Ein Hauch von Grün

OneshotHumor, Romanze / P16 Slash
Saruhiko Fushimi Yukari Mishakuji
14.02.2020
14.02.2020
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Vielleicht ein bisschen AU, aber wen stört das schon, bei diesem Pairing? xD
Und Titel? Nö, kann ich immer noch nicht >.





Gelangweilt saß ich in einem Straßen-Kaffee und ließ meinen Blick kurz über die Leute schweifen, die hektisch über den Bürgersteig an mir vorbei eilten. Sie schienen alle unglaublich beschäftigt zu sein… ganz im Gegensatz zu mir.
Seitdem die Dresdner Schiefertafel zerstört wurde, hatten wir alle viel weniger zu tun. Anfangs war es vielleicht mal ganz nett gewesen, allerdings wusste ich schon bald nicht mehr, wohin mit so viel Freizeit. Zwar verbrachte ich einen Teil meiner Zeit wieder mit Misaki, und ich musste zugeben, dass mir das auch Spaß machte, aber mir fehlte das kämpfen.
Mein Leben war einfach langweilig geworden. Es war genauso wie früher, als Misaki und ich diesem elenden Alltag entfliehen wollten und HOMRA beigetreten waren. Diese kalte Leere begann wieder sich in mir auszubreiten, doch diesmal war es noch schlimmer, als früher. Denn nun wusste ich, dass es anders sein konnte. Das ich hatte fühlen können. Das ich mich nicht so tot fühlen musste.

