichts zu sagen. Ich wollte nicht mit dem Mädchen sprechen.
Sie antwortet nicht. Sie seufzt nur und tritt einen Schritt zurück. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Einladung war hereinzukommen oder nicht, aber ich trete einfach ein. Es ist kalt draußen und ich werde langsam ungeduldig. Das Mädchen sieht nicht besonders glücklich aus mit meiner Entscheidung, aber sie lässt mich und Kaya trotzdem nach drinnen kommen.
„Ich vermute ihr seid hier, um meinen Vater zu sehen“, sagt das Mädchen. Sie ist immer noch nicht dazu gekommen uns ihren Namen zu verraten.
„Wir müssen wissen wer dein Vater ist, um zu wissen, ob wir ihn sehen wollen oder nicht“, sage ich etwas unfreundlich. Kaya wirft mir einen genervten Blick zu und schüttelt ihren Kopf. Sie hasst es genau so sehr, wenn ich unfreundlich bin wie ich es hasse, wenn sie kindisch ist, aber sie will in dem Moment genauso wenig streiten wie ich, deswegen sagt sie nichts. Es tut mir nicht leid. Das Mädchen hat sich das selbst eingebrockt.
„Oh.“ Ich glaube sie hat gerade begriffen, dass wir keine Ahnung haben, wer sie ist. „Ich meinte den Direktor. Ich bin es nicht gewöhnt, dass Leute das nicht wissen.“ Für mich klingt das als ob sie uns dafür verantwortlich macht, dass wir nicht wissen, wer sie ist. Ich will sie gerade darauf ansprechen, aber Kaya hatte vermutlich mein Vorhaben erraten und fing schnell an zu reden. „Du hast Recht. Du musst also Marie sein, die Tochter des Direktors?”
Das Mädchen nickt. Ich bin überrascht, dass Kaya bei ihrer Recherche sogar die Namen der Leute hier herausgefunden hat. Ich weiß zwar, dass sie wie besessen von Chaldea ist, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie tatsächlich so weit gegangen ist.
Marie sagt uns, dass wir ihr folgen sollen. Danach ist sie leise. Genau wie Kaya und ich. Ich bin froh mich nicht mit Marie unterhalten zu müssen, aber ich hätte mich gerne bei Kaya über sie beschwert. Ich hoffe ihr Vater ist angenehmer als sie.
Die Korridore der Einrichtung erscheinen endlos. Ich bin froh als Marie endlich an einer Tür stehen bleibt. Ich habe keine Ahnung wie ich mich hier zurechtfinden soll. Für mich sehen alle Türen gleich aus. Die Tür öffnet sich und es ist deutlich, dass der Mann in dem Büro Maries Vater ist. Er hat die gleichen weißen Haare und gelben Augen wie seine Tochter. Aber noch deutlicher ist, dass er denselben Gesichtsausdruck hat wie seine Tochter. „Also sind die Nishimura Zwillinge endlich da?“, fragt er. Marie nickt.
„Ihr hättet vor einer Stunde hier sein sollen“, merkt er an. Er klingt aber weniger wütend als seine Tochter, als diese das gesagt hat.
„Schlechtes Wetter”, sage ich. „Der Helikopter konnte nicht starten.“
Er zuckt mit den Schultern. „Dagegen kann man wohl nichts machen. Willkommen in Chaldea. Ich bin Marisbury Animusphere, der Direktor von Chaldea. Chaldea ist …“
An dieser Stelle schalte ich ab. Ich habe alles, was ich über Chaldea wissen könnte, bereits schon mindestens hundertmal von Kaya gehört.
***
In der nächsten Woche langweile ich mich ziemlich. Mir wird bewusst, dass ich hauptsächlich wegen Kaya hier bin. Sie war schon immer die bessere Magierin und wenn sie nicht darauf bestanden hätte, dass sie nirgendwo ohne mich hingeht, wäre ich jetzt ganz bestimmt nicht hier. Während Kaya und Marie also daran arbeiten, das Beschwörungssystem von Chaldea zum Laufen zu bringen, eine schwierige Aufgabe, da Servants sehr viel Magie benötigen, werde ich dazu eingeteilt, dabei zu helfen Chaldea am Laufen zu halten. Das dafür zuständige Team besteht aus zwei Mitgliedern, deren Namen ich bereits wieder vergessen habe. Einer der beiden ist ein älterer Herr, der hauptsächlich für alles Technische in Chaldea zuständig ist und bei der Arbeit auf vollkommene Stille pocht. Soll mir recht sein. Dann werde ich wenigsten nicht von dem anderen Teammitglied genervt. Sie ist ein Mädchen etwa in meinem Alter und für die Magie in Chaldea zuständig. Und sie versucht die ganze Zeit mich in ein Gespräch zu verwickeln, obwohl ich ihr bereits gesagt habe, dass ich nichts mit ihr zu tun haben will. Brauchen tun die beiden mich jedenfalls nicht. Ich komme mir eher so vor als ob ich im Weg wäre.
