Nola

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Buffy Summers Faith Satsu
14.02.2020
27.06.2020
2
6.474
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
27.06.2020 2.069
 
2 Monate später

Die letzten Wochen, waren vollgepackt mit Besprechungen, unterrichten und sie hat Zeit mit den Scoobies verbracht. Faith sitzt am Ufer des Mississippi und genießt die Ruhe an diesem Platz, den sie glücklicherweise gefunden hat. Sie hat das Gefühl, dass sie das erste Mal alleine ist, seitdem sie hier ist. Sie braucht das, um ihren Gedanken nachzugehen, außerdem klingeln ihr die Ohren, von dem Geplapper der Mädchen. Sie hat keine Ahnung, wie Buffy das aushalten kann. Die jungen Jägerinnen hängen an ihren Lippen als wäre sie ein Rockstar, sie buhlen um ihre Aufmerksamkeit und rufen unentwegt ihren Namen und löchern sie mit Fragen.

Faith gegenüber zeigen sie sich zurückhaltend und schüchtern. Aber das ist cool, wenn sie ein wenig Angst vor ihr haben, so gehen sie ihr wenigsten nicht auf den Keks. Faith hat ihnen ihre Geschichte erzählt, von Allan Finch und wie anschließend alles den Bach hinunter ging. Sie hat nichts hinter den Berg gehalten und ihnen die brutale Wahrheit gesagt. Über die Zeit, in der sie selbst wahrscheinlich ein bisschen verrückt geworden ist, die Zeit in der sie die Dunkelheit zu sehr angezogen hat und sie selbst keinen anderen Ausweg mehr kannte. Wäre da nicht Angel gewesen...
Am nächsten Tag hat sie die Klasse mit einer Armbrust in der Hand betreten und in angstvolle Gesichter geschaut.

Sie beobachtet den Schaufelradampfer Nanchez, der an ihr vorbei fährt und vernimmt die Klänge der Jazzmusik, die der Mississippi zu ihr trägt. Endlich läuft es gut für sie und mit den Scoobies läuft es mehr als gut. Sie muss lachen, als sie an Andrew denkt, mit dem sie überraschenderweise viel Zeit in der Küche verbracht hat. Der Kerl ist witzig und man, kann der kochen. Er ist geduldig genug, um Faith sein Handwerk beizubringen und Faith muss zugeben, dass ihr kochen Spaß macht und es sie nebenbei entspannt.

Xander kann sie ohne Mühe bei Videospielen schlagen, während sie mit Dawn herumalbert und witzige Filme anschaut. Mit Kennedy patrouilliert sie, und sie hat die prächtigen Friedhöfe hier kennen gelernt, anschließend kippen sie meist ein paar Bierchen. Giles war eben Giles, seine Anwesenheit beruhigt sie. Und er hat ihr mitgeteilt, dass er ihr eine zweite Chance geben wird. Am meisten jedoch, hat sie Willow überrascht, die mit einer Pflanze in der Hand an ihre Tür geklopft hat. Es ist eine Alantwurzel, die sie vor bösen Geister schützen soll. Das Ding scheint zu wirken, sie hat zwar nachts ein paar Mal geisterhafte Stimmen vernommen, aber diese waren weit weg und bis in ihr Dachgeschoss ist noch nichts vorgedrungen.

Sie verbringt mit allen Zeit, nur nicht mit Buffy. Sie hat ihr anfangs zwar mit dem Unterrichten der Schülerinnen geholfen und klar, sehen sie sich bei Besprechungen oder wenn sie mit den Jüngeren auf Patrouille gehen, aber da bleibt keine Zeit für private Gespräche. Es scheint so, als würden sie sich immer verpassen. Buffy ist nie in der Küche, wenn sie was zum Essen sucht, oder mit Andrew kocht. Bei den Videospieleabenden glänzt sie mit Abwesenheit und wenn sie Buffy außerhalb des Jägerinnenbusiness zu Gesicht bekommt, ist meist Dawn oder Willow im Schlepptau und sie sind vertieft in Schnulzenfilme oder sonstigen Mädelskram.

