Demon Blight

von Atales
GeschichteMystery, Fantasy / P18
OC (Own Character)
14.02.2020
14.02.2020
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„Er hat mehrere Knochenbrüche die nie richtig verheilt sind. Schnittwunden an Armen, Brust, Rücken sowie den Beinen und Oberschenkeln, auch einige Muskelfasern sind gerissen und nie richtig verheilt!“
Teilnahmslos hörte Noctis dem Arzt zu der mit seiner Mutter sprach, dabei lag sein Blick aus dem Fenster, auf die im Dunkeln liegende Stadt, die ihm in den letzten sieben Jahren so fremd geworden war. Er konnte sich gut vorstellen, wie seine überfürsorgliche Mutter nun auf diese Ergebnisse reagieren würde und wie sie ihn darauf behandeln würde.
„Was mit seinen Augen passiert ist, kann ich mir nicht erklären, es scheint sich um eine Art Mutation zu handeln, jedoch scheint sie gutartig zu sein!“
Der Arzt machte eine Pause um Noctis' Mutter Zeit zu geben, das Erfahrene zu verdauen.
„Frau Blank, sie sollten sich darüber im klaren sein, dass ihr Sohn nicht mehr der Selbe ist, der er vor dem Unfall und der Insel war!“
„Natürlich nicht, er muss sehr gelitten haben!“, schluchzte seine in die Jahre gekommene Mutter.
Innerlich seufzte er.
Sie verstand es kein bisschen was auf dieser Insel geschehen war, sie verstand ihn nicht. Selbst vor der Insel hatte sie ihn nicht verstehen können, nun würde sie es noch weniger können.


Der Unfall mit der Fähre war schrecklich gewesen, von den Schreien der sterbenden Leute bis hin zu den Flammen die alles versenkt hatten, was sie erfassten. Es grenzte an ein Wunder, dass Noctis der einzige von Knapp eintausend Passagieren war, der irgendwie überlebt hatte. Ob das so gut gewesen war, darüber war er sich Anfangs gar nicht so sicher gewesen. Vor allem wenn er an die Schmerzen dachte, die er direkt nach dem Unfall erlitten hatte, hatte er dort sofort sterben wollen, aber wie immer hatte sein Schicksal etwas ganz anderes von ihm verlangt und es ihm nicht vergönnt, den leichten Weg nehmen zu können. Auch wenn die Lichter Dürens noch immer die Selben waren, wie vor sieben Jahren, so war diese Stadt und diese Straßen ihm doch fremd geworden. Auch Niederzier, welches um die späte Uhrzeit von zweiundzwanzig Uhr sehr still einfach nur dalag, war ihm einfach unbekannt, sogar unangenehm.
Die Umarmungen seiner beiden älteren Schwestern, seines Bruder und seiner Nichten war ihm mehr als unangenehm und dass darauffolgende Essen noch unangenehmer. Vollkommen unbeholfen schob er das Schnitzel und die Pommes auf seinem Teller umher, seine Gedanken waren wo Anders. Wenn er seine Nichten betrachtete, die nun bereits in die siebte und fünfte Klasse gingen, wenn er seine Schwestern sah denen man deutlich ihr alter von über dreißig ansah, wurde ihm flau im Magen.
Natürlich versuchten sie auf ihn einzureden, herauszubekommen was passiert war, doch ihn hielten mehr als nur ein Faktor davon ab darüber zu sprechen, unter anderem ein Schwur den er geleistet hatte und den er nicht brechen konnte. Tat er es doch, würde jemand anderes große Probleme bekommen, und dass würde er ihr nicht antun.
Ihm war es nicht vollkommen untersagt über diese Insel und sein Überleben zu sprechen, doch durfte er gewisse Dinge nicht verraten.
„Gab es denn auf der Insel wilde Tiere?“, fragte seine älteste Nichte interessiert.
„Rin!“, fuhr ihre Mutter und Noctis' älteste Schwester Lina an und sah ihn entschuldigend an.
Sie versuchte ihm alle etwas vor zu machen, dass konnte er deutlich erkennen. Im Gegensatz zu ihm, hatte sie sich alle in den vergangenen sieben Jahren kein bisschen verändert. Sie teilte noch immer nicht seine Weltoffenheit, seine Sichtweise auf die Welt und seine Ansichten zur Gesellschaft. Nun, da er lange um sein Überleben hatte kämpfen müssen, töten hatte müsse um essen zu können, würde diese Distanz nur noch größer zwischen ihnen werden. Trotzdem entschied er sich gute Miene zum bösen Spiel zu machen, schmunzelte schwach und erklärte leise: „Gab es!“
Rin sah ihn überrascht an, die dunklen Augen der nun vierzehnjährigen leuchteten überrascht.
„Es gab Raubkatzen und auch Wölfe!“
Sanft legte seine Mutter Irina ihm eine Hand auf seine, sah ihn mitleidig an. „Du musst nicht darüber sprechen, du bist gerade erst zurückgekommen!“
Typisch, seine Mutter glaubte noch immer er wäre derartig gebrechlich und bräuchte ihre Bemutterung, dem war nicht der Fall, dass bemerkte sie aber natürlich nicht.
Seine Familie war derartig Ignorant, dass sie meist sogar glaubten alles besser zu wissen, dabei wussten sie überhaupt nichts.
Sie hatten alle keine Ahnung davon, dass über all ihren Köpfen ein Damokles Schwert hing. Vielleicht war es aber auch besser so.
Er räusperte sich, stand auf und bat mit leiser Stimme: „Tut mir leid, aber ich bin müde und gehe jetzt ins Bett!“
Er wartete nicht auf eine Erwiderung seiner Familie, doch als er aus ihrem Sichtfeld verschwand wurde sein Gesicht ernst, seine roten Augen leuchteten auf.
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