Valentinstag

OneshotDrama, Romanze / P16
Dr. Drew Alister Rick Lincoln
14.02.2020
14.02.2020
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Es war halb vier in der Nacht. Und bislang verlief die Nachtschicht relativ ruhig. Bis auf einen obdachlosen Junkie, der im Vollrausch einen Kopfsprung in einen Springbrunnen machte, zwei sturzbetrunkene Jugendliche und eine Joggerin mit Hundebiss gab es für Topher, Drew und die anderen nichts zu tun. So kam irgendjemand auf die Idee, ein Rennen zwischen dem Pflegepersonal und den Ärzten zu veranstalten.

Schnell war die Rennstrecke festgelegt, die fahrbaren Untersetze besorgt und die Teams zusammengestellt. Für die Pflegekräfte traten Molly und Joycelynn an. Die Ärzte wählten Krista und Drew. „Wir machen euch fertig!“ rief Krista und hob drohend ihre Fäuste in Richtung der beiden Krankenschwestern. Das brachte allen ein Schmunzeln ein. „Lass gut sein.“ flüsterte Drew und legte seine Hand auf die erhobenen Fäuste. Die beiden Teams gingen zum Startpunkt und machten sich fertig. Krista bekam noch zusätzlich ein paar Gewichte mit auf den Weg, da Drew andernfalls im Vorteil war. „Meinetwegen könnt ihr mir auch noch Ragosa draufpacken!“ rief der junge Arzt. Und natürlich wollte TC das auch. Doch der frischgebackene Assistenzarzt weigerte sich. „Nein danke! Ich verzichte!“ entgegnete Michael und trat gleich ein paar Schritte zurück. „Dann eben nicht! Du verpasst was!“ rief Krista. Nachdem das geklärt war, trat Topher vor und gab das Startsignal. „Auf die Plätze… Fertig… LOS!“ rief er und die beiden Teams starteten.

Joycelynn und Molly gingen sogleich in Führung. Doch Drew und Krista waren dicht hintendran. Nach der Ersten Kurve schaffte es Joycelynn dann tatsächlich, einen kleinen Vorsprung rauszuholen. Doch Drew holte schnell wieder auf. Das restliche Team der Notaufnahme feuerte beide Teams lautstark an, wodurch die Kontrahenten nur noch verbissener kämpften. Die zweite Kurve war dann besonders spannend. Die Krankenschwester rutschte weg und kam kurz aus der Spur. Das nutzte der junge Arzt und überholte. Doch das gegnerische Team gab nicht auf und kämpfte sich wieder ran. In der dritten Kurve konnte Drew zwar die Führung verteidigen, musste diese jedoch in der letzten Kurve an Molly und Joycelynn wieder abtreten. Und so kam es dann, wie immer, dass das Team Pflege den Sieg einfuhr. Krista und Drew waren faire Verlierer und gratulierten brav. Und die Freude über den Sieg war groß.

Die Feierlaune hielt jedoch nicht lange an. Es wurde ein männliches Unfallopfer angemeldet. Sofort waren alle in Habachtstellung. Doch mit dem, was dann folgte, hatte wohl niemand gerechnet. Vor allem nicht Drew! Bei dem Unfallopfer handelte es sich ausgerechnet um Rick! „Rick! Scheiße! Was ist passiert?“ fragte er aufgeregt. „Er wurde wohl von der Fahrbahn abgedrängt und hat sich mit dem Wagen mehrfach überschlagen.“ erklärte die Sanitäterin. Als nächstes wurden die Vitalwerte und Verletzungen abgefragt. Topher und TC kümmerten sich um Rick. Krista und Kenny versuchten, Drew währenddessen zu beruhigen. Doch das war weitaus leichter gesagt als getan. Es wurden diverse Untersuchungen gemacht: CT, MRT, Röntgen.

Und dann hieß es Warten.

Warten auf die Untersuchungsergebnisse.

Warten darauf, dass Rick aufwachte.

Glücklicherweise ergaben die Ergebnisse nichts lebensbedrohliches. Keine schwerwiegenden Verletzungen, keine inneren Blutungen, keine Knochenbrüche. Lediglich ein Schleudertrauma, eine Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen. Man konnte regelrecht hören, wie Drew ein Stein vom Herzen fiel. Für den Rest der Schicht wich der junge Arzt seinem Ehemann nicht mehr von der Seite. Doch nach und nach kam die Frage nach dem Warum in sein Bewusstsein.