Gerne würde sie mit Buffy trainieren oder gemeinsam auf Patrouille gehen, ohne Babyjägerinnen im Schlepptau. Sie möchte mit ihr Zeit verbringen, doch sobald sie einen Schritt auf die Blonde zugeht, taucht plötzlich jemand auf. Giles der mit ihr dringend den Trainingsplan durchgehen will, eines der Paparazzi-Schülerinnen, die ihr ständig auflauern, benötigt Hilfe oder sie werden sonst wie gestört. Faith verdreht jedes Mal die Augen und Buffy verspricht, das sie es auf später verschieben, aber das tritt nie ein. Es scheint nicht möglich zu sein, mehr als fünf Minuten mit der Alpha-Jägerin zu verbringen und das nervt sie gewaltig. Faith hat keine Ahnung, wo sich Buffy`s Zimmer befindet, aber sie hatte jetzt die Nase voll.

Als Buffy heute Morgen Kampftraining gab, hat sie kurzentschlossen ihren Unterricht besucht. Als sie die Tür öffnete, stand dort die blonde Jägerin selbstbewusst vor der Klasse und hat mit der Hilfe von Satsu Kampftechniken vorgeführt. Faith hat ein paar Augenblicke zugesehen, zu lange ist es her, dass sie Buffy trainieren gesehen hat. Doch Buffy hat sie bemerkt und war irritiert.

„Faith, dass hier mein Unterricht, dein Waffenunterricht findet...“ Weiter hat Faith sie nicht zu Wort kommen lassen. „Hör mal B, da du schwerer zu erreichen bist als der Papst, sag ich es dir jetzt. Heute Abend gehen wir beide aus und du zeigst du mir die Stadt. Also mach dich hübsch und vergiss deinen Pflock nicht. Ich sehe dich dann um 20:00 Uhr vor der Kathedrale, Prinzessin.“ Faith wartet keine Reaktion ab, sondern dreht sich direkt um und verschwindet genauso schnell, wie sie gekommen ist. Ihre Ansage ist mehr als klar.

Faith wirft einen letzten Blick auf den Fluss und macht sich dann auf den Weg zur Kathedrale, sie hat keine Ahnung, ob Buffy kommen wird, aber sie wird es gleich herausfinden.

                                                              ***

„Du bist dir wirklich sicher, das du das tun möchtest?“ Fragt Kristina vorsichtshalber nochmal nach, während sie die Zutaten bereits mit einem Mörser zerkleinert.

„Ja“, antwortet Satsu entschlossen. Sie weiß, dass Kristina ihr helfen wird, sie kann Satsu verstehen, weil sie ihre Freundin ist und deshalb über Satsu’s Gefühle Bescheid weiß. Sie steht loyal zu Satsu und außerdem leuchteten ihre Augen auf, als Satsu sie um Hilfe bei einem Zauber gebeten hat. Kristina steht ein bisschen auf Voodoo und Zauberei. Sie besucht Willows Hexenklasse und konnte daher ein paar der Zutaten, die sie braucht heimlich mitgehen lassen.

„Und du hast einen persönlichen Gegenstand von Buffy bei dir?“

„Ja das hier.“

„Einen blutigen Verband?“

„Buffy hat ihn getragen, was anderes habe ich nicht, ich wollte keine Sachen von ihr klauen.“

„Okay, dann fangen wir an. Setzt dich dort auf den Boden, am besten im Schneidersitz und zünde die Kerze an“, gibt Kristina Anweisung und nimmt die Zutaten, die mittlerweile zu groben Sand geworden sind in ihre Hand. Sie streut diesen im großen Bogen um Satsu und setzt sich dann zu ihr in den Kreis.