Ich versuchte das Getümmel um mich herum auszublenden, all diese Menschen nervten mich nur, und nahm einen Schluck von meiner Cola.
Der Stuhl, gegenüber von mir an meinem kleinen Tisch, wurde über den Boden gezogen und jemand ließ sich dreisterweise darauf nieder. Ich glaube, ich hatte nicht um Gesellschaft gebeten…
"Hallo, Saruhiko-chan."
Überrascht sah ich auf, bevor ich sofort wieder meine Maske aus Desinteresse aufsetzte. Von all den Leuten, die mich hier heute hätte nerven können, wäre ich niemals auf ihn gekommen. Ich hatte ihn das letzte Mal vor der Zerstörung der Tafel gesehen.
„Yukari Mishakuji.“
„Warum denn so förmlich?“, lächelte er mich herausfordernd an, während er sich zurück lehnte und eine Nagelfeile aus seiner Tasche zog.
„Was willst du hier?“
„Wonach sieht es denn aus? Ich treffe mich hier mit einem alten Freund und Clansman“, zwinkerte er mir zu und begann dann, gut gelaunt, sich die Nägel zu feilen.
Genervt schnalzte ich mit der Zunge.
„Wir waren weder das eine, noch das andere, mein einziger und wahrer König ist der blaue…“
„…Hat dir noch niemand gesagt, dass es keine Könige mehr gibt?“, unterbrach er mich, „Es tut mir schrecklich leid, dir das sagen zu müssen, aber du hast keinen König mehr.“
„Und was ist mit dir? Hast du nicht schon zwei Könige verloren?“, sagte ich eisig, „Meiner lebt wenigstens noch.“
Es war mir egal, ob Munakata nun noch ein König war oder nicht, ihm galt meine Treue.
„Ach, es ist doch immer wieder herzerweichend, wie grausam du bist“, lachte Yukari, „Genau deswegen warst du mein Liebling bei Jungle.“
„Dann scheinst du aber keine gute Menschenkenntnis zu haben, denn ich war nie wirklich ein Clansman vom grünen König.“
„Ja, ja, ich weiß, deine ganze Liebe gilt nur Reisi-chan“, verdrehte er übertrieben die Augen, „Das heißt doch aber nicht, dass man nicht auch mal nebenbei ein bisschen Spaß haben kann.“
„Hm?“, stieß ich nur aus, da ich gerade von meiner Cola hatte trinken wollen, das Glas nun aber wieder absetzte und auf den Tisch stellte, „Was für einen Spaß?“
„Hast du denn wirklich all den Spaß vergessen, den wir beide zusammen hatten?“
Theatralisch fasste er sich ans Herz und sah mich vollkommen geschockt an. So ein Schauspieler!
„Jaa“, sagte ich gedehnt und griff wieder nach dem Glas, je schneller ich es leeren würde, um so schneller kam ich von Yukari wieder weg... hoffte ich, „Muss mir wohl entfallen sein.“
„Vielleicht sollte ich deiner Erinnerung ein wenig auf die Sprünge helfen, Saru-chan?", zwinkerte er mir zu, nahm mir mein Glas aus der Hand und schaffte es tatsächlich beinahe den ganzen Rand mit seinem Lipgloss zu verschmieren, "Ups."
Mit einem ,eindeutig nicht ernst gemeinten, entschuldigenden Blick, reichte er mir das Glas wieder. Als ob ich daraus jetzt noch trinken wollen würde...
Ein weiteres Mal schnalzte ich genervt mit der Zunge und rückte meine Brille etwas zurecht.
Yukaris Laune hingegen schien immer besser zu werden, je schlechter meine eigene Wurde.
In aller Seelenruhe holte er einen Lipgloss heraus und trug ihn, wie mir schien, provokativ auf.
"Immer noch die alte Marke, wie ich sehe", sagte ich genervt, während ich versuchte, den Rand des Glases irgendwie mit einem Taschentuch abzuwischen.
"Oh, dass hast du dir gemerkt? Ich wusste doch, dass du ein Auge auf mich geworfen hast, aber das du dir sogar meinen Lipgloss merken würdest, hätte ich jetzt nicht erwartet.", lachte Yukari, während er sich noch mehr von dieser klebrigem Masse auf die Lippen schmierte und mir dann einen Kuss zuwarf. Dieser Widerling!
"Ich habe mir das sicherlich nicht freiwillig gemerkt, ich hatte das Zeug nur oft genug in meinem Gesicht kleben."
"Wie ich sehe erinnerst du dich jetzt an den wunderbaren Spaß, den wir beide zusammen hatten.", zwinkerte er mir zu.
Was wollte der Kerl eigentlich von mir?!
"Habe ich jemals so ausgesehen, als würde es mir gefallen, von dir ständig auf die Wange geküsst zu werden?"
Ständig hatte Yukari seine vollgeschmierten Lippen in mein Gesicht gehalten. Immer zur Begrüßung, zur Verabschiedung, wenn ich angeblich irgendetwas gut gemacht hatte… zwar hatte er Sukuna auch gerne mal die Wangen mit seinem Lipgloss verschmiert, aber nie so ausgiebig wie mir.
"Hm, lass mich überlegen", tippte er sich nachdenklich an die Unterlippe, "Nein, nicht wirklich… soll ich dich vielleicht lieber auf den Mund küssen?"
"Versuche es und du bist tot."
Ich warf ihm einen Blick zu, der genau das besagte. Ich würde ihn töten.
"Also wenn das mal nicht ein ganz wunderbarer Grund, für einen Kuss ist", klatschte er in die Hände, bevor er sich wieder mein Cola Glas griff, "Ich würde nur zu gerne herausfinden, ob du jetzt wirklich noch dazu in der Lage wärst mich umzubringen, Saru-chan, so ganz ohne königliche Kräfte."
"Willst du das wirklich herausfinden?", seufzte ich und hielt krampfhaft meine Maske aufrecht.
So sehr ich ihn auch verabscheute und es mich nervte, dass er gerade hier war, aber irgendetwas löste er in mir aus. Da war so ein kribbeln, wie das Gefühl, kurz vor einem Kampf. Einfach ein Gefühl… ich fühlte etwas. Die eisige Leere wurde erträglicher und fühlte sich beinahe warm an. Vor allem fühlte es sich gut an, überhaupt wieder irgendetwas zu fühlen, auch wenn es nur Hass war.
„Sag mal, was ich mich ja schon immer gefragt habe“, wechselte er spontan das Thema, „Kannst du eigentlich nicht kochen oder warst du bei Jungle einfach nur zu faul und wolltest uns die ganze Arbeit alleine machen lassen?“
Wie kam er denn jetzt bitte da drauf? Durch den abrupten Wechsel verschwand dieses schöne Gefühl, genauso schnell wie es gekommen war.
„Was interessiert dich das?“
„Oh, einfach nur so“, lachte er, stand auf und kam zu mir rüber, „Ich wollte Samstag Abend zum Essen bei dir vorbei kommen, Saru-chan.“
„Du weißt, dass ich dich vergiften werde?“
Ich musste mir ein Lächeln verkneifen, da dieses kribbelige, vorfreudige Gefühl wieder in mir aufwallte.
„Oh, dass hoffe ich doch, wir beide werden so einen Spaß zusammen haben“, sagte er lasziv, beugte sich zu mir herunter und drückte mir seine schmierigen Lippen direkt auf meinen Mund, „Bis Samstag dann.“

Damit drehte er sich um und ging. Und ich? Ich saß auf meinem Stuhl und grinste vor mich hin.
Ich würde ihn töten. Oder zumindest verletzen… und zum ersten Mal seit langem, fühlte ich mich wieder richtig gut…




Eigentlich war das Ganze kein Oneshot, allerdings würde es im späteren Verlauf in den AVL Bereich abrutschen… demnach belassen wir es bei einem OS ^^’