Warum war Rick hier? Er sollte doch noch drei Tage in Austin sein?

Drew verstand es nicht. Er würde ihn fragen müssen, wenn Rick wieder aufgewacht war. Gegen halb acht kam Krista in das Patientenzimmer, in dem Rick lag. Zum einen machte auch sie sich Sorgen um den jungen Mann, zum anderen wollte sie ihrem guten Freund und Kollegen jetzt nicht alleine lassen. „Hab dir nen Kaffee mitgebracht.“ sagte sie leise und reichte Drew eine Tasse. „Und ich?“ hörten die beiden plötzlich leise.

Sie schreckten herum und erkannten, dass Rick aufgewacht war. „Rick…“ keuchte Drew erleichtert auf. Krista nahm die Tasse Kaffee wieder zurück und trat beiseite. Drew beugte sich über seinen Mann und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen. „Was machst du denn für Sachen? Ich dachte, du bist noch in Austin…“ sagte Drew. „Ich wollte dich überraschen.“ entgegnete dieser. „War aber anders gedacht.“ fügte er hinzu und rieb sich den Kopf. „Autsch!“ jammerte er. „Du Armer!“ sagte der Arzt und gab seinem Partner einen Kuss auf den Kopfverband. „Was ist denn eigentlich passiert?“ wollte Rick nun wissen und versuchte, sich zu erinnern. Doch irgendwie gelang ihm das nicht.

„Woran kannst du dich denn erinnern?“ erkundigte sich nun Krista. „Ich bin in Austin losgefahren, stand eine halbe Ewigkeit im Stau… und dann weiß ich noch, wie ich an der Tankstelle angehalten hab um zu tanken. Danach weiß ich nichts mehr.“ berichtete Rick. Krista und Drew sahen sich kurz an. Dann wandte sich Drew seinem Mann wieder zu. „Du hattest einen Autounfall auf der Dakota Ave. Laut der Polizei wurdest du abgedrängt.“ erklärte Drew. „Was?“ Rick blickte ihn erschrocken an. Das letzte Mal, als er einen Unfall hatte, hatte er sein Bein verloren. „Alles gut! Du hast nur ein Schleudertrauma, eine Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen. Nicht schlimmes also!“ beruhigte Drew ihn sogleich.

Er hatte so eine Reaktion von seinem Mann schon befürchtet. Doch Rick wollte sich selbst davon überzeugen und tastete seinen Körper vorsichtig ab. Das war jedoch gar nicht so einfach. Er hatte noch diese mega unbequeme Halskrause an. Und jede seiner Bewegungen schmerzte. Doch scheinbar war er wirklich mehr oder weniger unversehrt aus dem Unfall hervorgegangen. „Glück gehabt!“ seufzte Rick und schloss erleichtert die Augen. „Ich werde dann mal zu euch nach Hause fahren und ein paar Sachen für Rick holen. Gute Besserung Rick!“ sagte sie und drückte Rick kurz. „Danke Kleines!“ sagte Rick. „Danke Krista!“ kam von Drew. Dann waren die beiden Männer alleine. Sie schwiegen einen Moment lang. Doch es war kein unangenehmes Schweigen.

Dann fragte Rick: „Wie lange war ich eigentlich weggetreten?“ Und Drew sah ihn ein wenig überrascht an. „Nur ein paar Stunden. Warum?“ fragte der Arzt. Rick grinste ihn nur vielsagend an. „Dann ist ja gut. Ich dachte schon, ich hätte es verpasst.“ sagte er. „Was verpasst?“ fragte Drew verdutzt und verstand gar nichts. Rick lachte auf. Sehr zum Missfallen seiner geprellten Rippen. Er verzog sein Gesicht kurz schmerzgeblagt. Drew sah ihn besorgt an. „Brauchst du was gegen die Schmerzen?“ erkundigte er sich. „Alles, was ich brauche, hab ich hier.“ sagte Rick und nahm die Hand seines Mannes. Die beiden sahen sich tief in die Augen und küssten sich. Dann sagte Rick: „Frohen Valentinstag, Hase!“.

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