„Gut! Die Kerze und der Verband gehören in unsere Mitte. Sobald ich die Formel spreche, schließt du die Augen und denkst an sie. Du wirst die Jägerinnenverbindung tief in dir spüren und sie wird dich zu Buffy führen. Euere Verbindung wird sich treffen und Voila, euer Band sollte geknüpft sein. Eventuell spürst du einen Kick, ähnlich dem, als du die Kräfte erhalten hast. Jedenfalls wirst du zukünftig spüren, wenn Buffy in der Nähe ist und du wirst ihr zukünftig definitiv auffallen.“

Gut denkt sich Satsu, das ist ja kein richtiger Zauber, es ist nur etwas Ankurbelei der Jägerinnenverbindung zwischen Buffy und ihr. Sie hat sich das gründlich überlegt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es an der Zeit wird, das Buffy etwas lockerer wird. Sie braucht nur einen kleinen Anstupser. Die anderen Mädchen sagen ja selbst, dass sie Satsu bevorzugt und sie ihr Liebling ist. Daher wird Satsu ihr zeigen, dass sie die Richtige für Buffy ist. Sie kann Buffy glücklich machen, dass weiß sie. Sie würde Buffy niemals weh tun und sie ist stark und kann Buffy beschützen. Kristina reißt sie aus den Gedanken;

„Und denk daran, der Zauber wirkt erst, wenn die komplette Kerze abgebrannt ist“, erinnert Kristina sie. Satsu nickt.

„Bereit?“, fragt Kristina und greift nach ihren Händen.

„Bereit“, erwidert Satsu und schließt die Augen, als Kristina zu murmeln beginnt.

„Libertatem iuncturam Anima med“, murmelt Kristina und Satsu konzentriert sich.

                                                         ***

Buffy wartet vor der Saint Louis Kathedrale am Hauptplatz. Sie trägt einen schwarzen Jumpsuit kombiniert mit High Heels. Ihre blonden Haare hat sie streng zurückgebunden und sie hat frischen Lippenstift aufgetragen. Faith fühlt sich plötzlich, als hätte sie ein Date und wäre dies nicht Buffy, wäre ihr bei dieser Aufmachung glasklar, was diese Frau von ihr möchte. Aber dies hier ist Buffy und das wird niemals passieren.

„Verdammt, B du siehst ziemlich heiß aus“, sagt Faith und da ihr Gehirn anscheinend einen Moment aussetzt, macht sie etwas völlig Unerwartetes. Sie begrüßt Buffy mit einem Kuss auf die Wange. Sie drückt ihre Lippen sanft auf die weiche Stelle und ist sofort eingehüllt in Buffy’s Geruch.

Buffy scheint genauso überrascht wie Faith selbst über ihre Geste. Einen Moment sehen sich beide befangen an, bevor sie sich vorsichtig wieder voneinander lösen. Faith fängt sich zuerst.

„Ich wusste nicht, ob du kommen wirst“, gibt Faith zu.

„Da du mich so nett darum gebeten hast, wie sollte ich da widerstehen“, antwortet Buffy ein wenig ironisch, aber ihr Tonfall ist unbekümmert.

„Du bist mir aus dem Weg gegangen. Ich möchte wissen wieso!“, erwidert Faith.

„Ich bin dir nicht aus dem Weg gegangen,“ antwortet Buffy. Faith zieht ihre Augenbrauche weit nach oben. Ernsthaft?

„Okay, ich bin dir aus dem Weg gegangen,“ gibt Buffy unmittelbar zu.