In der Woche streite ich mich auch dreimal mit Marie. Es ist mir unmöglich ihr aus dem Weg zu gehen, weil sie immer da ist, wo Kaya auch ist. Die beiden sind sofort beste Freunde geworden. Ich weiß wirklich nicht, was Kaya in ihr sieht. Sie ist nichts anderes als nervig. Aber ich kann wohl nichts daran ändern. Als ich sie am Ende der Woche darauf anspreche, streite ich mich das erste Mal seit Jahren richtig heftig mit Kaya.
„Wenn du mal vernünftig mit ihr reden würdest, wüsstest du, dass du damit vollkommen falsch liegst“, sagt sie.
„Ich rede nicht mit Leuten, die nur unhöflich zu mir sind“, gebe ich zurück.
„Du redest mit gar niemanden“; antwortet sie.
„Stimmt gar nicht“, schreie ich. Und dann schreien wir uns für eine halbe Stunde nur noch an.
***
Am nächsten Tag kommt Kaya zu mir und entschuldigt sich für den Streit. Sie bittet mich auch darum Marie wenigstens eine Chance zu geben. Ich verspreche es ihr, habe aber nichts dergleichen vor. Stattdessen gehe ich Kaya nun aus dem Weg, wenn Marie bei ihr ist.
***
Der Nachteil daran Kaya zu meiden, wenn Marie bei ihr ist, ist dass ich sie immer weniger sehe. Als Kaya also fünf Monate später an meiner Tür klopft, habe ich seit drei Tagen nicht mehr mit ihr gesprochen.
„Akiyama“, sagt sie. „Marie und ich sind so weit, dass wir heute das erste Mal versuchen wollen einen Servant zu beschwören. Ich möchte gerne, dass du dabei bist.“
Ich habe eigentlich keine große Lust, zum einen weil Marie auch dabei sein wird und zum anderen, weil mir der Gedanke Geister aus der Vergangenheit zu beschwören, egal, ob sie nun Helden waren oder nicht, doch etwas Angst macht. Aber ich habe in letzter Zeit viel zu wenig Zeit mit Kaya verbracht und deswegen schulde ich ihr das. Außerdem kann es eine schöne Erinnerung daran sein, wie es war als wir noch alles zusammen gemacht haben. Ich folge Kaya also in den Beschwörungsraum. Dort warten bereits Marie und der Direktor auf uns.
„Bereit?“, fragt Marie Kaya. Kaya nickt. Dann tritt sie an den Kreis heran, der sich in der Mitte des Raumes befindet. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Beschwörungskreis ist dieser hier aus Lampen aufgebaut und anstatt einer Beschwörungsformel aufzusagen, aktiviert sie einen Hebel. Blaues Licht steigt vom Beschwörungskreis auf und dreht sich um den Kreis. Wenige Sekunden später erlischt das Licht wieder. Danach passiert nichts weiter.
Kaya wirkt enttäuscht. Ich will gerade zu ihr gehen, um sie zu trösten, aber Marie ist schon bei ihr. Ich bleibe also wo ich bin und starre Marie böse an.
„Du hasst sie wirklich, oder?“, sagt eine Stimme hinter mir. Als ich mich jedoch umdrehe, ist dort niemand.
***
Als ich an diesem Abend im Bad stehe erscheint hinter mir plötzlich ein Schatten. Ich erschrecke fürchterlich.
„Alles gut. Ich tu dir schon nichts“, sagt der Schatten. Seine Stimme hört sich so an wie die, die ich heute Morgen gehört habe.
„Was willst du von mir?“, frage ich.
„Ich will dir nur helfen“, antwortet der Schatten. „Schaust du eigentlich immer nur zu, wenn Leute versuchen dir deine Schwester wegzunehmen?“
Ich starre ihn nur völlig perplex an und sage nichts. Der Schatten scheint wohl zu merken, dass ich nicht vor habe zu antworten, denn er fährt fort: „Weißt du, nur zuschauen und nicht handeln zeugt von Unentschlossenheit.“
„Ich bin nicht unentschlossen“, protestiere ich.
„Dann geh und tu was dagegen“, flüstert der Schatten. In meinem Kopf bildet sich bereits ein Plan.
***
In dieser Nacht schleiche ich mit einem Messer in Maries Zimmer. Ich stehe an ihrem Bett und flüstere: „Auf Wiedersehn, Marie. Jetzt gehört Kaya wieder mir.“
Erst als ich das Messer bereits durch ihr Herz gerammt habe, merke ich, dass das Mädchen im Bett gar nicht Marie ist, sondern Kaya. Der Schatten hinter mir lacht.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Ich kenne nur Fate/Zero. So viel schon mal zum Fandomwissen.
Dieser Oneshot war dann ja doch schon etwas düsterer. Akiyamas Sicht hat Mondschnee echt gut dargestellt. Das kam meiner Meinung nach sehr gut rüber. Das Ende war dann ja noch mal ein besonders harter Brocken. Das hatte ich so nicht erwartet.

Eure lula-chan
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