„Weshalb?“

„Naja der Weg... also es ich wollte... den anderen Weg... ähm.. .“

„Buffy, sag einfach die Wahrheit.“

„Keine Ahnung, Faith. Ernsthaft. Es fühlte sich einfach richtig an. Ich wollte dich erstmal ankommen lassen, dich die Mädchen kennenlernen lassen. Ich wollte mich nicht einmischen. Ich wollte nicht, dass du den Eindruck hättest, ich würde dich kontrollieren oder dir vorgeben wie du hier leben sollst... Ich hab gesehen, dass du mit allem gut zurechtkommst. Die Mädchen sind schwer beeindruckt von dir und sie lieben deinen Waffenunterricht. Sie reden von nichts anderen. Und mit der Clique verbringst du auch viel Zeit. Das ist gut. Großartig.“

Faith muss lachen. Aber sie wird das nicht kommentieren. Sie kann das verstehen, ein bisschen zumindest macht es aus Buffy’s Sicht Sinn.

„Was? Ich bekomme keinen Kommentar?“, fragt Buffy übertrieben entsetzt.

„Liebst du auch meinen Waffenunterricht?“ Ist das einzige was Faith erwidert, aber dafür bekommt sie einen kleinen Hieb an die Schulter. Faith verzieht schmerzhaft das Gesicht und reibt sich die Stelle, obwohl es nicht weh getan hat. Buffy rollt mit den Augen.

„Zeigst du mir jetzt die Stadt?“, fragt Faith und schweift mit ihrem Blick über den Platz vor der Kathedrale, der in den letzten Minuten an Menschen zugenommen hat. Eine junge Frau, deren altmodische Klamotten sogar nicht zu ihr passen, steht dort mit einem Plakat in der Hand auf dem `Vampirtour` steht. Sie erregt Faith’s Aufmerksamkeit.

„Die Frau mit dem Schild und der Gruftischminke im Gesicht, was meint sie mit Vampirtour?“

„New Orleans ist die Stadt Hauptstadt der Vampire und Geister. Natürlich nicht den echten, so wie wir sie kennen. Aber laut den Erzählungen ist hier einiges Unnatürliches in der Vergangenheit vorgekommen. Giles wird da anderer Meinung sein, aber die Menschen lieben diese Geschichten, man kann sogenannte Vampir- oder Geistertouren buchen und sich gruseln. Völliger Nonsense----.“

„Lass uns eine Tour buchen,“ unterbricht Faith und zieht Buffy unsanft mit sich.

„Hey! Was soll das? Ich habe keine Lust, mein Geld für eine Vampirtour auszugeben. Sie gehen mir so schon genug auf die Nerven.“ Aber Faith hat andere Pläne.

„Faith, lass meinen Arm los, falls du diesen jemals wieder benützen möchtest.“

„Ach komm schon B, das wird lustig,“ fleht Faith und lässt von ihr ab. Sie gibt Buffy ihren Blick, von dem sie weiß, dass ihr bisher nur schwer jemand was abschlagen konnte. Ein zaghaftes Lächeln, bei dem gerade so, ihre Grübchen einwenig Vorschein kommen. Das zieht immer.

Buffy verdreht die Augen und Faith kann nicht erkennen, wie sehr Buffy ihre Masche nahe geht. Ihr Ziel hat sie damit erreicht.

Von Nahem betrachtet, wirkt die Frau noch merkwürdiger. Ihr Gesicht ist blass geschminkt, ihre Augen dunkel und sie trägt einen blutroten Lippenstift. Ihre schlanke Figur zeichnet sich unter ihrem schwarzen Kleid ab, das teilweise mit Spitze bestickt ist.

„Hi,“ begrüßt Faith die Fremde. „Wir möchten an der Vampirtour teilnehmen.“

„Hey. Perfekt, heute ist nicht viel los, macht den Anschein, als würdet ihr eine Exklusivtour bekommen. Wie heißt ihr beiden? Meine Name ist Viktoria und dass hier sind Ben und Charles. Wir sind heute in einer kleinen Runde. Wenn ihr soweit seid, können wir gleich beginnen.“

Faith und Buffy stellen sich Viktoria und den beiden Touristen Ben und Charles die aus England stammen vor und warten gespannt auf den Beginn der Tour.
Review schreiben